Netzsicherheit – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 9. Internationales For..Net-Symposium “Werte im Netz” https://www.divsi.de/9-internationales-net-symposium-werte-im-netz/ https://www.divsi.de/9-internationales-net-symposium-werte-im-netz/#respond Thu, 13 Mar 2014 14:09:00 +0000 http://46.30.3.106/?p=6121 Am 3. und 4. April 2014 findet nun bereits zum neunten Mal das internationale For..Net-Symposium statt. Die Tagung widmet sich in diesem Jahr dem Generalthema „Werte im Netz“. Internationale Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis werden Vorträge über die aktuellen Herausforderungen zum Datenschutz, Urheberschutz und Persönlichkeitsschutz halten. Die Themen Wertschöpfung und Werteverlust werden dabei Kernpunkte sein. Auch Interessenvertreter […]

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Am 3. und 4. April 2014 findet nun bereits zum neunten Mal das internationale For..Net-Symposium statt. Die Tagung widmet sich in diesem Jahr dem Generalthema „Werte im Netz“. Internationale Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis werden Vorträge über die aktuellen Herausforderungen zum Datenschutz, Urheberschutz und Persönlichkeitsschutz halten. Die Themen Wertschöpfung und Werteverlust werden dabei Kernpunkte sein. Auch Interessenvertreter der Bürgergesellschaft werden anwesend sein und sich zu diesen Themen äußern.
Eine Besonderheit ist, dass das Symposium in diesem Jahr an die AG 5 des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung angebunden wird, auf dem Prof. Heckmann als Sachverständiger anwesend ist. In diesem Rahmen wird es auch eine besondere Dinner Speech geben, für die bereits Marina Weisband zugesagt hat.
Ebenso wird der 1. For..Net-Award, 2013 erstmals in Kooperation mit dem Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung ausgelobter Datenschutzpreis, verliehen. Der Preis geht an den Digitalcourage e.V. für den Privacy Dongle.
Die Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik stellt das vollständige Programm des Symposiums auf ihrer Website zur Verfügung.

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IT-Sicherheit: Der Wettlauf bleibt, das Tempo steigt https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/it-sicherheit-der-wettlauf-bleibt-das-tempo-steigt/ Tue, 01 May 2012 09:07:07 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?post_type=schriften&p=1659 Informationstechnologie und Kommunikationstechnologie (IKT) ist heute in nahezu allen Bereichen von zentraler Bedeutung. Es entsteht ein großes Wertschöpfungspotenzial durch die Verlagerung von Geschäftsprozessen und Dienstleistungen in das Internet der Dinge und Dienste. Diese Entwicklung mündet in komplexen, IKT gestützten Umgebungen. Beispiele sind Energienetze der Zukunft (Smart Grids), die von einer Vielzahl von vernetzten Sensoren gesteuert […]

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Bild: VLADGRIN – Fotolia

Informationstechnologie und Kommunikationstechnologie (IKT) ist heute in nahezu allen Bereichen von zentraler Bedeutung. Es entsteht ein großes Wertschöpfungspotenzial durch die Verlagerung von Geschäftsprozessen und Dienstleistungen in das Internet der Dinge und Dienste. Diese Entwicklung mündet in komplexen, IKT gestützten Umgebungen.

Beispiele sind Energienetze der Zukunft (Smart Grids), die von einer Vielzahl von vernetzten Sensoren gesteuert und kontrolliert werden und neue Dienstleistungen z.B. im Zusammenhang mit der Elektromobilität ermöglichen. Eingebettete Systeme, Maschine-zu-Maschine (M2M) Kommunikation, die globale Vernetzung, aber auch on-demand beziehbare Mehrwertdienste aus der Cloud sind heute zentrale Wachstumstreiber.

Der IT-Sicherheit kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. IT-Sicherheit hat die Aufgabe, Unternehmen und deren Werte (Know-How, Kundendaten, Personaldaten) zu schützen und wirtschaftliche Schäden, die durch Vertraulichkeitsverletzungen, Manipulationen oder auch Störungen der Verfügbarkeit von Diensten des Unternehmens entstehen können, zu verhindern.

