Digital Immigrants – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Outsiders aus Neandertal und die heile, digitale Welt https://www.divsi.de/outsiders-aus-neandertal-und-die-heile-digitale-welt/ https://www.divsi.de/outsiders-aus-neandertal-und-die-heile-digitale-welt/#comments Thu, 19 Dec 2013 14:29:52 +0000 http://46.30.3.106/?p=5488 Nach zwei Jahren wurden die Daten zu den DIVSI Internet-Milieus erneut erhoben, um den Stand der Entwicklung in Deutschland zu überprüfen Von Joanna Schmölz Hamburg – Mobile Endgeräte, einfach zu nutzende Apps und der unaufhaltsam fortschreitende Ausbau der Telekommunikationsnetze werden dafür sorgen, dass es den real existierenden „Offliner“ nicht mehr lange geben wird. So heißt […]

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Outsiders aus Neandertal und die heile, digitale Welt

Bild: goodluz – Shutterstock

Nach zwei Jahren wurden die Daten zu den DIVSI Internet-Milieus erneut erhoben, um den Stand der Entwicklung in Deutschland zu überprüfen

Von Joanna Schmölz

Hamburg – Mobile Endgeräte, einfach zu nutzende Apps und der unaufhaltsam fortschreitende Ausbau der Telekommunikationsnetze werden dafür sorgen, dass es den real existierenden „Offliner“ nicht mehr lange geben wird. So heißt es jedenfalls überall. Danach ist alles eitel Sonnenschein in einer rundum digitalisierten Welt.

Und falls die Technik dies nicht schaffen sollte, löst eben die Demografie das Problem. Davon jedenfalls sind die Entscheider in Deutschland überzeugt, wie DIVSI in einer repräsentativen Studie von Anfang 2013 herausgefunden hat. Derzeit haben wir zwar noch rund 26 Millionen „Digital Outsiders“ bei uns – Menschen also, die komplett oder beinahe komplett ohne Internet leben. Für die Entscheider ist das jedoch nichts, wie ein Zitat belegt: „Das ist eine große Gruppe, aber die Neandertaler waren auch eine große Gruppe und die sind ja dann auch ausgestorben…!“

Ist es tatsächlich so? Werden die „Digital Outsiders“ von der digitalen Landkarte verschwinden? Ein Vergleich von zwei DIVSI-Untersuchungen bringt Licht in das Dunkel.

DIVSI hat 2011 in der „Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ erstmals die Landschaft der digitalen Lebenswelten in Deutschland ermittelt und beschrieben. Sie wurde repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren erstellt. Die DIVSI Internet- Milieus gruppieren Menschen nach der Ähnlichkeit ihrer Einstellungen und Verhaltensweisen in punkto Vertrauen und Sicherheit im Internet. Damit ist diese Untersuchung weit mehr als eine reine Nutzer-Typologie, die lediglich erfasst, wer wie häufig wo im Netz unterwegs ist.

Als in dieser Form einzigartige Segmentierung sollen die DIVSI Internet- Milieus als Zielgruppenwährung im digitalen Kontext etabliert werden. Hierzu gehört die regelmäßige Aktualisierung, um eventuelle Größenveränderungen und Neu-Formationen der einzelnen Gruppen rechtzeitig zu erfassen. Nur dann lassen sich auf Dauer stabile Zeitreihen generieren.

Vor diesem Hintergrund haben wir im Sommer 2013 die Daten erneut erhoben, um zu überprüfen, wie sich die digitale Gesellschaft bei uns in den letzten beiden Jahren entwickelt hat.

Die Ergebnisse lassen Antworten auf zwei wichtige Fragen zu:

Sind Offliner und Outsiders bald wirklich Schnee von gestern?

Keinesfalls! Das zeigen zumindest die aktualisierten DIVSI Internet-Milieus. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Entwicklungen in der digitalen Gesellschaft von technischen Innovationen allein nicht beeinflussen lassen. Vielmehr speisen sich die Gründe für oder gegen die Internet-Nutzung aus den grundsätzlichen Einstellungen der Menschen, ihrer Wert-Orientierung und Lebensweise sowie ihrem Bildungsgrad und ihrer sozialen Lage. Ob jemand zum Beispiel soziale Netzwerke oder ein E-Government-Angebot nutzt, hängt hiervon ebenso ab, wie von den individuellen Ansprüchen an Convenience und Sicherheit.

