PRISM – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Glenn Greenwald debattiert Überwachung mit Ex-NSA-Chef Michael Hayden https://www.divsi.de/glenn-greenwald-debattiert-ueberwachung-mit-ex-nsa-chef-michael-hayden/ https://www.divsi.de/glenn-greenwald-debattiert-ueberwachung-mit-ex-nsa-chef-michael-hayden/#respond Sun, 04 May 2014 10:20:05 +0000 http://46.30.3.106/?p=6773 Zweimal im Jahr finden im Rahmen des hochkarätigen Public Policy Forums „Munk Debates“ Debatten zu aktuellen politischen Themen statt. Kontrahenten der diesjährigen Debatte am 2. Mai zum Thema „Staatliche Überwachung“ waren der Snowden-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald und Ex-NSA-Chef Michael Hayden, die in ihrem Schlagabtausch von Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian respektive dem Harvard-Rechtsprofessor Alan Dershowitz unterstützt wurden. Die […]

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Zweimal im Jahr finden im Rahmen des hochkarätigen Public Policy Forums „Munk Debates“ Debatten zu aktuellen politischen Themen statt. Kontrahenten der diesjährigen Debatte am 2. Mai zum Thema „Staatliche Überwachung“ waren der Snowden-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald und Ex-NSA-Chef Michael Hayden, die in ihrem Schlagabtausch von Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian respektive dem Harvard-Rechtsprofessor Alan Dershowitz unterstützt wurden.

Die vollständige Debatte im folgenden Video ab Minute 30:

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STANDPUNKT: Unerledigte Arbeit für den neuen Bundestag https://www.divsi.de/standpunkt-unerledigte-arbeit-fuer-den-neuen-bundestag/ https://www.divsi.de/standpunkt-unerledigte-arbeit-fuer-den-neuen-bundestag/#comments Wed, 18 Sep 2013 11:08:46 +0000 http://46.30.3.106/?p=4981 Wir haben ein Recht auf Klarheit in der Schnüffel-Affäre – Von Matthias Kammer, Direktor des DIVSI – Wären PRISM, NSA und der gesamte Riesen-Skandal nur ein zeitaktueller TV-Film aus der Welt des Internet und der Geheimdienste, so würde ich beim jetzigen Sachstand abschalten. Warum? Ich mag Science Fiction nicht. „Jetzt übertreiben sie aber“, würde ich […]

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Wir haben ein Recht auf Klarheit in der Schnüffel-Affäre

Matthias Kammer STANDPUNKT

– Von Matthias Kammer, Direktor des DIVSI –

Wären PRISM, NSA und der gesamte Riesen-Skandal nur ein zeitaktueller TV-Film aus der Welt des Internet und der Geheimdienste, so würde ich beim jetzigen Sachstand abschalten. Warum? Ich mag Science Fiction nicht. „Jetzt übertreiben sie aber“, würde ich sagen. „Da ist die Phantasie mit den Machern durchgegangen. So was ist im realen Leben undenkbar.“

Leider ist die schlimme Schnüffel-Affäre kein Film. Vielmehr ein Live-Drama mit ungewissem Ausgang und uns allen als hilflosen Statisten. Eine tickende Zeitbombe, die längst weit größere Dimensionen als ein reines Ausspähen erreicht hat. Ich sehe unser ureigenes Persönlichkeitsrecht bedroht.

Selten zuvor haben deutsche Politiker in einer Krisensituation – und genau davon müssen wir reden  – ein derart schwaches Bild abgegeben. Und es wäre unklug, bei diesem erschreckenden Vorgang auf ein Vergessen in der Öffentlichkeit zu hoffen.

Rufen wir uns die groteske Situation noch einmal ins Gedächtnis:

Da empfiehlt der deutsche Innenminister uns Bürgern, selbst mehr für den Schutz unserer Daten zu tun. Da Ausspäh-Technik nun einmal existiere, müssten Verschlüsselungstechnik oder Virenschutz größere Aufmerksamkeit erhalten.

