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Internet-Schwarzmarkt profitabler als Drogenhandel

1. April 2014

Internet-Schwarzmarkt profitabler als illegaler Drogenhandel

Bild: scyther5 – Shutterstock

Cyberkriminalität ist erwachsen geworden. Das zeigt die Studie Markets for Cybercrime Tools and Stolen Data: Hackers‘ Bazaar der RAND Corporation. Bis vor wenigen Jahren galt der Handel mit personenbezogenen Daten und Exploits noch als ein Gelegenheitsgeschäft unorganisierter Individuen. Mittlerweile hat sich Cyberkriminalität jedoch zu einem Wirtschaftszweig mit internationaler Struktur und ausdifferenzierten Service- und Ausbildungsmöglichkeiten entwickelt. Aus der einstigen Untergrund-Szene ist ein hochprofitabler Markt geworden, aktuelle Exploits (sogenannte Zero-Day-Exploits) werden auf dem Internet-Schwarzmarkt für Preise bis in den sechsstelligen Bereich verkauft:

Vor dem Hintergrund der jüngsten umfangreichen Diebstähle von Kreditkartendaten und dem damit verbundenen Überangebot dieser auf dem Schwarzmarkt, seien die Preise hierfür eingebrochen, sodass teilweise mehr Geld für gestohlene Twitter-Konten gezahlt werde als für Kreditkartendaten.

Die zentralen Erkenntnisse der Studie:

  • Der Internet-Schwarzmarkt ist international organisiert und verfügt über eine robuste Infrastruktur
  • Seine Struktur ähnelt den Strukturen anderer krimineller Bereiche
  • Die Akteure sind oftmals in traditionelle Kriminalitätsstrukturen (Drogenhandel, Mafia, Terror-Organisationen etc.) eingebunden
  • Die Entwicklung des Internet-Schwarzmarkts gleicht der anderer Märkte –  vorangetrieben durch Wachstum und Innovation
  • Für viele Akteure ist der Internet-Schwarzmarkt profitabler als der Handel mit illegalen Drogen
  • Herkömmliche Datenschutzstrategien und passiver Umgang sind nicht länger wirksam; mit einer aktiven Bekämpfung der Cyberkriminalität müsse der Wirtschaftskreislauf der Kriminellen vielmehr dergestalt angegriffen werden, dass ihre Kosten prohibitiv werden

3 einfache Schritte zur Steigerung der eigenen Internet-Sicherheit:

  • Für jede Website und jeden Service ein unterschiedliches Passwort verwenden
  • Keine E-Mails von fremden Personen öffnen (gleiches gilt für E-Mails von bekannten Personen, die ungewöhnlich erscheinen und somit von einem gehackten E-Mail-Konto dieser Person kommen könnten)
  • Eigene Konten stets hinsichtlich ungewöhnlichen Aktivitäten überwachen
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