Welche Rolle spielt das Alter tatsächlich?

Auf jeden Fall nicht den Hauptpart, wie viele Entscheider mit ihrer „Neandertaler-Meinung“ glauben. Die Fakten belegen etwas anderes. Demnach ist es zu kurz gegriffen, davon auszugehen, dass sich die Thematik mit den Offlinern, den Outsiders, den „Alten“ und Verunsicherten durch Demografie oder durch einen vereinfachten Zugang zu digitalen Angeboten in Kürze von allein erledigt haben wird.

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass viele „Digital Outsiders“ – derzeit immer noch 37 Prozent der Bevölkerung! – im Durchschnitt älter als der Rest der digitalen Gesellschaft sind. Ein großer Teil von ihnen steht noch mitten im (Berufs-) Leben. 53 Prozent der „Internetfernen Verunsicherten“ und 89 Prozent der „Ordnungsfordernden Internet-Laien“ sind unter 69 Jahre alt und damit in vielerlei Hinsicht im allerbesten Alter.

Insgesamt zeigt auch die jüngste Erhebung, dass die DIVSI Internet-Milieus trotz der rasanten digitalen Entwicklung stabil bleiben, weil sie die Motive und Barrieren der Internet-Nutzung ganzheitlich betrachten. Die Milieus bleiben damit über einen längeren Zeitraum ein belastbares Instrument, mit dem die digitale Gesellschaft „vermessen“ werden kann und sich ihr Zustand zuverlässig beschreiben lässt. Nach zwei aufeinanderfolgenden Befragungswellen lassen sich erste Tendenzen erkennen und darauf gestützt Entwicklungen aufzeigen. Schon heute sind wir auf die nächsten Untersuchungsergebnisse gespannt, mit denen die Entwicklung weiter beschrieben werden kann.

  • Häufig wird davon ausgegangen, dass der rasante technologische Fortschritt unablässig neue „Digitale Generationen“ hervorbringt (Generation@, Generation Smartphone etc). Die vorliegenden Ergebnisse zeigen allerdings, dass Einstellungsmuster hinsichtlich digitaler Themenfelder relativ konstant bleiben. Auch wenn also die technische Ausstattung jährlich aktualisiert wird, ändert sich nicht gleichzeitig die digitale Denkweise; beispielsweise wird ein „Verantwortungsbedachter Etablierter“ auch mit seinem Tablet der aktuellsten Entwicklungsstufe weiterhin durch Zurückhaltung und Selbstschutzmaßnahmen sein persönliches Risiko im Internet zu mindern versuchen.
  • Zum anderen zeigt auch ein Blick in die Entwicklung der sozialen Milieus in Deutschland, dass übergeordnete Einstellungsmuster und die Zugehörigkeit von Menschen zu bestimmten Gruppen relativ stabil sind. Qualitativ neue Formationen einer Gesellschaft entwickeln sich in der Regel eher in langsamen Schritten von acht bis zehn Jahren.
  • Zudem scheint der Zuwachs bei den „Digital Natives“ von der demografischen Entwicklung kompensiert zu werden, wie die Entwicklung der „Internetfernen Verunsicherten“ zeigt. Diese werden als Gruppe nicht etwa kleiner, sondern lediglich älter.

Ergebnisse im Detail

Die folgende Darstellung zeigt einen Vergleich zwischen der Ersterhebung und Modellierung aus dem Jahr 2011 mit der ersten Aktualisierung aus dem Jahr 2013. Dabei werden leichte Verschiebungen in der Verteilung der Befragten über die verschiedenen digitalen Lebenswelten deutlich.

  • Das Segment der „Digital Natives“ nimmt insgesamt um drei Prozentpunkte zu und steigt damit auf 44 Prozent der Bevölkerung. Diese Entwicklung erklärt sich durch leichte Zuwächse bei den „Digitalen Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“
  • Das Segment der „Digital Immigrants“ bleibt annähernd konstant mit leicht abnehmender Tendenz von 20 auf jetzt 19 Prozent.
  • Das Segment der „Digital Outsiders“ verkleinert sich insgesamt um zwei Prozentpunkte (von 39 auf 37 Prozent der Bevölkerung). Diese Veränderung ist allerdings nur bei den „Ordnungsfordernden Internet-Laien“ erkennbar, die „Internetfernen Verunsicherten“ bleiben mit 27 Prozent konstant.

