Internetmilieus – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke https://www.divsi.de/die-altersluecke-ist-eine-vertrauensluecke/ https://www.divsi.de/die-altersluecke-ist-eine-vertrauensluecke/#respond Mon, 16 Apr 2018 08:53:32 +0000 https://www.divsi.de/?p=17552 Eine responsive Digitalisierungspolitik für ältere Menschen kann das ändern. Von Herbert Kubicek In ihrer Koalitionsvereinbarung hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bei der Digitalisierung „die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jeder daran teilhaben kann“. Dazu zählt auch „die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz für alle Altersgruppen“. Es folgt dann aber wenig zur Erwachsenenbildung […]

The post Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke appeared first on DIVSI.

]]>
Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke

Foto: VGstockstudio –Shutterstock

Eine responsive Digitalisierungspolitik für ältere Menschen kann das ändern.

Von Herbert Kubicek

In ihrer Koalitionsvereinbarung hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bei der Digitalisierung „die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jeder daran teilhaben kann“. Dazu zählt auch „die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz für alle Altersgruppen“. Es folgt dann aber wenig zur Erwachsenenbildung und zu digitalen Kompetenzen bei älteren Menschen. Gerade bei über 70-Jährigen besteht jedoch großer Handlungsbedarf, weil sich die schon vor 20 Jahren beklagte Alterslücke nicht verringert hat.

Abstand

Vergleicht man den Abstand zwischen den Anteilen der Internetnutzer bei den 14–19-Jährigen mit den Anteilen der Altersgruppe 60–69 und 70+, dann haben die 60–69-Jährigen gegenüber den Jungen etwas aufgeholt. Der Abstand der über 70-Jährigen beträgt jedoch wie schon 2001 immer noch 60 Prozentpunkte.

Internetnutzung in verschiedenen Altersgruppen

In absoluten Zahlen sind das über 10 Millionen Menschen. Diese Zahl ergibt sich, wenn man die in der DIVSI Ü60 Studie ermittelten Anteile der Offliner in den höheren Altersgruppen mit den Zahlen der Bevölkerungsstatistik multipliziert (Tabelle). Bedenkt man, dass die Lebenserwartung noch steigt, wird gerade der heute schon hohe Anteil der über 80-Jährigen Offliner noch steigen. Ein Dilemma vor allem für E-Health und Telemedizin.

Pilotprojekte etwa mit Technik-Botschaftern oder Internetpaten zeigen, dass das Interesse älterer Menschen am Internet durchaus geweckt werden kann. Sie sind jedoch nicht skalierbar und breitentauglich, und sie lösen ein zentrales Dilemma nicht: Viele ältere Menschen glauben, dass das Internet für sie nichts Nützliches bietet und zu kompliziert ist.

Investitionsdilemma

Um den Nutzen des Internets zu erkennen, braucht man ein Gerät für einige Hundert Euro mit Internetanschluss und eine Einweisung. Wer keinen Nutzen erwartet, wird diese Investition in der Regel nicht tätigen. Man kann von einem Investitionsdilemma sprechen. Dabei gibt es eine zeitgemäße Alternative, wie die Stiftung Digitale Chancen zusammen mit Telefonica Deutschland in einem gerade abgeschlossenen Projekt nachgewiesen hat: Dabei wurden mit einem unterstützenden Begleitprogramm Tablet- PCs mit einer SIM-Karte unentgeltlich für acht Wochen an ältere Menschen im Alter von 55 bis 91 Jahre ausgeliehen.

Generationenunterschied

Die DIVSI-Studie sieht den entscheidenden Unterschied zwischen der jüngeren und der älteren Generation vor allem im Umgang mit erwarteten Nutzen und Risiken. Während Jugendliche neugierig auf neue Techniken sind und diese auch als Statussymbol empfinden, sind Ältere eher an einem konkreten Nutzen interessiert.

Diesen Unterschied zwischen den Generationen gibt es nicht nur bei der Internetnutzung. Er wird als unterschiedliche Selbstwirksamkeit bezeichnet, d.h. als das Vertrauen, auftretende Probleme selbst bewältigen zu können. Wenn diese Annahme zutrifft, verwundert es nicht, dass ein üblicher PC- oder Tablet-Kurs in vielen Fällen nicht zu einer Nutzung führt. Hinzu kommt, dass insbesondere Menschen in höherem Alter sich nicht mehr zutrauen, die Ziele eines Kurses zu erreichen. Neben technischen Fertigkeiten und Kenntnissen müssen Angebote für ältere Menschen daher vor allem deren Selbstwirksamkeit stärken. Das gelingt allerdings nur, wenn auch ein inhaltliches Interesse an einer Internetnutzung geweckt werden kann. In unserem Feldversuch wurden zu Beginn die Erwartungen im Hinblick auf verschiedene Nutzenkategorien und nach der Erprobung die tatsächliche Nutzung erfragt.

Hohe Übereinstimmung gab es bei dem Nutzen der Unterstützung der Mobilität durch Fahrpläne und Karten, der Kontakte mit Familie und Freunden, bei der Gewinnung von Wissen und der Unterhaltung. Nur von wenigen ausprobiert wurde hingegen die Nutzung von Anwendungen, die Wege ersparen, wie Online-Einkaufen und Online-Banking.

Das Leihmodell umgeht nicht nur die Kosten für die Anschaffung eines Geräts. Es trägt auch den Lernerfordernissen älterer Menschen Rechnung, weil sie zwischen den Sprechstunden oder Trainings zu Hause wiederholen können, was sie dort erfahren haben. Einen wichtigen Beitrag haben zudem vorinstallierte Apps geleistet, die auf die erwarteten Nutzenaspekte hin ausgewählt wurden. Denn Neulinge zögern, Apps aus dem Internet herunterzuladen. Oft wissen Sie auch nicht, was für sie interessant sein könnte.

Nutzen und Nutzung des Internets von 300 Senioren zwischen 55 und 95 Jahren

Vertrauenswürdig

Hilfe beim Aufbau von Selbstvertrauen sollte von Einrichtungen und Personen kommen, denen die Betroffenen vertrauen. Daher wurden in dem Projekt Seniorentreffs und Seniorenwohneinrichtungen ausgewählt, die auch vielfältige andere Angebote für ihre Besucher bzw. Bewohner bieten und dieses Vertrauen genießen.

In diesen beiden Arten von Einrichtungen haben die Stiftung und Telefonica bereits seit 2012 jährlich positive Erfahrungen mit der betreuten Ausleihe machen können. Das Leihmodell kann für diese Einrichtungen in einem Programm „Senioreneinrichtungen ans Netz“ bundesweit ausgerollt werden. In einem Masterplan der Stiftung Digitale Chancen wird die Ausstattung von 30.000 Senioreneinrichtungen vorgeschlagen, die über drei Jahre 300.000 ältere Besucher erreichen können. Für die Anschaffung und Logistik der wechselnden Übergabe würde dies 14 Mio. Euro kosten, ein ergänzendes Trainthe- Trainer-Programm für ein Drittel der Betreuer rund 4 Mio. Euro.

