Diskussionsbeiträge – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Vertrauen in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/vertrauen-der-wirtschaftswissenschaftlichen-forschung/ Fri, 09 Sep 2016 11:54:20 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=15225 Überall da, wo sich Menschen begegnen, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Das gilt zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, unter Nachbarn und Kollegen, aber natürlich auch gegenüber Firmen, im Handel und in der Wirtschaft. Wenn wir immer damit rechnen müssten, dass Produkte nichts taugen, Verträge nicht eingehalten werden und Lieferungen nicht kommen, wäre vieles in unserem Alltag schwerer, umständlicher und aufwendiger.

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Geleitwort

Überall da, wo sich Menschen begegnen, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Das gilt zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, unter Nachbarn und Kollegen, aber natürlich auch gegenüber Firmen, im Handel und in der Wirtschaft. Wenn wir immer damit rechnen müssten, dass Produkte nichts taugen, Verträge nicht eingehalten werden und Lieferungen nicht kommen, wäre vieles in unserem Alltag schwerer, umständlicher und aufwendiger. Länder, in denen die Menschen einander in der Regel vertrauen können, sind ökonomisch erfolgreicher als Länder, in denen ein hohes Maß an Misstrauen untereinander herrscht und man immer mit dem Schlimmsten rechnen muss. Vertrauen verringert Transaktions- und Kontrollkosten, fördert Handel und Wandel, die Entwicklung der Finanzmärkte und das Wachstum der Wirtschaft.

Da Vertrauen in der Wirtschaft eine mindestens genauso große Rolle spielt wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen, ist es kein Wunder, dass sich auch die Wirtschaftswissenschaft und die Managementliteratur immer wieder mit dem Thema beschäftigt haben. In dem Überblick, der hier vorgestellt wird, nähern sich Anja Ullrich und Manuel Schubert ihm aus einem ganz spezifischen Blickwinkel, nämlich aus der Perspektive der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung: Was begünstigt die individuelle Entscheidung, einer anderen Person, einer Organisation oder einem Unternehmen zu vertrauen? Um diese Frage zu beantworten, haben die beiden eine Vielzahl von Studien aus der Verhaltensökonomie und aus der Organisationsforschung ausgewertet. Schon das ist ausgesprochen hilfreich. Um die Anreize und Risiken, die jeweils in den Befunden genannt werden, besser einordnen zu können, nutzen sie ein spieltheoretisches Modellgerüst, das zusätzliche Einsichten in das Zusammenspiel von Vertrauen und Risikokalkül ermöglicht.

Vertrauen, sagt die Forschung, basiert auf Wissen, das es erlaubt, das Verhalten des anderen besser einzuschätzen und Risiken realistisch zu kalkulieren, auf Kompetenz, also auf der Fähigkeit des Gegenübers, tatsächlich vertrauenswürdig zu handeln, und auf einer Umgebung, die vertrauensvolle Beziehungen ermöglicht. Für das digitale Zeitalter lässt sich daraus ableiten, dass die Akzeptanz neuer Technologien, Produkte und Dienstleistungen in einem hohen Maße dadurch bestimmt wird, wie sich die Anbieter in der Vergangenheit verhalten haben. Während bekannte Namen hier Vorteile genießen, weil niemand annimmt, dass sie ihr positives Image leichtfertig aufs Spiel setzen wollen, müssen sich neue Anbieter einen guten Ruf und damit Vertrauen erst erarbeiten. Sie haben es also grundsätzlich schwerer, auch wenn der steile Aufstieg von Facebook, WhatsApp oder Snapchat das kaum glauben lässt. Hebelt die Strategie, Dienste – jedenfalls vordergründig – unentgeltlich anzubieten, all das aus, was wir aus der Forschung wissen, weil das Risiko, Geld zu verlieren, dann für die Nutzer nicht gegeben ist? Auch Portale, auf denen sich Anbieter und Nachfrager gegenseitig bewerten und die Transaktionen zwischen Menschen abwickeln, die sich nicht persönlich kennen, sollen das Risiko mindern, an den Falschen zu geraten und womöglich Geld zu verlieren. Wo konkrete Erfahrungen fehlen, um Risiken einigermaßen einschätzen zu können, braucht es offenbar alternative Instrumente, damit Transaktionen massenhaft zustande kommen. Der Forschung, deren aktueller Stand in diesem Heft bilanziert wird, geht also die Arbeit nicht aus.

Anja Ullrich, die vor einigen Jahren über „Vertrauen und Krise“ promoviert hat, ist heute als Leiterin der Verwaltung bei einem innovativen Unternehmen in der Lasertechnikbranche tätig; Manuel Schubert, der unter anderem an der Konstruktion eines Vertrauensindex mitarbeitet (wie schon sein Beitrag über „Vertrauensmessung in der digitalen Welt“ in der DIVSI-Schriftenreihe erkennen ließ), arbeitet als Verhandlungsberater bei TWS Partners und ist externer Post-Doc und Lehrbeauftragter an der Universität Passau. Beiden ist für die sorgfältige Auswertung der einschlägigen Forschungen sehr zu danken, und ihrem instruktiven Überblick sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen.

