Internetmilieus – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 DIVSI U25-Studie: Euphorie war gestern https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-u25-studie-euphorie-war-gestern/ Mon, 19 Nov 2018 08:57:22 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=studien&p=19295 Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

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Vorwort von Matthias Kammer

Mein Vorwort für die erste U25-Studie wurde vor gut viereinhalb Jahren verfasst. Mit der damals viel beachteten Untersuchung lieferten wir erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Weit über reine Nutzungsstatistik hinaus lernten wir viel über die Denk- und Handlungslogiken junger Menschen, über ihre Einstellungen zum Internet sowie über die Motive und Barrieren, die ihr Verhalten in der digitalen Welt steuerten.

Die Zeitspanne von 2014 bis in die Gegenwart ist relativ kurz, gemessen an der Schnelllebigkeit des Internets und der rasanten technologischen Entwicklung allerdings gigantisch. Höchste Zeit also, wieder genau hinzuschauen und hinzuhören. In bewährter Zusammenarbeit mit dem renommierten Heidelberger SINUS-Institut entstand die Ihnen nun vorliegende Studie. Auch sie erlaubt vertiefte Einblicke in den Alltag der „Generation Internet“ und zeigt vor allem auf, wie schnell Digitalisierung ihre Lebenswirklichkeit verändert.

Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

Offliner sind inzwischen gänzlich von der U25-Landkarte verschwunden; gleichzeitig besitzen nahezu 100 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Smartphones und sind ganz selbstverständlich täglich online.

2014 bedeutete ein Mehr an Internetnutzung auch eine positivere Einstellung zum Internet. Heute reichen die Haltungen der sogenannten „Generation Internet“ von Glück über Ernüchterung bis hin zu Misstrauen und Angst vor Abhängigkeit.

Bei aller grundsätzlich chancenorientierten Einstellung zur digitalen Welt sehen 14- bis 24-Jährige vermehrt Online-Risiken und verspüren im Umgang mit dem Internet eine latente Unsicherheit. Knapp ein Drittel fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein, und sogar doppelt so viele nehmen eine Beleidigungskultur wahr, die sie zum Teil davon abhält, die eigene Meinung zu äußern. Das vielfach vorgefasste Bild von sich kopflos in jedes digitale Abenteuer stürzenden Jugendlichen widerlegt die Studie eindrücklich. Ebenso entschieden lehnen sie selbst es ab, als „Digital Natives“ bezeichnet zu werden – auch, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, welcher Anstrengungen es bedarf, souverän durchs digitale Dickicht zu navigieren.

Einen solchen – mehr oder weniger souveränen – Umgang mit dem Internet erlernen sie derzeit hauptsächlich durch eigene Erfahrungen und indem sie vieles „einfach mal ausprobieren“. Im Ranking der vertrauenswürdigen Ratgeber in Sachen Internet steht das eigene Bauchgefühl weit vor Expertenmeinungen, Eltern oder Schule.

Auch wenn und obwohl es sich um die erste Generation handelt, in der es keine Offliner gibt, fühlen sich bei Weitem nicht alle jungen Menschen ausreichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet. Gut 40 Prozent – und damit doppelt so viele wie noch in 2014 – haben sogar regelrecht Angst vor einer Zukunft, in der vieles nur noch digital geht.

Die Studie gibt, wie die hier knapp angerissenen Ergebnisse zeigen, einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit der jungen Generation in Deutschland im digitalen Zeitalter. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf in vielerlei Hinsicht. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre der DIVSI U25-Studie und freue mich auf Ihre Anmerkungen.

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Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke https://www.divsi.de/die-altersluecke-ist-eine-vertrauensluecke/ https://www.divsi.de/die-altersluecke-ist-eine-vertrauensluecke/#respond Mon, 16 Apr 2018 08:53:32 +0000 https://www.divsi.de/?p=17552 Eine responsive Digitalisierungspolitik für ältere Menschen kann das ändern. Von Herbert Kubicek In ihrer Koalitionsvereinbarung hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bei der Digitalisierung „die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jeder daran teilhaben kann“. Dazu zählt auch „die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz für alle Altersgruppen“. Es folgt dann aber wenig zur Erwachsenenbildung […]

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Die Alterslücke ist eine Vertrauenslücke

Foto: VGstockstudio –Shutterstock

Eine responsive Digitalisierungspolitik für ältere Menschen kann das ändern.

Von Herbert Kubicek

In ihrer Koalitionsvereinbarung hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bei der Digitalisierung „die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jeder daran teilhaben kann“. Dazu zählt auch „die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz für alle Altersgruppen“. Es folgt dann aber wenig zur Erwachsenenbildung und zu digitalen Kompetenzen bei älteren Menschen. Gerade bei über 70-Jährigen besteht jedoch großer Handlungsbedarf, weil sich die schon vor 20 Jahren beklagte Alterslücke nicht verringert hat.

Abstand

Vergleicht man den Abstand zwischen den Anteilen der Internetnutzer bei den 14–19-Jährigen mit den Anteilen der Altersgruppe 60–69 und 70+, dann haben die 60–69-Jährigen gegenüber den Jungen etwas aufgeholt. Der Abstand der über 70-Jährigen beträgt jedoch wie schon 2001 immer noch 60 Prozentpunkte.

Internetnutzung in verschiedenen Altersgruppen

In absoluten Zahlen sind das über 10 Millionen Menschen. Diese Zahl ergibt sich, wenn man die in der DIVSI Ü60 Studie ermittelten Anteile der Offliner in den höheren Altersgruppen mit den Zahlen der Bevölkerungsstatistik multipliziert (Tabelle). Bedenkt man, dass die Lebenserwartung noch steigt, wird gerade der heute schon hohe Anteil der über 80-Jährigen Offliner noch steigen. Ein Dilemma vor allem für E-Health und Telemedizin.