IT-Sicherheit: Anzahl der Sicherheitsvorfälle steigt

Obwohl bereits heute eine Vielzahl von Sicherheitslösungen im Einsatz sind, wie Viren-Scanner, Firewalls zur Filterung von Daten, Zugangs- und Zugriffskontrollsystemen, um den Zugriff auf sensitive Daten zu kontrollieren, steigt gleichzeitig Jahr für Jahr die Anzahl der Sicherheitsvorfälle, wie auch der aktuelle Lagebericht zur IT Sicherheit des BSI zeigt. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So ist es noch immer üblich, Komponenten und vernetzte Systeme zu entwickeln, ohne Sicherheitskonzepte in den Design- und Umsetzungsphasen zu berücksichtigen und ohne kontinuierliche Sicherheitsüberwachungen als selbstverständlichen und integralen Bestandteil von Systemarchitekturen zu verankern.

Wird eine Sicherheitslücke entdeckt, so wird sie ad-hoc mit mehr oder weniger guten Schutzkonzepten möglichst schnell geschlossen. Dadurch entsteht ein Flickwerk an gestopften Sicherheitslöchern. Eine solide, durchdachte und nachhaltige Sicherheitsarchitektur mit ineinander greifenden, angemessenen und wirksamen Schutzkonzepten fehlt jedoch. Solange Sicherheit nicht systematisch in das Design und in alle Betriebsphasen eines Systems integriert wird, laufen wir immer Gefahr, der aktuellen Angriffsentwicklung hinter her zu rennen. Diese Situation wird durch die hohe Dynamik, mit der sich die IKT entwickelt, zunehmend problematisch; das Hase-Igel Spiel zwischen Angreifer und Verteidiger ist so nicht zu gewinnen.

Ein weiteres Problem ist, dass die einzelnen Sicherheitslösungen häufig nicht aufeinander abgestimmt sind, so dass beispielsweise Daten nur auf Teilstrecken verschlüsselt werden, aber an Verteil-Komponenten unverschlüsselt verarbeitet werden und damit für Angriffe offengelegt sind. Benötigt werden durchgängige Sicherheitslösungen, die nahtlos (seamless security) ineinander greifen und deren Wirksamkeit kontinuierlich gemessen und überwacht wird. Sicherheitskennzahlen zusammen mit Diensten zur Kennzahlüberwachung und zur Anomalie-Erkennung werden dringend benötigt

Durch das Internet der Dinge und Dienste werden früher isoliert betriebene IKT Systeme geöffnet und erlauben völlig neue Nutzungsmöglichkeiten (z.B. ist keine physische Anwesenheit an Steuerungsgeräten mehr notwendig). Problematisch ist jedoch, dass die Komponenten mit ihren vorhandenen Sicherheitskonzepten auf die Öffnung und auf die neuen Nutzungsmöglichkeiten nicht geeignet vorbereitet sind. Sie sind damit neuen Angriffen ausgesetzt, die von überall her durchgeführt werden können und sich sehr schnell ausbreiten.
IKT ist hierbei gleichzeitig Tatwaffe und das Ziel von Angriffen. Benötigt werden vertrauenswürdige Hardware-nahe, eingebettete Sicherheitslösungen, die als robuste und angriffsresistente Bausteine in physischen, oft auch funktionskritischen Komponenten z.B. im Fahrzeugbau passgenau integriert werden können. Die Module und Systemkerne müssen an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassbar sein (z.B. Automotive, Gesundheit, Anlagensteuerung) und insbesondere die spezifischen Anforderungen eingebetteter Systeme, wie Ressourcenbeschränkung, Echtzeitfähigkeit, hohe Funktionssicherheit und Robustheit ge­gen­über Fehlern und Angriffen erfüllen.

IKT-basierte Dienste bilden die technologische Basis für die nächste Generation an Dienstleistungsangeboten von und für Unternehmen, die unter dem Stichwort Industrie 4.0 derzeit diskutiert werden. Sichere und vertrauenswürdige Cloud-Infrastrukturen bilden die Grundlage für neue Dienstleistungen (Cloud-Services) und für Geschäftsmodelle im Internet-basierten Dienstleistungssektor. Viele Unternehmen zögern derzeit jedoch, die Vorteile des Cloud Computing zu nutzen. Sicherheitsprobleme im Cloud Computing bestehen vor allem im Kontrollverlust für den Nutzer, im mangelhaften Monitoring – also wo liegen welche Daten, welche Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen, wie wirksam sind diese etc. – und in den Eingriffsmöglichkeiten und Datenschutzverletzungen durch ungenügende Isolierungskonzepte. Auch der mobile Zugriff über Smartphones auf die Cloud führt zu Problemen, wenn über ungesicherte mobile Endgeräte Schadfunktionen oder manipulierte Daten in die Cloud eingespeist werden können.