Tage später wird bekannt, dass die Geheimdienste über solche Techniken gelangweilt gähnen. Dass sie längst Datenübertragungen im Internet mitlesen können, selbst wenn mit modernster Technik verschlüsselt wurde. Denn die NSA hat einschlägige Softwarefirmen womit und wodurch auch immer dazu gebracht, für sie Hintertüren einzubauen. Das bedeutet im Klartext: Auch die bislang als sicher geltenden https-Verbindungen beispielsweise beim Online-Banking können geknackt werden.

Nun mag es Menschen geben, die Geheimdiensten das Schnüffeln erlauben möchten, weil dieses so erworbene Wissen zur Vorbeugung und Abwehr terroristischer Angriffe nützlich sein kann. Ist diesen Zeitgenossen eigentlich klar, dass es durchaus auch kriminelle Elemente gibt, die solche Hintertüren öffnen können, um verbrecherische Aktivitäten durchzuführen?

Ist es nicht beschämend für die gesamte deutsche Politik, wenn bei einem solchen Web-Tsunami sich der Präsident unseres Landes mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten treffen muss, weil Regierung und Opposition überfordert sind, die Bürger umfassend aufzuklären – über die wahren Ausmaße des entstandenen Schadens und über Wege, die jetzt eingeschlagen werden müssten, um den Schaden zu begrenzen.

Joachim Gauck war Schirmherr des DIVSI, bevor er zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Er hat in mehreren Interviews geäußert, dass ihn die NSA-Affäre beunruhige. Es unterstreicht sein tiefes, geradliniges  Streben nach Bewahrung und Ausbau der Freiheit und unser aller Freiheitsrechte, wenn er im Interesse seiner eigenen Information den eher ungewöhnlichen Weg über den Datenschutzbeauftragten wählt. Womöglich hat er sich von dem umfassendere sachlich-neutrale Aufklärung versprochen, als von offizieller Politikseite. Denn Peter Schaar, immerhin mit der Erfahrung von gut zehn Jahren auf der Position des obersten Datenschützers, hat mehrfach Kritik am Verhalten der politisch Verantwortlichen geäußert und ihnen Verschleierung vorgeworfen.

Beide sprechen mir mehr aus dem Herzen als die Phalanx der Regierungsvertreter, für die alle Vorwürfe in diesem einmaligen Skandal ausgeräumt sind. Unabhängig davon, welche Mehrheits- und Machtverhältnisse die anstehende Bundestagswahl mit sich bringt – der Skandal um NSA und den britischen GCHQ-Dienst muss als unerledigte Arbeit übernommen werden. Denn ausgeräumt ist gar nichts.

Die Internet-Nutzer haben ein Recht auf Aufklärung, welche Verschlüsselungstechniken sie überhaupt noch sinnvoll nutzen können. Wenn die Politik keine vor Ausspähung sichere Software empfehlen kann, wächst die Gefahr einer tiefgreifenden Vertrauenskrise bei der Nutzung des Internets.

Anzeichen hierfür hat eine repräsentative DIVSI-Umfrage, realisiert durch das renommierte SINUS-Institut, bereits ergeben. Denn das Sicherheitsgefühl der Deutschen im Internet hat sich durch den Abhörskandal verschlechtert. 39 % der Befragten fühlen sich demnach bei ihren Aktivitäten unsicherer als zuvor.

Auch die Wirtschaft müsste daran interessiert sein, dass alle Fakten lückenlos auf den Tisch kommen. Denn eine Vertrauenskrise würde besonders jene Unternehmen empfindlich treffen, deren Geschäftsprozesse maßgeblich auf dem Internet basieren. Es ist für mich höchst verwunderlich, dass die Wirtschaft angesichts nicht auszuschließender Industriespionage sich derart ruhig verhält.