Pilotprojekte etwa mit Technik-Botschaftern oder Internetpaten zeigen, dass das Interesse älterer Menschen am Internet durchaus geweckt werden kann. Sie sind jedoch nicht skalierbar und breitentauglich, und sie lösen ein zentrales Dilemma nicht: Viele ältere Menschen glauben, dass das Internet für sie nichts Nützliches bietet und zu kompliziert ist.

Investitionsdilemma

Um den Nutzen des Internets zu erkennen, braucht man ein Gerät für einige Hundert Euro mit Internetanschluss und eine Einweisung. Wer keinen Nutzen erwartet, wird diese Investition in der Regel nicht tätigen. Man kann von einem Investitionsdilemma sprechen. Dabei gibt es eine zeitgemäße Alternative, wie die Stiftung Digitale Chancen zusammen mit Telefonica Deutschland in einem gerade abgeschlossenen Projekt nachgewiesen hat: Dabei wurden mit einem unterstützenden Begleitprogramm Tablet- PCs mit einer SIM-Karte unentgeltlich für acht Wochen an ältere Menschen im Alter von 55 bis 91 Jahre ausgeliehen.

Generationenunterschied

Die DIVSI-Studie sieht den entscheidenden Unterschied zwischen der jüngeren und der älteren Generation vor allem im Umgang mit erwarteten Nutzen und Risiken. Während Jugendliche neugierig auf neue Techniken sind und diese auch als Statussymbol empfinden, sind Ältere eher an einem konkreten Nutzen interessiert.

Diesen Unterschied zwischen den Generationen gibt es nicht nur bei der Internetnutzung. Er wird als unterschiedliche Selbstwirksamkeit bezeichnet, d.h. als das Vertrauen, auftretende Probleme selbst bewältigen zu können. Wenn diese Annahme zutrifft, verwundert es nicht, dass ein üblicher PC- oder Tablet-Kurs in vielen Fällen nicht zu einer Nutzung führt. Hinzu kommt, dass insbesondere Menschen in höherem Alter sich nicht mehr zutrauen, die Ziele eines Kurses zu erreichen. Neben technischen Fertigkeiten und Kenntnissen müssen Angebote für ältere Menschen daher vor allem deren Selbstwirksamkeit stärken. Das gelingt allerdings nur, wenn auch ein inhaltliches Interesse an einer Internetnutzung geweckt werden kann. In unserem Feldversuch wurden zu Beginn die Erwartungen im Hinblick auf verschiedene Nutzenkategorien und nach der Erprobung die tatsächliche Nutzung erfragt.

Hohe Übereinstimmung gab es bei dem Nutzen der Unterstützung der Mobilität durch Fahrpläne und Karten, der Kontakte mit Familie und Freunden, bei der Gewinnung von Wissen und der Unterhaltung. Nur von wenigen ausprobiert wurde hingegen die Nutzung von Anwendungen, die Wege ersparen, wie Online-Einkaufen und Online-Banking.

Das Leihmodell umgeht nicht nur die Kosten für die Anschaffung eines Geräts. Es trägt auch den Lernerfordernissen älterer Menschen Rechnung, weil sie zwischen den Sprechstunden oder Trainings zu Hause wiederholen können, was sie dort erfahren haben. Einen wichtigen Beitrag haben zudem vorinstallierte Apps geleistet, die auf die erwarteten Nutzenaspekte hin ausgewählt wurden. Denn Neulinge zögern, Apps aus dem Internet herunterzuladen. Oft wissen Sie auch nicht, was für sie interessant sein könnte.

Nutzen und Nutzung des Internets von 300 Senioren zwischen 55 und 95 Jahren

Vertrauenswürdig

Hilfe beim Aufbau von Selbstvertrauen sollte von Einrichtungen und Personen kommen, denen die Betroffenen vertrauen. Daher wurden in dem Projekt Seniorentreffs und Seniorenwohneinrichtungen ausgewählt, die auch vielfältige andere Angebote für ihre Besucher bzw. Bewohner bieten und dieses Vertrauen genießen.

In diesen beiden Arten von Einrichtungen haben die Stiftung und Telefonica bereits seit 2012 jährlich positive Erfahrungen mit der betreuten Ausleihe machen können. Das Leihmodell kann für diese Einrichtungen in einem Programm „Senioreneinrichtungen ans Netz“ bundesweit ausgerollt werden. In einem Masterplan der Stiftung Digitale Chancen wird die Ausstattung von 30.000 Senioreneinrichtungen vorgeschlagen, die über drei Jahre 300.000 ältere Besucher erreichen können. Für die Anschaffung und Logistik der wechselnden Übergabe würde dies 14 Mio. Euro kosten, ein ergänzendes Trainthe- Trainer-Programm für ein Drittel der Betreuer rund 4 Mio. Euro.

In Seniorenwohneinrichtungen wohnen bundesweit ca. eine halbe Million Menschen. Wenn 10.000 Einrichtungen gewonnen werden und über drei Jahre 100.000 Bewohnern eine betreute Erfahrungsmöglichkeit bieten, würde dies etwa 3 Mio. für die Geräte, 1,5 Mio. für die Organisation der Ausleihe und 1,5 Mio. für ein Train-the-Trainer-Programm kosten.

