Themen: Vermessung der Netzwelt Vertrauen und Sicherheit im Internet Leitplanken in der digitalen Welt 

Kurzüberblick

DIVSI Studie zu Freiheit versus Regulierung im Internet

3. Dezember 2013

Freiheit versus Regulierung im Internet

In der relativ kurzen Zeit seines Bestehens hat DIVSI bereits eine Reihe von viel beachteten Schriften, Studien und Untersuchungen vorgelegt. Dabei ist es uns regelmäßig gelungen, mit diesen Veröffentlichungen aktuelle Fragen und Problemstellungen von hoher Brisanz und Wichtigkeit aufzugreifen und dazu gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse als Antworten zu liefern.

Ich bin überzeugt, dass sich die hier vorgelegte neue Studie „Freiheit versus Regulierung im Internet“, realisiert durch das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach, würdig in die Reihe ihrer Vorgänger eingliedert.

Ein kurzer Blick zurück. Die DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet, der Auftakt unserer repräsentativen Untersuchungen, hat in zuvor kaum gekannter Präzision die Motivationen und Einstellungen der in Deutschland lebenden Menschen in ihrem Verhältnis zum Internet untersucht. Ausgeführt ist dort auch, welche Erwartungen sie hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz im Internet haben.

Die später folgende Entscheider-Studie rückte erstmals die Entscheider in Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft in den Fokus. Diese Untersuchung verdeutlichte ihr Denken, ihre Ziele und auch ihre Einschätzung von Verantwortlichkeiten in unserer digitalen Welt. Nie zuvor wurde so klar geäußert, dass die Macher die Verantwortung für die Sicherheit im Netz quasi als „Schwarzen Peter“ an die Nutzer weiter schieben.

Vor diesem Spannungsverhältnis lag es nahe, noch einmal die Nutzerperspektive heranzuziehen und näher zu untersuchen: Wie sicher fühlen sich die Deutschen im Internet? Wie viel Freiheit und Selbstbestimmung wollen sie? Nach wie viel Regulierung wird verlangt?

Fragen dieser Art stehen in der Studie „Freiheit versus Regulierung im Internet“ im Fokus. Dafür wurden im Oktober 2013 rund 1.500 Personen befragt. Herausgekommen ist ein detailliertes Bild des Nutzungsverhaltens der Deutschen im Internet und ihrer Wahrnehmung von Chancen und Risiken
sowie staatlicher und unternehmerischer Einflussnahmen.

Ohne die Ergebnisse und Erkenntnisse an dieser Stelle auszubreiten, möchte ich auf drei Punkte hinweisen, die mir besonders interessant erscheinen:

  • Die Deutschen wissen sehr wohl um Nutzen und Chancen, die das Internet bietet. Gleichzeitig jedoch werden die Risiken gefürchtet, die den Nutzer im Netz bedrohen.
  • Als individuelle Lösung bauen die Nutzer zu ihrem Schutz vor allem auf technische Maßnahmen oder versuchen, möglicherweise Gefährliches zu meiden. Dabei wird die Datenauswertung von Unternehmen, die beispielsweise Online-Shops oder Suchmaschinen betreiben, als Bedrohung der Freiheit im Internet wahrgenommen.
  • Dem Staat wird auch im digitalen Lebensraum eine Rolle als beschützendes Organ zugewiesen.

Sofern der Staat gefordert ist, muss erörtert werden, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit dieser handeln kann und wie eine „verbindliche Führung“ des Staates in der digitalen Gesellschaft aussehen kann. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der Staat dieser Erwartung überhaupt gerecht werden kann. Auf jeden Fall darf der Nutzer nicht allein gelassen, er muss in seinem Wunsch nach „Leitplanken im digitalen Leben“ ernst genommen werden.

Ich wünsche Ihnen informative Stunden mit der DIVSI Studie „Freiheit versus Regulierung im Internet“ und freue mich auf Ihre – kritischen – Anmerkungen.

Matthias Kammer, Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI)

Matthias Kammer, Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI)

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Schriften

Magazine zu dieser Studie

DIVSI magazin – Ausgabe 3/2013

Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?

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DIVSI magazin – Ausgabe 04/2013

Trotz Ausspäh-Aktion: "Ein Rückzug aus dem Internet wäre fatal!"

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