Internetsicherheit – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Digitalisierung erfolgreich gestalten https://www.divsi.de/digitalisierung-erfolgreich-gestalten/ https://www.divsi.de/digitalisierung-erfolgreich-gestalten/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:09 +0000 https://www.divsi.de/?p=19453 Wichtigste Voraussetzung ist Cybersicherheit. Digitaler Verbraucherschutz wird immer wichtiger – für den Einzelnen ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt. Von Arne Schönbohm Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche führt für viele Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen zu neuen Möglichkeiten, zu mehr Komfort und zu mehr Effizienz. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Vernetzung und Internetfähigkeit […]

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Digitalisierung erfolgreich gestalten

Foto: bygermina/GaudiLab – Shutterstock

Wichtigste Voraussetzung ist Cybersicherheit. Digitaler Verbraucherschutz wird immer wichtiger – für den Einzelnen ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt.

Von Arne Schönbohm

Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche führt für viele Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen zu neuen Möglichkeiten, zu mehr Komfort und zu mehr Effizienz. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Vernetzung und Internetfähigkeit von Informations- und Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten oder anderen Gegenständen des täglichen Gebrauchs neue Risiken und potenzielle Angriffsflächen für Cyberkriminelle.

Informationssicherheit wird daher im Sinne eines „digitalen Verbraucherschutzes“ immer wichtiger – für einzelne Anwender ebenso wie für die Gesellschaft. Die Etablierung von grundlegenden IT-Sicherheitsstandards und die Information und Sensibilisierung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist daher eine Aufgabe, der sich das BSI als nationale Cybersicherheitsbehörde stellt.

Cyberkriminelle

Digitalisierung und Vernetzung führen dazu, dass Verbraucherinnen und Verbraucher jederzeit und von jedem Ort aus auf Online-Angebote zugreifen oder Anwendungen steuern können. Bankgeschäfte werden per Online- Banking, Einkäufe per Online-Shopping erledigt. Die Heizung im „smarten“ Zuhause wird per Smartphone aus der Ferne geregelt, auch die Rollläden lassen sich per App auf- und zumachen. Gleichwohl gehen mit diesen neuen Möglichkeiten der Vernetzung auch Risiken einher, denn die Digitalisierung schafft auch für unbefugte Dritte neue Möglichkeiten. Cyberkriminelle nutzen dies für ihre Zwecke und gefährden die Cybersicherheit einzelner oder vieler Anwender.

Im Fokus der Cyberkriminellen stehen unter anderem persönliche Daten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, aber auch der Angriff auf ganze Systeme, um diese zum Einsturz zu bringen. Mittels Cyberangriffen wird etwa versucht, in die Systeme von digitalen Diensteanbietern einzudringen, um dort sensible Kundendaten abzuschöpfen. So gelang es Cyberkriminellen zum Beispiel, eine Sicherheitslücke in 1.000 Online-Shops in Deutschland auszunutzen, die es ihnen ermöglichte, bei der Aufgabe einer Bestellung die Kundendaten auszuspähen.

Neben dieser Gefährdung Einzelner stellen unsichere IT-Produkte jedoch auch ein Risiko für die öffentliche Sicherheit dar. Wenn zum Beispiel internetfähige Anwenderprodukte wie Router, Netzwerkdrucker oder Smart-TVs von Cyberkriminellen zu einem Botnetz zusammengeschlossen werden, können damit Cyberangriffe gegen Dritte bzw. gegen weitere Geräte oder Netzwerke ausgeführt werden und weitaus größere Schäden anrichten. Der Fall des Mirai-Botnetzes, das aus zusammengeschlossenen ungesicherten IoT-Geräten besteht, und der damit verbundene Ausfall Hunderttausender Telekom-Router als Folge einer versuchten Infektion mit Schadcode belegen dieses Risiko eindrücklich.

Router

Router: Von Cyberkriminellen gebündelt zum Botnetz können sie erheblichen Schaden anrichten (Foto: moebiusdream – Pixabay)

Transparenz

Um die Digitalisierung erfolgreich gestalten zu können, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher über bestehende und neue Risiken aufgeklärt und dabei unterstützt werden, sich dagegen zu wappnen. Im Sinne eines „digitalen Verbraucherschutzes“ unterstützt das BSI als herstellerunabhängige und kompetente technische Stelle die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Risikobewertung von Technologien, Produkten, Dienstleistungen und Medienangeboten. Dabei arbeitet das BSI eng mit anderen Einrichtungen des Verbraucherschutzes zusammen, etwa mit der Verbraucherzentrale NRW. Neben einem besseren Schutz des Einzelnen wird dagesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gegen Cybergefahren jeglicher Art erhöht.

Vor dem Hintergrund seiner Zuständigkeit für den Digitalen Verbraucherschutz hat das BSI kürzlich eine Technische Richtlinie (TR) für Breitband-Router veröffentlicht. Die TR definiert ein Mindestmaß an IT-Sicherheitsmaßnahmen, die für Router im Endkundenbereich umgesetzt sein sollten. Ziel ist es unter anderem, die Sicherheitseigenschaften für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent zu machen.

Die Veröffentlichung der TR-Router ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines IT-Sicherheitskennzeichens, wie es die Bundesregierung in der Cyber-Sicherheitsstrategie von 2016 und im Koalitionsvertrag vorgesehen hat. Das BSI wird auch für weitere Geräte des Internets der Dinge und des Smart Homes Mindestanforderungen an deren IT-Sicherheit formulieren.

Cybersicherheit ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Sie ist keine Innovationsbremse, sondern ein Innovationsgarant, wenn die strategischen politischen Entscheidungen für die Zukunft der Digitalisierung Cybersicherheit bereits berücksichtigen. Auf diesem Weg ist Deutschland ein gutes Stück vorangekommen. Wichtige Maßnahmen auf legislativer und operativer Ebene wurden in allen Bereichen umgesetzt. Die Vernetzung der Akteure in Bund, Ländern und Kommunen wurde vorangetrieben, die Kooperation mit Einrichtungen der Wirtschaft und Gesellschaft wurde ausgebaut, das BSI wurde personell aufgestockt. Wir sind gut gerüstet.

