Studie – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 DIVSI U25-Studie: Euphorie war gestern https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-u25-studie-euphorie-war-gestern/ Mon, 19 Nov 2018 08:57:22 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=studien&p=19295 Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

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Vorwort von Matthias Kammer

Mein Vorwort für die erste U25-Studie wurde vor gut viereinhalb Jahren verfasst. Mit der damals viel beachteten Untersuchung lieferten wir erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Weit über reine Nutzungsstatistik hinaus lernten wir viel über die Denk- und Handlungslogiken junger Menschen, über ihre Einstellungen zum Internet sowie über die Motive und Barrieren, die ihr Verhalten in der digitalen Welt steuerten.

Die Zeitspanne von 2014 bis in die Gegenwart ist relativ kurz, gemessen an der Schnelllebigkeit des Internets und der rasanten technologischen Entwicklung allerdings gigantisch. Höchste Zeit also, wieder genau hinzuschauen und hinzuhören. In bewährter Zusammenarbeit mit dem renommierten Heidelberger SINUS-Institut entstand die Ihnen nun vorliegende Studie. Auch sie erlaubt vertiefte Einblicke in den Alltag der „Generation Internet“ und zeigt vor allem auf, wie schnell Digitalisierung ihre Lebenswirklichkeit verändert.

Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

Offliner sind inzwischen gänzlich von der U25-Landkarte verschwunden; gleichzeitig besitzen nahezu 100 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Smartphones und sind ganz selbstverständlich täglich online.

2014 bedeutete ein Mehr an Internetnutzung auch eine positivere Einstellung zum Internet. Heute reichen die Haltungen der sogenannten „Generation Internet“ von Glück über Ernüchterung bis hin zu Misstrauen und Angst vor Abhängigkeit.

Bei aller grundsätzlich chancenorientierten Einstellung zur digitalen Welt sehen 14- bis 24-Jährige vermehrt Online-Risiken und verspüren im Umgang mit dem Internet eine latente Unsicherheit. Knapp ein Drittel fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein, und sogar doppelt so viele nehmen eine Beleidigungskultur wahr, die sie zum Teil davon abhält, die eigene Meinung zu äußern. Das vielfach vorgefasste Bild von sich kopflos in jedes digitale Abenteuer stürzenden Jugendlichen widerlegt die Studie eindrücklich. Ebenso entschieden lehnen sie selbst es ab, als „Digital Natives“ bezeichnet zu werden – auch, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, welcher Anstrengungen es bedarf, souverän durchs digitale Dickicht zu navigieren.

Einen solchen – mehr oder weniger souveränen – Umgang mit dem Internet erlernen sie derzeit hauptsächlich durch eigene Erfahrungen und indem sie vieles „einfach mal ausprobieren“. Im Ranking der vertrauenswürdigen Ratgeber in Sachen Internet steht das eigene Bauchgefühl weit vor Expertenmeinungen, Eltern oder Schule.

Auch wenn und obwohl es sich um die erste Generation handelt, in der es keine Offliner gibt, fühlen sich bei Weitem nicht alle jungen Menschen ausreichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet. Gut 40 Prozent – und damit doppelt so viele wie noch in 2014 – haben sogar regelrecht Angst vor einer Zukunft, in der vieles nur noch digital geht.

Die Studie gibt, wie die hier knapp angerissenen Ergebnisse zeigen, einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit der jungen Generation in Deutschland im digitalen Zeitalter. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf in vielerlei Hinsicht. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre der DIVSI U25-Studie und freue mich auf Ihre Anmerkungen.

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Brief oder E-Mail? DIVSI Studie über die Kommunikation im privat-geschäftlichen Bereich https://www.divsi.de/publikationen/studien/brief-oder-e-mail-divsi-studie-ueber-die-kommunikation-im-privat-geschaeftlichen-bereich/ Tue, 12 Dec 2017 12:21:47 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=16723 Nie zuvor haben die Menschen mehr kommuniziert als in unserem digitalen Zeitalter. Was vielleicht daran liegt, dass es so viele unterschiedliche Angebote dafür gibt. E-Mail, die Vielzahl der Sozialen Netzwerke mit ihren individuellen Möglichkeiten, natürlich immer noch das gute alte Telefon oder Fax, dazu der klassische Brief, selten sorgfältig von Hand geschrieben. Dabei hat der […]

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Nie zuvor haben die Menschen mehr kommuniziert als in unserem digitalen Zeitalter. Was vielleicht daran liegt, dass es so viele unterschiedliche Angebote dafür gibt. E-Mail, die Vielzahl der Sozialen Netzwerke mit ihren individuellen Möglichkeiten, natürlich immer noch das gute alte Telefon oder Fax, dazu der klassische Brief, selten sorgfältig von Hand geschrieben.

Dabei hat der Bürger, abgesehen vom privaten Bereich, im Außen- Umgang – etwa mit Behörden, Dienstleistern oder Versicherungen – oft nicht mehr die Wahl, welchen Kommunikationsweg er nutzen will. Immer öfter schreibt ihm die jeweilige Institution faktisch vor, wie er mit ihr in Kontakt zu treten hat. Das, was ursprünglich ein Angebot war, ist insoweit längst zu einer obligatorischen Infrastruktur mutiert, die genutzt werden muss und ohne die keine Teilhabe möglich ist.

