Studie – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland https://www.divsi.de/die-digitalen-lebenswelten-der-ueber-60-jaehrigen-in-deutschland/ https://www.divsi.de/die-digitalen-lebenswelten-der-ueber-60-jaehrigen-in-deutschland/#respond Fri, 06 Jan 2017 08:19:38 +0000 http://46.30.3.106/?p=15824 Neue Studie vorgestellt. Tiefer Graben zwischen Onlinern und Offlinern. Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt weiter. Von Joanna Schmölz Während die einen umfassend in der digitalen Welt angekommen sind, machen andere einen Riesenbogen um sie. Manche wollen an dem teilhaben, was im Internet geschieht, können aber nicht; andere wiederum könnten, wollen aber partout nicht. So unterschiedlich […]

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Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland

Foto: pathdoc | Shutterstock

Neue Studie vorgestellt. Tiefer Graben zwischen Onlinern und Offlinern. Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt weiter.

Von Joanna Schmölz

Während die einen umfassend in der digitalen Welt angekommen sind, machen andere einen Riesenbogen um sie. Manche wollen an dem teilhaben, was im Internet geschieht, können aber nicht; andere wiederum könnten, wollen aber partout nicht. So unterschiedlich zeigen sich aktuell die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland. Das hat die bundesweit repräsentative DIVSI Ü60-Studie ergeben, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten SINUS-Institut entstand und im November 2016 veröffentlicht wurde.

Graben

Das Internet wird in den Augen der über 60-Jährigen immer wichtiger. 44 Prozent von ihnen halten es gar für die beste Erfindung, die es je gab. 38 Prozent möchten an dem teilhaben, was im Netz geschieht. Dieser Wert ist seit 2012 um 11 Prozentpunkte gestiegen. Doch während der Wunsch nach digitaler Teilhabe steigt und 52 Prozent der über 60-Jährigen bereits online sind (knapp ein Viertel sogar täglich), gehen gleichzeitig 48 Prozent – und damit rund 10 Millionen Menschen in Deutschland – nie ins Internet. Bei ihnen ist die Distanz zur digitalen Welt in den letzten vier Jahren sogar noch größer geworden. Soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag wird für sie immer schwieriger, je mehr Dinge nur noch online zu erledigen sind.

DIVSI Internet-Milieus: Ü60

Übersicht: Die Grafik zu den Internet-Milieus Ü60 macht deutlich, wie unterschiedlich in dieser Altersgruppe die digitalen Interessen vertreten sind. (Bild: DIVSI Ü60-Studie)

Wichtige Rolle

Der souveräne Umgang mit digitalen Medien und dem Internet bekommt eine immer wichtigere Rolle, wenn es um die Frage nach Chancengerechtigkeit in einer Gesellschaft geht. Digitale Teilhabe bedeutet gleichzeitig auch soziale Teilhabe.

Dr. Silke Borgstedt, bei SINUS verantwortlich für die Studie: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass digitale Teilhabe mehr bedeutet als die Verfügbarkeit eines Online-Zugangs. Sie ist mit der tatsächlichen Nutzung digitaler Medien und Angebote und spezifischen Kompetenzen, aber auch einer generell aufgeschlossenen Haltung zu Fragen der Digitalisierung verbunden. Ebenso spielt ein Mindestmaß an selbst zugeschriebener Souveränität im Umgang mit Risiken und Unsicherheiten im Internet eine Rolle. Wie sich dieses Konglomerat an Teilhabevoraussetzungen in der Realität tatsächlich ausprägt, zeigen die DIVSI Internet-Milieus auf besonders anschauliche Weise: Sie machen deutlich, dass in den verschiedenen digitalen Lebenswelten jeweils unterschiedliche Treiber und Hürden den Weg in die digitale Welt erleichtern bzw. erschweren.“

Schlüsselressource

Von den mehr als 11 Millionen (52 Prozent) Onlinern unter den über 60-Jährigen sind etwa 3,1 Millionen (15 Prozent) souveräne Intensiv-Nutzer. Sie stehen der sog. „digitalen Avantgarde“ im Hinblick auf Online-Kompetenz in nichts nach. Für sie ist das Internet eine selbstverständliche Infrastruktur im Lebensalltag, und der digitale Lebensstil dient ihnen als Abgrenzung von Gleichaltrigen. Sie brauchen weder Hilfe noch „seniorengerechte“ Digitalangebote und lehnen diese sogar strikt ab. Die Digitalisierung begreifen sie als Schlüsselressource für die Zukunft unserer Gesellschaft. Dies sehen auch viele Gelegenheitsnutzer und sogar Offliner so. Letztere sind zwar nicht selbst im Netz aktiv, werden aber zuweilen zu „Passiv-Onlinern“, indem sie Dinge im Netz von anderen erledigen lassen.

Viele Ältere halten sich für weniger kompetent im Umgang mit dem Internet als jüngere Menschen. Wenn man sich aber ihr Online-Verhalten ansieht, ist das häufig gar nicht der Fall. Jeder vierte über 60-Jährige besitzt mittlerweile ein Smartphone. Dieser Anteil ist in den letzten vier Jahren von 4 Prozent auf 24 Prozent gestiegen und hat sich damit versechsfacht. Für 77 Prozent derjenigen, die das mobile Internet nutzen, sind insbesondere Messenger-Dienste attraktiv – vor allem, weil sie es ermöglichen oder zumindest vereinfachen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Sicherheitsbedenken

Großen Einfluss auf das Internet-Nutzungsverhalten der über 60-Jährigen und ihre Einstellungen zum Internet haben Alter und berufliche Tätigkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Offliner rapide zu. Während unter den 60- bis 69-Jährigen lediglich 17 Prozent noch zu den Offlinern zählen, sind es bei den Personen, die die 70-Jahre-Marke erreicht bzw. überschritten haben, alarmierende 83 Prozent. Die häufigsten Gründe, warum Menschen über 60 offline bleiben: Sie fühlen sich von der Komplexität des Internets überfordert oder sehen schlicht keinen (persönlichen) Nutzen darin. Vor allem aber hemmen Sicherheitsbedenken sowie die Sorge, Risiken hilflos ausgesetzt zu sein, die Internetnutzung.

Hürden gibt es jedoch nicht nur für Offliner, sondern auch für die, die regelmäßig online sind. Sie zeigen ebenfalls Unsicherheiten im Umgang mit dem Internet und sehen in Online-Angeboten Risiken, denen sie nicht immer souverän begegnen können. Viele sind auf Hilfe Dritter angewiesen und suchen diese aktiv auf, indem sie z.B. bestimmte Angebote nur mit Unterstützung von (meist jüngeren) Familienmitgliedern nutzen. Die Studie zeigt ferner, dass die über 60-Jährigen großen Wert auf die Bewahrung ihrer Privatsphäre im Internet legen. Zwar sind Social-Media-Angebote ein wichtiger Treiber der Internetnutzung, gleichzeitig jedoch existieren große Vorbehalte gegen die Veröffentlichung persönlicher Daten. Dr. Silke Borgstedt: „Die über 60-Jährigen haben unterschiedliche Strategien und Verhaltensweisen entwickelt, um die Herausforderungen im Internet zu meistern. So nutzen sie beispielsweise keine Angebote, die ihnen zu unsicher erscheinen. Allen Services, bei denen es um das eigene Geld oder persönliche Daten geht, begegnen sie besonders skeptisch. Und: Sie verzichten eher als die Gesamtbevölkerung komplett auf bestimmte Dienste aufgrund von Sicherheitsbedenken.“

Die Gemengelage aus Teilhabewunsch und Unsicherheit wirkt sich auch auf die Zuschreibung der Verantwortung für Sicherheit im Internet aus. 59 Prozent der über 60-Jährigen betonen die Eigenverantwortung der Nutzer im Umgang mit dem Internet. Weil die Zweifel daran, wie weit jeder Einzelne dazu überhaupt imstande sei, groß sind, adressieren sie auch Staat und Unternehmen. 85 der Befragten über 60 Jahre sehen die Unternehmen in der Pflicht, für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen. 71 Prozent fordern, dass der Staat mehr Verantwortung übernehmen müsse. Gleichzeitig glauben die Onliner unter den über 60-Jährigen nicht, dass sich das Internet vollständig kontrollieren und sichern lässt. Vor allem aber betonen sie, dass die Freiheit im Netz nicht zugunsten von mehr Kontrolle eingeschränkt werden sollte.

