Veranstaltungen – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 DIVSI-Bucerius Forum 2018: Wer regiert das Internet? Macht – Kontrolle – Verantwortung https://www.divsi.de/veranstaltung/divsi-bucerius-forum-2018/ Fri, 09 Mar 2018 17:19:08 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=events&p=17495 Bereits zum vierten Mal haben das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und die Bucerius Law School ihr gemeinsames, jährliches Forum zum Austausch über Themen des digitalen Zeitalters veranstaltet. Im Mittelpunkt des DIVSI-Bucerius-Forums, das am 31. Mai und 1. Juni 2018 in den Räumen der Bucerius Law School stattgefunden hatte, stand die […]

The post DIVSI-Bucerius Forum 2018: Wer regiert das Internet? Macht – Kontrolle – Verantwortung appeared first on DIVSI.

]]>
DIVSI-Bucerius Forum 2018

Foto: Martin Bieling

Bereits zum vierten Mal haben das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und die Bucerius Law School ihr gemeinsames, jährliches Forum zum Austausch über Themen des digitalen Zeitalters veranstaltet. Im Mittelpunkt des DIVSI-Bucerius-Forums, das am 31. Mai und 1. Juni 2018 in den Räumen der Bucerius Law School stattgefunden hatte, stand die Frage: „Wer regiert das Internet?“.

Das Internet, ein Verband von dezentralen Netzwerken und Rechnersystemen weltweit, ist eine Infrastruktur, ohne die viele alltägliche Abläufe unserer hochvernetzten Gesellschaft kaum noch denkbar wären. Bereits die Vorjahresveranstaltung stand daher im Zeichen der These, dass digitale Teilhabe auch zunehmend Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist. Die Menschen nutzen das Internet täglich und selbstverständlich. Aber wie ist die dahinterliegende Infrastruktur eigentlich aufgebaut? Wo liegen die Kabel, wo die Knotenpunkte? Was sind echte Gefahren für diese und welche erscheinen nur so. Und wer bestimmt eigentlich, wer im Internet was wann und wie tun darf? Wer bestimmt die Inhalte und herrscht über die Daten?

Noch wird von einer großen amerikanischen Präsenz gesprochen. Gilt dies auch für die Zukunft? Aufstrebende Wirtschaftsräume werden ihren Einfluss vergrößern wollen. Daraus wird sich eine weitere Globalisierung des Netzes ergeben. Ist das Internet ein Spiegel der globalen Machtverhältnisse? Stellt sich mit dem zunehmenden Aufstreben der Wirtschaftsmacht China möglicherweise die Frage, „ob mit der Expansion der chinesischen Plattformen auch die sicherheitspolitisch relevante Kontrolle der Daten der globalen Internetnutzer von der amerikanischen Westküste an die chinesische Ostküste wandert“1 ? Wird China stärker das Internet mitregieren? Und was bedeutet das für das Kräfteverhältnis der unterschiedlichen beteiligten Player in diesem Feld?

Diese und weitere Fragen wurden wir mit rund 120 Gästen diskutiert. Am ersten Tag, nach einem Grußwort des DIVSI-Schirmherrn Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, stand die Frage nach den Hintergründen der Internetinfrastruktur sowie der Rolle Chinas und der USA im Mittelpunkt. Nach einer Keynote über die Gestaltung der Internetinfrastruktur durch Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) in Garching, stellte Prof. Dr. Sebastian Heilmann, Gründungsdirektor des Mercator Instituts für China-Studien (MERICS) in Berlin,  die Rolle Chinas im Kräfteverhältnis der Player im Internet dar und die Rolle der USA in diesem Zusammenhang skizzierte Dr. Josef Braml, Leiter Fachbereich USA Foresight, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.

Die anschließende Podiumsdiskussion widmete sich der Frage, welche Auswirkungen das skizzierte Spannungsfeld auf den Einzelnen hat. Auf das Podium diskutierten:
Die Bundestagsabgeordnete Frau Saskia Esken, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Prof. Dr. Johannes Caspar, die stellvertretende Forschungsgruppenleiterin Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik, Dr. Nadine Godehardt und der Doktorand Janwillem van de Loo, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hamburg.

Am zweiten Tag wurden aus wissenschaftlicher Sicht Einzelfragen zu Macht, Kontrolle und Verantwortung behandelt. Referenten waren die Professorin für Ethik in der Informationstechnik an der Universität Hamburg, Prof. Dr. Judith Simon, Prof. Dr. Jens Großklags, Inhaber des Lehrstuhls für Cybertrust (DIVSI-Stiftungslehrstuhl) an der Technischen Universität München, Prof. Dr. Peter Parycek, Professor für eGovernance an der Donau-Universität Krems und Prof. Dr. Ralf Dewenter, Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. Industrieökonomik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.

Programm

Donnerstag, 31. Mai 2018
13.30 Registrierung und Begrüßungskaffee
13.45

Begrüßung

Prof. Dr. Katharina Boele-Woelki, Bucerius Law School, Hamburg

Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

14.00

Grußwort des DIVSI-Schirrmherrn

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

14.15

Keynote I:
Das Internet – technische Infrastruktur für das digitale Zeitalter – Funktionsweise, Gestaltungs- und Kontrollmöglichkeiten

Prof. Dr. Claudia Eckert, Lehrstuhl Sicherheit in der Informationstechnik, Technische Universität München, Leiterin Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC), Garching

14:45

Keynote II:
Der chinesische Weg: Digitale Totalkontrolle und internationale Standardsetzung

Prof. Dr. Sebastian Heilmann, Gründungsdirektor des Mercator Instituts für China-Studien (MERICS) in Berlin

15:15

Kurze Pause

15:30

Keynote III:
Wer beherrscht das Internet? Die Rolle der USA

Dr. Josef Braml, Leiter Fachbereich USA Foresight
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.

16:00

Podiumsdiskussion: „Wer regiert das Internet? – Und was bedeutet das für die Menschen?“

Prof. Dr. Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, Hamburg

Saskia Esken, MdB, Berlin

Janwillem van de Loo, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Markus Kotzur, LL.M. (Duke Univ.), Universität Hamburg

Dr. Nadine Godehardt, stellv. Forschungsgruppenleiterin (Asien), Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Daniel Lachmann, Chinapreneur & Digital Transformation Consultant, Berlin

Moderation: Matthias Kammer, Hamburg

Im Anschluss


Abendbuffet

Freitag, den 01. Juni 2018

8.30 Registrierung und Begrüßungskaffee
9.00

Begrüßung

Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

Vorträge mit anschließender Diskussion
9.15

Privatheit und Sicherheit im Internet für den Einzelnen und sein Netzwerk

Prof. Dr. Jens Großklags, Lehrstuhl für Cybertrust (DIVSI-Stiftungslehrstuhl), Technische Universität München

10.15

Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und Verantwortung im Internet

Prof. Dr. Judith Simon, Ethik in der Informationstechnologie, Universität Hamburg

11.15 Kaffeepause
11.45

Vertrauen und Verantwortung in Zeiten von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz

Prof. Dr. Peter Parycek, Professor für eGovernance an der Donau-Universität Krems

12:45

Regulierungsoptionen im Internet – Möglichkeiten und Grenzen

Prof. Dr. Ralf Dewenter, Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. Industrieökonomik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

13.45

Schlusswort

Matthias Kammer, Hamburg

Im Anschluss


Imbiss und Ausklang der Veranstaltung

* Arbeitstitel

Videomitschnitte

Grußwort des DIVSI-Schirmherrn Joachim Gauck

Keynote von Prof. Dr. Claudia Eckert
Das Internet: Technische Infrastruktur für das digitale Zeitalter – Funktionsweise, Gestaltungs- und Kontrollmöglichkeiten

Keynote von Dr. Josef Braml
Wer beherrscht das Internet? – Die Rolle der USA

Podiumsdiskussion: Wer regiert das Internet?
Prof. Dr. Johannes Caspar, Saskia Esken, Daniel Lachmann, Janwillem van de Loo, Dr. Nadine Godehardt

Vortrag von Prof. Dr. Jens Großklags
Privatheit und Sicherheit im Internet für den Einzelnen und sein Netzwerk

Vortrag von Prof. Dr. Judith Simon
Ein philosophischer Blick auf Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und Verantwortung im Internet

Vortrag von Prof. Dr. Peter Paryceck
Vertrauen und Verantwortung in Zeiten von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz

Vortrag von Prof. Dr. Ralf Dewenter
Regulierungsoptionen im Internet – Möglichkeiten und Grenzen

In Kürze finden Sie hier, im DIVSImagazin und unserer App zum DIVSImagazin weitere Informationen und Mitschnitte zur Veranstaltung sowie einzelner Beiträge. 

DIVSImagazin App im Google Play Store

DIVSImagazin App im iTunes App Store

  1. Philipp Staab/Florian Butollo, Digitaler Kapitalismus – Wie China das Silicon Valley herausfordert, 3/2018 WISO Direkt.

The post DIVSI-Bucerius Forum 2018: Wer regiert das Internet? Macht – Kontrolle – Verantwortung appeared first on DIVSI.

]]>
24.04.2018: TUM–DIVSI Forum Cyber Trust https://www.divsi.de/veranstaltung/stiftungslehrstuhl-cyber-trust-muenchen/ Mon, 19 Feb 2018 13:15:22 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=events&p=17240 Vertrauen und Sicherheit – existenzielle Bedürfnisse im digitalen Zeitalter Anlässlich der Stiftung einer Professur für Cyber Trust an der Fakultät für Informatik der TUM durch das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) luden wir gemeinsam mit der TUM am 24. April 2018 zum TUM–DIVSI Forum Cyber Trust in die Bayerische Akademie der Wissenschaften (Residenz) […]

The post 24.04.2018: TUM–DIVSI Forum Cyber Trust appeared first on DIVSI.

]]>
TUM – DIVSI Forum Cyber Trust

Vertrauen und Sicherheit – existenzielle Bedürfnisse im digitalen Zeitalter

Anlässlich der Stiftung einer Professur für Cyber Trust an der Fakultät für Informatik der TUM durch das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) luden wir gemeinsam mit der TUM am 24. April 2018 zum TUM–DIVSI Forum Cyber Trust in die Bayerische Akademie der Wissenschaften (Residenz) in München.

Die TeilnehmerInnen erwartete ein informatives und festliches Rahmenprogramm. Als besonderen Festredner durften wir den Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck, Schirmherr des DIVSI, begrüßen.