Ein vertiefender Blick in die soziodemographischen Profile der DIVSI Internet-Milieus zeigt ebenso leichte Veränderungen hinsichtlich Alter und Geschlecht. So nimmt der Anteil der Frauen bei den „Digital Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“ jeweils um sieben bzw. elf Prozentpunkte zu. Zudem steigt der Anteil der über 60-Jährigen bei den „Internetfernen Verunsicherten“ von 63 auf 74 Prozent.

  • „Digital Souveräne“ und „Effizienzorientierte Performer“ verzeichnen Zuwächse in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen. Bei den „Digital Souveränen“ steigt der Anteil von 63 auf 68 Prozent, bei den „Effizienzorientierten Performern“ von 50 auf 56 Prozent.
  • Bei den „Postmateriellen Skeptikern“ und den „Internetfernen Verunsicherten“ sind deutliche Vergrößerungen bei den über 60-Jährigen sichtbar. Bei den „Postmateriellen Skeptikern“ steigt ihr Anteil von 20 auf 31 Prozent, bei den „Internetfernen Verunsicherten“ von 63 auf 74 Prozent.
  • Der Anteil der Frauen nimmt bei den „Digital Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“ zu: Bei den „Digital Souveränen“ steigt er von 32 auf 39 Prozent, bei den „Effizienzorientierten Performern“ von 37 auf 48 Prozent.
  • Die „Ordnungsfordernden Internet- Laien“ haben im Vergleich zu 2011 einen höheren Männeranteil.

Link zur ganzen Studie „DIVSI Milieu-Studie Aktualisierung 2013“

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Digitalisierung fördert das politische Interesse https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/ https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/#respond Thu, 29 Aug 2013 08:30:13 +0000 http://46.30.3.106/?p=4852 Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“? Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, […]

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Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“?

Bild: Spectral-Design – Shutterstock

Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, regelmäßig und genau das politische Geschehen zu verfolgen.  Im Milieu der Digital Outsiders – Menschen, die kaum oder wenig Umgang mit dem Internet haben – ist dagegen nur jeder fünfte am politischen Alltag interessiert.

Gleichzeitig ergab die Untersuchung, dass mit zunehmendem Alter das politische Interesse zunimmt. Knapp die Hälfte (49%) aller Befragten ab 55 Jahren gab an, politisch stark interessiert zu sein. Bei den 18-34jährigen liegt die Vergleichszahl bei nur 27 Prozent. Hier spielt auch das Bildungsniveau eine Rolle. Je höher der Bildungsabschluss, desto stärker das politische Interesse.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt deutlich, dass sich aus der digitalen Grundhaltung der Menschen insgesamt Rückschlüsse auf politische Einstellungen ziehen lassen. Andere Aspekte wie etwa Alter und  Bilder spielen keine derart signifikante Rolle.

Diese Erkenntnis spiegelt sich nicht nur im politischen Interesse, sondern auch in grundlegenden politischen Einstellungen wider: Wer auf Gesetze und Regelungen im Netz vertraut, der fordert sie auch stärker bei anderen politischen Themen (z.B. Verbot radikaler Parteien und Frauenquote).

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass sich aus dem Umgang mit dem Internet durchaus Rückschlüsse auf soziale Grundeinstellungen ableiten lassen. Das Internet schafft auch hier neue Ansätze.“

Zur Pressemitteilung und zum Material:
http://46.30.3.106/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/4850

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Wer ist wo verortet? https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/ https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/#respond Mon, 21 Jan 2013 09:43:26 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1625 Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich Von Dr. Dirk Graudenz Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten […]

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Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich

Von Dr. Dirk Graudenz

Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten Vergleich von sozialer Lage im Sinne von Einkommen, Bildung und Berufsgruppe und soziokultureller sowie digitaler Grundorientierung dieser Gruppen.