Dieser privat-geschäftliche Bereich der Kommunikation zwischen dem Individuum auf der einen Seite sowie Unternehmen, Behörden oder beispielsweise ärztlichen Versorgern auf der anderen Seite bildet bislang eine Grauzone. Hier gibt es kaum wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse darüber, wie die Kommunikation abläuft oder ablaufen sollte. Dabei werden gerade in diesem Sektor sensible und höchst personenbezogene Daten übermittelt.

Die vorliegende Studie will diese Lücke schließen. Sie geht der Frage nach, wie privat-geschäftliche Kommunikation im Alltag heute aussieht. Noch gibt es zwar unverändert konkrete Vorschriften, wonach bestimmte Dokumente als Brief zugestellt werden müssen. Wie lange das so bleibt, kann mit Garantie niemand vorhersagen.

Doch was wollen die Menschen tatsächlich? Setzen sie auf bewährte analoge Kanäle, oder vertrauen sie inzwischen den digitalen Möglichkeiten? Wir wissen aus anderen DIVSI Studien, welche Sorge viele davor haben, dass persönliche Informationen in falsche Hände geraten.

Dabei sehen sie sich durchaus selbst in der Verantwortung, für ihre Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig erwarten sie von Staat und Wirtschaft, mehr Sicherheit im Internet zu schaffen. Sorge muss allerdings bereiten, dass die Menschen gerade dies dem Staat nicht zutrauen, wie auch andere DIVSI Studien gezeigt haben. Was einen zu der Frage bringt: Wie ist es um das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit des Staates bestellt?

Auch vor diesem Hintergrund umfasst diese Studie das Sicherheitsbewusstsein der Menschen in Deutschland bei privat-geschäftlicher Kommunikation. Wir versuchen, Ansätze für Maßnahmen zu entwickeln, die diesen Bereich sicherer und verlässlicher gestalten könnten. Die von DIVSI initiierte Suche nach einem digitalen Kodex scheint mir in diesem Zusammenhang wichtig.

Es wird zunehmend bedeutsam, dass für die Nutzung all dessen, was das digitale Zeitalter uns bietet, präzise Grundregeln vorhanden sind, damit die Menschen den unterschiedlichen Optionen für ihre Kommunikation vertrauen. Dabei ist eine Offenheit für Neuerungen durchaus vorhanden. Convenience wird gern genommen. Ihr sollten Anbieter künftig höhere Sicherheit hinzufügen.

Davon, so zeigen Studienergebnisse, sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Die Menschen sind über den besten gangbaren Weg unsicher, wissen manchmal überhaupt nicht, welche Möglichkeiten es generell gibt. Und häufig können sie nur vermuten, wie sicher neue Online-Optionen im privat-geschäftlichen Bereich sind.

Ich bin überzeugt, dass diese Studie in diesem Punkt für mehr Klarheit sorgt. Denn die Untersuchung beschreibt nicht nur den Status quo und die bereits erlebten digitalen Veränderungsprozesse. Sie steuert Ansatzpunkte dazu bei, welche Verbesserungen wie machbar sind und der Einzelne es schafft, möglichen Risiken souverän zu begegnen.

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Beteiligungslandkarte Deutschland – Teil 1: Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen https://www.divsi.de/publikationen/studien/beteiligungslandkarte-deutschland-teil-1-online-beteiligung-in-gesundheitsfragen/ Sat, 09 Dec 2017 13:17:24 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=17010 Online-Befragung der Universität Leipzig im Rahmen des DIVSI-Forschungsprogramms „Beteiligung im Internet“. Die Beteiligungslandkarte Deutschland. Das DIVSI-Forschungsprogramm „Beteiligung im Internet“ untersucht die Chancen und Herausforderungen, die Voraussetzungen und Folgen der partizipativen Internetnutzung in Deutschland. Dem Programm liegt ein breites Verständnis der „Beteiligung im Internet“ zugrunde – sie umfasst unterschiedliche Formen der bewussten und gezielten Nutzung digitaler […]

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Online-Befragung der Universität Leipzig im Rahmen des DIVSI-Forschungsprogramms „Beteiligung im Internet“.

Die Beteiligungslandkarte Deutschland.

Das DIVSI-Forschungsprogramm „Beteiligung im Internet“ untersucht die Chancen und Herausforderungen, die Voraussetzungen und Folgen der partizipativen Internetnutzung in Deutschland. Dem Programm liegt ein breites Verständnis der „Beteiligung im Internet“ zugrunde – sie umfasst unterschiedliche Formen der bewussten und gezielten Nutzung digitaler Plattformen für die Verfolgung individueller und gemeinschaftlicher Interessen.

In einem ersten Schritt des Forschungsprogramms wurde die nationale und internationale Literatur zur „Beteiligung im Internet“ analysiert, um herauszufinden, in welchen Bereichen oder Kontexten partizipative Internetnutzung untersucht wird. Es zeigte sich, dass die Forschung vor allem politische Beteiligung im Netz untersucht, Beteiligung aber auch in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft oder Kultur vorkommt („DIVSI-Studie zu Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet“).

In einem zweiten Schritt wurden, basierend auf den DIVSI Internet-Milieus, Internetnutzer und auch -nichtnutzer in Deutschland qualitativ befragt, was sie unter „Beteiligung im Internet“ verstehen. Dabei wurde deutlich, dass das Verständnis der Menschen von Beteiligung im Internet im Alltag sehr breit ist. Neben verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der Beteiligung umfasst sie auch sehr unterschiedliche Intensitäten (vom reinen „Online-Sein“ bis zur Organisation politischer Proteste). Beteiligung im Internet kann freiwillig erfolgen und unfreiwillig, sie kann positive und negative Folgen haben. Und: Beteiligung im Internet ist in unterschiedlichen Milieus verschieden stark ausgeprägt und auf unterschiedliche Zwecke ausgerichtet („DIVSI Studie Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie?“).