Dr. Göttrik WewerGöttrik Wewer
Hamburg, im August 2016

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Privatsphäre als neues digitales Menschenrecht? Ethische Prinzipien und aktuelle Diskussionen https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/privatsphaere-als-neues-digitales-menschenrecht-ethische-prinzipien-und-aktuelle-diskussionen/ Tue, 21 Jul 2015 08:34:44 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=12938 Geleitwort Privatsphäre ist ein Menschenrecht. Artikel 17 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte aus dem Jahre 1966, dem die meisten Staaten beigetreten sind, besagt, dass niemand willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre oder seines Rufes ausgesetzt werden darf. Menschenrechte sind […]

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Geleitwort

Privatsphäre ist ein Menschenrecht. Artikel 17 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte aus dem Jahre 1966, dem die meisten Staaten beigetreten sind, besagt, dass niemand willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre oder seines Rufes ausgesetzt werden darf.

Menschenrechte sind unveräußerlich: Niemand darf darauf verzichten, auch nicht freiwillig, weil er sonst kein Mensch mehr sein könnte. Würde, Freiheit und Gleichheit sind ethische Prinzipien, die für alle Menschen gleichermaßen gelten.

Dennoch behaupten einige, im digitalen Zeitalter gäbe es keine Privatsphäre mehr. Das Zeitalter der Privatsphäre sei vorbei, sagt zum Beispiel Mark Zuckerberg. Das Berliner „Collaboratory Internet & Gesellschaft“ behauptet, das Konzept der Privatsphäre sei wissenschaftlich überholt und technisch nicht mehr darstellbar. Eric Schmidt sagt voraus, immer mehr Menschen würden in Zukunft freiwillig auf ihre Privatsphäre verzichten. Tim Cook hingegen hat kürzlich erklärt, er fühle sich den Deutschen sehr nah, weil wir seine Ansichten zum Schutz der Privatsphäre teilen würden.

„Wir lesen Ihre E-Mails nicht, wir lesen Ihre Textnachrichten nicht – und wir finden es inakzeptabel, wenn jemand das tut. Ich will auch nicht, dass jemand bei mir mitliest“ (Interview mit „Bild am Sonntag“ vom 1. März 2015, S. 15).

Andere sehen die Privatsphäre nicht nur durch kommerzielle Datensammler bedroht, sondern auch durch den Staat, durch die Geheimdienste. In vielen Ländern dieser Erde fordern Aktivisten gerade nicht die Aufgabe der Privatsphäre, wie das die „Post-Privacy-Spackeria“ propagiert, sondern ein neues digitales Menschenrecht auf Privatsphäre, das das alte aktualisiert. Die einen setzen dabei auf eine Fortentwicklung des Völkerrechts, womöglich unter Moderation der Vereinten Nationen, die anderen eher darauf, „informationelle Selbstbestimmung“ auch in einer Welt durchzusetzen, in der man praktisch nicht mehr leben kann, ohne Datenspuren zu hinterlassen. Während die einen den Nutzer ertüchtigen wollen, sich klug im Netz zu bewegen (Stichwort Medienkompetenz), glauben andere, dass das allein nicht genügt, sondern es für die Verarbeitung von Daten verbindliche Regeln geben muss, die alle einzuhalten haben.

Max-Otto Baumann, bis Anfang 2015 Mitarbeiter am John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung in Heidelberg, führt ein in diese Debatte um ein Menschenrecht auf Privatsphäre, das dem digitalen Zeitalter gerecht wird, und zeigt auf, wer sich an dieser Debatte beteiligt, die derzeit heftig tobt, und welche Argumente dabei vorgetragen werden. Er unterzieht diese Argumente einer kritischen Prüfung, inwieweit sie für eine ethische Begründung dieses „neuen“ Menschenrechts taugen. Es handelt sich mithin nicht um eine juristische oder politische, sondern um eine philosophische Analyse.

Ein vergleichbarer Überblick über die aktuelle Diskussion über das neue, alte Menschenrecht der Privatsphäre ist mir nicht bekannt. Ihm sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen, weil die Frage, wie wir Privatsphäre im digitalen Zeitalter definieren und durchsetzen wollen, eine Frage ist, die uns alle angeht. Bis Antworten auf diese Frage gefunden sind, dürfte noch eine Weile vergehen. Aber die Zeit drängt.