Die Frage, wie der Kontrollverlust durch die Weitergabe von sicherheitskritischen Daten in die Cloud durch vertrauensbildende Kontrollmaßnahmen aufgefangen werden kann, oder aber die Frage nach der vertrauenswürdigen Verwaltung digitaler Identitäten und des vertrauenswürdigen Zugriffs auf Daten in offenen Cloud-Umgebungen, die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre sind noch weitestgehend ungelöst. Erforderlich sind technologische Lösungen, damit Unternehmen die eigenen Daten auch in der Cloud schützen und ihre Prozesse überwachen und kontrollieren können. Um der fehlenden Transparenz Abhilfe zu schaffen, muss die Sicherheit von Clouds messbar sein und Daten in der Cloud sollten unabhängig von den Schutzkonzepten des Cloud Betreibers mit bedarfsgerechten Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden.

Die Fragen der Gestaltung und des Betriebs nachweislich sicherer und zuverlässiger komplexer, vernetzter, softwareintensiver Systeme und Services zählen zu den größten Herausforderungen der IKT der kommenden Jahre. Erforderlich ist die systematische Integration von nahtlos ineinander greifenden Sicherheitskonzepten in alle Phasen der System-Entwicklung, sowie die Identifikation von Sicherheitskenngrößen und Kontrolldienste zu deren kontinuierlichen Überwachung während des laufenden Betriebs. Secure by design und Secure in Operation sind deshalb auch die Leitlinien entlang derer am Fraunhofer AISEC in München Lösungen für die genannten Problemfelder entwickelt werden.

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Gefahren und Lösungsansätze: IT-Sicherheit bei kritischen Infrastrukturen https://www.divsi.de/publikationen/diskussionsbeitraege/gefahren-und-loesungsansaetze-it-sicherheit-bei-kritischen-infrastrukturen/ Mon, 30 Apr 2012 09:13:18 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?post_type=schriften&p=1662 Eine Herausforderung an Staat, Wirtschaft und Politik Spätestens seit den Attacken auf IT-Infrastrukturen ganzer Länder wie Estland, exponierter Stellen wie das Bundeskanzleramt, Wirtschaftsunternehmen wie Sony und die Citibank sowie der Sabotage des iranischen Atomprogramms mittels des STUXNET-Computerwurms ist das Thema der IT-Sicherheit endgültig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Im Mittelpunkt der Ursachenfindung steht die […]

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Bild: asharkyu – Fotolia

Eine Herausforderung an Staat, Wirtschaft und Politik

Spätestens seit den Attacken auf IT-Infrastrukturen ganzer Länder wie Estland, exponierter Stellen wie das Bundeskanzleramt, Wirtschaftsunternehmen wie Sony und die Citibank sowie der Sabotage des iranischen Atomprogramms mittels des STUXNET-Computerwurms ist das Thema der IT-Sicherheit endgültig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Im Mittelpunkt der Ursachenfindung steht die wenig überraschende Erkenntnis, dass sich die Vorteile des erweiterten Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technologie) und der globalen Vernetzung, insbesondere der Internet-Nutzung, Hand in Hand mit der Schaffung neuer Risikofaktoren geht.

Diese Risikofaktoren können aber auch Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen betreffen. Bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung würden nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten – namentlich im Bereich der kritischen Infrastrukturen. Dazu gehören etwa Energieversorgung, Transport und Verkehr, Telekommunikation oder auch Finanz- und Geldwesen. Die Erhöhung der Gefährdungspotenziale fordert höhere Maßstäbe an die IT-Sicherheit und damit auch an die Politik.