In einem dritten Schritt des Forschungsprogramms wird Beteiligung im Internet in Deutschland quantitativ erhoben. Eine zentrale Frage dabei ist: Welche Bereiche sind prägend für die Beteiligung der Nutzer im Internet, welche spielen eine untergeordnete Rolle? Wie bedeutend sind diese Bereiche also im Vergleich zueinander? Wenn sich die Nutzer im Internet beteiligen, wo tun sie es am ehesten? Wo findet also am meisten Beteiligung statt, wo am wenigsten? Es erfolgt eine nähere Betrachtung der Voraussetzungen (Treiber und Hürden) und auch der Wirkungen einer partizipativen Nutzung des Internets auf das Wohlbefinden der Nutzer sowie auf Vertrauen, auf soziale und ökonomische Inklusion (Empowerment).

Zunächst ist dabei die Frage zu beantworten, wie vielfältig und geläufig Beteiligung im Internet im Lebensalltag der Menschen ist. Zu diesem Zweck soll der Versuch unternommen werden, eine „Landkarte“ zu zeichnen: Welche partizipativen Aktivitäten prägen etwa die Bereiche Gesundheit, Bildung, Wirtschaft oder Kultur? Die „Landkarten“ sollen die Vielzahl und Verbreitung partizipativer Nutzungsformen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen näher beleuchten.

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Vertrauen in Kommunikation im digitalen Zeitalter https://www.divsi.de/publikationen/studien/vertrauen-in-kommunikation-im-digitalen-zeitalter/ Fri, 08 Dec 2017 11:29:12 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=16587 Vorwort von Matthias Kammer Gleichsam wie ein roter Faden ziehen sich die Begriffe Vertrauen und Sicherheit durch alle Bereiche der grenzenlosen Angebotspalette des Internets. Jeder, der aus welchen Gründen und wo auch immer online geht, erwartet bei einem geöffneten Portal, dass er diesem vertrauen kann, seine Daten dort geschützt sind und es auch bleiben – […]

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Vorwort von Matthias Kammer

Gleichsam wie ein roter Faden ziehen sich die Begriffe Vertrauen und Sicherheit durch alle Bereiche der grenzenlosen Angebotspalette des Internets. Jeder, der aus welchen Gründen und wo auch immer online geht, erwartet bei einem geöffneten Portal, dass er diesem vertrauen kann, seine Daten dort geschützt sind und es auch bleiben – er sich insgesamt sicher fühlen darf.

Insoweit erleben die uralten Begriffe Vertrauen und Sicherheit gerade seit der Geburt unseres digitalen Zeitalters eine Renaissance. Für mich bilden sie praktisch das Fundament. Die Nutzer müssen darauf bauen können. Je weniger Skepsis bei ihnen vorhanden ist, umso stärker werden sie die unendliche Bandbreite des Internets nutzen. Dieses gilt selbstverständlich nicht nur für Kaufangebote oder andere kommerzielle Spielfelder. Dieses gilt gleichermaßen auch für die zunehmenden Möglichkeiten digitaler Kontakte mit Behörden oder Versorgern.

Der Convenience-Gedanke spielt im zunehmend digitalen Alltag eine große Rolle. Hauptsache bequem, es wird schon nichts Böses passieren, warum soll es gerade mich treffen? Wer will schon hören, dass Cybercrime eine absolut boomende Branche ist und auch Unternehmen immer wieder riesige Datenlecks abdichten müssen.

Vor diesem Hintergrund schien es uns höchste Zeit, nach Wegen zu suchen, die das „Vertrauen in Kommunikation im digitalen Zeitalter“ auf eine neue, höhere Ebene heben können. Zwar gehören digitale Kommunikationsmittel für die meisten heute zum Alltag. Eine von uns mit dimap kürzlich realisierte Studie zeigt jedoch, dass eine überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung mit dem aktuellen Zustand unzufrieden ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Einzelne gegenüber Behörden oder Unternehmen eigene, sensible Daten preisgeben soll.

Gerade staatliche Stellen dürften es schwer haben, ihre Angebote einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft zu machen, wenn dort kein tiefes Vertrauen vorherrscht. Es verwundert nicht, dass die Menschen mehrheitlich sensible persönliche Nachrichten lieber klassisch-haptisch zugestellt bekommen möchten als über digitale Wege, wie eine weitere DIVSI-Untersuchung gezeigt hat.

Wie also einen Weg finden, den beide Seiten – Nutzer und Anbieter – gemeinsam gehen können? Die Untersuchung findet hierfür die folgenden grundsätzliche Überlegungen für eine künftige sichere digitale Kommunikation. Inhaltlich besagen diese:

Rechtliche, technische und organisatorische Aspekte sollten miteinander verbunden werden. Neue Maßnahmen greifen nur in einem übergeordneten Verbund. Dieser so gewährleistete Sicherheitsstandard muss den Menschen gegenüber transparent sein. Gleichzeitig ist darauf zu achten: Ein Plus an Sicherheit darf nicht durch ein Minus an Nutzerfreundlichkeit geschaffen werden.

Ausdrücklich unterstreicht die Untersuchung die unveränderte Bedeutung analoger Kommunikationsmittel. Tatsächlich scheint es mir eine Art von Arroganz zu sein, wenn Internetexperten unterstellen, jeder sei mit der digitalen Kommunikation glücklich und vertraut.