In Seniorenwohneinrichtungen wohnen bundesweit ca. eine halbe Million Menschen. Wenn 10.000 Einrichtungen gewonnen werden und über drei Jahre 100.000 Bewohnern eine betreute Erfahrungsmöglichkeit bieten, würde dies etwa 3 Mio. für die Geräte, 1,5 Mio. für die Organisation der Ausleihe und 1,5 Mio. für ein Train-the-Trainer-Programm kosten.

Damit werden allerdings nicht alle älteren Menschen in ihren insgesamt sehr unterschiedlichen sozialen und räumlichen Lebensverhältnissen erreicht. Für eine umfassende digitale Inklusion oder Integration älterer Menschen und eine Überwindung der sehr unterschiedlichen Barrieren sind weitere Wege zu erproben. Dabei sollten zum einen Pflegheime und zum anderen die aufsuchende Nachbarschaftshilfe erprobt werden.

Die noch wenigen Umfragen zur Internetnutzung in Pflegeheimen oder Pflegestationen in Altenwohnheimen belegen, dass deren Patienten einen besonders hohen Nutzen aus digitalen Anwendungen gewinnen. Für Patienten mit eingeschränkter Mobilität oder psychischen oder kognitiven Einschränkungen ist das Internet nach einer Schweizer Studie ein „Fenster in die Außenwelt“. Um dies genauer zu erforschen, wäre ein Projekt mit der Ausleihe von Tablet-PCs an 300 der insgesamt 13.000 Pflegeheime und einem spezifischen Train-the- Trainer-Programm sinnvoll.

Senioren Tablet

Bindeglied: Auch Senioren wissen: Die Möglichkeiten des Internets machen das Leben leichter und interessanter. (Foto: VGstockstudio – Shutterstock)

Pilotprojekt

Für mobilitätseingeschränkte Menschen und solche im Höchstalter über 90 Jahre empfiehlt der runde Tisch „Aktives Altern – Übergänge gestalten“ des BMFSFJ „aufsuchende, auf ältere Menschen zugehende Angebote“. Dies wurde mit ehrenamtlichen Technik-Paten oder Technik-Botschaftern in kleinen Pilotprojekten versucht. Eine breite Umsetzung ist jedoch an der Rekrutierung ehrenamtlicher Helfer gescheitert.

Zielführender erscheint eine Einbettung in vorhandene Strukturen wie Pflegedienste, Anbieter von haushaltsnahen Dienstleistungen und die organisierte, auch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe. Wenn die unterstützten älteren Menschen die Internetnutzung selbst nicht lernen können oder wollen, sollten die Helfer dies an ihrer Stelle für sie tun. So wie sie heute ein Formular einer Behörde für die Unterstützten ausfüllen oder für sie einkaufen gehen, können sie das dann auch online erledigen. Eine solche aufsuchende „digitale Assistenz“ erscheint ergänzend zu den Ansätzen zur Vermittlung digitaler Kompetenzen geboten. Vor allem in höherem Alter sollte ihnen zugestanden werden, nichts Neues mehr lernen zu wollen. Das darf aber kein Grund sein, deswegen von digitalen Dienstleistungen ausgeschlossen zu bleiben.

Herausforderung

Wenn wirklich alle die Chance bekommen sollen, den Nutzen der Digitalisierung für sich zu erfahren, dann stellt der zunehmend wachsende Anteil älterer Menschen eine besondere Herausforderung für die Erwachsenenbildung und auch für die sozialwissenschaftliche Technikforschung dar. Beide haben noch keinen hinreichenden Überblick über die unterschiedlichen Lebensbedingungen und Handlungsmöglichkeiten, in denen sich die 10 Millionen Offliner über 70 Jahre befinden und in den nächsten 20 Jahren befinden werden.

Die aktuelle Herausforderung besteht also darin, diese unterschiedlichen Ausgangssituationen mit ihren jeweiligen Barrieren zu systematisieren und empirisch zu erfassen und dann jeweils angemessene Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben. Man kann das eine „responsive Digitalisierungspolitik“ nennen.

Wahrscheinlich ist dies ein Programm für mehr als eine Legislaturperiode. Aber wenn fünf Milliarden Euro für den Schulbereich investiert werden sollen, sind 40 bis 50 Millionen für ein entsprechendes Programm für die ältere Generation kein Grund, sich um diesen Teil der Bevölkerung nicht gleichermaßen intensiv zu kümmern.

The post Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/die-altersluecke-ist-eine-vertrauensluecke/feed/ 0
Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/ https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/#respond Mon, 03 Aug 2015 08:53:37 +0000 http://46.30.3.106/?p=12572 Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen. Von Joanna Schmölz Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird […]

The post Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe appeared first on DIVSI.

]]>
Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe

Bild: nenetus – Shutterstock

Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen.

Von Joanna Schmölz

Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird darüber diskutiert und gestritten, wie, ab wann oder ob Kinder überhaupt mit digitalen Medien in Berührung kommen sollten. Dabei sind jedoch – und das wird häufig übersehen – manche der Problemstellungen längst von der Realität überholt worden.

Zwar ist das Internet selbst ja gerade mal ein Teenager, in mancher Hinsicht steckt es noch in den Kinderschuhen. Aber es entwickelt sich rasant; die Digitalisierung verändert vieles, das sich zuvor über Jahrzehnte etabliert und bewährt hatte. Diese Entwicklung wirkt sich auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens aus.

Kein Luxusgut

Heute ist das „Internet to go“ für die meisten von uns ein ständiger Begleiter und damit auch in dem Lebensraum gegenwärtig, in dem Kinder und Jugendliche sozialisiert werden. Die jetzige junge Generation ist die erste, die in einer derart stark digitalisierten Welt aufwächst. Ich denke hier vor allem an das Zeitalter des mobilen Internets, in dem Smartphones & Co. kein Luxusgut für wenige sind, sondern zum Alltag vieler oder gar der meisten gehören. Diese Entwicklung hat erst mit der iPhone-Einführung 2007 begonnen. Was sich seitdem verändert hat, ist enorm.

Dieser kurze Blick auf die Situation beschreibt allerdings nur den verfügbaren Handlungsrahmen. Wie sich die grundsätzlichen Einstellungen und Handlungslogiken entwickeln, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab – ganz wesentlich vom lebensweltlichen Hintergrund, vor dem die Kinder aufwachsen.