Rechtspolitische Maßnahmen auf nationaler Ebene

Die Bundesregierung hat auf diese neuen Bedrohungen im Jahr 2005 mit dem „Nationalen Plan zum Schutz der Informationsinfrastrukturen“ (NPSI) reagiert und die IT-Sicherheit in den Fokus der rechtspolitischen Agenda genommen. Zur Ausgestaltung dieses Plans für den Bereich der kritischen Infrastrukturen folgte 2007 der in Zusammenarbeit mit 30 großen Infrastrukturunternehmen und Interessenverbänden entwickelte „Umsetzungsplan KRITIS“ (UP-KRITIS). Er vermochte aufgrund einer freiwilligen Selbstverpflichtung der beteiligten Organisationen die Gewährleistung eines Mindestniveaus in der IT-Sicherheit durchzusetzen.

Dem NPSI folgte 2009 die „Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen“ (KRITIS-Strategie). Sie fasst die Zielvorstellungen und den politisch-strategischen Ansatz des Bundes zusammen und bildet den Ausgangspunkt, das bislang Erreichte auf konsolidierter Grundlage fortzusetzen und mit Blick auf neue Herausforderungen weiterzuentwickeln.

Wichtigstes inhaltliches Ziel der Nationalen Strategie ist es, das Schutzniveau für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland durch geeignete und mit allen Akteuren abgestimmte Maßnahmen gegenüber den vorhandenen und zu erwartenden Risiken so anzupassen, dass Risiken im Vorfeld erkannt werden, gravierende Störungen und Ausfälle vermieden bzw. auf ein Mindestmaß beschränkt werden (Prävention); Folgen von Störungen und Ausfällen durch Notfallmanagement, Redundanzen und Selbsthilfekapazitäten so gering wie möglich gehalten werden (Reaktion) und laufend fortgeschriebene Gefährdungsanalysen sowie Analysen von Störanfällen zur Verbesserung der Schutzstandards genutzt werden (Nachhaltigkeit). Da sich die Mehrzahl der kritischen Infrastrukturen in privater Hand befindet, steht die Zusammenarbeit der relevanten Akteure aus Staat und Wirtschaft im Mittelpunkt der nationalen Strategie.

Herausforderung

Der Begriff der IT-Sicherheit ist einem hohen Grad an Dynamik unterworfen, um das Risiko dramatischer Folgen gleichermaßen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu minimieren. Was jedoch heute noch „State-of-the-Art“ ist, gehört bereits morgen zum „alten Eisen“.

Die Realisierung ist aber gerade im Bereich der kritischen Infrastrukturen komplex, da die Gefahrenvorsorge nicht erst an den Schnittstellen zu den gefährdeten Netzen einsetzen kann. Sie muss im Prinzip alle an IT-Netzen und IT-Produkten Beteiligten mit einbeziehen, um nicht nur punktuell zu wirken. Der Schutz kritischer Infrastrukturen bedingt daher letztendlich die Vorverlagerung des Schutzes und die Neuordnung der Produktsicherheit und der Netze im Bereich der IT schlechthin.

Ein möglicher Ansatzpunkt könnte eine Regelung zur Produkt- und zur Anlagen- sowie Netzsicherheit bieten. Diese würde breitflächig und querschnittsartig die IT-Sicherheitsanforderungen gesetzlich normieren, die eigentliche technische Standardsetzung aber Gremien überlassen. Zwar bietet das geltende Recht bereits Möglichkeiten, die Sicherheitsanforderungen an Netze zu konkretisieren, etwa im TKG; doch fehlt es an einem übergreifenden Konzept, das nicht nur die Netze erfassen würde, sondern auch die Netzteilnehmer, die Hersteller von Hard- und Software sowie weitere Intermediäre.

IT-Sicherheitsgesetz für mehr Handlungsspielraum

Bislang sind alle Maßnahmen punktuell und werden den systemischen Risiken der IT-Sicherheit nicht gerecht. Ein IT-Sicherheitsgesetz könnte hier bei gleichzeitiger Harmonisierung anderer Rechtsnormen für einen grösseren Handlungsspielraum sorgen. Für besonders gefahrgeneigte Technologien könnten zudem Zertifizierungsverfahren vergleichbar der Produktsicherheit eingeführt werden.
Die Notwendigkeit hierzu ist evident und sollte über das politische Tagesgeschäft hinaus konsequent weiter betrieben werden. Ob ein solches Gesetz kurzfristig zu realisieren ist, steht politisch noch in den Sternen. Auf jeden Fall aber müssen derartige Maßnahmen mit den Vorhaben der EU verzahnt werden, wobei Deutschland der Motor für die Fortentwicklung sein könnte.