Bereits diese knappe Vorschau auf die grundsätzlichen Gedanken, in die der hier präsentierte Bericht mündet, verdeutlicht die Komplexität der Aufgabe. Skeptiker mögen fragen, ob sich all das tatsächlich in die Praxis umsetzen lässt. Ich meine, sicherlich nicht im Alleingang einzelner Beteiligter. Das notwendige gesteigerte Vertrauen in digitale Kommunikation wird sich nur in einem Zusammenwirken von Staat, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft erreichen lassen. Vor allem sollte möglichst rasch ein Anfang gemacht werden. Eine Aufgabe, der sich auch der neu formierte Bundestag nachdrücklich widmen könnte.

Positive Aktivitäten scheinen mir dringend geboten. Diese Untersuchung steuert dazu nicht nur Anregungen bei. Sie bietet darüber hinaus Anstöße, die ein Nachdenken sicherlich lohnen. Ich freue mich über jedes Feedback, natürlich auch und besonders über kritische Ansätze. Denn nur Vielfalt wird uns letzten Endes die erforderlichen Parameter liefern, aus der zum Wohle aller jener Weg gefunden wird, der zum gesteigerten Vertrauen in Kommunikation im digitalen Zeitalter führt.

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Die Digitalisierung schreitet voran – Menschen voller Hoffnung und Optimismus https://www.divsi.de/publikationen/studien/die-digitalisierung-schreitet-voran-menschen-voller-hoffnung-und-optimismus/ Mon, 09 Oct 2017 10:17:09 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=16583 Neue DIVSI-Umfrage: Bürger sehen in der Entwicklung auch Vorteile für sich persönlich Nie zuvor gab es ein klareres Votum der in Deutschland lebenden Menschen für Fragen rund um Digitalisierung und Internet. 75 % der Befragten sehen durch die Digitalisierung Vorteile für unser Land, 63 % auch direkte persönliche positive Auswirkungen. 84 % wollen, dass sich […]

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Neue DIVSI-Umfrage: Bürger sehen in der Entwicklung auch Vorteile für sich persönlich

Nie zuvor gab es ein klareres Votum der in Deutschland lebenden Menschen für Fragen rund um Digitalisierung und Internet. 75 % der Befragten sehen durch die Digitalisierung Vorteile für unser Land, 63 % auch direkte persönliche positive Auswirkungen. 84 % wollen, dass sich die neue Bundesregierung um den Ausbau des schnellen Internets kümmert. Und ebenfalls 84 % der Befragten ist es sehr oder eher wichtig, dass Deutschland auf dem Gebiet der Digitalisierung eine Spitzenposition einnimmt.

Das sind die Eckpunkte einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), realisiert mit dem Meinungsforschungsinstitut dimap. Dabei wurden nach einer Zufallsauswahl 1011 Bürger in Deutschland befragt.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer wertet das eindeutige Ergebnis als sehr erfreulich: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Bevölkerung den technischen Fortschritt ganz klar positiv einschätzt. Die Menschen begegnen der Digitalisierung mit Optimismus und voller Hoffnungen, nicht mit Ängsten oder Sorgen.“

Die Zahl der Skeptiker und Gleichgültigen im Hinblick auf Digitalisierung und Internet ist dagegen ausgesprochen gering. So glauben lediglich 15 %, dass Deutschland durch die Digitalisierung eher Nachteile haben wird. Genau so gering ist der Anteil derjenigen, denen es gleichgültig ist, ob sich die neue Bundesregierung um den Ausbau des schnellen Internets kümmert. Und noch niedriger (12 %) ist die Anzahl jener, denen es unwichtig oder sehr unwichtig ist, ob Deutschland bei der Digitalisierung eine Spitzenposition einnimmt.

Die Umfrage zeigt auch, dass die insgesamt bereits überwiegend positive Einstellung zur Digitalisierung in der Gruppe der Menschen mit dem höchsten Schulabschluss (Abitur, Fachhochschulreife) noch über dem Durchschnitt liegt. Besonders auffällig sind hier zwei Werte: 82 % von ihnen sind überzeugt, dass Deutschland durch die Digitalisierung eher Vorteile hat, 72 % sehen die bei Ihnen persönlich.

Matthias Kammer: „Die Ergebnisse sind in ihrer Eindeutigkeit über alle gesellschaftlichen, Bildungs- und Altersgruppen hinweg äußerst bemerkenswert. Das Internet ist überall in unserem Land angekommen.“

Die aktuelle Umfrage erfolgte nach einer repräsentativen Zufallsauswahl mit Telefoninterviews vom 26. bis 28. September 2017. Befragt wurden 1.011 in Deutschland lebende Personen über 18 Jahren. Die Studie untersuchte, ob die in Deutschland lebenden Menschen die Digitalisierung als Vor- oder Nachteil empfinden. Zudem wurde erhoben, wie wichtig den Befragten eine mögliche Spitzenposition Deutschlands in der Digitalisierung ist und ob sie die Bundesregierung in der Verantwortung sehen, schnelles Internet auszubauen.

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Digitalisierung – Deutsche fordern mehr Sicherheit: Was bedeutet das für Vertrauen und für Kommunikation? https://www.divsi.de/publikationen/studien/digitalisierung-deutsche-fordern-mehr-sicherheit-was-bedeutet-das-fuer-vertrauen-und-fuer-kommunikation/ Fri, 18 Aug 2017 09:16:29 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=studien&p=16165 Die Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland bezeichnet ihre Internetkenntnisse als sehr gut oder eher gut. Knapp jeder Vierte gibt an, sich im Internet eher schlecht oder sehr schlecht auszukennen.

