Entscheider-Studie – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Leadership in der digitalen Welt https://www.divsi.de/leadership-der-digitalen-welt/ https://www.divsi.de/leadership-der-digitalen-welt/#respond Thu, 15 Jan 2015 09:17:08 +0000 http://46.30.3.106/?p=10887 25 intensive Dialoge mit Vorständen und Geschäftsführern von Wirtschaftsunternehmen zum Thema "Leadership in der digitalen Welt". Von Peter Paschek.

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Leadership in der digitalen Welt

Bild: Max Griboedov – Shutterstock

25 intensive Dialoge mit Vorständen und Geschäftsführern von Wirtschaftsunternehmen. Ergebnisse und Erkenntnisse einer DIVSI Studie.

Von Peter Paschek

Wir leben in Zeiten vager Begrifflichkeit. In der Alltagssprache unseres Wirtschaftslebes zeigt sich dieses besonders. Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ oder „Corporate Social Responsibility“ werden in unterschiedlichster Deutung verwendet. Sie sind Zeichen für das, was die Menschen „bewegt“, und damit auch ein Teil des Selbstverständnisses unserer Gesellschaft.

„Vage Begriffe sind eher ideologisch als wissenschaftlich. Sie rühren das Gefühl und verwirren den Verstand“, sagt Max Urchs, Professor für Philosophie an der European Business School, Oestrich-Winkel. – Der Titel der hier im Folgenden besprochenen Studie lautet: „Leadership in der digitalen Welt, das Internet – Chance und Herausforderung für ein gesellschaftlich verantwortliches Management.“

„Leadership“ und „gesellschaftlich verantwortliches Management erweisen sich geradezu als Paradebeispiele vager Begrifflichkeit, betrachtet man die unzähligen Publikationen, Symposien oder Workshops zu diesen Themen.

Begriffsklärung

Um den Verstand nicht zu verwirren und gleichzeitig das Gefühl, zwar nicht zu rühren, aber dennoch zu berühren, soll zunächst das der Studie zugrunde liegende Verständnis der beiden o.g. Begriffe bestimmt werden.

Eigentlich spricht nichts dagegen, statt „Leadership“ den Begriff „Führung“ zu verwenden. Aber da Sprache das „Schmiermittel einer Gesellschaft“ ist und die Sprache der globalen Gesellschaft nun mal Englisch – besser gesagt „schlechtes Englisch“ – ist, wurde in der hier besprochenen Studie der plakativere Begriff „Leadership“ verwendet, und zwar in folgender Definition: Leadership wird gesehen als eine Funktion des Wirtschaftsmanagers im Sinne von Peter Druckers Verständnis des Managers als Mitglied der führenden Elite der Gesellschaft („Member of Society‘s major Leadership Group, in command of the central resources of Society“). Nach Drucker umfasst die gesellschaftliche Verantwortung dieser Elite – und damit sind wir beim Begriff gesellschaftliche Verantwortung des Manager – die wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensführung sowie die Werte stiftende und Werte vermittelnde Aufgabe für „the good Society“, im Sinne einer freien, rechtsstaatlichen und demokratischen Gesellschaft.

Freiheit und Würde

Es geht letztlich um die Verantwortung des Managers, durch seine Worte (!) und Taten Orientierung zu geben für einen Ausgleich zwischen den Werten des Marktes und den ethischen Werten, allen voran dem Respekt vor persönlicher Freiheit und der Würde der Person. Erst indem ein Mensch diese Werte lebt, stellt er, so der französische Philosoph André Comte-Sponville, das Menschliche in seinem Wesen unter Beweis.

„Ich würde mir wünschen, stattdessen das Miteinander, das Menschliche mehr in den Fokus zu rücken. Auch und gerade im Zeitalter des Internets“, schreibt Prof. Dr. Roman Herzog, der ehemalige Bundespräsident und Schirmherr des DIVSI, in seinem Vorwort zur DIVSI Entscheider-Studie von Februar 2013.

Denkraum

Die im Rahmen der Studie befragte repräsentative Gruppe von Entscheidern der Wirtschaft verstand sich nämlich ausschließlich als Akteure, Treiber und Innovatoren der geschäftlichen Verwertung des digitalen Fortschritts. Die Ergebnisse dieser DIVSI Studie in Verbindung mit der Mahnung von Roman Herzog boten vorzüglichen Anlass, mit der hier besprochenen Studie folgender Fragestellung nachzugehen: Sind die Entscheider der Wirtschaft intellektuell dermaßen in der ökonomischen Verwertungslogik gefangen, dass ihnen kein Denkraum mehr zur Verfügung steht, über das Menschliche und die damit verbundenen moralischen Werte jenseits der Wertmuster des Marktes im Zusammenhang mit dem Internet zu reflektieren, ohne sich an irgendwelchen sogenannten „non-financial indicators” festzuhalten.

Im Verlauf des Jahres 2013 führte der Verfasser auf dieser Grundlage 25 intensive Dialoge mit Vorständen und Geschäftsführern von Wirtschaftsunternehmen. Neun der Teilnehmer waren Frauen. Die Branchenschwerpunkte: Gesundheitswirtschaft, Internet-Industrie sowie Banken und Finanzdienstleistungen. Die mit Absicht gewählte Bandbreite des Alters der Teilnehmer lag zwischen 30 und 65.

