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Cross-Device-Tracking: Das Ende jeder Privatsphäre?

25. Oktober 2013

Ergeben sich mit Cross-Device-Tracking neue Fragestellungen für die Privatsphäre?

Bild: Adam Radosavljevic – Shutterstock

Auf den Punkt gebracht: Die kreativen IT-Köpfe bei Google (und nicht nur dort) sollen an etwas feilen, was für zwei Dinge das Ende bedeuten könnte. Zum einen für Cookies, zum anderen für jegliche Privatsphäre im Netz. Fakt ist, dass diese neue Planung in den USA bereits heiß diskutiert wird.

Der angesehenen New York Times ist zu entnehmen, dass Google an der Entwicklung eines Cross-Device-Tracking arbeitet. Wenn die Methode tatsächlich zum Laufen kommt, werden Cookies als Schnee von gestern überflüssig. CDT würde technisch die Nachverfolgung vom Surfverhalten der User über Geräte hinweg ermöglichen. Das lässt sich in dieser Form bislang so nicht praktizieren. Bislang waren personalisierte Werbeanzeigen für mobile Geräte kaum möglich. Pläne ähnlicher Art verfolgt auch Microsoft.

Wer wird von einer solchen Entwicklung profitieren, die manche sicher als technischen Fortschritt preisen dürften? Die werbetreibende Wirtschaft. Dank CDT ließe sich im Web das Suchverhalten möglicher Kunden präzise verfolgen – für Unternehmen ein interessanter Gedanke.

Wie könnte sich die praktische Anwendung von Cross-Device-Tracking auswirken? Hier eine Möglichkeit: Ein User recherchiert auf seinem Tablet zu einem Produkt. Dabei wird er unbemerkt genau beobachtet. Und auf der Basis dieser Erkenntnisse könnten ihm dann später auf Laptop oder Smartphone präzise passende Werbeanzeigen präsentiert werden.

Anstoß zu dieser Entwicklung gaben verschiedene Unternehmen mit ihrem Wunsch, erneut intensiv nach einer alternativen Möglichkeit für Cookies zu suchen. Ähnlich gelagerte Versuche, neue Wege der Online-Spurenverfolgung zu etablieren, sollen in der Vergangenheit fehlgeschlagen sein.
Ein möglicher Weg zur Lösung könnte nun sein, beispielsweise im Chrome Browser von Google einen versteckten Identifikator einzubauen. Auf diese Weise ließen sich exakte Informationen über das Surf-Verhalten einzelner User identifizieren, die dann für zielgruppenspezifische Werbung genutzt werden könnte. Chrome ist der meist verwendete Browser. Deshalb wäre Google in einer besonders einflussreichen Position für die Umsetzung solcher Pläne.

Der kommerzielle Effekt für die Wirtschaft lässt sich erahnen. Der Schaden für die Privatsphäre der User auch.

Parallel zu dieser Entwicklung werden in den USA bereits Stimmen laut, die vor dieser technischen Neuerung warnen. So äußerte der demokratische Senator Edward J. Markey erhebliche Bedenken. Solche Möglichkeiten der Nachspürung würden ahnungslose User in eine digitale Umgebung bringen, in der Marketing-Chefs ihre Vorlieben ausspähen könnten. Die Einführung dieser neuen Entwicklung hätte einen gewaltigen Einfluss auf die Privatsphäre von Millionen Internetnutzern.

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