Fortsetzung

Das sind wir aber nur so lange, wie wir als Gesellschaft nicht nachlassen, unsere Bemühungen für mehr Cybersicherheit zumindest parallel, noch besser aber proaktiv zur Gefährdungslage zu steigern. Denn eine erfolgreiche Fortsetzung des Digitalisierungsprozesses wird es ohne Cybersicherheit nicht geben. Vorhandene Kooperationsstrukturen müssen dazu national und international intensiviert, ein funktionierendes Abwehrniveau muss immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Wir müssen offen bleiben für Neues, neue Gefährdungen antizipieren und das Bewusstsein für die Bedeutung der IT-Sicherheit weiter schärfen.

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DIVSI U25-Studie: Euphorie war gestern https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-u25-studie-euphorie-war-gestern/ Mon, 19 Nov 2018 08:57:22 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=studien&p=19295 Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

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Vorwort von Matthias Kammer

Mein Vorwort für die erste U25-Studie wurde vor gut viereinhalb Jahren verfasst. Mit der damals viel beachteten Untersuchung lieferten wir erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Weit über reine Nutzungsstatistik hinaus lernten wir viel über die Denk- und Handlungslogiken junger Menschen, über ihre Einstellungen zum Internet sowie über die Motive und Barrieren, die ihr Verhalten in der digitalen Welt steuerten.

Die Zeitspanne von 2014 bis in die Gegenwart ist relativ kurz, gemessen an der Schnelllebigkeit des Internets und der rasanten technologischen Entwicklung allerdings gigantisch. Höchste Zeit also, wieder genau hinzuschauen und hinzuhören. In bewährter Zusammenarbeit mit dem renommierten Heidelberger SINUS-Institut entstand die Ihnen nun vorliegende Studie. Auch sie erlaubt vertiefte Einblicke in den Alltag der „Generation Internet“ und zeigt vor allem auf, wie schnell Digitalisierung ihre Lebenswirklichkeit verändert.

Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

Offliner sind inzwischen gänzlich von der U25-Landkarte verschwunden; gleichzeitig besitzen nahezu 100 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Smartphones und sind ganz selbstverständlich täglich online.

2014 bedeutete ein Mehr an Internetnutzung auch eine positivere Einstellung zum Internet. Heute reichen die Haltungen der sogenannten „Generation Internet“ von Glück über Ernüchterung bis hin zu Misstrauen und Angst vor Abhängigkeit.

Bei aller grundsätzlich chancenorientierten Einstellung zur digitalen Welt sehen 14- bis 24-Jährige vermehrt Online-Risiken und verspüren im Umgang mit dem Internet eine latente Unsicherheit. Knapp ein Drittel fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein, und sogar doppelt so viele nehmen eine Beleidigungskultur wahr, die sie zum Teil davon abhält, die eigene Meinung zu äußern. Das vielfach vorgefasste Bild von sich kopflos in jedes digitale Abenteuer stürzenden Jugendlichen widerlegt die Studie eindrücklich. Ebenso entschieden lehnen sie selbst es ab, als „Digital Natives“ bezeichnet zu werden – auch, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, welcher Anstrengungen es bedarf, souverän durchs digitale Dickicht zu navigieren.

Einen solchen – mehr oder weniger souveränen – Umgang mit dem Internet erlernen sie derzeit hauptsächlich durch eigene Erfahrungen und indem sie vieles „einfach mal ausprobieren“. Im Ranking der vertrauenswürdigen Ratgeber in Sachen Internet steht das eigene Bauchgefühl weit vor Expertenmeinungen, Eltern oder Schule.

Auch wenn und obwohl es sich um die erste Generation handelt, in der es keine Offliner gibt, fühlen sich bei Weitem nicht alle jungen Menschen ausreichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet. Gut 40 Prozent – und damit doppelt so viele wie noch in 2014 – haben sogar regelrecht Angst vor einer Zukunft, in der vieles nur noch digital geht.

Die Studie gibt, wie die hier knapp angerissenen Ergebnisse zeigen, einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit der jungen Generation in Deutschland im digitalen Zeitalter. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf in vielerlei Hinsicht. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre der DIVSI U25-Studie und freue mich auf Ihre Anmerkungen.

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Digitalisierung sicher gestalten https://www.divsi.de/digitalisierung-sicher-gestalten/ https://www.divsi.de/digitalisierung-sicher-gestalten/#respond Fri, 21 Oct 2016 17:00:50 +0000 http://46.30.3.106/?p=15411 Das BSI unterstützt Bürger, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beim sicheren Einsatz von Informationsund Kommunikationstechnik. von Arne Schönbohm Die Digitalisierung verändert sämtliche Lebensbereiche in atemberaubender Geschwindigkeit. Durch den exponentiell steigenden Grad der Vernetzung wird derzeit neu definiert, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Staat agieren, kommunizieren und kooperieren. Dieser Wandel bietet allen Menschen in Deutschland unzählbare Vorteile und […]

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Digitalisierung sicher gestalten

Foto: BSI

Das BSI unterstützt Bürger, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beim sicheren Einsatz von Informationsund Kommunikationstechnik.

von Arne Schönbohm

Die Digitalisierung verändert sämtliche Lebensbereiche in atemberaubender Geschwindigkeit. Durch den exponentiell steigenden Grad der Vernetzung wird derzeit neu definiert, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Staat agieren, kommunizieren und kooperieren. Dieser Wandel bietet allen Menschen in Deutschland unzählbare Vorteile und Chancen. Verbraucher erleben nie gekannten Komfort. Unternehmen jeder Größe und Branche erschließen sich durch Industrie 4.0, Internet der Dinge und die Cloud-Technologie enorme Potenziale für Wachstum und neue Geschäftsmodelle. Zudem erhalten Staat und Verwaltung die Chance, auf digitalem Wege mehr Bürgernähe herzustellen sowie Demokratie und Teilhabe zu fördern.

Starker Partner seit 25 Jahren

Als führender Technologiestandort ist Deutschland darauf angewiesen, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen und den Wandel mitzugestalten. In gleichem Maße, wie sich das Internet in den vergangenen zwei Jahrzehnten verbreitet hat, haben die Formen der Bedrohungen zugenommen. Glücklicherweise hat die lange Historie von Sicherheitsvorfällen von „Love Letter“-Virus im Jahr 2000 über Stuxnet in 2010 oder den Cyberangriff auf das Netz des Bundestags in 2015 bis hin zu aktueller Ransomware nicht zur Verlangsamung der Digitalisierung geführt. Sie hat vielmehr verdeutlicht, dass die aktive Gestaltung der IT- und Cybersicherheit bei der Digitalisierung Priorität haben muss: Digitalisierung und IT-Sicherheit sind zwei Seiten einer Medaille.