Ermutigende Tendenz

Die Ergebnisse der Dialoge sind natürlich nicht repräsentativ. Sozialvermessung war allerdings von vornherein nicht beabsichtigt, hätte auch bei dieser Thematik zu einer unzulässigen Komplexreduktion geführt. In jedem Fall lässt sich eine Tendenz ableiten, die in dreierlei Hinsicht ermutigend ist:

  • Das konstruktive, pragmatisch-realistische Verständnis der teilnehmenden Führungskräfte hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen des Internets, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Kreis versteht das Internet als eine „technische Errungenschaft“, als „Tool“, als ein „Werkzeug“, also als „Ergebnis eines kreativen Arbeitsprozesses“.
  • Beinahe alle Teilnehmer der Gesprächsreihe definieren ihre gesellschaftliche Verantwortung als Manager in Zusammenhang mit dem Internet – verständlicherweise zunächst bezogen auf die wirtschaftlichen Ergebnisse ihres Unternehmens, gleichzeitig aber auch in Bezug auf die Folgen der Nutzung des Internets für den Einzelnen und für die Gesellschaft sowie hinsichtlich ihrer Werte vermittelnden Führungsaufgaben. Dieses sowohl hinsichtlich der „kleinen“ Dinge des Alltags im Unternehmen als auch in Bezug zu gesellschaftlichen Problemen größerer Tragweite.
  • Es ist den Teilnehmern bewusst, dass sich das digitale Weltalter noch in einem „frühkindlichen“ Stadium befindet und dass zurzeit vor allem Fragen aufkommen, weniger Antworten. Viel mehr käme es jetzt darauf an, Probleme und Konfliktlagen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden und die durch das Internet verschärft werden, zu identifizieren und mit offenem Visier besprechbar zu machen.

Eines dieser Spannungsfelder sahen die Teilnehmer in dem durch die Digitalisierung beschleunigten Wandel der Berufsstruktur unserer Gesellschaft, und zwar insbesondere in der wachsenden Bedeutung des spezialisierten Wissensarbeiters als vorherrschender Berufstypus. Dieses sowohl unter positiven Aspekten: „Ich glaube tatsächlich, dass wir in Zukunft eine Arbeitswelt mit sehr vielen Spezialisten haben werden. Selbst denkende Menschen, die sich selbst organisieren und verwalten. Das Internet macht diese unglaubliche Individualität möglich.“

Selten ein Miteinander

Aber auch hinsichtlich problematischer Folgen für den Einzelnen: „Es ist teilweise schon beängstigend, wie sich diese Ausbildung sozusagen eingeengt, verschult hat mit dem Ergebnis technisch hervorragend ausgebildeter Leute, aber eben unglaublich eingeengt.“

Und in letzter Konsequenz für die Gesellschaft: „Es ist ja heute schon so, dass sich Lehrer mit Lehrern und Wirtschaftsleute mit Wirtschaftsleuten treffen. Diese Abschottungsprozesse gesellschaftlicher Gruppen werden sich weiter vertiefen. Milieuübergreifendes Miteinander wird damit immer seltener.“

Ein Konfliktfeld aber, das die Struktur unserer Gesellschaft mitbringt und das durch das Internet sichtbarer und damit verschärft wird, stand bei den meisten Teilnehmern in besonderem Fokus. „Letztendlich honoriert ein Unternehmen Leistung und Ergebnis – das drückt bei einem Aktienunternehmen das kontinuierliche Wachstum der Ebit-Marge aus. Das wird honoriert, zunächst einmal egal wie. Das ‚Andere‘, sagt man, wird sich dann schon entwickeln, das machen wir in einem zweiten Schritt. Doch bevor dieser Schritt getan wird, liegt der Schaden schon vor. Und das führt leider dazu, dass teilweise gute Dinge, zum Beispiel auf der Nachhaltigkeitsebene, als Propaganda oder Marketing gesehen werden, als nicht verankert im System, da einzelne Handlungen dem diametral entgegensprechen.

Das Internet hat uns gezeigt, dass diese Widersprüche, wenn wir sie unbesprochen vor uns herschieben, plötzlich in eine Größe geraten, die fast nicht mehr beherrschbar wird.“ Die Herausforderung an den Manager, die hieraus resultiert, ist offensichtlich: Es geht nicht nur um erhöhte Anforderungen an Kommunikation und Kritikfähigkeit, sondern um eine neue Dimension von Kommunikation und Kritikfähigkeit des (Wirtschafts-)Managers.

Theorie und Praxis

Die Zahl gewichtiger Stimmen, die wie Roman Herzog auffordern, das Menschliche gerade in der digitalen Welt in den Fokus zu rücken, hat in letzter Zeit deutlich zugenommen. Jüngstes Beispiel ist der diesjährige Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Jaron Lanier, Schriftsteller und Internet-Unternehmer, der in seiner Rede einen neuen Humanismus einfordert. Es tut sich also was zum Thema Leadership in der digitalen Welt. Dessen gegenwärtiger Status lässt sich am besten mit folgenden Worten des Philosophen Jürgen Mittelstraß umschreiben: „Die Theorie ist da, Bewusstsein und Praxis tun sich noch schwer!“

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Mehr Schutz oder mehr Freiheit? https://www.divsi.de/mehr-schutz-oder-mehr-freiheit/ https://www.divsi.de/mehr-schutz-oder-mehr-freiheit/#respond Wed, 19 Jun 2013 10:33:25 +0000 http://46.30.3.106/blog/?p=204 Die DIVSI Milieu-Studie zeigt: Insgesamt sehen knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung die Verantwortung – betreffend Sicherheit und Datenschutz im Internet – primär bei der Wirtschaft und/oder beim Staat, der die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen soll. Dies sind Digital Outsiders, Digital Immigrants und eine Minderheit der Digital Natives. Zitat: „Wer sich nicht auskennt, fordert Schutz. Wer […]

