DIVSI – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Studien & Themen, die Zeichen setzten https://www.divsi.de/studien-themen-die-zeichen-setzten/ https://www.divsi.de/studien-themen-die-zeichen-setzten/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:06 +0000 https://www.divsi.de/?p=19405 Von 2012 bis in die Gegenwart: Fakten und Hintergründe präzise erforscht, neue Einblicke gegeben, viele Anregungen geliefert, Diskussionen angestoßen. Der Anspruch war klar formuliert, die zu leistende Aufgabe stand vom ersten Tag an fest. Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet war ein hohes Ziel anvisiert. Das Credo: „DIVSI will […]

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DIVSI Collage

Von 2012 bis in die Gegenwart: Fakten und Hintergründe präzise erforscht, neue Einblicke gegeben, viele Anregungen geliefert, Diskussionen angestoßen.

Der Anspruch war klar formuliert, die zu leistende Aufgabe stand vom ersten Tag an fest. Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet war ein hohes Ziel anvisiert. Das Credo:

„DIVSI will einen offenen und transparenten Dialog über Vertrauen und Sicherheit im Netz organisieren und mit neuen Aspekten beleben. Zudem wird das DIVSI die selbst gesetzten Ziele durch Unterstützung von Wissenschaft und Forschung erreichen. Es geht darum, potenzielle Risiken im Umgang mit dem Internet zu untersuchen und zu analysieren. Aufklärungsarbeit soll für eine Sensibilisierung und für eine Steigerung von Vertrauen und Sicherheit im Internet sorgen.“

Und auch die Methodik wurde sofort benannt: „Das Institut fördert den interdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Somit ist es das geeignete Forum für den Austausch ökonomischer, regulatorischer, rechtlicher, sozialer, kultureller und medienpolitischer Perspektiven. Arbeitsgrundlage sind zukunftsweisende strategische Projekte, für die man Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vernetzen will.“

Als Indiz dafür, dass die Aufgabe gemeistert wurde, kann allein schon die folgende Auflistung eigener DIVSI-Studien dienen. Sie sind zwischen sechs Jahren und knapp zwei Monaten alt. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung festgehaltenen Fakten sind sicher in der schnelllebigen Internet-Zeit nicht mehr sämtlich brandaktuell. Doch unverändert können auch sie als wichtiges Basismaterial dienen.

DIVSI BeteiligungslandkarteBeteiligungslandkarte Deutschland – Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen (2017)

Wie vielfältig und geläufig sind partizipative Formen der Internetnutzung im Lebensalltag der Menschen zur Unterstützung der eigenen Gesundheit oder zur Überwindung von Krankheiten? Welche soziodemografischen Unterschiede sind zu erkennen?

Brief Oder MailBrief oder E-Mail? DIVSI Studie über die Kommunikation im privat-geschäftlichen Bereich (2017)

Erstmals fundierte Erkenntnisse darüber, auf welchen Wegen privat-geschäftliche Kommunikation abläuft und welche Bedürfnisse sie bestimmen. Auch geht die Studie der Frage nach, inwieweit Menschen auf bewährte analoge Kanäle setzen und inwieweit sie inzwischen digitalen Möglichkeiten vertrauen.

Vertrauen in Kommunikation im digitalen ZeitalterVertrauen in Kommunikation im digitalen Zeitalter (2017)

Digitale Kommunikation gehört längst zum Alltag. Persönliche Informationen und sensible Daten werden ausgetauscht. Aber müssen dabei Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit in einem Spannungsverhältnis stehen? Welche rechtlichen, technischen und organisatorischen Antworten sollten für eine künftige sichere digitale Kommunikation gefunden werden, auf die die Menschen vertrauen können?

Digitalisierung – Deutsche fordern mehr SicherheitDigitalisierung – Deutsche fordern mehr Sicherheit (2017)

Die Deutschen stehen der Digitalisierung positiv gegenüber und sehen darin viele Vorteile für sich. Beim Thema Sicherheit im Internet erwarten sie allerdings mehr Engagement – vom Staat und von Unternehmen. Was bedeutet das für Vertrauen und für Kommunikation? Und wie sieht es mit der Eigenverantwortung der Nutzer aus? Die Untersuchung ergab auch auffallende Paradoxien zwischen Verantwortung und Vertrauen.

