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Studie zur E-Partizipation: Hochschulabsolventen zwischen 18-34 Jahren am aktivsten

28. Juli 2014

In Zusammenarbeit mit dem MCM-Institut der Universität St. Gallen haben wir im Frühjahr die DIVSI-Studie zu Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet durchgeführt. Ziel war es, mit einem Forschungsüberblick ein Fundament für die Erforschung von Online-Partizipation zu legen. Im Zentrum der Studie stand die Frage nach den aktuellen Bereichen und Formen von Netzbeteiligung sowie ihren Vorraussetzungen und Folgen.

Kürzlich veröffentlichte das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft die Partizipationsstudie 2014, die an unsere Studie anschließt. Die empirische Studie beleuchtet die Netzgemeinde, also den Personenkreis, der sich an Entscheidungsfindungen im Internet beteiligt. Befragt wurden 504 Personen ab 18 Jahren hinsichtlich ihrer Online-Beteiligung im politischen und wirtschaftlichen Bereich.

Partizipationsstudie 2014 – Bildung

Die stärkste Online-Partizipation geht von der Internetnutzern zwischen 18-36 Jahren mit Hochschulabschluss aus (Grafik: Partizipationsstudie 2014)

Die zentralen Ergebnisse

Die vorgegebenen Formen von Online-Partizipation waren fast allen Befragten bekannt:

  • 45 Prozent der Befragten kannten mindestens eine dieser Partizipationsformen
  • 49 Prozent der Befragten haben schon einmal aktiv an einem politischen Vorhaben oder an der Entwicklung oder Weiterentwicklung von Produkten mitgewirkt

Demografie der Online-Partizipierenden

  • Männer partizipieren aktiver als Frauen im Internet (55 Prozent zu 40 Prozent)
  • 18-34-Jährige beteiligen sich am aktivsten (58 Prozent)
  • besonders Selbstständige und Freiberufler nutzen mehrheitlich Angebote der Online-Partizipation
  • Online-Partizipation findet sich über alle Einkommensklassen hinweg
  • Online-Partizipation steigt mit dem Bildungsgrad: Befragte mit abgeschlossenem Hochschulstudium partizipieren zu 65 Prozent, Befragte mit Volks- oder Hauptschulabschluss oder ohne Lehre hingegen nur zu 19 Prozent

Beliebteste Formen und Dauer der Online-Partizipation

Die beliebtesten Formen von Online-Partizipation befinden sich im politischen Bereich:

  • Abstimmung über politische Sachverhalte
  • Mitzeichnen von Online-Petitionen

Im wirtschaftlichen Bereich:

  • (Weiter-)Entwicklung von Produkten und Produktideen

Bei der Betrachtung der Dauer von Online-Partizipation fördert die Studie spannende Ergebnisse  zutage. So investieren die Befragten im Mittelwert jeweils 1,5 Stunden in Online-Beteiligung.

Partizipationsstudie 2014 – Dauer

Dauer von Online-Partizipation im Mittelwert (Grafik: Partizipationsstudie 2014)


Ein genauerer Blick hinsichtlich des Aufwands bei den Partizipationsformen zeigt: die Teilnahme an Online-Petitionen bildet den Großteil von Online-Beteiligung, Nutzer investieren jedoch im Mittelwert nur 30 Minuten darauf. Mit einem Mittelwert von knapp 8 Stunden wird die meiste Zeit auf die Entwicklung von Produktideen verwendet, an der sich vergleichsweise wenige Nutzer beteiligen.

Partizipationsstudie 2014 – Dauer nach Formen von Online-Beteiligung

Dauer von Online-Partizipation im Mittelwert nach Beteiligungsform (Grafik: Partizipationsstudie 2014)

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