Für Interessierte, die einen tieferen Einblick in das thematische Umfeld der Professur für Cyber Trust an der Fakultät für Informatik der TUM gewinnen wollten, boten wir am Nachmittag ein wissenschaftliches Kolloquium an. Unter der Leitung von Stiftungsprofessur-Inhaber Prof. Dr. Jens Großklags referierten ausgewählte Wissenschaftler und Experten mit ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten zu Digitalisierung und Cyber Trust.

Im Anschluss an den fachlichen Gedankenaustausch luden wir zu einem Get-together und der Festveranstaltung.

Programm:

Nachmittagsveranstaltung: Wissenschaftliches Kolloquium
14:30 Uhr Registrierung und Einlass
15:00 Uhr

Beginn und Begrüßung
Prof. Dr. Jens Großklags, Professur für Cyber Trust,
Technische Universität München

Joanna Schmölz, Vize-Direktorin DIVSI
„Zwischen Anthropozän und Technozän – Selbstbestimmtes Leben im Zeitalter von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz?“

Prof. Dr. Christian Pieter Hoffmann, Professur für Kommunikationsmanagement, Universität Leipzig
„Beteiligung im Internet“

16:15 Uhr Prof. Dr. Jens Großklags, Professur für Cyber Trust,
Technische Universität München
„Schwarmintelligenz oder Herdenverhalten – Privatheit und Sicherheit von Individuen und Gruppen im Internet“

 

Festliche Abendveranstaltung & Empfang

ab 17:00 Uhr

Einlass und Get-together

18:00 Uhr

Festveranstaltung

 

Begrüßung
Prof. Dr. Thomas O. Höllmann, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

 

Grußwort der Hochschule
Dr. Hans Pongratz, CIO der Technischen Universität München und geschäftsführender Vizepräsident für IT-Systeme & Dienstleistungen

 

Grußwort der Fakultät für Informatik
Prof. Dr. Hans-Joachim Bungartz, Dekan der Fakultät für Informatik,
Technische Universität München

 

Vorstellung der Professur
Prof. Dr. Jens Großklags, Professur für Cyber Trust, Technische Universität München

 

Rede des DIVSI-Schirmherrn
Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

 

Zum Ausklang
Matthias Kammer, Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet

 

Künstlerisches Überraschungsprogramm 
Mobilés Theatergruppe, Köln

Im Anschluss

Empfang & Abendbuffet

 

Bildergalerie

The post 24.04.2018: TUM–DIVSI Forum Cyber Trust appeared first on DIVSI.

]]>
Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten https://www.divsi.de/veranstaltung/digital-leadership-wie-die-chefs-den-wandel-gestalten/ Tue, 30 Jan 2018 10:09:26 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=events&p=17237 Veranstaltung in Kooperation mit dem Siegfried Vögele Institut und der IHK Frankfurt a.M. Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet hatte in Kooperation mit dem Siegfried Vögele Institut (SVI) und der IHK Frankfurt/Main am 30. Januar 2018 zum 3. Königsteiner Management-Dialog eingeladen. Das Thema:  „Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten“ Welche […]

The post Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten appeared first on DIVSI.

]]>
Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten

Foto: Siegfried Vögele Institut

Veranstaltung in Kooperation mit dem Siegfried Vögele Institut und der IHK Frankfurt a.M.

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet hatte in Kooperation mit dem Siegfried Vögele Institut (SVI) und der IHK Frankfurt/Main am 30. Januar 2018 zum

3. Königsteiner Management-Dialog eingeladen. Das Thema:
 „Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten“

Welche Auswirkungen hat die digitale Transformation auf das Führungsverhalten von Deutschlands Top-Managern? Muss in den Chef-Etagen dazugelernt oder umgedacht werden? Wie unterscheidet sich die digitale Führungskultur in traditionellen Unternehmen von der Startup-Kultur in der Gründerszene?

Diese und weitere Fragen standen nach einem Impuls-Vortrag von Dr. Markus Klimmer, im Mittelpunkt der Diskussion.

Auf dem Podium waren Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Staatsminister der Finanzen und Chief Information Officer, MdL, Mathias Weigert, Director der Kienbaum Consultants International GmbH und Geschäftsführer der Unternehmer-Schmiede GmbH, Ulrich Hilbert, Mitglied des Vorstandes, Frankfurter Volksbank eG, Dr. Markus Klimmer, Autor des Buches „#Digital Leadership – Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten“. Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Matthias Kammer, Direktor DIVSI.

Termin: Am 30. Januar 2018 von 19:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr.
Ort: Sigfried Vögele Institut, Ölmühlweg 12, 61462 Königstein/Taunus. 

Programm  
19:00 Uhr Sektempfang
19:45 Uhr Begrüßung
Peter Pittgens
Matthias Kammer
  Impulsvortrag
Dr. Markus Klimmer
 

Podiumsdiskussion

Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Staatsminister der Finanzen und Chief Information Officer, MdL,
Mathias Weigert, Director der Kienbaum Consultants International GmbH und Geschäftsführer der Unternehmer-Schmiede GmbH
Ulrich Hilbert, Mitglied des Vorstandes, Frankfurter Volksbank eG
Dr. Markus Klimmer, Autor des Buches „#Digital Leadership – Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten“

Moderation: Matthias Kammer, Direktor des DIVSI

21:00 Uhr Networking bei Buffet und Getränken

 

Mathias Weigert

Foto: Kienbaum

Mathias Weigert ist Director der Kienbaum Consultants International GmbH & Geschäftsführer der Unternehmer-Schmiede GmbH, einem Joint Venture von Kienbaum und etventure. Er begleitet große und mittelständische Unternehmen in digitalen Transformationsprozessen und bei der HR Digitalisierung. Neben tiefen Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Strategie-, Kultur- und Führungsprojekten besitzt er außerdem Expertise in den Bereichen Vergütung, Performance Management und Talent Management sowie der bei der Umstrukturierung von nationalen und internationalen Unternehmen, auch im öffentlichen Sektor. Des Weiteren leitet er Forschungsprojekte im Themenfeld „Zukunft der Arbeit“. Er verfügt über langjährige Beratungs- und Linienerfahrung in der Personalfunktion. Seine umfangreiche internationale Erfahrung sammelte er u.a. an Stationen in den USA, UK, Mittleren Osten und Südamerika. Seit 2015 ist er bei Kienbaum tätig. Sein Studium der Wirtschaftswissenschaften absolvierte er in Hamburg und Bamberg.

 

Dr. Markus Klimmer

Foto: Privat

Dr. Markus Klimmer war bis 2016 Managing Director bei der Accenture GmbH. 2008/2009 war er der Wirtschaftsberater von Bundesaußenminister und Vizekanzler Dr. Frank-Walter Steinmeier. Von 2000 bis 2009 war Dr. Klimmer Partner bei McKinsey & Company und leitete dort den Bereich „Public Sector“. Er studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften, Volkswirtschaftslehre sowie öffentliches Recht an der London School of Economics, der University of California Los Angeles und der Universität Hamburg. Vom österreichischen Bundeskanzler wurde Dr. Klimmer 2008 zum Kommerzialrat ernannt.

 

Dr. Thomas Schäfer

Foto: HMdF – Sabrina Feige

Staatsminister Dr. Thomas Schäfer steht an der Spitze des Hessischen Ministeriums der Finanzen. Er ist verantwortlich für die Ausgestaltung der Steuer- und Haushaltspolitik sowie für das Beteiligungs-, Bau- und Immobilienmanagement des Landes. Auf Bundesebene vertritt er im Finanzausschuss des Bundesrates die hessischen Interessen. Die Arbeit des Ausschusses berührt auch europäische Finanzthemen.
Darüber hinaus ist Dr. Schäfer als Chief Information Officer (CIO) und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie des Landes zuständig für die Steuerung der IT-Gesamtstrategie des Landes sowie die Vertretung des Landes Hessen in verwaltungsübergreifenden IT-Gremien wie dem IT-Planungsrat. Landesinterne Kernaufgaben sind die IT-Konsolidierung, die Unterstützung von Prozessen mit IT sowie der Ausbau von elektronischen Services für Bürger und Wirtschaft.

 

Ulrich Hilbert

Foto: Frankfurter Volksbank

Ulrich Hilbert ist Mitglied des Vorstandes der Frankfurter Volksbank eG, Bereich IT, Organisation und Facility Management.
Nach einer Bankausbildung bei der Volksbank Gladbeck eG, war er von 1983 bis 1989 als Vorstandsassistent der Volksbank Gladbeck eG tätig. 1988-1990 absolvierte er sein Studium zum Bankfachwirt (IHK) an der Frankfurt School of Finance. Von 1989 bis 1993 war er als Verwaltungsleiter bei der Genossenschaftlicher Informationsdienst GmbH tätig. Zusetzt war er von 1999 bis 2008 Generalbevollmächtigter Dezernatsleiter Betrieb bei der Frankfurter Volksbank eG.

 

Matthias Kammer

Foto: Frederike Heim

Matthias Kammer ist seit November 2011 Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Hamburg. Zwischen 1985 und 1994 leitete er mehrere IT-Projekte in Hamburg. Danach war er Leiter des Amtes für Informations- und Kommunikationstechnik der Hamburger Finanzbehörde und Leiter des Amtes für Organisation und zentrale Dienste der Hamburger Verwaltung. Von 2002 an war Kammer verantwortlich für das Projekt zur Gründung des gemeinsamen IT-Dienstleisters Dataport für die Verwaltungen Hamburgs und Schleswig-Holsteins, dessen Vorstandsvorsitzender er von Januar 2004 bis Oktober 2011 war. Kammer ist Co-Vorsitzender des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ e.V.).

 

IHK Frankfurt

Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main
Als Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft unterhält die IHK für ihre Mitglieder ein vielseitiges Dienstleistungsangebot. Das Expertenwissen der hauptamtlichen Fachleute sowie die Erfahrung der ehrenamtlichen Wirtschaftspraktiker steht allen zur Verfügung. Dies spiegelt sich in den Fachabteilungen sowie u. a. im IHK-Bildungszentrum und bei der IHK-Innovationsberatung Hessen wieder.