Die Politik hat die Wichtigkeit von IT-Sicherheit bereits früh erkannt und mit der Verabschiedung des BSI-Gesetzes im Januar 1991 das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus der Taufe gehoben. Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde gestaltet das BSI heute die IT-Sicherheit in der Digitalisierung für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, indem es Prävention, Reaktion und Detektion auf verschiedenste Weise fördert. Durch die immer stärkere Nutzung des Internets ist IT-Sicherheit heute zu einer vorrangigen staatlichen Aufgabe geworden.

Vielfältige Aufgaben

Die Aufgaben sind breit gefächert. So betreibt das BSI ein Computer Emergency Response Team (CERT), das Informationen über Sicherheitslücken und neue Angriffsmuster sammelt und auswertet sowie Informationen und Warnungen an die betroffenen Stellen weitergibt. Mit seinem Angebot wendet sich das BSI aber auch zunehmend an die Hersteller sowie die gewerblichen Nutzer und Anbieter von Informationstechnik. Mit dem IT-Grundschutz, mit der Common-Criteria-Zertifizierung oder den technischen Richtlinien trägt es dazu bei, dass sich das Verständnis für IT-Sicherheit und das IT-Sicherheitsniveau auch in der Wirtschaft erhöht.

Ziel ist eine enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren der IT- und Internet-Branche auf dem Gebiet der IT-Sicherheit. So hat das BSI zum Beispiel gemeinsam mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) die „Allianz für Cyber-Sicherheit“ gegründet, in der aktuell rund 1.500 Institutionen, über 90 aktive Partner und mehr als 40 Multiplikatoren auf freiwilliger Basis kooperieren. Seit 2007 arbeiten zudem das BSI und die Betreiber der Kritischen Infrastrukturen in Deutschland eng zusammen, um neue Bedrohungen und Strategien zu diskutieren und Maßnahmen zu realisieren.

Breites Angebot für Bürger

Für Bürger betreibt das BSI ebenfalls eine Vielzahl an Angeboten. So stellt CERT-Bund über den Warn- und Informationsdienst Bürger-CERT umfangreiche Informationen über aktuelle Attacken durch Schadsoftware und Sicherheitslücken in Anwendungen bereit. Mit dem Portal „BSI-fuer-Buerger.de“ wendet sich das BSI an Verbraucher, um sie über den sicheren Umgang mit digitaler Technologie und dem Internet zu informieren. Die Aufklärung über Risiken, Handlungsempfehlungen und leicht verständliche Hintergrundinformationen über digitale Themen bilden den Schwerpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch Präsenzen in den Sozialen Medien wie Facebook und Twitter sowie ein telefonisch und per E-Mail erreichbares Servicecenter für Anliegen und Fragen.

bsi-fuer-buerger

www.BSI-fuer-Buerger.de: Informiert über den sicheren Umgang mit digitalen Technologien.

Auch die „Allianz für Cyber-Sicherheit“ bietet als Plattform zur Kooperation mit Wirtschaft, Behörden, Forschung und Wissenschaft sowie anderen Institutionen ein breites Informationsangebot zu verschiedensten Themen der Cybersicherheit mit besonderem Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen. So ist durch die Kombination von Wissen und internationaler Vernetzung das BSI zur führenden Kompetenzstelle in Fragen der IT- und Cybersicherheit in Deutschland geworden. Das BSI arbeitet aktiv daran, diese Position, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, noch weiter auszubauen.

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Internet und Partisanenkrieg aus dem Keller https://www.divsi.de/internet-und-partisanenkrieg-aus-dem-keller/ https://www.divsi.de/internet-und-partisanenkrieg-aus-dem-keller/#respond Mon, 09 May 2016 08:27:01 +0000 http://46.30.3.106/?p=14620 Er sieht Gefahren. Dennoch ist der Experte überzeugt: Das Positive am Netz wird vermutlich immer überwiegen. Dr. Karsten Nohl im Interview zu Fragen um Hacking, Cyberterrorismus und das Internet der Dinge. Karsten Nohl gehört zu den bekanntesten Kryptografen unserer Zeit. Zu seinen Forschungsgebieten zählen GSM-Sicherheit, RFID-Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre. Seit 2010 ist er […]

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Internet und Partisanenkrieg aus dem Keller

Bild: sunsinger – Shutterstock

Er sieht Gefahren. Dennoch ist der Experte überzeugt: Das Positive am Netz wird vermutlich immer überwiegen. Dr. Karsten Nohl im Interview zu Fragen um Hacking, Cyberterrorismus und das Internet der Dinge.

Karsten Nohl gehört zu den bekanntesten Kryptografen unserer Zeit. Zu seinen Forschungsgebieten zählen GSM-Sicherheit, RFID-Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre. Seit 2010 ist er Forschungsleiter und Geschäftsführer der Berliner Security Research Labs. Sein Blick nach vorn kann nicht nur froh stimmen.

Wir haben 2016 – braucht das Internet neue Gesetze, eine moralische Instanz?

Dr. Karsten Nohl: Als Hacker habe ich über die letzten Jahre gelernt, dass das Internet sich seine eigene Moral gibt und dass es Gesetze grundsätzlich umgeht. Insoweit brauchen wir informiertere Nutzer. Das Internet wird ein Gemisch aus Gut und Böse bleiben, wobei vermutlich das Positive immer überwiegen wird. Aber auf die bösen Seiten muss man geschult werden. Das heißt: Wir müssen uns alle einzeln darauf einstellen, vom Internet aus angegriffen zu werden, müssen verstehen, wie solche Angriffe ablaufen würden, und müssen darauf reagieren.

Was sind erste Schritte für eine solche Reaktion?

Wir sollten wichtige Daten weniger weit streuen, weniger auf E-Mails reagieren, nach denen wir nicht gefragt haben, und sicherere Passwörter verwenden. Alles im Grunde sehr einfache Schritte, die uns insgesamt sehr viel sicherer machen würden, ohne dass wir auf den Komfort der modernen Technik verzichten müssen.

Wie weit ist der Staat gefordert?

Es kann nicht sein, dass der Anspruch an den Staat ist, Bürger vor dem Internet zu schützen. Das kann kein einzelner Staat erreichen und würde, wenn überhaupt, die Innovationsfähigkeit einschränken. Die Möglichkeiten der Hacker allerdings nicht.

Stichwort Hacker – gibt es noch irgendetwas, was nicht zu hacken ist?

