Digital Outsiders – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland https://www.divsi.de/die-digitalen-lebenswelten-der-ueber-60-jaehrigen-in-deutschland/ https://www.divsi.de/die-digitalen-lebenswelten-der-ueber-60-jaehrigen-in-deutschland/#respond Fri, 06 Jan 2017 08:19:38 +0000 http://46.30.3.106/?p=15824 Neue Studie vorgestellt. Tiefer Graben zwischen Onlinern und Offlinern. Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt weiter. Von Joanna Schmölz Während die einen umfassend in der digitalen Welt angekommen sind, machen andere einen Riesenbogen um sie. Manche wollen an dem teilhaben, was im Internet geschieht, können aber nicht; andere wiederum könnten, wollen aber partout nicht. So unterschiedlich […]

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Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland

Foto: pathdoc | Shutterstock

Neue Studie vorgestellt. Tiefer Graben zwischen Onlinern und Offlinern. Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt weiter.

Von Joanna Schmölz

Während die einen umfassend in der digitalen Welt angekommen sind, machen andere einen Riesenbogen um sie. Manche wollen an dem teilhaben, was im Internet geschieht, können aber nicht; andere wiederum könnten, wollen aber partout nicht. So unterschiedlich zeigen sich aktuell die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland. Das hat die bundesweit repräsentative DIVSI Ü60-Studie ergeben, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten SINUS-Institut entstand und im November 2016 veröffentlicht wurde.

Graben

Das Internet wird in den Augen der über 60-Jährigen immer wichtiger. 44 Prozent von ihnen halten es gar für die beste Erfindung, die es je gab. 38 Prozent möchten an dem teilhaben, was im Netz geschieht. Dieser Wert ist seit 2012 um 11 Prozentpunkte gestiegen. Doch während der Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt und 52 Prozent der über 60-Jährigen bereits online sind (knapp ein Viertel sogar täglich), gehen gleichzeitig 48 Prozent – und damit rund 10 Millionen Menschen in Deutschland – nie ins Internet. Bei ihnen ist die Distanz zur digitalen Welt in den letzten vier Jahren sogar noch größer geworden. Soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag wird für sie immer schwieriger, je mehr Dinge nur noch online zu erledigen sind.

DIVSI Internet-Milieus: Ü60

Übersicht: Die Grafik zu den Internet-Milieus Ü60 macht deutlich, wie unterschiedlich in dieser Altersgruppe die digitalen Interessen vertreten sind. (Bild: DIVSI Ü60-Studie)

Wichtige Rolle

Der souveräne Umgang mit digitalen Medien und dem Internet bekommt eine immer wichtigere Rolle, wenn es um die Frage nach Chancengerechtigkeit in einer Gesellschaft geht. Digitale Teilhabe bedeutet gleichzeitig auch soziale Teilhabe.

Dr. Silke Borgstedt, bei SINUS verantwortlich für die Studie: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass digitale Teilhabe mehr bedeutet als die Verfügbarkeit eines Online-Zugangs. Sie ist mit der tatsächlichen Nutzung digitaler Medien und Angebote und spezifischen Kompetenzen, aber auch einer generell aufgeschlossenen Haltung zu Fragen der Digitalisierung verbunden. Ebenso spielt ein Mindestmaß an selbst zugeschriebener Souveränität im Umgang mit Risiken und Unsicherheiten im Internet eine Rolle. Wie sich dieses Konglomerat an Teilhabevoraussetzungen in der Realität tatsächlich ausprägt, zeigen die DIVSI Internet-Milieus auf besonders anschauliche Weise: Sie machen deutlich, dass in den verschiedenen digitalen Lebenswelten jeweils unterschiedliche Treiber und Hürden den Weg in die digitale Welt erleichtern bzw. erschweren.“

Schlüsselressource

Von den mehr als 11 Millionen (52 Prozent) Onlinern unter den über 60-Jährigen sind etwa 3,1 Millionen (15 Prozent) souveräne Intensiv-Nutzer. Sie stehen der sog. „digitalen Avantgarde“ im Hinblick auf Online-Kompetenz in nichts nach. Für sie ist das Internet eine selbstverständliche Infrastruktur im Lebensalltag, und der digitale Lebensstil dient ihnen als Abgrenzung von Gleichaltrigen. Sie brauchen weder Hilfe noch „seniorengerechte“ Digitalangebote und lehnen diese sogar strikt ab. Die Digitalisierung begreifen sie als Schlüsselressource für die Zukunft unserer Gesellschaft. Dies sehen auch viele Gelegenheitsnutzer und sogar Offliner so. Letztere sind zwar nicht selbst im Netz aktiv, werden aber zuweilen zu „Passiv-Onlinern“, indem sie Dinge im Netz von anderen erledigen lassen.

Viele Ältere halten sich für weniger kompetent im Umgang mit dem Internet als jüngere Menschen. Wenn man sich aber ihr Online-Verhalten ansieht, ist das häufig gar nicht der Fall. Jeder vierte über 60-Jährige besitzt mittlerweile ein Smartphone. Dieser Anteil ist in den letzten vier Jahren von 4 Prozent auf 24 Prozent gestiegen und hat sich damit versechsfacht. Für 77 Prozent derjenigen, die das mobile Internet nutzen, sind insbesondere Messenger-Dienste attraktiv – vor allem, weil sie es ermöglichen oder zumindest vereinfachen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Sicherheitsbedenken

Großen Einfluss auf das Internet-Nutzungsverhalten der über 60-Jährigen und ihre Einstellungen zum Internet haben Alter und berufliche Tätigkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Offliner rapide zu. Während unter den 60- bis 69-Jährigen lediglich 17 Prozent noch zu den Offlinern zählen, sind es bei den Personen, die die 70-Jahre-Marke erreicht bzw. überschritten haben, alarmierende 83 Prozent. Die häufigsten Gründe, warum Menschen über 60 offline bleiben: Sie fühlen sich von der Komplexität des Internets überfordert oder sehen schlicht keinen (persönlichen) Nutzen darin. Vor allem aber hemmen Sicherheitsbedenken sowie die Sorge, Risiken hilflos ausgesetzt zu sein, die Internetnutzung.

Hürden gibt es jedoch nicht nur für Offliner, sondern auch für die, die regelmäßig online sind. Sie zeigen ebenfalls Unsicherheiten im Umgang mit dem Internet und sehen in Online-Angeboten Risiken, denen sie nicht immer souverän begegnen können. Viele sind auf Hilfe Dritter angewiesen und suchen diese aktiv auf, indem sie z.B. bestimmte Angebote nur mit Unterstützung von (meist jüngeren) Familienmitgliedern nutzen. Die Studie zeigt ferner, dass die über 60-Jährigen großen Wert auf die Bewahrung ihrer Privatsphäre im Internet legen. Zwar sind Social-Media-Angebote ein wichtiger Treiber der Internetnutzung, gleichzeitig jedoch existieren große Vorbehalte gegen die Veröffentlichung persönlicher Daten. Dr. Silke Borgstedt: „Die über 60-Jährigen haben unterschiedliche Strategien und Verhaltensweisen entwickelt, um die Herausforderungen im Internet zu meistern. So nutzen sie beispielsweise keine Angebote, die ihnen zu unsicher erscheinen. Allen Services, bei denen es um das eigene Geld oder persönliche Daten geht, begegnen sie besonders skeptisch. Und: Sie verzichten eher als die Gesamtbevölkerung komplett auf bestimmte Dienste aufgrund von Sicherheitsbedenken.“

Die Gemengelage aus Teilhabewunsch und Unsicherheit wirkt sich auch auf die Zuschreibung der Verantwortung für Sicherheit im Internet aus. 59 Prozent der über 60-Jährigen betonen die Eigenverantwortung der Nutzer im Umgang mit dem Internet. Weil die Zweifel daran, wie weit jeder Einzelne dazu überhaupt imstande sei, groß sind, adressieren sie auch Staat und Unternehmen. 85 der Befragten über 60 Jahre sehen die Unternehmen in der Pflicht, für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen. 71 Prozent fordern, dass der Staat mehr Verantwortung übernehmen müsse. Gleichzeitig glauben die Onliner unter den über 60-Jährigen nicht, dass sich das Internet vollständig kontrollieren und sichern lässt. Vor allem aber betonen sie, dass die Freiheit im Netz nicht zugunsten von mehr Kontrolle eingeschränkt werden sollte.