 

Siegfried Vögele Institut

Siegfried Vögele Institut
Das SVI ist als Tochter der Deutsche Post AG auf Dialogmarketing spezialisiert.
Hier treffen Marketing-Theorie und Marketing-Praxis aufeinander, um gängige
Kommunikations-Praktiken zu überprüfen und neues Wissen über zukünftige,
zunehmend digitale Kommunikations-Methoden zu erforschen.

The post Digital Leadership: Wie die Chefs den Wandel gestalten appeared first on DIVSI.

]]>
Digitale Kommunikation – auf der Suche nach Vertrauen und Sicherheit https://www.divsi.de/veranstaltung/digitale-kommunikation-auf-der-suche-nach-vertrauen-und-sicherheit/ Tue, 21 Nov 2017 10:27:08 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=events&p=16514 Digitale Kommunikation – auf der Suche nach Vertrauen und Sicherheit Digitale Kommunikation ist für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur privat kommunizieren wir digital, sondern zunehmend auch mit Unternehmen und staatlichen Stellen. Die Vorteile liegen auf der Hand – der Austausch funktioniert schnell, bequem und kostengünstig. Gleichzeitig hat sich ein zunehmendes Misstrauen […]

The post Digitale Kommunikation – auf der Suche nach Vertrauen und Sicherheit appeared first on DIVSI.

]]>
Digitale Kommunikation – auf der Suche nach Vertrauen und Sicherheit

Digitale Kommunikation ist für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur privat kommunizieren wir digital, sondern zunehmend auch mit Unternehmen und staatlichen Stellen. Die Vorteile liegen auf der Hand – der Austausch funktioniert schnell, bequem und kostengünstig. Gleichzeitig hat sich ein zunehmendes Misstrauen eingestellt. Die Datenschutzskandale der letzten Jahre haben das Vertrauen in digitale Kommunikationsmittel beschädigt. Aktuelle Studien zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer unzufrieden ist. Eine besondere Skepsis herrscht bei der Übermittlung sensibler Daten.
Digitale Kommunikation ist ein zentrales Element unserer modernen Gesellschaft. Es ist daher eine wichtige Aufgabe, das Vertrauen in diesem Bereich zu stärken. Doch welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Vertrauen gerechtfertigt ist? Welche Rolle spielt der Staat in und welche Verantwortung tragen Anbieter digitaler Kommunikation, aber auch die Nutzerinnen und Nutzer selbst?

Diese Fragen wurden gemeinsam mit hochrangigen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen diskutiert.

Termin: Dienstag, 21. November 2017, 17.30 bis 20.00 Uhr,
Ort: Von Greifswald, Greifswalder Straße 80, 10405 Berlin

Programm

Programm
17:00 Uhr Einlass und Fingerfood
17:30 Uhr

Begrüßung

Philipp Otto, Direktor Think Tank iRights.Lab

17:35 Uhr

Begrüßung und Einführung

Matthias Kammer, Direktor DIVSI

17:40 Uhr

Grußwort des DIVSI-Schirmherrn

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

17:55 Uhr

Keynote: Komfort vs. Sicherheit – (K)ein Nullsummenspiel?

Jutta Gurkmann, Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik, Vebraucherzentrale Bundesverband

18:15 Uhr

Podiumsdiskussion: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser?

Ulf Buermeyer, Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF)
Matthias Kammer, Direktor DIVSI
Dr. Luc Mériochaud, Head of Deutsche Bank Labs Continental and Eastern Europe
Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Professor für Informationssicherheit an der Westfälischen Hochschule und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Internet-Sicherheit – if(is)
Dr. Mario Rehse, Head of Public Affairs United Internet AG

20:00 Uhr Get-together mit Abendbuffet


Durch die Veranstaltung führten
Geraldine de Bastion, Internationale Politikberaterin im Bereich digitale Technologien und Medien
Matthias Kammer (Gesamtmoderation)

DIVSI-Schirmherr Joachim Gauck über digitale Kommunikation, Vertrauen, Sicherheit und den Schutz des Persönlichkeitsrechts

„Wir brauchen Mut, um die Herausforderungen anzunehmen!“

Interviews

Geraldine de Bastion

Prof. Norbert Pohlmann

Dr. Mario Rehse

Ulf Buermeyer

Philipp Otto

Jutta Gurkmann

Dr. Luc Mériochaud

The post Digitale Kommunikation – auf der Suche nach Vertrauen und Sicherheit appeared first on DIVSI.

]]>
Podiumsdiskussion im KörberForum: Digitale Chancen – für alle gleich? https://www.divsi.de/veranstaltung/podiumsdiskussion-im-koerberforum-digitale-chancen-fuer-alle-gleich/ Tue, 24 Oct 2017 15:13:24 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=events&p=16853 Digitale Chancen: Für alle gleich? Der digitale Wandel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist täglich im Netz und das auch immer länger. Es ist normal geworden, digitale Anwendungen mobil zu nutzen und sich mit anderen online zu vernetzen. Unser Alltag wird dadurch nicht nur bequemer, auch unser […]

The post Podiumsdiskussion im KörberForum: Digitale Chancen – für alle gleich? appeared first on DIVSI.

]]>
Digitale Chancen: Für alle gleich?

Der digitale Wandel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist täglich im Netz und das auch immer länger. Es ist normal geworden, digitale Anwendungen mobil zu nutzen und sich mit anderen online zu vernetzen. Unser Alltag wird dadurch nicht nur bequemer, auch unser Verhältnis zur Technik wandelt sich. Die Vorstellung, dass man in Zukunft vieles nur noch über das Internet erledigen kann, bereitet nur noch 38 Prozent der Deutschen Angst. 61 Prozent können sich ein Leben ohne Internet sogar persönlich nicht mehr vorstellen. Aber sind die Chancen gleich verteilt, wenn es darum geht, kompetent, kreativ und verantwortungsbewusst mit den neuen Technologien umzugehen? Hängt vieles nicht auch von der persönlichen Lebenswelt ab? Und wenn digitale Teilhabe auch zukünftig immer stärker soziale Teilhabe bedeutet: Wie stellen wir sicher, dass wirklich alle mit der Entwicklung Schritt halten und niemand abgehängt wird?

Hierzu veranstaltete das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet in Kooperation mit dem KörberForum und dem NIT Northern Institute of Technology Management gGmbH eine Podiumsdiskussion. Dr. Silke Borgstedt, Direktorin Research & Consulting des Sinus-Instituts, führte mit einem Impulsvortrag über die DIVSI Internet-Milieus in das Thema ein. Anschließend diskutierten gemeinsam mit ihr auf dem Podium Matthias Kammer, Direktor des DIVSI und Verena Fritzsche, CEO des NIT. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Tobias Möller-Hahlbrock. Rund 258 Gäste nahmen an der Veranstaltung am 24. Oktober 2017 teil.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Hier können Sie sich den Mitschnitt in der Mediathek der Körber-Stiftung oder auf Youtube ansehen.

The post Podiumsdiskussion im KörberForum: Digitale Chancen – für alle gleich? appeared first on DIVSI.

]]>
DIVSI begrüßt Bundespräsident a. D. Joachim Gauck als Schirmherrn https://www.divsi.de/veranstaltung/divsi-begruesst-bundespraesident-a-d-joachim-gauck-als-schirmherrn/ Thu, 12 Oct 2017 08:50:47 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=events&p=16872 Joachim Gauck ist (wieder) Schirmherr des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er hatte dieses Amt bereits unmittelbar nach Gründung des Instituts 2011 inne und legte es nach seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nieder. Er folgt jetzt dem im Januar verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog. Im Rahmen der Übernahme der Schirmherrschaft hatte DIVSI zu einer Festveranstaltung in die französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin eingeladen.

The post DIVSI begrüßt Bundespräsident a. D. Joachim Gauck als Schirmherrn appeared first on DIVSI.

]]>
Neuer DIVSI-Schirrmherr Joachim Gauck

DIVSI-Direktor Matthias Kammer, Bundespräsident a. D. Joachim Gauck, Jürgen Gerdes, Vorstand Deutsche Post DHL Group (v.l.n.r.) Foto: Marius Schwarz

Berlin, 12.10.2017
Joachim Gauck ist (wieder) Schirmherr des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er hatte dieses Amt bereits unmittelbar nach Gründung des Instituts 2011 inne und legte es nach seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nieder. Er folgt jetzt dem im Januar verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog. Im Rahmen der Übernahme der Schirmherrschaft hatte DIVSI zu einer Festveranstaltung in die französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin eingeladen.

 

Begrüßungsrede von DIVSI-Direktor Matthias Kammer

090DIVSI121017

Foto: Marius Schwarz

Verehrter Herr Bundespräsident!

Sehr geehrter Herr Gerdes!

Meine Damen und Herren, liebe Gäste!

Wir sind stolz darauf, dass wir ab heute mit unserem neuen Schirmherrn zusammen­arbeiten dürfen.
Wir freuen uns auf die Mitwirkung von Bundespräsident Joachim Gauck. Dies ist ein wunderbarer Tag für uns, ein Tag der Freude. Herzlich willkommen !

Wer ist das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet? Das DIVSI ist kein technisches Institut. Seit Gründung 2011 steht im Mittelpunkt unserer Arbeit die Suche nach Wegen und Möglichkeiten, die letztlich zu mehr Vertrauen und Sicherheit im Internet beitragen können. Unsere Kernfrage lautet: Wie geht es den Menschen in unserem Land im Übergang zum digitalen Zeitalter?

Wenn wir den Beginn der eigentlichen Digitalisierung einmal auf das Jahr 2000 festschreiben wollen, dann ist seither nur ein ganz kurzes Zeitfenster in der Geschichte vergangen. Was sind schon 17 Jahre in der Geschichte der Menscheit. Gleichwohl hat sich in dieser kurzen Spanne unendlich viel bewegt. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen, die immer in enger Zusammenarbeit mit Experten der verschiedensten Fachrichtungen entstehen, haben dazu beigetragen, grundlegende Themen zu hinterfragen, Anregungen zu geben und neue Ideen beizusteuern.

So haben wir gemeinsam mit einem renomierten Sozialforschungsinstitut auf der Basis von empirischen Studien die DIVSI-Internet-Milieus entwickelt. Diese zeigen sehr differenziert auf, welche deutlichen Unterschiede es in den gesellschaftlichen Lebenswirklichkeiten gibt. Keineswegs habe die neuen Freiräume, die das Internet eröffnet, den Menschen Gleichheit miteinander gebracht, als fiele sie gleichsam wie das Manna vom Internethimmel.