DIVSI Ü60-Studie: Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in DeutschlandDIVSI Ü60-Studie: Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland (2016)

Silver Surfer, Best Ager, 60+ – die Altersgruppe der über 60-Jährigen wird zunehmend wichtiger für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, denn sie macht jetzt schon etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung aus – Tendenz steigend. Die Studie liefert differenzierte, anschauliche und umsetzungsorientierte Erkenntnisse über die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen und räumt dabei auch mit einigen Vorurteilen auf.

DIVSI Studie „Digitale urbane Mobilität“DIVSI Studie „Digitale urbane Mobilität“ (2016)

Die Digitalisierung hat die Mobilitätsdebatte vollends erfasst. Aber wie weit entwickelt sind datengelenkte Verkehrssysteme sowie eine sichere und ressourcenschonende Mobilitätskultur wirklich? Wie sind Schutz der Privatsphäre und Nutzung eines digitalen Assistenzsystems im Auto zu vereinbaren? Insbesondere vor dem Hintergrund der Machbarkeit analysiert und hinterfragt diese Studie eine Vielzahl von Diskussionen und Aktivitäten aus Europa und den USA.

DIVSI Internetmilieus 2016DIVSI Internet-Milieus 2016 – Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung (2016)

Wie beeinflusst der digitale Wandel das Leben der Menschen in Deutschland? Wie hat sich ihr Online-Verhalten in den letzten Jahren verändert? Welchen Stellenwert haben Internet und Smartphone im Lebensalltag? Wie denken die Menschen in der Nach-Snowden-Ära über Datensicherheit? Die repräsentative Studie bietet einen vertieften Blick in die aktuellen Lebenswelten unserer digitalen Gesellschaft.

Big DataBig Data (2016)

Zugespitzt auf die Themen „Smart Health“ und „Smart Mobility“ fasst der Bericht Erkenntnisse aus vielen Expertenrunden des DIVSI-Forschungsprojekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ zusammen. Er liefert Argumente für eine gesellschaftliche Debatte und wägt dabei Chancen und Risiken ab.

Recht Auf VergessenwerdenDas Recht auf Vergessenwerden (2015)

Die Entscheidung des EuGH zum „Recht auf Vergessenwerden“ lässt Fragen unbeantwortet, die im Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsrechten, Datenschutz und dem Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit liegen. Dieser komplexen Problematik widmet sich diese Publikation und formuliert schließlich konkrete Empfehlungen für einen „Lösch-Kodex“.

DIVSI Studie Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie?DIVSI Studie Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie? (2015)

Was ist Beteiligung im Internet eigentlich genau? Wie und weshalb bringen Internetnutzer sich ein? Die zweite Studie im Rahmen des DIVSI-Forschungsprogramms „Beteiligung im Netz“ untersucht Formen, Vorteile und Hürden der Beteiligung im Internet aus Sicht der DIVSI Internet- Milieus. In der qualitativen Untersuchung kommen dabei die Internetnutzer selbst zu Wort.

DIVSI U9-Studie – Kinder in der digitalen WeltDIVSI U9-Studie – Kinder in der digitalen Welt (2015)

Wann und wie kommen Kinder mit digitalen Medien und dem Internet in Berührung? Welche Bedeutung messen Eltern, Erzieher und Lehrer dem Internet für die Zukunft der Kinder bei? Welche Chancen und Risiken werden wahrgenommen, wer trägt die Verantwortung? Die Studie hat Kinder zwischen 3 und 8 Jahren im Blick und lässt sie auch selbst zu Wort kommen.

Daten Ware und WährungDIVSI Studie – Daten: Ware und Währung (2014)

In einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung untersucht DIVSI das Online-Nutzungs- und -Konsumverhalten in Deutschland. Im Fokus stehen Einstellungen der Internetnutzer zu Themen der Datensicherheit sowie Weiterverwendung von persönlichen Daten.

DIVSI Studie – Wissenswertes über den Umgang mit SmartphonesDIVSI Studie – Wissenswertes über den Umgang mit Smartphones (2014)

Durch Smartphones sind Menschen heute nahezu ununterbrochen über das Internet miteinander verbunden. Mit steigendem Nutzungsumfang fällt dabei eine Vielzahl von Daten an. Unter der Leitfrage „Was geschieht mit meinen Daten?“ war es Ziel der Studie, das Bewusstsein der Nutzer dafür zu schärfen, welche Daten auf dem Smartphone sein können, welche Möglichkeiten der Einsichtnahme und Einflussnahme sie bei unterschiedlichen mobilen Betriebssystemen haben.

Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex? (2014)

Mit dem Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ lotet DIVSI aus, ob ein Digitaler Kodex ein geeignetes Mittel ist, verbindliche Regeln im Internet auszuhandeln und durchzusetzen. Der Projektbericht steuert nicht nur zu diesem Gedanken Anregungen bei. Er bietet darüber hinaus generelle Anstöße, über die nachzudenken lohnt.

DIVSI Studie Beteiligung InternetDIVSI Studie zu Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet (2014)

Das DIVSI-Forschungsprogramm „Beteiligung im Netz“ leistet auf einer breiten theoretischen und empirischen Basis einen Beitrag zum öffentlichen Verständnis der Beteiligungschancen des Internets – und ihrer Voraussetzungen. Die Studie präsentiert einen ersten Schritt in diesem Vorhaben und verschafft einen Überblick über den heutigen Stand der Forschung.

DIVSI U25-StudieDIVSI U25-Studie (2014/2018)

Die DIVSI U25-Studie liefert erstmals fundierte Antworten auf Fragen, die das Verhalten der nachwachsenden Generation im Hinblick auf das Netz betreffen. Über die Nutzungsformen hinaus werden auch die Denk- und Handlungslogiken sowie der lebensweltliche Hintergrund untersucht. Die Nachfolge-Studie wurde gerade vorgestellt.

DIVSI Studie zu Freiheit versus Regulierung im InternetDIVSI Studie zu Freiheit versus Regulierung im Internet (2013)

Wie sicher fühlen sich die Deutschen im Internet? Wie viel Freiheit und Selbstbestimmung wollen sie? Nach wie viel Regulierung wird verlangt? Die Studie zeigt ein detailliertes Bild des Nutzungsverhaltens der Deutschen im Internet und ihrer Wahrnehmung von Chancen und Risiken.

Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im InternetEntscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet (2013)

Wie denken Entscheider über das Internet? Welchen Akteuren schreiben sie welche Verantwortung und welche Einflussmöglichkeiten zu? Was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die Studie verdeutlicht erstmals, wie diejenigen über das Internet denken, die wesentlich die Spielregeln gestalten und Meinungsbilder prägen.

Meinungsführer-Studie „Wer gestaltet das Internet?“Meinungsführer-Studie „Wer gestaltet das Internet?“ (2012)

Wie gut kennen sich Meinungsführer im Netz aus? Wie schätzen sie ihre Einflussmöglichkeiten ein? Welche Chancen, Konfliktfelder und Risiken erwachsen daraus? In persönlichen Gesprächen wurden führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden interviewt.

Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet + AktualisierungMilieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet (2012) + Aktualisierung (2013)

Die Milieu-Studie differenziert erstmals unterschiedliche Zugangsweisen zum Thema Sicherheit und Datenschutz im Internet in Deutschland, basierend auf einer bevölkerungsrepräsentativen Typologie.

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Sieben Jahre DIVSI – Was war, was bleibt, was ist zu tun? https://www.divsi.de/sieben-jahre-divsi-was-war-was-bleibt-was-ist-zu-tun/ https://www.divsi.de/sieben-jahre-divsi-was-war-was-bleibt-was-ist-zu-tun/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:06 +0000 https://www.divsi.de/?p=19397 Zahlreiche Projekte angestoßen, kritische Fragen gewagt, Lösungswege aufgezeigt und an vielen Stellen für bundesweite Diskussionen gesorgt. Von Matthias Kammer Ein Institut, das frei und unabhängig die vielfältig auftauchenden Fragen nach der Lebenswirklichkeit der Menschen im digitalen Zeitalter untersuchen und über die Ergebnisse einen breit gefächerten Diskurs anstoßen soll und darf – ein solches Institut gab […]

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DIVSI Abschied

Abschied: 1. Schirmherr Joachim Gauck im Kreis des DIVSI-Kernteams, Frühjahr 2018: Jürgen Selonke, Chefredakteur DIVSI magazin (1), Harald Lemke, Beirat (2), Göttrik Wewer, Berater (3), Gerd Kühlhorn, Geschäftsführer (4), Joanna Schmölz, Wissenschaftliche Leiterin (5), Matthias Kammer, Direktor (6), Meike Otternberg, Projektleiterin (7), Michael Schneider, Leiter Kommunikation (8), Afia Asafu-Adjei, Projektleiterin (9).
Foto: Kerstin Lakeberg

Zahlreiche Projekte angestoßen, kritische Fragen gewagt, Lösungswege aufgezeigt und an vielen Stellen für bundesweite Diskussionen gesorgt.

