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Jeder Zweite möchte online wählen

13. August 2013

Bild: Evgeny Karandaev – Shutterstock | Alexander Mak – Shutterstock

Hamburg – Rund einen Monat vor der Bundestagswahl kann sich jeder zweite (50 Prozent) vorstellen, seine Stimme über das Internet abzugeben. Vier von zehn Befragten (43 Prozent) würden eine solche Online-Wahl sogar der Briefwahl vorziehen. Das ergab eine aktuelle Umfrage, die das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in Zusammenarbeit mit dem renommierten Heidelberger SINUS-Institut durchgeführt hat. Für die bevölkerungsrepräsentative Untersuchung wurden bundesweit rund 2.000 Menschen ab 18 Jahren befragt.

Online-Wahlen Charts

Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sind sogar überzeugt, dass die Möglichkeit einer Online-Stimmabgabe die Wahlbeteiligung grundsätzlich pushen würde. Dies gilt insbesondere für jüngere Befragte. 75 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und sogar 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen teilen diese Einschätzung. Unter den Befragten über 65 Jahren glauben immerhin noch 54 Prozent daran, dass eine Wahl über das Internet sich positiv auf die allgemeine Wahlbeteiligung auswirken würde.

„Für viele Menschen ist das Internet eben kein Neuland mehr, sondern ein wichtiges Instrument der politischen Information und Teilhabe. Das bringen die Befürworter einer Online-Wahl deutlich zum Ausdruck. Diesen Willen muss man anerkennen und ernst nehmen. Gleichzeitig darf jedoch nicht übersehen werden, dass auch Vorbehalte gegen eine Online-Wahl deutlich wurden“, sagt DIVSI-Direktor Matthias Kammer.

46 Prozent der Bundesbürger können sich nämlich nicht vorstellen, online zu wählen. Diese Gruppe ist derzeit noch skeptisch bzw. ablehnend, überwiegend aufgrund allgemeiner Zweifel an der Sicherheit (57 Prozent).

Weitere Gründe für die Ablehnung:

  • mangelndes Vertrauen in Online-Wahlsysteme (44 Prozent)
  • Zweifel an der Wahrung des Wahlgeheimnisses (38 Prozent)
  • Angst vor Manipulation der Stimmabgabe (37 Prozent)
  • Angst vor Datenmissbrauch durch Speicherung der abgegebenen Stimmen (37 Prozent).

Matthias Kammer: „Es ist an der Politik, dieser Verunsicherung durch vertrauensbildende Maßnahmen entgegen zu wirken. Dies auch vor dem Hintergrund, dass man dadurch der zunehmenden Wahlmüdigkeit gezielt entgegen wirken könnte.“

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