In der Abbildung 1 sind für die Bevölkerung die sieben Internet-Milieus der Digital Souveränen, Effizienzorientierten Performer, Unbekümmerten Hedonisten, Verantwortungsbedachten Etablierten, Postmateriellen Skeptiker, Ordnungsfordernden Internetlaien und Internetfernen Verunsicherten in einem Koordinatensystem verortet. Digital Souveräne sind beispielsweise eher Mitglieder der Mittel- bzw. Oberschicht und zeichnen sich hinsichtlich ihrer Grundwerte durch eine starke Tendenz zur Neuorientierung aus (z. B. hohe Wichtigkeit von Mobilität und Globalität).

Abb.1: Internet-Milieus in der Gesamtbevölkerung zu Vertrauen und Sicherheit im Netz unterscheiden sich hinsichtlich sozialer Lage und soziokultureller Grundorientierung

Im Gegensatz dazu sind Internetferne Verunsicherte eher Teil der sozialen Unterschicht bzw. Mittelschicht und haben in ihrer soziokulturellen Grundorientierung vielfach ein starkes Element der Tradition. Gezeigt sind in der Abbildung auch die beiden digitalen Gräben, die die Gruppen der Digital Natives, der Digital Immigrants und der Digital Outsiders voneinander trennen.

Die Entsprechung dieser Milieu-Landkarte für Entscheider ist in Abbildung 2 gezeigt. Aufgrund leicht anderer Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet wurden zwei Milieus im Fall der Entscheider umbenannt: Postmaterielle Skeptiker werden zu Sicherheitsbedachten Postmateriellen und Unbekümmerte Hedonisten zu Hedonisten.

Abb. 2: In der Internet-Milieu-Struktur der Entscheider gibt es deutlich andere Schwerpunkte als in der Bevölkerung

Zwei Charakteristika der Entscheider im Vergleich zur Bevölkerung sind offensichtlich: Entscheider sind, was ihre soziale Lage angeht, in der Regel der Mittel- und Oberschicht zuzuordnen – dies ist keine Überraschung. Wesentlich interessanter sind die klaren Schwerpunkte in der Internet-Milieu-Struktur, die eine wesentlich höhere Affinität zur digitalen Lebenswelt zeigen. Dies führt bei Entscheidern im Vergleich zur Bevölkerung zu einem hohen Anteil von Digital Natives, die sehr gut durch die Begriffe Effizienz und Souveränität im Umgang mit dem Internet charakterisiert werden können.

Deutlich geringer ist der Anteil von Digital Outsiders. Unabhängig von der Milieuzuordnung hat sich im Rahmen der Entscheider-Befragung gezeigt, dass es unter den Entscheidern fast keine „Offliner“ gibt – digitale Kommunikation ist eine conditio sine qua non für ihre Rolle.

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2. E-Government Hochschultag: „In vielfältiger Weise anregend und motivierend!“ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/#respond Wed, 05 Dec 2012 15:30:39 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1441 Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und […]

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Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und stellt Menschen und deren Aufgaben in den Mittelpunkt.“

Hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und den Kommunen brachten die Studenten unter ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf den neuesten Stand der Thematik. Prof. Dr. Frank Zimmer, Prodekan der Fakultät Kommunikation und Umwelt, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Veranstaltungs-Verlauf: „Für die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal war dieser Tag in vielfältiger Weise anregend und motivierend.“

Matthias Kammer erläuterte im Rahmen der Veranstaltung die DIVSI Milieu-Studie sowie die gerade vorgelegte DIVSI Meinungsführer-Studie. Dabei arbeitete er besonders heraus, welche Herausforderungen für das E-Government sich aus den beiden wissenschaftlichen Untersuchungen ableiten lassen.

Im Hinblick auf die festgestellten 39% Digital Outsiders gehe es vor allem darum, dass die Verantwortlichen für E-Government Vertrauen zu ihren Angeboten innerhalb dieser Gruppe aufbauen müssten. Es sollte unbedingt dafür Sorge getragen werden, dass diese Bürger nicht den sozialen Anschluss verpassen.

Gleichzeitig müssten die Verantwortlichen jedoch aufpassen, die angebotenen Lösungen durch höhere Sicherheitsschranken nicht zu kompliziert zu gestalten. Zwar würden die Digital Outsiders durch die erhöhten Schutzwälle vermutlich zunächst einmal mehr Vertrauen zu den E-Government-Angeboten fassen. Allerdings sei das keine Garantie dafür, dass diese Zielgruppe die entsprechenden Angebote dann auch tatsächlich verstärkt nutzen würde.