Dabei sollten in den Chefetagen die Alarmglocken schrillen. Zum Zeitpunkt unserer Befragung im Juni hatte bereits fast jeder Fünfte (18 Prozent) sein Verhalten bei der Nutzung des Internets geändert. Vor allem im Umgang mit Online-Diensten wollte man sich künftig vorsichtiger verhalten. Diese Werte liegen heute mit Sicherheit bei weitem höher. Es ist an der Zeit, dass die staatlichen Institutionen diese Sorgen der Bürger endlich ernst nehmen und reagieren.

Oder ist der Staat hier mittlerweile schlicht überfordert? Hat er vielleicht die falsche Arbeitsgrundlage? Anders gefragt: Taugt unser Grundgesetz überhaupt noch für das digitale Zeitalter? Das Lorenz-vom-Stein-Institut überprüft im DIVSI-Auftrag gerade das Fundament unserer Demokratie unter diesem Gesichtspunkt.

Und was kann der einzelne Internet-Nutzer machen? Wir Mitspieler des digitalen Zeitalters sollten trotz des weiter schwelenden Skandals das Lamentieren beenden und nach vorn blicken: Wie lassen sich bessere Schutzwälle errichten?

Ein erster Schritt wäre für mich, in diesem Zusammenhang nicht ausschließlich den überstrapazierten Begriff „Datenschutz“ zu bemühen. Das Ziel muss höher gesteckt werden: Wir brauchen eine Stärkung unserer Freiheitsrechte.

Und ich hoffe darauf,  dass irgendwann alle – staatliche Institutionen, die Wirtschaft, der private Nutzer – sich Leitplanken geben, innerhalb derer man sich im Internet bewegt. Alt-Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog, seit knapp einem Jahr Schirmherr des DIVSI, hat diesen Gedanken bereits bei seiner Amtsübernahme geäußert. Er sprach von einem Digitalen Kodex.

Unser Institut ist jetzt dabei, diese Idee zu konkretisieren. Dabei sollen eine Reihe grundsätzlicher Gedanken beantwortet werden: Brauchen wir neue soziale Regeln, die untereinander gelten sollen?  Lässt sich verbindlich festlegen, wie man künftig miteinander umgeht, um Internet-Missbrauch auszuschließen? Welche Verantwortung sollen Nutzer, Unternehmen und der Staat in der digitalen Welt künftig übernehmen? Sind neue soziale Spielregeln fern von rechtlicher Regulierung in der Gesellschaft erforderlich?

Ich erwarte von den politisch Verantwortlichen der nächsten Jahre, dass auch sie sich endlich seriös diesem gigantischen Fragenberg zumindest nähern. Und ich bin froh, dass wir einen Bundespräsidenten haben, der hier deutliche Zeichen setzt und sich nicht mit lapidaren Antworten abspeisen lässt.

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PRISM und die Folgen: Sicherheitsgefühl im Internet verschlechtert https://www.divsi.de/prism-und-die-folgen-sicherheitsgefuehl-im-internet-verschlechtert/ https://www.divsi.de/prism-und-die-folgen-sicherheitsgefuehl-im-internet-verschlechtert/#comments Wed, 03 Jul 2013 14:48:17 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1457 Hamburg – Das Sicherheitsgefühl der Deutschen im Internet hat sich durch den Abhörskandal amerikanischer und britischer Sicherheitsbehörden grundsätzlich verschlechtert. Das belegt eine repräsentative Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), die jetzt in Hamburg vorgestellt wurde. Danach gaben 39 % der Befragten an, sie fühlten sich bei ihren Aktivitäten unsicherer als […]

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Bild: Bruce Rolff – Shutterstock

Hamburg – Das Sicherheitsgefühl der Deutschen im Internet hat sich durch den Abhörskandal amerikanischer und britischer Sicherheitsbehörden grundsätzlich verschlechtert. Das belegt eine repräsentative Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), die jetzt in Hamburg vorgestellt wurde. Danach gaben 39 % der Befragten an, sie fühlten sich bei ihren Aktivitäten unsicherer als zuvor.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Diese signifikante Verschlechterung dürfen wir nicht ignorieren. Es könnte eine allgemeine Vertrauenskrise im Umgang mit dem Internet drohen. Und eine solche Krise dürfte auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Konjunktur haben.“