An dieser Stelle will ich das besondere Privileg nennen, das DIVSI genießt. Wir durften und wir dürfen auch künftig mit herausragenden, einzigartigen Persönlichkeiten der deutschen Zeitgeschichte zusammen arbeiten und so ab jetzt die Schirmherrschaft von Joachim Gauck ja auch genießen.

Der im Januar verstorbene Alt-Bundespräsident Professor Dr. Roman Herzog war von 2012-2017 unser Schirmherr. Er hat uns immer wieder dazu ermuntert, den technischen Fortschritt mitnichten als Fluch zu begreifen sondern ihn als selbstverständlich anzunehmen und mit ihm lebendig umzugehen. Dabei könne auch Etabliertes auf den Prüfstein. Wir haben mit ihm analysiert, ob und in welcher Hinsicht Leben und Wirtschaften im digitalen Zeitalter unsere Wertorientierung herausfordert, unsere Werteordnung tangiert.

So entstand eine unserer Leitfragen, an der wir mit einem Berliner Expertennetzwerk gemeinsam arbeiten: Braucht Deutschland einen digitalen Kodex? Damit meinen wir erst mal kein statisches Endprodukt, sondern einen Aushandlungsprozess im Sinne der Frage: Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag? Professor Herzog hat uns ermuntert, auch unsere Verfassung, das Grundgesetz, in den Blick zu nehmen. Dabei hat er sich nicht gescheut, auch das Ewigkeitsprinzip in der Verfassung zu hinterfragen. So haben wir die Frage gestellt: Ist das Grundgesetz tauglich für die digitale Zeit?

In drei Büchern haben Kieler Rechtswissenschaftler zunächst die Architektur des Grundrechtschutzes vor dem Hintergrund der Internationalität der Digitalisierung untersucht, dann alle Grundrechte detailliert auf ihre Anwendbarkeit und schließlich das Demokratie-Prinzip. Wir sind Professor Herzog unendlich dankbar für seine Inspirationen. Seine Werbung für Mündigkeit und verantwortungsvolles Handeln, zu dem er die Menschen ermunterte, nehme ich zum Anlass, den Aspekt der digitalen Kompetenz und der digitalen Souveränität kurz zu streifen.

Wir stellen auf Grund unserer Befragungen einen deutlichen Internetoptimismus in der Bevölkerung fest. Viel hat das meines Erachtens damit zu tun, dass digitale Angebote das Leben im Alltag erheblich erleichtern. Wenn es gleichzeitig Sorgen und Ängste gibt, dann ist der Grund nicht Technikfeindlichkeit, sondern Angst vor Überforderung und vor Veränderungen dessen, was wir Privatsphäre nennen.

Menschen sind soziale Wesen, auf Gemeinschaft angewiesen. Deshalb vertreten wir die These: Keine soziale Teilhabe ohne digitale Teilhabe. Das gilt für viele Alltagswirklich­keiten: Gehöre ich noch dazu, wenn ich nicht dabei bin? Früher gab es in der Schule die Telefonkette, heute ist es die WhatsApp-Gruppe. Wer dort nicht Mitglied ist, bekommt wichtige Nachrichten nicht mit. Im größeren Kontext: Wir werden in den nächsten Jahren klären müssen, wie wir zum bisherigen Solidarprinzip der Gesellschaft stehen. Wie und ob wir jene vor Diskriminierung schützen wollen, die nicht mitmachen wollen oder das hohe Tempo des digitalen Zeitalters nicht schaffen.

An diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir auch zukünftig auf der Suche nach Antworten arbeiten. Und wir freuen uns ungemein, dass künftig Sie, Herr Bundespräsident Gauck das DIVSI beschirmen und begleiten werden. Sie haben auf die entsprechende Anfrage schnell reagiert, hatten Sie das DIVSI ja sehr wohl in Erinnerung. Denn in unserer Anfangszeit war der damalige Bürger Joachim Gauck bereits Schirmherr des Instituts. Mit Ihnen haben wir damals unsere fünf Leitthesen oder modern ausgedrückt unsere „Mission Statements“ entwickelt. Eine dieser Thesen war am Ende des Einführung-Trailers zu lesen: „Das Internet ist eine Kulturleistung der Menschheit von historischer Bedeutung.“

Wir freuen uns sehr auf Ihre erneute Mitwirkung als Schirmherr. Aus unseren Vorge­sprächen habe ich bereits jetzt mitgenommen, wie bedeutsam ihre internationalen Erfahrungen, die sie im Amt des Bundespräsidenten hinzugewonnen haben, für unsere Themen sein können.

Nochmals vielen Dank, dass Sie gekommen sind. Herzlich willkommen. Danke für’s Zuhören.

Meine Damen und Herren !

Das DIVSI ist ein gemeinnütziges Institut, dass die Deutsche Post 2011 gegründet hat und seither trägt. Heute freue ich mich, die Bühne jetzt freigeben zu könne für Herrn Jürgen Gerdes. Er ist Mitglied des Konzernvorstandes der Deutschen Post DHL Group. Ohne ihn gäbe es das DIVSI nicht. Er hat es seinerzeit gegründet und seither gefördert.

Begrüßen Sie mit mir Herrn Jürgen Gerdes.

 

Laudatio von Jürgen Gerdes,
Vorstand Deutsche Post DHL Group

Laudatio Jürgen Gerdes

Foto: Marius Schwarz

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

hochverehrte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und aus den Medien,

sehr geehrter Herr Bundespräsident,

das Kürzel a. D., das besagen soll, Sie, lieber Herr Gauck, seien jetzt angeblich „außer Dienst“, lasse ich hier ganz bewusst weg. Denn es ist ja gerade Ihr Entschluss, künftig das DIVSI aktiv zu unterstützen, der uns heute an diesem schönen Ort zusammengebracht hat.

So darf ich Sie alle zu dieser Abendveranstaltung herzlich willkommen heißen. Eine Veranstaltung, auf die ich mich sehr gefreut habe, denn heute dürfen wir verkünden: Joachim Gauck ist neuer Schirmherr des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet. Um genau zu sein: Er ist wieder Schirmherr dieses Instituts. Denn er hatte diese Funktion bereits kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten inne, konnte sie ab dann aber natürlich nicht weiter wahrnehmen.

Joachim Gauck ist der überzeugendste Botschafter für unser Anliegen, den man sich nur denken kann. Und seine Entscheidung, uns erneut zu unterstützen, werten wir als Auszeichnung für unsere Arbeit und macht uns stolz. Ich persönlich wüsste niemand anderen zu benennen, lieber Herr Gauck, der ein solch breites Vertrauen wie Sie in der Öffentlichkeit genießen darf. Ein Ergebnis nicht nur Ihrer segensreichen Tätigkeit als Bundespräsident, sondern auch Ihres gesellschaftspolitischen Engagements in den Jahren und Jahrzehnten zuvor. Wir alle erinnern uns, dass er einer Behörde den Namen gab, welche die Stasi-Vergangenheit der DDR aufzuarbeiten hatte – eine der wohl schwierigsten Aufgaben im Prozess der deutschen Wiedervereinigung.

Nun ist die Aufgabe des DIVSI-Schirmherrn nicht von vergleichbarer politischer Brisanz wie seinerzeit die Gründung und Leitung der Gauck-Behörde. Aber sie hat eine hohe und allumfassende Relevanz, da sie die Gesellschaft als Ganzes und wirklich alle Menschen in unserem Land betrifft. Es geht im Kern um die Frage, die jeden von uns berührt und zu der jeder hier im Saal aus eigener Erfahrung viel erzählen könnte, nämlich: Wie beeinflusst der Digitale Wandel unsere Lebenswirklichkeit?

Die Medien liefern uns zu diesem Thema reichlich Fallbeispiele, vielfältige Szenarien, auch Spekulationen aller Art. Dem noch mehr Gleichartiges hinzuzufügen, ist es aber nicht, worum es uns geht. Ziel und Aufgabe des DIVSI ist es vielmehr, durch fundierte Studien exklusive Erkenntnisse über die Wirkweisen des Internets und seiner Angebote auf unsere Verhaltensweisen zu gewinnen. Und sie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Wenn ich mich in kleinerer Runde über diesen Anspruch des DIVSI unterhalte, dann kommt gelegentlich die Frage: Warum engagiert sich die Deutsche Post, auf die die DIVSI-Gründung zurückgeht, gerade in diesem Bereich so sehr? Und Sie, meine Damen und Herren, stellen sich diese Frage womöglich auch.

Um Ihnen die Antwort zu liefern, müsste ich jetzt eigentlich eine Gegenfrage stellen: Welches Bild haben Sie von unserem Unternehmen? Richtig, wir liefern bundesweit Briefe, Postkarten und Pakete an über 40 Millionen Haushalte. Wir verbinden Menschen, sind ein Treibriemen der Wirtschaft, sind der weltweit größte Logistik-Konzern und einer der weltweit größten Arbeitgeber. Über all dies aber sind wir insbesondere eines geworden: ein IT-Unternehmen. Als solches haben wir nicht nur die eigenen Prozesse umfangreich digitalisiert, sondern machen für gewerbliche wie private Kunden die umfassende Digitalisierung aller dafür nur irgendwie geeigneten Geschäfts- und Kommunikationsvorgänge möglich. Das wäre ohne ureigene Nähe zum und ohne einschlägige Expertise im Internet sicher nicht umsetzbar. So erleben wir den Digitalen Wandel nicht als Zuschauer und Betroffene, wir sehen uns selbst als Gestalter und treibende Kraft bei der fortschreitenden Digitalisierung in Wirtschaft und Privatleben.

Zugleich aber haben wir als bedeutender „Player“ in Wirtschaft und Gesellschaft natürlich auch eine Verantwortung. Mit jedem Recht kann man von uns erwarten, dass wir uns einbringen, dass wir konkrete Beiträge liefern, wenn es um gesellschaftlich relevante Fragen geht. Etwa um ökologisch verantwortbare Transporte, um nachhaltig gute und zukunftssichere Arbeitsplätze, und ja: auch um die weitere Entwicklung des Internets, das inzwischen alle Lebensbereiche durchdringt.

Dabei war uns mit Blick auf das DIVSI von vornherein klar: Dies wird nicht ohne erhebliche Investitionen möglich sein. Und das Institut kann nur dann erfolgreich sein und wird nur dann auf breite Akzeptanz stoßen, wenn es völlig unabhängig arbeiten kann, ohne Mitspracherecht oder gar Interventionsmöglichkeiten von außen.