Von Matthias Kammer

Ein Institut, das frei und unabhängig die vielfältig auftauchenden Fragen nach der Lebenswirklichkeit der Menschen im digitalen Zeitalter untersuchen und über die Ergebnisse einen breit gefächerten Diskurs anstoßen soll und darf – ein solches Institut gab es 2011 nicht. Es war mutig und vorausschauend von den Verantwortlichen in der Deutschen Post, die hierfür die Initiative ergriffen haben und damals im Rahmen der CeBIT das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet in den Fokus der Öffentlichkeit rückten.

Geholfen hat diesem neuen Institut von Anfang an auch, dass es den hohen Wert der Unterstützung durch herausragende Persönlichkeiten der Zeitgeschichte als Schirmherren erfahren durfte: zunächst Joachim Gauck bis zu seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten im März 2012, danach Roman Herzog (siebter Bundespräsident 1994 – 1999) bis zu seinem Tod 2017 und jetzt wieder Joachim Gauck. Beide haben sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten als aktive Schirmherren engagiert und deutliche Akzente gesetzt.

Roman Herzog

Schirmherr: Roman Herzog setzte wichtige Akzente für die Arbeit von DIVSI. (Foto: Klaus Knuffmann)

Chance

Natürlich war die mir anvertraute Aufgabe, ein solches Institut zu leiten, überaus reizvoll. Ich habe es stets als großartige Chance begriffen, ein so wichtiges Instrument letztlich im Interesse unserer Zivilgesellschaft aufbauen zu dürfen. Jetzt, 2018, ist das traurige Schlusskapitel eingeleitet. Die Deutsche Post setzt ihr finanzielles Engagement für DIVSI nicht fort. Mit Beginn des neuen Jahres ist das Institut damit Geschichte.

Was hat das relativ kleine Team von DIVSI – bei Studien oder Umfragen und anderen Veröffentlichungen immer von externen Experten der verschiedensten Fachrichtungen unterstützt – in den sieben Jahren seiner Existenz erreicht? Beispielhaft seien einige Punkte erwähnt:

Die DIVSI Internet-Milieus, in unserer allerersten Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet 2012 vorgestellt, sind unsere Kernmarke geworden, im Übrigen auch als Marke eingetragen und urheberrechtlich geschützt. 2016 haben wir sie aktualisiert und ergänzt in der Untersuchung Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung. Diese Unterscheidung in sieben Milieus von Internetfernen Verunsicherten bis hin zu Digital Souveränen eröffnete einen neuen Blick auf die differenzierte Lebenswirklichkeit der in Deutschland lebenden Menschen im aufkommenden digitalen Zeitalter.

Diese Unterscheidungsmerkmale haben wir im Laufe der Jahre in verschiedenen Untersuchungen immer wieder genutzt. Zweimal bei den U25-Studien und auch 2015 bei der U9-Studie, die sich mit dem Verhalten von Kindern in der digitalen Welt beschäftigte. Dies war übrigens die erste Untersuchung überhaupt, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit dem Verhalten von Drei- bis Achtjährigen im Internet befasst hat. Und die DIVSI Milieus lieferten auch präzise Angaben bei der Ü60-Studie, die 2016 exakte Einblicke in die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland lieferte.

Privatsphäre

Wesentlich unterstützt durch Roman Herzog, haben wir untersucht, wie sich in der digitalen Zeit unser Wertesystem entwickelt. Bereits bei seiner Amtseinführung anlässlich eines Senatsempfangs im Hamburger Rathaus hatte er deutlich gemacht: „Die Geheimheit der Privatsphäre des Menschen, die in unserem Kulturkreis seit Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil seiner Personalität ist, ist neuen Gefährdungen ausgesetzt, die zum Anlass ganz neuer Überlegungen gemacht werden müssen, und da hilft es auch wenig, dass manche von diesen Risiken in Ansätzen auch schon bisher bestanden haben. Schon die veränderten Gefährdungszahlen könnten ja den Eingriff in eine ganz neue Epoche bedeuten.“

Und der frühere Bundespräsident stieß in diesem Zusammenhang eine groß angelegte Untersuchung an: „Um das Vertrauen ins Internet, in die mit ihm eröffneten Chancen und Möglichkeiten nicht zu verspielen, brauchen wir eine breite Diskussion darüber, welche verbindlichen Spielregeln hier gelten sollen. Wir brauchen Leitplanken, die uns auf dem richtigen Weg halten. Ein digitaler Kodex, von allen Verantwortlichen getragen, könnte ein Weg dahin sein.“