Vermutlich nicht. Im Grunde ist alles hackbar, was heute einen Computer hat. Das sind unsere Telefone, das sind unsere kritischen Infrastrukturen, Logistik, Wasserversorgung, Stromversorgung. Das sind aber auch zunehmend Flugzeuge und Autos und andere technische Systeme, die um Computer erweitert werden.

Dabei geht Hacking doch noch weit über die Technik hinaus …

Richtig. Das Hacken ist das Umgehen von Sicherheitsmaßnahmen, und das kann auch eine physische Maßnahme wie das Social Engineering sein, also das Beeinflussen von Menschen. Hacken passiert immer dann, wenn einer eine Sicherheitsmaßnahme aufbaut und ein anderer einen Weg drum herum findet.

Was wäre ein denkbarer Worst Case?

Hacking kann in unserem Leben im Worst Case alles zunichtemachen, die komplette Infrastruktur von Gesellschaften lahmlegen und auch noch die Menschen beeinflussen. Das wird als Schreckensszenario schon seit vielen Jahren diskutiert, ist aber zum Glück noch nie vorgekommen.

Also sind die technischen Infrastrukturen doch irgendwie vor Hacking geschützt?

Dass der Worst Case sich noch nie ereignet hat, weist vermutlich nicht unbedingt darauf hin, dass unsere technischen Infrastrukturen sehr gut vor Hacking geschützt sind. Ich glaube eher, dass niemand sie wirklich fundamental hacken will. Niemand hat Interesse daran, uns vom Strom, vom Wasser oder von Lebensmitteln abzuschneiden.

Wo steht Deutschland in einem internationalen Sicherheits-Ranking?

Schwierig zu sagen. Ich glaube, von den Schutzfähigkeiten her ist Deutschland schlecht aufgestellt. Wir haben wenig aktive Cyberkompetenz.

Was bedeutet das präzise?

Das heißt, wir bereiten uns nicht darauf vor, andere Länder anzugreifen, was ja sehr gut ist. Aber die gleiche Kompetenz wäre nötig, um sich zu verteidigen.

Andere Länder – allen voran sicher die USA, aber auch China, Russland, jetzt der Iran – investieren sehr viel mehr in diesen Wettlauf zu den schnellsten und besten Cyberwaffen. Deutschland – als kriegsmäßig eher zurückhaltendes Land – ist da hinterher.

Stichwort Cyberkrieg. Sind wir, ist die Welt dagegen gerüstet?

Schockierend wenig. Die Welt hat sich auf den Cyberkrieg oder Cyberterrorismus, wie es häufig genannt wird, bisher kaum vorbereitet. Unsere Infrastrukturen werden immer mal wieder von Amateuren gehackt. Die machen das meist gutmütig und erklären den Betreibern anschließend, wie man erkannte Schwachstellen beseitigt. Aber wenn es selbst Amateure schaffen, dann schafft es selbstverständlich auch eine staatliche Organisation. Und solche gibt es mittlerweile in fast jedem Staat.

Wen muss man sich als Kämpfer in einem Cyberkrieg vorstellen?

Das sind Hacker, die in irgendeinem Keller in Peking, Moskau oder auch Berlin sitzen und von dort staatliche Aufträge ausführen.

Zum Beispiel könnten sie dann in einem echten Kriegsfall die Infrastruktur eines anderen Landes zerstören. Es geht dann wirklich vom Effekt her Richtung Flächenbombardements. Man schadet Gesellschaften und nicht nur Armeen. Und das haben wir auch in der konventionellen Kriegsführung, zumindest in Europa, lange nicht gesehen.

Ließen sich solche Angriffe nachweisen?

Das Schlimme an einem Cyberkrieg wäre, dass die Nachweisbarkeit der Taten schwierig bis unmöglich wird. Im Internet kann sich jeder sehr schnell anonymisieren.
Das Internet lädt also zu so etwas wie einem Partisanenkrieg ein. Das ist das Szenario, das derzeit viel diskutiert wird. Und in fast allen Diskussionen kommt raus: Wir wären davor nicht geschützt.

Wo lagen nach Ihrer Überzeugung die Anfänge in diesem Cyberkrieg?

Angefangen haben die Amerikaner mit der virtuellen Kriegsführung im Schlag gegen das iranische Atomprogramm. Aber selbstverständlich haben die Iranis mittlerweile auch aufgerüstet und jedes andere Land gleich mit. Das heißt, es stehen Cyberarmeen bereit. Doch zum Glück wurden die noch nie großflächig eingesetzt.

Stuxnet

Computerwurm Stuxnet: 2010 sorgte er für Störungen im iranischen Atomprogramm. (Bild: Borna_Mirahmadian – Shutterstock)

Das „Internet der Dinge“ – was wird es uns bringen?

Das Internet der Dinge beschreibt ganz verschiedene Entwicklungen, die alle darauf hinwirken, dass das Internet mit der echten Welt verwächst. Vor allem dadurch, dass Sensoren aufgestellt werden, die Daten über die echte Welt – Temperaturmessungen, Bewegungsmessungen und in der Zukunft viel mehr Kamerabilder und so was alles – ins Internet bringen und die dort analysiert werden. Im zweiten Schritt wirken Aktoren wieder auf die echte Welt ein. Das Internet erfährt mehr und mehr über die Welt und wirkt mehr und mehr auf die Welt ein.

Hausautomation per Tablet

Fingerdruck: Hausautomation per Tablet, das Internet der Dinge macht‘s möglich. (Bild: Alexander Kirch – Shutterstock)

Was waren die Anfänge dieser Entwicklung?

Das hat mit unseren Telefonen angefangen: Das Internet weiß plötzlich immer, wo wir sind und was wir machen. Das wird aber bei den Telefonen nicht aufhören. Sensoren werden sich bald auch in der Kleidung finden, werden sich bald in allen anderen Elektroniken finden, werden teilweise als Sensoren einfach ausgestreut, um dem Internet mehr Einblick in die echte Welt zu geben.

Viele sehen darin mehr Kontrolle. Wo bleibt das Positive?

Ein großes Versprechen des Internets der Dinge ist es, alles in der Welt optimal zu arrangieren. Das wird nicht überall klappen, aber an vielen Stellen ist es vorstellbar. Zum Beispiel Stromverbrauch und Stromerzeugung perfekt aufeinander abzustimmen. Oder Medikamente perfekt auf den jeweiligen Körper, dem sie verabreicht werden, einzustellen. Oder Bewässerungssysteme perfekt auf das Ökosystem einzustellen, das bewässert wird. All das ist algorithmisch sehr leicht möglich, aber heute fehlt noch die Datengrundlage.

