DIVSI wurde am 31.12.2018 aufgelöst. Diese Website dient ausschließlich als Archiv und wird nicht mehr aktualisiert.
DIVSI wurde am 31.12.2018 aufgelöst
und wird nicht mehr aktualisiert.

zurück zur Übersicht

Internetnutzung und digitale Gräben: Status quo 2015

25. September 2015

Ein Internetzugang ist für viele Erledigungen im Alltag mittlerweile unentbehrlich: von Shopping über Kommunikation, Nachrichten und Entertainment hin zu neuen E-Government-Modellen – alles verlagert sich schrittweise in die digitale Welt.

Auch wenn die Mehrheit mittlerweile über einen Internetzugang verfügt, verlaufen dennoch deutliche digitale Gräben entlang bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, wie Lee Rainie vom Pew Research Center in einer Datenauswertung zeigt.

Die Auswertung bezieht Daten aus den letzten 15 Jahre ein und gliedert die Anzahl von erwachsenen Internetnutzern in den USA nach den Faktoren Einkommen, Bildung, ethnischer Hintergrund, Alter sowie Wohnumgebung.

Einkommen verliert an Bedeutung 

Bei der Aufschlüsselung der Internetnutzer nach Haushaltseinkommen zeigt sich ein relativ homogenes Bild. Lediglich Personen aus Haushalten mit einem Einkommen unter $30.000 USD nutzen nur zu 78 Prozent das Internet. Bei Haushalten mit einem Jahreseinkommen von $30.000 bis $50.000 USD sind es bereits 87 Prozent. In der darüber liegenden Spanne von $75.000 USD bis über $150.000 USD beträgt der Anteil der Internetnutzer 94 Prozent bis 98 Prozent.

Internetnutzung nach Haushaltseinkommen

Internetnutzung variiert nur gering zwischen verschiedenen Einkommensschichten (Quelle: Pew Research)

Die Aufschlüsselung des zeitlichen Verlaufs der Entwicklung zeigt, dass die Nutzergruppe aus den Haushalten mit einem Jahreseinkommen bis zu $30.000 USD innerhalb der letzten 15 Jahre das stärkste Wachstum (von 34 Prozent auf 74 Prozent) verzeichnen konnte. Existierte im Jahr 2000 noch eine deutliche Diskrepanz zwischen Gering- (34 Prozent) und Top-Verdienern (81 Prozent), so hat sich der Anteil von Internetnutzern in den Einkommensgruppen mittlerweile einander bis auf 23 Prozent (74 Prozent vs. 97 Prozent) angenähert. Das Einkommen verlor in den letzten Jahren demnach seinen Einfluss auf die Internetnutzung, was sicherlich auf die Verbreitung kostengünstiger Zugangsmöglichkeiten zurückzuführen ist.

Internetnutzung nach Einkommen zwischen 2000-2015

Den größten Nutzungsanstieg verzeichnen die Haushalte mit einem Einkommen bis 30.000 USD (Quelle: Pew Research)

Bildung ein wichtiger Faktor

Einen deutlicheren Einfluss auf die Internetnutzung hat der Bildungsgrad. Sind nur 68 Prozent der Erwachsenen ohne High-School-Abschluss und 77 Prozent mit High-School-Abschluss online, so stellen diejenigen, die ein College besucht (93 Prozent) oder absolviert (97 Prozent) haben, deutlich höhere Anteile an Internetnutzern.

Einflussfaktor Bildung auf Zugang zum Internet

Anteil der Internetnutzer steigt mit Bildungsgrad (Quelle: Pew Research)

Ethnischer Hintergrund

Die Aufschlüsselung nach ethnischem Hintergrund zeigt dagegen keine markanten Unterschiede. Hier ist die Verteilung der weißen, schwarzen und lateinamerikanischen Internetnutzer homogen.

Ethnische Herkunft spielt keine Rolle bei Verteilung von Internet-Nutzern

Ethnischer Hintergrund spielt keine Rolle bei Verteilung von Internetnutzern (Quelle: Pew Research)

Internetnutzung bei Älteren deutlich geringer

Anders bei der Aufschlüsselung nach dem Alter. Im Alter von 18 bis 49 Jahren nutzen mit 97 Prozent fast alle das Internet. Danach kommt es in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren zu einem leichten Abfall (80 Prozent). In der Altersgruppe ab 65 Jahren finden sich schließlich mit einem Anteil von 65 Prozent deutlich weniger Internetnutzer.

Internetnutzung nach Alter

Aufschlüsselung nach Alter zeigt einen deutlichen Abfall mit steigendem Alter (Quelle: Pew Research)

Weitaus stärker ist der Abfall bei der mobilen Internetnutzung: 83 bis 86 Prozent der 18- bis 49-Jährigen nutzen das mobile Internet. Bei den 50- bis 65-Jährigen sind es nur noch 58 Prozent und in der Altersgruppe ab 65 Jahren nur noch 30 Prozent.

Mobile Internetnutzung nach Alter

Anteil mobiler Internetnutzer nimmt im Alter rapide ab (Quelle: Pew Research)

 Wohnumgebung hat nur geringen Einfluss

In den Städten und Vorstädten liegt die Verbreitung von Internetnutzern mit 89 Prozent gleichauf. Lediglich auf dem Land liegt der Anteil der Internetnutzer mit 75 Prozent etwas darunter.

Internetnutzung nach Wohngegend

Anteil der Internetnutzer auf dem Land liegt um 14 Prozentpunkte unter den Städten und Vorstädten (Quelle: Pew Research)

Im zeitlichen Verlauf betrachtet zeigt sich ein weitgehend linear und parallel verlaufender Anstieg der Internetnutzung von Land und Stadt.

Entwicklung der Internetnutzung in Stadt und auf dem Land

Lineare Entwicklung in ländlichen und städtischen Gegenden (Quelle: Pew Research)

Gründe für Nicht-Internetnutzung

Die von den Befragten angegebenen Gründe gegen eine Internetnutzung lassen sich nach Lee Rainie grob in vier Kategorien einordnen:

  • Mangelnde Relevanz (34 Prozent)
  • Mangelnde Kenntnisse (32 Prozent)
  • Finanzielle Gründe (19 Prozent)
  • Fehlende Verfügbarkeit (7 Prozent) 

Hier spiegelt sich auch erneut das Ergebnis wider, dass Einkommen und Wohngegend für die Internetnutzung eher eine untergeordnete Rolle spielen. Technologien sind mittlerweile im Preis stark gesunken und weit verbreitet. Stärkeren Einfluss auf die Internetnutzung haben hingegen die Faktoren Bildung und Alter. Hier werden Web-Angebote verstärkt für die eigene Lebenssituation als nicht relevant erachtet oder es besteht schlichtweg keine Kenntnis darüber.

vorheriger Beitrag nächster Beitrag

nach Oben