Genau das waren die entscheidenden Rahmenbedingungen, auf die wir uns bei der Gründung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet vor sechs Jahren verpflichtet haben. Und die Gemeinnützigkeit und die vollständige Unabhängigkeit des Instituts sind aus meiner Sicht rückblickend das Fundament für seine bisherige erfolgreiche Arbeit. Wer das Themenfeld „Digitaler Wandel“ in den Medien einigermaßen aufmerksam und regelmäßig verfolgt, der kommt an diesem Institut nicht vorbei. Wie gerade in dieser Woche wieder, da seine aktuelle Studie zu „Vor- und Nachteilen der Digitalisierung“ umfassende und sehr motivierende Presseresonanz nach sich gezogen hat. Im öffentlichen Raum, aber auch und vor allem unter ausgewiesenen Fachleuten hat sich das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Was noch einmal umso mehr ins Gewicht fällt, wenn man um die äußerst überschaubare Kopfzahl des Teams weiß, welches sich aber mit kaum zu bremsender Leidenschaft für die Sache engagiert.

Die im DIVSI geleistete Arbeit ist den Mitarbeitern, ist uns, ist mir persönlich so wichtig und sollte uns allen so wichtig sein, dass ich mit einem bisweilen zu hörenden Einwand gut leben kann, nämlich: Hätte die Deutsche Post die in das Institut investierten Mittel nicht doch auch anderweitig einsetzen, womöglich an die Anteilseigner ausschütten können? Ja, hätte sie. Aber wir haben es nicht getan. Stattdessen haben wir diesen Betrag zur Gründung der gemeinnützigen GmbH DIVSI verwendet.

Und zwar zu einer Zeit, als die Dynamik in der ansonsten sehr lebendigen deutschen Stifterszene doch etwas nachgelassen hatte, insbesondere mit Blick auf die Neugründung von Stiftungen. So gesehen haben wir mit der DIVSI-Gründung gegen den Trend gearbeitet. Und damit, wie manche sagen, ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft insgesamt nicht nachlassen sollte in ihren Anstrengungen für das Gemeinwohl. Es ist wichtig, im Prozess des Digitalen Wandels, dessen Fortgang auch die klügsten Experten nicht wirklich voraussagen können, die Menschen mit ihren Fragen und Hoffnungen nicht alleine zu lassen. Und vielleicht so zu verhindern, dass anfängliche Begeisterung sich womöglich ins Gegenteil verkehrt. Das ist eine Verantwortung, der sich auch die deutsche Wirtschaft stellen muss, und der ich mich persönlich als Wirtschaftsführer gern stelle.

Dass mich und uns auf diesem Wege – und damit komme ich zurück auf den Beginn meiner Ausführungen – künftig ein wirkmächtiger Mentor wie Joachim Gauck wieder begleiten wird, das ist uns eine große Freude, aber auch eine riesengroße Verpflichtung. Ich denke, ich konnte Ihnen noch einmal verdeutlichen, meine Damen und Herren: Das Umfeld, das ihm das DIVSI für sein Engagement bieten wird, ist ein gutes. Und wir und ich ganz persönlich werden unser Möglichstes tun, um gemeinsam mit ihm auch weiterhin die Fragen der Menschen ernst zu nehmen und konstruktive, belastbare Antworten zu liefern. Weil wir selbst ein wesentlicher Teil des Digitalen Wandels sind. Weil die Menschen von uns Lösungen erwarten, die ihr Leben vereinfachen, die ihnen neue Möglichkeiten erschließen, die sie reicher an Erfahrungen und uns alle als Gesellschaft ein bisschen besser machen.

Lieber Herr Gauck, ich danke Ihnen von Herzen, wünsche Ihnen gemeinsam mit dem Team des DIVSI eine allzeit glückliche Hand und freue mich auf Ihre wegweisenden Beiträge zum großen, wichtigen Themenfeld des Vertrauens und der Sicherheit im Internet.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Rede von Bundespräsident a. D. Joachim Gauck

Bundespräsident a. D. Joachim Gauck

Foto: Marius Schwarz

Sehr geehrte Damen und Herren,

manchmal ist es das Unterbewusstsein, das uns auf die Sprünge hilft. So jedenfalls ging es mir kürzlich, als ich mich auf diese Rede vorbereitete. Ich hatte nämlich einen Traum, und der ging so:

Ein Freund fragt mich:

Hast du schon die neue App?

Welche App?

Na, die mit den Biografien.

Eine mit Biografien? Wozu ist die gut?

Du kannst mit ihr die Biografien aller Menschen auf der Welt abrufen, zumindest aller wichtigen. Und du kannst dich mit ihnen unterhalten.

Ungläubig fragte ich zurück:
Ich könnte also mit allen großen Geistern kommunizieren?

Ja, du könntest reden, mit wem du willst.

Und in diesem Augenblick, in dem ich beginne, mir vorzustellen, wie ich die Größen der Welt um mich versammele und ihr Wissen in mich aufnehme, – ja, wer würde ich dann sein? – in diesem Augenblick verlässt mich der Traum. Denn zu der Freude über derartige Begegnungen gesellt sich der Schrecken. Mir würden ja nicht nur die Guten begegnen – Philosophen, Schriftsteller, Forscher – , sondern auch die Bösen – Verbrecher, Mörder und Völkermörder. Und vor Schreck wachte ich auf.

Danach, wach geworden, wurde mir plötzlich bewusst, warum ich dem Thema des digitalen Wandels über all die Jahre mit einer gewissen Distanz begegnet war. Theoretisch war mir Vieles klar. Schon vor mehreren Jahren habe ich öffentlich darüber gesprochen, dass die digitale Revolution unsere gesamte Lebens- und Arbeitswelt unwiderruflich verändern wird, auch das Verhältnis der Bürger zum Staat und selbst unser Bild vom Menschen – und dass uns eine menschenwürdige Gestaltung gelingen muss und wird. Aber wenn ich die Vor- und Nachteile der Entwicklung ganz tief in meinem Innern abwog, konnte ich ein gewisses Unbehagen nie ganz abschütteln: Wohin wird uns die Entwicklung führen?

Ich glaube nicht, dass dieses Gefühl nur altersbedingt war. Es war gleichzeitig ein Gefühl kulturellen Unbehagens.

Mein Verstand sagt mir: Wir dürften uns mit der Digitalisierung in einer Entwicklung befinden, die für den Menschen ähnlich weitreichende politische, wirtschaftliche und kulturelle Konsequenzen haben wird wie etwa die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg oder die Wandlungsprozesse in der industriellen Revolution. In beiden Fällen wurden die Lebensumstände der Menschen tiefgreifend und dauerhaft umgestaltet. Neue soziale Klassen bildeten sich heraus, verkrustete Herrschaftsgefüge kamen ins Wanken. Und letztlich nützte es keinem Herrscher, wenn er sich dem Zug der Zeit entgegenstellte und versuchte, ihn anzuhalten.

Berühmt ist das Fehlurteil des deutschen Kaisers Wilhelm II., der vor einhundert Jahren erklärte: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Wie wir alle wissen: Es hat ihm nichts genützt, dass er den Kopf in den Sand steckte. Die Entwicklung ist einfach über ihn hinweggegangen. Denn kein Wunschdenken vermag zu bannen, was der menschliche Geist einmal angestoßen hat und umzusetzen bestrebt ist.

Lange schien das Thema Digitalisierung in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit eher ein Schattendasein zu führen. Doch inzwischen trauen sich Menschen kaum noch, mit ihrer Unwissenheit über das Netz öffentlich zu kokettieren. Die Kanzlerin, die das Internet noch vor vier Jahren als „Neuland“ bezeichnete“, folgte in diesem Jahr zum ersten Mal der Einladung zur Eröffnung der gamescom, der weltgrößten Messe für Computerspiele in Köln. Und sie glänzte mit einem Vortrag, in dem ein Wort nicht mehr zu finden war – terra incognita. Gastgeber Estland setzte die Digitalisierung Ende September 2017 sogar auf die Tagesordnung des Treffens der EU- Staatschefs. Denn der estnische Premierminister Juri Ratas ist gemeinsam mit seinen Landsleuten überzeugt: „Von der digitalen Lebensweise ist sehr viel zu erwarten, wenn wir sie auf die richtige Weise anschieben.“

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich einen Moment lang beim Beispiel Estland verharren. Als ich das Land vor vier Jahren als Bundespräsident besuchte, beeindruckte mich der damalige Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves mit seinem Wissen in Technologiefragen und mit seiner Entschiedenheit, das Land durch einen digitalen Schub zukunftssicher und zu einem Vorreiter zu machen. Und tatsächlich zeigt Estland auf wunderbare Weise, dass in der digitalen Welt auch die Kleinen ganz groß und ein Vorbild sein können.

Damals begriff ich, dass Geschichte selten Zeiten kennt, in denen man sich einfach zurücklehnen und verweilen kann. Auch mir war ja, wie gesagt, eine gewisse Verdrängung der digitalen Entwicklung zunächst nicht fremd. Hatte ich – hatten wir – mit der friedlichen Revolution nicht etwas viel Einschneidenderes, etwas singulär Spektakuläres erlebt? Doch während viele Europäer in Ost und West so noch das Ende des Kommunismus feierten und an den Sieg der Demokratie in weiteren Teilen der Erde glaubten, hatten sich mit der Globalisierung und der damit verbundenen Digitalisierung längst neue Konfliktlagen angebahnt.

Toomas Hendrik Ilves, der in den USA aufwuchs, hat die Zeichen der neuen Zeit schneller verstanden als viele andere in Europa. Er hat wesentlich und gegen Widerstände dazu beigetragen, in seinem Land eine Demokratie aufzubauen, die auf dem höchsten Level der Technologie beruht. Jeder Bürger verfügt über eine elektronische Identitätskarte, mit der er große Teile seines sozialen Lebens mit kleinstmöglichem Aufwand regeln kann – von der Firmengründung bis zur Stimmabgabe bei Wahlen. Erhöhte Steuereinkünfte steckt der Staat in die Bildung, damit Kinder das Programmieren von der ersten Klasse an lernen und somit über Fähigkeiten verfügen, die in einer zunehmend roboter- und computerlastigen Zeit tatsächlich von Nutzen sind.