Damit werden allerdings nicht alle älteren Menschen in ihren insgesamt sehr unterschiedlichen sozialen und räumlichen Lebensverhältnissen erreicht. Für eine umfassende digitale Inklusion oder Integration älterer Menschen und eine Überwindung der sehr unterschiedlichen Barrieren sind weitere Wege zu erproben. Dabei sollten zum einen Pflegheime und zum anderen die aufsuchende Nachbarschaftshilfe erprobt werden.

Die noch wenigen Umfragen zur Internetnutzung in Pflegeheimen oder Pflegestationen in Altenwohnheimen belegen, dass deren Patienten einen besonders hohen Nutzen aus digitalen Anwendungen gewinnen. Für Patienten mit eingeschränkter Mobilität oder psychischen oder kognitiven Einschränkungen ist das Internet nach einer Schweizer Studie ein „Fenster in die Außenwelt“. Um dies genauer zu erforschen, wäre ein Projekt mit der Ausleihe von Tablet-PCs an 300 der insgesamt 13.000 Pflegeheime und einem spezifischen Train-the- Trainer-Programm sinnvoll.

Senioren Tablet

Bindeglied: Auch Senioren wissen: Die Möglichkeiten des Internets machen das Leben leichter und interessanter. (Foto: VGstockstudio – Shutterstock)

Pilotprojekt

Für mobilitätseingeschränkte Menschen und solche im Höchstalter über 90 Jahre empfiehlt der runde Tisch „Aktives Altern – Übergänge gestalten“ des BMFSFJ „aufsuchende, auf ältere Menschen zugehende Angebote“. Dies wurde mit ehrenamtlichen Technik-Paten oder Technik-Botschaftern in kleinen Pilotprojekten versucht. Eine breite Umsetzung ist jedoch an der Rekrutierung ehrenamtlicher Helfer gescheitert.

Zielführender erscheint eine Einbettung in vorhandene Strukturen wie Pflegedienste, Anbieter von haushaltsnahen Dienstleistungen und die organisierte, auch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe. Wenn die unterstützten älteren Menschen die Internetnutzung selbst nicht lernen können oder wollen, sollten die Helfer dies an ihrer Stelle für sie tun. So wie sie heute ein Formular einer Behörde für die Unterstützten ausfüllen oder für sie einkaufen gehen, können sie das dann auch online erledigen. Eine solche aufsuchende „digitale Assistenz“ erscheint ergänzend zu den Ansätzen zur Vermittlung digitaler Kompetenzen geboten. Vor allem in höherem Alter sollte ihnen zugestanden werden, nichts Neues mehr lernen zu wollen. Das darf aber kein Grund sein, deswegen von digitalen Dienstleistungen ausgeschlossen zu bleiben.

Herausforderung

Wenn wirklich alle die Chance bekommen sollen, den Nutzen der Digitalisierung für sich zu erfahren, dann stellt der zunehmend wachsende Anteil älterer Menschen eine besondere Herausforderung für die Erwachsenenbildung und auch für die sozialwissenschaftliche Technikforschung dar. Beide haben noch keinen hinreichenden Überblick über die unterschiedlichen Lebensbedingungen und Handlungsmöglichkeiten, in denen sich die 10 Millionen Offliner über 70 Jahre befinden und in den nächsten 20 Jahren befinden werden.

Die aktuelle Herausforderung besteht also darin, diese unterschiedlichen Ausgangssituationen mit ihren jeweiligen Barrieren zu systematisieren und empirisch zu erfassen und dann jeweils angemessene Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben. Man kann das eine „responsive Digitalisierungspolitik“ nennen.

Wahrscheinlich ist dies ein Programm für mehr als eine Legislaturperiode. Aber wenn fünf Milliarden Euro für den Schulbereich investiert werden sollen, sind 40 bis 50 Millionen für ein entsprechendes Programm für die ältere Generation kein Grund, sich um diesen Teil der Bevölkerung nicht gleichermaßen intensiv zu kümmern.

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DIVSI Internet-Milieus 2016: Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-internet-milieus-2016-die-digitalisierte-gesellschaft-bewegung/ Mon, 20 Jun 2016 13:19:25 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=14761 Das Internet hat in den vergangenen Jahren praktisch alle Lebensbereiche rasant verändert oder zumindest beeinflusst. Eine Vielfalt an Angeboten und fortschreitende Mobilität haben es omnipräsent gemacht. Was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen in Deutschland? Ticken wir jetzt alle gleichermaßen digital? Oder gibt es doch noch große Unterschiede im Nutzungsverhalten des Einzelnen?

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Vorwort

Das Internet hat in den vergangenen Jahren praktisch alle Lebensbereiche rasant verändert oder zumindest beeinflusst. Eine Vielfalt an Angeboten und fortschreitende Mobilität haben es omnipräsent gemacht. Was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen in Deutschland? Ticken wir jetzt alle gleichermaßen digital? Oder gibt es doch noch große Unterschiede im Nutzungsverhalten des Einzelnen? Wie werden technische Neuerungen in den Alltag integriert? Vor welchen gesellschaftlichen Anforderungen und Herausforderungen stehen wir angesichts der enormen Entwicklungsdynamik?

Eine Vielzahl von Fragen stellt sich also auch noch nach der ersten DIVSI Milieu-Studie aus dem Jahr 2012, mit der die digitale Gesellschaft in Deutschland erstmals gründlich vermessen wurde. Die vorliegende umfangreiche Aktualisierung – erneut basierend auf Tiefeninterviews sowie bundesweit repräsentativen Umfragen – zeigt inwieweit sich das tatsächliche Nutzungsverhalten, aber auch bereits digitale Grundhaltungen verändert haben. Damit bietet die Untersuchung nicht nur einen aktuellen Stand, sondern stellt eine Fortentwicklung des Ursprungsmodells dar, mit der Veränderungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, und Auswirkungen auf die Gesellschaft wissenschaftlich fundiert dargestellt werden können.

