Instant Messenger haben sich mittlerweile zu einem Standard in der digitalen Kommunikation entwickelt. So nutzen 73 Prozent der deutschen Internet-User laut der kürzlich erschienenen DIVSI AGB-Umfrage Messenger für ihre Kommunikation. Unter den genutzten Applikationen führt WhatsApp mit 68,7 Prozent die Liste deutlich an. Danach folgen weit abgeschlagen Snapchat (5,8 Prozent), Threema (4,7 Prozent), SIMSme (3,7 Prozent), Telegram (3,6 Prozent), Viber (3,5 Prozent) und andere Dienste (3,6 Prozent).

WhatsApp mit Abstand der meistgenutzte Messenger (Grafik: DIVSI AGB-Umfrage)
Doch wie sicher sind die Kurznachrichtendienste?
Dieser Frage geht die US-Organisation Electronic Frontier Foundation nach, die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt. Anhand von sieben Sicherheitskriterien hat die EFF die IT-Sicherheit verschiedener Messenger geprüft.
Die sieben Sicherheitskriterien
- Verschlüsselung auf dem Transportweg
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, so dass auch der Anbieter keine Dateneinsicht hat
- Kontakte können verifiziert werden
- Wird die Kommunikation mit kurzlebigen Schlüsseln gesichert, so dass bei fremdem Zugriff die Unterhaltungen geschützt sind?
- Ist der Quellcode zugänglich für unabhängige Prüfung?
- Ist das Kryptographie-Verfahren dokumentiert?
- Wurde der Programm-Code innerhalb den letzten 12 Monaten überprüft?
Positiv fällt auf, dass bis auf eine Ausnahme alle Dienste die Daten auf dem Transportweg verschlüsseln. Bei den Ergebnissen des Tests wird laut EFF das Spannungsfeld zwischen Usability und Sicherheit deutlich. Eine hohe Sicherheit gehe so meist mit einer höheren Komplexität und Abstrichen in Komfort oder Bedienbarkeit einher.
Von den 38 überprüften Messenger-Diensten können nur die Applikationen ChatSecure, CryptoCat, Pidgin, Signal (ehemals Textsecure), Silent Phone/Text und Telegram (hier nur mit der Funktion „Secret Chats“) alle sieben Sicherheitskriterien erfüllen. Populäre und weitverbreitete Messenger (wie Skype, WhatsApp und der Facebook-Chat) erfüllen dagegen nur ein bis zwei Sicherheitskriterien. Von den Messengern, die in der DIVSI AGB-Umfrage angegeben wurden, tauchen alle bis auf SIMSme in dem EFF-Test auf:
WhatsApp, Snapchat und Viber erfüllen jeweils nur ein bis zwei Kriterien.

Snapchat, Viber und WhatsApp erfüllen nur ein bis zwei Sicherheitskriterien (Grafik: EFF)
Threema und Telegram schneiden dagegen mit vier bis sieben erfüllten Kriterien besser ab.

Mehr Sicherheit bei Telegram und Threema: vier bis sieben erfüllte Kriterien (Grafik: EFF)
Auch iMessage ist in Hinblick auf die IT-Sicherheit mit fünf von sieben erfüllten Kriterien besser aufgestellt.

iMessage erfüllt fünf von sieben Sicherheitskriterien (Grafik: EFF)