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Die DIVSI Milieu-Studie zeigt: Insgesamt sehen knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung die Verantwortung – betreffend Sicherheit und Datenschutz im Internet – primär bei der Wirtschaft und/oder beim Staat, der die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen soll. Dies sind Digital Outsiders, Digital Immigrants und eine Minderheit der Digital Natives. Zitat: „Wer sich nicht auskennt, fordert Schutz. Wer sich sicher fühlt, wünscht Freiheit.“

Diese Delegationshaltung resultiert einerseits aus Unwissenheit und Überforderung (Digital Outsiders: 39 Prozent), andererseits aus Skepsis gegenüber der Art und Weise, wie im Internet derzeit mit dem Thema umgegangen wird (Digital Immigrants: 20 Prozent). Selbst bei denjenigen Nutzern, die sich als selbstsichere Navigatoren im Internet begreifen und explizit die Verantwortung für Ihre Internet-Aktivitäten übernehmen, besteht ein latentes Gefühl des System-Misstrauens.

Alle, die mit der Verbreitung des Internets aufgewachsen sind, neigen aufgrund ihres selbstverständlichen Umgangs mit dem Medium dazu, Gefahren und Risiken zu unterschätzen. Vor allem Unbekümmerte Hedonisten agieren leichtsinnig und unbedacht im Internet, auch weil sie sich nur wenig um die Konsequenzen ihres Handelns Gedanken machen.

Das Thema Vertrauen und Sicherheit im Internet wird damit zu einer dringlichen gesellschaftspolitischen Aufgabe. Es gilt, Barrieren und Vorbehalte abzubauen und Maßnahmen und Dienstleistungen anzubieten, die mehr Sicherheit bieten bzw. versprechen.

Die DIVSI Entscheider-Studie dagegen zeichnet ein anderes Bild im Hinblick auf Verantwortung: Für den Schutz ihrer Daten liegt die Verantwortung demnach eindeutig beim Nutzer. Sicherheit im Netz kann – wenn überhaupt – nur durch die Medienkompetenz der Bürger erreicht werden, wie 69 Prozent der Entscheider meinen. Eigenverantwortung sei das Gebot der Stunde, nach dem sich die Nutzer im Internet bewegen sollen.

Zitat: „Wenn Sie betrunken mit dem Auto gegen eine Laterne fahren, können Sie auch nicht sagen: ‚Tschuldigung, ich bin doch nur der Endnutzer von Opel.“

 

Gleichzeitig räumen die Entscheider jedoch ein, dass die Nutzer mit dieser Aufgabe weitestgehend überfordert seien. Entsprechend dieser Einschätzung empfehlen sie dem Nutzer, sich vor allem auf Bildung und die eigene Erfahrung zu verlassen, denn die Verantwortung kann ihm niemand abnehmen. Auch Rat von unabhängigen Institutionen und Experten gilt den Entscheidern als relevant; weniger verlassen sollten sich die Menschen jedoch auf staatliche Institutionen, das deutsche Rechtssystem und die Internet- Gemeinde. Staatliche Institutionen und das deutsche Rechtssystem sind aus Sicht der Entscheider von eher geringerer Bedeutung für Sicherheit im Internet.

Immerhin fordert knapp die Hälfte der Entscheider auch einen stärkeren öffentlichen Diskurs zum Thema Sicherheit im Internet. Das sei notwendig, um die Gesellschaft für den Umgang mit Daten im Internet zu sensibilisieren. 25 Prozent dagegen halten den Diskurs für eher übertrieben.

Der mehrheitlich erwünschte öffentliche Diskurs wird als besonders wichtig für Bestimmung von Verantwortlichkeiten im Netz gewertet. Der Nutzer wird zwar als (haupt)verantwortlich gesehen, dennoch braucht es aus Sicht der Entscheider einen Rahmen, innerhalb dessen er sich frei bewegen kann. 79 Prozent sehen Gesetze und Regeln im Internet als Grundvoraussetzung, damit das Internet überhaupt funktionieren kann.

Vergleichsweise selten (39 Prozent) vertreten Entscheider die Meinung, dass das Internet ein freies Medium sei und nicht durch Gesetze und Regeln eingeschränkt werden dürfe. Vielmehr betonen vier von fünf Entscheidern, es könne im Internet nur Freiheit geben, wenn rechtsstaatliche Grundregeln eingehalten werden.

Herausforderungen der Netzgesellschaft

Die Erkenntnisse aus den DIVSI-Studien machen insgesamt deutlich, dass sich die Netzgesellschaft unverändert einer Reihe von Herausforderungen gegenüber sieht. Gleichzeitig lassen sich zahlreiche der gewonnenen Erkenntnisse durchaus als Indikatoren für einen laufenden größeren Umbruch werten.

Dazu DIVSI-Schirmherr Prof. Dr. Roman Herzog:
„Um das Vertrauen ins Internet, in die mit ihm eröffneten Chancen und Möglichkeiten nicht zu verspielen, brauchen wir eine breite Diskussion darüber, welche verbindlichen Spielregeln hier gelten sollen. Wir brauchen Leitplanken, die uns auf dem richtigen Weg halten. Ein digitaler Kodex, von allen Verantwortlichen getragen, könnte ein Weg dahin sein.“

Wir haben zwischenzeitlich angefangen, diesen Gedanken zu realisieren. DIVSI ist dabei, in Zusammenarbeit mit dem Think Tank iRights.Lab die Frage zu prüfen: Braucht Deutschland einen digitalen Kodex?