Vor fast genau einem Jahr haben wir die Ergebnisse der DIVSI U25-Studie vorgestellt. Sie nahm Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 9 und 24 Jahren und ihr Leben in und mit der digitalen Welt in den Blick. Die Untersuchung zeigte, dass bei ihnen digitale Medien längst etabliert sind und dass es bereits in diesen Altersgruppen große Unterschiede in Hinblick auf Medienkompetenz, auf die subjektive Souveränität im Umgang mit dem Internet, aber auch hinsichtlich Sicherheitserwartungen gibt.

Doch längst nicht alle jungen Menschen, die in unserer digitalisierten Welt aufwachsen, sind automatisch „Digital Natives“. Einige sind stark verunsichert oder wissen schlichtweg nichts mit dem reichhaltigen Angebot anzufangen. Für die einen ist das Internet ein reiner Freizeitraum, andere nutzen es für Informations- und Bildungszwecke und begreifen es als Werkzeug für das persönliche und berufliche Weiterkommen.

Um zu verstehen, wann genau und unter welchen Umständen sich diese teils stark auseinanderklaffenden Entwicklungen vollziehen, haben wir mit der U9-Studie, realisiert durch das SINUS-Institut, noch etwas früher angesetzt. Wir wollten die ersten Phasen des eigenständigen Umgangs mit digitalen Medien und insbesondere mit dem Internet unter die Lupe nehmen.

Wen fragen?

Denn – so eine wichtige Erkenntnis der U9-Studie: Die Kinder SIND bereits online. Rund 1,2 Millionen 3- bis 8-Jährige gehen regelmäßig ins Internet. Tendenz vermutlich steigend. Die Frage nach dem „Ob“ stellt sich so also nicht mehr.

Hinsichtlich vieler anderer Fragen rund um „Kinder und Internet“ gibt es aber keine oder keine ausreichenden Erfahrungswerte. Eltern können auch ihre eigenen Eltern kaum fragen: „Wie habt ihr das denn damals gemacht mit dem Internet?“

Im Kern der Debatte stehen dabei Fragen wie:

  • Wie viel Internet ist gut für Kinder?
  • Was können oder sollten sie dort machen (dürfen)? Was nicht?
  • Welche Kompetenzen benötigen sie, um die vielfältigen Chancen des Internets für sich (und ihre Zukunft) nutzen zu können?
  • Welchen Gefahren/Risiken sind sie im Internet ausgesetzt, und wie können sie geschützt werden? Und zwar auch ohne dass sie bei jedem einzelnen Klick beaufsichtigt werden.
Minecraft

Gaming: Wer wie oft Spiele nutzt, hängt auch von der formalen elterlicher Bildung ab. (Bild: Bloomua – Shutterstock)

Digitale Teilhabe ist jetzt schon eine der zentralen Voraussetzungen sozialer Teilhabe. In Zukunft wird sich das eher noch verstärken. Da unsere Lebenswelt stark medialisiert ist, ist es nur logisch, dass auch die Sozialisierung der Kinder davon nicht frei bleibt. Ein Heranwachsen ohne Auseinandersetzung mit Medien ist – unabhängig von Sinn oder Unsinn – höchst unwahrscheinlich.

Weichenstellung

Die Ergebnisse der U9-Studie machen überdeutlich, wie weichenstellend bereits die ersten Jahre für die Entwicklung digitaler Kompetenz(en) sind. Welche Einstellungen junge Menschen zum Internet entwickeln, wie sie sich darin bewegen und welche Chancen und Risiken sie wahrnehmen, wird bereits in der Kindheit angelegt. Selbstsicherheit und Chancenorientierung stehen also gegen Ängste und Restriktionen.

Dabei kommt der technischen Ausstattung bei Weitem nicht die größte Bedeutung zu. Weder die Verteilung von Tablets an Schulen noch „Breitband für alle“ werden als Maßnahmen ausreichen, um die Chancengleichheit, die der Digitalisierung gern zugeschrieben wird, zu sichern. Es reicht nicht, dass alle dem Grunde nach Zugang zur großen bunten digitalen Welt bekommen.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die Schere droht noch deutlich weiter auseinanderzuklaffen, wenn sich die sozialen Ungleichheiten im Netz reproduzieren. Die Erkenntnisse der U9-Studie können eine wissenschaftlich gesicherte Grundlage für sachlich fundierte Diskussionen darüber sein, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um Kindern einen guten Start in einer immer stärker digitalisierten Welt zu ermöglichen.

Diskurs-Anstöße

Es geht im Kern um die Frage: Wie ebnen wir Kindern den Weg in eine chancenreiche Zukunft, und wie bereiten wir sie qualifiziert auf eine Welt vor, in der kaum noch etwas ohne Internet gehen wird? Die aktuelle Untersuchung soll dazu beitragen, einen fundierten Diskurs hierüber zu organisieren.

The post Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/feed/ 0
Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten https://www.divsi.de/mediennutzung-und-medienkompetenz-jungen-lebenswelten/ https://www.divsi.de/mediennutzung-und-medienkompetenz-jungen-lebenswelten/#respond Fri, 18 Jul 2014 12:16:47 +0000 http://46.30.3.106/?p=7552 Media Perspektiven hat in Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut eine repräsentative Umfrage zu den jugendlichen Lebenswelten durchgeführt. Dafür wurden 2001 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14-29 Jahren zu vier Untersuchungsschwerpunkten befragt: Mediennutzung Gesprächspartner bei Medienthemen Glaubwürdigkeit von Medienaussagen Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen Medienkompetenz sowie Computer- und Internetkompetenz Die Umfrage kam zu ähnlichen Resultaten wie unsere U25-Studie. Die […]

The post Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten appeared first on DIVSI.

]]>
Internet-Milieus nach der Media Perspektiven/SINUS-Umfrage

Internet-Milieus nach der Media Perspektiven/SINUS-Umfrage (Bild: Media Perspektiven)

Media Perspektiven hat in Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut eine repräsentative Umfrage zu den jugendlichen Lebenswelten durchgeführt. Dafür wurden 2001 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14-29 Jahren zu vier Untersuchungsschwerpunkten befragt:

  • Mediennutzung
  • Gesprächspartner bei Medienthemen
  • Glaubwürdigkeit von Medienaussagen
  • Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen Medienkompetenz sowie Computer- und Internetkompetenz

Die Umfrage kam zu ähnlichen Resultaten wie unsere U25-Studie. Die zentralen Ergebnisse:

  • Die Mehrzahl der Befragten ist täglich online. Dabei steigt die Nutzungfrequenz mit zunehmendem Alter: 75 Prozent der Minderjährigen sind täglich im Internet, während unter den Volljährigen bereits 83 Prozent täglich im Internet unterwegs sind.
  • Mediennutzung ist ein fester Bestandteil im Alltag der 14- bis 29-Jährigen. Durch alle Bildungs- und Altersschichten hindurch steht das Internet an oberster Stelle der am häufigsten genutzten Medien, danach folgen Fernsehen, Radio und Mp3.
  • Medien gelten als unterschiedlich glaubwürdig. Die Mehrheit der Befragten fühlt sich zum tagesaktuellen politischen Geschehen am besten durch Nachrichtenseiten und öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme informiert. Auffällig ist, dass den Online-Communities nur eine geringe Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird.
  • Über alle Alters- und Bildungsschichten hinweg sind Computerspiele (41 Prozent), Mode (35 Prozent), Handys/Smartphones und Computer (jeweils 35 Prozent) sowie überregionale Nachrichten (28 Prozent) die beliebtesten Themen beim Surfen im Internet. Erwartungsgemäß zeigen sich hier typische geschlechter- und altersspezifische Unterschiede. Jungen interessieren sich eher für Computerspiele, Smartphones und Computer und Mädchen eher für Mode. Mit zunehmendem Alter verbreitert sich das Themen- und Interessenspektrum.
  • Die eigene Medienkompetenz wird überwiegend als gut eingeschätzt. Über 80 Prozent bewerten den eigenen Umgang mit dem Internet und die Informationssuche im Internet mit „sehr gut“ bis „gut“. Auch bei Smartphones geben 77 Prozent der Befragten an, sie kennen sich „sehr gut“ bis „gut“ aus.

The post Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/mediennutzung-und-medienkompetenz-jungen-lebenswelten/feed/ 0
DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt – Die U25-Generation im Portrait [Infografik] https://www.divsi.de/u25-studie-infografik-portrait/ https://www.divsi.de/u25-studie-infografik-portrait/#comments Mon, 10 Mar 2014 13:12:07 +0000 http://46.30.3.106/?p=5978 Wenn es um digitales Leben geht, stehen junge Menschen häufig im Fokus der Aufmerksamkeit. Grund dafür ist die Annahme, dass vor allem diese Gruppe die zukünftige Entwicklung des Internets und den Umgang damit wesentlich mitbestimmen wird. Nachdem in der DIVSI Milieu-Studie (2012) und der Aktualisierung (2013 ) die Internetnutzung von Erwachsenen im Fokus stand, wendet […]

The post DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt – Die U25-Generation im Portrait [Infografik] appeared first on DIVSI.

]]>
Wenn es um digitales Leben geht, stehen junge Menschen häufig im Fokus der Aufmerksamkeit. Grund dafür ist die Annahme, dass vor allem diese Gruppe die zukünftige Entwicklung des Internets und den Umgang damit wesentlich mitbestimmen wird.

Nachdem in der DIVSI Milieu-Studie (2012) und der Aktualisierung (2013 ) die Internetnutzung von Erwachsenen im Fokus stand, wendet sich DIVSI in seiner aktuellen „U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt“ den digitalen Lebenswelten der U25-Generation zu.

In unserer Infografik-Serie haben wir die zentralen Aspekte der U25-Studie zusammengestellt. Der erste Teil liefert Antworten auf die Frage: Wer sind die Akteure der U25-Generation?

DIVSI Infografik U25-Generation im Portrait

The post DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt – Die U25-Generation im Portrait [Infografik] appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/u25-studie-infografik-portrait/feed/ 1
Digitalisierung fördert das politische Interesse https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/ https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/#respond Thu, 29 Aug 2013 08:30:13 +0000 http://46.30.3.106/?p=4852 Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“? Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, […]

The post Digitalisierung fördert das politische Interesse appeared first on DIVSI.

]]>
Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“?

Bild: Spectral-Design – Shutterstock

Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, regelmäßig und genau das politische Geschehen zu verfolgen.  Im Milieu der Digital Outsiders – Menschen, die kaum oder wenig Umgang mit dem Internet haben – ist dagegen nur jeder fünfte am politischen Alltag interessiert.

Gleichzeitig ergab die Untersuchung, dass mit zunehmendem Alter das politische Interesse zunimmt. Knapp die Hälfte (49%) aller Befragten ab 55 Jahren gab an, politisch stark interessiert zu sein. Bei den 18-34jährigen liegt die Vergleichszahl bei nur 27 Prozent. Hier spielt auch das Bildungsniveau eine Rolle. Je höher der Bildungsabschluss, desto stärker das politische Interesse.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt deutlich, dass sich aus der digitalen Grundhaltung der Menschen insgesamt Rückschlüsse auf politische Einstellungen ziehen lassen. Andere Aspekte wie etwa Alter und  Bilder spielen keine derart signifikante Rolle.

Diese Erkenntnis spiegelt sich nicht nur im politischen Interesse, sondern auch in grundlegenden politischen Einstellungen wider: Wer auf Gesetze und Regelungen im Netz vertraut, der fordert sie auch stärker bei anderen politischen Themen (z.B. Verbot radikaler Parteien und Frauenquote).

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass sich aus dem Umgang mit dem Internet durchaus Rückschlüsse auf soziale Grundeinstellungen ableiten lassen. Das Internet schafft auch hier neue Ansätze.“

Zur Pressemitteilung und zum Material:
http://46.30.3.106/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/4850

The post Digitalisierung fördert das politische Interesse appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/feed/ 0
Mehr Schutz oder mehr Freiheit? https://www.divsi.de/mehr-schutz-oder-mehr-freiheit/ https://www.divsi.de/mehr-schutz-oder-mehr-freiheit/#respond Wed, 19 Jun 2013 10:33:25 +0000 http://46.30.3.106/blog/?p=204 Die DIVSI Milieu-Studie zeigt: Insgesamt sehen knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung die Verantwortung – betreffend Sicherheit und Datenschutz im Internet – primär bei der Wirtschaft und/oder beim Staat, der die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen soll. Dies sind Digital Outsiders, Digital Immigrants und eine Minderheit der Digital Natives. Zitat: „Wer sich nicht auskennt, fordert Schutz. Wer […]

The post Mehr Schutz oder mehr Freiheit? appeared first on DIVSI.

]]>
Die DIVSI Milieu-Studie zeigt: Insgesamt sehen knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung die Verantwortung – betreffend Sicherheit und Datenschutz im Internet – primär bei der Wirtschaft und/oder beim Staat, der die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen soll. Dies sind Digital Outsiders, Digital Immigrants und eine Minderheit der Digital Natives. Zitat: „Wer sich nicht auskennt, fordert Schutz. Wer sich sicher fühlt, wünscht Freiheit.“

Diese Delegationshaltung resultiert einerseits aus Unwissenheit und Überforderung (Digital Outsiders: 39 Prozent), andererseits aus Skepsis gegenüber der Art und Weise, wie im Internet derzeit mit dem Thema umgegangen wird (Digital Immigrants: 20 Prozent). Selbst bei denjenigen Nutzern, die sich als selbstsichere Navigatoren im Internet begreifen und explizit die Verantwortung für Ihre Internet-Aktivitäten übernehmen, besteht ein latentes Gefühl des System-Misstrauens.