Wir wollten wissen, was sich seit 2012 in der und für die digitalisierte Gesellschaft verändert hat:

  • Wie oft, wie lange, womit und wofür Menschen „ins Internet gehen“,
  • welche Chancen und Risiken sie dabei wahrnehmen,
  • wen sie in der Verantwortung sehen, wenn es um Sicherheit im Internet-Alltag geht,
  • wem sie diesbezüglich wie weit vertrauen und etwas zutrauen und
  • inwiefern sie sich selbst souverän oder überfordert fühlen in der digitalen Welt.

Eine wesentliche Erkenntnis zeigt dabei, dass sich der digitale Wandel nicht nur technisch vollzieht. Gleichzeitig ändern sich auch die Haltungen zum Internet kontinuierlich.

2016 zeigt die Bevölkerung in Deutschland einen ausgeprägten Internet-Optimismus: Eine große Mehrheit (72 Prozent) sieht mehr Chancen als Gefahren im Internet. Die Menschen fühlen sich heute dem Internet deutlich verbundener und möchten es nicht mehr missen. Das Internet ist gewissermaßen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gleichzeitig werden die digitalen Lebenswelten vielfältiger, insbesondere Einstellungen und Haltungen der Internet-Intensivnutzer differenzieren sich weiter aus. Nicht mehr jeder „Heavy User“ liebt das Internet bedingungslos.

Und es zeigen sich (neue) Herausforderungen:

69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland möchten am Internet-Geschehen teilhaben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie dazu auch in der Lage sind.

Immer noch jeder Sechste ist Offliner und nutzt das Internet nie. Diese Gruppe bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit und Unterstützung. Nicht wenige fühlen sich überfordert, und es macht ihnen Angst, dass immer mehr Bereiche ihres vertrauten Alltags dem digitalen Wandel unterworfen werden. Aber auch teilweise sehr aktive Internetnutzer fühlen sich überfordert und sind eingeschränkt in ihren Teilhabe-Möglichkeiten.

Die Bereitstellung technischer Zugänge oder aktivere Internetnutzung allein scheinen nicht ausreichend, um die digitale – und damit auch immer mehr die soziale und gesellschaftliche Teilhabe – sicherzustellen. Menschen müssen sich souverän in der digitalen Welt bewegen und Risiken richtig einschätzen können. Elementar ist dabei auch die Frage, wie vertrauensbildende Rahmenbedingungen geschaffen werden können.

Die vorliegende Studie liefert vier Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Typologie zum Komplex „Vertrauen und Sicherheit im Internet“ ein aktualisiertes Modell der DIVSI Internet-Milieus. Sie zeigt damit Veränderungen und Entwicklungsdynamiken in der digitalen Gesellschaft. Dies kann wertvolle Erkenntnisse liefern für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um zielgruppenspezifisch auf Befindlichkeiten und Entwicklungen reagieren zu können.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und freue mich auf Reaktionen.

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Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/ https://www.divsi.de/digitale-teilhabe-bedeutet-soziale-teilhabe/#respond Mon, 03 Aug 2015 08:53:37 +0000 http://46.30.3.106/?p=12572 Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen. Von Joanna Schmölz Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird […]

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Digitale Teilhabe bedeutet soziale Teilhabe

Bild: nenetus – Shutterstock

Warum wir wissen sollten, wie die 3- bis 8-Jährigen mit dem Thema Internet umgehen.

Von Joanna Schmölz

Das Thema „Kinder und Internet“ ist hochaktuell. Die einen meinen, Kinder müssten so lange wie möglich von der digitalen Welt ferngehalten werden. Die anderen verlangen Tablets in der Kita und Programmieren/Coding bereits in den ersten Schuljahren. Facettenreich wird darüber diskutiert und gestritten, wie, ab wann oder ob Kinder überhaupt mit digitalen Medien in Berührung kommen sollten. Dabei sind jedoch – und das wird häufig übersehen – manche der Problemstellungen längst von der Realität überholt worden.

Zwar ist das Internet selbst ja gerade mal ein Teenager, in mancher Hinsicht steckt es noch in den Kinderschuhen. Aber es entwickelt sich rasant; die Digitalisierung verändert vieles, das sich zuvor über Jahrzehnte etabliert und bewährt hatte. Diese Entwicklung wirkt sich auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens aus.

Kein Luxusgut

Heute ist das „Internet to go“ für die meisten von uns ein ständiger Begleiter und damit auch in dem Lebensraum gegenwärtig, in dem Kinder und Jugendliche sozialisiert werden. Die jetzige junge Generation ist die erste, die in einer derart stark digitalisierten Welt aufwächst. Ich denke hier vor allem an das Zeitalter des mobilen Internets, in dem Smartphones & Co. kein Luxusgut für wenige sind, sondern zum Alltag vieler oder gar der meisten gehören. Diese Entwicklung hat erst mit der iPhone-Einführung 2007 begonnen. Was sich seitdem verändert hat, ist enorm.

Dieser kurze Blick auf die Situation beschreibt allerdings nur den verfügbaren Handlungsrahmen. Wie sich die grundsätzlichen Einstellungen und Handlungslogiken entwickeln, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab – ganz wesentlich vom lebensweltlichen Hintergrund, vor dem die Kinder aufwachsen.

