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Thomas Götzfried

Thomas Götzfried

Unverzichtbarer Bestandteil

Als Diplom-Informatiker des Abschlussjahrgangs 1984 spielte das Internet in den ersten 10 Jahren meines Berufslebens keine Rolle, weil es noch nicht außerhalb der Wissenschaftswelt existierte. Zurückblickend komme ich aus der Steinzeit der ITK und bin mitten in den Strudel einer Zeitmaschine geraten – in unvorstellbar kurzer Zeit hat das Web zunächst meine Fachwelt und dann auch sämtliche privaten Bereiche erobert und mein Leben in vielfältiger Weise beeinflusst und verändert. Für meine Kinder dagegen war das Internet schon immer da, als ein nicht wegzudenkendes Instrument des täglichen Gebrauchs.

Unabhängig davon, ob hineingewachsen oder hineingeboren – das Internet ist für uns alle unverzichtbarer Bestandteil des Lebens geworden – im privaten Alltag, wie im Betrieb meines mittelständischen Unternehmens.

Funktioniert unsere Gesellschaft überhaupt noch Offline? Kann oder sollte man sich dem Internet entziehen? Meine Antworten auf diese Fragen sind „Nein“. Umso mehr erstaunt war ich, aus der DIVSI Studie zu erfahren, dass 27 Millionen Menschen in unserem Land, die Möglichkeiten des Internets nicht nutzen und somit ein großer Graben unsere Gesellschaft spaltet. Das von der Deutsche Post ins Leben gerufene DIVSI Institut, als Forum für den interdisziplinären Dialog, übernimmt in diesem Kontext eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe.

Die Ansätze des DIVSI sind vielfältig, aber klar im Grundsatz: Vertrauen und Sicherheit sind von wesentlicher Bedeutung, damit alle Menschen Mitglieder der digitalen Gesellschaft werden und von den Vorteilen des Internets profitieren. Vertrauen und Sicherheit sind unmittelbar mit Freiheit verbunden. So stellt sich das DIVSI auch der Frage, wo die Grenzen der Freiheit im Internet sind und wie das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit gewährleistet werden kann. Dabei gilt es ferner, die unterschiedlichen Welten der Digital Outsiders und die der Digital Immigrants und Digital Natives einander anzunähern.

Die gestellten Herausforderungen sind dabei weniger technischer Art. Zu lösen sind politische, soziale, wirtschaftliche oder psychologische Aufgaben.

Ich wünsche mir, dass alle Bürger die Chancen des Internet für ihr Leben ohne Angst nutzen. Sie sollten die Risiken beherrschen, wo diese beherrschbar sind und geschützt werden, wo dies nicht der Fall ist.

Dafür leiste ich als Beiratsmitglied sehr gern meinen Beitrag.

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