Alle, die mit der Verbreitung des Internets aufgewachsen sind, neigen aufgrund ihres selbstverständlichen Umgangs mit dem Medium dazu, Gefahren und Risiken zu unterschätzen. Vor allem Unbekümmerte Hedonisten agieren leichtsinnig und unbedacht im Internet, auch weil sie sich nur wenig um die Konsequenzen ihres Handelns Gedanken machen.

Das Thema Vertrauen und Sicherheit im Internet wird damit zu einer dringlichen gesellschaftspolitischen Aufgabe. Es gilt, Barrieren und Vorbehalte abzubauen und Maßnahmen und Dienstleistungen anzubieten, die mehr Sicherheit bieten bzw. versprechen.

Die DIVSI Entscheider-Studie dagegen zeichnet ein anderes Bild im Hinblick auf Verantwortung: Für den Schutz ihrer Daten liegt die Verantwortung demnach eindeutig beim Nutzer. Sicherheit im Netz kann – wenn überhaupt – nur durch die Medienkompetenz der Bürger erreicht werden, wie 69 Prozent der Entscheider meinen. Eigenverantwortung sei das Gebot der Stunde, nach dem sich die Nutzer im Internet bewegen sollen.

Zitat: „Wenn Sie betrunken mit dem Auto gegen eine Laterne fahren, können Sie auch nicht sagen: ‚Tschuldigung, ich bin doch nur der Endnutzer von Opel.“

 

Gleichzeitig räumen die Entscheider jedoch ein, dass die Nutzer mit dieser Aufgabe weitestgehend überfordert seien. Entsprechend dieser Einschätzung empfehlen sie dem Nutzer, sich vor allem auf Bildung und die eigene Erfahrung zu verlassen, denn die Verantwortung kann ihm niemand abnehmen. Auch Rat von unabhängigen Institutionen und Experten gilt den Entscheidern als relevant; weniger verlassen sollten sich die Menschen jedoch auf staatliche Institutionen, das deutsche Rechtssystem und die Internet- Gemeinde. Staatliche Institutionen und das deutsche Rechtssystem sind aus Sicht der Entscheider von eher geringerer Bedeutung für Sicherheit im Internet.

Immerhin fordert knapp die Hälfte der Entscheider auch einen stärkeren öffentlichen Diskurs zum Thema Sicherheit im Internet. Das sei notwendig, um die Gesellschaft für den Umgang mit Daten im Internet zu sensibilisieren. 25 Prozent dagegen halten den Diskurs für eher übertrieben.

Der mehrheitlich erwünschte öffentliche Diskurs wird als besonders wichtig für Bestimmung von Verantwortlichkeiten im Netz gewertet. Der Nutzer wird zwar als (haupt)verantwortlich gesehen, dennoch braucht es aus Sicht der Entscheider einen Rahmen, innerhalb dessen er sich frei bewegen kann. 79 Prozent sehen Gesetze und Regeln im Internet als Grundvoraussetzung, damit das Internet überhaupt funktionieren kann.

Vergleichsweise selten (39 Prozent) vertreten Entscheider die Meinung, dass das Internet ein freies Medium sei und nicht durch Gesetze und Regeln eingeschränkt werden dürfe. Vielmehr betonen vier von fünf Entscheidern, es könne im Internet nur Freiheit geben, wenn rechtsstaatliche Grundregeln eingehalten werden.

Herausforderungen der Netzgesellschaft

Die Erkenntnisse aus den DIVSI-Studien machen insgesamt deutlich, dass sich die Netzgesellschaft unverändert einer Reihe von Herausforderungen gegenüber sieht. Gleichzeitig lassen sich zahlreiche der gewonnenen Erkenntnisse durchaus als Indikatoren für einen laufenden größeren Umbruch werten.

Dazu DIVSI-Schirmherr Prof. Dr. Roman Herzog:
„Um das Vertrauen ins Internet, in die mit ihm eröffneten Chancen und Möglichkeiten nicht zu verspielen, brauchen wir eine breite Diskussion darüber, welche verbindlichen Spielregeln hier gelten sollen. Wir brauchen Leitplanken, die uns auf dem richtigen Weg halten. Ein digitaler Kodex, von allen Verantwortlichen getragen, könnte ein Weg dahin sein.“

Wir haben zwischenzeitlich angefangen, diesen Gedanken zu realisieren. DIVSI ist dabei, in Zusammenarbeit mit dem Think Tank iRights.Lab die Frage zu prüfen: Braucht Deutschland einen digitalen Kodex?

The post Mehr Schutz oder mehr Freiheit? appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/mehr-schutz-oder-mehr-freiheit/feed/ 0
Wer ist wo verortet? https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/ https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/#respond Mon, 21 Jan 2013 09:43:26 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1625 Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich Von Dr. Dirk Graudenz Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten […]

The post Wer ist wo verortet? appeared first on DIVSI.

]]>
Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich

Von Dr. Dirk Graudenz

Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten Vergleich von sozialer Lage im Sinne von Einkommen, Bildung und Berufsgruppe und soziokultureller sowie digitaler Grundorientierung dieser Gruppen.

In der Abbildung 1 sind für die Bevölkerung die sieben Internet-Milieus der Digital Souveränen, Effizienzorientierten Performer, Unbekümmerten Hedonisten, Verantwortungsbedachten Etablierten, Postmateriellen Skeptiker, Ordnungsfordernden Internetlaien und Internetfernen Verunsicherten in einem Koordinatensystem verortet. Digital Souveräne sind beispielsweise eher Mitglieder der Mittel- bzw. Oberschicht und zeichnen sich hinsichtlich ihrer Grundwerte durch eine starke Tendenz zur Neuorientierung aus (z. B. hohe Wichtigkeit von Mobilität und Globalität).

Abb.1: Internet-Milieus in der Gesamtbevölkerung zu Vertrauen und Sicherheit im Netz unterscheiden sich hinsichtlich sozialer Lage und soziokultureller Grundorientierung

Im Gegensatz dazu sind Internetferne Verunsicherte eher Teil der sozialen Unterschicht bzw. Mittelschicht und haben in ihrer soziokulturellen Grundorientierung vielfach ein starkes Element der Tradition. Gezeigt sind in der Abbildung auch die beiden digitalen Gräben, die die Gruppen der Digital Natives, der Digital Immigrants und der Digital Outsiders voneinander trennen.

Die Entsprechung dieser Milieu-Landkarte für Entscheider ist in Abbildung 2 gezeigt. Aufgrund leicht anderer Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet wurden zwei Milieus im Fall der Entscheider umbenannt: Postmaterielle Skeptiker werden zu Sicherheitsbedachten Postmateriellen und Unbekümmerte Hedonisten zu Hedonisten.