Das habe ich am Beispiel Estland gelernt: Wir dürfen uns von den Entwicklungen nicht überrollen lassen. Sie sind Menschenwerk und müssen von Menschen gestaltet werden. Ich möchte also über Haltungen sprechen. Über Haltungen im Umgang mit einer Entwicklung, die große Chancen verspricht, aber auch mit großen Risiken behaftet ist.

Die Esten wissen und – mehr noch – sie akzeptieren: Die Zukunft wird digital. Sie schafft im Leben eines jeden Einzelnen viele Erleichterungen und Verbesserungen, ist aber auch nicht unbedenklich und ungefährlich. Aber nur wer imstande ist, die neue Technik zu beherrschen und zu entwickeln, wird ihre Unzulänglichkeiten – weitgehend – beseitigen, Gefahren – weitgehend – erkennen und Risiken mindern können. Derjenige hingegen, der aus Ängstlichkeit vor ihren Schwachstellen die Finger von ihr lässt, wird zwangsläufig zum Getriebenen, zum Abgehängten und zum Opfer ihrer dunklen Seiten.

Ich empfehle den politisch Verantwortlichen nun nicht, sofort nach Estland zu reisen und alle estnischen Lösungen für Deutschland zu kopieren – sicher sind nicht alle Regelungen in einem Land von 1,3 Millionen Einwohnern für größere Länder geeignet. Aber ich wünschte, politisch Verantwortliche und alle Bürger, die sich – ähnlich wie ich – lange abwartend verhalten haben, möchten sich noch aufgeschlossener dem stellen, was auf uns zukommt und aktiv mit nach Lösungen suchen, wie die digitale Welt nach unseren Bedürfnissen gestaltet werden soll.

Tatsächlich haben Facebook, Google, E-Mails, Online-Games, Routenplanern, WhatsApp etc. ja schon längst Eingang in unseren Alltag gefunden. Und wie die neueste Studie von DIVSI zeigt, wissen inzwischen erstaunlich viele Menschen die Erleichterungen und Vorteile für sich persönlich und für unser Land zu schätzen. Aus dieser positiven Grundhaltung heraus wünscht sich eine übergroße Mehrheit auch eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die Deutschland auf dem Gebiet der Digitalisierung von den mittleren Rängen auf eine Spitzenposition bringen möge.

Gleichzeitig, und das zeigen heftige, in regelmäßigen Abständen wiederkehrende Debatten, stehen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken einer breiteren Akzeptanz der digitalen Technologie oft noch im Wege. Und es stimmt ja auch: Täglich berichten die Medien von Hacks, Social Bots, von Datendiebstahl und Eingriffen in die Privatsphäre. Nicht nur, dass Big-Data- Unternehmer immer differenziertere Profile zu Einzelpersonen erstellen. Es wurden beispielsweise auch die Server des Bundestags, der Demokratischen Partei in den USA und des Wahlkampfteams von Emmanuel Macron gehackt. Werbeanzeigen auf Facebook und Twitter, die sich auf russische Agenten zurückführen lassen, sollten die öffentliche Meinung im amerikanischen Wahlkampf beeinflussen. Generell ist deutlich geworden, dass technologische Innovationen verbunden mit wirtschaftlicher Macht massiv für politische Interessen instrumentalisiert werden können.

Es gab und gibt nun Intellektuelle, die empfehlen, sich in völliger Askese zu üben und gänzlich auf Smartphone, soziale Netzwerke, online-Käufe, online-Portale etc. zu verzichten. Der Durchschnittsbürger ist zwar nicht so radikal, aber immerhin ergaben eine Untersuchung von DIVSI und dimap, dass 64 Prozent der Deutschen beispielsweise bei einer digitalen Zustellung staatlicher Dienstleistungen um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten besorgt wären.

Einerseits verstehe ich die Angst vor Verletzung der Privatheit gerade in einer Nation, in der Überwachung zwei Mal als Werkzeug illegitimer Herrschaft über das Volk genutzt wurde. Fünf Jahrzehnte habe im Überwachungsstaat DDR gelebt, zehn Jahre lang war ich als Leiter der Stasi- Unterlagenbehörde täglich mit den Spätfolgen derartiger Willkür gegenüber den Bürgern konfrontiert. Aber der Verweis auf Stasi und Gestapo bzw. die Assoziation mit dem Roman „1984“ ist in der Regel falsch. Ja, es gibt Fälle, in denen der Staat jemanden überwacht und ausspäht. Die Internetkonzerne hingegen hacken sich nicht ein und hören uns nicht gezielt ab. Sie sammeln einfach ein, was ihnen freiwillig angeboten wird.

Deshalb erscheint mir der Umgang mit Datenschutz und Internet-Sicherheit in Deutschland nicht frei von Heuchelei. Teile von Medien und Politik protestieren zwar regelmäßig, wenn die Privatheit verletzt wird oder verletzt zu werden droht. Doch wie authentisch ist diese Empörung, wenn sich bei DIVSI-Studien herausstellt, dass sehr vielen Nutzern eine leichte Bedienung der Netzanwendungen im Zweifel wichtiger ist als die Garantie geschützter Daten? Dass Bürger also freiwillig verraten, was eigentlich niemand wissen soll? Oder ist es so, dass die Bürger den privaten Giganten weniger misstrauen als dem Staat – unserem demokratischen Staat? Sollte uns nicht zu denken geben, dass eine DIVSI-Studie festhielt, dass 85 Prozent der Deutschen sich zwar wünschen, dass der Staat sich stärker um die Sicherheit im Netz kümmern möge, 84 Prozent ihm das aber gar nicht zutrauen?

Die Wahrheit über unseren Umgang mit dem Internet dürfte in der Regel ganz banal lauten: Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit sind einer Mehrheit wichtiger als Sicherheit. Mit dem Navi im Auto, dem Fitness-Band am Arm oder mit den Zahlungen per Payback-Karte ist es der einzelne Mensch selbst, der eine Erfassung seines Profils ermöglicht. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari stellt daher fest: „Die Machtverschiebung von den Menschen auf die Algorithmen findet ringsherum statt, und zwar nicht als Folge irgendeines folgenschweren Regierungsbeschlusses, sondern dank einer Flut ganz profaner Entscheidungen.“ Die Verantwortung für die Sicherheit tragen insofern wir alle: der Staat, Computerfachleute, Unternehmer, aber eben auch die Nutzer selbst.

Ich denke, es gilt eine Balance zu finden. Ich misstraue sowohl denen, die Sicherheitsbedenken davon abhalten, sich der digitalen Entwicklung wirklich zu öffnen. Ich misstraue aber auch jenen, die allein die Technologie im Auge haben, sich um ihre gesellschaftlichen Auswirkungen aber nicht kümmern. Die Erstellung von Nutzerprofile dürfte in Zukunft ebenso weiter zunehmen wie Cyberangriffe – auf individuelle Nutzer, auf Regierungen, Unternehmen, Parteien oder die sogenannte kritische Infrastruktur, also Energienetze oder Krankenhäuser.

Aber wir sind nicht hilflos. Sicherheit in der digitalen Welt kostet Geld und Zeit, aber sie lohnt sich, ja: sie muss sich lohnen. Ich denke, dies zu vermitteln, ist eine wichtige Aufgabe der nächsten Zeit. Alle, die im Internet agieren, haben zur Sicherheit des Netzes beizutragen. Individuelle Nutzer und Firmen kommen nicht umhin, ihre Systeme gegen Auslesung und Hacker-Angriffe zu rüsten. Internetkonzerne können sich Fake News, Terror- oder Hassbotschaften gegenüber nicht neutral verhalten. Und Regierungen sind angehalten, Schwachstellen und Sicherheitslücken etwa in der kritischen Infrastruktur zu schließen und die Sicherheit der Gesellschaft gegen Desinformation oder digitale Sabotage zu garantieren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

was den Umgang mit der digitalen Technologie meines Erachtens generell schwierig macht, ist ihre Ambivalenz – ihre Janusköpfigkeit, wie der Hamburger Ökonom Thomas Straubhaar formulierte. Denn Umgang mit Ambivalenzen fällt dem Menschen schwer. 31 Prozent der Internetnutzer und sogar 46 Prozent der Nicht-Internetnutzer haben bei DIVSI-Umfragen vom Sommer dieses Jahres angegeben, sich durch die Digitalisierung verunsichert zu fühlen. Und Unsicherheit oder sogar Angst lähmen, sie fördern Fluchttendenzen und hindern oder verzögern Aktivitäten zur Problemlösung.

Das betrifft insbesondere das Nachdenken über die mittel- und längerfristigen Folgen der rasanten Entwicklung. Haben wir uns beispielsweise schon ausreichend damit auseinander gesetzt, wie der Einzelne es lernen kann, in den zahlenmäßig unübersehbaren Möglichkeiten der digitalen Sphäre nicht zu ertrinken? Google etwa verfünffachte sein App-Angebot in den letzten Jahren auf derzeit fast dreieinhalb Millionen einzelner Produkte, die allein im Jahr 2016 insgesamt 20 Milliarden Mal heruntergeladen wurden. Eine derartige Überfülle von Daten und Informationen erlaubt dem Einzelnen kaum mehr, das jeweils Wichtige herauszufiltern. Kann es gelingen, im Laufe kollektiver Lernprozesse sich neue Nutzungskompetenzen anzueignen?

Und muss sich nicht jeder Einzelne beispielsweise auch damit auseinandersetzen, ob er sich im Alter, falls erforderlich, von einem Roboter betreuen lassen würde? Schon heute wissen Algorithmen oftmals besser als ein Arzt, welche Medikation am besten zu einer Diagnose passt und in welcher Höhe sie beim betreffenden Individuum am ehesten Erfolge verspricht.

Und sollten wir alle nicht viel stärker darüber nachdenken, was mit jener zunehmenden Zahl von Ärzten, Juristen, Bankangestellten, LKW-Fahrern und vielen anderen Menschen geschieht, deren Arbeit im Zuge der Digitalisierung überflüssig wird?

Sollten wir nicht auch viel stärker darüber nachdenken, wie das Leben aussehen wird, wenn Roboter und künstliche Intelligenz feste Bestandteile unserer Welt geworden sein werden? Fürchten wir nicht alle, dass sich die Rolle des Menschen dann grundlegend verändern könnte?