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DIVSI in Baden-Württemberg: Matthias Kammer über Datenschutz und Sicherheit im Internet https://www.divsi.de/divsi-in-baden-wuerttemberg-matthias-kammer-ueber-datenschutz-und-sicherheit-im-internet/ https://www.divsi.de/divsi-in-baden-wuerttemberg-matthias-kammer-ueber-datenschutz-und-sicherheit-im-internet/#respond Thu, 13 Jun 2013 14:07:09 +0000 http://46.30.3.106/?p=4833 Am Mittwoch, den 12. Juni 2013, hielt DIVSI-Direktor Matthias Kammer einen Informationsvortrag für Unternehmer aus Baden-Württemberg. Im Rahmen der Veranstaltung „Vertrauen in Social Business/Media: Neue Dynamik für Ihre Geschäftsmodelle“ wurden die neuen Wirtschaftschancen erörtert, die sich mit der digitalen Vernetzung für Unternehmen ergeben. Matthias Kammer sprach über die besonderen Anforderungen an den Endnutzer, die aus […]

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Foto: Peter Gerdemann/IBM (Quelle: Wirtschaftsrat Deutschland)

Am Mittwoch, den 12. Juni 2013, hielt DIVSI-Direktor Matthias Kammer einen Informationsvortrag für Unternehmer aus Baden-Württemberg.

Im Rahmen der Veranstaltung „Vertrauen in Social Business/Media: Neue Dynamik für Ihre Geschäftsmodelle“ wurden die neuen Wirtschaftschancen erörtert, die sich mit der digitalen Vernetzung für Unternehmen ergeben. Matthias Kammer sprach über die besonderen Anforderungen an den Endnutzer, die aus der Allgegenwärtigkeit des Internets und den Effekten einer permanenten Vernetzung resultieren. In diesem Rahmen stellte er die neueste DIVSI-Entscheider-Studie vor, die sich besonders mit den Fragen nach Sicherheit, Freiheit, Vertrauen und Kontrolle im Internet beschäftigt.

Link zum Bericht über die Veranstaltung

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Was denken Entscheider über’s Internet? [Infografik] https://www.divsi.de/was-denken-entscheider-uebers-internet-infografik/ https://www.divsi.de/was-denken-entscheider-uebers-internet-infografik/#respond Thu, 28 Feb 2013 09:30:36 +0000 http://46.30.3.106/blog/?p=24 DIVSI hat heute seine „Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ vorgestellt. Nach der DIVSI Milieu-Studie und der DIVSI Meinungsführer-Studie im letzten Jahr, konzentriert sich die aktuelle Studie auf diejenigen, die wesentliche Prozesse im Internet mitbestimmen: die Entscheider. 1.221 Entscheider aus Wirtschaft, Politik, Öffentlichem Dienst, Zivilgesellschaft, Medien sowie Wissenschaft und Forschung wurden dazu vom 10. September bis 2. November 2012 […]

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DIVSI hat heute seine „Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ vorgestellt. Nach der DIVSI Milieu-Studie und der DIVSI Meinungsführer-Studie im letzten Jahr, konzentriert sich die aktuelle Studie auf diejenigen, die wesentliche Prozesse im Internet mitbestimmen: die Entscheider.

1.221 Entscheider aus Wirtschaft, Politik, Öffentlichem Dienst, Zivilgesellschaft, Medien sowie Wissenschaft und Forschung wurden dazu vom 10. September bis 2. November 2012 interviewt.

Wer sind die Entscheider und wie denken sie?

Im Fokus der Studie steht die soziodemografische Betrachtung sowie die Einordnung der Entscheider in digitale Lebenswelten und Internet-Milieus im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Wer hat den größten Einfluss im Netz? Von wem gehen die größten Risiken aus? Wer soll Verantwortung übernehmen und wie? Auf wen und was kann man im Netz vertrauen? Die wesentlichen Einstellungsmuster der Entscheider zu Vertrauens- und Sicherheitsthemen im Internet wurden ebenfalls identifiziert.

Zentrale Erkenntnisse der Studie

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Informationslücke geschlossen: So denken Entscheider über Vertrauen und Sicherheit im Internet https://www.divsi.de/informationsluecke-geschlossen-so-denken-entscheider-ueber-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/ https://www.divsi.de/informationsluecke-geschlossen-so-denken-entscheider-ueber-vertrauen-und-sicherheit-im-internet/#respond Mon, 28 Jan 2013 15:26:24 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=4074 Von Dr. Silke Borgstedt Hamburg – Wie sich die deutsche Bevölkerung im Internet bewegt und wie sie über Sicherheit im Internet denkt, ist mittlerweile grundlegend bekannt. Wer aber prägt die unterschiedlichen Einstellungen zum Internet? Wer sind die Menschen, die das öffentliche Klima in punkto Internet beeinflussen – sei es durch mediale Meinungsbildung oder durch die […]

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Bild: Mikael Damkier – Shutterstock

Von Dr. Silke Borgstedt

Hamburg – Wie sich die deutsche Bevölkerung im Internet bewegt und wie sie über Sicherheit im Internet denkt, ist mittlerweile grundlegend bekannt. Wer aber prägt die unterschiedlichen Einstellungen zum Internet? Wer sind die Menschen, die das öffentliche Klima in punkto Internet beeinflussen – sei es durch mediale Meinungsbildung oder durch die Formulierung von Regeln für die Internet-Nutzung am Arbeitsplatz? Und wie denken Entscheider über Chancen und Risiken im Internet und setzen dies in ihrem Einflussbereich entsprechend um?