Abb. 2: In der Internet-Milieu-Struktur der Entscheider gibt es deutlich andere Schwerpunkte als in der Bevölkerung

Zwei Charakteristika der Entscheider im Vergleich zur Bevölkerung sind offensichtlich: Entscheider sind, was ihre soziale Lage angeht, in der Regel der Mittel- und Oberschicht zuzuordnen – dies ist keine Überraschung. Wesentlich interessanter sind die klaren Schwerpunkte in der Internet-Milieu-Struktur, die eine wesentlich höhere Affinität zur digitalen Lebenswelt zeigen. Dies führt bei Entscheidern im Vergleich zur Bevölkerung zu einem hohen Anteil von Digital Natives, die sehr gut durch die Begriffe Effizienz und Souveränität im Umgang mit dem Internet charakterisiert werden können.

Deutlich geringer ist der Anteil von Digital Outsiders. Unabhängig von der Milieuzuordnung hat sich im Rahmen der Entscheider-Befragung gezeigt, dass es unter den Entscheidern fast keine „Offliner“ gibt – digitale Kommunikation ist eine conditio sine qua non für ihre Rolle.

The post Wer ist wo verortet? appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/feed/ 0
Die Mühen haben sich gelohnt – DIVSI Entscheider-Studie: Basis für interdisziplinäre Diskussionen https://www.divsi.de/die-muehen-haben-sich-gelohnt-divsi-entscheider-studie-basis-fuer-interdisziplinaere-diskussionen/ https://www.divsi.de/die-muehen-haben-sich-gelohnt-divsi-entscheider-studie-basis-fuer-interdisziplinaere-diskussionen/#respond Mon, 14 Jan 2013 15:15:32 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=4060 Von Matthias Kammer Hamburg – Wer steckt hinter dem Internet? Wer sind die Entscheider, Macher und Beobachter? Welche Einflussmöglichkeiten haben diese Akteure, wie schätzen sie die Nutzer ein, was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die aktuelle DIVSI Entscheider-Studie, bundesweit repräsentativ und wissenschaftlich untermauert, hatte einen umfangreichen Punktekatalog abzuarbeiten. Die Mühen haben sich gelohnt. Die […]

The post Die Mühen haben sich gelohnt – DIVSI Entscheider-Studie: Basis für interdisziplinäre Diskussionen appeared first on DIVSI.

]]>

Von Matthias Kammer

Hamburg – Wer steckt hinter dem Internet? Wer sind die Entscheider, Macher und Beobachter? Welche Einflussmöglichkeiten haben diese Akteure, wie schätzen sie die Nutzer ein, was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die aktuelle DIVSI Entscheider-Studie, bundesweit repräsentativ und wissenschaftlich untermauert, hatte einen umfangreichen Punktekatalog abzuarbeiten.

Die Mühen haben sich gelohnt. Die neue Untersuchung, wiederum durch das renommierte Heidelberger SINUS-Institut realisiert, beantwortet nämlich nicht nur alle aufgeworfenen Fragen. Sie füllt darüber hinaus eine Lücke, die voraus gegangene Studien gelassen haben.

Motivationen und Einstellungen der in Deutschland lebenden Bevölkerung in ihrem Verhältnis zum Internet sind spätestens seit der „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ bekannt. Dargelegt ist dort auch, welche Erwartungen die Menschen hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz haben.

Aber auch unsere Untersuchung betrachtete den fortschreitenden Digitalisierungsprozess – wie fast alle ähnlich gelagerten Arbeiten zu diesem Thema – aus der Nutzer-Perspektive. Seither tauchte in Diskussionen über die Studie, die oft auch interdisziplinär geführt wurden, immer wieder die Frage nach der Verantwortung für das Internet auf, nach dem Gestaltungsmandat.

Relativ einfach ließen sich aus den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft Entscheider identifizieren. Bei einem zweiten Blick zeigte sich jedoch, dass wenig bis gar nichts dazu bekannt ist, welche Einstellungen diese Gruppen zum Internet haben, was ihre Intentionen sind, wo sie Chancen und Gefahren sehen.

Diese Erkenntnis gab letztlich den Anstoß zur DIVSI Entscheider-Studie. Vorausgegangen ist ihr eine qualitative Untersuchung, deren Ergebnis wir im November 2012 vorlegen konnten.

Aus den jetzt vorliegenden Ergebnissen lassen sich fünf wesentliche Aussagen ableiten. Sie mögen nicht immer ungeteilte Zustimmung erfahren. Das wird uns jedoch nicht daran hindern, auch unwillkommene Fakten zur Diskussion zu stellen.

In Schlagzeilen gepresst lesen sich diese herausragenden Erkenntnisse so:

  • Es gibt kein Offline-Leben mehr
  • Sicherheit im Internet ist ein Top-Thema – aber eine Illusion
  •  Die Privatwirtschaft macht das Netz
  •  Die Hauptverantwortung liegt beim Nutzer, doch der kennt sich nicht aus
  •  Risikoverursacher im Netz sind Hacker, globale Internet-Dienstleister und unbedachte Nutzer

Dr. Silke Borgstedt, beim SINUS-Institut verantwortlich für die Realisierung der DIVSI Entscheider-Studie, erläutert diese Headlines im Detail.

Die Ergebnisse der Studie zeigen nach meiner Einschätzung auch: Die Digitalisierung wird die Entwicklung des 21. Jahrhunderts zentral prägen. Dies beinhaltet aus Sicht der Entscheider eine Veränderung von Selbstverständlichkeiten. Vieles muss neu definiert und ausgehandelt werden.

Auffällig ist weiter, dass eine Gesamtverantwortung für „das Internet“ von den Entscheidern strukturell weder als möglich erachtet wird noch gewollt ist. Ihre Lösung besteht darin, die Verantwortung zu großen Teilen an den Nutzer weiter zu reichen. Hier stehen uns sicher noch Diskussionen bevor, ob man es sich mit dieser Sichtweise nicht zu einfach macht.

Das Gebot der Stunde – so ein Ergebnis der Studie – sei Eigenverantwortung. Unter dieser Prämisse sollten sich die Nutzer im Internet bewegen. Der Nutzer sei selbst schuld, wenn er Risiken im Internet leichtfertig übersieht.

Verhält es sich tatsächlich so?

Auffällig ist auch, dass den Machern des Netzes die Formulierung eines übergeordneten Werte-Kodex geradezu utopisch erscheint. Aus Sichtweise der Entscheider wird es immer schwieriger, Rechtsgrundlagen zu schaffen, die wirksam und durchsetzbar sind. Dies auch vor dem Hintergrund, dass das Internet ein globales Phänomen ist.

Es ist gut, dass diese Ansicht nunmehr offen auf dem Tisch liegt. Es ist aber nicht gut, sie einfach zu akzeptieren. Es lohnt sich mit Sicherheit, die Diskussion um einen Werte-Kodex für das Zusammenleben in der Gesellschaft im digitalen Zeitalter aufzunehmen und voranzubringen.