Digitale Teilhabe

Im Hinblick auf Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet und den übergeordneten Teilhabewunsch ist die grundlegende Werthaltung der Menschen maßgeblich. Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen sind ähnlich vielfältig wie bei jüngeren Altersgruppen. Dabei gibt es eine mit 38 Prozent große Gruppe von Menschen, die gern mehr online unternehmen würden, als sie es bisher tun – teils aus Sicherheitsbedenken, teils aus selbst zugeschriebener geringer Internetkompetenz. Sie sehen den digitalen Wandel als Chance für die
Zukunft, wissen aber nicht, ob sie umfassend teilhaben können oder angesichts bestehender Bedenken und Unsicherheiten wollen.

An ihnen wird sich in den nächsten Jahren entscheiden, ob es gelingt, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Teilhabewunsch und -anspruch auch entsprechend eingehen zu können.

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Zahlungsbereitschaft für Datenschutz steigt https://www.divsi.de/zahlungsbereitschaft-fuer-datenschutz-steigt/ https://www.divsi.de/zahlungsbereitschaft-fuer-datenschutz-steigt/#respond Fri, 06 Nov 2015 08:45:18 +0000 http://46.30.3.106/?p=14202 Von Yi-Ji Lu Jeder Zweite würde für besseren Datenschutz Geld ausgeben. Das bestätigt eine repräsentative Umfrage mit 1.009 Teilnehmern, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zusammen mit TNS Emnid durchgeführt hat. Fünf Euro oder mehr für Datenschutz 51 Prozent sind laut der Umfrage bereit, Geld zu zahlen, wenn sie im Gegenzug bei zuvor kostenlos genutzten sozialen Netzwerken oder E-Mail-Diensten mehr Datenschutz […]

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Von Yi-Ji Lu

Jeder Zweite würde für besseren Datenschutz Geld ausgeben. Das bestätigt eine repräsentative Umfrage mit 1.009 Teilnehmern, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zusammen mit TNS Emnid durchgeführt hat.

Fünf Euro oder mehr für Datenschutz

51 Prozent sind laut der Umfrage bereit, Geld zu zahlen, wenn sie im Gegenzug bei zuvor kostenlos genutzten sozialen Netzwerken oder E-Mail-Diensten mehr Datenschutz und Werbefreiheit erhalten würden. 87 Prozent dieser zahlungsbereiten Nutzer ist dies monatlich fünf Euro oder mehr wert.

  • 54 Prozent der Zahlungswilligen geben an, bis zu fünf Euro im Monat für höheren Datenschutz zahlen zu wollen.
  • 26 Prozent sind bereit, zehn Euro im Monat zu zahlen.
  • 7 Prozent der Befragten würden sogar mehr als zehn Euro im Monat bezahlen.

Der Umfrage zufolge ist Zahlungsbereitschaft in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen. So habe der Anteil der zahlungswilligen Befragten im Jahr 2013 noch bei 35 Prozent gelegen.

vzbv-Umfrage: Zahlungsbereitschaft für Datenschutz

51 Prozent sind bereit, für Datenschutz Geld zu bezahlen (Grafik: Verbraucherzentrale Bundesverband)

Die DIVSI-Studie „Daten – Waren und Währung“ aus dem Jahr 2014 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Unsere Umfrage zeigte, dass jeder Dritte der 1.002 Befragten bereit gewesen ist, durchschnittlich 41 Euro im Jahr für den Schutz der eigenen Daten zu zahlen. Personen mit einem Hochschulabschluss zeigten zudem eine deutlich größere Bereitschaft (41 Prozent) als Personen mit einem Hauptschulabschluss (27 Prozent). Als Gründe dagegen gaben 59 Prozent Zweifel an, ob eine Zahlung tatsächlich zu mehr Datenschutz führe.

Zahlungsbereitschaft für Datenschutz: Jeder Dritte bereit 41 Euro im Jahr zu bezahlen

Jeder Dritte ist bereit, durchschnittlich 41 Euro im Jahr für Datenschutz zu zahlen (Infografik: DIVSI-Studie: Daten – Ware und Währung)

Geschäft mit User-Daten stößt auf Ablehnung

Die Befragten aus unserer Umfrage waren sich mehrheitlich darüber im Klaren, für die Nutzung kostenloser Dienste mit ihren persönlichen Daten zu zahlen.

Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu Online-Angeboten voll zu, stimmen Sie eher zu, stimmen Sie eher nicht zu oder stimmen Sie gar nicht zu?

Gemeinhin bekannt: Wenn Online-Angebote kostenlos sind, zahlt man mit seinen Daten (Grafik: DIVSI-Studie: Daten – Ware und Währung)

Gleichzeitig lehnten 80 Prozent diese Praxis entschieden ab. Lediglich 16 Prozent der Befragten zeigten Verständnis für das Geschäftsmodell und begründeten es mehrheitlich damit, dass auch die Online-Anbieter schließlich Geld verdienen müssten. Knapp jeder dritte Nutzer zeigte sich resigniert, da sich an der Datennutzung durch Anbieter ohnehin nichts ändern lasse.

Bei der Frage, ob Nutzer an den Umsätzen aus Datengeschäften beteiligt werden sollten, fielen die Antworten nahezu unentschieden aus. 48 Prozent sprachen sich dafür aus, 46 Prozent dagegen. Nur 19 Prozent hielten eine Umsatzbeteiligung überhaupt für umsetzbar.

Soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste gelten als die größten Datensammler

84 Prozent der Befragten der vzbv-Umfrage sehen in Anbietern von sozialen Netzwerken und Kommunikationsdiensten die größten Datensammler. Danach folgen Online-Shops mit 77 Prozent, Telefongesellschaften und Internetanbieter mit 75 Prozent und E-Mail-Dienste mit 65 Prozent.

vzbv-Umfrage: Die größten Datensammler

Soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste gelten als die größten Datensammler (Grafik: Verbraucherzentrale Bundesverband)

63 Prozent der Befragten machen sich zudem Sorgen, dass sie nicht wissen, wer ihre persönlichen Daten nutzt. 46 Prozent befürchten einen Identitätsdiebstahl mittels ihrer Daten.

Die DIVSI AGB-Umfrage, die wir im August 2015 mit 1.051 Teilnehmern durchgeführt haben, zeigt hier ein differenziertes Bild. So vermuten 63,6 Prozent der Befragten, dass ihre Daten von Kommunikationsdienstleistern für die Bereitstellung bzw. Optimierung der Services genutzt werden. 55,6 Prozent meinen, dass die Daten an Partnerunternehmen weitergegeben werden und 48,4 Prozent vermuten einen Verkauf der User-Daten an andere Unternehmen (z.B. zu Werbezwecken). Lediglich 12,9 Prozent können nicht beurteilen, wie Kommunikationsdienstleister mit User-Daten umgehen.

Wie gehen Kommunikationsdienstleister nach Meinung ihrer Nutzer mit Daten um?

Ergebnisse der DIVSI AGB-Umfrage: Wie gehen Kommunikationsdienstleister mit User-Daten um? (Grafik: DIVSI AGB-Umfrage)

Neben Selbstkontrolle ist die Politik gefragt

Aus der vzbv-Umfrage geht zudem hervor, dass 75 Prozent der Befragten der Meinung sind, ein sorgsamer Umgang mit den eigenen Daten helfe, die von Unternehmen gesammelte Datenmenge zu reduzieren. 65 Prozent sprechen sich für strengere gesetzliche Regelungen aus.

Die DIVSI-Studie „Daten – Waren und Währung“ zeigte sogar eine weitaus stärkere Ablehnung. Nahezu einstimmig (97 Prozent) forderten die Befragten ein stärkeres Vorgehen gegen Datenmissbrauch. 86 Prozent sprachen sich sogar dafür aus, dass Geschäfte mit User-Daten gänzlich verboten werden sollten.