Göttrik Wewer Hamburg, im Juni 2015

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Vertrauensmessung in der digitalen Welt: Übersicht und Ausblick https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/vertrauensmessung-in-der-digitalen-welt-uebersicht-und-ausblick/ Thu, 02 Oct 2014 10:00:02 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=9751 Vertrauen ist der Schlüssel für die digitale Wirtschaft. Da sind sich alle einig. Wenn die Menschen sich online nicht sicher fühlen und kein Vertrauen haben in das, was ihnen über das Internet angeboten wird, dann werden sie es nicht nutzen, bzw. dann werden die Potenziale des Digitalen nicht annähernd ausgeschöpft. Das gilt für E-Commerce genauso […]

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Vertrauen ist der Schlüssel für die digitale Wirtschaft. Da sind sich alle einig. Wenn die Menschen sich online nicht sicher fühlen und kein Vertrauen haben in das, was ihnen über das Internet angeboten wird, dann werden sie es nicht nutzen, bzw. dann werden die Potenziale des Digitalen nicht annähernd ausgeschöpft. Das gilt für E-Commerce genauso wie für E-Government. Nicht die Technik entscheidet darüber, ob die Menschen bestimmte Angebote nutzen, sondern von ihrem Vertrauen in die Anbieter hängt es ab, ob sie sich darauf einlassen.

Menschen sind widersprüchlich. Viele vertrauen Facebook, Google & Co. nicht und nutzen die sogenannten Sozialen Medien trotzdem. Offenbar kann man sich dem Druck, dort präsent zu sein, kaum entziehen und möchte sich auch gern dort zeigen. Das Angebot zu nutzen, ist vordergründig kostenlos, ziemlich einfach, was die Bedienung angeht, und macht auch noch Spaß. Die Risiken scheinen demgegenüber abstrakt und nicht wirklich bedrohlich. Gezielte Werbung mag nerven, kann aber auch nützlich sein. Materiell geschädigt wurden bisher nur wenige, und ernsthafte Nachteile durch das, was sie ins Netz gestellt haben, haben bisher auch nicht viele erfahren. Was soll also passieren? Wenn das Vertrauen nachhaltig erschüttert wird, dürften allerdings auch die Sozialen Medien auf Grenzen des Wachstums stoßen.

Vertrauen ist wichtig, aber schwer zu erfassen. Das ist schon in der realen Welt nicht ganz einfach, aber in der virtuellen Welt – wo man seinem Gegenüber nicht in die Augen sehen und ihn anfassen kann, wo man nicht sicher sein kann, dass er wirklich der ist, für den er sich ausgibt – noch weitaus schwerer. Ganz schwierig wird es, wenn man Indikatoren und Kennzahlen zu einer Art Index verdichten will, an dem man schnell ablesen kann, wo ein bestimmtes Land im Vergleich mit anderen steht oder wie die Menschen bestimmte Dienste bzw. bestimmte Anbieter einschätzen. Hier sind, wenn das Barometer belastbar sein und Vertrauen „richtig“ messen soll, anspruchsvolle theoretische und methodische Probleme zu lösen. Dass Transparency International seinen Corruption Index später in Corruption Perception Index umbenannte, hatte mit genau dieser Frage, nämlich was damit eigentlich gemessen wird, zu tun. Andere Indices versuchen, die Wertschätzung von Freiheit in Deutschland oder die Qualität von Demokratien weltweit zu erfassen. Das alles ist keineswegs trivial.

Manuel Schubert vom Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Passau gibt in dieser Broschüre einen Überblick über Versuche, Vertrauen in der digitalen Welt zu messen. Sieben verschiedene Indizes und Studien analysiert er hinsichtlich ihrer Methodik, ihrer Konstruktion von „Vertrauen“ und ihrer Relevanz, also ihrer Wahrnehmung in Öffentlichkeit oder Wissenschaft. Angesichts der großen Bedeutung, die dem Vertrauen in der digitalen Wirtschaft allgemein zugesprochen wird, muss die überschaubare Resonanz dieser Messungen überraschen.

Alle Instrumente, Vertrauen in der digitalen Welt zu erfassen, haben ihre Stärken und Schwächen; keines ist perfekt. Das haben Instrumente so an sich. Instrumente, die alles können, gibt es nicht. Aber Manuel Schubert gibt Hinweise, worauf es ankommt, wenn man Vertrauen in der digitalen Welt künftig noch besser erfassen will. Er zeigt aber auch alternative Erhebungsmethoden auf, auf die man zurückgreifen könnte, wenn sich eine regelmäßige Erfassung („im besten Fall in Echtzeit“) nicht realisieren lassen sollte.

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) betrachtet den Überblick von Manuel Schubert als Beitrag zu der Diskussion, wie man Vertrauen in der digitalen Welt besser erfassen und womöglich stärken kann. Wenn Vertrauen für das Ausschöpfen der Potenziale, die das Netz für E-Commerce wie für E-Government bietet, wirklich so wichtig ist, wie alle sagen, dann lohnt es sich, diese Diskussion zu intensivieren. Mit seiner Analyse gibt Manuel Schubert dazu einige Anstöße.