Digitale Teilhabe

Im Hinblick auf Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet und den übergeordneten Teilhabewunsch ist die grundlegende Werthaltung der Menschen maßgeblich. Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen sind ähnlich vielfältig wie bei jüngeren Altersgruppen. Dabei gibt es eine mit 38 Prozent große Gruppe von Menschen, die gern mehr online unternehmen würden, als sie es bisher tun – teils aus Sicherheitsbedenken, teils aus selbst zugeschriebener geringer Internetkompetenz. Sie sehen den digitalen Wandel als Chance für die
Zukunft, wissen aber nicht, ob sie umfassend teilhaben können oder angesichts bestehender Bedenken und Unsicherheiten wollen.

An ihnen wird sich in den nächsten Jahren entscheiden, ob es gelingt, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Teilhabewunsch und -anspruch auch entsprechend eingehen zu können.

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Digitaler Ausstieg – neues Lebenskonzept für Jugendliche? https://www.divsi.de/internet-abstinenz-ein-neues-lebenskonzept-fuer-jugendliche/ https://www.divsi.de/internet-abstinenz-ein-neues-lebenskonzept-fuer-jugendliche/#respond Thu, 25 Sep 2014 07:37:06 +0000 http://46.30.3.106/?p=9573 Unter den Jugendlichen formiere sich eine „Avantgarde von digitalen Aussteigern“, sagte Jugendkulturforscher Philipp Ikrath kürzlich am Rande des Kinderschutzforums in Köln. Die Gegenbewegung löse sich von der „totalen Umarmung des Digitalen“, die der jungen Generation gemeinhin nachgesagt wird, und schaffe bewusst eine Parallelsphäre, in der das Analoge, wie persönliche Freundschaften, Naturerlebnisse, Handwerkerarbeiten und Kochen gefeiert werden würde. […]

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Digitaler Ausstieg – neues Lebenskonzept für Jugendliche?

Bild: faithie – Shutterstock

Unter den Jugendlichen formiere sich eine „Avantgarde von digitalen Aussteigern“, sagte Jugendkulturforscher Philipp Ikrath kürzlich am Rande des Kinderschutzforums in Köln. Die Gegenbewegung löse sich von der „totalen Umarmung des Digitalen“, die der jungen Generation gemeinhin nachgesagt wird, und schaffe bewusst eine Parallelsphäre, in der das Analoge, wie persönliche Freundschaften, Naturerlebnisse, Handwerkerarbeiten und Kochen gefeiert werden würde.

Facebook-Defriending und digitaler Selbstmord als Indikatoren?

Ikrath führt als Beispiel die wachsenden Phänomene „Facebook-Defriending“ (Kündigung von Facebook-Freundschaften) und „digitaler Selbstmord“ (Löschung des eigenen Social-Network-Profils) auf. Tatsächlich verzeichnete Facebook laut Socialbakers 2013 einen merklichen Rückgang von jungen Usern in westlichen Ländern, u.a.:

  • kehrten in den USA 1,2 Millionen User zwischen 25 und 34 Jahren Facebook den Rücken
  • verlor Facebook in Deutschland innerhalb von drei Monaten 121.600 User in der Altersgruppe der 25-34-Jährigen und 90.000 User in der Altersgruppe der 18-24-Jährigen

Derartige Statistiken sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Facebook-Nutzerzahlen immer relativ starken Schwankungen unterliegen.

Warum User ihre Facebook-Konten löschen

Der Rückgang von Facebook-Usern muss indes nicht zwangsläufig Ausdruck der von Ikrath angesprochenen analogen Gegenbewegung sein, sondern kann auch mit der wachsenden Unzufriedenheit mit dem sozialen Netzwerk, etwa durch die Überflutung des Newsfeed mit Content Spam, oder der Abwanderung zu anderen sozialen Netzwerken wie Snapchat, Tumblr oder Instagram zusammenhängen.

Content Spam

Content Spam verdrängt Beiträge von Freunden aus dem Newsfeed (Grafik: The Daily Dot)

Forscher der Universität Wien befragten über 600 Nutzer und ermittelten die drei häufigsten Ursachen für die Löschung des eigenen Facebook-Kontos:

  • Datenschutzbedenken (48,3%)
  • Rückgang des Interesses/ Unzufriedenheit mit der Facebook-Seite (13,5%)
  • Angst vor Internetsucht (6%)

DIVSI U25-Studie zeigt: Offline für die meisten ein Ausnahmezustand

Statistisch lässt sich die analoge Gegenbewegung nur schwer ausmachen. Die DIVSI U25-Studie zeigt, dass nahezu alle Jugendlichen online sind. Nur 2 Prozent der Befragten in der Altersgruppe 14-24 Jahren sind offline. Online-Sein ist vollständig in den Alltag integriert und „offline“ stellt für den Großteil der Befragten einen Ausnahmezustand dar. 82 Prozent der 9-13-Jährigen und 71 Prozent der 14-24-Jährigen stimmen zu, dass ein komplettes Offline-Sein in der Zukunft nicht möglich sein wird.

Zukünftige Bedeutung des Internets

So beurteilt die U25-Generation die zukünftige Bedeutung des Internets – Aufschlüsselung nach Alter (Grafik: DIVSI U25-Studie)

Kurzbeschreibung Verantwortungsbedachte

U25-Milieu: Verantwortungsbedachte (Grafik: DIVSI U25-Studie)

Zwar ist der Anteil der Offliner in der U25-Generation verschwindend gering, doch finden sich im Spektrum der U25-Milieus Persönlichkeitsstrukturen, an die sich die von Ikrath beschriebene kritische Einstellung gegenüber dem Digitalen anknüpfen lassen. Ein genauerer Blick auf die Internet-Milieus der U25-Generation zeigt, dass die digitalen Aussteiger am ehesten in dem Milieu der Verantwortungsbedachten verortet werden können:

  • geringe Orientierung an neuen digitalen Lifestyle und selektives Surfverhalten
  • auch wenn der digitale Verzicht in erster Linie auf Datenschutzbedenken oder Skepsis gegenüber Neuem zurückzuführen ist, suchen die Verantwortungsbedachten zugleich auch nach authentischen und unmittelbaren Erfahrungen und Räumen der Selbstverwirklichung
  • in sozialen Netzwerken sind sie weniger auf das Sammeln von Online-Freundschaften bedacht, sondern auf die Abbildung ihres realen Freundeskreises

 

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Senioren ins Internet! https://www.divsi.de/senioren-ins-internet/ https://www.divsi.de/senioren-ins-internet/#respond Fri, 28 Mar 2014 09:53:47 +0000 http://46.30.3.106/?p=6188 Eine Initiative der Stiftung Digitale Chancen läuft weiter voll auf Erfolgskurs. Jetzt neue Bewerbungen möglich Von Jürgen Selonke Zur echten Erfolgsstory entwickelt sich eine Aktion der Stiftung Digitale Chancen, in deren Rahmen ältere Mitbürger durch die kostenlose Übergabe mobiler Endgeräte an das Internet herangeführt werden. Das Projekt, realisiert in Zusammenarbeit mit der E-Plus Gruppe, läuft […]

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Eine Initiative der Stiftung Digitale Chancen läuft weiter voll auf Erfolgskurs. Jetzt neue Bewerbungen möglich
Senioren ins Internet! Initiative der Stiftung Digitale Chancen

Bild: racorn – Shutterstock

Von Jürgen Selonke

Zur echten Erfolgsstory entwickelt sich eine Aktion der Stiftung Digitale Chancen, in deren Rahmen ältere Mitbürger durch die kostenlose Übergabe mobiler Endgeräte an das Internet herangeführt werden. Das Projekt, realisiert in Zusammenarbeit mit der E-Plus Gruppe, läuft jetzt bereits im dritten Jahr. Unterstützt wird die Initiative auch von Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth.