Vor fast genau einem Jahr haben wir die Ergebnisse der DIVSI U25-Studie vorgestellt. Sie nahm Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 9 und 24 Jahren und ihr Leben in und mit der digitalen Welt in den Blick. Die Untersuchung zeigte, dass bei ihnen digitale Medien längst etabliert sind und dass es bereits in diesen Altersgruppen große Unterschiede in Hinblick auf Medienkompetenz, auf die subjektive Souveränität im Umgang mit dem Internet, aber auch hinsichtlich Sicherheitserwartungen gibt.

Doch längst nicht alle jungen Menschen, die in unserer digitalisierten Welt aufwachsen, sind automatisch „Digital Natives“. Einige sind stark verunsichert oder wissen schlichtweg nichts mit dem reichhaltigen Angebot anzufangen. Für die einen ist das Internet ein reiner Freizeitraum, andere nutzen es für Informations- und Bildungszwecke und begreifen es als Werkzeug für das persönliche und berufliche Weiterkommen.

Um zu verstehen, wann genau und unter welchen Umständen sich diese teils stark auseinanderklaffenden Entwicklungen vollziehen, haben wir mit der U9-Studie, realisiert durch das SINUS-Institut, noch etwas früher angesetzt. Wir wollten die ersten Phasen des eigenständigen Umgangs mit digitalen Medien und insbesondere mit dem Internet unter die Lupe nehmen.

Wen fragen?

Denn – so eine wichtige Erkenntnis der U9-Studie: Die Kinder SIND bereits online. Rund 1,2 Millionen 3- bis 8-Jährige gehen regelmäßig ins Internet. Tendenz vermutlich steigend. Die Frage nach dem „Ob“ stellt sich so also nicht mehr.

Hinsichtlich vieler anderer Fragen rund um „Kinder und Internet“ gibt es aber keine oder keine ausreichenden Erfahrungswerte. Eltern können auch ihre eigenen Eltern kaum fragen: „Wie habt ihr das denn damals gemacht mit dem Internet?“

Im Kern der Debatte stehen dabei Fragen wie:

  • Wie viel Internet ist gut für Kinder?
  • Was können oder sollten sie dort machen (dürfen)? Was nicht?
  • Welche Kompetenzen benötigen sie, um die vielfältigen Chancen des Internets für sich (und ihre Zukunft) nutzen zu können?
  • Welchen Gefahren/Risiken sind sie im Internet ausgesetzt, und wie können sie geschützt werden? Und zwar auch ohne dass sie bei jedem einzelnen Klick beaufsichtigt werden.
Minecraft

Gaming: Wer wie oft Spiele nutzt, hängt auch von der formalen elterlicher Bildung ab. (Bild: Bloomua – Shutterstock)

Digitale Teilhabe ist jetzt schon eine der zentralen Voraussetzungen sozialer Teilhabe. In Zukunft wird sich das eher noch verstärken. Da unsere Lebenswelt stark medialisiert ist, ist es nur logisch, dass auch die Sozialisierung der Kinder davon nicht frei bleibt. Ein Heranwachsen ohne Auseinandersetzung mit Medien ist – unabhängig von Sinn oder Unsinn – höchst unwahrscheinlich.

Weichenstellung

Die Ergebnisse der U9-Studie machen überdeutlich, wie weichenstellend bereits die ersten Jahre für die Entwicklung digitaler Kompetenz(en) sind. Welche Einstellungen junge Menschen zum Internet entwickeln, wie sie sich darin bewegen und welche Chancen und Risiken sie wahrnehmen, wird bereits in der Kindheit angelegt. Selbstsicherheit und Chancenorientierung stehen also gegen Ängste und Restriktionen.

Dabei kommt der technischen Ausstattung bei Weitem nicht die größte Bedeutung zu. Weder die Verteilung von Tablets an Schulen noch „Breitband für alle“ werden als Maßnahmen ausreichen, um die Chancengleichheit, die der Digitalisierung gern zugeschrieben wird, zu sichern. Es reicht nicht, dass alle dem Grunde nach Zugang zur großen bunten digitalen Welt bekommen.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die Schere droht noch deutlich weiter auseinanderzuklaffen, wenn sich die sozialen Ungleichheiten im Netz reproduzieren. Die Erkenntnisse der U9-Studie können eine wissenschaftlich gesicherte Grundlage für sachlich fundierte Diskussionen darüber sein, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um Kindern einen guten Start in einer immer stärker digitalisierten Welt zu ermöglichen.

Diskurs-Anstöße

Es geht im Kern um die Frage: Wie ebnen wir Kindern den Weg in eine chancenreiche Zukunft, und wie bereiten wir sie qualifiziert auf eine Welt vor, in der kaum noch etwas ohne Internet gehen wird? Die aktuelle Untersuchung soll dazu beitragen, einen fundierten Diskurs hierüber zu organisieren.

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DIVSI Studie: Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie? Formen, Vorteile und Hürden der Beteiligung im Internet aus Sicht der DIVSI Internet-Milieus https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-studie-beteiligung-im-internet-wer-beteiligt-sich-wie/ Tue, 28 Jul 2015 06:50:35 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=13036 Vorwort Im April 2014 hat DIVSI in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen einen Bericht zu „Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet“ vorgelegt. Prof. Dr. Miriam Meckel hatte dabei festgehalten, dass der Begriff „Beteiligung“ zu einem „Schlagwort avanciert“ sei und seine „exakten Koordinaten verloren“ habe. Es sei Zeit, […]

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Vorwort

Im April 2014 hat DIVSI in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen einen Bericht zu „Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet“ vorgelegt. Prof. Dr. Miriam Meckel hatte dabei festgehalten, dass der Begriff „Beteiligung“ zu einem „Schlagwort avanciert“ sei und seine „exakten Koordinaten verloren“ habe. Es sei Zeit, „ein paar Mythen der Beteiligung zu entlarven“.