Dr. Göttrik Wewer

Dr. Göttrik Wewer

Wir danken ihm für die Arbeit, die er sich gemacht hat, und wünschen seiner Analyse möglichst viele Leserinnen und Leser und vor allem die entsprechende Resonanz. Es wäre schön, wenn sie dazu anregen würde, konkret darüber nachzudenken, wie Vertrauen in der digitalen Welt besser erfasst werden kann. Denn wenn das gelingt, müsste irgendwann auch der Schlüssel für die digitale Wirtschaft besser passen, weil er entsprechend zugeschnitten ist.

Hamburg, im September 2014 Göttrik Wewer

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Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex? https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/braucht-deutschland-einen-digitalen-kodex/ Mon, 30 Jun 2014 10:06:37 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=7860 Das Geschehen im Netz wird zunehmend komplexer und hat damit gleichzeitig für ein Phänomen gesorgt: Immer mehr Menschen nutzen immer öfter das wachsende Internet-Angebot, doch kaum einer hinterfragt, worauf er sich dabei einlässt. Dieses stillschweigende Akzeptieren kann zum Tsunami für die Integrität der eigenen Daten werden. Die Bedrohungen sind nicht immer offensichtlich – Gefahren drohen […]

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Das Geschehen im Netz wird zunehmend komplexer und hat damit gleichzeitig für ein Phänomen gesorgt: Immer mehr Menschen nutzen immer öfter das wachsende Internet-Angebot, doch kaum einer hinterfragt, worauf er sich dabei einlässt.

Dieses stillschweigende Akzeptieren kann zum Tsunami für die Integrität der eigenen Daten werden. Die Bedrohungen sind nicht immer offensichtlich – Gefahren drohen nicht nur durch Passwort- und Identitäts-Diebstahl oder andere Formen digitaler Wirtschaftskriminalität, sondern z.B. auch durch das legale, aber für die Nutzer oft intransparente Sammeln von Nutzerdaten und Erstellen von Profilen durch Internet-Serviceanbieter.

Es ist deshalb an der Zeit für allgemein gültige und anerkannte Antworten auf vor allem zwei Fragen: Welche Regeln gelten überhaupt im Internet? Und wer übernimmt die Verantwortung dafür, dass das Internet ein Raum wird, in dem jeder vertraulich und sicher kommunizieren kann?

Digitale Kommunikation hält sich nicht an geografische Grenzen, die bislang unsere rechtlichen Räume überschaubar machten und begrenzten. Sicherlich existieren bereits rechtliche Rahmenbedingungen. Doch weltweit agierende Internet-Unternehmen wissen, wo Schlupflöcher sind, und erschweren es, geltendes Recht überhaupt durchzusetzen. Auch deshalb ist eine neue, andere Form des Miteinanders im Internet erforderlich. Menschliches und institutionelles Handeln ist hier nach nach neuen Maßstäben zu messen, denn die Kommunikation im virtuellen Raum stellt andere Anforderungen.

Mit dem Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ lotet DIVSI aus, ob ein Digitaler Kodex ein geeignetes Mittel ist, verbindliche Regeln im Internet auszuhandeln und durchzusetzen. Der Projektbericht steuert nicht nur zu diesem Gedanken Anregungen bei. Er bietet darüber hinaus generelle Anstöße, über die nachzudenken sicherlich lohnt.

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Netzpolitik in Deutschland: Wahlprogramme, Koalitionsvereinbarung, Regierungserklärung https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/netzpolitik-deutschland/ Wed, 11 Jun 2014 13:37:46 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=7457 Die Koalitionsvereinbarung und das Arbeitsprogramm der Bundesregierung sind die Leitlinien der Großen Koalition für die nächsten vier Jahre. Zur nächsten Bundestagswahl will Deutschland demnach nicht nur die „digitale Nummer Eins“ in Europa sein, sondern alle sollen auch über Zugang zu schnellem Breitband verfügen. In vier Jahren werden die Wähler bewerten können, was die Koalition von […]

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Netzpolitik in Deutschland

Bild: 360b – Shutterstock

Die Koalitionsvereinbarung und das Arbeitsprogramm der Bundesregierung sind die Leitlinien der Großen Koalition für die nächsten vier Jahre. Zur nächsten Bundestagswahl will Deutschland demnach nicht nur die „digitale Nummer Eins“ in Europa sein, sondern alle sollen auch über Zugang zu schnellem Breitband verfügen. In vier Jahren werden die Wähler bewerten können, was die Koalition von dem, was sie sich vorgenommen hat, auch tatsächlich realisieren konnte. Bis dahin sind noch einige Diskussionen zu erwarten, ob es nicht bloß ein Zwischenschritt sein kann, Erster in Europa werden zu wollen, und wir uns eher an den Besten in der Welt orientieren müssen, wenn wir auf Dauer unseren Wohlstand nicht verlieren wollen. Dazu gehört auch die Frage, ob es im digitalen Zeitalter noch genügt, auf sich selbst zu schauen, oder ob nicht Europa insgesamt stärker und besser im Wettbewerb werden muss.