An all diese Fragen – und viele andere mehr – denke ich, wenn ich davon spreche, dass das, was in der digitalen Welt geschieht, wesentlich von unserer Haltung abhängt. Von unserem Mut, wissen zu wollen. Von unseren Mut, uns kompetent zu machen. Von unserem Mut, uns einer Entwicklung zu stellen, selbst wenn wir (noch) nicht wissen, wohin sie uns letztlich führt und ob sie uns nicht tief in unseren Grundüberzeugungen verunsichern kann.

Meine Damen und Herren,

Intellektuelle Einsicht hat mich vor sechs Jahren dazu bewogen, beim Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit (DIVSI) die Schirmherrschaft zu übernehmen. Wenn ich heute, nach fünf Jahren im Amt des Bundespräsidenten, in diese Funktion zurückkehre, dann nicht, weil ich der Illusion anhinge, aus mir würde irgendwann noch ein Spezialist für die digitale Technologie. Das mögen Jüngere und Berufenere werden. Aber mir liegt daran, die Anliegen von DIVSI zu unterstützen: Zu ermitteln, wie weit die digitale Technologie bereits Einzug gehalten hat in unsere Welt und wie sie aufgenommen wird; einen interdisziplinären Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern; über Chancen und Risiken des Internets zu forschen und einen offenen und transparenten Dialog über Vertrauen und Sicherheit im Netz organisieren und mit neuen Aspekten beleben.

Wichtig erscheint mir auch das Nachdenken über einen digitalen Kodex, über Leitplanken im Internet, wie es der ehemalige Bundespräsident und ehemalige DIVSI-Schirmherr Roman Herzog formulierte: Reichen unsere Werte aus der analogen Welt oder wo ist Nachholbedarf?

Dank der Deutschen Post, Dank Ihnen, Herr Gerdes, der Sie diese Aktivitäten nun schon seit 2011 möglich machen und vorantreiben!

Durch seine Studien hat DIVSI in den vergangenen sechs Jahren bereits fortlaufend dazu beigetragen, den Ist- Zustand auf verschiedenen digitalen Feldern zu ermitteln und dadurch den Handlungsbedarf für die Politik aufzuzeigen. So hat es mit seinen Zahlen beispielsweise Klarheit darüber geschaffen, dass 16 Prozent der deutschen Bürger noch immer offline sind, allerdings mit abnehmender Tendenz aus prinzipiell ablehnenden Gründen. Es hat mit seinen Studien auch die gängige These widerlegt, dass im Internet alle gleich seien und Bits und Bytes keinen Unterschied machten zwischen arm und reich, Akademikern und Bildungsfernen. Vielmehr stellte sich heraus, dass Bildungsgrad, Höhe des Einkommens, Wohnlage und andere soziale Faktoren Verhalten im und Umgang mit dem Netz determinieren. Und dass, wer aus bildungsfernen Haushalten kommt, Chancen auch im Internet weniger zu nutzen versteht. Damit stehen wir im Umgang mit dem Internet vor demselben Problem wie in der Bildung insgesamt. Formale Gleichheit schafft noch keine gleiche Nutzung der Chancen. Um Lösungen muss hier wie da noch gerungen werden.

Vor wenigen Wochen hat DIVSI einen großen Bruder erhalten: Mit dem „Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft“, dem Deutschen Internet Institut (DII), existiert nun auch ein staatliches Institut, das sich ebenfalls mit den Wechselwirkungen von fortschreitender Technisierung und Gesellschaft beschäftigen wird. Umfangreiche interdisziplinäre Forschungen sollen gesellschaftliche, wirtschaftliche, rechtliche, politische und ethische Aspekte beleuchten und dabei die Arbeit verschiedener Einrichtungen in Berlin und Brandenburg koordinieren.

Wir blicken jetzt schon gespannt darauf und freuen uns auf erste Forschungs- und Studienergebnisse und die Impulse, die das Deutsche Internet Institut der Gesellschaft, aber auch dem DIVSI geben kann. Ich werde mich bemühen, dass gelegentlich auch umgekehrt das DIVSI die Arbeit des DII befruchten kann.

Anders geht es gar nicht angesichts der Mammutaufgabe – gerade in Zeiten wie diesen, die geprägt sind von Unsicherheiten und Vertrauensverlusten im politischen wie ökonomischen Bereich. Wir brauchen ein Zusammenwirken aller Kräfte, die fähig und willens sind zur digitalen Aufrüstung vom Breitband bis zur elektronischen Verwaltung, zur Sicherung rechtlicher Standards bei gleichzeitiger Förderung wissenschaftlicher und technischer Innovationen und zum Schutz der Infrastruktur unserer Länder – denn wenn sich nichts ändert, werden schon in einigen Jahren Zehntausende von Sicherheitsexperten fehlen.

Insbesondere in der Pflicht sehe ich allerdings zwei Gruppen: die Politiker und die Spezialisten. Bei den Spezialisten wünsche ich mir, dass sie sich nicht nur als Techniker begreifen, sondern die Folgen ihrer Arbeit für das Zusammenleben bedenken. Und bei den Politikern wünsche ich mir, dass sie sich der neuen Technik offensiver stellen und mit Diskussionen und Gesetzen der aktuellen Entwicklung ausreichend Rechnung tragen. Ich wünsche mir, dass sie generell, aber gerade auf diesem Gebiet eine Kommunikation erhellender Vereinfachung mit den Bürgern entwickeln und so das Unwissen mindern und Ängsten konstruktiv begegnen. Nur so kann der Unkultur von Ängstlichkeit und von Gleichgültigkeit und Fatalismus gewehrt werden. Nur so wird Deutschland im digitalen Bereich einen Platz einnehmen, der seinem politischen und wirtschaftlichen Rang entspricht.

Ich danke Ihnen.

 

Hier finden Sie Rückblicke auf den ehemaligen DIVSI-Schirmherrn Bundespräsident a. D. Roman Herzog

The post DIVSI begrüßt Bundespräsident a. D. Joachim Gauck als Schirmherrn appeared first on DIVSI.

]]>
Digital Leadership – Chancen, Visionen und der Alltag https://www.divsi.de/veranstaltung/digital-leadership-chancen-visionen-und-der-alltag/ Thu, 28 Sep 2017 15:29:10 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=events&p=16856 3. Hamburger Wirtschaftsdialog des Northern Institute of Technology Management in Kooperation mit der Bucerius Law School und dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DVISI) Die Folgen der Digitalisierung haben auf allen gesellschaftlichen Ebenen erheblichen Einfluss auf unser Leben gewonnen, privat wie beruflich. Das jedenfalls ist gängige Meinung. Doch – sind es tatsächlich […]

The post Digital Leadership – Chancen, Visionen und der Alltag appeared first on DIVSI.

]]>
3. Hamburger Wirtschaftsdialog

3. Hamburger Wirtschaftsdialog des Northern Institute of Technology Management in Kooperation mit der Bucerius Law School und dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DVISI)

Die Folgen der Digitalisierung haben auf allen gesellschaftlichen Ebenen erheblichen Einfluss auf unser Leben gewonnen, privat wie beruflich. Das jedenfalls ist gängige Meinung. Doch – sind es tatsächlich alle? Wie verhält es sich bei deutschen Top-Managern? Hat die Digitalisierung auch Auswirkungen auf ihr Führungsverhalten, mussten die CEOs insoweit dazulernen und umdenken? Oder schert sie die gesamte Entwicklung in ihrem Handeln nur peripher?

Die Autoren Markus Klimmer und Jürgen Selonke haben in ihrem Buch „Digital Leadership – Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten“ (ein Projekt des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet, DIVSI) 31 sehr persönliche Interviews mit obersten Führungskräften aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Gewerkschaften geführt. Auf der Basis dieser Recherchen hat Markus Klimmer sechs unterschiedliche Typen dieser höchsten Chefs identifiziert: „Frühe Natives‘“, „Analytiker und Verstehenwoller“, „Schnelle Pragmatiker“, „Moderatoren des Prozesses“, die einen Ansatz „Leading from behind“ wählen, visionäre Führungskräfte, die ein „Leading from the front“ verfolgen, und zu guter Letzt die seltene Spezies der IT- und Technologiefachleute.

Doch wie erfolgreich kann ein Wandel sein, wenn die Aufsichtsräte nicht mitziehen? Welche Rolle spielen sie beim Thema Digital Leadership? Und: Wie unterscheidet sich die digitale Führungskultur in traditionellen Unternehmen von der Startup-Kultur in der Gründerszene?

Hierüber diskutierten wir am 28. September 2017 mit Ihnen im Moot Court der Bucerius Law School, Jungiusstraße 6, 20355 Hamburg ab 18 Uhr. Auf dem Podium waren dabei: Dr. Markus Klimmer, Autor des Buches #DigitalLeadership, Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender Dataport AöR, Doreen Nowotne, selbständige Unternehmensberaterin und Aufsichtsratsmitglied der Jenoptik AG und der Brenntag AG und Svenja Teichmann, Gründerin und Geschäftsführerin der crowdmedia GmbH.

Programm:

Programm  
18:00 Uhr Einlass
18:30 Uhr Begrüßung
Verena Fritzsche, CEO NIT Northern Institute of Technology Management
Matthias Kammer, Direktor Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI)
18:45 Uhr Impulsvortrag
Dr. Markus Klimmer, Autor des Buches „#DigitalLeadership – Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten“
19:05 Uhr

Podiumsdiskussion: „Digital Leadership 2020 – Wie geht es weiter?“

Dr. Markus Klimmer, Autor des Buches „#DigitalLeadership“
Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender Dataport AöR
Doreen Nowotne, selbständige Unternehmensberaterin und Aufsichtsrätin der Jenoptik AG und der Brenntag AG
Svenja Teichmann, Gründerin und Geschäftsführerin der crowdmedia GmbH

Moderation: Matthias Kammer, Direktor Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI)

20:30 Uhr Ausklang & Networking
Dr. Markus Klimmer

Foto: Privat

Dr. Markus Klimmer ist Autor des Buches #DigitalLeadership – Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten. Bis 2016 war er als Managing Director bei der Accenture GmbH tätig und zuvor als Wirtschaftsberater von Bundesaußenminister und Vizekanzler Dr. Frank-Walter Steinmeier aktiv. Ferner leitete er den Bereich „Public Sector“ bei McKinsey & Company. Klimmer studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften, Volkswirtschaftslehre sowie öffentliches Recht.