Die Studie räumte dann mit fünf Mythen auf, die sich bis dahin beharrlich in der Öffentlichkeit hielten. Dabei beruhten die vorgestellten Erkenntnisse auf einer systematischen deutsch- und englischsprachigen Literaturanalyse.

Mit der jetzt vorgelegten zweiten Untersuchung des Forschungsprogramms werden direkte Antworten aus Sicht der deutschen Internetnutzer beschrieben und analysiert. Die Experten haben dazu in mehreren Online- und Offline-Fokusgruppen Vertreter aller sieben Internet-Milieus befragt. Die Eingliederung in die von DIVSI entwickelten Internet-Milieus hat sich dabei auch in dieser Untersuchung bewährt, da sie eine sehr präzise Spezifikation ermöglicht.

Bei den Interviews ging es nicht nur um den Punkt, wie und warum der Einzelne sich beteiligt. Geklärt werden sollte vor allem auch die Problematik, was die Internetnutzer insgesamt denn überhaupt unter dem Begriff „Beteiligung“ verstehen.

Vermutlich wird es die eine, alles umfassende und von allen getragene Definition nie geben. Im Ergebnis zeigt die Studie je nach Milieu eine sehr unterschiedliche Begriffsbestimmung. Manche der Befragten bezeichnen bereits die bloße Nutzung von Online-Diensten, sogar das reine Online-Sein als Beteiligung.

Grundsätzlich jedoch zeigt sich, dass Beteiligung im Internet nicht nur bei den Digital Natives und den Digital Immigrants angekommen ist. Auch die Digital Outsiders werten ihre meist sehr selektive Nutzung als „Beteiligung“. Einzig die Internetfernen Verunsicherten aus diesem Segment bleiben praktisch außen vor. Viele haben Mühe, die Vorteile einer Beteiligung zu erkennen. Es zeigt sich also einmal mehr, wie wichtig Aufklärung und Information sind. Nur so lässt sich eine größere Teilhabe an den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und Informationsangeboten des Internets erreichen.

Sonst droht, was die Studie als einen wesentlichen Aspekt festhält: Eine neue Qualität der digitalen Spaltung. Auf der einen Seite finden wir dann jene Nutzer, die von den Vorteilen einer Beteiligung im Internet profitieren. Auf der anderen Seite stehen alle, die den Zugang nicht finden. Die Studie zeigt, dass neben sachlicher Überforderung oft fehlendes Vertrauen und Unsicherheit eine Rolle spielen. Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt scheinen mir aufgerufen, zeitnah Maßnahmen zu entwickeln, die eine digitale Spaltung bekämpfen können.

Das durch die Studie erkannte „Wie“ der praktischen Beteiligung im Internet könnte dazu geeignet sein, Entscheider aus ganz verschiedenen Bereichen verstärkt zu aktivieren. So zeigt beispielsweise ein Ergebnis, dass eine politische Beteiligung noch vergleichsweise wenig verbreitet ist. Brachland also, das den Verantwortlichen durchaus eine größere Pflege wert sein sollte. Zivilgesellschaftliche Anliegen nämlich werden bereits sehr wohl und häufig durch Internetbeteiligung vorangetrieben. Der aktive Austausch und die Verbreitung im Netz sind auf diesem Feld längst Alltag.

Auch Beteiligungen in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Bildung und zu Gesundheitsfragen haben sich im Bewusstsein der deutschen Internetnutzer etabliert. Dabei macht die Studie deutlich, dass das Internet längst keine Domäne der jüngeren Generationen ist. Vor allem nämlich ältere Nutzer sind aktiv dabei, Gesundheitsinformationen zu sammeln, Fragen zu beantworten oder auch Tipps zu geben.

Wo viel Licht ist, ist aber bekanntlich auch viel Schatten. Das bedeutet hier: Beteiligung kann durchaus mit Gefahren verbunden sein. Denn das globale Netz ist mittlerweile so groß, dass sich auch für zwielichtige Projekte und Ideen Nutzer finden lassen, die sich beteiligen. Hier drohen womöglich Gefahren, vor denen wir die Augen nicht verschließen sollten.

Doch auch solche negativen Aspekte machen deutlich, welche soziale Dynamik eine Beteiligung auslösen kann. Das Internet vereinfacht die Verbindung mit anderen mehr denn je. Nie war es leichter, sich deutlich zu positionieren, sich mit anderen abzusprechen und sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Die neuen Medien schaffen neue Beteiligungsmöglichkeiten – und dadurch „Empowerment“. Sie können, so eine Erkenntnis der Studie, unterstützen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Untersuchung macht deshalb auch Vorschläge, wie eine konstruktive Nutzung neuer Medien gefördert werden kann. Dabei differenziert sie nach den DIVSI Internet-Milieus.

Die Erkenntnisse der Studie können für die aktuelle Debatte um den Wert und die Wirkung von Beteiligung neue Grundlagen liefern. DIVSI folgt damit seiner Aufgabe, Impulse und Wissensgrundlagen für Diskussionen anzubieten, die sich mit Themen unserer digitalen Zeit beschäftigen. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und freue mich über Reaktionen.