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DIVSI Magazin – Ausgabe 1/2016 https://www.divsi.de/publikationen/magazine/divsi-magazin-ausgabe-12016/ Thu, 28 Apr 2016 09:07:49 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=magazine&p=14656 Zum Inhalt: Sicherheit und Freiheit in der digitalen Welt. Und weitere Themen…

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Zum Inhalt: Sicherheit und Freiheit in der digitalen Welt.
Und weitere Themen…

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Hilfreiche Links zum Thema Datenschutz, Social Media, Kinder und Internet https://www.divsi.de/hilfreiche-links-zum-thema-datenschutz-social-media-kinder-und-internet/ https://www.divsi.de/hilfreiche-links-zum-thema-datenschutz-social-media-kinder-und-internet/#respond Tue, 09 Feb 2016 07:30:46 +0000 http://46.30.3.106/?p=9377 Sie wollen sich zu den Themen Datenschutz, Internetbetrug, Social Media und kindergerechten Umgang mit dem Internet erkundigen? Hier eine Zusammenstellung hilfreicher Links

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Hilfreiche Links zum Thema Datenschutz, Social Media, Kinder und Internet

Bild: file404 – Shutterstock

(Erstveröffentlichung: 2. September 2014)

Sie wollen sich zu den Themen Datenschutz, Internetbetrug, Social Media und kindergerechten Umgang mit dem Internet erkundigen? Hier eine aktualisierte Zusammenstellung hilfreicher Links, nicht nur anläßlich des Safer Internet Day:

1. Sicherheit/Technik

Allgemein

 Datenschutz

Internetbetrug/Angriffe

2. IT-Recht

3. Social Media

  • Gemeinnütziger Verein, der sich mit Falschmeldungen, Abofallen, Spam, schädlichen Links uvm. im Internet beschäftigt, Hauptfokus auf Facebook http://www.mimikama.at/

4. Kinder und Internet

Infoportale

  • Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Breite Themenpalette, u.a. Cyber-Mobbing, Urheberrechtsfragen und sichere Nutzung von Social Media auf PC, Tablets und Smartphone  http://www.klicksafe.de/
  • Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Infos zur Indizierung bedenklicher Seiten, man erhält den Index auf Anfrage http://www.bundespruefstelle.de/
  • Infoportal zum kindgerechten Surfen und Chatten vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend http://www.surfen-ohne-risiko.net/
  • Infoportal für Eltern zum Thema Kinder und digitale Medien http://www.schau-hin.info/
  • Informationskampagne für die Vermittlung von Medienkompetenz mit Nutzungstipps, Produktempfehlungen und mehr. Initiative der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen http://www.medienbewusst.de/

Selbsthilfe und Mobbing

Mobiles Internet

  • MPFS, Klicksafe und die Landesanstalt für Medien NRW bieten ein Informationsangebot für Jugendliche, das sie bei einem kompetenten Umgang mit mobilen Medien unterstützen will. Die sichere Nutzung von Handys und Smartphones steht dabei im Vordergrund www.handysektor.de

Spezielle Seiten für Kinder und Jugendliche

Spezielle Seiten für Eltern und Lehrer

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Ipsos-CIGI-Umfrage: Deutschland – Land der Internetskeptiker? https://www.divsi.de/ipsos-cigi-umfrage-deutschland-land-der-internetskeptiker/ https://www.divsi.de/ipsos-cigi-umfrage-deutschland-land-der-internetskeptiker/#respond Mon, 01 Dec 2014 11:41:04 +0000 http://46.30.3.106/?p=10776 Seit den Snowden-Enthüllungen ist das Vertrauen in das Internet und die Internetsicherheit deutlich gesunken. Das zeigt eine internationale Umfrage, die das kanadische Centre for International Governance Innovation (CIGI) zusammen mit dem Ipsos Forschungsinstitut durchgeführt hat. Befragt wurden 23.000 Internetnutzer in 24 Ländern zwischen 16 und 64 Jahren.

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Ipsos CIGI Survey: Deutschland skeptisch gegenüber dem Internet?

Bild: Anton Watman – Shutterstock

Von Yi-Ji Lu

Seit den Snowden-Enthüllungen ist das Vertrauen in das Internet und die Internetsicherheit deutlich gesunken. Das zeigt eine internationale Umfrage, die das kanadische Centre for International Governance Innovation (CIGI) zusammen mit dem Ipsos Forschungsinstitut durchgeführt hat. Befragt wurden 23.000 Internetnutzer in 24 Ländern zwischen 16 und 64 Jahren.

Die zentralen Erkenntnisse

  • 64% der Befragten sorgen sich stärker um ihre Privatsphäre im Internet als noch vor einem Jahr
  • Zu den größten Ängsten gehören das Hacking von Online-Konten und der Diebstahl von persönlichen Daten (77%) sowie die Überwachung durch staatliche Organe (62%)
  • 28% der Befragten betreiben Selbstzensur bei ihrer Online-Kommunikation

Deutschland das Land der Internet-Skeptiker?

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die deutschen User im internationalen Vergleich dem Internet eher skeptisch gegenüber stehen. Einen Teil dazu mag die in Deutschland seit Snowden ausführlich geführte Debatte um Datenschutz und Privatsphäre im Internet beigetragen haben:

  • 94% der Befragten in Deutschland haben von Edward Snowden gehört. Damit führt Deutschland die Liste an (Durchschnitt bei 60%)
  • Nur 15% der deutschen Befragten nehmen an, dass ihre persönlichen Daten im Internet sehr sicher sind. Deutschland belegt hierbei den letzten Platz (Durchschnitt bei 36%)
Deutsche User hegen kein Vertrauen in die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Netz

Deutschland bei Vertrauen in Internet-Datensicherheit an letzter Stelle (Grafik: CIGI)

  • Nur 34% der deutschen Nutzer wollen, dass ihre Online-Daten und persönlichen Informationen auf sicheren Servern gespeichert werden. Auch hier ist Deutschland auf dem letzten Platz (Durchschnitt bei 73%)
Deutsche haben Unbehagen bei Speicherung ihrer Daten auf sicheren Servern

Deutsche Nutzer gegen Daten-Speicherung auf Servern (Grafik: CIGI)