Matthias Kammer wies in diesem Zusammenhang auf ein zwangsläufig entstehendes Problem hin. Mehr Sicherheit – gewünscht durch Digital Outsiders – bedeutet in der Regel nämlich auch weniger Convenience. Und genau diese Benutzerfreundlichkeit fordern die Digital Natives, zu denen laut DIVSI-Studie 41 % der Nutzer gerechnet werden können. Matthias Kammer: „Die zentrale Frage lautet also, wie bekommt man die einen rein ohne die anderen heraus zu kicken.“

Grundsätzlich machte der DIVSI-Direktor weiter deutlich: „Der gängige Slogan ‚WLAN für alle’ reicht nicht, um die soziale Teilhabe in der digitalen Gesellschaft zu fördern. Die Herausforderung besteht darin, Angebote und Maßnahmen zu entwickeln, die die Zurückhaltung der Digital Outsiders abbauen helfen und gleichzeitig an die unterschiedlichen Kompetenzen, Motive und Anforderungen in den digitalen Lebenswelten anschließen.“

Das Verhalten im Netz spiegele grundlegende Werte-Orientierungen der Menschen wider. Kammer: „Diese haben Auswirkungen auf das Internet-Verhalten und die Ansprüche an Sicherheit und Datenschutz, aber auch an Convenience.“ Sicherheit im Internet sei eine Frage der persönlichen Einstellung. Matthias Kammer: „Die gefühlte Souveränität steigt, je vertrauter man mit dem Internet ist.“

Viele der jungen Studierenden wurden besonders nachdenklich, als Matthias Kammer auf Kernaussagen der Meinungsführer-Studie einging. So erstaunte, dass die Digital Outsiders demnach vielen verantwortlichen Akteuren vollständig egal sind. Zitat dazu aus der Studie: „Das ist eine große Gruppe, aber die Neandertaler waren auch eine große Gruppe und die sind dann ja auch ausgestorben…!“

Abschließend stellte Matthias Kammer heraus, dass sich der Diskurs um das Internet zwischen technologischer Perspektive und digitaler Kultur bewege: „Es wird immer schwieriger, für den Verhandlungsraum Internet generell gültige Regelungen und gegenseitige Vereinbarungen zu treffen.“

Er gab dann den jungen Zuhörern drei Fragen grundsätzlicher Natur mit auf den Weg:

  • Werden tradierte Vorstellungen von Rechtsordnung, Gesellschaftsstruktur und Demokratie einem fundamentalen Wandel unterzogen?
  • Müssen alte Gewissheiten, kulturelle Konzepte und Denkansätze auf den Prüfstand?
  • Wie können neue Vertrauensstrukturen entstehen, die auch mit Vertrauensbruch umgehen können?

Prof. Dr. Zimmer machte nach der Veranstaltung deutlich, dass die von Matthias Kammer referierten Erkenntnisse die weiteren Diskussionen an der Hochschule begleiten würden. Gerade im Bereich Usabilitiy-Engineering sei das User-Centered-Design das Vorgehensmodell der Wahl. Die vorgetragenen Daten seien insoweit von unschätzbarem Wert.

Die Hochschule Rhein-Waal wurde 2009 gegründet. Gelehrt wird in den vier Fakultäten „Technologie und Bionik“, „Life Sciences“ und „Gesellschaft und Ökonomie“ sowie „Kommunikation und Umwelt“. Im Studienjahr 2012/2013 werden 25 Bachelorstudiengänge am Start sein. Die Hochschule kann an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort insgesamt 5000 Studienplätze bieten.

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DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet https://www.divsi.de/divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/ https://www.divsi.de/divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/#respond Wed, 10 Oct 2012 17:48:05 +0000 http://46.30.3.106/blog/?p=65 Das Internet hat sich von einem rein technischen Angebot zum erweiterten Lebensraum der Menschen entwickelt. Entsprechend erweitern sich nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken und Unsicherheiten. Diese Studie zeigt auf, welche Meinungen und Vorstellungen es zu diesem Thema (bei Offlinern wie bei Onlinern) gibt, welche datenschutz- und sicherheitsrelevanten Einstellungs – und Verhaltenstypen existieren. […]

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Das Internet hat sich von einem rein technischen Angebot zum erweiterten Lebensraum der Menschen entwickelt. Entsprechend erweitern sich nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken und Unsicherheiten. Diese Studie zeigt auf, welche Meinungen und Vorstellungen es zu diesem Thema (bei Offlinern wie bei Onlinern) gibt, welche datenschutz- und sicherheitsrelevanten Einstellungs – und Verhaltenstypen existieren. Ziel war es, eine bevölkerungsrepräsentative Typologie zum Thema Vertrauen und Sicherheit zu entwickeln. Mit Hilfe dieser Typologie lassen sich Handlungsempfehlungen für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ableiten.