Gerade wurden jetzt in Göttingen an die Bewohner eines Wohnstiftes Tablet-PCs mit einer Internet-Flatrate übergeben. Jutta Croll, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der Stiftung Digitale Chancen: „Tablet-PCs gehören in den Alltag von älteren Menschen ebenso wie in den von Studenten. Ob aktuelle Nachrichten, Videotelefonie mit Verwandten oder das Auffinden der nächsten Apotheke mit Nachtdienst: Die Geräte sind bei der Bewältigung vieler Alltagssituationen hilfreich. Immer mehr Seniorinnen und Senioren möchten daher die Chancen des Internets kennenlernen. So werden auch Berührungsängste mit der neuen Technologie abgebaut.“

Rita Süssmuth lobte das Engagement für die Einbeziehung von älteren Menschen, die in Senioreneinrichtungen leben, in unsere Informationsgesellschaft. Sie betonte, dass die ältere Generation von den Vorteilen der neuen Technik nicht ausgeschlossen sein darf. Tablet-PCs könnten beim lebenslangen Lernen im Internet eine große Hilfe sein. Süssmuth: „Es ist nicht schwierig. Diese Geräte machen Spaß, wenn man nicht vergisst, sie aufzuladen.“

Der anhaltende Erfolg der Aktion, die sich längst bundesweit etabliert hat, soll jetzt weiter gekräftigt und sogar ausgebaut werden. Zum Märzende startet die Stiftung Digitale Chancen wegen der großen Nachfrage einen Wettbewerb für alle Senioreneinrichtungen, die ebenfalls teilnehmen möchten. Jutta Croll: „Senioreneinrichtungen können sich ab sofort für die Teilnahme am Projekt bewerben. Voraussetzung ist die Unterstützung der älteren Menschen in der Einrichtung bei der Nutzung der Geräte. Und für die kreativste Senioreneinrichtung 2014 loben wir eine besondere Auszeichnung aus.“

Schritte fallen leicht

Unterstützt werden die Senioren je nach Einrichtung entweder durch ein Kursangebot oder durch eine regelmäßige Sprechstunde, bei der Funktionen erklärt, Anwendungen eingerichtet und Probleme erörtert werden können. Ganz unterschiedlich sind die Erfahrungen und Vorkenntnisse der älteren Menschen, die am Projekt teilnehmen. In den beteiligten Einrichtungen wurde sehr schnell deutlich, dass denjenigen, die der neuen Technik bisher eher zurückhaltend gegenüberstanden, mit Touchscreen und kabellosem Internet-Zugang die ersten Schritte leichter fallen.

Senioren gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die das Internet bisher wenig nutzen. Laut einer Studie von BITKOM verbreiten sich Tablet-PCs rasch in der Bevölkerung. Dennoch besitzen nur 6 Prozent der über 60-Jährigen ein Tablet. Viele der älteren Erstnutzer bedauern, dass sie so spät die neue technische Welt für sich entdeckt haben. So erklärte eine 86-jährige Teilnehmerin:

„Ich habe mich schon mit 80 Jahren für Computer interessiert, aber man hat mir abgeraten, das wäre Zeitverschwendung. Schade, dass ich nicht früher damit angefangen habe, dann wäre ich heute schon weiter.“

Bewerbungen für die Teilnahme am Projekt sind möglich ab dem 25.03.2014 unter www.digitale-chancen.de/TabletPCs

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Outsiders aus Neandertal und die heile, digitale Welt https://www.divsi.de/outsiders-aus-neandertal-und-die-heile-digitale-welt/ https://www.divsi.de/outsiders-aus-neandertal-und-die-heile-digitale-welt/#comments Thu, 19 Dec 2013 14:29:52 +0000 http://46.30.3.106/?p=5488 Nach zwei Jahren wurden die Daten zu den DIVSI Internet-Milieus erneut erhoben, um den Stand der Entwicklung in Deutschland zu überprüfen Von Joanna Schmölz Hamburg – Mobile Endgeräte, einfach zu nutzende Apps und der unaufhaltsam fortschreitende Ausbau der Telekommunikationsnetze werden dafür sorgen, dass es den real existierenden „Offliner“ nicht mehr lange geben wird. So heißt […]

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Outsiders aus Neandertal und die heile, digitale Welt

Bild: goodluz – Shutterstock

Nach zwei Jahren wurden die Daten zu den DIVSI Internet-Milieus erneut erhoben, um den Stand der Entwicklung in Deutschland zu überprüfen

Von Joanna Schmölz

Hamburg – Mobile Endgeräte, einfach zu nutzende Apps und der unaufhaltsam fortschreitende Ausbau der Telekommunikationsnetze werden dafür sorgen, dass es den real existierenden „Offliner“ nicht mehr lange geben wird. So heißt es jedenfalls überall. Danach ist alles eitel Sonnenschein in einer rundum digitalisierten Welt.

Und falls die Technik dies nicht schaffen sollte, löst eben die Demografie das Problem. Davon jedenfalls sind die Entscheider in Deutschland überzeugt, wie DIVSI in einer repräsentativen Studie von Anfang 2013 herausgefunden hat. Derzeit haben wir zwar noch rund 26 Millionen „Digital Outsiders“ bei uns – Menschen also, die komplett oder beinahe komplett ohne Internet leben. Für die Entscheider ist das jedoch nichts, wie ein Zitat belegt: „Das ist eine große Gruppe, aber die Neandertaler waren auch eine große Gruppe und die sind ja dann auch ausgestorben…!“

Ist es tatsächlich so? Werden die „Digital Outsiders“ von der digitalen Landkarte verschwinden? Ein Vergleich von zwei DIVSI-Untersuchungen bringt Licht in das Dunkel.

DIVSI hat 2011 in der „Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ erstmals die Landschaft der digitalen Lebenswelten in Deutschland ermittelt und beschrieben. Sie wurde repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren erstellt. Die DIVSI Internet- Milieus gruppieren Menschen nach der Ähnlichkeit ihrer Einstellungen und Verhaltensweisen in punkto Vertrauen und Sicherheit im Internet. Damit ist diese Untersuchung weit mehr als eine reine Nutzer-Typologie, die lediglich erfasst, wer wie häufig wo im Netz unterwegs ist.

Als in dieser Form einzigartige Segmentierung sollen die DIVSI Internet- Milieus als Zielgruppenwährung im digitalen Kontext etabliert werden. Hierzu gehört die regelmäßige Aktualisierung, um eventuelle Größenveränderungen und Neu-Formationen der einzelnen Gruppen rechtzeitig zu erfassen. Nur dann lassen sich auf Dauer stabile Zeitreihen generieren.

Vor diesem Hintergrund haben wir im Sommer 2013 die Daten erneut erhoben, um zu überprüfen, wie sich die digitale Gesellschaft bei uns in den letzten beiden Jahren entwickelt hat.

Die Ergebnisse lassen Antworten auf zwei wichtige Fragen zu:

Sind Offliner und Outsiders bald wirklich Schnee von gestern?