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ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: 80 Prozent der Deutschen online https://www.divsi.de/ardzdf-onlinestudie-2015-80-prozent-der-deutschen-online/ https://www.divsi.de/ardzdf-onlinestudie-2015-80-prozent-der-deutschen-online/#respond Mon, 19 Oct 2015 09:05:50 +0000 http://46.30.3.106/?p=14033 Von Yi-Ji Lu Fast 80 Prozent der Deutschen sind online. Zu diesem Ergebnis kommt die neue repräsentative ARD/ZDF-Onlinestudie 2015, für die bundesweit 1.8000 Deutsche ab 14 Jahren befragt wurden. Die Anzahl der Internetnutzer hat sich gegenüber dem Vorjahr nur marginal erhöht. Mit einer Steigerung von 79,1 Prozent auf 79,5 Prozent ist der Anstieg von Internet-Usern zwar vergleichsweise gering, eine […]

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Von Yi-Ji Lu

Fast 80 Prozent der Deutschen sind online. Zu diesem Ergebnis kommt die neue repräsentative ARD/ZDF-Onlinestudie 2015, für die bundesweit 1.8000 Deutsche ab 14 Jahren befragt wurden.

Die Anzahl der Internetnutzer hat sich gegenüber dem Vorjahr nur marginal erhöht. Mit einer Steigerung von 79,1 Prozent auf 79,5 Prozent ist der Anstieg von Internet-Usern zwar vergleichsweise gering, eine deutliche Steigerung ist jedoch in der Frequenz der Internetnutzung zu beobachten. Waren es 2014 noch 58,3 Prozent der Befragten, die das Internet täglich genutzt haben, so sind es 2015 bereits 63,1 Prozent.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Übersicht Onlinenutzung

Übersicht Onlinenutzung (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Frauen und Senioren holen auf

Vergleicht man die Nutzerzahlen der letzten zwei Jahren, zeigt sich deutlich, dass Frauen bei der Internetnutzung rasch aufholen. 2013 bewegten sich lediglich 48,4 Prozent der weiblichen Befragten im Internet, im Jahr 2015 ist der Anteil um ca. 10 Prozentpunkte auf 58 Prozent angestiegen. Im Vergleich: Bei den männlichen Internetnutzern ist seit 2013 nur ein Anstieg von 65,9 Prozent auf 68,3 zu verzeichnen.

Insgesamt wächst die Anzahl der Internetnutzer in Deutschland jedoch nur noch langsam: Die Zunahme seit dem Vorjahr beträgt nur 0,4 Prozentpunkte. Gerade bei den jüngeren Zielgruppen gibt es kaum Zuwachs und das stärkste Wachstum geht aktuell vor allem von der Altersgruppe ab 60 Jahren aus. In dieser Altersgruppe sind die Internetnutzer von 45,4 Prozent auf 50,4 Prozent angestiegen.

Folglich hat sich das durchschnittliche Alter der Internetnutzer seit 2014 von 43,0 Jahre auf 43,7 Jahre erhöht.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Demographie Internetnutzer

Demografische Übersicht: Internetnutzer in Deutschland (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Intensivere Internetnutzung durch mobile Geräte

Zudem kommt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 zu dem Ergebnis, dass mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zu einer intensiveren Internetnutzung führen. Während die Gesamtbevölkerung durchschnittlich 108 Minuten am Tag im Internet verbringt, kommen Nutzer mobiler Endgeräte auf 158 Minuten. Mobile Nutzer sind auch mit 6,3 Tagen pro Woche häufiger im Internet als Personen ohne mobilen Internetzugang. Diese nutzen das Internet nur an 5,1 Tagen pro Woche.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Mobile Internetnutzung

Mobile Internetnutzung (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Smartphones gehören mittlerweile zur Grundausstattung und sind in zwei Dritteln in der Bevölkerung verbreitet. Sie kommen unterwegs vor allem zur Zeitüberbrückung oder für kurze Informations-Updates zum Einsatz. Nur ein Drittel der Bevölkerung besitzt hingegen ein Tablet, das auch überwiegend zu Hause genutzt wird.

Internet ein täglicher Begleiter

Insbesondere angesichts der Entwicklung im mobilen Bereich verwundert es nicht, dass das Internet zu einem festen Bestandteil im Alltag der Deutschen geworden ist. 43 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass das Internet für sie ein täglicher Begleiter in allen möglichen Fragen und Themen darstelle. 2010 lag der Anteil noch bei 39 Prozent. Im mobilen Bereich wird diese Tendenz noch deutlicher sichtbar: war das mobile Internet 2010 nur für 5 Prozent der Befragten unverzichtbar, so sind es aktuell bereits 15 Prozent, die nicht länger unterwegs auf das Internet verzichten können.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Internet ein täglicher Begleiter

Internet für viele ein täglicher Begleiter (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Auffassung vom Internet variiert in den Altersgruppen

Die Aufschlüsselung nach Altersgruppen zeigt an dieser Stelle einen interessanten Unterschied in der Nutzung und Auffassung des Internets. Die 14- bis 29-Jährigen sehen das Internet überwiegend als alltägliches Begleitmedium in allen Lebenslagen, das nicht nur zum Zweck des Medienkonsums andere Medien wie Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften ersetzt hat, sondern über das auch Alltagskommunikation sowie Themen-Austausch stattfinden. Bei den Über-60-Jährigen zeigt sich dagegen eine weitaus anwendungs- und anlassbezogenere Internetnutzung. Für sie ist das Internet stärker ein Instrument für die gezielte Informationssuche oder den E-Mail-Verkehr. Die „klassischen“ Massenmedien sind für diese Altersgruppe nach wie vor wichtiger als das Internet.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Einstellung zum Internet

Abweichende Einstellung zum Internet in den Altersgruppen (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Information und Kommunikation die häufigsten Nutzungsarten

Informationssuche und Kommunikation stellen die Hauptbereiche der Internetnutzung dar. So versenden oder empfangen 78 Prozent der Befragten mindestens wöchentlich E-Mails und suchen zu 76 Prozent online nach Informationen. Danach folgt mit 59 Prozent das Lesen von Artikeln/Berichten im Internet.

Nach Dauer aufgeschlüsselt stellt Kommunikation mit 42 Minuten täglicher Nutzung die häufigste Tätigkeit dar, gefolgt von Informationssuche/Recherche mit 28 Minuten, Medienkonsum mit 27 Minuten, Online-Transaktionen (Shopping, Banking) mit 12 Minuten und Online-Spiele mit 16 Minuten.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Tätigkeiten nach Dauer

Tätigkeiten nach Dauer (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

Beim Konsum von Video- und Audio-Inhalten ist ein besonders differenziertes geschlechter- und altersgruppenspezifisches Nutzungsbild vorzufinden. So konsumieren zum einen Männer online häufiger Video- und Audio-Inhalte als Frauen (Männer: 62 Prozent Video und 41 Prozent Audio; Frauen: 43 Prozent Video und 25 Prozent Audio). Zum anderen zeigt sich, dass die 14- bis 29-Jährigen bei diesen Online-Aktivitäten weitaus aktiver sind als die Über-60-Jährigen (Video: 86 Prozent zu 25; Audio: 59 Prozent zu 13 Prozent).

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Die häufigsten Online-Aktivitäten

Informationssuche und E-Mail die häufigsten Online-Anwendungen (Grafik: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015)

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Suchmaschinen zwischen Personalisierung und Ergebnis-Vielfalt https://www.divsi.de/suchmaschinen-zwischen-personalisierung-und-ergebnis-vielfalt/ https://www.divsi.de/suchmaschinen-zwischen-personalisierung-und-ergebnis-vielfalt/#respond Tue, 13 Oct 2015 07:55:41 +0000 http://46.30.3.106/?p=14003 Google und die Internet-Suche: Speicherung der Nutzerdaten zur Steigerung der Effizienz? Erkenntnisse einer Bachelorarbeit an der Uni Erfurt. Von Projektgruppe „Zufallstreffer“ Die gezielte Suche nach Informationen hat sich in der Zeit digitaler Medien auf das Internet verlagert. Rund 82 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen Suchmaschinen mindestens einmal wöchentlich zu Informationszwecken. Diese durchkämmen die scheinbar unendliche […]

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Suchmaschinen zwischen Personalisierung und Ergebnis-Vielfalt

Bild: Rawpixel.com – Shutterstock

Google und die Internet-Suche: Speicherung der Nutzerdaten zur Steigerung der Effizienz? Erkenntnisse einer Bachelorarbeit an der Uni Erfurt.

Von Projektgruppe „Zufallstreffer“

Die gezielte Suche nach Informationen hat sich in der Zeit digitaler Medien auf das Internet verlagert. Rund 82 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen Suchmaschinen mindestens einmal wöchentlich zu Informationszwecken. Diese durchkämmen die scheinbar unendliche Weite des Internets nach relevanten Informationen und strukturieren diese mittels ihrer Rankingalgorithmen für den Nutzer.