Zu diesen Fragen fehlten bislang die Antworten. Als Fortsetzung und komplementär zur Bevölkerungsbefragung konzipiert, lässt die DIVSI Entscheider-Studie daher erstmalig Entscheider aus Wirtschaft, Politik, öffentlichem Dienst, Zivilgesellschaft, Medien sowie Wissenschaft und Forschung zu diesen Fragen zu Wort kommen.

Denn um Vertrauen im Umgang mit dem Internet zu schaffen, genügt es schließlich nicht, dass Entscheider wissen, was die Nutzer im Netz machen; die Nutzer sollten auch wissen, wie sich die Entscheider im Netz bewegen, welche Haltung sie gegenüber Chancen und Risiken einnehmen und nicht zuletzt, wie sie über die Nutzer und andere Entscheider denken und was sie von ihnen erwarten.

Im Rahmen der Untersuchung ließen sich fünf Kernthesen identifizieren, hinsichtlich derer sich die Entscheider weitgehend einig sind:

  • Sicherheit im Internet ist ein Top-Thema – aber eine Illusion 
    • Acht von zehn Entscheidern sehen Datensicherheit gleichermaßen für sich persönlich (80 Prozent) als auch für die Gesellschaft (78 Prozent) als zentrales Themenfeld. Themengebieten wie wirtschaftliche Entwicklung, Bildung, Arbeitslosigkeit, Energieversorgung und soziale Gerechtigkeit wird zwar noch etwas mehr Bedeutung zugesprochen; jedoch ist Online-Sicherheit wichtiger als Klimaveränderung oder Migration.
    • Das Netz ist schwer zu kontrollieren: Datensicherheit im Internet kann es nicht geben – 68 Prozent sind davon überzeugt. Ihnen ist bewusst, dass (technische) Systeme immer nur eine Teil-Sicherung gewährleisten können und ein Restrisiko bleibt. Folglich sind Entscheider überwiegend der Ansicht, dass wir uns an einen freieren Umgang mit Daten im Internet gewöhnen müssen (60 Prozent).
  •  Es gibt kein Offline-Leben mehr
    •  Die Entscheider sind mehrheitlich überzeugt, dass die Unterscheidung von online und offline bald obsolet sein wird: 64 Prozent sind der Meinung, dass es in der Zukunft nicht mehr möglich sein wird, komplett offline zu sein. Die Technologien werden sich aus ihrer Sicht so weit vereinfachen und ausdifferenzieren, dass die Nutzung verschiedener Geräte und ihrer Funktionen immer weniger digitales Grundlagenwissen, generelles Technikverständnis oder Feinmotorik voraussetzen.
    •  Das Phänomen des real existierenden Offliners wird sich von allein „auswachsen“, denn Menschen werden in Kürze nicht mehr „ins Internet gehen“, weil ohnehin online immer mehr Prozesse des Alltags gesteuert werden (z. B. die Navigationstechnik im Auto, die Bestückung des Supermarktregals, das Monitoring im Krankenhaus).
    •  Aus Sicht der Entscheider befinden wir uns mitten in einem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, denn es geht längst nicht mehr um technologische Veränderungen, die sich allein auf die Effizienz von Arbeitsabläufen auswirken. Es entstehen neue erforderliche Kompetenzen zur Erfüllung eines Berufs (z. B. die schnelle Verzahnung von Wissenseinheiten, die Gestaltung bzw. Bewertung der persönlichen oder institutionellen Internet-Präsenz, das flexible Agieren in globalen Kontexten); „klassische“ Kompetenzen hingegen werden immer weniger gebraucht oder haben sich wesentlich verändert (Ablage, Terminkoordination per Telefon). Zudem sind Arbeits- und Berufsleben in vielen Bereichen immer schwerer voneinander zu trennen, denn die digitalen Anwendungen ermöglichen die Abwicklung von Projekten jenseits des Bürotisches. Daraus erwachsen neue Chancen (Home-Office, „Workation“), aber auch Herausforderungen (Abgrenzung des Privatlebens, Fehler durch Informationsüberlastung).
  •  Die Privatwirtschaft macht das Netz
    •  Nach Ansicht der Entscheider wird das Internet vor allem durch die Privatwirtschaft dominiert. Insbesondere die großen, global agierenden Internet-Dienste-Anbieter wie Google, Apple, Facebook, eBay und Amazon gelten als Hauptakteure, die Basis-Anwendungen in erheblichem Maße bestimmen.
    •  70 Prozent der Entscheider sehen Machtkonzentrationen der globalen Player überdies als Risiken im Netz. Viele Entscheider bekunden, dass ihnen die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen Sorge bereitet, da es kaum alternative Angebote gibt, im Internet zu suchen, zu kaufen oder sich zu vernetzen. Mit der zunehmenden Verbreitung und Vernetzung einzelner Dienste haben sich Monopole ausgebildet, die marktbestimmend sind – auch für das eigene Arbeitsfeld.
    •  Der Staat wird kaum als dominanter Akteur im Internet wahrgenommen. Nur 15 Prozent sprechen der Politik und nur elf Prozent der öffentlichen Verwaltung einen großen Einfluss im Internet zu.
  •  Risikoverursacher im Netz sind Hacker, globale Internet-Dienstleister und unbedachte Nutzer
    •  Die Entscheider sind sich einig, dass Hackerangriffe das größte Risiko im Internet darstellen. Eine Garantie, vor Hackerangriffen geschützt zu sein, wird als vollkommen unmöglich betrachtet. Strategien, die einen (maximal temporären) Schutz gewährleisten, müssen regelmäßig überprüft und ständig aktualisiert werden.
    •  Auch großen globalen Internet-Dienstleistern wird von 73 Prozent der Entscheider ein großes Risikopotenzial zugesprochen. Ein gleich hohes Risiko wird bei unbedachten Usern gesehen, welche Datensicherheit und Datenschutz gefährden bzw. auf Angebote hereinfallen, weil sie (noch) nicht gelernt haben, diese zu durchschauen.
    •  Vom Staat geht im Internet kein Risiko aus. Lediglich neun Prozent der Entscheider sehen ein großes Risiko- potenzial bei der Bundesregierung, 18 Prozent bei staatlichen Verwaltungsorganen und 21 Prozent bei politischen Akteuren. 20 Prozent konstatieren ein Risiko im Internet durch staatliche Sicherheitsbehörden.
  •  Die Hauptverantwortung liegt beim Nutzer, doch der kennt sich nicht aus
    • Nutzer tragen die größte Verantwortung, sind jedoch überfordert. Im Vergleich der verschiedenen Netz-Akteure sehen 82 Prozent der Entscheider vor allem die Bevölkerung in der Verantwortung, nur 27 Prozent vertrauen jedoch deren Kompetenzen.
    • Entscheider empfehlen dem Nutzer, sich vor allem auf Bildung und die eigene Erfahrung zu verlassen, denn die Verantwortung kann ihm niemand abnehmen. Auch Rat von unabhängigen Institutionen und Experten gilt den Entscheidern als relevant; weniger verlassen sollten sich die Menschen jedoch auf das deutsche Rechtssystem und die Internet-Gemeinde.