Hier geht es zur DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet

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Die Kernbotschaften der DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet https://www.divsi.de/die-kernbotschaften-der-divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/ https://www.divsi.de/die-kernbotschaften-der-divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/#respond Mon, 16 Jan 2012 12:08:24 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=3739 27 Millionen sind Digital Outsiders. Zwei Gräben trennen unsere digitale Gesellschaft.  Drei Viertel der Deutschen erwarten, dass Staat und Wirtschaft aktiv für ihre Sicherheit im Internet sorgen. Von Dr. Silke Borgstedt Die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ liefert wichtige und neue Erkenntnisse für alle, die sich in welcher Weise auch immer mit […]

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27 Millionen sind Digital Outsiders. Zwei Gräben trennen unsere digitale Gesellschaft.  Drei Viertel der Deutschen erwarten, dass Staat und Wirtschaft aktiv für ihre Sicherheit im Internet sorgen.

Von Dr. Silke Borgstedt

Die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ liefert wichtige und neue Erkenntnisse für alle, die sich in welcher Weise auch immer mit dem Internet beschäftigen – sei es aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Öffentlichkeit. Die Ergebnisse der Studie – im Auftrag von DIVSI durch das Sinus-Institut realisiert – stellen gleichzeitig eine Reihe von festgeschriebenen Behauptungen infrage, die bislang als gesichert galten.

Nie zuvor wurde eine derartige Untersuchung so differenziert und mit solcher Detailgenauigkeit durchgeführt. Deshalb bilden die zentralen Ergebnisse der Studie eine Grundlage, auf der sich verschiedene Maßnahmen zur Steigerung von Vertrauen in das Internet und zur Förderung von Sicherheit im Internet entwickeln lassen.

Grundsätzlich unterscheidet die DIVSI Studie drei Bevölkerungsgruppen in Deutschland in Bezug auf deren Einstellungen zum Internet sowie dessen Nutzung:

  • Digital Outsiders. Sie sind entweder vollständig offline oder stark verunsichert im Umgang mit dem Internet. Deshalb nutzen sie es so gut wie gar nicht.
  • Digital Natives. Sie sind mit dem Internet groß geworden und haben es in vollem Umfang in ihr Leben integriert.
  • Digital Immigrants. Sie bewegen sich regelmäßig aber sehr selektiv im Internet. Vielen Entwicklungen stehen sie skeptisch gegenüber. Dies besonders, wenn es um die Themen Sicherheit und Datenschutz geht.

Eine Unterscheidung zwischen technisch online oder offline spiegelt die Realität nicht richtig wider

Die Untersuchung hat ergeben, dass fast 40 Prozent der Deutschen Digital Outsiders sind. Die bisherige Differenzierung von ca. 80 Prozent Onlinern und ca. 20 Prozent Offlinern ist nach den aktuellen Erkenntnissen nicht stimmig. Sie führt vielmehr zu Fehldeutungen über den Zustand der digitalen Gesellschaft in Deutschland.

Die Ergebnisse der DIVSI Studie zeigen, dass tatsächlich doppelt so viele Menschen in Deutschland komplett oder nahezu komplett ohne Internet leben, wie bislang angenommen.

Unsere digitale Gesellschaft zählt etwa 72 Millionen Menschen. Davon sind also fast 27 Millionen Digital Outsiders.

Eine weitere Erkenntnis: Rund 41 Prozent, sind Digital Natives. Das sind Menschen, die mit dem Internet groß geworden sind und es in vollem Umfang in ihr Leben integriert haben. Für  sie ist ein Alltag ohne das Netz nicht (mehr) vorstellbar. Ihr Lebensmotto könnte lauten: Ich surfe, also bin ich.