Keinesfalls! Das zeigen zumindest die aktualisierten DIVSI Internet-Milieus. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Entwicklungen in der digitalen Gesellschaft von technischen Innovationen allein nicht beeinflussen lassen. Vielmehr speisen sich die Gründe für oder gegen die Internet-Nutzung aus den grundsätzlichen Einstellungen der Menschen, ihrer Wert-Orientierung und Lebensweise sowie ihrem Bildungsgrad und ihrer sozialen Lage. Ob jemand zum Beispiel soziale Netzwerke oder ein E-Government-Angebot nutzt, hängt hiervon ebenso ab, wie von den individuellen Ansprüchen an Convenience und Sicherheit.

Welche Rolle spielt das Alter tatsächlich?

Auf jeden Fall nicht den Hauptpart, wie viele Entscheider mit ihrer „Neandertaler-Meinung“ glauben. Die Fakten belegen etwas anderes. Demnach ist es zu kurz gegriffen, davon auszugehen, dass sich die Thematik mit den Offlinern, den Outsiders, den „Alten“ und Verunsicherten durch Demografie oder durch einen vereinfachten Zugang zu digitalen Angeboten in Kürze von allein erledigt haben wird.

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass viele „Digital Outsiders“ – derzeit immer noch 37 Prozent der Bevölkerung! – im Durchschnitt älter als der Rest der digitalen Gesellschaft sind. Ein großer Teil von ihnen steht noch mitten im (Berufs-) Leben. 53 Prozent der „Internetfernen Verunsicherten“ und 89 Prozent der „Ordnungsfordernden Internet-Laien“ sind unter 69 Jahre alt und damit in vielerlei Hinsicht im allerbesten Alter.

Insgesamt zeigt auch die jüngste Erhebung, dass die DIVSI Internet-Milieus trotz der rasanten digitalen Entwicklung stabil bleiben, weil sie die Motive und Barrieren der Internet-Nutzung ganzheitlich betrachten. Die Milieus bleiben damit über einen längeren Zeitraum ein belastbares Instrument, mit dem die digitale Gesellschaft „vermessen“ werden kann und sich ihr Zustand zuverlässig beschreiben lässt. Nach zwei aufeinanderfolgenden Befragungswellen lassen sich erste Tendenzen erkennen und darauf gestützt Entwicklungen aufzeigen. Schon heute sind wir auf die nächsten Untersuchungsergebnisse gespannt, mit denen die Entwicklung weiter beschrieben werden kann.

  • Häufig wird davon ausgegangen, dass der rasante technologische Fortschritt unablässig neue „Digitale Generationen“ hervorbringt (Generation@, Generation Smartphone etc). Die vorliegenden Ergebnisse zeigen allerdings, dass Einstellungsmuster hinsichtlich digitaler Themenfelder relativ konstant bleiben. Auch wenn also die technische Ausstattung jährlich aktualisiert wird, ändert sich nicht gleichzeitig die digitale Denkweise; beispielsweise wird ein „Verantwortungsbedachter Etablierter“ auch mit seinem Tablet der aktuellsten Entwicklungsstufe weiterhin durch Zurückhaltung und Selbstschutzmaßnahmen sein persönliches Risiko im Internet zu mindern versuchen.
  • Zum anderen zeigt auch ein Blick in die Entwicklung der sozialen Milieus in Deutschland, dass übergeordnete Einstellungsmuster und die Zugehörigkeit von Menschen zu bestimmten Gruppen relativ stabil sind. Qualitativ neue Formationen einer Gesellschaft entwickeln sich in der Regel eher in langsamen Schritten von acht bis zehn Jahren.
  • Zudem scheint der Zuwachs bei den „Digital Natives“ von der demografischen Entwicklung kompensiert zu werden, wie die Entwicklung der „Internetfernen Verunsicherten“ zeigt. Diese werden als Gruppe nicht etwa kleiner, sondern lediglich älter.

Ergebnisse im Detail

Die folgende Darstellung zeigt einen Vergleich zwischen der Ersterhebung und Modellierung aus dem Jahr 2011 mit der ersten Aktualisierung aus dem Jahr 2013. Dabei werden leichte Verschiebungen in der Verteilung der Befragten über die verschiedenen digitalen Lebenswelten deutlich.

  • Das Segment der „Digital Natives“ nimmt insgesamt um drei Prozentpunkte zu und steigt damit auf 44 Prozent der Bevölkerung. Diese Entwicklung erklärt sich durch leichte Zuwächse bei den „Digitalen Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“
  • Das Segment der „Digital Immigrants“ bleibt annähernd konstant mit leicht abnehmender Tendenz von 20 auf jetzt 19 Prozent.
  • Das Segment der „Digital Outsiders“ verkleinert sich insgesamt um zwei Prozentpunkte (von 39 auf 37 Prozent der Bevölkerung). Diese Veränderung ist allerdings nur bei den „Ordnungsfordernden Internet-Laien“ erkennbar, die „Internetfernen Verunsicherten“ bleiben mit 27 Prozent konstant.

Ein vertiefender Blick in die soziodemographischen Profile der DIVSI Internet-Milieus zeigt ebenso leichte Veränderungen hinsichtlich Alter und Geschlecht. So nimmt der Anteil der Frauen bei den „Digital Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“ jeweils um sieben bzw. elf Prozentpunkte zu. Zudem steigt der Anteil der über 60-Jährigen bei den „Internetfernen Verunsicherten“ von 63 auf 74 Prozent.

  • „Digital Souveräne“ und „Effizienzorientierte Performer“ verzeichnen Zuwächse in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen. Bei den „Digital Souveränen“ steigt der Anteil von 63 auf 68 Prozent, bei den „Effizienzorientierten Performern“ von 50 auf 56 Prozent.
  • Bei den „Postmateriellen Skeptikern“ und den „Internetfernen Verunsicherten“ sind deutliche Vergrößerungen bei den über 60-Jährigen sichtbar. Bei den „Postmateriellen Skeptikern“ steigt ihr Anteil von 20 auf 31 Prozent, bei den „Internetfernen Verunsicherten“ von 63 auf 74 Prozent.
  • Der Anteil der Frauen nimmt bei den „Digital Souveränen“ und den „Effizienzorientierten Performern“ zu: Bei den „Digital Souveränen“ steigt er von 32 auf 39 Prozent, bei den „Effizienzorientierten Performern“ von 37 auf 48 Prozent.
  • Die „Ordnungsfordernden Internet- Laien“ haben im Vergleich zu 2011 einen höheren Männeranteil.

Link zur ganzen Studie „DIVSI Milieu-Studie Aktualisierung 2013“

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Digitalisierung fördert das politische Interesse https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/ https://www.divsi.de/digitalisierung-foerdert-das-politische-interesse/#respond Thu, 29 Aug 2013 08:30:13 +0000 http://46.30.3.106/?p=4852 Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“? Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, […]

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Ist das Internet ein wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende „Politikverdrossenheit“?

Bild: Spectral-Design – Shutterstock

Hamburg – Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die  Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage,  die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag von DIVSI durchgeführt hat. Jeder dritte der internetaffinen Digital Natives (31 %) gab dabei an, regelmäßig und genau das politische Geschehen zu verfolgen.  Im Milieu der Digital Outsiders – Menschen, die kaum oder wenig Umgang mit dem Internet haben – ist dagegen nur jeder fünfte am politischen Alltag interessiert.

Gleichzeitig ergab die Untersuchung, dass mit zunehmendem Alter das politische Interesse zunimmt. Knapp die Hälfte (49%) aller Befragten ab 55 Jahren gab an, politisch stark interessiert zu sein. Bei den 18-34jährigen liegt die Vergleichszahl bei nur 27 Prozent. Hier spielt auch das Bildungsniveau eine Rolle. Je höher der Bildungsabschluss, desto stärker das politische Interesse.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt deutlich, dass sich aus der digitalen Grundhaltung der Menschen insgesamt Rückschlüsse auf politische Einstellungen ziehen lassen. Andere Aspekte wie etwa Alter und  Bilder spielen keine derart signifikante Rolle.