Bis zum Sommer diesen Jahres will die Bundesregierung eine „Digitale Agenda“ aufstellen, die dann Punkt für Punkt abgearbeitet werden soll. Schon das lässt erkennen, dass Wahlprogramme, Koalitionsvereinbarung und Regierungserklärung zwar die wichtigsten Punkte ansprechen, aber vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind und selbst zusammen noch kein stimmiges, „rundes“ Konzept darstellen. In eine strategische Positionierung gehört nicht nur der Blick auf den globalen Wettbewerb, sondern in eine Strategie gehören auch Antworten auf die Frage, wie Deutschland und Europa ihre digitale Souveränität wiedererlangen wollen, oder ob sie diese an große Konzerne, andere Staaten und deren Geheimdienste verloren haben. Wer die Daten seiner Bürger, seiner Regierung und seiner Unternehmen nicht schützen kann, ist im digitalen Zeitalter nicht wirklich souverän.

Netzpolitik ist in Parlament und Regierung endgültig angekommen. Das ist eine der Botschaften, die man der folgenden Analyse von Timm Christian Janda und Dominic Völz vom Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entnehmen kann. Die Analyse ist in ihrem Ansatz bislang einzigartig. Sie zeigt akribisch auf, wie die Umwandlung netzpolitischer Themen aus den Wahlprogrammen über die Koalitionsverhandlungen bis hinein in die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin erfolgt ist. Sie zeigt auch, dass manchmal Themen von den Koalitionären aufgegriffen wurden, die in keinem Wahlprogramm gestanden haben. Und sie zeigt, welche Themen zwar beraten, aber dann verworfen wurden.

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Der Diskurs zur Netzneutralität https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/der-diskurs-zur-netzneutralitaet/ Tue, 26 Nov 2013 13:40:13 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=5207 Netzneutralität gehört zu den heftig umstrittenen Stichworten in der aktuellen Debatte um die Zukunft des Internets. Keineswegs kreist die Diskussion nur um die offensichtliche Parole „Freie Fahrt für freie Daten!“ – ein genauer Blick auf die verschiedenen technischen, ökonomischen, sozialen und politischen Komponenten offenbart eine vielfach verschränkte Komplexität, die nationale Grenzen und Wirtschaftsräume überschreitet. Miriam […]

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Der Diskurs zur Netzneutralität

Bild: Ensuper – Shutterstock

Netzneutralität gehört zu den heftig umstrittenen Stichworten in der aktuellen Debatte um die Zukunft des Internets. Keineswegs kreist die Diskussion nur um die offensichtliche Parole „Freie Fahrt für freie Daten!“ – ein genauer Blick auf die verschiedenen technischen, ökonomischen, sozialen und politischen Komponenten offenbart eine vielfach verschränkte Komplexität, die nationale Grenzen und Wirtschaftsräume überschreitet.

Miriam Meckel, Christian Fieseler und Jan Gerlach vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen arbeiten die Gesichtspunkte heraus, die in den USA und in Europa in dieser Debatte angeführt werden, und stellen sie einander gegenüber. Deutschland, Frankreich und die Niederlande nehmen hierbei einen besonderen Fokus ein. Die Autoren werfen auch Seitenblicke auf die Debatten in Großbritannien, Norwegen und Slowenien und sogar nach Japan und Chile.

Dabei kristallisiert sich nicht nur eine verschieden breit und tief geführte Debatte heraus, deren Akteursgruppen und Akzentuierungen höchst unterschiedlich ausfallen,  auch zeigt die Studie, dass die jeweiligen politischen Kulturen anders gelagerte Blickwinkel bei der Themenbetrachtung anlegen und zu abweichenden Regulierungsansätzen gelangen.

Die Studie entstand an der Universität St. Gallen im Rahmen einer Kooperation mit der E-Plus-Gruppe.

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Digitale Agenda 2013-2017: Netzpolitik im neuen Deutschen Bundestag https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/digitale-agenda-2013-2017/ Thu, 07 Nov 2013 10:10:59 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=5172 Ausbau des Breitbandnetzes, Netzneutralität und Datenskandale: der Sommer 2013 hat gezeigt, wie unverzichtbar das Internet und die Informations- und Kommunikationstechnologien für uns geworden sind. Gleichermaßen sind auch die Problemfelder zutage getreten, die von Gesellschaft und Politik noch zu bewältigen sind. Was wurde in Sachen Netzpolitik bewegt? Wurden gesetzlichen Grundlagen für den Ausbau einer deutschen Führungsposition […]

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Digitale Agenda 2013-2017. Netzpolitik im neuen Deutschen Bundestag

Bild: bikeriderlondon – Shutterstock

Ausbau des Breitbandnetzes, Netzneutralität und Datenskandale: der Sommer 2013 hat gezeigt, wie unverzichtbar das Internet und die Informations- und Kommunikationstechnologien für uns geworden sind. Gleichermaßen sind auch die Problemfelder zutage getreten, die von Gesellschaft und Politik noch zu bewältigen sind.

