3.5 Zwischenfazit

Die vorstehenden Ausführungen haben gezeigt, dass viele Menschen der digitalen Kommunikation aus verschiedenen Gründen nicht vertrauen. Vertrauen in die Integrität, Authentizität und Vertraulichkeit von Individualkommunikation ist in der digitalen Welt jedoch wichtiger denn je. Trotz mangelnden Vertrauens benutzen die meisten Menschen ständig digitale Kommunikationsmittel für jede Art der Kommunikation, gleich welchen Inhalts, sensibel oder nicht.

Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem weitverbreiteten Misstrauen und dem Kommunikationsverhalten ist insofern nicht ersichtlich. Letztlich hat diese „Ignoranz des Misstrauens“ zwar große Vorteile, denn hielte das Misstrauen von digitaler Kommunikation ab, würde der Fortschritt verweigert und aufgehalten, und von den erheblichen Vorteilen digitaler Kommunikation würde kein oder nur unzureichend Gebrauch gemacht.

Somit ist ein gravierender Missstand zu statuieren: Kommunikation spielt in der digitalen Welt eine herausragende Rolle für das soziale, berufliche und private Leben der Menschen. Um diesem Bedürfnis nachzukommen, benutzen die Menschen – bewusst oder unbewusst, wohl oder übel – ständig Kommunikationsmittel, die nicht sicher sind und denen sie ganz häufig nicht vertrauen. Das wiederum bereitet vielen offensichtlich Sorgen und führt zu Effizienz und Systemvertrauensverlusten.

Auf diesem Befund aufbauend, geht es im Folgenden darum, Ansätze auszuloten, die dem Ziel dienen, das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer in digitale Kommunikationsmittel zu stärken und abzusichern. Zu diesem Zweck werden fünf inhaltlich miteinander verknüpfte und aufeinander bezogene Grundsätze für sichere digitale Kommunikation formuliert und erläutert.