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Digitaler Kodex

Erste Projektphase (abgeschlossen)

Über das Projekt

Unser Arbeits- und Freizeitverhalten hat sich durch das Internet fundamental verändert. Wir verbringen immer mehr Zeit online und haben direkten Zugriff auf neue Strukturen, Möglichkeiten und Denkmuster. Unklar ist, wie sich die über einen langen Zeitraum eingeübten und bewährten ethisch-sozialen Verhaltensweisen der „analogen Welt“ in das digitale Zeitalter übertragen lassen.

Die DIVSI Milieu-Studie und die DIVSI Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet haben gezeigt, dass alle Akteure, d.h. Nutzer, Unternehmen und Staat, Verantwortung im Internet nur begrenzt wahrnehmen wollen. Auch deshalb hat das DIVSI das Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ bei dem unabhängigen Think Tank iRights.Lab in Auftrag gegeben. Die erste Phase dieses Projekts sollte ausloten, ob ein Digitaler Kodex die Lücke zwischen den etablierten Regeln der analogen Welt und den noch unklaren Verantwortlichkeiten im Internet schließen kann. Das Projekt setzte sich dabei auch mit der Rolle von Plattformen auseinander, die über das Wohl und Wehe des digitalen gesellschaftlichen Aktionsradius bestimmen, und ohne die das Bewegen im digitalen Raum praktisch nicht möglich ist.

Es wurden breit angelegte Konsultationen von Experten und eine Umfrage von Internetnutzern durchgeführt und darüber hinaus die Diskussion zur Frage, ob ein Digitaler Kodex benötigt wird, in öffentlichen Veranstaltungen zugespitzt. Der Gesamtprozess wurde in einer Abschlusspublikation aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?

Digitaler Kodex

Die Wirtschaft, die Politik, die Nutzer – wer übernimmt die Verantwortung im Netz? Das ist die womöglich entscheidende Frage in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Geschäftsmodelle, die auf dem Internet basieren. Oft jedoch mit bösen Überraschungen für die Nutzer.

Die Macher schieben die Verantwortung an die Nutzer. Die wiederum sehen häufig den Staat in der Pflicht, für ihren Schutz zu sorgen. Doch der Gesetzgeber kennt auch keine Patentlösung. Ein Kreislauf, den es zu stoppen gilt.

DIVSI, das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet, will Lösungsansätze für dieses Problem finden und fragt: „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“

Auf der Plusseite steht bislang, dass die Möglichkeiten des Internet uns geschäftlich und privat neue Sphären erschlossen haben. Technisch gibt es praktisch kaum noch Grenzen. Gerade deswegen ist es ist fünf Minuten vor Zwölf. Ohne geklärte Verantwortlichkeiten scheint vielen die Zukunft des Netzes ungewiss.

Deshalb muss sich die Gesellschaft – also Nutzer, Wirtschaft und Staat – mit bislang nicht gestellten Fragen auseinandersetzen: Brauchen wir neue soziale Regeln für die Netz-Teilnehmer? Lässt sich verbindlich festlegen, wie man künftig miteinander umgeht, um Internet-Missbrauch auszuschließen? Welche Verantwortung sollen Nutzer, Unternehmen und der Staat in der digitalen Welt künftig übernehmen?

Für DIVSI-Direktor Matthias Kammer kann ein anerkannter digitaler Kodex ein wichtiger Baustein für den gemeinsamen zukünftigen Umgang im Netz sein: „Unsere Entscheider-Studie hat offen gelegt, dass die Internet-Macher den Nutzer in der Verantwortung sehen. Ihm wird der Schwarze Peter zugeschoben. Dabei räumen die Entscheider gleichzeitig ein, dass dem Nutzer meist die Kompetenz hierfür fehlt. Allein dieser Widerspruch macht deutlich, dass es irgendwo hakt. DIVSI sieht sich deshalb in der Pflicht, Blickwinkel für ein besseres Miteinander aufzuzeigen. Wir wollen die Frage klären, ob neue soziale Spielregeln fern von rechtlicher Regulierung in unserer Gesellschaft erforderlich sind.“

DIVSI hat deshalb den Think Tank iRights.Lab beauftragt, bis zum Frühjahr 2014 eine umfangreiche Evaluierung und Erörterung durchzuführen.

Die Auftaktveranstaltung hierzu stand unter dem Thema „Jeder macht im Netz, was er will – Verantwortung in der digitalen Welt“. Mit dieser Fragestellung gab DIVSI am 4. Juli 2013 den Auftakt zum Projekt “Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?” im Münchner Oberangertheater.  Experten dieser Runden waren Dr. Christoph Habammer (Leiter der Stabsstelle des IT-Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung), Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Buchmann (Direktor des Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) und Lehrstuhl für Kryptographie, Technische Universität Darmstadt) und Stefan Plöchinger (Chefredakteur der Online-Redaktion der Süddeutschen Zeitung). Eine der Keynotes hielt Dr. Jeanette Hofmann (Gründungsdirektorin am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin).

Matthias Kammer: „Sicher ist die digitale Welt bereits als globaler Kulturraum etabliert. Dennoch stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung. Entsprechend differenzieren sich die Formen des Miteinanders der Akteure im Netz noch aus. Wir wollen unseren Teil dazu beisteuern, dass es tatsächlich ein Miteinander wird.“

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Pressemitteilungen

Deutschland braucht einen Digitalen Kodex

15. Mai 2014

Hochkarätig besetzte Veranstaltung in Berlin: Vom Straßenkampf auf eine andere Ebene kommen Berlin, 15. Mai – Ein Digitaler Kodex, entwickelt aus einem breit gefächerten öffentlichen Diskurs unter allen Teilnehmern der Netzgesellschaft, könnte künftig die fortschreitende Digitalisierung positiv beeinflussen. Eine solche Richtschnur ist notwendig, um im Netz ein gemeinsames Grundverständnis von Fairness zu entwickeln. Diese Auffassung […]

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