Aus den Ergebnissen der Umfrage lässt sich zudem eine generelle Internet-Skepsis ableiten, die über das reine Problemfeld „Datenschutz und Privatsphäre“ hinausgeht. So liegt Deutschland bei der generellen Einschätzung zur zukünftigen Bedeutung des Internets durchweg auf den hinteren Plätzen:

  • Nur 79% der Deutschen bejahen die Frage, ob das Internet ein Grundrecht sein soll (Durchschnitt bei 83%)
  • Für 85% der Deutschen stellt das Internet zukünftig ein zentrales Informationsmedium für wichtige Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse dar (Durchschnitt bei 91%)
  • 81% der Deutschen räumen dem Internet zukünftig eine wichtige Rolle bei Freizeitaktivitäten und persönlichem Vergnügen ein (Durchschnitt bei 87%)
  • 74% der Deutschen weisen dem Internet eine wichtige Rolle in ihrer zukünftigen sozialen Kommunikation zu (Durchschnitt bei 85%)
  • 76% der Deutschen sagen, das Internet werde zukünftig für Redefreiheit und politische Meinungsfreiheit von großer Bedeutung sein (Durchschnitt bei 83%)
  • Für 67% der Deutschen spielt das Internet zukünftig eine wichtig Rolle für die eigene wirtschaftliche Lage (81%)

USA nicht länger vertrauenswürdig

Durch den NSA-Skandal haben die USA an Vertrauen eingebüßt. So vertrauen nur 36% der Befragten den USA bei der Gestaltung des Internets. Deutschland nimmt auch hier mit 13% den letzen Platz ein.

USA büßt Vertrauenswürdigkeit ein

USA verlieren Vertrauenswürdigkeit (Grafik: CIGI)

Stattdessen sprechen sich die Befragten für andere Regulierungsmodelle aus:

  • 57% der Befragten sagen, sie würden einer internationalen Institution vertrauen, die sich aus Technologie-Unternehmen, Ingenieuren, NGOs, Zivilgesellschaft und Politik zusammensetze
  • 54% der Befragten würden einer internationalen Institution bestehend aus Ingenieuren und Technologie-Experten vertrauen
  • 50% der Befragten haben Vertrauen in die UN 

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Typosquatting – wie aus Tippfehlern Geld gemacht wird https://www.divsi.de/typosquatting-wie-aus-tippfehlern-geld-gemacht-wird/ https://www.divsi.de/typosquatting-wie-aus-tippfehlern-geld-gemacht-wird/#respond Mon, 06 Oct 2014 08:05:57 +0000 http://46.30.3.106/?p=9208 Von Yi-Ji Lu Typosquatting – so nennt sich eine Methode, um aus den Tippfehlern von Internet-Nutzern zu profitieren. Webseiten-Betreiber mieten hierbei zu bekannten Internetseiten ähnliche Domains an und hoffen auf Traffic durch Vertipper bei der URL-Eingabe. Typosquatting-Seiten können auf mehreren Ebenen von User-Fehleingaben ansetzen: Vertipper bei der URL-Eingabe (z.B.: www.wiipedia.org, www.eikipedia.org. www.wikipdia.org anstatt www.wikipedia.org) Abweichende Top-Level-Domain (z.B.: www.whitehouse.com anstatt www.whitehouse.gov) Alle […]

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Typosquatting – mit Tippfehlern anderer Geld verdienen?

Bild: JMiks – Shutterstock

Von Yi-Ji Lu

Typosquatting – so nennt sich eine Methode, um aus den Tippfehlern von Internet-Nutzern zu profitieren. Webseiten-Betreiber mieten hierbei zu bekannten Internetseiten ähnliche Domains an und hoffen auf Traffic durch Vertipper bei der URL-Eingabe.

Typosquatting-Seiten können auf mehreren Ebenen von User-Fehleingaben ansetzen:

  • Vertipper bei der URL-Eingabe (z.B.: www.wiipedia.org, www.eikipedia.org. www.wikipdia.org anstatt www.wikipedia.org)
  • Abweichende Top-Level-Domain (z.B.: www.whitehouse.com anstatt www.whitehouse.gov)
Typosquatting-Seite whitehouse.com

Typosquatting-Seite whitehouse.com (Quelle: t3n)

Alle Typosquatting-Seiten unseriös und mit Malware infiziert?

Typosquatting-Seiten gelten als unseriös und werden oft mit nichtjugendfreien Inhalten, Werbeanzeigen-Popups oder Malware assoziiert. Zwar warnt Kaspersky vor Infizierung durch derartige Webseiten, eine Studie des Security-Unternehmens Sophos zeigte jedoch, dass nur eine von 14.495 untersuchten Typosquatting-Webseiten Malware enthielt. Eine weitere Aufschlüsselung zeigt die Themenfelder, in denen sich die untersuchten Seiten bewegen:

  • Werbeanzeigen und Popups (15%)
  • IT und Hosting-Dienste (12%)
  • Suchmaschinen (6%)
  • mit Cyberkriminalität (Hacking, Phishing, Online-Betrug, Spamming) assoziierte Seiten (3%)
  • pornografische oder Dating-Seiten (2%)

Anstatt Malware zu verbreiten, zielen sie eher auf fremden Traffic ab, den sie meist über zwei Wege monetarisieren:

  • auf einer Typosquatting-Website werden entweder direkt oder über eine Suchmaschine Werbeanzeigen geschaltet
  • der Besucher wird mit einem Cookie versehen und direkt oder indirekt auf die eigentlich gewünschte Website weitergeleitet. Schließt er dort einen Kaufvertrag ab, erhält der Betreiber der Typosquatting-Website die Provision für die Weiterleitung

Viele Typosquatting-Seiten siedeln sich naturgemäß um die großen Internetseiten herum an. So kommt Sophos zu dem Ergebnis, dass über 80% der ermittelten Typosquatting-Seiten in einem Bezug zu Facebook, Google und Apple stehen. Die Seiten stammen überwiegend aus den USA (63,8%), an zweiter Stelle folgt Deutschland (4,6%).