Diese Erkenntnis spiegelt sich nicht nur im politischen Interesse, sondern auch in grundlegenden politischen Einstellungen wider: Wer auf Gesetze und Regelungen im Netz vertraut, der fordert sie auch stärker bei anderen politischen Themen (z.B. Verbot radikaler Parteien und Frauenquote).

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass sich aus dem Umgang mit dem Internet durchaus Rückschlüsse auf soziale Grundeinstellungen ableiten lassen. Das Internet schafft auch hier neue Ansätze.“

Zur Pressemitteilung und zum Material:
http://46.30.3.106/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/4850

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Erklär-Videos für Digital Outsiders https://www.divsi.de/erklaer-videos-fuer-digital-outsiders/ https://www.divsi.de/erklaer-videos-fuer-digital-outsiders/#respond Mon, 04 Mar 2013 16:32:50 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=4109 Wie „Starthilfe50.de“ Internet-Einsteigern das Leben erleichtert. Erkenntnisse aus vier Jahren Arbeit. Von Jürgen Selonke 27 Millionen der in Deutschland lebenden Menschen sind Digital Outsiders, nutzen das Internet also kaum oder gar nicht. Viele fühlen sich überfordert, sind ängstlich und verhalten sich deshalb sehr reserviert gegenüber den Möglichkeiten des Mediums. Das ist ein Ergebnis der DIVSI […]

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Digital Outsiders

Bild: StockLite – Shutterstock

Wie „Starthilfe50.de“ Internet-Einsteigern das Leben erleichtert. Erkenntnisse aus vier Jahren Arbeit.

Von Jürgen Selonke

27 Millionen der in Deutschland lebenden Menschen sind Digital Outsiders, nutzen das Internet also kaum oder gar nicht. Viele fühlen sich überfordert, sind ängstlich und verhalten sich deshalb sehr reserviert gegenüber den Möglichkeiten des Mediums. Das ist ein Ergebnis der DIVSI Milieu-Studie.

Eine wichtige, auch gesellschaftspolitische Aufgabe liegt also darin, diese meist älteren Menschen fit im Umgang mit dem Internet zu machen. Einen erfolgreichen Weg zur Lösung dieser Aufgabe geht seit rund vier Jahren „Starthilfe50.de“. Wir sprachen darüber mit Andreas Dautermann und Kristoffer Braun, den Machern und Verantwortlichen des Projekts.

Was ist das Besondere an Starthilfe50?

„Leicht verständliche Erklär-Filme helfen ungeübten Anwendern Schritt für Schritt bei der Nutzung von Computer, Internet und Programmen. Dabei wird bewusst auf englische Fachbegriffe verzichtet und didaktisch gezielt auf Menschen eingegangen, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind. Ein zentrales Thema der Erklär-Videos ist der sichere Umgang mit dem Computer und dem Internet.“

Warum rangiert das Thema Sicherheit weit oben in der Prioritätenliste?

„Wer mit einem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt, ist in der Regel stets bedacht, für seine eigene Sicherheit zu sorgen. Zahlreiche Maßnahmen helfen dabei. Bremsen werden genauso kontrolliert wie Ölstand und Kühlwasser. Winterreifen werden aufgezogen, und man bemüht sich, vorausschauend zu fahren. Kaum jemand würde in Frage stellen, dass jeder in erster Linie selbst für seine Sicherheit verantwortlich ist. Auch bei der Nutzung des Internets ist Sicherheit ein wichtiges Thema. Doch hier sind die erforderlichen Maßnahmen weitaus weniger selbstverständlich. Der Vergleich mag etwas hinken, da im Straßenverkehr die eigene Gesundheit gefährdet ist, während man im Internet keine körperliche Schädigung davon tragen kann. Doch durch digitale Betrügereien und unvorsichtige Internet- Nutzung können erhebliche finanzielle Schäden entstehen.“

Wer ist besonders gefährdet?

„Nach unserer Erfahrung meist ältere, noch ungeübte Computernutzer.“

Wo liegen für Anfänger die größten Unsicherheiten und Schwierigkeiten?

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass immer wieder die gleichen Fragen und Probleme auftauchen. Grundsätzlich stellen wir eine Ängstlichkeit bei der Internet-Nutzung fest, die sich auf Sicherheitsbedenken gründet. Gleichzeitig ist in diesem Zusammenhang allerdings ein oft erstaunliches Verhalten zu beobachten.“

Wie äußert sich dieser Widerspruch bei den Nutzern?

„An manchen Stellen herrscht zu viel Sorge, während tatsächlichen Gefahren nur wenig Beachtung geschenkt wird. So lehnen viele Online-Banking wegen Sicherheitsbedenken ab, obwohl hier von den Banken durch standardmäßige SSL- Verschlüsselung und PIN-/TAN-Verfahren eine Menge zum Schutz der Nutzer getan wird. Gleichzeitig jedoch lässt sich ein leichtfertiger Umgang mit sozialen Netzwerken registrieren. Hier werden sehr private Informationen öffentlich preisgegeben – oft aus Unkenntnis. Denn einschränkende Maßnahmen muss der Nutzer selbst treffen. Dazu ist er allerdings häufig nicht in der Lage. Wie die neue DIVSI Entscheider-Studie zeigt, schieben die Macher des Internets gern den Nutzern die Verantwortung zu. Wir wissen, dass zumindest Anfänger damit in der Regel überfordert sind.“

Was machen Internet-Anfänger noch falsch?

„Sehr häufig wird versäumt, Programme stets auf dem aktuellen Stand zu halten, also regelmäßige Updates durchzuführen. Wir zeigen in unseren Aufklärungsfilmen, dass dies in besonderem Maße für das eigene Betriebssystem, den Virenscanner und den Internet-Browser gilt, denn Programme, die nicht auf dem neuesten Stand sind, bieten Sicherheitslücken. Beim Virenscanner ist die Notwendigkeit der Aktualisierung besonders nachvollziehbar, da dieser immer nur so gut ist wie sein letztes Update. Täglich kommen neue schädliche Anwendungen in Umlauf. Der Virenscanner kann nur diejenigen erkennen und entfernen, die ihm durch das letzte Update mitgeteilt wurden.“

Auf welche Sicherheitsrisiken weisen Sie noch explizit hin?

„Kaum ein Internet-Einsteiger weiß, wie wichtig sorgfältig gewählte Passwörter sind. Das gilt besonders, um den Zugang zu privaten Daten wie E-Mail-Konto oder Online- Banking zu sichern. Im Grunde bringen wir hier das kleine 1×1 bei: Ein gutes Passwort besteht aus mindestens acht Zeichen, enthält sowohl Zahlen als auch Buchstaben, zudem werden Groß- und Kleinschreibung kombiniert. Unbedingt zu vermeiden ist das Nutzen von Wörtern des normalen Sprachgebrauchs als Passwort.“

Cybercrime boomt. Wie agiert Starthilfe50 in diesem Zusammenhang?

„Spam-E-Mails, also massenhaft versendete E-Mail-Nach- richten, sind in erster Linie ärgerlich, weil sie das Postfach verstopfen und oft unerwünschte Werbung enthalten. Hier machen wir deutlich, dass solche E-Mails auch Viren und Trojaner enthalten können oder versuchen, dem Empfänger sensible Daten wie Passwörter oder PIN-Nummern zu entlocken – das sogenannte Phishing. Häufig werden hierbei raffiniert die Internet-Auftritte seriöser Firmen visuell kopiert.“

Welche konkrete Warnung geben Sie dazu Einsteigern?