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Zentrale Erkenntnisse
  • Die Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland bezeichnet ihre Internetkenntnisse als sehr gut oder eher gut. Knapp jeder Vierte gibt an, sich im Internet eher schlecht oder sehr schlecht auszukennen.
  • Die Deutschen stehen der Digitalisierung positiv gegenüber. Sieben von zehn Befragten gehen davon aus, dass die Digitalisierung viele Vorteile für sie biete. Mehr als ein Drittel derjenigen, die das Internet nicht nutzen, sind gleichwohl der Meinung, dass die Digitalisierung auch auf sie Auswirkungen habe.
  • Das Thema Sicherheit im Internet steht im Spannungsverhältnis von Verantwortungs- und Vertrauensfragen:
    • Der Aussage, der Staat sollte sich stärker um das Thema Sicherheit im Internet kümmern, stimmen 85 Prozent der Internetnutzer in Deutschland zu. Gleichzeitig trauen 84 Prozent dem Staat nicht zu, dass er dieser Aufgabe gerecht werden und die Bürger schützen kann.
    • Von Unternehmen erwarten Internetnutzer in Deutschland ebenfalls die Übernahme von Verantwortung. „Unternehmen, die online sind, sollten für die Sicherheit ihrer Kunden im Internet die Verantwortung tragen“ – dem stimmen 84 Prozent der Internetnutzer zu. Demgegenüber haben gut zwei Drittel der Internetnutzer nur geringes bis gar kein Vertrauen darauf, dass diese sich ausreichend um die Sicherheit ihrer Kunden kümmern.
    • Auch Eigenverantwortung wird großgeschrieben. 83 Prozent der Internetnutzer stimmen der Aussage voll oder eher zu, dass jeder selbst für seine Sicherheit im Internet verantwortlich sei. Gleichzeitig wird mehrheitlich bezweifelt, dass der Einzelne dieser Verantwortung auch gerecht werden kann (57 Prozent). Dies sagen selbst 53 Prozent der Internetnutzer, die ihre eigenen Internetkompetenzen als sehr gut oder gut einschätzen.
  • Die Internetnutzer wünschen sich mehr staatliches Engagement für die Sicherheit im Internet.
    • Acht von zehn Nutzern befürworten ein staatlich geprüftes Sicherheitssiegel, an dem man vertrauenswürdige Angebote und Dienstleistungen im Internet erkennen kann.
    • Genauso viele Nutzer wünschen sich eine staatliche Stelle, bei der die Verantwortung für alle Aufgaben im Zusammenhang mit Sicherheit im Internet gebündelt ist.
  • Neue Kommunikationsmöglichkeiten verändern den Alltag der Menschen.
    Postfächer auf Online-Portalen – nützlich und sicher?

    • Sieben von zehn Internetnutzern haben ein Online-Postfach auf einem Kundenportal im Internet. Jeder Dritte hat bei drei und mehr Anbietern ein solches Online-Postfach. Eine Mehrheit hält diese Postfächer für praktisch, aber nur eine Minderheit hält sie auch für sicher. Zwei Drittel derjenigen, die selber Online-Postfächer nutzen, sind sich manchmal nicht sicher, ob sie dem Anbieter eines Postfachs vertrauen können oder nicht. 72 Prozent haben Sorge vor dem Zugriff von Dritten auf Online-Postfächer.
    • Einerseits lassen 60 Prozent derjenigen, die wichtige Dokumente auf einem Online-Postfach bereitgestellt bekommen, diese Dokumente in dem Postfach. Andererseits schätzen 69 Prozent diese Methode der Dokumentensicherung als unsicher ein.
    • Die beiden sichersten Methoden, elektronische Dokumente zu verwahren, sind nach Meinung der meisten Internetnutzer, die Dokumente auszudrucken und zu verwahren oder sie auf einer externen Festplatte zu speichern. Wichtige Dokumente in einer Cloud zu speichern, hält hingegen nur jeder Fünfte für sicher.
    • Eine sehr große Mehrheit von über 90 Prozent möchte selbst wählen können, auf welchem Wege Dokumente zugestellt werden.
    • Acht von zehn Nutzern sagen, sie fänden es besser, wenn ihnen wichtige Dokumente per Post zugeschickt würden und sie sie sich nicht von einem Online-Postfach herunterladen müssten.

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DIVSI Ü60-Studie: Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-ue60-studie-die-digitalen-lebenswelten-der-ueber-60-jaehrigen-deutschland/ Mon, 14 Nov 2016 07:44:33 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=15458 Vorwort Die alten Chinesen wussten es schon lange bevor irgendjemand überhaupt von Begriffen wie Digitalisierung oder World Wide Web auch nur geträumt hat. Sie fassten ihre Erkenntnis in diese Worte zusammen: „Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist.“ Wie wahr. DIVSI, das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet, […]

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Vorwort

Die alten Chinesen wussten es schon lange bevor irgendjemand überhaupt von Begriffen wie Digitalisierung oder World Wide Web auch nur geträumt hat. Sie fassten ihre Erkenntnis in diese Worte zusammen: „Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist.“

Wie wahr. DIVSI, das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet, ist jetzt in der Lage, die uralte fernöstliche Weisheit zu untermauern. Die Ü60-Studie, deren Ergebnisse und Erkenntnisse wir hiermit der Öffentlichkeit vorlegen, zeigt deutlich: Das Internet gewinnt auch bei den Älteren immer mehr an Bedeutung. DIVSI hat die Untersuchung gemeinsam mit dem Sinus-Institut realisiert.

Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe ist online. 15 Prozent, das sind immerhin mehr als drei Millionen Menschen, gehören zu den souveränen Intensivnutzern.

Allein diese beiden Fakten sollten uns alle aufhorchen lassen. Denn die Ergebnisse der Untersuchung zeigen eindeutig: Auch die Senioren sehen Digitalisierung als wesentliche Entwicklung für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Sie haben erkannt: Das Internet ist ein hervorragendes Medium, Kontakte zu pflegen, auszubauen und den Anschluss an die neue Zeit nicht zu verlieren.

Also alles im Lot? Ist das Internet in nächster Zukunft tatsächlich das Instrument für alle und jeden in unserer Gesellschaft?

Leider nein, wie auch diese Studie offenlegt. Ein tiefer Graben zwischen Onlinern und Offlinern bleibt noch zuzuschütten. Es ist sicherlich keine menschenwürdige Lösung, einfach abzuwarten, bis sich diese Situation quasi von selbst erledigt. Immerhin 83 Prozent der Offliner sind bereits über 70 Jahre alt. Für sie gilt besonders: ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe mehr. Hier besteht Handlungsbedarf. Allerdings möchte bitte niemand in den Fehler verfallen, die noch passive Haltung mancher Ü60-Jährigen generell als Desinteresse werten zu wollen. Die bei den Senioren sehr ausgeprägte Risikowahrnehmung und große Sorgen vor den durchaus vorhandenen Gefahren im Internet, mehr, als sie jüngeren Menschen zu eigen sind, sollten ernst genommen werden.

Die Untersuchung liefert Anknüpfungspunkte für Anstrengungen, die unsere Gesellschaft in diesem Zusammenhang unternehmen müsste, um möglichst rasch den Kurs hin zu einer für die über 60-Jährigen insgesamt positiven Entwicklung zu ändern.

Ein Punkt sei besonders hervorgehoben: Digitale Angebote werden überwiegend als selbsterklärend zur Nutzung angeboten und als intuitiv bedienbar angepriesen. Die Studie zeigt, dass dies nicht ausreicht: Gerade die Älteren erwarten zusätzlich ausreichende Erklärungen. Nicht jeder mag Neuem durch Ausprobieren auf die Spur kommen. Gleichzeitig ist ein genaues Verständnis der Angebote die Voraussetzung für deren Nutzung.

Laut Studie ist über 60-Jährigen längst bewusst, dass eine Nutzung des Internets ihr Leben bereichern kann. Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollten es gemeinsam anpacken, um allen zumindest die Chance zu bieten, sich dem Internet auf einer Basis zu nähern, der sie vertrauen.

Die DIVSI Ü60-Studie liefert eine Vielzahl von Fakten für neue Blickwinkel auf die Frage im Sinne der chinesischen Weisheit, „wie du alt bist“, und gibt uns Ansätze zur Entwicklung von geeigneten Maßnahmen für eine bessere Teilhabe am sozialen Leben in der digitalen Zeit.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und freue mich auf Reaktionen.

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Radikalisierung Jugendlicher über das Internet? Ein Literaturüberblick https://www.divsi.de/publikationen/studien/radikalisierung-jugendlicher-ueber-das-internet-ein-literaturueberblick/ Fri, 04 Nov 2016 09:30:47 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=15639 Für junge Menschen ist der Umgang mit dem Internet heute selbstverständlich und Teil ihres Alltags. Angesichts dieser umfänglichen und intensiven Präsenz junger Menschen in der digitalen Welt, stellt sich die Frage, ob hier auch Radikalisierungsgefahren bestehen.

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Vorwort

Für junge Menschen ist der Umgang mit dem Internet heute selbstverständlich und Teil ihres Alltags. Sie sind quasi immer online. Das Smartphone ist der Begleiter in allen Lebenslagen. So tauschen sie sich mit Freunden aus, so spielen sie, so informieren sie sich. Angesichts dieser umfänglichen und intensiven Präsenz junger Menschen in der digitalen Welt, stellt sich die Frage, ob hier auch Radikalisierungsgefahren bestehen.

Wir, das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet, befassen uns mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft. Wir untersuchen, wie sich die Lebenswirklichkeit der Menschen durch Digitalisierung verändert. Eine aktuelle Frage, die uns dabei umtreibt ist: Was bringt junge Menschen dazu, sich zu radikalisieren. Welche Rolle spielt das Internet dabei?

Zu diesen Fragen forscht Frau Professor Gertraud Koch am Institut für Volkskunde und Kulturantropologie der Universität Hamburg. Dort ist in einer Kooperation mit uns diese Literaturstudie entstanden. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Thematik rund um Radikalisierung Jugendlicher im Internet genauer zu beleuchten. Es wurde eine große Zahl an nationalen und Internationalen Forschungsarbeiten zusammengetragen. Deren Inhalte und Ergebnisse wurden mit Blick auf Radikalisierung junger Menschen über das Internet analysiert.

Wir wollten wissen:

  • Welche Rolle kommt dem Internet im Zuge des Radikalisierungsprozesses Jugendlicher zu?
  • Wie und womit agieren und rekrutieren radikale Organisationen im Internet, um junge Menschen für ihre Sache zu gewinnen?
  • Welche Prozesse und Entwicklungen laufen dabei bei den Jugendlichen selbst ab?
  • Welche gesicherten Erkenntnisse liegen vor und wo müssen wir uns auf den Weg machen, um Neues empirisch zu erforschen.