Typosquatting-Seiten nach Ländern

Typosquatting-Seiten nach Ländern (Quelle: nakedsecurity)

Eine ganze Industrie steckt dahinter – auch Google verdient mit

Typosquatting ist in hohem Maße professionalisiert. Dies überrascht nicht – schließlich generierten Typosquatting-Domains laut einer Harvard-Studie bereits im Jahr 2010 täglich 68,2 Millionen Klicks. Unternehmen haben sich unlängst auf die Sicherung von Typosquatting-Domains und Weiterleitung auf Online-Shops spezialisiert. Google geht zwar gegen Internetseiten vor, die auf reines Domain-Parking mit geschalteten Werbeanzeigen aus sind, doch soll Google laut den Harvard-Forschern durch diese Seiten selbst rund 500 Millionen US-Dollar im Jahr verdienen.

Die Blogosphäre ist derzeitig von einer ähnlichen kriminellen Methode betroffen. Hierbei werden ähnliche Domains zu bekannten Blogs – lediglich die Top-Level-Endung weicht ab – angemietet. Bei Aufruf der falschen Domain wird der Inhalt des Original-Blogs mittels eines Proxy-Servers gezogen und auf die falsche Domain gespiegelt. Die Betrüger erzielen dadurch Affiliate-Marketing-Einnahmen mittels fremder Inhalte.

Vorgehen gegen Typosquatting

Typosquatting resultiert für Unternehmen und Blogger meist in wirtschaftlichen Schäden. Um dagegen vorzugehen, reservieren Seitenbetreiber die für ihre eigene Internetseite typischen Typosquatting-Domains oft selbst. So verwaltet etwa Google die Domains goolge.com oder gogle.com und leitet von dort automatisch auf die Suchmaschine weiter.

Es gibt zudem rechtliche Bestrebungen, gegen Typosquatting vorzugehen. Im Januar 2014 urteilte der Bundesgerichtshof in der Klage gegen den Betreiber von wetteronlin.de, dass Tippfehler-Domains zwar rechtlich zulässig sind und nicht gelöscht werden müssen. Das gezielte Abfangen von Kunden verstoße jedoch gegen das Verbot unlauterer Behinderung, wenn für den Nutzer nicht sofort ersichtlich wird, dass es sich um eine andere Website handelt.

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Prominente nackt im Netz: Ursachen und wie man sich schützt https://www.divsi.de/prominente-nackt-im-netz-ursachen-und-wie-man-sich-schuetzt/ https://www.divsi.de/prominente-nackt-im-netz-ursachen-und-wie-man-sich-schuetzt/#respond Mon, 08 Sep 2014 12:52:31 +0000 http://46.30.3.106/?p=9427 Vergangene Woche verbreiteten sich private Nacktfotos von weiblichen Prominenten wie Jennifer Lawrence und Model Kate Upton wie ein Lauffeuer im Netz. Die unbekannten Hacker luden die Bilder zuerst über die populären Content-Sharing-Plattformen 4chan, Reddit und Imgur hoch und drohten dann weiteren 100 Celebrities mit der Veröffentlichung ähnlicher Bilder. Schnell war der Apple-Dienst iCloud als Quelle der Fotos in aller Munde [...]

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Vergangene Woche verbreiteten sich private Nacktfotos von weiblichen Prominenten wie Jennifer Lawrence und Model Kate Upton wie ein Lauffeuer im Netz. Die unbekannten Hacker luden die Bilder zuerst über die populären Content-Sharing-Plattformen 4chan, Reddit und Imgur hoch und drohten dann weiteren 100 Celebrities mit der Veröffentlichung ähnlicher Bilder.

Sicherheitslücke in Apples iCloud?

Schnell war der Apple-Dienst iCloud als Quelle der Fotos in aller Munde. In der iCloud werden Inhalte online gespeichert, nachdem sie mit dem iPhone aufgenommen werden, um den lokalen Speicher zu entlasten und die Datensicherheit bei einem Gerätedefekt zu gewährleisten. Als dann das Skript iBrute als mögliches Werkzeug für die Attacke auftauchte, wurden kritische Stimmen laut. An einer Schnittstelle mit der Find-my-iPhone-Funktion soll Apple keine Login-Bremse eingestellt haben, sodass sogenannte Brute-Force-Attacken ungehindert durchgeführt werden konnten. Mit Brute-Force-Attacken probieren Angreifer über ein Skript unaufhörlich verschiedene Passwörter aus, bis das richtige Passwort gefunden und der Account geknackt ist. Diese Lücke wurde mittlerweile von Apple geschlossen.

iBrute
iBrute Skript probiert Passwörter aus bis zum Erfolg (via TNW)

Apple wies gleichzeitig jedoch jede Schuld von sich und bestreitet, dass eine Sicherheitslücke in der iCloud zu dem Diebstahl der Fotos geführt haben könnte. Das Timing für diese medienwirksame Attacke und den damit einhergehenden möglichen Vertrauensverlust gegenüber Apple-Produkten ist auch denkbar schlecht: kommenden Dienstag stellt Apple voraussichtlich das neue iPhone 6 mit mehreren sicherheitskritischen Features (z.B. mobiler Zahlung, Gesundheits-Tracking) vor. Apple betont deshalb, dass die Angriffe gezielt auf die Konten der Promis angelegt waren und keiner der Angriffe über die iCloud oder Find my iPhone stattgefunden habe.

Zwei-Faktor-Authentifizierung die Lösung des Problems?

Stattdessen weist Apple auf starke Passwörter und die sogenannte Two-Step-Verification hin, um Angriffe dieser Art zu vermeiden. Über die Zwei-Faktor-Authentifizierung muss zunächst ein Code bestätigt werden, der an ein registriertes Gerät des Users versendet wurde, bevor Änderungen an dem Benutzerkonto oder Zugriffe von unbekannten Geräten erfolgen können. So soll sichergestellt werden, dass der Zugriff über eine Apple ID auch tatsächlich nur durch den Eigentümer erfolgt. Tech-Experten warnen jedoch: die Two-Step-Verification schützt nicht vor Angriffen auf Backups und Foto-Streams der iCloud. Sie tritt lediglich in Kraft, wenn man mit der Apple ID das Konto verwalten, Einkäufe über iTunes, App Store oder iBookstore auf einem anderen Gerät tätigen oder Kundenservice für die Apple ID in Anspruch nehmen möchte.