„Jede E-Mail mit unbekanntem Absender genau prüfen und niemals deren Anhänge öffnen. Enthält die E-Mail Fehler in der Rechtschreibung oder wurde sie beispielsweise mitten in der Nacht versendet, so ist dies ein deutliches Indiz für eine Spam-E-Mail. Seriöse Firmen wenden sich außerdem bei sensiblen Themen nicht per E-Mail an ihre Kunden, hier sollte man also skeptisch sein.“

Worin liegt ein weiterer Fehler von Internet-Neulingen?

„Wer das Internet auf einem fremden Computer oder mit mehreren Personen gemeinsam nutzt, hinterlässt oft Spuren für nachfolgende Nutzer. Häufig speichern Browser Passwörter, Suchabfragen oder den gesamten Verlauf besuchter Seiten ab. Diese Daten sind dann später auch für andere Personen einsehbar. Daher empfiehlt es sich, den privaten Modus zu aktivieren. Alle Browser bieten mittler- weile die Möglichkeit des privaten Surfens an. Ist dieser Modus aktiviert, werden keinerlei Daten in der Chronik gespeichert.“

Ihr Fazit nach den ersten erfolgreichen Jahren von Starthilfe50?

„Das Unwissen ist riesengroß. Alle erwähnten Verhaltensweisen und Handlungen erschließen sich Neulingen am Computer nicht ohne kompetente Hilfe von außen. Doch anders als im Straßenverkehr gibt es weder eine Fahrschule, die wesentliche Prinzipien der Sicherheit vermittelt,
noch einen TÜV, der in regelmäßigen Abständen das Fahrzeug auf seine Sicherheit hin überprüft. Bei der Internet- Nutzung liegt die Sicherheit nahezu allein in der Hand des Nutzers, dem häufig die tatsächlichen Gefahren und mögliche Gegenmaßnahmen kaum bekannt sind. Daher ist es besonders wichtig, in dieser Hinsicht aufzuklären und auch in der Erwachsenenbildung nachhaltig Medienkompetenz zu vermitteln, damit Grundvoraussetzungen zur sicheren Inter- net-Nutzung verstanden und angewendet werden können.“

Andreas Dautermann (* 1980) und Kristoffer Braun (* 1982) sind Gründer und Geschäftsführer von Starthilfe50. Beide haben seit 2006 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Publizistik studiert und 2012 als Magister Artium abgeschlossen. In ihren wissenschaftlichen Abschlussarbeiten untersuchen sie die Interessen der älteren Computernutzer und evaluieren Methoden zur Steigerung der Medienkompetenz. Die Idee für Starthilfe50 kam ihnen bereits zu Studentenzeiten, als sie neben dem Studium älteren Computernutzern bei PC-Problemen behilflich waren. Durch diese private Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Problematik der „Digital Divide“ entwickelte sich zunehmend ein persönliches Engagement für die Onliner der Generation 50plus. Mittlerweile wird ihre PC-Hilfe in ganz Deutschland genutzt. Für ihre Arbeit an Starthilfe50 wurden sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beim Wettbewerb „Wege ins Netz“ und vom Ministerium des Inneren des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Die Erklär-Filme können unter www.starthilfe50.de kostenfrei und werbefrei angesehen werden.

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Wer ist wo verortet? https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/ https://www.divsi.de/wer-ist-wo-verortet/#respond Mon, 21 Jan 2013 09:43:26 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1625 Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich Von Dr. Dirk Graudenz Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten […]

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Internet-Milieus für Bevölkerung und Entscheider im Vergleich

Von Dr. Dirk Graudenz

Hamburg – Im Auftrag von DIVSI hat das SINUS-Institut in zwei quantitativen Studien Bevölkerung und Entscheider zu Vertrauen und Sicherheit im Internet befragt. In beiden Studien wurden Internet-Einstellungen und die jeweiligen Lebenswelten (SINUS-Milieus), in denen das SINUSInstitut unsere Gesellschaft regelmäßig abbildet, kombiniert. Die so entstandenen DIVSI Internet-Milieus ermöglichen einen pointierten Vergleich von sozialer Lage im Sinne von Einkommen, Bildung und Berufsgruppe und soziokultureller sowie digitaler Grundorientierung dieser Gruppen.

In der Abbildung 1 sind für die Bevölkerung die sieben Internet-Milieus der Digital Souveränen, Effizienzorientierten Performer, Unbekümmerten Hedonisten, Verantwortungsbedachten Etablierten, Postmateriellen Skeptiker, Ordnungsfordernden Internetlaien und Internetfernen Verunsicherten in einem Koordinatensystem verortet. Digital Souveräne sind beispielsweise eher Mitglieder der Mittel- bzw. Oberschicht und zeichnen sich hinsichtlich ihrer Grundwerte durch eine starke Tendenz zur Neuorientierung aus (z. B. hohe Wichtigkeit von Mobilität und Globalität).

Abb.1: Internet-Milieus in der Gesamtbevölkerung zu Vertrauen und Sicherheit im Netz unterscheiden sich hinsichtlich sozialer Lage und soziokultureller Grundorientierung

Im Gegensatz dazu sind Internetferne Verunsicherte eher Teil der sozialen Unterschicht bzw. Mittelschicht und haben in ihrer soziokulturellen Grundorientierung vielfach ein starkes Element der Tradition. Gezeigt sind in der Abbildung auch die beiden digitalen Gräben, die die Gruppen der Digital Natives, der Digital Immigrants und der Digital Outsiders voneinander trennen.

Die Entsprechung dieser Milieu-Landkarte für Entscheider ist in Abbildung 2 gezeigt. Aufgrund leicht anderer Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet wurden zwei Milieus im Fall der Entscheider umbenannt: Postmaterielle Skeptiker werden zu Sicherheitsbedachten Postmateriellen und Unbekümmerte Hedonisten zu Hedonisten.

Abb. 2: In der Internet-Milieu-Struktur der Entscheider gibt es deutlich andere Schwerpunkte als in der Bevölkerung

Zwei Charakteristika der Entscheider im Vergleich zur Bevölkerung sind offensichtlich: Entscheider sind, was ihre soziale Lage angeht, in der Regel der Mittel- und Oberschicht zuzuordnen – dies ist keine Überraschung. Wesentlich interessanter sind die klaren Schwerpunkte in der Internet-Milieu-Struktur, die eine wesentlich höhere Affinität zur digitalen Lebenswelt zeigen. Dies führt bei Entscheidern im Vergleich zur Bevölkerung zu einem hohen Anteil von Digital Natives, die sehr gut durch die Begriffe Effizienz und Souveränität im Umgang mit dem Internet charakterisiert werden können.

Deutlich geringer ist der Anteil von Digital Outsiders. Unabhängig von der Milieuzuordnung hat sich im Rahmen der Entscheider-Befragung gezeigt, dass es unter den Entscheidern fast keine „Offliner“ gibt – digitale Kommunikation ist eine conditio sine qua non für ihre Rolle.

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2. E-Government Hochschultag: „In vielfältiger Weise anregend und motivierend!“ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/ https://www.divsi.de/2-e-government-hochschultag-in-vielfaeltiger-weise-anregend-und-motivierend/#respond Wed, 05 Dec 2012 15:30:39 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=1441 Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und […]

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Kamp-Lintfort – Bereits zum zweiten Mal hatte die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal zum E-Government Hochschultag eingeladen. Dabei machten die Veranstalter deutlich: „Erfolgreiches E-Government stellt einen wesentlichen Baustein für die Verwaltungsmodernisierung dar und wird dazu beitragen, die Verwaltungen von heute auf zukünftige Herausforderungen auszurichten. E-Government unterstützt dabei die Verwaltung, Bürger und Wirtschaftsunternehmen und stellt Menschen und deren Aufgaben in den Mittelpunkt.“

Hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und den Kommunen brachten die Studenten unter ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf den neuesten Stand der Thematik. Prof. Dr. Frank Zimmer, Prodekan der Fakultät Kommunikation und Umwelt, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Veranstaltungs-Verlauf: „Für die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal war dieser Tag in vielfältiger Weise anregend und motivierend.“

Matthias Kammer erläuterte im Rahmen der Veranstaltung die DIVSI Milieu-Studie sowie die gerade vorgelegte DIVSI Meinungsführer-Studie. Dabei arbeitete er besonders heraus, welche Herausforderungen für das E-Government sich aus den beiden wissenschaftlichen Untersuchungen ableiten lassen.