Die Studie zeigt auf, dass über die Angebotsstrukturen extremistischer Organisationen weit mehr bekannt ist, als über die Nutzerseite. Einigkeit besteht in der Forschung hinsichtlich zweier Punkte: Zum einen, dass das Internet bei der Radikalisierung heute eine besonders wichtige Rolle spielt und zum anderen, dass Jugendliche grundsätzlich anfälliger für Radikalisierung sind als Erwachsene. Die Studie macht aber auch deutlich, dass die Forschung gerade im Hinblick auf Jugendliche als Internetnutzer noch bruchstückhaft ist. Insbesondere junge Frauen und Mädchen standen bisher nicht im Fokus. Ein wichtiger Aspekt, der aber auch weitgehend unerforscht ist, scheint die Rolle der automatisierten, personalisierten Inhaltsselektionen, zu deutsch „Filter Blase“ von Suchmaschinen und sozialen Medien zu sein und die Frage, welche Auswirkung diese auf Radikalisierungsprozesse Jugendlicher hat.

Mit der Bündelung des bestehenden Wissens in der vorliegenden Arbeit ist ein gründlicher Überblick über den aktuellen Stand der Forschung auf diesem Gebiet geschaffen worden. Diese gründliche Literaturstudie ist eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschung auf diesem Gebiet. Ich wünsche eine gute Lektüre.

Matthias Kammer

Foto: Frederike Heim

Matthias Kammer
Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI)

 

 

 

 

Die Autoren

Prof. Dr. Gertraud KochProf. Dr. Gertraud Koch

Gertraud Koch ist Professorin für Volkskunde/Kulturanthropologie an der Universität Hamburg. Sie forscht zu Digitalisierung seit den frühen 1990er Jahren.

 

 

Teresa StumpfTeresa Stumpf

Teresa Stumpf ist Doktorandin am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie an der Universität Hamburg und arbeitet für ein Schulentwicklungsprojekt in Berlin. Sie befasst sich mit Bildungs- und Migrationsthemen, urbanen Veränderungsprozessen und sozialräumlicher Mobilität.

 

Roman Knipping-SorokinRoman Knipping-Sorokin

Roman Knipping-Sorokin promoviert zu Meinungsbildung im Internet am Institut für Volkskunde / Kulturanthropologie der Universität Hamburg. Er befasst sich mit Authentizität und Meinungsbildungsprozessen im Bereich Social Media und Online-Videos.

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Digitalisierte urbane Mobilität: Datengelenkter Verkehr zwischen Erwartung und Realität https://www.divsi.de/publikationen/studien/digitalisierte-urbane-mobilitaet-datengelenkter-verkehr-zwischen-erwartung-und-realitaet/ Wed, 05 Oct 2016 06:00:15 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=15306 Über die Zukunft der Mobilität wird derzeit viel gesagt und viel geredet. Mobilität 4.0, Digitalisierung des Verkehrs, Assistenzsysteme – dies sind nur einige der Schlagworte, die in der gegenwärtigen Diskussion über verkehrsspezifische Veränderungen durch die Digitalisierung fallen. Dabei werden der Verbraucher, die Umwelt, Infrastrukturen und Ressourcen besonders in den Blick genommen. „Smart City“-Diskurse gehen da […]

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Über die Zukunft der Mobilität wird derzeit viel gesagt und viel geredet. Mobilität 4.0, Digitalisierung des Verkehrs, Assistenzsysteme – dies sind nur einige der Schlagworte, die in der gegenwärtigen Diskussion über verkehrsspezifische Veränderungen durch die Digitalisierung fallen. Dabei werden der Verbraucher, die Umwelt, Infrastrukturen und Ressourcen besonders in den Blick genommen. „Smart City“-Diskurse gehen da deutlich weiter. Sie verknüpfen die Diskussion über die digitalen Aspekte des öffentlichen Nahverkehrs beispielsweise mit der Perspektive des Wohnungsmarkts oder der Regionalwirtschaft. Begriffe wie „Chancen durch Elektromobilität“ oder „autonomes Fahren“ sind dabei eher nur Aktualisierungen einer schon länger währenden Debatte. Denn tatsächlich dauert diese mittlerweile gut vier Jahrzehnte.

Und so greift die vorliegende Studie auf einmalige Weise verschiedene Bereiche der Mobilitätsdiskussion auf und erarbeitet die besonderen Schwierigkeiten, denen diese unterliegt. Es gibt eben erhebliche Unterschiede zwischen den Verkehrssystemen in Europa und USA, und das wirkt sich weitläufig auf infrastrukturelle Anforderungen, ressourcenpolitische Erwägungen und verbraucherbezogene Erwartungen aus. Auch wird deutlich, dass unsere vernetzte Gesellschaft zwar über ein respektables technisches Fundament verfügt, wir aber trotzdem weit entfernt sind von einer „intelligenten Verkehrssteuerung“, und das, obwohl die Zielerwartungen über Jahrzehnte nahezu unverändert geblieben sind: Lösung von zeitraubenden Stauproblemen, Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit und Reduzierung der Zahl von Verkehrsopfer.

Wo der Diskurs vertieft werden sollte, fehlt auch nicht eine kritische Stellungnahme oder ein lösungsorientierter Hinweis. So greift die vorliegende Arbeit zur Vertiefung ganz alltagspraktische Problemstellungen auf. Oder sie erweitert, wo erforderlich, die ohnehin schon komplexe Materie um relevante Aspekte wie Anforderungen des Datenschutzes und Schutz der Privatsphäre.