Diesen Impuls aufnehmend, haben wir das Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ aufgesetzt. Bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet diskutierten hierüber Experten. Einigkeit gab es in der grundlegenden Bewertung: Unsere Gesellschaft wäre gut beraten, einen solchen Kodex zu formulieren. DIVSI konnte dazu wesentliche Aspekte zu verschiedenen Themenkomplexen liefern: Erkenntnisse zur Verantwortung im Verhältnis zwischen Nutzern und Plattformen, zu Big Data und den Gestaltungsfeldern Gesundheit und Mobility, zu einer vertiefenden Untersuchung zu digitalisierter urbaner Mobilität oder auch zum Recht auf Vergessenwerden.

Ebenfalls inspiriert durch den Verfassungsrechtler Roman Herzog wagten wir auch eine Frage zu stellen, die vielen zunächst ketzerisch klang: Ist unser Grundgesetz überhaupt tauglich für die digitale Zeit?

Untersucht wurde dabei die verfassungsrechtliche Frage nach Bedeutung und Festigkeit der Grundrechte. Im Kern verdeutlicht die Analyse der Wirkungsdimensionen der Grundrechte, dass unser Grundgesetz auch im digitalen Raum durchaus geeignet ist, Antworten auf neue Herausforderungen zu geben. Angesichts von Bedrohungslagen, die sich vornehmlich zwischen Privaten oder im Verhältnis zu anderen Staaten abspielen, sei es allerdings an der Zeit, einige Grundrechtsfunktionen weiterzuentwickeln.

Die Richtschnur bei allen Arbeiten des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet

Fünf Thesen sind stets Grundlage für die Arbeit des Instituts gewesen. Sie wurden unter wesentlicher Unterstützung unserer Schirmherren entwickelt und könnten auch weiterhin mithelfen, die Frage nach der Verantwortung in unserem digitalen Zeitalter zu beantworten. Ich möchte sie abschließend in Erinnerung rufen:

  1. Das Internet ist eine Kulturleistung der Menschheit von historischer Bedeutung. Es revolutioniert unsere Arbeit und die Freizeit, unser Denken und die Kommunikation. Deshalb geht das Internet uns alle an – ob wir es schon nutzen oder (noch) nicht.
  2. Sicherheit und Stabilität der Internet-Infrastruktur – beides ist unabdingbar. Sie ist zu einem elementaren Bestandteil des gesamten Wirtschafts- und Sozialraums geworden.
  3. Das Internet bietet Möglichkeiten zur Beteiligung an der Gestaltung von Staat und Gesellschaft. Es fördert Wohlstand, Bildung, Chancengerechtigkeit und Informationsfreiheit. Seine enorme gestalterische Kraft braucht jedoch das Vertrauen der Menschen, damit sie sich entfalten kann.
  4. Nutzer, Wirtschaft und Staat haben eine gemeinsame Pflicht, Grundregeln für den Umgang miteinander im Internet auszuhandeln und für deren Verbindlichkeit zu sorgen. Dabei sind Wirtschaft und Staat gefordert, die Nutzer in die Lage zu versetzen, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
  5. Freiheit und Sicherheit sind Grundbedürfnisse – auch im Internet. Voraussetzung dafür ist das Vertrauen darauf, dass der Staat und alle anderen Internet-Akteure diese Grundbedürfnisse mit geeigneten Maßnahmen angemessen ausbalancieren.

Fortschreibung

Die gerade vorgestellte und damit letzte Studie des Instituts, die sich mit dem Verhalten der 14- bis 24-Jährigen befasst, ist eine Fortschreibung einer Untersuchung von 2014. „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt“ – war übrigens die erste Untersuchung überhaupt, die sich mit der nachwachsenden Generation im Hinblick auf das Internet intensiv beschäftigt hat.

Gerade auch diese Studie zeigt, wie das DIVSI-Team bis zum Ende des Instituts sorgfältig und konzentriert weitergearbeitet hat, das Aus bereits vor Augen. Die Ergebnisse dieser Studie finden Sie ausführlich hier. Sie zeigt insbesondere auch, dass sich die junge Generation heute im „Online-Dilemma zwischen Glück und Abhängigkeit“ bewegt.