Was wurde in Sachen Netzpolitik bewegt? Wurden gesetzlichen Grundlagen für den Ausbau einer deutschen Führungsposition in netzpolitischen Fragen auf europäischer Ebene geschaffen? Bedarf es neuer Regelungen und wie sieht eine künftige digitale Agenda aus? Zumindest letztere Frage kann erst dann beantwortet werden, wenn die Regierungsparteien feststehen. Gleichwohl lassen sich schon jetzt die netzpolitischen Schwerpunkte der Parteien und die möglichen Konfliktfelder herauskristallisieren.

Zu diesem Zweck hat Dr. Göttrik Wewer, Leiter der DIVSI Schriftenreihe, die Wahlprogramme der Parteien analysiert und übersichtlich und verständlich aufbereitet. Nach Lektüre dieser Arbeit hat man mit Sicherheit einen exzellenten Überblick, ein klares Verständnis für Absichten und Probleme und viel mehr Gespür fürs Detail.

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Vertrauen und Risiko in einer digitalen Welt https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/vertrauen-und-risiko-in-einer-digitalen-welt/ Thu, 05 Sep 2013 07:39:15 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=4916 „Vertrauen ist schwer greifbar. Es ist ein Gefühl, ein Geschenk, das man nicht erzwingen kann. Man muss es gewinnen, sich erarbeiten. Es baut sich nur langsam auf, kann aber auf einen Schlag wieder zerstört werden. Es ist eine Art Risikokapital, bei dem man, wenn man es investiert, viel gewinnen, aber auch bitter enttäuscht werden kann. […]

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Vertrauen_Trust_small

Bild: Ermolaev Alexander – Shutterstock

„Vertrauen ist schwer greifbar. Es ist ein Gefühl, ein Geschenk, das man nicht erzwingen kann. Man muss es gewinnen, sich erarbeiten. Es baut sich nur langsam auf, kann aber auf einen Schlag wieder zerstört werden. Es ist eine Art Risikokapital, bei dem man, wenn man es investiert, viel gewinnen, aber auch bitter enttäuscht werden kann. Vertrauen brauchen wir, wenn wir die Folgen unseres Handelns nicht völlig übersehen und uns abhängig von anderen machen. Wenn wir Risiken eingehen müssen.
In der virtuellen Welt ist Vertrauen noch schwerer aufzubauen als in der realen Welt. Weil wir das Gegenüber nicht immer persönlich kennen, weil sich jemand im Netz für etwas ausgeben kann, was er gar nicht ist, weil es Angebote gibt, die wir vorher noch nie ausprobiert haben, und weil sich alles so rasant entwickelt, dass häufig noch keine gesicherten Erfahrungen vorliegen.“ (Dr. Göttrik Wewer im Geleitwort zu diesem Diskussionspapier)

Die Autoren dieses Beitrags sind drei junge Wissenschaftler vom DFG-Graduiertenkolleg „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie bieten u.a. wissenschaftliche Erklärungsansätze für den Aufbau von „Vertrauen“ und geben einen ausführlichen Literaturüberblick zum Thema.

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Thesen zur Netzpolitik https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/thesen-zur-netzpolitik/ Tue, 03 Sep 2013 11:22:07 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=schriften&p=4900 Eine umfangreiche Auswertung und einen übersichtlichen Vergleich verschiedener Thesenpapiere zur „Netzpolitik“ liefern die Wissenschaftler Dominic Völz und Timm Janda vom Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dazu Dr. Göttrik Wewer aus seinem Geleitwort: „Sie erleichtern damit nicht nur die weitere Diskussion, sondern vermitteln in der direkten Gegenüberstellung der einzelnen Positionen zusätzliche, teilweise überraschende […]

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THESEN_Netzpolitik_GrafikEine umfangreiche Auswertung und einen übersichtlichen Vergleich verschiedener Thesenpapiere zur „Netzpolitik“ liefern die Wissenschaftler Dominic Völz und Timm Janda vom Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Dazu Dr. Göttrik Wewer aus seinem Geleitwort:
„Sie erleichtern damit nicht nur die weitere Diskussion, sondern vermitteln in der direkten Gegenüberstellung der einzelnen Positionen zusätzliche, teilweise überraschende Einblicke und Einsichten.“

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Teilen statt kaufen https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/teilen-statt-kaufen/ Fri, 15 Mar 2013 21:36:14 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?post_type=schriften&p=266 Hamburg/ Hannover. Shareconomy: So heißt das Motto der CeBIT 2013. Dieser Kunstbegriff soll mit einem Wort beschreiben, was in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft weltweit passiert: Teilen statt kaufen ist Trend. CeBIT-Chef Frank Pörschmann: „Shareconomy beschreibt die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben und Sein.“ DIVSI sprach mit dem Chef der weltweit wichtigsten Veranstaltung für die […]

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Cebit Fahnen

Bild: Deutsche Messe AG

Hamburg/ Hannover. Shareconomy: So heißt das Motto der CeBIT 2013. Dieser Kunstbegriff soll mit einem Wort beschreiben, was in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft weltweit passiert: Teilen statt kaufen ist Trend. CeBIT-Chef Frank Pörschmann: „Shareconomy beschreibt die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben und Sein.“ DIVSI sprach mit dem Chef der weltweit wichtigsten Veranstaltung für die ITK-Industrie.