Unangefochtener Marktführer in der Suchmaschinenbranche ist Google. Im Jahr 2014 nutzten rund 95 Prozent der Deutschen in ihrer alltäglichen Recherche hauptsächlich Google. Der Suchmaschinengigant stellt aber nicht nur Informationen bereit, sondern sammelt auch aktiv Nutzerdaten. Jeder einzelne Click wird gespeichert. Seit 2009 werden speziell persönliche Nutzerdaten des einzelnen Users dazu genutzt, ihm individualisierte Suchergebnisse, die gezielt auf seine Interessen zugeschnitten sind, auszugeben – dieser Mechanismus wird als personalisierte Suche bezeichnet.

Einseitige Perspektive

Dabei sehen Internet-Aktivisten und Wissenschaftler wie Eli Pariser und Miriam Meckel die Gefahr, dass sich der Nutzer während seiner Suche in einen zunehmend selbstreferentiellen Raum begibt, der nur noch eine einseitige Perspektive auf gesellschaftlich relevante Themen zulässt. Doch nicht nur die Individualisierung der Suchergebnisse beeinflusst, welche Informationen dem Nutzer im Netz auf den vorderen Rängen des Ergebnisprotokolls angezeigt werden. Es besteht die Annahme, dass die stetige Steigerung der Effizienz der Rankingalgorithmen, welche mittlerweile in der Lage sind, Informationen minutiös nach Relevanz zu sortieren, zu einer geschmälerten Informationsvielfalt bei der Suchmaschinenrecherche führt.

Wie genau verändert die Personalisierung unsere Suchergebnisse, und vor allem: Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf den Wissenserwerb des Nutzers bei der Suchmaschinenrecherche?

Beeinflussung

Diesen Fragen haben wir uns im Rahmen unserer Bachelorarbeit an der Universität Erfurt ein Jahr lang theoretisch und empirisch gestellt. In unserer Projektgruppe „Zufallstreffer“, einer Gruppe aus sieben Studenten mit der Betreuung durch Prof. Dr. Patrick Rössler, war es unser Ziel, zu untersuchen, inwiefern personalisierte Suchergebnisse den Wissenshorizont der Nutzer zu gesellschaftlich relevanten Themen beeinflussen. Das DIVSI unterstützte uns mit seiner Fachkompetenz in Sachen Internet-Nutzung bei unserem Forschungsvorhaben und übernahm auch die finanzielle Partnerschaft für unser Projekt.

Herangewagt an dieses zunächst sehr sperrige Thema haben wir uns insbesondere, weil wir der Meinung sind, dass eine durch Personalisierung individualisierte Internet-Recherche den Zugang zu Informationen im Netz grundsätzlich verändern könnte. Dem Einzelnen werden bei der personalisierten Suche vermehrt Informationen ausgegeben, die seinen Interessen entsprechen. Das wiederum beeinflusst auch die Makroebene. Denn es besteht die Theorie, dass sich durch die individuelle Filterung der Suchergebnisse eine Fragmentierung der Informationsräume ergibt und so auf politischer Ebene die Basis zum gesamtgesellschaftlichen Diskurs geschmälert wird. Weil eben nicht mehr davon auszugehen ist, dass im Netz jeder mit den gleichen Informationen konfrontiert wird.

Ziel unseres Forschungsprojektes war es, diese theoretisch gebildeten Annahmen einem Realitätscheck zu unterziehen: Lassen sie sich empirisch bestätigen? Dabei standen die drei Einflussfaktoren Personalisierung, Effizienz und Vielfalt der Suchergebnisse sowie deren Auswirkungen auf das Wissen des Suchenden im Fokus.

Um diese Einflussfaktoren gezielt zu testen, wurden die Google-Ergebnisse den Ergebnissen der Suchmaschinen DuckDuckGo und StartPage gegenübergestellt, beides Suchmaschinen, die auf eine Speicherung der Nutzerdaten und damit eine Personalisierung der Ergebnisse verzichten. StartPage greift zwar auf den Google-Rankingalgorithmus zurück, verschlüsselt aber die Herkunft der Suchanfrage, sodass eine Personalisierung nicht möglich ist. DuckDuckGo arbeitet mit einem eigenen, weniger hoch entwickelten Ranking.

Auswirkungen

Durch diese beiden Vergleichsgrößen sollte ermittelt werden, ob StartPage durch den Verzicht auf personalisierte Ergebnisse und DuckDuckGo durch ein zudem weniger effizientes Ranking eher in der Lage sind, eine umfassende Perspektive zu bestimmten Suchthemen zu bieten als Google. Während sich bisherige Studien vor allem auf den Nachweis von personalisierten Suchergebnissen beschränkten, wendete sich dieses Forschungsprojekt gezielt den Auswirkungen der personalisierten Suche auf den Wissenshorizont des Nutzers zu gesellschaftlich relevanten Themen zu.

Zwei Vorstudien

Die Fragestellungen, inwiefern personalisierte Suche sowie effiziente Relevanzordnung der Ergebnisse und die damit verbundene limitierte Vielfalt sich auf den Wissenshorizont des Rezipienten auswirken, wurden durch eine empirische Untersuchung überprüft. Zwei Vorstudien dienten dazu, Art und Ausmaß des Einflusses Personalisierung auf die Suchtreffer zu eruieren und zu ermitteln, welche Ergebnisprotokolle der drei vorgestellten Suchmaschinen der subjektiven Relevanzordnug der Probanden am ehesten entsprechen.

alternative Suchmaschinen

Alternativen: Können StartPage und DuckDuckGo eine nutzenswerte Alternative zu Google sein?

Die Haupterhebung bestand aus einer Vorher- und Nachher-Befragung, mit einem dazwischenliegenden experimentelles Treatment in Form einer dreitägigen Suchaufgabe zum Thema Flüchtlinge. Dabei wurde bei drei Probandengruppen sowohl das Wissen zum Suchthema abgefragt als auch die Wahrnehmung des Ergebnisrankings. Die Suchaufgabe wurde von der ersten Experimentalgruppe mit Google, von der zweiten mit StartPage und von der Dritten mittels DuckDuckGo durchgeführt, um im Nachhinein vergleichen zu können, wie die technischen Unterschiede der Suchmaschinen sich unterschiedlich auf den Wissenserwerb der Gruppen auswirken.

Aufzeichnung

Dabei wurden die Bildschirme der Probanden, mit deren Einverständnis, mittels einer Bildschirmaufnahme aufgezeichnet. Die Daten, die daraus hervorgingen, zeigten, wie die Probanden aus den jeweiligen Ergebnisprotokollen der unterschiedlichen Suchmaschinen Treffer ausgewählt hatten. Auf Grundlage dieser Informationen war es möglich, mittels fokussierter Interviews die Probanden gezielt nach der persönlichen Wahrnehmung der Unterschiede innerhalb der Ergebnisprotokolle der drei Suchmaschinen zu befragen.

Die Ergebnisse zeigen, dass nur 6 Prozent der Probanden Google für ein vertrauenswürdiges Unternehmen halten. Dennoch können sich nur 36 Prozent der Probanden vorstellen, die Suchmaschine in Zukunft zu wechseln, um Personalisierung zu entgehen. Wenige Probanden wissen, wie die personalisierte Suche funktioniert. Rund 30 Prozent haben nicht einmal eine Vorstellung davon, wie solche Suche ihre Suchergebnisse verändert.

Selektion

Dennoch zeigen die zentralen Ergebnisse: Die Google-Nutzung führt nicht zu einer eingeschränkten Perspektive auf gesellschaftlich relevante Themen. Die Experimentalgruppe, die Google genutzt hatte, verzeichnete den größten Wissenszuwachs zum Thema Flüchtlinge. Und das, obwohl gemessen wurde, dass dem Nutzer durch Personalisierung und den hoch entwickelten Rankingalgorithmus bei Google weniger Vielfalt innerhalb der Ergebnisse zur Verfügung steht. Dass sich die größere Vielfalt innerhalb der Ergebnisse nicht positiv auf einen differenzierten Wissenszuwachs auswirken konnte, liegt in der individuellen Selektionsentscheidung des Nutzers begründet.

So ist davon auszugehen, dass der Nutzer nur Treffer wählt, die ihm relevant erscheinen, und alternative Treffer, die eine zusätzliche Perspektive bieten könnten, eher außen vor lässt. Diese Erkenntnis bildet auch den Ansatzpunkt für mögliche Anschlussstudien, die sich der Frage widmen sollten, welche Faktoren für die individuelle Selektion des Nutzers verantwortlich sind.