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Kryptische Warnungen, die keiner versteht https://www.divsi.de/kryptische-warnungen-die-keiner-versteht/ https://www.divsi.de/kryptische-warnungen-die-keiner-versteht/#respond Mon, 13 Feb 2012 13:12:38 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=3784 Die Tochter: Ein Leben ohne Internet? Unvorstellbar. Ein Leben im vollkommen sicheren Netz? Auch unvorstellbar. Von Melanie Lemke Mein Berufsumfeld ist durch das Netz geprägt, schließlich arbeite ich bei einem internationalen Handelsunternehmen, das den größten Teil seines Umsatzes über das Internet abwickelt. Aber auch privat ist das Internet ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Ich habe […]

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Kryptische Warnungen, die keiner versteht

Bild: Maksim Kabakou – Shutterstock

Die Tochter: Ein Leben ohne Internet? Unvorstellbar. Ein Leben im vollkommen sicheren Netz? Auch unvorstellbar.

Von Melanie Lemke

Mein Berufsumfeld ist durch das Netz geprägt, schließlich arbeite ich bei einem internationalen Handelsunternehmen, das den größten Teil seines Umsatzes über das Internet abwickelt. Aber auch privat ist das Internet ein wichtiger Bestandteil meines Alltags.

Ich habe meinen MBA in Neuseeland gemacht und dort jede Menge neue Freundschaften geschlossen. Mit Menschen aus vielen Ländern unserer Erde. Wir haben gemeinsam studiert, sind danach in die Heimat zurück gegangen. Facebook hilft mir heute, den Kontakt zu diesem weltweiten Freundeskreis zu halten. Bequem, blitzschnell, wann immer ich will. Das finde ich großartig.

Mein neues iPhone ist ein kleines Wunder. Man hat ständig alle Informationen parat, hat die Kamera und Musik immer dabei, kann sehr bequem sein Taxi rufen, und telefonieren kann man auch noch
damit. Und ja, ich finde die Sprachsteuerung mit Siri eine wirklich gelungene Sache, das macht die Bedienung dieses multifunktionalen Geräts sehr viel einfacher.

Und natürlich kaufe ich im Internet ein. Gerade wenn man viel arbeitet, ist es einfach praktisch und man hat immer den Überblick, was die Objekte meiner Begierde woanders kosten.

Bin ich deshalb ein Digital Native? Hier bin ich unsicher, denn zum Lebensgefühl eines echten Digital Natives gehört doch irgendwie die technische Überlegenheit gegenüber seinen Eltern. Das ist in unserer Familie schwierig, schließlich habe ich einen Informatiker zum Vater, der die Entwicklung der letzten 30 Jahre nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch mit gestaltet hat. Ich brauche also nicht, wie viele meiner Freundinnen und Freunde, als „Internet-Nachhilfelehrer“ für Vater, Mutter, Onkel und Tante zu arbeiten. Ich gebe sogar gern zu, dass ich häufig seine Hilfe in Anspruch nehme, zum Beispiel um meinen neuen Laptop oder Router einzurichten.

Eines allerdings lasse ich ihn nicht mehr machen: die Einstellungen zur Sicherheit. Hier offenbart
sich inzwischen ein kleiner Generationenkonflikt. Ich will den mal anhand des PC meines Vaters beschreiben. Wenn meine Schwester oder ich zu Besuch bei meinen Eltern sind, nutzen wir den natürlich auch. Da hängt schon seit geraumer Zeit ein gelber Post-it-Zettel dran: „Liebe Mädels, bitte nach Benutzung bei Facebook, E-Mail etc. ausloggen.“ Ja, da hat er zwar grundsätzlich recht, aber große Bedenken haben ich auch nicht, wenn ich mal nicht daran denke. Schließlich vertraue ich meinem Vater, dass er nicht in meinen Mails herumstöbert. Richtig nervig sind allerdings die
Einstellungen seines Browsers. Keine Seite kann man mehr aufrufen, ohne dass irgendeine Warnung vor Scripts oder Cookies aufpoppt. Viele Internet-Seiten funktionieren nicht mehr, weil ein Script-Blocker die Links blockiert. Wenn ich ein PDF ansehen will, kommt erst mal eine kryptische Warnung, die ohnehin kein Mensch verstehen kann, was soll ich damit anfangen? Natürlich vertraue ich dem Versender, sonst hätte ich doch die Seite erst gar nicht aufgerufen.

