U9-Studie – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/ https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/#respond Mon, 03 Aug 2015 08:53:37 +0000 http://46.30.3.106/?p=12572 Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen. Von Joanna Schmölz Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird […]

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Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe

Bild: nenetus – Shutterstock

Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen.

Von Joanna Schmölz

Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird darüber diskutiert und gestritten, wie, ab wann oder ob Kinder überhaupt mit digitalen Medien in Berührung kommen sollten. Dabei sind jedoch – und das wird häufig übersehen – manche der Problemstellungen längst von der Realität überholt worden.

Zwar ist das Internet selbst ja gerade mal ein Teenager, in mancher Hinsicht steckt es noch in den Kinderschuhen. Aber es entwickelt sich rasant; die Digitalisierung verändert vieles, das sich zuvor über Jahrzehnte etabliert und bewährt hatte. Diese Entwicklung wirkt sich auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens aus.

Kein Luxusgut

Heute ist das „Internet to go“ für die meisten von uns ein ständiger Begleiter und damit auch in dem Lebensraum gegenwärtig, in dem Kinder und Jugendliche sozialisiert werden. Die jetzige junge Generation ist die erste, die in einer derart stark digitalisierten Welt aufwächst. Ich denke hier vor allem an das Zeitalter des mobilen Internets, in dem Smartphones & Co. kein Luxusgut für wenige sind, sondern zum Alltag vieler oder gar der meisten gehören. Diese Entwicklung hat erst mit der iPhone-Einführung 2007 begonnen. Was sich seitdem verändert hat, ist enorm.

Dieser kurze Blick auf die Situation beschreibt allerdings nur den verfügbaren Handlungsrahmen. Wie sich die grundsätzlichen Einstellungen und Handlungslogiken entwickeln, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab – ganz wesentlich vom lebensweltlichen Hintergrund, vor dem die Kinder aufwachsen.

Vor fast genau einem Jahr haben wir die Ergebnisse der DIVSI U25-Studie vorgestellt. Sie nahm Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 9 und 24 Jahren und ihr Leben in und mit der digitalen Welt in den Blick. Die Untersuchung zeigte, dass bei ihnen digitale Medien längst etabliert sind und dass es bereits in diesen Altersgruppen große Unterschiede in Hinblick auf Medienkompetenz, auf die subjektive Souveränität im Umgang mit dem Internet, aber auch hinsichtlich Sicherheitserwartungen gibt.

Doch längst nicht alle jungen Menschen, die in unserer digitalisierten Welt aufwachsen, sind automatisch „Digital Natives“. Einige sind stark verunsichert oder wissen schlichtweg nichts mit dem reichhaltigen Angebot anzufangen. Für die einen ist das Internet ein reiner Freizeitraum, andere nutzen es für Informations- und Bildungszwecke und begreifen es als Werkzeug für das persönliche und berufliche Weiterkommen.

Um zu verstehen, wann genau und unter welchen Umständen sich diese teils stark auseinanderklaffenden Entwicklungen vollziehen, haben wir mit der U9-Studie, realisiert durch das SINUS-Institut, noch etwas früher angesetzt. Wir wollten die ersten Phasen des eigenständigen Umgangs mit digitalen Medien und insbesondere mit dem Internet unter die Lupe nehmen.

Wen fragen?

Denn – so eine wichtige Erkenntnis der U9-Studie: Die Kinder SIND bereits online. Rund 1,2 Millionen 3- bis 8-Jährige gehen regelmäßig ins Internet. Tendenz vermutlich steigend. Die Frage nach dem „Ob“ stellt sich so also nicht mehr.

Hinsichtlich vieler anderer Fragen rund um „Kinder und Internet“ gibt es aber keine oder keine ausreichenden Erfahrungswerte. Eltern können auch ihre eigenen Eltern kaum fragen: „Wie habt ihr das denn damals gemacht mit dem Internet?“

Im Kern der Debatte stehen dabei Fragen wie:

  • Wie viel Internet ist gut für Kinder?
  • Was können oder sollten sie dort machen (dürfen)? Was nicht?
  • Welche Kompetenzen benötigen sie, um die vielfältigen Chancen des Internets für sich (und ihre Zukunft) nutzen zu können?
  • Welchen Gefahren/Risiken sind sie im Internet ausgesetzt, und wie können sie geschützt werden? Und zwar auch ohne dass sie bei jedem einzelnen Klick beaufsichtigt werden.
Minecraft

Gaming: Wer wie oft Spiele nutzt, hängt auch von der formalen elterlicher Bildung ab. (Bild: Bloomua – Shutterstock)

Digitale Teilhabe ist jetzt schon eine der zentralen Voraussetzungen sozialer Teilhabe. In Zukunft wird sich das eher noch verstärken. Da unsere Lebenswelt stark medialisiert ist, ist es nur logisch, dass auch die Sozialisierung der Kinder davon nicht frei bleibt. Ein Heranwachsen ohne Auseinandersetzung mit Medien ist – unabhängig von Sinn oder Unsinn – höchst unwahrscheinlich.