Obwohl sich innerhalb dieser Studie nicht bestätigte, dass die Google-Nutzung zu einer Einschränkung des Wissenserwerbs führt, ist es dennoch sinnvoll, alternativen Suchmaschinen mehr Beachtung zu schenken.

Diese bieten dem Nutzer nachweislich mehr Vielfalt und die Möglichkeit der freien Recherche, ohne dass die Ergebnisse schon nach unseren Nutzerdaten vorgefiltert werden. Zudem zeigte die Befragung der Probanden, dass sie zwischen den Suchmaschinen keine Unterschiede in der Qualität oder dem schnellen Finden von Fakten feststellen konnten.

Doch wer in Zukunft unbeobachtet recherchieren möchte, hat also eine Möglichkeit: Er kann sich bewusst nicht personalisierenden Suchmaschinen, wie DuckDuckGo oder StartPage, zuwenden und damit verhindern, dass jeder getätigte Klick von den Suchmaschinenbetreibern mitverfolgt und gespeichert wird.

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Internetnutzung und digitale Gräben: Status quo 2015 https://www.divsi.de/internetnutzung-und-digitale-graeben-status-quo-2015/ https://www.divsi.de/internetnutzung-und-digitale-graeben-status-quo-2015/#respond Fri, 25 Sep 2015 10:27:57 +0000 http://46.30.3.106/?p=13745 Ein Internetzugang ist für viele Erledigungen im Alltag mittlerweile unentbehrlich: von Shopping über Kommunikation, Nachrichten und Entertainment hin zu neuen E-Government-Modellen – alles verlagert sich schrittweise in die digitale Welt. Auch wenn die Mehrheit mittlerweile über einen Internetzugang verfügt, verlaufen dennoch deutliche digitale Gräben entlang bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, wie Lee Rainie vom Pew Research Center in einer Datenauswertung […]

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Ein Internetzugang ist für viele Erledigungen im Alltag mittlerweile unentbehrlich: von Shopping über Kommunikation, Nachrichten und Entertainment hin zu neuen E-Government-Modellen – alles verlagert sich schrittweise in die digitale Welt.

Auch wenn die Mehrheit mittlerweile über einen Internetzugang verfügt, verlaufen dennoch deutliche digitale Gräben entlang bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, wie Lee Rainie vom Pew Research Center in einer Datenauswertung zeigt.

Die Auswertung bezieht Daten aus den letzten 15 Jahre ein und gliedert die Anzahl von erwachsenen Internetnutzern in den USA nach den Faktoren Einkommen, Bildung, ethnischer Hintergrund, Alter sowie Wohnumgebung.

Einkommen verliert an Bedeutung 

Bei der Aufschlüsselung der Internetnutzer nach Haushaltseinkommen zeigt sich ein relativ homogenes Bild. Lediglich Personen aus Haushalten mit einem Einkommen unter $30.000 USD nutzen nur zu 78 Prozent das Internet. Bei Haushalten mit einem Jahreseinkommen von $30.000 bis $50.000 USD sind es bereits 87 Prozent. In der darüber liegenden Spanne von $75.000 USD bis über $150.000 USD beträgt der Anteil der Internetnutzer 94 Prozent bis 98 Prozent.

Internetnutzung nach Haushaltseinkommen

Internetnutzung variiert nur gering zwischen verschiedenen Einkommensschichten (Quelle: Pew Research)

Die Aufschlüsselung des zeitlichen Verlaufs der Entwicklung zeigt, dass die Nutzergruppe aus den Haushalten mit einem Jahreseinkommen bis zu $30.000 USD innerhalb der letzten 15 Jahre das stärkste Wachstum (von 34 Prozent auf 74 Prozent) verzeichnen konnte. Existierte im Jahr 2000 noch eine deutliche Diskrepanz zwischen Gering- (34 Prozent) und Top-Verdienern (81 Prozent), so hat sich der Anteil von Internetnutzern in den Einkommensgruppen mittlerweile einander bis auf 23 Prozent (74 Prozent vs. 97 Prozent) angenähert. Das Einkommen verlor in den letzten Jahren demnach seinen Einfluss auf die Internetnutzung, was sicherlich auf die Verbreitung kostengünstiger Zugangsmöglichkeiten zurückzuführen ist.

Internetnutzung nach Einkommen zwischen 2000-2015

Den größten Nutzungsanstieg verzeichnen die Haushalte mit einem Einkommen bis 30.000 USD (Quelle: Pew Research)

Bildung ein wichtiger Faktor

Einen deutlicheren Einfluss auf die Internetnutzung hat der Bildungsgrad. Sind nur 68 Prozent der Erwachsenen ohne High-School-Abschluss und 77 Prozent mit High-School-Abschluss online, so stellen diejenigen, die ein College besucht (93 Prozent) oder absolviert (97 Prozent) haben, deutlich höhere Anteile an Internetnutzern.

Einflussfaktor Bildung auf Zugang zum Internet

Anteil der Internetnutzer steigt mit Bildungsgrad (Quelle: Pew Research)

Ethnischer Hintergrund

Die Aufschlüsselung nach ethnischem Hintergrund zeigt dagegen keine markanten Unterschiede. Hier ist die Verteilung der weißen, schwarzen und lateinamerikanischen Internetnutzer homogen.

Ethnische Herkunft spielt keine Rolle bei Verteilung von Internet-Nutzern

Ethnischer Hintergrund spielt keine Rolle bei Verteilung von Internetnutzern (Quelle: Pew Research)

Internetnutzung bei Älteren deutlich geringer

Anders bei der Aufschlüsselung nach dem Alter. Im Alter von 18 bis 49 Jahren nutzen mit 97 Prozent fast alle das Internet. Danach kommt es in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren zu einem leichten Abfall (80 Prozent). In der Altersgruppe ab 65 Jahren finden sich schließlich mit einem Anteil von 65 Prozent deutlich weniger Internetnutzer.

Internetnutzung nach Alter

Aufschlüsselung nach Alter zeigt einen deutlichen Abfall mit steigendem Alter (Quelle: Pew Research)

Weitaus stärker ist der Abfall bei der mobilen Internetnutzung: 83 bis 86 Prozent der 18- bis 49-Jährigen nutzen das mobile Internet. Bei den 50- bis 65-Jährigen sind es nur noch 58 Prozent und in der Altersgruppe ab 65 Jahren nur noch 30 Prozent.

Mobile Internetnutzung nach Alter

Anteil mobiler Internetnutzer nimmt im Alter rapide ab (Quelle: Pew Research)

 Wohnumgebung hat nur geringen Einfluss

In den Städten und Vorstädten liegt die Verbreitung von Internetnutzern mit 89 Prozent gleichauf. Lediglich auf dem Land liegt der Anteil der Internetnutzer mit 75 Prozent etwas darunter.

Internetnutzung nach Wohngegend

Anteil der Internetnutzer auf dem Land liegt um 14 Prozentpunkte unter den Städten und Vorstädten (Quelle: Pew Research)

Im zeitlichen Verlauf betrachtet zeigt sich ein weitgehend linear und parallel verlaufender Anstieg der Internetnutzung von Land und Stadt.

Entwicklung der Internetnutzung in Stadt und auf dem Land

Lineare Entwicklung in ländlichen und städtischen Gegenden (Quelle: Pew Research)

Gründe für Nicht-Internetnutzung

Die von den Befragten angegebenen Gründe gegen eine Internetnutzung lassen sich nach Lee Rainie grob in vier Kategorien einordnen:

  • Mangelnde Relevanz (34 Prozent)
  • Mangelnde Kenntnisse (32 Prozent)
  • Finanzielle Gründe (19 Prozent)
  • Fehlende Verfügbarkeit (7 Prozent) 

Hier spiegelt sich auch erneut das Ergebnis wider, dass Einkommen und Wohngegend für die Internetnutzung eher eine untergeordnete Rolle spielen. Technologien sind mittlerweile im Preis stark gesunken und weit verbreitet. Stärkeren Einfluss auf die Internetnutzung haben hingegen die Faktoren Bildung und Alter. Hier werden Web-Angebote verstärkt für die eigene Lebenssituation als nicht relevant erachtet oder es besteht schlichtweg keine Kenntnis darüber.