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Die Mühen haben sich gelohnt – DIVSI Entscheider-Studie: Basis für interdisziplinäre Diskussionen https://www.divsi.de/die-muehen-haben-sich-gelohnt-divsi-entscheider-studie-basis-fuer-interdisziplinaere-diskussionen/ https://www.divsi.de/die-muehen-haben-sich-gelohnt-divsi-entscheider-studie-basis-fuer-interdisziplinaere-diskussionen/#respond Mon, 14 Jan 2013 15:15:32 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=4060 Von Matthias Kammer Hamburg – Wer steckt hinter dem Internet? Wer sind die Entscheider, Macher und Beobachter? Welche Einflussmöglichkeiten haben diese Akteure, wie schätzen sie die Nutzer ein, was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die aktuelle DIVSI Entscheider-Studie, bundesweit repräsentativ und wissenschaftlich untermauert, hatte einen umfangreichen Punktekatalog abzuarbeiten. Die Mühen haben sich gelohnt. Die […]

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Von Matthias Kammer

Hamburg – Wer steckt hinter dem Internet? Wer sind die Entscheider, Macher und Beobachter? Welche Einflussmöglichkeiten haben diese Akteure, wie schätzen sie die Nutzer ein, was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die aktuelle DIVSI Entscheider-Studie, bundesweit repräsentativ und wissenschaftlich untermauert, hatte einen umfangreichen Punktekatalog abzuarbeiten.

Die Mühen haben sich gelohnt. Die neue Untersuchung, wiederum durch das renommierte Heidelberger SINUS-Institut realisiert, beantwortet nämlich nicht nur alle aufgeworfenen Fragen. Sie füllt darüber hinaus eine Lücke, die voraus gegangene Studien gelassen haben.

Motivationen und Einstellungen der in Deutschland lebenden Bevölkerung in ihrem Verhältnis zum Internet sind spätestens seit der „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ bekannt. Dargelegt ist dort auch, welche Erwartungen die Menschen hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz haben.

Aber auch unsere Untersuchung betrachtete den fortschreitenden Digitalisierungsprozess – wie fast alle ähnlich gelagerten Arbeiten zu diesem Thema – aus der Nutzer-Perspektive. Seither tauchte in Diskussionen über die Studie, die oft auch interdisziplinär geführt wurden, immer wieder die Frage nach der Verantwortung für das Internet auf, nach dem Gestaltungsmandat.

Relativ einfach ließen sich aus den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft Entscheider identifizieren. Bei einem zweiten Blick zeigte sich jedoch, dass wenig bis gar nichts dazu bekannt ist, welche Einstellungen diese Gruppen zum Internet haben, was ihre Intentionen sind, wo sie Chancen und Gefahren sehen.

Diese Erkenntnis gab letztlich den Anstoß zur DIVSI Entscheider-Studie. Vorausgegangen ist ihr eine qualitative Untersuchung, deren Ergebnis wir im November 2012 vorlegen konnten.

Aus den jetzt vorliegenden Ergebnissen lassen sich fünf wesentliche Aussagen ableiten. Sie mögen nicht immer ungeteilte Zustimmung erfahren. Das wird uns jedoch nicht daran hindern, auch unwillkommene Fakten zur Diskussion zu stellen.

In Schlagzeilen gepresst lesen sich diese herausragenden Erkenntnisse so:

  • Es gibt kein Offline-Leben mehr
  • Sicherheit im Internet ist ein Top-Thema – aber eine Illusion
  •  Die Privatwirtschaft macht das Netz
  •  Die Hauptverantwortung liegt beim Nutzer, doch der kennt sich nicht aus
  •  Risikoverursacher im Netz sind Hacker, globale Internet-Dienstleister und unbedachte Nutzer

Dr. Silke Borgstedt, beim SINUS-Institut verantwortlich für die Realisierung der DIVSI Entscheider-Studie, erläutert diese Headlines im Detail.