Im Hinblick auf die festgestellten 39% Digital Outsiders gehe es vor allem darum, dass die Verantwortlichen für E-Government Vertrauen zu ihren Angeboten innerhalb dieser Gruppe aufbauen müssten. Es sollte unbedingt dafür Sorge getragen werden, dass diese Bürger nicht den sozialen Anschluss verpassen.

Gleichzeitig müssten die Verantwortlichen jedoch aufpassen, die angebotenen Lösungen durch höhere Sicherheitsschranken nicht zu kompliziert zu gestalten. Zwar würden die Digital Outsiders durch die erhöhten Schutzwälle vermutlich zunächst einmal mehr Vertrauen zu den E-Government-Angeboten fassen. Allerdings sei das keine Garantie dafür, dass diese Zielgruppe die entsprechenden Angebote dann auch tatsächlich verstärkt nutzen würde.

Matthias Kammer wies in diesem Zusammenhang auf ein zwangsläufig entstehendes Problem hin. Mehr Sicherheit – gewünscht durch Digital Outsiders – bedeutet in der Regel nämlich auch weniger Convenience. Und genau diese Benutzerfreundlichkeit fordern die Digital Natives, zu denen laut DIVSI-Studie 41 % der Nutzer gerechnet werden können. Matthias Kammer: „Die zentrale Frage lautet also, wie bekommt man die einen rein ohne die anderen heraus zu kicken.“

Grundsätzlich machte der DIVSI-Direktor weiter deutlich: „Der gängige Slogan ‚WLAN für alle’ reicht nicht, um die soziale Teilhabe in der digitalen Gesellschaft zu fördern. Die Herausforderung besteht darin, Angebote und Maßnahmen zu entwickeln, die die Zurückhaltung der Digital Outsiders abbauen helfen und gleichzeitig an die unterschiedlichen Kompetenzen, Motive und Anforderungen in den digitalen Lebenswelten anschließen.“

Das Verhalten im Netz spiegele grundlegende Werte-Orientierungen der Menschen wider. Kammer: „Diese haben Auswirkungen auf das Internet-Verhalten und die Ansprüche an Sicherheit und Datenschutz, aber auch an Convenience.“ Sicherheit im Internet sei eine Frage der persönlichen Einstellung. Matthias Kammer: „Die gefühlte Souveränität steigt, je vertrauter man mit dem Internet ist.“

Viele der jungen Studierenden wurden besonders nachdenklich, als Matthias Kammer auf Kernaussagen der Meinungsführer-Studie einging. So erstaunte, dass die Digital Outsiders demnach vielen verantwortlichen Akteuren vollständig egal sind. Zitat dazu aus der Studie: „Das ist eine große Gruppe, aber die Neandertaler waren auch eine große Gruppe und die sind dann ja auch ausgestorben…!“

Abschließend stellte Matthias Kammer heraus, dass sich der Diskurs um das Internet zwischen technologischer Perspektive und digitaler Kultur bewege: „Es wird immer schwieriger, für den Verhandlungsraum Internet generell gültige Regelungen und gegenseitige Vereinbarungen zu treffen.“

Er gab dann den jungen Zuhörern drei Fragen grundsätzlicher Natur mit auf den Weg:

  • Werden tradierte Vorstellungen von Rechtsordnung, Gesellschaftsstruktur und Demokratie einem fundamentalen Wandel unterzogen?
  • Müssen alte Gewissheiten, kulturelle Konzepte und Denkansätze auf den Prüfstand?
  • Wie können neue Vertrauensstrukturen entstehen, die auch mit Vertrauensbruch umgehen können?

Prof. Dr. Zimmer machte nach der Veranstaltung deutlich, dass die von Matthias Kammer referierten Erkenntnisse die weiteren Diskussionen an der Hochschule begleiten würden. Gerade im Bereich Usabilitiy-Engineering sei das User-Centered-Design das Vorgehensmodell der Wahl. Die vorgetragenen Daten seien insoweit von unschätzbarem Wert.

Die Hochschule Rhein-Waal wurde 2009 gegründet. Gelehrt wird in den vier Fakultäten „Technologie und Bionik“, „Life Sciences“ und „Gesellschaft und Ökonomie“ sowie „Kommunikation und Umwelt“. Im Studienjahr 2012/2013 werden 25 Bachelorstudiengänge am Start sein. Die Hochschule kann an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort insgesamt 5000 Studienplätze bieten.

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DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet https://www.divsi.de/divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/ https://www.divsi.de/divsi-milieu-studie-zu-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/#respond Wed, 10 Oct 2012 17:48:05 +0000 http://46.30.3.106/blog/?p=65 Das Internet hat sich von einem rein technischen Angebot zum erweiterten Lebensraum der Menschen entwickelt. Entsprechend erweitern sich nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken und Unsicherheiten. Diese Studie zeigt auf, welche Meinungen und Vorstellungen es zu diesem Thema (bei Offlinern wie bei Onlinern) gibt, welche datenschutz- und sicherheitsrelevanten Einstellungs – und Verhaltenstypen existieren. […]

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Das Internet hat sich von einem rein technischen Angebot zum erweiterten Lebensraum der Menschen entwickelt. Entsprechend erweitern sich nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken und Unsicherheiten. Diese Studie zeigt auf, welche Meinungen und Vorstellungen es zu diesem Thema (bei Offlinern wie bei Onlinern) gibt, welche datenschutz- und sicherheitsrelevanten Einstellungs – und Verhaltenstypen existieren. Ziel war es, eine bevölkerungsrepräsentative Typologie zum Thema Vertrauen und Sicherheit zu entwickeln. Mit Hilfe dieser Typologie lassen sich Handlungsempfehlungen für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ableiten.

Hier geht es zur DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet

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Digital Outsiders unter der Lupe https://www.divsi.de/digital-outsiders-unter-der-lupe/ https://www.divsi.de/digital-outsiders-unter-der-lupe/#respond Mon, 04 Jun 2012 14:35:52 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=3885 39 Prozent der Deutschen nutzen das Netz kaum oder gar nicht. Was sind das für Menschen? Von Dr. Silke Borgstedt Die DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet kennzeichnet insgesamt sieben Milieus. Mit der Verortung der Typen entstehen ganzheitliche, empirisch fundierte Zielgruppen. Sie können nicht nur hinsichtlich ihrer Einstellung zu Vertrauen und Sicherheit im […]

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Bild: Ollyy – Shutterstock

39 Prozent der Deutschen nutzen das Netz kaum oder gar nicht. Was sind das für Menschen?

Von Dr. Silke Borgstedt

Die DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet kennzeichnet insgesamt sieben Milieus. Mit der Verortung der Typen entstehen ganzheitliche, empirisch fundierte Zielgruppen. Sie können nicht nur hinsichtlich ihrer Einstellung zu Vertrauen und Sicherheit im Internet beschrieben werden, sondern auch entsprechend ihrem lebensweltlichen Hintergrund und ihrer Stellung in der Gesellschaft. Das ist Voraussetzung für eine milieu-sensible Zielgruppenansprache.

Zwei dieser Milieus werden als „Digital Outsiders“ eingestuft. Diese beiden Gruppen umfassen 39 Prozent der bei uns lebenden Bevölkerung. Gemeinsam ist ihnen, dass sie das Netz kaum oder gar nicht nutzen.