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Spaltet das Netz die Gesellschaft? https://www.divsi.de/spaltet-das-netz-die-gesellschaft/ https://www.divsi.de/spaltet-das-netz-die-gesellschaft/#respond Fri, 18 Sep 2015 14:31:18 +0000 http://46.30.3.106/?p=13735 Ein Kommentar von Prof. Dr. Christian Hoffmann Das Internet bietet zahllose Vorzüge und Bequemlichkeiten. Wir haben uns an sie gewöhnt, ja können uns ein Leben ohne sie kaum noch vorstellen. Doch möglicherweise ist das Internet zugleich eine Ursache für gesellschaftliche Spaltung. Seit den 90er Jahren geht in Wissenschaft und Politik die Angst um vor einer„digitalen […]

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Spaltet das Netz die Gesellschaft?

Bild: Matej Kastelic – Shutterstock

Ein Kommentar von Prof. Dr. Christian Hoffmann

Das Internet bietet zahllose Vorzüge und Bequemlichkeiten. Wir haben uns an sie gewöhnt, ja können uns ein Leben ohne sie kaum noch vorstellen. Doch möglicherweise ist das Internet zugleich eine Ursache für gesellschaftliche Spaltung.

Seit den 90er Jahren geht in Wissenschaft und Politik die Angst um vor einer„digitalen Spaltung“. Demnach gibt es Menschen, die an den Vorzügen des Internets teilhaben, und solche, die aussen vor bleiben, weil sie keinen Zugang zu den neuen Medien finden. Das Internet schafft wertvolle Ressourcen, wie Wissen, Austausch, Zeit- und Geldersparnis. Diese bleiben aber jenen verwehrt, die das Internet nicht nutzen können.

Mit den Jahren entschärfte sich die digitale Spaltung angesichts rasant steigender Nutzerzahlen. Was bleibt von einer„Spaltung“, wenn 80 bis 90 Prozent der Bürger das Internet bevölkern? Doch prompt tat sich eine neue Sorge auf: Was, wenn es eine digitale Spaltung zweiter Ordnung gibt? Oder anders formuliert: Was, wenn wir zwar alle „drin“ sind, aber manche das Internet so nutzen, dass sie besonders viele Vorteile daraus ziehen, während andere ihre Zeit vergeuden oder sich sogar Chancen verbauen? Bezeichnet wird dies als die „Beteiligungsspaltung“ (participation divide).

Beteiligung im Internet

Die neue digitale Spaltung wirft viele Fragen auf: Was bedeutet „Beteiligung im Internet“ genau? Was machen also Menschen, die im Netz beteiligt sind? Warum beteiligen sich manche Menschen nicht, obwohl sie über einen Netzzugang verfügen? Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet ist die Universität St.Gallen diesen Fragen nachgegangen, und hat deutsche Bürger in Fokusgruppen nach ihrem Nutzungsverhalten befragt.

Ein Ergebnis der Studie: Beteiligung im Internet ist allgegenwärtig. Gesundheitsforen, Lern- und Studienhilfen, kollaborative Kunstprojekte, Crowdfunding, der Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen, Petitionen – Formen der Beteiligung finden sich in allen Sphären der Gesellschaft, von der Wirtschaft, über Bildung, Gesundheit und Kultur bis hin zur Politik. In allen Bereichen erstellen und teilen Nutzer Inhalte, um andere zu erreichen, zu bewegen

Das Netz als Abbild der Gesellschaft

Eine heile Beteiligungswelt also? Keineswegs, die Nutzer unterscheiden etwa zwischen freiwilliger und unfreiwilliger, positiver oder negativer Beteiligung: Nicht immer sind Nutzer freiwillig bei Aktionen im Netz dabei – vielleicht wurden sie durch andere hineingezogen, vielleicht wurden ihre Daten ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung verwendet. Beteiligung löst daher auch Sorgen aus. Und: Manche Menschen engagieren sich im Netz für Anliegen, die andere als schädlich empfinden, wie etwa radikale Ideologien.

Warum also sind manche Nutzer im Netz beteiligt und andere nicht? Diese Frage erweist sich als komplex, weil unterschiedliche Nutzer auch Unterschiedliches unter „Beteiligung“ verstehen: Bequeme und spassorientierte Nutzer fühlen sich schon „beteiligt“, wenn sie mit dem Internet verbunden sind, denn dann sind sie irgendwie „dabei“. Souveräne, vielseitige Nutzer haben dagegen ein klares Verständnis von Beteiligung im Internet, sie leben in und mit dem Netz und ziehen zahlreiche Vorteile aus einer partizipativen Nutzung. Viele Nutzer mittleren Alters weisen ein sehr funktionales Verhältnis zum Netz auf, sie schätzen die Vorteile der neuen Medien und nehmen diese selektiv in Anspruch, kontrollieren und begrenzen ihre Nutzung aber strikt.

„Beteiligungsspaltung“ durch Alter, Bildung und Werte

Und dann sind da schliesslich noch die ängstlichen Nutzer, meist höheren Alters. Sie verstehen das Internet kaum, fühlen sich ihm ausgeliefert und vermeiden darum eine aktive Nutzung. Viele von ihnen haben keine Vorstellung, was eine «Beteiligung im Internet» überhaupt sein könnte. Dennoch ist die „Beteiligungsspaltung“ im Netz keine reine Altersfrage. Die Untersuchung zeigt, dass Sorgen und Unsicherheit in allen Altersklassen anzutreffen sind. Mindestens so wichtig wie Kenntnisse und Selbstvertrauen ist auch die Motivation zu einer Beteiligung.

Hier zeigt sich das Netz durchaus als Abbild der bekannten, physischen Welt. Kein Grund aber, die Hände in den Schoss zu legen, denn der Wille, das Vertrauen und die Fähigkeit zu einer Beteiligung im Internet kann soziale Unterschiede verstärken, die ohnehin mit Alter, Bildung, Einkommen und Werthaltungen verbunden sind. Die digitale Spaltung zweiter Ordnung ist also durchaus real. Leider ist sie auch weniger einfach zu überbrücken, als nur mit einem Internetzugang.

Der Artikel ist zuerst auf der Website der Universität St. Gallen erschienen.

Die Studie ist hier im Volltext einsehbar:
http://46.30.3.106/publikationen/studien/divsi-studie-beteiligung-im-internet-wer-beteiligt-sich-wie/

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Online-Kanäle sind essentiell für die soziale Interaktion von Teenagern https://www.divsi.de/online-kanaele-sind-essentiell-fuer-die-soziale-interaktion-von-teenagern/ https://www.divsi.de/online-kanaele-sind-essentiell-fuer-die-soziale-interaktion-von-teenagern/#respond Thu, 13 Aug 2015 08:33:22 +0000 http://46.30.3.106/?p=13579 Von Yi-Ji Lu Das Zusammenleben von Jugendlichen spielt sich zu großem Teil online ab. Das zeigt eine neue Studie des Pew Research Center, für die US-weit 1.060 Teenager zwischen 13 und 17 Jahren befragt wurden. Jeder Zweite schließt Online-Freundschaften In dieser Altersgruppe entstehen Freundschaften verstärkt im Internet. 57 Prozent der Befragten geben an, dass sie bisher […]

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Von Yi-Ji Lu

Das Zusammenleben von Jugendlichen spielt sich zu großem Teil online ab. Das zeigt eine neue Studie des Pew Research Center, für die US-weit 1.060 Teenager zwischen 13 und 17 Jahren befragt wurden.

Jeder Zweite schließt Online-Freundschaften

Online-Freundschaften – Pew Research

Jeder Zweite schließt Online-Freundschaften (Grafik: Pew Research Center)

In dieser Altersgruppe entstehen Freundschaften verstärkt im Internet. 57 Prozent der Befragten geben an, dass sie bisher mindestens eine Freundschaft online geschlossen haben. 29 Prozent haben sogar fünf neue Freunde online gefunden.

Männliche Teenager knüpfen mit 61 Prozent eher Online-Freundschaften als weibliche Teenager mit 52 Prozent.

Die wichtigsten Kanäle sind in diesem Kontext soziale Netzwerke und Online-Videospiele.

Online-Freunde sind nicht gleich Offline-Freunde

Diese Freundschaften verbleiben meist im Digitalen. Lediglich 20 Prozent der Befragten haben jemals einen Online-Freund auch im realen Leben getroffen. 