Informationstechnik muss für mich effizient und benutzerfreundlich sein.Dazu gehört nach meinem Verständnis ganz sicher nicht, ständig irgendwelche unverständlichen Sicherheitsfragen zu beantworten!

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich weiß, was ich tue, wenn ich im Internet bin. Natürlich weiß ich, dass Google, Facebook & Co. meine Daten sammeln und dass meine Daten einen großen Wert für diese Unternehmen darstellen. Aber ich bin eher amüsiert, wenn GoogleMail auf das Stichwort „hangover“ reagiert und mir den Pizza-Service offeriert. Das ist zwar gefühlt eine eklatante Verletzung des Briefgeheimnisses, aber das muss man eben wissen, wenn man im Internet unterwegs ist, und sich entsprechend verhalten.

Ich laufe doch auch im richtigen Leben nicht verschleiert herum, sondern nenne freimütig meinen Namen, wenn ich mit irgendwem kommuniziere. Warum sollte ich mich im Internet anders verhalten?

Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nie geben, auch nicht im Netz. Deshalb sind die Bedenken meines Vaters im Hinblick auf die Cloud für mich kaum nachvollziehbar. Ich finde den Cloud-Dienst sehr praktisch. Damit habe ich endlich von allen meinen Geräten Zugriff auf meine Daten. Ich habe da nur einen vollständig anderen Kritikpunkt: So ein Dienst müsste auch für Nicht-Techniker einfacher einzurichten sein. Muss ich mir kummervolle Gedanken machen, weil Apple meine Siri-Sprachsteuerung auswerten könnte? Dann bekomme ich eben ein paar Werbemails mehr und im schlimmsten Fall weiß Apple, welche SMS ich versendet habe. Das weiß Vodafone schließlich auch.

Natürlich kenne ich die Risiken sozialer Netzwerke, weiß einiges über Cyber-Kriminalität. In einer Welt, die mehr und mehr „data-driven“ ist, glaube ich auch, dass Daten eines der wichtigsten Güter meiner und zukünftiger Generationen sein werden. Deshalb erwarte ich hier noch heftige Konflikte. Aus Erfahrung wissen wir, dass Konflikte über wichtige Rohstoffe in Politik und Wirtschaft nicht ausbleiben, warum sollte es also bei diesem wertvollen Gut anders sein?

Aber die Vorteile von Facebook & Co. wiegen mehr, jedenfalls für mich persönlich. Übervorsichtige Regulierungen, die den Fortschritt aufhalten oder gar zurückdrehen würden, lehne ich daher ab. Schließlich habe ich auch nichts zu verbergen. Also – was soll ich mich aufregen! Für mich ist es unerheblich, was in einer Cloud über mein Nutzerverhalten abzulesen ist. Oder nehmen wir Location-based Marketing. Das ist ein Megatrend. Bislang gebe ich meine Positionsdaten nicht frei, noch nicht. Wenn alle meine Freunde das machen würden und es mir nutzen würde, könnte die Sache jedoch anders aussehen.

Ich weiß jetzt schon, was mein Vater dazu sagen wird. Vielleicht ist die Einstellung zur Sicherheit doch eine Frage des Alters, eben ein Generationenproblem. Hoffentlich wird das Internet nicht allein durch diese Generation reguliert, eine digitale Gerontokratie wäre das Letzte.

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Stiftungslehrstuhl für Cyber Trust https://www.divsi.de/stiftungslehrstuhl-fuer-cyber-trust/ https://www.divsi.de/stiftungslehrstuhl-fuer-cyber-trust/#respond Tue, 06 Dec 2011 15:17:45 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1422 Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet unterstützt die TU München. Ein wichtiger Beitrag auch für den Forschungsstandort Bayern. München – Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat der TU München eine Professur für Cyber Trust gestiftet. Im Beisein von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, dem […]

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Prof. Dr. Helmut Krcmar, TU München, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Jürgen Gerdes, Vorstand Brief Deutsche Post DHL, Franz Josef Pschierer, CIO Freistaat Bayern (v.l.n.r.)