Erwähnen möchte ich auch die Meinungsführerstudie von 2012: Wer gestaltet das Internet? Bei dieser Untersuchung ging es zunächst um das Verhalten von Führungskräften im digitalen Zeitalter. Die Ergebnisse brachten uns letztlich zu einer weiterführenden Idee und mündeten in ein umfangreiches Buchprojekt.

Dabei wurde untersucht, welche Verantwortung für die Entwicklung in der digitalen Zeit jene Menschen tragen, die an der Spitze von Unternehmen und Institutionen stehen. Die DIVSI-Autoren schafften es, ausschließlich CEOs für ausführliche Interviews zu gewinnen. Aus dem so entstandenen Buch „Digital Leadership“ filterte die „WiWo“-Redaktion als Extrakt einen wiederum viel beachteten Sonderdruck der „WirtschaftsWoche“. Das Heft „neuland – Führung im digitalen Zeitalter: wie Topmanager den Wandel gestalten“ verdeutlichte Vorstellungen zur Digitalisierung von Wirtschaftsgrößen aus der ersten Reihe.

Wie wird die Entwicklung weiterlaufen? Die Untersuchung macht deutlich, dass alle Institutionen, die in diesem Komplex forschen, schützen oder entwickeln wollen, Berge von Aufgaben vor sich haben. Nach aller Erfahrung aus den letzten Jahren wird bei allem, was Akzeptanz finden soll, sehr darauf zu achten sein, bei Neuerungen stets Convenience und Sicherheit in Einklang zu bringen.

Schirmherr Joachim Gauck formulierte diesen Gedanken einmal so: „Die Wahrheit über unseren Umgang mit dem Internet dürfte in der Regel ganz banal lauten: Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit sind einer Mehrheit wichtiger als Sicherheit. Ich denke, es gilt eine Balance zu finden. Ich misstraue sowohl denen, die Sicherheitsbedenken davon abhalten, sich der digitalen Entwicklung wirklich zu öffnen. Ich misstraue aber auch jenen, die allein die Technologie im Auge haben, sich um ihre gesellschaftlichen Auswirkungen aber nicht kümmern.“

Joachim Gauck

Foto: Stefan Zeitz

DIVSI-Schirmherr Joachim Gauck

Nach seiner Amtszeit als Bundespräsident hat Joachim Gauck im Oktober 2017 wieder die Schirmherrschaft übernommen.

DIVSI hatte aus diesem Anlass zu einer Festveranstaltung in die französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin eingeladen. Kritisch, optimistisch, mahnend – so erlebten ihn die Zuhörer bei allen Reden. Gedanken von Joachim Gauck, die im Gedächtnis bleiben sollten:

Aufgabe: „… Sicherheit in der digitalen Welt kostet Geld und Zeit, aber sie lohnt sich … Alle, die im Internet agieren, haben zur Sicherheit des Netzes beizutragen …“

Beherrschbarkeit: „Goethe gönnte seinem Zauberlehrling noch einen Herrn und Meister, der das Chaos wieder richtete. Wir können heute nur an uns selbst appellieren, die Geister, die wir riefen, in die Beherrschbarkeit zurückzuführen.”

Datenschutz: „… erscheint mir der Umgang mit Datenschutz und Internet- Sicherheit … nicht frei von Heuchelei. Teile von Medien und Politik protestieren zwar regelmäßig, wenn die Privatheit verletzt wird oder verletzt zu werden droht. Doch wie authentisch ist diese Empörung, wenn sich bei DIVSI-Studien herausstellt, dass sehr vielen Nutzern eine leichte Bedienung der Netzanwendungen im Zweifel wichtiger ist als die Garantie geschützter Daten?“

Entwicklung: „Wir dürfen uns von den Entwicklungen nicht überrollen lassen. Sie sind Menschenwerk und müssen von Menschen gestaltet werden.“

KI: „… sollten wir nicht auch viel stärker darüber nachdenken, wie das Leben aussehen wird, wenn Roboter und künstliche Intelligenz feste Bestandteile unserer Welt geworden sein werden? Fürchten wir nicht alle, dass sich die Rolle des Menschen dann grundlegend verändern könnte?“

Manipulation: „Wir wissen …, dass Soziale Medien die sozialen Kontakte in der wirklichen Welt verringern, Nutzer in Echokammern hineinlocken und sie in quasi geschlossenen Welten anfällig werden lassen für Manipulationen, Desinformation und Verschwörungstheorien.“

