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Nationaler IT-Gipfel verschoben – auf wann?

23. Dezember 2013

Nationaler IT-Gipfel verschoben - auf wann?

Bild: hxdbzxy – Shutterstock

Von Meike Otternberg

Hamburg – Verschieben war einfach, eine neue Terminierung dagegen scheint schwer. Unverändert ist vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kein Termin für den nationalen IT-Gipfel in Hamburg zu erfahren, der ursprünglich für den 10. Dezember geplant war. Bekannter Grund: „Der andauernde Prozess der Bildung einer neuen Bundesregierung“. Wann dieser Vorgang abgeschlossen sein wird, vermag bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe niemand zu sagen.

Offiziell war nur zu hören, dass der 8. Nationale IT-Gipfel auf „Anfang 2014“ terminiert werden soll. Insidern scheint das ein dehnbarer Begriff. Wann also in den Räumlichkeiten der Hamburger Handelskammer über Konzepte zur Stärkung des IT-Standorts Deutschland diskutiert wird, steht in den Sternen. Nach vorliegenden Plänen will man sich vor allem mit der Digitalisierung der Industrie, der IT-Sicherheit und den Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen der Branche beschäftigen.

Interessenten für das komplexe Programm gibt es genug. Zwischen 700 und 800 Teilnehmer werden erwartet. Sieben Arbeitsgruppen mit bis zu acht Untergruppen wollen sich zum – hoffentlich fruchtbaren – Gedankenaustausch treffen.

Mitglieder des DIVSI Beirats und ausgewiesene Kenner der Materie geben den Planern des IT-Gipfels in aller Kürze ein paar Anregungen, auf was das Augenmerk gerichtet werden sollte.

Claudia EckertProf. Dr. Claudia Eckert (TU München und Fraunhofer AISEC München)

„Ich erwarte mir vom IT-Gipfel klare Strategien und konkrete Roadmaps für Investitionsprogramme, um Schlüsseltechnologien und Kernkompetenzen für die sichere, digitale Wirtschaft zu entwickeln. Von großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung für die kommenden Jahre wird die Ausgestaltung der unter dem Schlagwort Industrie 4.0 angekündigten, vierten industriellen Revolution sein, bei der die vertrauenswürdige ITK eine zentrale Rolle spielen wird. Ich erwarte mir deshalb vom IT-Gipfel klare Aussagen dazu, mit welchen konkreten Maßnahmen Politik und Wirtschaft unter Einbeziehung der Wissenschaft das verloren gegangene Vertrauen in die IT sowohl auf der Seite der Wirtschaft als auch beim Verbraucher wieder herstellen wollen.“

Thomas GötzfriedThomas Götzfried (Aufsichtsratsvorsitzender Götzfried AG)

„Ich wünsche mir vom IT-Gipfel konkrete Entscheidungen für mehr Beteiligungs- und Chancengerechtigkeit im Netz. Niemand darf aus der digitalen Welt ausgegrenzt sein. Das Netz muss in ausreichender Qualität allen Bürgern in Deutschland zur Verfügung stehen – auch wenn sie in abgelegenen Regionen wohnen und/oder finanziell schwach sind. Zum Wohl unseres Landes und jedes Einzelnen, müssen die Menschen mit der digitalen Welt vertraut sein. Dafür müssen umgehend die Voraussetzungen geschaffen werden“.

Prof. Dr. Miriam MeckelProf. Dr. Miriam Meckel (Universität St. Gallen)

Schneller werden: Deutschland benötigt den Ausbau der schnellen Netze und mehr Chancen und Flexibilität für Unternehmertum im digitalen Sektor.

Standards setzen: in der Digitalisierung brauchen wir klare und kulturell verankerte deutsche und europäische Standards, z.B. im Datenschutz, und eine echte Idee, wie wir digitale Kompetenzen auf allen Stufen des Bildungssystems verankern.

Denken verändern: das Internet ist kein Medium, es ist die Infrastruktur der modernen Gesellschaft, deshalb muss das Netz in allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen mitgedacht werden.“

Harald Lemke Portrait

Harald Lemke (Sonderbeauftragter für E-Government und E-Justice bei der Deutschen Post)

„Ich wünsche mir, dass der IT-Gipfel die Vertrauenskrise angemessen adressiert, die mit den jüngst bekanntgewordenen Abhöraktionen im Internet über Anwender und Anbieter von Internet- Diensten einhergeht. Ich wünsche mir darüber hinaus, dass man der Versuchung widersteht, für dieses komplexe Problem eine einfache Lösung aus dem Hut zu zaubern, nur weil gerade IT-Gipfel ist. Daher wünsche ich mir die Ankündigung, zum nächsten IT-Gipfel eine Strategie zu präsentieren, die durchdacht und mit den betroffenen Stakeholdern abgestimmt ist.“

Bernhard RohlederDr. Bernhard Rohleder (Hauptgeschäftsführer BITCOM)

„Der nächste IT-Gipfel muss ein Strategiegipfel werden. Jetzt ist zu entscheiden, welchen Weg Deutschland in die digitale Wirtschaft und die digitale Gesellschaft gehen soll. Vom IT-Gipfel erwarte ich wesentliche Beiträge für die anstehenden Richtungsentscheidungen.“

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Der Autor

Meike Otternberg

Meike Otternberg

Foto: Frederike Heim

ist Projektleiterin bei DIVSI, verantwortet diverse Studienprojekte des Instituts.

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