Unterlegt mit einer Menge illustrativer und praktischer Beispiele sowie fundiert durch eine Vielzahl relevanter Untersuchungen und Quellen liefert der Autor Dr. Dieter Klumpp nicht nur einen umfassenden Überblick zu einer lange währenden, sondern auch spannenden Diskussion um Mobilität und damit um Werte wie Freiheit und Wohlstand. Gleichwohl öffnet die Studie auch den Blick auf die Bandbreite eines Themas, das in Teilen bereits diskutiert aber in seiner Gesamtheit noch zu erfassen, zu bewerten und zu erörtern sein wird.

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DIVSI Internet-Milieus 2016: Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-internet-milieus-2016-die-digitalisierte-gesellschaft-bewegung/ Mon, 20 Jun 2016 13:19:25 +0000 http://46.30.3.106/?post_type=studien&p=14761 Das Internet hat in den vergangenen Jahren praktisch alle Lebensbereiche rasant verändert oder zumindest beeinflusst. Eine Vielfalt an Angeboten und fortschreitende Mobilität haben es omnipräsent gemacht. Was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen in Deutschland? Ticken wir jetzt alle gleichermaßen digital? Oder gibt es doch noch große Unterschiede im Nutzungsverhalten des Einzelnen?

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Vorwort

Das Internet hat in den vergangenen Jahren praktisch alle Lebensbereiche rasant verändert oder zumindest beeinflusst. Eine Vielfalt an Angeboten und fortschreitende Mobilität haben es omnipräsent gemacht. Was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen in Deutschland? Ticken wir jetzt alle gleichermaßen digital? Oder gibt es doch noch große Unterschiede im Nutzungsverhalten des Einzelnen? Wie werden technische Neuerungen in den Alltag integriert? Vor welchen gesellschaftlichen Anforderungen und Herausforderungen stehen wir angesichts der enormen Entwicklungsdynamik?

Eine Vielzahl von Fragen stellt sich also auch noch nach der ersten DIVSI Milieu-Studie aus dem Jahr 2012, mit der die digitale Gesellschaft in Deutschland erstmals gründlich vermessen wurde. Die vorliegende umfangreiche Aktualisierung – erneut basierend auf Tiefeninterviews sowie bundesweit repräsentativen Umfragen – zeigt inwieweit sich das tatsächliche Nutzungsverhalten, aber auch bereits digitale Grundhaltungen verändert haben. Damit bietet die Untersuchung nicht nur einen aktuellen Stand, sondern stellt eine Fortentwicklung des Ursprungsmodells dar, mit der Veränderungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, und Auswirkungen auf die Gesellschaft wissenschaftlich fundiert dargestellt werden können.

Wir wollten wissen, was sich seit 2012 in der und für die digitalisierte Gesellschaft verändert hat:

  • Wie oft, wie lange, womit und wofür Menschen „ins Internet gehen“,
  • welche Chancen und Risiken sie dabei wahrnehmen,
  • wen sie in der Verantwortung sehen, wenn es um Sicherheit im Internet-Alltag geht,
  • wem sie diesbezüglich wie weit vertrauen und etwas zutrauen und
  • inwiefern sie sich selbst souverän oder überfordert fühlen in der digitalen Welt.

Eine wesentliche Erkenntnis zeigt dabei, dass sich der digitale Wandel nicht nur technisch vollzieht. Gleichzeitig ändern sich auch die Haltungen zum Internet kontinuierlich.

2016 zeigt die Bevölkerung in Deutschland einen ausgeprägten Internet-Optimismus: Eine große Mehrheit (72 Prozent) sieht mehr Chancen als Gefahren im Internet. Die Menschen fühlen sich heute dem Internet deutlich verbundener und möchten es nicht mehr missen. Das Internet ist gewissermaßen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gleichzeitig werden die digitalen Lebenswelten vielfältiger, insbesondere Einstellungen und Haltungen der Internet-Intensivnutzer differenzieren sich weiter aus. Nicht mehr jeder „Heavy User“ liebt das Internet bedingungslos.

Und es zeigen sich (neue) Herausforderungen:

69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland möchten am Internet-Geschehen teilhaben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie dazu auch in der Lage sind.

Immer noch jeder Sechste ist Offliner und nutzt das Internet nie. Diese Gruppe bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit und Unterstützung. Nicht wenige fühlen sich überfordert, und es macht ihnen Angst, dass immer mehr Bereiche ihres vertrauten Alltags dem digitalen Wandel unterworfen werden. Aber auch teilweise sehr aktive Internetnutzer fühlen sich überfordert und sind eingeschränkt in ihren Teilhabe-Möglichkeiten.

Die Bereitstellung technischer Zugänge oder aktivere Internetnutzung allein scheinen nicht ausreichend, um die digitale – und damit auch immer mehr die soziale und gesellschaftliche Teilhabe – sicherzustellen. Menschen müssen sich souverän in der digitalen Welt bewegen und Risiken richtig einschätzen können. Elementar ist dabei auch die Frage, wie vertrauensbildende Rahmenbedingungen geschaffen werden können.

Die vorliegende Studie liefert vier Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Typologie zum Komplex „Vertrauen und Sicherheit im Internet“ ein aktualisiertes Modell der DIVSI Internet-Milieus. Sie zeigt damit Veränderungen und Entwicklungsdynamiken in der digitalen Gesellschaft. Dies kann wertvolle Erkenntnisse liefern für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um zielgruppenspezifisch auf Befindlichkeiten und Entwicklungen reagieren zu können.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und freue mich auf Reaktionen.

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