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Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten https://www.divsi.de/mediennutzung-und-medienkompetenz-jungen-lebenswelten/ https://www.divsi.de/mediennutzung-und-medienkompetenz-jungen-lebenswelten/#respond Fri, 18 Jul 2014 12:16:47 +0000 http://46.30.3.106/?p=7552 Media Perspektiven hat in Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut eine repräsentative Umfrage zu den jugendlichen Lebenswelten durchgeführt. Dafür wurden 2001 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14-29 Jahren zu vier Untersuchungsschwerpunkten befragt: Mediennutzung Gesprächspartner bei Medienthemen Glaubwürdigkeit von Medienaussagen Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen Medienkompetenz sowie Computer- und Internetkompetenz Die Umfrage kam zu ähnlichen Resultaten wie unsere U25-Studie. Die […]

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Internet-Milieus nach der Media Perspektiven/SINUS-Umfrage

Internet-Milieus nach der Media Perspektiven/SINUS-Umfrage (Bild: Media Perspektiven)

Media Perspektiven hat in Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut eine repräsentative Umfrage zu den jugendlichen Lebenswelten durchgeführt. Dafür wurden 2001 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14-29 Jahren zu vier Untersuchungsschwerpunkten befragt:

  • Mediennutzung
  • Gesprächspartner bei Medienthemen
  • Glaubwürdigkeit von Medienaussagen
  • Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen Medienkompetenz sowie Computer- und Internetkompetenz

Die Umfrage kam zu ähnlichen Resultaten wie unsere U25-Studie. Die zentralen Ergebnisse:

  • Die Mehrzahl der Befragten ist täglich online. Dabei steigt die Nutzungfrequenz mit zunehmendem Alter: 75 Prozent der Minderjährigen sind täglich im Internet, während unter den Volljährigen bereits 83 Prozent täglich im Internet unterwegs sind.
  • Mediennutzung ist ein fester Bestandteil im Alltag der 14- bis 29-Jährigen. Durch alle Bildungs- und Altersschichten hindurch steht das Internet an oberster Stelle der am häufigsten genutzten Medien, danach folgen Fernsehen, Radio und Mp3.
  • Medien gelten als unterschiedlich glaubwürdig. Die Mehrheit der Befragten fühlt sich zum tagesaktuellen politischen Geschehen am besten durch Nachrichtenseiten und öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme informiert. Auffällig ist, dass den Online-Communities nur eine geringe Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird.
  • Über alle Alters- und Bildungsschichten hinweg sind Computerspiele (41 Prozent), Mode (35 Prozent), Handys/Smartphones und Computer (jeweils 35 Prozent) sowie überregionale Nachrichten (28 Prozent) die beliebtesten Themen beim Surfen im Internet. Erwartungsgemäß zeigen sich hier typische geschlechter- und altersspezifische Unterschiede. Jungen interessieren sich eher für Computerspiele, Smartphones und Computer und Mädchen eher für Mode. Mit zunehmendem Alter verbreitert sich das Themen- und Interessenspektrum.
  • Die eigene Medienkompetenz wird überwiegend als gut eingeschätzt. Über 80 Prozent bewerten den eigenen Umgang mit dem Internet und die Informationssuche im Internet mit „sehr gut“ bis „gut“. Auch bei Smartphones geben 77 Prozent der Befragten an, sie kennen sich „sehr gut“ bis „gut“ aus.

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DIVSI magazin – Ausgabe 01/2014 https://www.divsi.de/publikationen/magazine/divsi-magazin-ausgabe-012014/ Tue, 25 Mar 2014 10:45:04 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=magazine&p=6167 Zum Inhalt: Artikelreihe „Digitale Souveränität“, U25-Generation: Mit Express-Tempo in die digitale Welt. Und weitere Themen…

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Zum Inhalt: Artikelreihe „Digitale Souveränität“, U25-Generation: Mit Express-Tempo in die digitale Welt. Und weitere Themen…

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DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt – Die U25-Generation im Portrait [Infografik] https://www.divsi.de/u25-studie-infografik-portrait/ https://www.divsi.de/u25-studie-infografik-portrait/#comments Mon, 10 Mar 2014 13:12:07 +0000 http://46.30.3.106/?p=5978 Wenn es um digitales Leben geht, stehen junge Menschen häufig im Fokus der Aufmerksamkeit. Grund dafür ist die Annahme, dass vor allem diese Gruppe die zukünftige Entwicklung des Internets und den Umgang damit wesentlich mitbestimmen wird. Nachdem in der DIVSI Milieu-Studie (2012) und der Aktualisierung (2013 ) die Internetnutzung von Erwachsenen im Fokus stand, wendet […]

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Wenn es um digitales Leben geht, stehen junge Menschen häufig im Fokus der Aufmerksamkeit. Grund dafür ist die Annahme, dass vor allem diese Gruppe die zukünftige Entwicklung des Internets und den Umgang damit wesentlich mitbestimmen wird.

Nachdem in der DIVSI Milieu-Studie (2012) und der Aktualisierung (2013 ) die Internetnutzung von Erwachsenen im Fokus stand, wendet sich DIVSI in seiner aktuellen „U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt“ den digitalen Lebenswelten der U25-Generation zu.

In unserer Infografik-Serie haben wir die zentralen Aspekte der U25-Studie zusammengestellt. Der erste Teil liefert Antworten auf die Frage: Wer sind die Akteure der U25-Generation?