Es findet demnach eine klare Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Freunden statt. Zu diesem Ergebnis kommt auch die DIVSI-U25 Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt (2014): 

Wenn in Online-Communitys „Freunde“ hinzugefügt oder entfernt werden, handelt es sich dabei für fast alle Befragten um eine spezielle Kategorie von Freunden – die sogenannten „Facebook-Freunde“. Facebook-Freunde haben einen eigenen Status und in der Regel wenig mit dem zu tun, was im Alltag einen Freund ausmacht; sie sind oft nicht mehr als Bekannte. (Quelle: DIVSI-U25 Studie)

Ein genauer Blick auf das Freundschaftsverhalten zeigt die Ausmaße dieser Ausdifferenzierung. Betrachtet man die Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen, so treffen sich die Befragten aus durchschnittlich 163 Online Freundschaften nur mit 29 Freunden regelmäßig. 11 davon sind engere Freunde.

DIVSI U25-Studie: Online-Freundschaften 14-17 Jährige

DIVSI U25-Studie: Online-Freundschaften der 14- bis 17 Jährigen (Grafik: DIVSI U25-Studie)

Online-Kommunikationsverhalten differenziert sich im Alter heraus

Mit dem Alter verändert sich auch das Kommunikationsverhalten. Das Pew Research Center kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem Alter die Anzahl der Online-Freundschaften wächst. So hegen 51 Prozent der 13- bis 14-Jährigen Online-Freundschaften, wohingegen es bei den 15- bis 17-Jährigen schon 60 Prozent sind.

Aus der DIVSI-U25 Studie wissen wir zudem, dass sich mit dem Alter auch die Art und Weise verändert, wie Online-Freundschaften auf sozialen Plattformen geführt werden und welche Funktion sie erfüllen:

  • Für Kinder zwischen 9 und 13 Jahren geht es bei Online-Freundschaften primär um das Abbilden ihres Offline-Freundeskreises.
  • Bei den Jugendlichen (14-17 Jahre) zeichnet sich dagegen ein offensives Netzwerken im Rahmen der Selbstdarstellung ab. 43 Prozent geben an, dass die Anzahl der Online-Freundschaften ein Indikator für die Beliebtheit einer Person darstellt. 
  • Bei jungen Erwachsenen (18-24 Jahren) findet sich ein funktionales Netzwerken auf der Basis ihrer jeweiligen Lebensabschnitte wieder.

Neue Orte der Begegnung: soziale Netzwerke und Videospiele 

Die beliebtesten Kanäle, in denen Online-Freundschaften geschlossen werden, sind laut dem Pew Research Center soziale Netzwerke und Videospiele. So geben 64 Prozent der Befragten, die online Freundschaften schließen, an, hierfür Social Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram zu nutzen. An zweiter Stelle stehen Videospiele mit 36 Prozent. Der eigene Benutzername auf sozialen Netzwerken oder in Videospielen ist demnach oftmals mit die erste Information, die beim Kennenlernen neuer Personen ausgetauscht wird.

Auffällig ist ein geschlechterspezifisches Nutzungsverhalten. Mädchen schließen häufiger Online-Freundschaften auf Social Media-Plattformen als Jungen (78 Prozent Mädchen, 52 Prozent Jungen), wohingegen Jungen deutlich häufiger neue Freunde in Videospielen finden (57 Prozent Jungen, 13 Prozent Mädchen).

Ein ähnliches Ergebnis lieferte auch die DIVSI-U25 Studie: Soziale Netzwerke spielen für Mädchen eine weitaus größere Rolle als für Jungen. Am deutlichsten ist der Unterschied Im Alter von 16 Jahren ausgeprägt: Von den 16 Jährigen nutzen 77 Prozent der weiblichen Befragten demnach täglich Facebook; die Anzahl der männlichen Befragten liegt mit 38 Prozent weitaus darunter.

Facebook: Altersspezifische Nutzung

Soziale Netzwerke bei Mädchen beliebter als bei Jungen (Grafik: DIVSI U25-Studie)

Trend geht zum Texting – Telefonate nehmen ab

Das Versenden von Kurznachrichten (auch Texting genannt) ist die häufigste Form der Alltagskommunikation. Laut Pew Research-Studie kommunizieren 55 Prozent der Teenager von 13 bis 17 Jahren täglich mit ihren Freunden mithilfe von Kurznachrichten. Danach folgen soziale Netzwerke (23 Prozent), Telefonate (19 Prozent) und Videospiele (13 Prozent). Lediglich 25 Prozent treffen sich täglich mit ihren Freunden.

Pew Research Kommunikationsarten von Teenagern

Texting die häufigste Art der täglichen Kommunikation (Grafik: Pew Research Center)

In der DIVSI-U25 Studie haben wir sogar ein noch stärkeres Texting-Verhalten beobachtet. Demnach nutzen 72 Prozent der Jugendlichen (14-17 Jahre) täglich den Messaging-Dienst WhatsApp. Die intensivste Nutzung findet sich hier bei den 16-Jährigen. Unter den 16-Jährigen sind die weiblichen Befragten mit 81 Prozent deutlich aktiver als die männlichen Befragten mit 72 Prozent.

Laut einer Studie von Bitkom nutzen 9 Prozent der Jugendlichen das Smartphone gar nicht mehr zum Telefonieren. 

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Nachrichten für Millenials wichtig aber nur Teil einer breiten Mediennutzung https://www.divsi.de/nachrichten-fuer-millenials-wichtig-aber-nur-teil-einer-breiten-mediennutzung/ https://www.divsi.de/nachrichten-fuer-millenials-wichtig-aber-nur-teil-einer-breiten-mediennutzung/#respond Thu, 19 Mar 2015 11:28:07 +0000 http://46.30.3.106/?p=11640 In Zeiten von Snapchat, Multi-Tasking und befürchteten Aufmerksamkeitsdefiziten durch Medienüberlastung hat sich die Sorge verbreitet, dass das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interesse junger Internetnutzer immer weiter abnimmt.  Eine neue Studie des Media Insight Project zeigt jedoch, dass die Millennials dem Weltgeschehen keineswegs ignorant gegenüberstehen. Aktuelle Nachrichten werden von 85% der Befragten als wichtig erachtet und von 69% […]

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In Zeiten von Snapchat, Multi-Tasking und befürchteten Aufmerksamkeitsdefiziten durch Medienüberlastung hat sich die Sorge verbreitet, dass das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interesse junger Internetnutzer immer weiter abnimmt. 

Eine neue Studie des Media Insight Project zeigt jedoch, dass die Millennials dem Weltgeschehen keineswegs ignorant gegenüberstehen. Aktuelle Nachrichten werden von 85% der Befragten als wichtig erachtet und von 69% sogar täglich konsumiert.

Millennials durchaus am Tagesgeschehen interessiert

Millennials durchaus am Tagesgeschehen interessiert (Grafik: Media Insight Project)

Nachrichten nur ein Aspekt der parallel genutzten Medien

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nahezu alle befragten Millennials regelmäßig einen breiten inhaltlichen Mix aus Nachrichten, Lifestyle- und allgemeinen Lebenstipps sowie Entertainment-Angeboten konsumieren. Nachrichten kommen an fünfter Stelle der beliebtesten Tätigkeiten bei Online-Nutzung und machen nur einen Teil einer breit aufgestellten Mediennutzung aus.

Mediennutzung nach Aktivitäten

Mediennutzung der Millennials nach Aktivitäten (Grafik: Media Insight Project)

Traditionelle Nachrichtenquellen werden bei Hard News bevorzugt

Auffällig ist, dass die Befragten bei Nachrichten rund um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft (Hard News) weiterhin überwiegend traditionelle Nachrichtenquellen bevorzugen. Trotz rasantem Aufstiegs befinden sich die Social-Media-Kanäle erst an zweiter Stelle:

Social Media Nutzung bei Nachrichten-Themen

Traditionelle Nachrichtenquellen bei Nachrichtenthemen noch führend (Grafik: Media Insight Project)

Bei Lifestyle-Themen (Soft News) bilden die Social-Media-Kanäle hingegen die primäre Informationsquelle:

Social Media Nutzung bei Informationen zu Lifestyle-Themen

Social Media bei Lifestyle-Themen führend (Grafik: Media Insight Project)

Nachrichten sind allerdings keineswegs der Hauptgrund für die Nutzung sozialer Netzwerke. So geben beispielsweise nur 47% der Befragten den Nachrichtenkonsum als Hauptmotivation für den Facebook-Besuch an. Wichtiger ist ihnen die Teilnahme am Online-Geschehen: 76% nutzen Facebook vorzugsweise, um sich über die Themen im eigenen Freundeskreis zu informieren. Dennoch nimmt der Nachrichtenkonsum einen großen Teil der Social Media-Nutzung ein. 