Dr. Johann Bizer

Foto: Dataport

Seit November 2011 ist Dr. Johann Bizer Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister Vitako sowie Vorsitzender des Dataport-Vorstands. Er begann seine Laufbahn am Institut für öffentliches Recht der Universität Frankfurt am Main. Anschließend war Bizer als stellvertretender Landesbeauftragte für den Datenschutz beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein verantwortlich. Dr. Johann Bizer ist promovierter Rechtswissenschaftler.

Doreen Nowotne

Foto: Brenntag

Doreen Nowotne ist Unternehmensberaterin auf den Gebieten Corporate Development, M&A und Finanzen. Darüber hinaus ist sie Aufsichtsrätin bei den börsennotierten Unternehmen Brenntag AG und Jenoptik AG. Davor war sie 13 Jahre bei BC Partners und UBS Capital im Private Equity Geschäft sowie anschließend als Mitglied der Geschäftsleitung der VAT Vakuumventile AG, einem Schweizer Technologieunternehmen, tätig. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre begann sie ihre Laufbahn bei Arthur Andersen.

Svenja Teichmann

Foto: crowdmedia

Svenja Teichmann ist Gründerin und Geschäftsführerin der crowdmedia GmbH, einer digitalen Beratungsagentur für Content- und Online-Marketing. Bei crowdmedia berät sie Unternehmen im B2C- und B2B-Bereich mit Fokus auf Digitalstrategie, Online-Marketing sowie Social Media und Content-Marketing. Darüber hinaus ist Svenja Teichmann als Trainerin, Speakerin und Moderatorin tätig. Sie schult Führungskräfte in den Themen Digitale Transformation und Digital Leadership.

Matthias Kammer

Foto: Frederike Heim

Matthias Kammer ist seit November 2011 Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Hamburg. Zwischen 1985 und 1994 leitete er mehrere IT-Projekte in Hamburg. Danach war er Leiter des Amtes für Informations- und Kommunikationstechnik der Hamburger Finanzbehörde und Leiter des Amtes für Organisation und zentrale Dienste der Hamburger Verwaltung. Von 2002 an war Kammer verantwortlich für das Projekt zur Gründung des gemeinsamen IT-Dienstleisters Dataport für die Verwaltungen Hamburgs und Schleswig-Holsteins, dessen Vorstandsvorsitzender er von Januar 2004 bis Oktober 2011 war. Kammer ist Co-Vorsitzender des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ e.V.).

Danke für die Teilnahme und die anschließende Diskussion.

The post Digital Leadership – Chancen, Visionen und der Alltag appeared first on DIVSI.

]]>
DIVSI-Bucerius-Forum 2017 – „Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“ https://www.divsi.de/veranstaltung/divsi-bucerius-forum-2017-ohne-digitale-teilhabe-keine-soziale-teilhabe/ Thu, 11 May 2017 10:56:31 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=events&p=16880 Forum des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und der Bucerius Law School am 11. und 12. Mai 2017 in Hamburg Auch in diesem Jahr setzen das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und die Bucerius Law School ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort. Das diesjährige DIVSI-Bucerius-Forum fand am 11. und 12. […]

The post DIVSI-Bucerius-Forum 2017 – „Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“ appeared first on DIVSI.

]]>
DIVSI-Bucerius Forum 2017

Foto: Konstantin Kleine

Forum des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und der Bucerius Law School am 11. und 12. Mai 2017 in Hamburg

Auch in diesem Jahr setzen das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und die Bucerius Law School ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort. Das diesjährige DIVSI-Bucerius-Forum fand am 11. und 12. Mai 2017 wieder in den Räumen der Bucerius Law School statt.

In diesem Jahr ging es um digitale Teilhabe, die in einer Welt, in der kaum noch etwas ohne das Internet geht, immer mehr zur Voraussetzung für Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander wird. Wer nicht online ist oder sein will, bleibt heute schon bei vielen Dingen außen vor. Wir stellten daher die These auf:

„Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“.

Der im November 2016 im Rahmen eines Bürgerprojektes veröffentlichte Entwurf einer„Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union“ mahnt in seinem Artikel 3 Abs. 2 Satz 1 an: „Die Verwendung von automatisierten Verfahren darf nicht dazu führen, dass Menschen (…) von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.“ Über den Entwurf lohnt es zu diskutieren. Er wirft wichtige Fragen auf, denn was bedeutet eigentlich Teilhabe in diesem Sinne?

Aus unserer Sicht ist mit Teilhabe die Möglichkeit gemeint, die Infrastrukturen und Angebote einer Gesellschaft umfassend zu nutzen und dadurch ein gleiches Maß an sowohl beruflichen wie auch privaten Chancen zu erlangen. In einer Welt, in der immer mehr Alltagsorganisation und ‑gestaltung digital abläuft, bedeutet digitale Teilhabe deshalb gleichzeitig auch soziale Teilhabe. Und es geht um Chancengerechtigkeit. Denn nur wer auch die digitalen Infrastrukturen und Angebote der Gesellschaft nutzen kann, der kann auch das volle Spektrum an Möglichkeiten ausschöpfen. Zwar wird dem Internet gern zugeschrieben, dass es Chancengleichheit fördere, weil es (theoretisch) allen Menschen jederzeit und von überall schier unbegrenzten Zugang zu Wissen und anderen Ressourcen biete. Gleichzeitig wissen wir (nicht zuletzt aus den DIVSI Internet-Milieu-Studien), dass geeignete technische Voraussetzungen zwar notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für digitale Teilhabe sind. Es geht vielmehr darum, souverän mit digitalen Medien und dem Internet umgehen zu können, um sicher und chancenorientiert durchs digitale Dickicht zu navigieren. Wer „Internet kann“, ist privilegiert. Wer nicht, wird abgehängt. Die Digitalisierung droht, nicht die Chancengerechtigkeit, sondern ganz im Gegenteil die gesellschaftliche Spaltung zu fördern.

Wie können wir eine solche drohende Spaltung der Gesellschaft in der digitalen Zeit abwenden? Wie verhindern wir, dass Menschen abgehängt werden? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Bildung? Welche Rolle und welche Verantwortung kommt dem Staat, welche privaten Unternehmen zu? Und welcher Anteil liegt in der Verantwortung des Einzelnen?

Nach einem Grußwort der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit, führte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, in die Themenstellung „digitale Teilhabe als Voraussetzung für soziale Teilhabe“ ein.

Danach erläuterte der Mitunterzeichner der von der ZEIT-Stiftung unterstützten Digital Charta, Wolfgang Kleinwächter, Professor Emeritus der University of Aarhus, die Möglichkeiten der Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe durch digitale Grundrechte.

Auf dem anschließenden Podium setzten die Diskutanten sich mit der These der Veranstaltung auseinander und mit der Frage, ob in einer Welt in der kaum noch etwas ohne das Internet oder „online sein“ geht und dies immer mehr zur Voraussetzung für Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander wird, wir uns „offline überhaupt noch leisten können“.

Das Podium:
Dr. Regina Görner, Beisitzerin des geschäftsführenden Vorstands Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO),
Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien Hansestadt Bremen,
Florian Schindler, NEPOS GmbH,
Lina Ehrig, Leiterin Team Digitales und Medien Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. und
Patrick Häde, Gründer und Student der Bucerius Law School.

Nach der Eröffnung des zweiten Tages durch die Keynote von Prof. Dr. Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Single Digital Market-Initiative der Europäischen Kommission und Professorin an der Universität der Künste in Berlin, stand der Tag im Zeichen interdisziplinärer Fachvorträge. Aus akademischer Perspektive wurden unterschiedlichste Aspekte von sozialer Teilhabe in Zeiten der Digitalisierung beleuchtet. Referenten:

Prof. Dr. Kerstin Mayrberger, Beauftragte der Universität Hamburg für Digitalisierung von Lehren und Lernen,
Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut, Hamburg 
Dr. Gabriele Buchholtz von der Bucerius Law School.

 

Das Programm

„Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“
Ist das Smartphone unser Tor zur Welt?

DIVSI-Bucerius Forum
am 11./12. Mai 2017

Donnerstag, 11. Mai 2017
14.00 Registrierung und Begrüßungskaffee
14.30

Begrüßung

Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

14.45

Grußwort

Carola Veit, Präsidentin Hamburgische Bürgerschaft

15.00

Keynote:
Digitale Teilhabe als Voraussetzung für soziale Teilhabe

Thomas Krüger, Präsident Bundeszentrale für politische Bildung 

15:45

kurze Pause
16:00

Keynote:
Gesellschaftliche Teilhabe stärken durch digitale Grundrechte?

Prof. Dr. Wolfgang Kleinwächter, University of Aarhus

16:45

Podiumsdiskussion: „Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe –
Können wir uns offline überhaupt noch leisten?“

Lina Ehrig, Leiterin Team Digitales und Medien Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Berlin

Dr. Regina Görner, Beisitzerin des geschäftsführenden Vorstands Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)

Patrick Häde, Gründer, Student Bucerius Law School

Florian Schindler, NEPOS GmbH

Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien Hansestadt Bremen

Moderation: Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

Im Anschluss


Abendbuffet

 

Freitag, den 12. Mai 2017

8.30 Registrierung und Begrüßungskaffee
9.00

Begrüßung

Prof. Dr. Katharina Boele-Woelki, Bucerius Law School, Hamburg
Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

9.15

Keynote:
Der Briefkasten ins Internet – Partizipation in der digitalen Gesellschaft

Prof. Dr. Gesche Joost, Universität der Künste, Berlin

10.00

Teilhabe und Bildung – Lernen im digitalen Zeitalter (Arbeitstitel)

Prof. Dr. Kerstin Mayrberger, Beauftragte der Universität Hamburg für Digitalisierung von Lehren und Lernen

10.45 Kaffeepause
11.15

Teilhabe im Freundeskreis und in der Familie (Arbeitstitel)

Dr. Claudia Lampert, Hans-Bredow-Institut, Hamburg

12:00

Demokratie und Teilhabe in der digitalen Zeit (Arbeitstitel)

Dr. Gabriele Buchholtz, Bucerius Law School, Hamburg

12:45

Schlusswort

Matthias Kammer, Hamburg

Im Anschluss


Imbiss und Ausklang der Veranstaltung

 

The post DIVSI-Bucerius-Forum 2017 – „Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“ appeared first on DIVSI.

]]>