Wenn ein iCloud-Backup jedoch auf einem anderen Gerät wiederherstellt und seine Daten exportiert werden, wird nicht nach einem Bestätigungscode gefragt. Potentielle Angreifer bekommen so Zugang zu allen Daten der iCloud, auch zum Photo-Stream, der ebenfalls nicht durch die Two-Step-Verification geschützt ist.

iCloud Backup wiederherstellen
„Backup wiederherstellen – Ihre iPhone-Einstellungen wurden wiederhergestellt.“ (via ElcomSoft)

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung hätte also im Fall der nun verbreiteten Promi-Bilder nichts genützt und Apples Hinweis auf dieses Feature löst das Problem nicht. Noch heikler ist dabei der Fakt, dass die Sicherheitslücke bereits im Mai 2013 öffentlich gemacht wurde und Apple bis heute nichts geändert hat.

Wie kann man den Datendiebstahl von der Cloud verhindern?

Cloud-Storage bedeutet immer ein Risiko. Nicht nur Daten in der iCloud sind betroffen, sondern auch Daten, die über anderen Anbieter wie Facebook, Dropbox, Android oder WhatsApp hochgeladen oder verschickt werden, landen meist in einer Cloud. Die Vielzahl an möglichen Angriffspunkten in einer komplexen Architektur über Smartphones und Cloud-Infrastruktur hinweg ist so groß und derart schwer verlässlich zu kontrollieren, dass Computerwissenschaftler Ed Felten empfiehlt davon auszugehen, dass alles, was auf dem Smartphone gespeichert ist, als Risiko zu betrachten.

Welche Maßnahmen kann man jedoch selbst ergreifen, um die Sicherheit der eigenen Daten in der Cloud zu erhöhen?

1. Starke Passwörter

Eines der häufigsten Einfallstore bieten schwache Passwörter. Wir haben daher sechs wichtige Tipps zur Passwort-Sicherheit zusammengestellt. Passwort-Leaks haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Passwörter wie „123456“ und „password“ zu den am häufigsten verwendeten Passwörtern gehören. Hier sind allerdings auch die Anbieter gefragt: während die Hacker dank der millionenfachen Passwort-Leaks über fundierte Erfolgswahrscheinlichkeiten für ihre Attacken verfügen, werden auf Anbieterseite nur einfache Anforderungen wie „Groß- und Kleinschreibung verwenden“ gestellt. Die den Hackern zur Verfügung stehenden Passwortlisten sollten hier von den Anbietern herangezogen werden, um die unsichersten und häufigsten Passwörter auszuschließen.

2. Schwierige Sicherheitsfragen

Stellen Sie sicher, dass die Antworten auf Ihre Sicherheitsfragen schwer zu erraten sind. Informationen, die zur Beantwortung der Frage beitragen könnten, sollten nicht online auffindbar sein. Häufig werden hier Fragen nach dem Geburtsort oder dem Mädchennamen der Mutter gestellt – Informationen, die sich meist ohne großen Aufwand recherchieren lassen. Es empfiehlt sich hier also ebenso wie bei den Passwörtern schwer zu erratende Phantasienamen zu wählen.

3. Zwei-Faktor-Authentifizierung

Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn sie angeboten wird. Informieren Sie sich jedoch genau, welche Vorgänge durch das Feature geschützt werden. Hier findet sich ein Zusammenstellung zur Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für iCloud, Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive.

4. E-Mail-Anhänge

Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge, wenn Sie nicht genau wissen, was diese enthalten. Unbekannte Anhänge können Viren enthalten, die Skripte wie das iBrute-Skript auf Ihr Gerät laden können.

5. Automatische Synchronisation 

Wenn Sie Ihre Fotos nicht der Cloud anvertrauen möchten, stellen Sie sicher, dass die Synchronisation zwischen Smartphone und Cloud deaktiviert ist, um das automatische Hochladen von Daten zu vermeiden. Außerdem sollten Sie es vermeiden, Dateien, die sie nicht in einer Cloud wissen möchten, über Messenger-Dienste wie z.B. WhatsApp und Facebook-Messenger zu versenden.

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Pew Research Studie: So reagierten User auf den OpenSSL Heartbleed-Bug https://www.divsi.de/folgen-der-openssl-heartbleed-sicherheitsluecke-fuer-oeffentliches-bewusstsein-fuer-datenschutz/ https://www.divsi.de/folgen-der-openssl-heartbleed-sicherheitsluecke-fuer-oeffentliches-bewusstsein-fuer-datenschutz/#respond Tue, 20 May 2014 10:20:36 +0000 http://46.30.3.106/?p=7067 Im April versetzte der OpenSSL Heartbleed-Bug das Internet in einen Ausnahmezustand. Betroffen waren gut 30% aller SSL-Verbindungen weltweit, unter anderem Internet-Giganten wie Yahoo, Microsoft und Google. Der zwei Jahre lang unentdeckt gebliebene OpenSSL-Bug ermöglichte den Zugriff auf den Arbeitsspeicher von Servern und damit das Auslesen von Private Keys. Im Besitz dieser Keys wären Hacker in der Lage […]

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Im April versetzte der OpenSSL Heartbleed-Bug das Internet in einen Ausnahmezustand. Betroffen waren gut 30% aller SSL-Verbindungen weltweit, unter anderem Internet-Giganten wie Yahoo, Microsoft und Google. Der zwei Jahre lang unentdeckt gebliebene OpenSSL-Bug ermöglichte den Zugriff auf den Arbeitsspeicher von Servern und damit das Auslesen von Private Keys. Im Besitz dieser Keys wären Hacker in der Lage gewesen, verschlüsselt übertragene Daten, beispielsweise Kreditkarteninformationen, Passwörter oder Versicherungsnummern, unverschlüsselt zu extrahieren.

PEW Research Center befragte einige Wochen später 1.501 Erwachsene in den USA zu ihrem Datenschutzempfinden. Die zentralen Ergebnisse:

  • der Heartbleed-Bug war im öffentlichen Bewusstsein weniger prominent als andere Ereignisse wie etwa die Ukraine-Krise
  • 64% der Internet-Nutzer haben vom Heartbleed-Bug erfahren, überwiegend Erwachsene mit guter Bildung (77% mit College-Ausbildung) und/oder hohem Einkommen (75% Haushalte mit Jahreseinkommen von $75.000 und höher)
  • 29% der User nehmen an, dass ihre persönlichen Informationen durch den Heartbleed-Bug gefährdet waren
  • 39% der User haben Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um ihre Online-Accounts besser zu schützen (Passwort-Änderung oder Deaktivierung von Konten)
  • 6% der User nehmen an, dass ihre persönlichen Informationen gestohlen wurden
  • trotzdem nehmen 69% der Internet-User an, dass ihre Online-Konten und privaten Informationen im Internet generell sicher sind

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