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Deutschland hinkt bei E-Government hinterher

5. August 2015

Die Nutzung elektronischer Verwaltungsangebote in Deutschland hinkt im Vergleich mit anderen Ländern deutlich hinterher. Das ergab die kürzlich von der Initiative D21 e.V. und dem Ipima (Institute for Public Information Management) vorgestellte repräsentative Studie “E-Government-Monitor 2015“, für die 1.000 Online-Interviews in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden durchgeführt wurden.

Genereller Zuwachs in E-Government-Nutzung – Deutschland bildet die Ausnahme

Insgesamt liegen Online-Verwaltungsdienste im Trend. Als Vorteile benennen die Nutzer besonders die zeitliche Unabhängigkeit von Öffnungszeiten, mehr Komfort und Zeitersparnis. Daneben ist ihnen eine einfache Bedienbarkeit sowie Zuverlässigkeit der Systeme wichtig. So stellt die Studie generell einen zunehmenden Anteil derjenigen Befragten fest, die in den letzten 12 Monaten E-Government-Angebote genutzt haben:

  • Die Schweiz kann mit einem Anstieg von 61 Prozent (2014) auf 69 Prozent (2015) den größten Zuwachs von E-Government-Nutzern verbuchen.
  • In Österreich ist ein leichter Zuwachs von 72 Prozent (2014) auf 73 Prozent zu beobachten.
  • In Schweden ist der Anteil der E-Government-Nutzer von 71 Prozent (2014) auf 75 Prozent (2015) angestiegen.

In Deutschland hingegen ist ein Rückgang um 6 Prozentpunkte (45 Prozent in 2014) zu beobachten. Mit nur 39 Prozent liegen die Deutschen im Jahr 2015 zudem weiterhin deutlich hinter den drei Vergleichsländern.

Deutschland hinkt bei eGovernment hinterher

E-Government-Nutzung in Deutschland deutlich geringer (Grafik: E-Government Monitor 2015)

Fehlende Kenntnis ist die größte Zugangsbarriere

Laut der Studie haben die generellen Bedenken hinsichtlich mangelnder Sicherheit oder geringem Datenschutz abgenommen. Stattdessen stellt die fehlende Bekanntheit der elektronischen Verwaltungsdienste in allen Ländern die größte Zugangsbarriere dar:

Zugangsbarrieren E-Government

Zugangsbarrieren E-Government (Grafik: E-Government Monitor 2015)

Dazu passt die Beobachtung, dass Suchmaschinen in allen Vergleichsländern den wichtigsten Startpunkt für das Auffinden von Online-Bürgerdiensten bilden. Mangelndes Wissen über die Existenz derartiger Portale führt, so die Studie, folglich zu einer geringeren Nutzung: “was man nicht sucht, weil man es nicht kennt, kann man auch nicht finden.”

Suchmaschinen sind der erste Anlaufpunkt zum Auffinden von E-Government-Angeboten

Suchmaschinen sind der erste Anlaufpunkt zum Auffinden von E-Government-Angeboten (Grafik: E-Government Monitor 2015)

Die Mehrheit der Deutschen ist für eine zentrale Online-Verwaltungsbehörde

Trotz der vergleichsweise geringen Nutzung von E-Government-Diensten bewerten die deutschen Nutzern sie mehrheitlich positiv. 58 Prozent befürworten eine Bündelung von Bürgerdiensten, um den Aufwand beim Ausfüllen von Formularen zu verringern. Nur 28 Prozent sprechen sich gegen eine zentrale Anlaufstelle, bei der ihre Daten gesammelt liegen, aus. Sie ziehen es vor, die Behörden jeweils einzeln zu kontaktieren.

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