Weichenstellung

Die Ergebnisse der U9-Studie machen überdeutlich, wie weichenstellend bereits die ersten Jahre für die Entwicklung digitaler Kompetenz(en) sind. Welche Einstellungen junge Menschen zum Internet entwickeln, wie sie sich darin bewegen und welche Chancen und Risiken sie wahrnehmen, wird bereits in der Kindheit angelegt. Selbstsicherheit und Chancenorientierung stehen also gegen Ängste und Restriktionen.

Dabei kommt der technischen Ausstattung bei Weitem nicht die größte Bedeutung zu. Weder die Verteilung von Tablets an Schulen noch „Breitband für alle“ werden als Maßnahmen ausreichen, um die Chancengleichheit, die der Digitalisierung gern zugeschrieben wird, zu sichern. Es reicht nicht, dass alle dem Grunde nach Zugang zur großen bunten digitalen Welt bekommen.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die Schere droht noch deutlich weiter auseinanderzuklaffen, wenn sich die sozialen Ungleichheiten im Netz reproduzieren. Die Erkenntnisse der U9-Studie können eine wissenschaftlich gesicherte Grundlage für sachlich fundierte Diskussionen darüber sein, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um Kindern einen guten Start in einer immer stärker digitalisierten Welt zu ermöglichen.

Diskurs-Anstöße

Es geht im Kern um die Frage: Wie ebnen wir Kindern den Weg in eine chancenreiche Zukunft, und wie bereiten wir sie qualifiziert auf eine Welt vor, in der kaum noch etwas ohne Internet gehen wird? Die aktuelle Untersuchung soll dazu beitragen, einen fundierten Diskurs hierüber zu organisieren.

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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig stellt die DIVSI U9-Studie vor https://www.divsi.de/bundesfamilienministerin-manuela-schwesig-stellt-die-divsi-u9-studie-vor/ https://www.divsi.de/bundesfamilienministerin-manuela-schwesig-stellt-die-divsi-u9-studie-vor/#respond Fri, 26 Jun 2015 10:19:55 +0000 http://46.30.3.106/?p=12518 Auf der Bundespressekonferenz vergangenen Dienstag stellte die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit DIVSI und dem SINUS Institut die neue DIVSI U9-Studie: Kinder in der digitalen Welt vor.  Keine Frage der Technik, sondern eine Frage des Umgangs Anstatt vor den Risiken im Internet zu mahnen, betonte die Bundesfamilienministerin die Chancen der digitalen Welt und hob Mediensozialisierung und Vermittlung von Medienkompetenz als […]

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Bundespressekonferenz U9-Studie

Auf der Bundespressekonferenz vergangenen Dienstag stellte die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit DIVSI und dem SINUS Institut die neue DIVSI U9-Studie: Kinder in der digitalen Welt vor. 

Keine Frage der Technik, sondern eine Frage des Umgangs

Anstatt vor den Risiken im Internet zu mahnen, betonte die Bundesfamilienministerin die Chancen der digitalen Welt und hob Mediensozialisierung und Vermittlung von Medienkompetenz als neue gesellschaftliche Aufgabe hervor. Die Teilhabe von Kindern an der digitalen Welt hänge nicht länger von der Hardware ab, sondern sei eine Frage der Erziehung im Umgang mit dem Internet, der sich Politik, Bildungseinrichtungen und Eltern gleichermaßen annehmen müssten.

Joanna Schmölz, stellvertretende Direktorin und Wissenschaftliche Leitung des DIVSI, spricht im folgenden Video über die Zielsetzung der DIVSI U9-Studie und betont die besondere Rolle der Eltern in der frühkindlichen Medienbildung.

Frühkindliche Internetnutzung trifft auf großes mediales Interesse

Auf ein großes Medienecho stieß unsere DIVSI U9-Studie besonders angesichts der Erkenntnis, dass sich bereits 3-Jährige trotz fehlender Lese- und Schreibkenntnisse mittels Icons und Bildern eigenständig im Internet bewegen. Über die Studie berichten unter anderem die ZEIT, Süddeutsche Zeitung, FAZTAZ und der Focus.

Die Studie gibt es hier im Volltext. Im Pressebereich finden Sie zudem weitere Videos und Pressematerialien.

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