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Mehrheit der Bürger findet es schlecht, wenn Unternehmen und Behörden Informationen per Mail oder im Online-Postfach zustellen

8. März 2017

Fast zwei Drittel sorgen sich bei elektronischer Übermittlung um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten

Da läuft etwas schief: Die Mehrheit der Bevölkerung sieht die Tendenz, dass Unternehmen und Behörden ihren Kunden und Bürgern wichtige Dokumente und Informationen per Mail zuschicken oder in Online-Postfächern hinterlegen, deutlich negativ. Bei einer vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit (DIVSI) beauftragten und vom Institut dimap durchgeführten repräsentativen Umfrage beurteilen 55 Prozent der Befragten diesen Trend als eher schlecht oder gar sehr schlecht. Im Einzelnen schätzen 20 Prozent der Befragten diese Entwicklung als sehr schlecht ein, 35 Prozent als eher schlecht, 29 Prozent beurteilen sie als eher gut und nur 10 Prozent als sehr gut.

DIVSI-Umfrage: Elektronische Dokumentenzustellung

Die Antworten fallen je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich aus: Während 58 Prozent der 18- bis 34-jährigen die elektronische Zustellung von Dokumenten gut finden, bewerten alle anderen Altersgruppen dies mehrheitlich als schlecht. Die stärkste Ablehnung zeigt sich bei den über 65-Jährigen: Zwei Drittel sprechen sich gegen den Trend aus, dass Unternehmen und Behörden Dokumente und Informationen per Mail oder Online-Postfach zustellen. Auch bei den Frauen finden rund 60 Prozent diese Art der elektronischen Übermittlung sehr schlecht oder eher schlecht, bei den Männern halten sich Pro und Contra die Waage.

Die Umfrage zeigt weiterhin: Eine deutliche Mehrheit der Bürger sorgt sich um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten, wenn ihnen Unternehmen und Behörden wichtige Inhalte per E-Mail zusenden oder in einem Online-Postfach zur Verfügung stellen. 64 Prozent äußern Sicherheitsbedenken. Dabei geben im Einzelnen 26 Prozent der Befragten an, sehr besorgt zu sein, 38 Prozent zeigen sich eher besorgt, 24 Prozent eher nicht besorgt und 8 Prozent gar nicht besorgt. In allen Altersgruppen überwiegt die Zahl der Besorgten.

Ob zwischen der Sorge um Datenschutzaspekte und der Ablehnung der Online-Zustellung von Dokumenten und Informationen ein direkter Zusammenhang besteht, kann aus der Umfrage heraus nicht abschließend beantwortet werden. Auch wenn Banken, Versicherungen, Kommunikationsdienstleister, Ver- und Entsorger sowie Behörden über die schleppende Digitalisierung ihrer Kommunikation zum Kunden klagen, mahnt Matthias Kammer, Direktor des DIVSI, mit Blick auf die Ergebnisse der Umfrage:

„Weite Teile der Bevölkerung begegnen der Tendenz von Unternehmen und Behörden, wichtige Dokumente und Informationen den Kunden und Bürgern per E-Mail zu übermitteln oder in Online-Postfächern zu hinterlegen, ausgesprochen skeptisch. Bei allen Digitalisierungsbestrebungen gilt es, die Interessen der Kunden und Bürger nicht aus den Augen zu verlieren und ihre Besorgnisse ernst zu nehmen.“ 

Wichtige Fakten und Zahlen zur Umfrage
Grundgesamtheit Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Erhebungsverfahren Telefoninterviews, 975 Befragte
Erhebungszeitraum 1. bis 2. März 2017
Wortlaut Frage 1 Eine Frage zur Zustellung von Dokumenten und Informationen:
Viele Unternehmen und Behörden stellen wichtige Dokumente und
Informationen den Kunden und Bürgern per E-Mail zu oder
hinterlegen sie in einem eigenen Online-Postfach, in dem man sie
dann abrufen kann.
Halten Sie diese Art der Zustellung von Dokumenten und Informationen
für sehr gut, eher gut, eher schlecht oder sehr schlecht?
Wortlaut Frage 2 Wenn Ihnen Unternehmen und Behörden wichtige Dokumente und
Informationen elektronisch zustellen, sind Sie dann um die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten gar nicht besorgt, eher nicht besorgt, eher besorgt oder sehr besorgt?
PM: Elektronische Dokumentenzustellung (275 kB) Charts: Elektronische Dokumentenzustellung (347 kB)

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