Die Ergebnisse der Studie zeigen nach meiner Einschätzung auch: Die Digitalisierung wird die Entwicklung des 21. Jahrhunderts zentral prägen. Dies beinhaltet aus Sicht der Entscheider eine Veränderung von Selbstverständlichkeiten. Vieles muss neu definiert und ausgehandelt werden.

Auffällig ist weiter, dass eine Gesamtverantwortung für „das Internet“ von den Entscheidern strukturell weder als möglich erachtet wird noch gewollt ist. Ihre Lösung besteht darin, die Verantwortung zu großen Teilen an den Nutzer weiter zu reichen. Hier stehen uns sicher noch Diskussionen bevor, ob man es sich mit dieser Sichtweise nicht zu einfach macht.

Das Gebot der Stunde – so ein Ergebnis der Studie – sei Eigenverantwortung. Unter dieser Prämisse sollten sich die Nutzer im Internet bewegen. Der Nutzer sei selbst schuld, wenn er Risiken im Internet leichtfertig übersieht.

Verhält es sich tatsächlich so?

Auffällig ist auch, dass den Machern des Netzes die Formulierung eines übergeordneten Werte-Kodex geradezu utopisch erscheint. Aus Sichtweise der Entscheider wird es immer schwieriger, Rechtsgrundlagen zu schaffen, die wirksam und durchsetzbar sind. Dies auch vor dem Hintergrund, dass das Internet ein globales Phänomen ist.

Es ist gut, dass diese Ansicht nunmehr offen auf dem Tisch liegt. Es ist aber nicht gut, sie einfach zu akzeptieren. Es lohnt sich mit Sicherheit, die Diskussion um einen Werte-Kodex für das Zusammenleben in der Gesellschaft im digitalen Zeitalter aufzunehmen und voranzubringen.

Wir haben deshalb den Versuch gestartet, mit unserem Schirmherrn Prof. Dr. Roman Herzog einen solchen Kodex zu entwickeln. Die Schwierigkeiten auf diesem Weg sind uns sehr wohl bewusst. Gleichwohl liegt darin eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe, die unbedingt in Angriff genommen werden sollte.

Das Stufenmodell der DIVSI-Entscheiderstudie

Bereits jetzt wird es immer schwieriger, für den Verhandlungsraum Internet generell gültige Regelungen und gegenseitige Vereinbarungen zu treffen. Der Diskurs bewegt sich von einer rein technologischen Perspektive zunehmend zu einer Frage nach der „digitalen Kultur“.

Die DIVSI Entscheider-Studie macht auch deutlich, dass Hackerangriffe als das größte Risiko im Internet angesehen werden. Neun von zehn Entscheidern stimmen darin überein, dass eine Garantie gegen derlei Angriffen nicht gegeben werden kann. Interessant ist in diesem Zusammenhang die provokante These von Prof. Dr. Hans Peter Bull, der fragt: „Hacker als Agenten des Fortschritts?“.

Neben den reinen faktischen Erkenntnissen gibt die Entscheider-Studie Hinweise darauf, dass ein größerer gesellschaftlicher Umbruch im Gange ist. Im Vergleich zu allen anderen Entscheidern bekunden die Digital Souveränen das geringste Vertrauen in das politische System und unseren Rechtsstaat. Droht unserem Land angesichts dieser Antworten der Avantgarde der Führungskräfte eine allgemeine Vertrauenskrise?

Kennern unserer ersten Studie wird übrigens auffallen, dass sich die Ansichten der Entscheider teils deutlich von den im letzten Jahr ermittelten Einstellungen und Handlungsweisen der Bevölkerung unterscheiden. 39 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sind danach Digital Outsiders. Für die Entscheider spielt das keine Rolle. Denn aus ihrer Sicht leben auch die Digital Outsiders in einer Umgebung, die fortwährend stärker von der Online-Welt geprägt wird.

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Pressekonferenz in Berlin: Große Resonanz auf die DIVSI Entscheider-Studie https://www.divsi.de/pressekonferenz-in-berlin-grosse-resonanz-auf-die-divsi-entscheider-studie/ https://www.divsi.de/pressekonferenz-in-berlin-grosse-resonanz-auf-die-divsi-entscheider-studie/#respond Mon, 07 Jan 2013 14:52:06 +0000 http://divsi.creativeconstruction.de/?p=4051 Berlin – Im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm in Berlin hat Direktor Matthias Kammer zusammen mit Dr. Silke Borgstedt (SINUS) die neue, bundesweit repräsentative „DIVSI Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ vorgestellt. Er erinnerte eingangs an ein wesentliches Ergebnis aus der DIVSI Milieu-Studie von Anfang 2012: Demnach erwarten fast 75 Prozent der in Deutschland […]

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Berlin – Im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm in Berlin hat Direktor Matthias Kammer zusammen mit Dr. Silke Borgstedt (SINUS) die neue, bundesweit repräsentative „DIVSI Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ vorgestellt. Er erinnerte eingangs an ein wesentliches Ergebnis aus der DIVSI Milieu-Studie von Anfang 2012: Demnach erwarten fast 75 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung, dass Staat und Wirtschaft aktiv für Sicherheit im Internet sorgen.

