5. Epilog

Die Ergebnisse zeigen, dass die Frage nach der Zuweisung von Verantwortung im Internet und entsprechenden Instrumenten zur Kodifizierung und Durchsetzung von Regeln eine hohe Komplexität besitzt. Es gibt keine universell anwendbaren Blaupausen, sondern es ist bei der Formulierung eines Digitalen Kodex insbesondere eine Differenzierung nach Art der Plattform und inhaltlichem Anwendungsbereich notwendig. Dann ist die Frage seiner Durchsetzung wesentlich – wie kann erreicht werden, dass ein Kodex wirkmächtig wird? Und schließlich ist zu klären, wie ein Kodex entsteht und welche Akteure sich beteiligen bzw. beteiligt werden.

Die Entwicklung eines Digitalen Kodex für den Umgang mit persönlichen Daten auf Kommunikationsplattformen könnte ein sehr lohnendes Unterfangen sein, weil dadurch zentrale und aktuelle Fragestellungen exemplarisch adressiert werden. Die aktuellen Diskussionen um Geschäftsmodelle und Marktmacht großer sozialer Netzwerke zeigen, wie virulent das Thema ist. Gleichzeitig werden dabei Regulierungsbereiche berührt, die auch mit anderen Domänen, das heißt Ausprägungen von Plattformen, Akteursgruppen und Inhalten, eine relevante Schnittmenge besitzen.

Auch wenn das Internet aus Sicht einer breiten Anwendung erst 20 Jahre alt ist, hat es doch schon wesentliche Veränderungen in allen Lebensbereichen bewirkt, bei der privaten Kommunikation, bei Geschäftsprozessen der Wirtschaft und teilweise auch bei der politischen Partizipation. Ein Prozess der Aushandlung von Digitalen Kodizes kann in diesen konkreten Bereichen zu klaren Verantwortlichkeiten führen. Darüber hinaus würde aber auch ein Reflexionsraum über allgemeine Prinzipien eröffnet, wie die neuen digitalen Medien wirken, welche Risiken bestehen und welche Chancen sich eröffnen.