Seit Wochen erschüttern PRISM und seine Folgen die Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund hatte DIVSI das SINUS-Institut mit einer Blitzumfrage beauftragt: Wie wirken sich Überwachungsmaßnahmen von elektronischen Daten auf die Nutzung von Onlineangeboten aus?

Hierzu wurden bundesweit 2.016 Menschen in einer repräsentativen Onlineerhebung interviewt. Immerhin 68 Prozent der Befragten ist das PRISM-Programm des US-Geheimdienstes bekannt. Nur 32 Prozent gaben an, davon noch nichts gehört zu haben.

Im Hinblick auf das grundsätzlich verschlechterte Sicherheitsgefühl gilt auch, dass die Menschen sich umso stärker verunsichert fühlen, je mehr Details sie über die Affäre kennen.

Bereits jetzt schon hat fast jeder Fünfte (18 %) sein Verhalten bei der Nutzung des Internets geändert. Vor allem im Umgang mit Online-Diensten wollen diese User sich vorsichtiger verhalten. Vier von zehn schränken sogar bereits ihren Umgang mit sozialen Netzwerken ein. Und sie wollen künftig versuchen, lieber auf deutsche bzw. europäische Internet-Plattformen zuzugreifen. Die Entwicklung geht zu Lasten von Plattformen, die in den USA zuhause sind. 38 % der genannten Gruppe wollen diese künftig weniger besuchen.

Verändertes Nutzungsverhalten
Dr. Silke Borgstedt, Direktorin Sozialforschung beim SINUS-Institut: „Die deutsche Bevölkerung gilt im internationalen Vergleich als besonders sensibel, wenn es um ihre persönlichen Daten geht. Die Ergebnisse unserer Befragung bestätigen dies nicht nur, sondern zeigen, dass die aktuellen Abhörskandale die Sensibilität sogar noch verstärken und mittelfristig Verhaltensänderungen in der Internetnutzung erwarten lassen.“

83 % der Deutschen wollen staatlichen Sicherheitsorganen nur dann Maßnahmen zur Internet-Überwachung erlauben, wenn diese einer richterlichen Kontrolle unterliegen.

Jeder zweite meint dabei, dass deutsche Sicherheitsorgane grundsätzlich durchaus Zugriff auf private Daten haben dürfen. Ein klares Nein zeigt sich dagegen zum Datenzugriff aus dem Ausland. 84 Prozent der Befragten sind strikt dagegen, dies fremden Sicherheitsbehörden zu gestatten.

Die größte Kompetenz, sich vor Überwachungsangriffen zu schützen, sehen die Internetnutzer bei sich selbst. 41 % sind überzeugt, dass es für sie am besten ist, entsprechende Maßnahmen persönlich vorzunehmen. Auch Sicherheitsbehörden (38 %) sowie staatliche Datenschutzbeauftragte (36 %) werden ebenfalls als kompetent erachtet.

Randergebnisse der DIVSI PRISM-Blitzumfrage: Nur jeder Dritte (31 %) würde eigenen Familienangehörigen den Zugriff auf seine privaten Daten gestatten. Damit rangieren sie in der Einschätzung deutlich hinter den Sicherheitsorganen.

Krankenkassen und Finanzämter stehen in der öffentlichen Einstufung besonders schlecht da. Nur 8 bzw. 10 % der Befragten würden Vertretern dieser Institutionen gestatten, auf private Daten zuzugreifen. Noch kritischer auf der Negativliste werden Arbeitgeber beurteilt. Lediglich drei Prozent der Befragten würden ihnen einen Datenzugriff erlauben

→ Pressemitteilung

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