
Shellshock-Logo (Paul M. Gerhardt, Twitter)
Eine Vielzahl von Unix-Systemen, sowohl Linux und Mac OSX, als auch die meisten Webserver, sollen davon betroffen sein. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) bewertet Shellshock mit der Höchstwertung von 10/10 Punkten in den Kategorien Ernsthaftigkeit, Ausmaß und Ausnutzbarkeit. Gleichzeitig ist Shellshock wenig komplex und bietet Hackern damit beste Voraussetzungen. Daher schätzt Sicherheitsexperte Robert Graham von Errata Security die Sicherheitslücke gefährlicher ein, als den im April bekannt gewordenen OpenSSL-Heartbleed-Bug, der bislang als gravierendste Sicherheitslücke des Web galt.
I think I was wrong saying #shellshock was as big as #heartbleed. It’s bigger.
— Robert Graham (@ErrataRob) 25. September 2014
Robert Graham prognostiziert aufgrund der schieren Masse an möglicherweise betroffenen Systemen, dass die Sicherheitslücke noch viele Jahre lang Probleme bereiten wird. Ein umfassender Bug-Fix werde zudem durch das wachsende Internet der Dinge erschwert, da Geräte wie etwa Fernseher, Kühlschränke, Klimaanlagen etc., in hoher Zahl an das Netz angeschlossen werden und nur selten oder nie ein Update erhalten würden. Bereits wenige Stunden nach der Ankündigung wurde die Sicherheitslücke ausgenutzt, um mit wenig Aufwand Rechner zu infiltrieren und Botnetze aufzubauen. Das Ausmaß der Attacken sei zwar, gemessen an der Schwere der Sicherheitslücke, noch überschaubar. Experten vermuten daher, dass die Hacker mit ihren Angriffen keine große Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Das Auftauchen eines sich schnell verbreitenden Wurms sei aber nur eine Frage der Zeit.
Um herauszufinden, ob Ihr System betroffen ist, müssen Sie den folgenden Befehl in die Kommandozeile ihres Systems (Terminal in OSX) eingeben:
env x='() { :;}; echo vulnerable‘ bash -c „echo this is a test“
Ist Ihr System betroffen, wird diese Antwort ausgegeben:
vulnerable
this is a test

Positive Prüfung auf die Shellshock-Sicherheitslücke (Grafik: t3n)
Bislang gibt erst es Patches für die folgenden Linux-Distributionen (können hier abgerufen werden):
Zunächst sah Apple keine unmittelbare Bedrohung für den Normalanwender, lieferte nun jedoch Updates für die Mac OS X-Versionen Mavericks, Lion und Mountain Lion nach.