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet unterstützt die TU München. Ein wichtiger Beitrag auch für den Forschungsstandort Bayern.

München – Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat der TU München eine Professur für Cyber Trust gestiftet. Im Beisein von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, dem Beauftragten der bayerischen Staatsregierung für IT, sowie Prof. Dr. Helmut Krcmar, Dekan der Fakultät Informatik, über­reichte Jürgen Gerdes, Vorstand Brief der Deutschen Post, jetzt am Rande des Münchner IT-Gipfels die Stiftungsurkunde. Der Umfang dieser Förde­rung beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro.

Im Rahmen interdisziplinärer Forschung sollen durch den neuen Lehrstuhl die Risiken und Chancen des Netzes ganzheitlich analysiert werden, um darauf aufbauend ein umfassendes Risikomanagement zu entwickeln. Die DIVSI-Stiftung ergänzt die bereits bestehende Professur für Sicherheit in der Informatik von Professor Dr. Claudia Eckert. Mit den Ergebnissen wird die TU München wichtige Beiträge zu mehr Sicherheit und Vertrauen im Internet leisten.

Jürgen Gerdes erklärte im Rahmen der feierlichen Urkunden-Übergabe: „Unsere Welt ist ohne Internet nicht mehr vorstellbar. Die Chancen für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat sind unübersehbar. Die Beherrschung der zunehmenden Risiken dieser Technologie erfordert jedoch grundlegend neue Ansätze. Hier setzt die Stiftungsprofessur an.“

Die DIVSI-Stiftung fügt sich nahtlos in die strategische Entwicklung der TU München ein. Darüber hinaus fördert sie die Entwicklung der Landeshauptstadt als Standort für Computersicherheit. Damit leistet die Stiftungsprofessur auch einen wichtigen Beitrag für den Forschungs- und Technologie-Standort Bayern.

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) ist eine gemeinnützige Gesellschaft der Deutschen Post AG. Ihr Ziel ist es, den Dialog zu mehr Vertrauen und Sicherheit im Internet zu gestalten und mit neuen Aspekten zu beleben. Gleichzeitig soll Aufklärungsarbeit für eine Sensibilisierung im Umgang mit dem Internet sorgen. Das Institut wurde im Rahmen der CeBIT 2011 aus der Taufe gehoben und hat im November mit seiner konkreten Arbeit begonnen. DIVSI-Direktor ist Matthias Kammer, zuvor Vorstandsvorsitzender bei Dataport.

Technische Universität München

Die TUM zählt zu den besten Universitäten Deutschlands. Spitzenleistungen in Forschung und Lehre, Interdisziplinarität und Talentförderung zeichnen sie aus. Dazu kommen starke Allianzen mit Unternehmen und mit wissenschaftlichen Einrichtungen auf der ganzen Welt. Die Fächerkombination der TUM ist in Europa einzigartig. Sie bildet rund 31.000 Studierende in 142 Studiengängen aus. Ihre Wissenschaftler lehren und forschen disziplinübergreifend.

Die TU München sieht sich in ihrem Grundverständnis als „Dienerin der Innovationsgesellschaft“. Sie ist deshalb dem Innovationsfortschritt auf Wissenschaftsgebieten verpflichtet, die das Leben und Zusammenleben der Menschen nachhaltig zu verbessern versprechen.

Dem Leitbild der unternehmerischen Universität verpflichtet, bekennt sich die TUM zum wettbewerblichen Leistungsprinzip. Sie bringt proaktiv Ergebnisse der Grundlagenforschung in marktorientierte Innovationsprozesse ein und fördert den „entrepreneurial spirit“ in allen Bereichen der Universität. Ihr unternehmerisches Handeln richtet sich konsequent danach aus, eine europaweite Führungsrolle bei der Ausgründung wachstumsorientierter Technologie-Start-ups aus der Wissenschaft heraus einzunehmen.

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