Pflicht: „Insbesondere in der Pflicht sehe ich … die Politiker und die Spezialisten. Bei den Spezialisten wünsche ich mir, dass sie sich nicht nur als Techniker begreifen, sondern die Folgen ihrer Arbeit für das Zusammenleben bedenken. Und bei den Politikern wünsche ich mir, dass sie sich der neuen Technik offensiver stellen und … der aktuellen Entwicklung ausreichend Rechnung tragen.“

Rechte: „Was die Öffentlichkeit augenblicklich im Westen bei den Sozialen Medien am meisten aufregt, ist … der Missbrauch von Daten, vor dem uns der Staat schützen soll … (Es) ist die Schutzpflicht des Staates gefordert, um die Rechte des Bürgers zu verteidigen.”

Verantwortung: „Auch das Individuum trägt Verantwortung für seine Daten.”

Verantwortung

Wohin also wird sich das Wertegerüst unserer Gesellschaft entwickeln? Eine ungeklärte Frage auch unter dem Blickwinkel, dass vermeintlich Algorithmen immer mehr in unser Alltagsleben eingreifen. Was wird mit der Verantwortung für die Welt? Behält der Mensch sie in der Hand, oder geben wir sie ab? Und wenn ja – an wen?

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App sofort: DIVSI magazin auch digital https://www.divsi.de/app-sofort-divsi-magazin-auch-digital/ https://www.divsi.de/app-sofort-divsi-magazin-auch-digital/#respond Fri, 13 Apr 2018 08:20:05 +0000 https://www.divsi.de/?p=17618 Zahlreiche Zusatzfunktionen verbessern den Service für die Leser. Weitere Ausweitungen des Angebots möglich. Technisch gesehen hat das DIVSI magazin aktuell einen Sprung nach vorn getan. Die Art der Beiträge in ihrer bekannten Qualität, geschrieben von Experten aller Fachrichtungen, ändert sich natürlich nicht. Doch das Heft kann ab sofort auch in Form einer nativen App genutzt […]

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DIVSI App

Zahlreiche Zusatzfunktionen verbessern den Service für die Leser. Weitere Ausweitungen des Angebots möglich.

Technisch gesehen hat das DIVSI magazin aktuell einen Sprung nach vorn getan. Die Art der Beiträge in ihrer bekannten Qualität, geschrieben von Experten aller Fachrichtungen, ändert sich natürlich nicht. Doch das Heft kann ab sofort auch in Form einer nativen App genutzt werden. Diese ist auf den üblichen Betriebssystemen wie iOS, Android und Amazon Kindle anwendbar.

Michael Schneider, Kommunikations- Chef bei DIVSI, erläutert die zahlreichen Mehrwerte, die sich dadurch ergeben: „Grundsätzlich lassen sich die Ausgaben des Magazins auch offline lesen, nachdem sie einmalig auf das Device des Nutzers heruntergeladen wurden. Man hat alle Beiträge also immer dabei. Manche Beiträge sind bereits digital angereichert und enthalten etwa Zusammenschnitte von DIVSI-Veranstaltungen, Interviews oder weitere Hintergrundinformationen. Damit bieten wir neben den gewohnt hochwertigen Inhalten auch digitale Mehrwerte und manche Funktionen für ein Plus an Bequemlichkeit und Convenience. Insgesamt liefert diese neue App mehr zeitgemäßes Lesevergnügen.“

Die Vorteile der neuen Möglichkeit wurden erstmals mit der letzten Ausgabe des DIVSI magazins in 2017 deutlich und sind natürlich auch für dieses aktuelle Heft nutzbar. An sinnvollen Stellen sind dabei auch Verlinkungen eingefügt, um so bequem Zugang zu weiteren Informationen bieten zu können. Darunter fallen Verlinkungen aus dem Inhaltsverzeichnis, externe Links zu den Verlagen mit den DIVSI-Buchempfehlungen oder Autoren- Infos. Michael Schneider: „Per Klick können nun DIVSI-Studien ebenfalls als Download heruntergeladen werden. Durch Drücken der Play-Taste werden Interviews als Video direkt abgespielt.“

Außerdem ist mit der neuen App auch eine Volltextsuche sowie das Setzen von Lesezeichen möglich. Das deutlich erweiterte Angebot rund um das DIVSI magazin bleibt dabei natürlich kostenfrei. Michael Schneider: „Perspektivisch ist angedacht, nicht nur das Magazin per App nutzbar zu machen. Wir prüfen, ob sich dieser Service vielleicht ab 2019 auf alle Studien des Instituts ausweiten lässt.“