Bislang war jedoch ungeklärt geblieben, wie Entscheider aus den angesprochenen Bereichen zu dieser Erwartung der Bevölkerung stehen. Die entsprechenden Antworten liegen jetzt vor. Die mit großem Interesse aufgenommenen Fakten der neuen Untersuchung belegen nämlich, dass die Entscheider mehrheitlich die Hauptverantwortung bei den Nutzern sehen. Dabei räumen die Befragten gleichzeitig ein, dass diese sich keineswegs auskennen. Matthias Kammer: „Der Nutzer hat den Schwarzen Peter.“

Dennoch empfehlen die Entscheider den Nutzern, sich vor allem auf eigene Erfahrung und Bildung zu verlassen. Niemand könne ihnen die Verantwortung abnehmen. Am wenigsten sollte man sich auf das deutsche Rechtssystem und die Internet-Gemeinde verlassen.

Was ist angesichts dieser deutlich auseinander klaffenden Schere jetzt zu tun?

Matthias Kammer beantwortete diese Frage so: „Es gibt keine Spontan-Lösung. Gleichwohl scheint es mir wichtig, dass dieses Dilemma offen und durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt unübersehbar auf dem Tisch liegt. Die eine Seite wünscht sich Schutz. Die andere Seite macht dagegen kein Hehl daraus, dass sie diesem Wunsch nach Schutz wenig Interesse schenkt. Eine für alle Beteiligten gerechte Lösung im Sinne eines sichereren Umgangs mit dem Internet wird sich nur finden lassen, wenn vorurteilsfreie Gespräche in Gang kommen.“

Bereits unmittelbar nach der Pressekonferenz war die bundesweite Resonanz auf die vorgelegten Fakten erheblich. Quer durch alle unterschiedlichen Medien konzentrierte sich die Presse-Reaktion auf die DIVSI Entscheider-Studie vor allem auf drei Ergebnisse der Untersuchung. Nachdrücklich wurden dabei diese Punkte herausgestellt:

  • Führungskräfte haben nur geringes Vertrauen in die Sicherheit von Daten im Netz. 68 Prozent der Entscheider meinen, dass es vollständige Sicherheit im Internet nicht geben kann.
  •  70 Prozent sehen die Dominanz globaler Internet-Riesen skeptisch. Dagegen spielt die Politik nach Ansicht der Entscheider nur eine untergeordnete Rolle.
  • Die größte Gefahr droht den Unternehmen und Organisationen nach Ansicht ihrer Chefetagen von Hackern im Netz. Für 92 Prozent der Befragten liegen hier die größten Risiken.

Eine ausführliche Vorstellung der „DIVSI Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die Studie kann kostenfrei im Internet (www.divsi.de) heruntergeladen oder in gedruckter Form bei DIVSI (Mittelweg 142, 20148 Hamburg) sowie unter info@divsi.de bestellt werden.

DIVSI-Schirmherr Prof. Dr. Roman Herzog zur Entscheider-Studie

Die jetzt in Berlin vorgelegte Entscheider-Studie gibt fraglos Denk-Anstöße in verschiedene Richtungen. Sie ermuntert auch, über soziale und ethische Fragen aus gänzlich neuen Blickwinkeln nachzudenken. Erstmals und in bislang nicht gekannter Klarheit lässt sich aus den Ergebnissen ein möglicher gesellschaftspolitischer Umbruch ablesen. Für mich eine der wesentlichen Erkenntnisse dieser Entscheider-Studie.

Mich hat dieses Ergebnis der sorgfältigen Untersuchung äußerst nachdenklich gestimmt: Die Digital Souveränen unter den Entscheidern, also die nachwachsende Elite unseres Landes, hat im Vergleich zu anderen Teilnehmern der Studie das geringste Vertrauen in das politische System, ja sogar in unseren Rechtsstaat selbst. Hier könnten Entwicklungen zu einem Abrücken vom Rechtsstaat und vom Staat gegebenen Garantien im Gange sein.

Was bedeutet das für unser Land und für unser aller Zukunft? Die Gruppe der Digital Souveränen immerhin ist die Avantgarde unter den Führungskräften. Steuern wir durch diesen natürlichen Prozess womöglich einer allgemeinen Vertrauenskrise entgegen?

Ich will über diese offengelegte Tendenz nicht weiter philosophieren, sondern einfach davor warnen, sie leichtfertig zu ignorieren. Eine mögliche Entwicklung zu erkennen und zu benennen, ist immer nur der erste Schritt. Wir brauchen Vertrauen in unser politisches System, unseren Staat. Ich empfehle den Verantwortlichen, die Erkenntnisse der Studie ernst zu nehmen.

Noch etwas anderes glaube ich aus der Studie zu erkennen: Die Tonalität, der wechselseitige Umgang, das Vertrauen zueinander scheint mir zunehmend belastet. Da werden Verantwortlichkeiten und Schwarze Peter hin- und hergeschoben, da traut man – besonders den Politikern – wenig zu. Da werden Internet-Unkundige mit Neandertalern verglichen.

Ich würde mir wünschen, statt dessen das Miteinander, das Menschliche mehr in den Fokus zu rücken. Auch und gerade im Zeitalter des Internets. Um das Vertrauen ins Internet, in die mit ihm eröffneten Chancen und Möglichkeiten nicht zu verspielen, brauchen wir eine breite Diskussion darüber, welche verbindlichen Spielregeln hier gelten sollen. Wir brauchen Leitplanken, die uns auf dem richtigen Weg halten. Ein digitaler Kodex, von allen Verantwortlichen getragen, könnte ein Weg dahin sein.

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