Ein Blick zurück: Managing Trust war das Schwerpunktthema der CeBIT 2012. Passte das?
Mit „Managing Trust“ haben wir das richtige Thema zum richtigen Zeitpunkt adressiert. Gerade in Zeiten von Cloud Computing rücken die Diskussionen rund um die Sicherheit und Vertrauens-würdigkeit von Technologien immer stärker in den Mittelpunkt. Das war auf der gesamten Veranstaltung spürbar. Auch in Zukunft werden Sicherheit und Vertrauen zu den zentralen Herausforderungen unserer Branche  zählen.

Was soll 2013 der Begriff Shareconomy signalisieren?
Wir wollen mit diesem Motto-Wort das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen und Erfahrungen als neue Formen der Zusammenarbeit in den Fokus rücken.

Welches ist für Sie die wichtigste Erkenntnis der CeBIT 2012?
Unseren Erfolg bemessen wir am Erfolg unserer Kunden. An den fünf Messetagen wurden mehr als sieben Millionen Geschäftskontakte generiert. Damit ist die CeBIT Maßstab für Geschäftsanbahnung weltweit. Um dies zu erreichen, bauen wir unser Leistungsportfolio kontinuierlich aus und entwickeln immer neue Beteilungsmodelle und Dienstleistungen, die individuelle Vermarktungs-Bedürfnisse abdecken.

Was sich ebenfalls bewährt hat, ist der kontinuierliche Ausbau der kommunikativen Reichweite der CeBIT über alle Kanäle. Die beteiligten Unternehmen konnten durch ihren Auftritt in Hannover eine deutlich höhere Aufmerksamkeit in der internationalen Berichterstattung erzielen. Selbst als Apple das neue iPad in den USA vorstellte, konzentrierten sich die Diskussionen der Netzgemeinde innerhalb kürzester Zeit auf die weiteren Tablet- und Smartphone-Anbieter, die in Hannover vertreten waren. Das war vermutlich der schnellste und intensivste Produkt- und Leistungsvergleich der CE-Branche.

Wo sehen Sie die CeBIT 2020 und behält sie ihre weltweite Anziehungskraft?
CeBIT steht einerseits für das weltweit wichtigste Ereignis der ITK-Industrie. Darüber hinaus ist die CeBIT eine Marke mit dem Leistungsversprechen, Innovationen zu fördern und Geschäft anzubahnen. Unabhängig davon, wie die ITK-Welt im Jahr 2020 aussehen mag, wer digitale Innovationen und sein Geschäft vorantreiben möchte, wird sich fragen „Wie kann die CeBIT mich dabei unterstützen?“.

Schon heute ist die CeBIT viel mehr als nur eine Messe. Sie bietet Ausstellung, Foren und Kongresse, Services zur Lead-Generierung und eine einzigartige Möglichkeit zur Markenpositionierung, Pressekommunikation sowie zur Netzwerk- und Community-Pflege. Damit schafft die CeBIT ein Alleinstellungsmerkmal, das sich in seiner Wertigkeit deutlich von dem anderer Veranstaltungen abhebt. Unsere Kunden – egal ob Nischen-Anbieter oder internationaler Großkonzern – werden von uns individuell bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützt – das gilt sowohl vor und während als auch nach der Veranstaltung. Diesen Service werden wir weiter ausbauen. Denn er ist der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft.

Ein Blick zurück: Was hat Sie bei der Internet-Entwicklung der letzten Jahre am meisten beeindruckt?
Am nachhaltigsten beeindruckt hat mich die Veränderung der Lebens- und Arbeitswelten. Ich selbst gehöre ja noch einer Generation an, die vor Jahren ohne mobiles Internet und Smartphone auskommen musste. Damals fanden Informationsbeschaffung, Meinungsbildung, Kommunikation und Beziehungspflege noch in einem anderen Rahmen statt. Mein heutiges Leben wäre unter den damaligen Umständen gar nicht denkbar. Heute genieße ich die vielfältigen digitalen Möglichkeiten, die mein Leben unabhängiger, mobiler und facettenreicher machen. Gleichzeitig können Innovationen auch Schattenseiten mit sich bringen, das Internet hat einige davon. Deshalb müssen wir aufmerksam und kritisch mit dem Internet umgehen, und den Mut zur selbstbestimmten Lebensführung haben – dazu zählt auch ein mutiges „Nein“ zur Dauererreichbarkeit.