Facebook bei Nachrichtenkonsum führendes soziale Netzwerk

Soziale Netzwerke fungieren als zentrale Schaltstelle für Millennials, in denen Web-Angebote, darunter Nachrichten, zusammenlaufen und auf ihre Relevanz überprüft werden, wie eine Befragte treffend zusammenfasst:

“By quickly scrolling through my feed, I can see the major stories going on. If I need to read deeper into it, I can go to a credible source’s website.” (Quelle: Media Insight Project)

Facebook nimmt hierbei die Führungsposition ein. So nutzen 88% der Befragten Facebook, um sich täglich oder gelegentlich auf dem Laufenden halten. Danach folgen YouTube mit 83% und Instagram mit 50%. Auf den hinteren Plätzen befinden sich Reddit mit 23% und Tumblr mit 21%. 

Facebook führendes soziale Netzwerk bei Nachrichtenkonsum

Facebook führend bei Nachrichtenkonsum (Grafik: Media Insight Project)

Interaktion zentral bei Nachrichtenkonsum und -verbreitung

Der Nachrichtenkonsum ist stark geprägt von der dynamischen User-Interaktion in den sozialen Netzwerken. So sagten 7 von 10 befragten Facebook-Nutzern, dass sie regelmäßig auf von anderen gepostete oder geteilte Nachrichteninhalte klicken. Auch die Möglichkeiten zur Verbreitung von Nachrichten werden auf sozialen Netzwerken oft genutzt. 6 von 10 Befragten geben an, Nachrichten oder externe Verlinkungen regelmäßig auf Facebook zu liken. 42% posten zudem regelmäßig Nachrichten. Lediglich 11% der befragten Facebook-User nutzen keine dieser Möglichkeiten.

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Quartz-Studie: E-Mail bei Top-Managern primäre Informationsquelle https://www.divsi.de/quartz-studie-e-mail-bei-top-managern-primaere-informationsquelle/ https://www.divsi.de/quartz-studie-e-mail-bei-top-managern-primaere-informationsquelle/#respond Mon, 23 Feb 2015 10:09:06 +0000 http://46.30.3.106/?p=11486 Hat die E-Mail als Kommunikationswerkzeug ausgedient und fristet nur noch ein Dasein als Spam-Medium? Diese Frage wird seit einigen Jahren immer wieder lebhaft diskutiert. Experten der einen Seite gehen davon aus, dass die Ablöse durch Social Media und Messenger bereits weit fortgeschritten und es nur eine Frage der Zeit sei, bis die E-Mail endgültig verschwinde. Vertreter der anderen Seite hingegen […]

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Hat die E-Mail als Kommunikationswerkzeug ausgedient und fristet nur noch ein Dasein als Spam-Medium? Diese Frage wird seit einigen Jahren immer wieder lebhaft diskutiert. Experten der einen Seite gehen davon aus, dass die Ablöse durch Social Media und Messenger bereits weit fortgeschritten und es nur eine Frage der Zeit sei, bis die E-Mail endgültig verschwinde. Vertreter der anderen Seite hingegen verteidigen die E-Mail als ein etabliertes Medium, das sich stets neuen Nutzungskontexten anpasse.

Die von Quartz-Studie durchgeführte Studie zum täglichen Nachrichtenkonsumverhalten von 940 Top-Managern namhafter Unternehmen spricht für die Position der E-Mail-Verfechter. So stellt sich die E-Mail gerade in Hinblick auf den täglichen Nachrichtenkonsum als die wichtigste Informationsquelle heraus.

Die Ergebnisse im Überblick:

Nachrichtenkonsum überwiegend morgens und auf mobilen Geräten

75% der Top-Manager investieren am Tag mindestens 30 Minuten in den Nachrichtenkonsum. Nachrichten werden zudem überwiegend am Morgen konsumiert (60%). 44% der Top-Manager befassen sich sogar direkt nach dem Aufwachen mit den News.

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Täglicher Aufwand

Die Mehrheit verbringt täglich mindestens 30 Minuten mit Informationsbeschaffung (Grafik: Quartz)

Ein Blick auf die Aufteilung nach Branchen zeigt, dass die Manager aus der Medien- und Werbebranche die meiste Zeit für die Informationsbeschaffung aufbringen. Am Ende der Liste stehen Befragte aus der Technologie-Branche.

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Branchen

Zeit für täglichen Nachrichtenkonsum: Aufteilung nach Branchen (Grafik: Quartz)

Mehrheitlich findet die Informationsbeschaffung auf mobilen Geräten (61%) statt. Die klassischen Massenmedien (Radio, Print, TV) nehmen zusammen nur 9% ein.

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Devices

Für den Nachrichtenkonsum werden überwiegend mobile Geräte genutzt (Grafik: Quartz)

E-Mail erste Anlaufstelle

E-Mail-Newsletter stellen mit 60% die primäre Nachrichtenquelle bei Top-Managern dar. Danach folgen an zweiter Stelle soziale Netzwerke und Browser-Aufrufe mit 43% sowie an dritter Stelle News-Apps mit 28%.

David Carr von der New York Times geht davon aus, dass gerade die unübersichtliche Informationsflut für die Renaissance von E-Mail-Newslettern verantwortlich ist. In Form von Newslettern erhalten die Top-Manager nämlich die für sie relevanten Nachrichten kuratiert und gebündelt in ihrem E-Mail-Postfach, ohne dass sie eine Vielzahl von Nachrichtenseiten oder Netzwerken bemühen müssten.

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Devices

E-Mail-Newsletter die erste Anlaufstelle vor Apps und sozialen Netzwerken (Grafik: Quartz)

E-Mail-Newsletter liegen so mit 56% auch vor branchenspezifischen (55%) und allgemeinen (55%) Nachrichtenseiten.

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Quellen

E-Mail-Newsletter noch vor Nachrichtenseiten (Grafik: Quartz)

Auch beim Teilen von Informationen steht die E-Mail mit 80% an erster Stelle vor Twitter (43%) und Facebook (30%).

Quartz-Studie zum Informationskonsum von Top-Managern: Sharing

E-Mail auch bei Sharing führendes Medium (Grafik: Quartz)

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MIT-Forscher widerlegen Anonymität von Metadaten https://www.divsi.de/mit-forscher-widerlegen-anonymitaet-von-metadaten/ https://www.divsi.de/mit-forscher-widerlegen-anonymitaet-von-metadaten/#respond Thu, 05 Feb 2015 10:00:57 +0000 http://46.30.3.106/?p=11369 Metadaten erlauben detaillierte Einblicke in sensible Informationen und ermöglichen die Erstellung von User-Profilen. Das zeigte u.a. schon Politiker Malte Spitz und Netzaktivist Ton Siedsma in Selbstexperimenten. Nun belegt auch eine MIT-Studie (veröffentlicht im Science Magazin), dass Kreditkarteninhaber leicht anhand vermeintlich anonymer Metadaten identifiziert werden können. Das Forscherteam um Yves-Alexandre de Montjoye analysierte hierfür in einem Zeitraum von drei Monaten […]

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Metadaten erlauben detaillierte Einblicke in sensible Informationen und ermöglichen die Erstellung von User-Profilen. Das zeigte u.a. schon Politiker Malte Spitz und Netzaktivist Ton Siedsma in Selbstexperimenten. Nun belegt auch eine MIT-Studie (veröffentlicht im Science Magazin), dass Kreditkarteninhaber leicht anhand vermeintlich anonymer Metadaten identifiziert werden können.

MIT-Studie zur Anonymität von Metadaten

Vier Datenpunkte genügen zur Identifizierung von Kreditkarteninhaber (Grafik: Science)

Das Forscherteam um Yves-Alexandre de Montjoye analysierte hierfür in einem Zeitraum von drei Monaten die anonymisierten Metadaten zu Kreditkarteneinkäufen von 1,1 Millionen Menschen. Das Ergebnis der Studie: mit den Datenpunkten von nur vier Bezahlvorgängen ohne jegliche personenbezogene Daten lassen sich 90 Prozent der Käufer eindeutig identifizieren.

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