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Telemedicus Sommerkonferenz 2017: Das Recht in der digitalen Welt – zwischen Algorithmen, autonomen Systemen und Disruption

3. Juli 2017

Telemedicus #Soko17

Am 1. und 2. Juli 2017 fand in Berlin die jährliche Telemedicus Sommerkonferenz statt, die auch in diesem Jahr unter anderem wieder vom vom DIVSI gesponsort wurde. Im Microsoft Atrium Unter den Linden in Berlin kamen 125 Interessierte zusammen, um sich mit dem diesjährigen Thema: „Das Recht (in) der digitalen Welt: Zwischen Algorithmen, autonomen Systemen und Disruption” auseinanderzusetzen.

Der Mensch gibt immer mehr Kontrolle an technische Systeme ab: Fahrzeuge fahren autonom, Blockchain-Verträge kontrollieren sich selbst und Algorithmen entscheiden für uns, welche Nachrichten wir im Internet lesen. Gesellschaft, Wirtschaft und Technik verändern sich dadurch rasant, bestehende Technologien werden durch diese disruptiven Innovationen verdrängt. Hält auch das Recht Schritt mit diesem Tempo? Reicht der aktuelle Rahmen oder brauchen wir ganz neue Gesetze?

Wie bereits in den Vorjahren verknüpfte die #Soko17 gehaltvolle Vorträge mit offenen Publikums-Diskussionen. Wir wollen das Thema in seinen aktuellen gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Bezügen darstellen, behielten dabei aber einen klaren wissenschaftlichen Fokus. Hierzu haben wir Politiker, Wissenschaftler, Aktivisten und Wirtschaftsfachleute eingeladen. Newcomer sind dabei genauso willkommen wie etablierte Speaker.

Als Keynote Speaker führte Prof. Dr. Justus Haucap (Universität Düsseldorf) die Konferenz mit einem Vortrag zu disruptiven Innovationen in die Konferenz ein.

Zu Haftungsfragen autonomer Systeme referieren Fritz Pieper, LL.M. (Taylor Wessing) und Dr. Dimitrios Linardatos (Uni Mannheim). Dr. Vanessa Kluge und Anne-Kathrin Müller (beide TU Berlin) stellten das Modell einer „Roboterhaftung“ vor.

Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Uni Oldenburg) trug über die Macht der Algorithmen und Demokratie im digitalen Zeitalter vortragen, während Algorithm Watch sich in einem eigenen Panel mit dem Rechtsschutz vor Algorithmen beschäftigte. In diesem Zusammenhang stand auch der Vortrag von Prof. Dr. Tobias Gostomzyk (TU Dortmund) zur Algorithmisierung der Öffentlichkeit. Jörn Erbguth (Legal Tech Berater) warf in einem Expertenvortrag gesellschaftliche und rechtliche Fragen von Blockchains auf.

Kartellrechtliche Problemstellungen, die sich im Zusammenhang mit Algorithmen und Innovationswettbewerb ergeben, behandelten Alexander Pustal (Rechtsanwalt) und Sebastian Telle (Uni Oldenburg) in ihren Vorträgen.

Prof. Dr. Hubertus Gersdorf (Uni Leipzig) gab Einblicke Fragen der Persönlichkeitsverletzungen und hate speech in sozialen Netzwerken geben und Jens Milker (Rechtsanwalt) warf einen Blick auf auf die gesetzgeberischen Maßnahmen für Social Bots.

Neben diesen Beiträgen zu sozialen Netzwerken widmete sich das @KIT-Panel dem Netzwerk-Durchsetzungsgesetz (NetzDG) widmen, das den sozialen Netzwerken zusätzliche Compliance-Regeln auferlegt. Hierfür begrüßten wir unter anderem Thorsten Feldmann, LL.M. (JBB Rechtsanwälte), Lukasz Batruch (Landesvertretung Niedersachsen) und Dr. Guido Brinkel (Microsoft), deren Diskussion von Prof. Niko Härting (HÄRTING Rechtsanwälte) moderiert wurde.

Im Panel „Legal Tech“ diskutierten Dr. Frederik Leenen, LL.M. (Uconn) (CMS Hasche Sigle), Markus Hartung (Rechtsanwalt), Nico Kuhlmann (Hogan Lovells) und Prof. Dr. Ruth Janal, LL.M. (FU Berlin) diskutieren, wie die Digitalisierung zunehmend die Arbeit der Juristen unterstützt, welche Technologien zum Einsatz kommen und was heute bereits automatisiert wird.

Detailliertere Informationen finden Sie unter www.telemedicus.info/soko17

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