Ein Blick voraus: Was erwarten Sie von der Internet-Entwicklung der nächsten Jahre?
Die mobile, vernetzte Kommunikation wird unsere Gesellschaft weiterhin spürbar beeinflussen. Ich gehe davon aus, dass beispielsweise die aktive Bürgerbeteiligung durch den Einsatz von Internet und Social-Media-Instrumenten in der Verwaltung zunehmen wird.

Im geschäftlichen Umfeld sind ebenfalls große strukturelle Umbrüche zu erwarten. Denn das Internet verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir extern kommunizieren, sondern auch die Kommunikation innerhalb von Unternehmen. Hierarchien und Strukturen werden sich an das veränderte Kommunikationsverhalten anpassen müssen. Dieser Prozess hat gerade erst begonnen und ist höchst spannend mitzuerleben.

Laut DIVSI-Studie sind 39% der Deutschen Digital Outsiders, also online kaum oder gar nicht aktiv. Erstaunt Sie diese hohe Zahl?
Es gibt auch andere Studien, die diese Zahl deutlich geringer sehen. Dennoch denke ich, dass die Branche und auch wir als CeBIT gefordert sind, Hilfestellungen zu geben, um jedem einen einfachen und schnellen Einstieg in das digitale Leben zu ermöglichen.

Wir dürfen in dieser Diskussion allerdings nicht dazu tendieren, die Digital Outsiders auszugrenzen. Wer bewusst und gewollt Abstand zu digitalen Instrumenten sucht, muss auch mit dieser Entscheidung akzeptiert werden und kann möglicherweise aus dieser neutralen Sicht gute Anregungen für zukünftige Entwicklungen geben.

Sehen Sie Möglichkeiten, diese Digital Outsiders ans Netz zu führen? Vielleicht mit einer speziellen Einrichtung im Rahmen einer CeBIT?
Schon seit Jahren ist dies eines der Anliegen, das die CeBIT sehr ernsthaft verfolgt. Mit  Aktionen wie „Bürger trifft Behörde“, Informationsveranstaltungen zu speziellen Themen oder geführten Touren über das Messegelände versuchen wir, Menschen aller Altersklassen, Berufsstände und Gruppenzugehörigkeiten für digitale Technologien zu begeistern.

Im Übrigen sehen wir bei der CeBIT einen erfreulichen Trend der Senioren Generation, deren Teilnahme jetzt wieder zugenommen hat. Sie alle kommen, um sich auf der CeBIT über die digitalen Möglichkeiten zu informieren.

Eine der Kernfragen beim Umgang mit dem Netz ist die Sicherheits-Problematik. Um für mehr Schutz zu sorgen: Ist jeder Nutzer selbst gefordert oder sollte der Staat mehr eingreifen?
Der Staat kann dazu beitragen, die erforderlichen Normen und einen verlässlichen Rechtsrahmen zu definieren. Grundsätzlich ist es allerdings wichtig, dass sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst ist. Verantwortung schließt dabei auch die Pflicht ein, informiert zu sein und sich etwa vor Angriffen aus dem Netz zu schützen. Die CeBIT bietet allen Besuchern vielfältige Möglichkeiten, sich über die neuesten digitalen Lösungen und deren Sicherheit und Beherrschbarkeit zu informieren.

Wie sehen Sie die Entwicklung des E-Government?
eGovernment ist eines der Megathemen der Zukunft und sollte gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Urbanisierung als dauerhafte strategische Aufgabe verstanden werden. Die CeBIT trägt dieser Entwicklung Rechnung und fördert gezielt den Austausch zwischen ITK-Anbietern und der öffentlichen Hand. Im Rahmen von  CeBIT gov können sich Vertreter der EU, des Bundes sowie der Länder und Kommunen über aktuelle Entwicklungen austauschen. In den vergangenen Jahren haben wir die erfolgreiche Plattform kontinuierlich ausgebaut. Auch international hat CeBIT gov spürbar an Bedeutung gewonnen.

Was bedeutet Cloud Computing für Sie? Ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung oder eine riskante Weiterentwicklung?
Die zunehmende Nachfrage nach Cloud Computing wird zu einer grundlegenden Neustrukturierung der internationalen ITK-Welt führen. Hohe Bandbreiten, Rechnergeschwindigkeiten und ein immer einfacherer Zugang zum Internet über mobile Endgeräte sind wesentliche Treiber dieser Entwicklung. Für Unternehmen und Organisationen bietet die Cloud entscheidende Vorteile. Auch Privatpersonen profitieren davon. Sicherheit und Vertrauen sind dabei derzeit die wesentlichen Erfolgsfaktoren. Welche Maßnahmen für eine sicheren und vertrauensvollen Umgang mit den Daten im Netz erforderlich sind, hat die CeBIT in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt.

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