Ordnungsfordernde Internet-Laien

Sie gehören zur konventionellen Mitte mit starkem Streben nach Harmonie und Geborgenheit in einfacher bis mittlerer sozialer Lage. Sie haben ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Medium Internet, insbesondere in puncto Datensicherheit und Datenschutz. Die Verantwortung hierfür delegieren sie an den Staat und Unternehmen.

Für sie ist das World Wide Web unbekanntes Terrain. Aus Furcht vor Fehlern besteht die Annäherung an dieses Medium vornehmlich in Form von Vermeidungsstrategien –„nur das machen, was gefahrlos ist“. Das Internet nutzen sie entsprechend defensiv und formulieren keine profilierten Ansprüche, da sie überwiegend Basisfunktionen nutzen (möchten). Aufgrund ihrer geringen Selbstsicherheit im Umgang mit dem Internet nehmen sie gern Hilfe in Anspruch.

Ordnungsfordernde Internet-Laien haben ein zwiespältiges Verhältnis zu moderner Informationstechnik. Einerseits zeigen sie sich aufgrund fehlender Kompetenz im Umgang verunsichert. Andererseits ist ihnen bewusst, dass sie sich dem fortschreitenden Digitalisierungsprozess nicht verschließen dürfen, wenn sie berufliche Chancen und sozialen Anschluss nicht aufs Spiel setzen möchten. Als preisbewusstes und serviceorientiertes Gesellschaftssegment erkennt diese Gruppe zunehmend die Convenience-Vorteile, die ihnen das Netz bieten kann.

Das „Mithalten-Wollen“ ist für sie zentraler Motivator, sich mit Computer und Internet auseinanderzusetzen. Dies ist jedoch beschwerlich und gilt weniger als Freizeitvergnügen. Kaum hat man eine Funktion verstanden und in das eigene Handeln integriert, wird man mit Zusatzfunktionen konfrontiert. Da bleibt kaum Raum, sich zu erfreuen, eine Herausforderung gemeistert zu haben.
Aufgrund ihrer geringen Internet- und IT-Kompetenz haben sie ein starkes Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Internet. Dementsprechend wünschen sie sich ein „überschaubares Internet“, das verbindliche und verlässliche Rahmenbedingungen bietet und so eine gefahrlose Nutzung gewährleistet. Dabei bestehen keine profilierten Ansprüche an das Medium, vielmehr muss die Basis stimmen: Die „einfachen Seiten“, die fast alle verwenden, sollen funktionieren und besonders gut gegen Sicherheitsrisiken gewappnet sein. Sowohl Datenschutz (im Sinne des unberechtigten Zugriffs Dritter auf persönliche Daten) als auch Datensicherheit (im Sinne des Datenverlusts und/oder der Datenmanipulation) lösen bei ihnen ein latentes Gefühl des Unbehagens aus.

Größte Vorbehalte haben sie, wenn es um das eigene Geld geht, wie etwa bei Online- Bestellungen. Hier können sie die Risiken nur schwer abschätzen und sind sich unsicher, was sie in einem Betrugsfall unternehmen können. Um solche unan- genehmen Situationen zu vermeiden, bestellen sie – wenn überhaupt – vorzugs- weise nur bei Anbietern, die ihnen bereits persönlich empfohlen wurden. Vertrauenserweckend erscheint es ihnen, auf Rechnung oder Nachnahme zu bezahlen.
Privatsphäre ist den Ordnungsfordernden Internet-Laien sehr wichtig. Nur Verwandte und enge Freunde möchte man eingeweiht wissen bei dem, was man persönlich macht. Die Vorstellung, dass Details aus dem Privatleben an die Öffentlichkeit gelangen und für jedermann zugänglich sein könnten, ist ihnen unangenehm. Daher stellen sie nur sehr selten persönliche Daten wie Fotos, elektronische Dokumente oder persönliche Informationen ins Netz. Diese Abneigung zeigt sich auch in Vorbehalten gegenüber sozialen Netzwerken.

Internetferne Verunsicherte

Zwei Drittel von ihnen sind Offliner. Der Rest dieser Gruppe ist Gelegenheitsnutzer mit sehr geringem Internet-Wissen und nur geringen Berührungspunkten mit digitalen Medien im Alltag. Das Internet ist für sie eine fremde Welt, die verunsichernd und bedrohlich wirkt. Sie nutzen nur wenige Basisfunktionen und sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Der Weg ins Netz wird als mühsam und weit empfunden. Konfrontiert mit internettypischen Abkürzungen und Zeichen fühlen sie sich einem Gerät ausgesetzt, das eine fremde Sprache spricht und ihr Anliegen nicht versteht. Das Internet erscheint ihnen als ein gänzlich fremder Kosmos.

Der persönliche Gewinn durch das Internet wird von ihnen kaum erkannt. Nach wie vor reichen ihnen Telefon, Brief und vor allem der persönliche Kontakt, um mit Mitmenschen zu kommunizieren. Auch Shopping-Angebote auf Ebay oder Amazon finden die Internetfernen Verunsicherten nicht attraktiv.

Nicht selten haben Internetferne Verunsicherte bereits schlechte Erfahrungen mit Computer oder Internet gemacht. Schrift und Symbole sind oft zu klein und es tauchen Wörter auf dem Bildschirm auf, von denen man gar nicht weiß, was sie bedeuten.

Da das Netz in ihrem Leben keinen großen Raum einnimmt, sind sie für die Themen Sicherheit und Datenschutz im Internet vergleichsweise wenig sensibilisiert. Hier dominieren andere Sorgen wie etwa soziale Gerechtigkeit und die Rentensicherheit. Wenn diese Gruppe jedoch an das Internet denkt, wird schnell die Scheu vor diesem Medium mit den Risiken des Datenmissbrauchs begründet. Der Argwohn gegenüber Sicherheit im Internet wird somit schnell zum zentralen Hemmfaktor, der ihre Ablehnung verstärkt.

Die primäre Perspektive ist Gefahr: Das Internet erscheint ihnen als Spielwiese für Verbrecher, Trickser und Betrüger. Entsprechend groß ist die Sorge, durch ei- genes Verschulden Opfer von Datenmissbrauch zu werden. Allerdings hat man nur eine vage Vorstellung, was Datenmissbrauch bedeutet.

Da die Sicherheit im Internet in ihren Augen bisher nicht gegeben ist, fühlen sie sich größtenteils den Gefahren hilflos ausgesetzt. Deswegen wenden sie eine klare Vermeidungstaktik an. Sie hegen eine große Scheu, Daten aller Art im Internet preis zu geben. Am ehesten kann dieser Typus noch Institutionen oder Personen vertrauen, die man bereits lange kennt oder denen ein ehrenhafter und vertrauenswürdiger Ruf vorauseilt.

Jedoch ist für die Internetfernen Verunsicherten wenig relevant, ob Mitteilungen im Internet einen rechts- verbindlichen Charakter haben. Rechts- verbindliche Handlungen – und prinzipiell alle Tätigkeiten im Bereich Kauf und Verkauf – möchte man sowieso nicht ohne direkten Kontakt durchführen. Die klare Vermeidungstaktik gilt als sicherer Garant, Problemen auf diesem Feld aus dem Weg zu gehen. Vor diesem Hintergrund überwiegt hier fast schon ein prinzipieller Argwohn bei Aktivitäten im Internet. 84 Prozent halten persönliche Daten im Internet nicht für sicher.

Die Internetfernen Verunsicherten begegnen Personen, die ihr Privatleben ins Netz stellen, mit großem Unverständnis. Heute sind sie jedoch damit konfroniert, dass ihre Enkel persönliche Angaben bei Facebook präsentieren. Zum Schutz der Jugend erwarten die Internetfernen Verunsicherten Altersgrenzen im Netz. Ferner sehen sie die Verantwortung bei den Eltern,
ihre Kinder nicht den Risiken im Internet auszusetzen und sie durch klare Regeln und Verbote zu schützen.

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