Wir haben deshalb den Versuch gestartet, mit unserem Schirmherrn Prof. Dr. Roman Herzog einen solchen Kodex zu entwickeln. Die Schwierigkeiten auf diesem Weg sind uns sehr wohl bewusst. Gleichwohl liegt darin eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe, die unbedingt in Angriff genommen werden sollte.

Das Stufenmodell der DIVSI-Entscheiderstudie

Bereits jetzt wird es immer schwieriger, für den Verhandlungsraum Internet generell gültige Regelungen und gegenseitige Vereinbarungen zu treffen. Der Diskurs bewegt sich von einer rein technologischen Perspektive zunehmend zu einer Frage nach der „digitalen Kultur“.

Die DIVSI Entscheider-Studie macht auch deutlich, dass Hackerangriffe als das größte Risiko im Internet angesehen werden. Neun von zehn Entscheidern stimmen darin überein, dass eine Garantie gegen derlei Angriffen nicht gegeben werden kann. Interessant ist in diesem Zusammenhang die provokante These von Prof. Dr. Hans Peter Bull, der fragt: „Hacker als Agenten des Fortschritts?“.

Neben den reinen faktischen Erkenntnissen gibt die Entscheider-Studie Hinweise darauf, dass ein größerer gesellschaftlicher Umbruch im Gange ist. Im Vergleich zu allen anderen Entscheidern bekunden die Digital Souveränen das geringste Vertrauen in das politische System und unseren Rechtsstaat. Droht unserem Land angesichts dieser Antworten der Avantgarde der Führungskräfte eine allgemeine Vertrauenskrise?

Kennern unserer ersten Studie wird übrigens auffallen, dass sich die Ansichten der Entscheider teils deutlich von den im letzten Jahr ermittelten Einstellungen und Handlungsweisen der Bevölkerung unterscheiden. 39 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sind danach Digital Outsiders. Für die Entscheider spielt das keine Rolle. Denn aus ihrer Sicht leben auch die Digital Outsiders in einer Umgebung, die fortwährend stärker von der Online-Welt geprägt wird.

The post Die Mühen haben sich gelohnt – DIVSI Entscheider-Studie: Basis für interdisziplinäre Diskussionen appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/die-muehen-haben-sich-gelohnt-divsi-entscheider-studie-basis-fuer-interdisziplinaere-diskussionen/feed/ 0
2. E-Government Hochschultag: „In vielfältiger Weise anregend und motivierend!“ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/#respond Wed, 05 Dec 2012 15:30:39 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1441 Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und […]

The post 2. E-Government Hochschultag: „In vielfältiger Weise anregend und motivierend!“ appeared first on DIVSI.

]]>
Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und stellt Menschen und deren Aufgaben in den Mittelpunkt.“

Hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und den Kommunen brachten die Studenten unter ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf den neuesten Stand der Thematik. Prof. Dr. Frank Zimmer, Prodekan der Fakultät Kommunikation und Umwelt, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Veranstaltungs-Verlauf: „Für die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal war dieser Tag in vielfältiger Weise anregend und motivierend.“

Matthias Kammer erläuterte im Rahmen der Veranstaltung die DIVSI Milieu-Studie sowie die gerade vorgelegte DIVSI Meinungsführer-Studie. Dabei arbeitete er besonders heraus, welche Herausforderungen für das E-Government sich aus den beiden wissenschaftlichen Untersuchungen ableiten lassen.

Im Hinblick auf die festgestellten 39% Digital Outsiders gehe es vor allem darum, dass die Verantwortlichen für E-Government Vertrauen zu ihren Angeboten innerhalb dieser Gruppe aufbauen müssten. Es sollte unbedingt dafür Sorge getragen werden, dass diese Bürger nicht den sozialen Anschluss verpassen.

Gleichzeitig müssten die Verantwortlichen jedoch aufpassen, die angebotenen Lösungen durch höhere Sicherheitsschranken nicht zu kompliziert zu gestalten. Zwar würden die Digital Outsiders durch die erhöhten Schutzwälle vermutlich zunächst einmal mehr Vertrauen zu den E-Government-Angeboten fassen. Allerdings sei das keine Garantie dafür, dass diese Zielgruppe die entsprechenden Angebote dann auch tatsächlich verstärkt nutzen würde.

Matthias Kammer wies in diesem Zusammenhang auf ein zwangsläufig entstehendes Problem hin. Mehr Sicherheit – gewünscht durch Digital Outsiders – bedeutet in der Regel nämlich auch weniger Convenience. Und genau diese Benutzerfreundlichkeit fordern die Digital Natives, zu denen laut DIVSI-Studie 41 % der Nutzer gerechnet werden können. Matthias Kammer: „Die zentrale Frage lautet also, wie bekommt man die einen rein ohne die anderen heraus zu kicken.“

Grundsätzlich machte der DIVSI-Direktor weiter deutlich: „Der gängige Slogan ‚WLAN für alle’ reicht nicht, um die soziale Teilhabe in der digitalen Gesellschaft zu fördern. Die Herausforderung besteht darin, Angebote und Maßnahmen zu entwickeln, die die Zurückhaltung der Digital Outsiders abbauen helfen und gleichzeitig an die unterschiedlichen Kompetenzen, Motive und Anforderungen in den digitalen Lebenswelten anschließen.“

Das Verhalten im Netz spiegele grundlegende Werte-Orientierungen der Menschen wider. Kammer: „Diese haben Auswirkungen auf das Internet-Verhalten und die Ansprüche an Sicherheit und Datenschutz, aber auch an Convenience.“ Sicherheit im Internet sei eine Frage der persönlichen Einstellung. Matthias Kammer: „Die gefühlte Souveränität steigt, je vertrauter man mit dem Internet ist.“

Viele der jungen Studierenden wurden besonders nachdenklich, als Matthias Kammer auf Kernaussagen der Meinungsführer-Studie einging. So erstaunte, dass die Digital Outsiders demnach vielen verantwortlichen Akteuren vollständig egal sind. Zitat dazu aus der Studie: „Das ist eine große Gruppe, aber die Neandertaler waren auch eine große Gruppe und die sind dann ja auch ausgestorben…!“

Abschließend stellte Matthias Kammer heraus, dass sich der Diskurs um das Internet zwischen technologischer Perspektive und digitaler Kultur bewege: „Es wird immer schwieriger, für den Verhandlungsraum Internet generell gültige Regelungen und gegenseitige Vereinbarungen zu treffen.“

Er gab dann den jungen Zuhörern drei Fragen grundsätzlicher Natur mit auf den Weg:

  • Werden tradierte Vorstellungen von Rechtsordnung, Gesellschaftsstruktur und Demokratie einem fundamentalen Wandel unterzogen?
  • Müssen alte Gewissheiten, kulturelle Konzepte und Denkansätze auf den Prüfstand?
  • Wie können neue Vertrauensstrukturen entstehen, die auch mit Vertrauensbruch umgehen können?