Die verbleibenden ca. 20 Prozent der Deutschen sind Digital Immigrants. Sie nutzen das Internet einerseits gezielt dort, wo es einen unmittelbaren Nutzen verspricht – etwa bei der Planung eines Urlaubs oder bei der Suche nach einem Schnäppchen zu bestimmten Artikeln. Andererseits hegt diese Gruppe zum Teil konkrete Vorbehalte gegen das Internet und achtet deshalb darauf, sich von dieser Technik nicht abhängig zu machen.

Bei allen Diskussionen um den Zustand der digitalen Gesellschaft in Deutschland ist man bislang davon ausgegangen, dass diese nur durch den Graben zwischen Onlinern und Off-linern gespalten sei. Eine auf technisch online oder offline beschränkte Unterscheidung spiegelt jedoch die Realität nicht richtig wider. Es muss auch beachtet werden, wie die Menschen das Internet tatsächlich nutzen. Nach einer solchen Betrachtung kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass es zwei Gräben in der digitalen Gesellschaft gibt.

Der erste trennt die Digital Outsiders auf der einen von den Digital Immigrants und den Digital Natives auf der anderen Seite. Für die Digital Outsiders stellt das Internet eine digitale Barriere vor einer Welt dar, von der sie sich ausgeschlossen fühlen und zu der sie keinen Zugang finden.

Der zweite Graben verläuft zwischen den Digital Natives auf der einen Seite und den Digital Immigrants und den Digital Outsiders auf der anderen Seite. Die Digital Natives begreifen das Internet als einen Tummelplatz, in dem sie sich frei und ganz selbstverständlich bewegen. Für sie stellt die digitale Welt einen wesentlichen Teil des Lebens dar. Sie stehen ihr sehr positiv gegenüber und können nicht nachempfinden, dass sich die anderen Gruppen im Internet nicht ebenso zuhause fühlen.

Neben diesen Befunden zeigt die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ einen weiteren wichtigen Ergebniskomplex. Dieser enthält zwei wesentliche Aspekte. Es geht dabei um ganz unterschiedliche Verant- wortungskonzepte in Bezug auf die Internet-Nutzung. Die einen fordern mehr staatliche Hilfe zur sicheren Nutzung des Internets. Die anderen betonen die Eigenverantwortlichkeit jedes Users. Konkret hat die Studie gezeigt: Fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) erwarten, dass Staat und Wirtschaft aktiv für ihre Sicherheit im Internet sorgen. Die Mehrzahl der Digital Natives dagegen sieht hier den Nutzer selbst in der Pflicht. Diese Gruppe fühlt sich souverän genug, die Risiken des Internets zu kennen und damit umgehen zu können. Freiheit, Nutzen und Flexibilität haben absoluten Vorrang vor staatlicher Reglementierung, die sie zum Teil kategorisch ablehnen.

Projektion der Typen auf das Bezugssystem der Sinus-Milieus mit den beiden Hauptachsen Grundorientierung (horizontal) und soziale Lage (vertikal)

Ganz unterschiedliche Überzeugungen ermittelt die Studie in der Frage, wie sicher das Internet überhaupt sein kann. Etwa ein Drittel der Internetnutzer glaubt, dass vollständige Sicherheit im Netz möglich ist. Dieser Ansicht ist in besonderem Maße die Gruppe der Digital Natives. Etwa die Hälfte der Nutzer ist dagegen überzeugt, dass eine vollständige Sicherheit im Netz nicht möglich ist. Der verbleibende Rest wagt zu dieser Frage keine klare Stellungnahme.

Die Ergebnisse der „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ machen insgesamt deutlich: Die Politik steht vor der schwierigen Herausforderung, diametrale Sicherheitsbedürfnisse befriedigen zu müssen. Noch einmal die beiden Eckpunkte:

Fast drei Viertel der Bevölkerung erwarten staatliche Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit im Internet.

Die von solchen staatlichen Maßnahmen am stärksten betroffene Gruppe der Digital Natives lehnt staatliche Reglementierung mehrheitlich ab und hat z. T. kein Verständnis für die Probleme und Bedürfnisse der anderen Bevölkerungsgruppen in Bezug auf das Internet und dessen Nutzung.

Die große gesellschaftspolitische Herausforderung liegt also darin, diese unterschiedlichen Welten zu versöhnen.

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