DIVSI Infografik U25-Generation im Portrait

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DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-u25-studie-kinder-jugendliche-und-junge-erwachsene-in-der-digitalen-welt/ Thu, 06 Mar 2014 09:30:10 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=5595 Zu vielen Themen halten sich beharrlich eine Reihe von festgefügten Meinungen im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Allgemeinplätze, die häufig kaum auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft wurden, können irgendwann durch ständige Wiederholung zum vermeintlichen Fakt werden. Nicht immer erfahren die dadurch oft oberflächlich Bewerteten eine gerechte Würdigung ihres Verhaltens. Dieses Schicksal hat zum Gutteil auch Kinder, Jugendliche und […]

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Zu vielen Themen halten sich beharrlich eine Reihe von festgefügten Meinungen im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Allgemeinplätze, die häufig kaum auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft wurden, können irgendwann durch ständige Wiederholung zum vermeintlichen Fakt werden. Nicht immer erfahren die dadurch oft oberflächlich Bewerteten eine gerechte Würdigung ihres Verhaltens.

Dieses Schicksal hat zum Gutteil auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Bewertung ihres Umgangs mit dem Internet ereilt. Denn bislang fehlte es an einer wissenschaftlich fundierten Untersuchung, die das Verhalten der 9- bis 24-Jährigen in der digitalen Welt gezielt, präzise und neutral auslotet.

Die DIVSI U25-Studie liefert jetzt erstmals fundierte Antworten auf Fragen, die das Verhalten der nachwachsenden Generation im Hinblick auf das Netz betreffen. Und das ganz umfassend. Über die Nutzungsformen hinaus werden auch die Denk- und Handlungslogiken sowie der lebensweltliche Hintergrund untersucht. Getreu unserer selbst formulierten Arbeitsgrundlage ist es damit erneut gelungen, einen bedeutenden Komplex umfassend abzubilden. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger SINUS- Institut.

Einige Fakten, die mir besonders interessant erscheinen, will ich hervorheben:

  • 98 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nutzen das Internet. In der Gesamtbevölkerung finden sich zum Vergleich 19 Prozent Offliner.
  • Es wird kaum noch zwischen On- und Offline-Zeiten getrennt. Das Smartphone ist der Begleiter für alle Lebenslagen. Damit oder auch zusätzlich mit dem Tablet ist man ständig verfügbar, kann permanent auf diverse Nutzungs-/Kommunikationsmöglichkeiten zugreifen. Ein Leben „ohne“ ist für die meisten nicht mehr vorstellbar.
  • Internet-Nutzung wird mit zunehmendem Alter zum integralen Bestandteil des Alltags. Für Kinder heißt das vor allem Spielen. Der Fokus verschiebt sich allmählich hin zur Dauerkommunikation über Online-Communitys und Messaging-Dienste. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Kommunikation mit Freunden die wichtigste Facette der Internet-Nutzung geworden.
  • Online zu sein bedeutet nicht für jeden das Gleiche. Die Studie hat sieben verschiedene Internet-Milieus identifiziert. Sie unterscheiden sich entlang ihrer jeweiligen Lebenswelten, ihrer Zugangsweisen zum Netz und ihrer Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet.
  • Bildungsunterschiede sind auch mit Blick auf die Mediennutzung ein wichtiger Aspekt sozialer Ungleichheit. Die Art und Weise, wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Medien nutzen, unterscheidet sich deutlich entlang ihres formalen Bildungsniveaus. In Zeiten, in denen digitale Teilhabe auch gesellschaftliche und soziale Teilhabe bedeutet, kann dies umso fataler sein.
  • Die Bedeutung von Facebook-Freunden wird offensichtlich meist falsch dargestellt. Laut unserer Studie unterscheiden die Befragten sehr deutlich zwischen Online-Freunden, persönlichen Bekannten und echten engen Freunden.

Allein schon die hier kurz angerissenen sechs Punkte zeigen, dass die Untersuchung Fakten liefert, die für neue Blickwinkel sorgen können. Sie wird dazu beitragen, dass in Deutschland über das Verhalten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der digitalen Welt differenzierter nachgedacht wird. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre der DIVSI U25-Studie und freue mich auf Ihre Anmerkungen.

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Digitalisierung fördert das politische Interesse https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/ https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/#respond Thu, 29 Aug 2013 08:30:13 +0000 http://46.30.3.106/?p=4852 Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“? Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, […]

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Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“?

Bild: Spectral-Design – Shutterstock

Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, regelmäßig und genau das politische Geschehen zu verfolgen.  Im Milieu der Digital Outsiders – Menschen, die kaum oder wenig Umgang mit dem Internet haben – ist dagegen nur jeder fünfte am politischen Alltag interessiert.

Gleichzeitig ergab die Untersuchung, dass mit zunehmendem Alter das politische Interesse zunimmt. Knapp die Hälfte (49%) aller Befragten ab 55 Jahren gab an, politisch stark interessiert zu sein. Bei den 18-34jährigen liegt die Vergleichszahl bei nur 27 Prozent. Hier spielt auch das Bildungsniveau eine Rolle. Je höher der Bildungsabschluss, desto stärker das politische Interesse.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt deutlich, dass sich aus der digitalen Grundhaltung der Menschen insgesamt Rückschlüsse auf politische Einstellungen ziehen lassen. Andere Aspekte wie etwa Alter und  Bilder spielen keine derart signifikante Rolle.

Diese Erkenntnis spiegelt sich nicht nur im politischen Interesse, sondern auch in grundlegenden politischen Einstellungen wider: Wer auf Gesetze und Regelungen im Netz vertraut, der fordert sie auch stärker bei anderen politischen Themen (z.B. Verbot radikaler Parteien und Frauenquote).

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass sich aus dem Umgang mit dem Internet durchaus Rückschlüsse auf soziale Grundeinstellungen ableiten lassen. Das Internet schafft auch hier neue Ansätze.“

Zur Pressemitteilung und zum Material:
http://46.30.3.106/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/4850

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