Prof. Dr. Zimmer machte nach der Veranstaltung deutlich, dass die von Matthias Kammer referierten Erkenntnisse die weiteren Diskussionen an der Hochschule begleiten würden. Gerade im Bereich Usabilitiy-Engineering sei das User-Centered-Design das Vorgehensmodell der Wahl. Die vorgetragenen Daten seien insoweit von unschätzbarem Wert.

Die Hochschule Rhein-Waal wurde 2009 gegründet. Gelehrt wird in den vier Fakultäten „Technologie und Bionik“, „Life Sciences“ und „Gesellschaft und Ökonomie“ sowie „Kommunikation und Umwelt“. Im Studienjahr 2012/2013 werden 25 Bachelorstudiengänge am Start sein. Die Hochschule kann an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort insgesamt 5000 Studienplätze bieten.

The post 2. E-Government Hochschultag: „In vielfältiger Weise anregend und motivierend!“ appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/feed/ 0
E-Government nach der DIVSI-Studie: „Wir werden sehr anders nachdenken müssen!“ https://www.divsi.de/e-government-nach-der-divsi-studie-wir-werden-sehr-anders-nachdenken-muessen/ https://www.divsi.de/e-government-nach-der-divsi-studie-wir-werden-sehr-anders-nachdenken-muessen/#respond Tue, 06 Mar 2012 15:24:41 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1430 Leipzig – Unter dem Motto „Innovation ist Wandel“ stand der 13. Kongress neueVerwaltung der dbb-Akademie. Einer der Kernpunkte im Congress Centrum Leipzig war dabei die „Fachmesse eGovernment“. Im Rahmen dieser Veranstaltung von Experten für Experten fand die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ größte Aufmerksamkeit. Dr. Marianne Wulff, Geschäftsführerin VITAKO, im vollbesetzten Plenum […]

The post E-Government nach der DIVSI-Studie: „Wir werden sehr anders nachdenken müssen!“ appeared first on DIVSI.

]]>

Leipzig – Unter dem Motto „Innovation ist Wandel“ stand der 13. Kongress neueVerwaltung der dbb-Akademie. Einer der Kernpunkte im Congress Centrum Leipzig war dabei die „Fachmesse eGovernment“. Im Rahmen dieser Veranstaltung von Experten für Experten fand die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ größte Aufmerksamkeit. Dr. Marianne Wulff, Geschäftsführerin VITAKO, im vollbesetzten Plenum während einer Diskussionsrunde: „Mit den Erkenntnisse der Studie werden wir über E-Government sehr anders nachdenken müssen.“

Gleich zweimal drehte es sich beim dbb-Kongress um die Studie. Moderiert von Dr. Volker Franke (dbb Akademie) stellten DIVSI-Direktor Matthias Kammer und Dr. Silke Borgstedt, Direktorin Sozialforschung bei der SINUS Markt- und Sozialforschung, im Forum wesentliche Aussagen der Studie noch einmal vor. Dabei ging es auch um die wissenschaftliche Methodik der Untersuchung und die Auswertung, um die Ergebnisse der Studie differenziert zu analysieren.

Die Studie analysiert die Internetnutzung der verschiedenen Milieus besonders unter dem Aspekt von Vertrauen und Sicherheit im Internet. Eine der Kernaussagen ist, dass 39 Prozent der Deutschen Digitale Outsiders sind. Diese Erkenntnis hat für die Frage nach der Akzeptanz von eGovernment zentrale Bedeutung. Hierüber wurde am Abschlusstag im Plenum diskutiert. Auf Bitte von Moderator Michael Klöker stuften sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde dabei auch selbst nach den bekannten SINUS-Milieus ein.

Dr. Marianne Wulff sah sich als Digital Immigrant aber auch als „effizienzorientierten Performer“. Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit: „Auch wenn man sich das vielleicht nicht vorstellen kann – früher war ich digitaler Hedonist. Heute ordne ich mich zwischen einem souveränen Skeptiker und Performer ein.“ Thomas Fischermann (Die ZEIT und Co-Autor von „Zeitbombe Internet“ outete sich als „Digital Immigrant mit Assimilationsabsichten“. DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Ich werde Immigrant bleiben.“ Und Dr. Borgstedt gab ehrlich zu: „Vor der Studie habe ich mich mehr Native gefühlt, als ich tatsächlich bin.“

Grundsätzlich stimmten die Diskussionsteilnehmer dem zu, was Thomas Fischermann so umriss: „Das Internet ist die zentrale Infrastruktur der Gesellschaft geworden. Es werden jedoch Teile praktiziert, die nicht sicher genug sind. Ich bin nicht gegen das Internet. Ich bin dagegen, dass es ausfällt.“ Gleichzeitig präsentierte er einen Vorschlag dafür, wie sich die Nutzer-Sicherheit verbessern ließe. Dafür müsse grundsätzlich eine Firmen-Haftung für jedes unterbreitete Angebot eingebaut werden. Fischermann: „Dann sähe es mit der Sicherheit anders aus.“

Im Hinblick auf E-Government regte DIVSI-Direktor Matthias Kammer an: „Die Verantwortlichen sollten weit stärker aus der Nutzersicht denken.“ Die durch die Studie gewonnene Erkenntnis, wonach 39 Prozent der Bundesbürger praktisch nicht oder nur ganz wenig das Internet nutzen, sei bislang überhaupt nicht berücksichtigt worden.

Dr. Marianne Wulff nahm den Gedanken des nutzenorientierten E-Government auf: „Da der Bürger nur selten Transaktionen mit der Verwaltung abwickelt, müssen elektronische Angebote noch mehr aus der Perspektive des Bürgers betrachtet werden.“ Die VITAKO-Geschäftsführerin weiter: „Das virtuelle Rathaus können wir vergessen. Die rein virtuelle Verwaltung, die beim Bürgerkontakt ausschließlich auf den elektronischen Kanal setzt, ist passé. Die E-Government Szene muss vielmehr überprüfen, wen wir wie überhaupt erreichen können.“ Es gehe jetzt darum, Grundfragen zu klären. Nur dann könnten die Internet-Services der Verwaltung mehr Beteiligung finden.

Peter Schaar regte an, auf jedes Milieu innerhalb der drei Gruppen – Digital Outsiders, Digital Immigrants, Natives – gezielt einzugehen. Man müsse individuelle Angebote und Maßnahmen entwickeln. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz: „So kann man sie entweder weiter an das Internet heranführen oder aber auch stärker mit den Risiken vertraut machen.“

The post E-Government nach der DIVSI-Studie: „Wir werden sehr anders nachdenken müssen!“ appeared first on DIVSI.

]]>
https://www.divsi.de/e-government-nach-der-divsi-studie-wir-werden-sehr-anders-nachdenken-muessen/feed/ 0