Kostenloser Download

DIVSImagazin App im Google Play Store

DIVSImagazin App im iTunes App Store

 

 

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Mehr staatliches Engagement für Sicherheit im Internet gefordert https://www.divsi.de/mehr-staatliches-engagement-fuer-sicherheit-im-internet-gefordert/ https://www.divsi.de/mehr-staatliches-engagement-fuer-sicherheit-im-internet-gefordert/#respond Mon, 20 Nov 2017 17:59:56 +0000 http://46.30.3.106/?p=16474 Klare Aussagen zu den Wünschen der Nutzer. Erkenntnisse der neuen DIVSI-Studie in Berlin vorgestellt. Thema auch Online-Postfächer. Von Michael Schneider Auf reges Interesse ist die jüngste DIVSI-Studie „Digitalisierung – Deutsche fordern mehr Sicherheit“ gestoßen, die in Berlin vorgestellt wurde. Schwerpunkte der Untersuchung waren die Einstellungen der in Deutschland lebenden Menschen zur Digitalisierung und die Meinung […]

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Mehr staatliches Engagement für Sicherheit im Internet gefordert

Foto: Stefan Zeitz

Klare Aussagen zu den Wünschen der Nutzer. Erkenntnisse der neuen DIVSI-Studie in Berlin vorgestellt. Thema auch Online-Postfächer.

Von Michael Schneider

Auf reges Interesse ist die jüngste DIVSI-Studie „Digitalisierung – Deutsche fordern mehr Sicherheit“ gestoßen, die in Berlin vorgestellt wurde. Schwerpunkte der Untersuchung waren die Einstellungen der in Deutschland lebenden Menschen zur Digitalisierung und die Meinung der Nutzer zur Frage der Sicherheit im Internet. Außerdem ging es um Online-Postfächer auf Kundenportalen und damit gesammelte Erfahrungen sowie um Einstellungen zur Verwaltung elektronischer Dokumente im Allgemeinen. Realisiert wurde das Projekt von dimap.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass das Internet in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. 70 Prozent der Bevölkerung nutzt es mit seinen Vorteilen zur Gestaltung des Lebensalltags. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, das Sicherheitsniveau in Deutschland muss deutlich erhöht werden. Dabei muss Convenience bleiben. Das ist die Erwartung der Menschen.“ Um die Vorteile der Digitalisierung für sich zu nutzen, müssten sich die Menschen sicher und souverän in der digitalen Welt bewegen können. Hier seien Staat und Unternehmen gefordert, die vielen digitalen Angebote, die unseren Alltag erleichtern, mit höherer Sicherheit in Einklang zu bringen und damit Vertrauen zu stärken.

Insgesamt kennzeichnen auffallende Paradoxien die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet. Nach der Verantwortung für Sicherheit im Internet gefragt, stimmen 83 Prozent der Internetnutzer der Aussage voll oder eher zu, dass jeder selbst für seine Sicherheit im Internet verantwortlich ist. Gleichzeitig bezweifelt die Mehrheit (57 %), dass der Einzelne dieser Verantwortung überhaupt gerecht werden kann. Dies meinen selbst 53 Prozent der Internetnutzer, die ihre eigenen Kompetenzen als sehr gut oder gut einschätzen.

84 Prozent der Internetnutzer in Deutschland erwarten auch von Unternehmen die Übernahme von Verantwortung. Allerdings haben zwei Drittel der Befragten nur geringes bis gar kein Vertrauen darauf, dass die Firmen sich ausreichend um die Sicherheit ihrer Kunden kümmern.

Sicherheitssiegel

Über alle Altersgruppen hinweg verlangen 85 Prozent der Befragten, dass sich der Staat stärker um das Thema Sicherheit im Internet kümmert. Gleichzeitig trauen jedoch 84 Prozent dem Staat nicht zu, dass er dieser Aufgabe gerecht werden und seine Bürger schützen kann. Internetnutzer fordern mehr staatliches Engagement für die Sicherheit im Internet. 80 Prozent der Befragten befürworten ein offizielles Sicherheitssiegel, an dem sich vertrauenswürdige Angebote und Dienstleistungen problemlos erkennen lassen. Genauso viele Nutzer wünschen sich eine staatliche Stelle, bei der die Verantwortung für alle sicherheitsrelevanten Fragen im Internet gebündelt ist.

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), hob im Rahmen der Veranstaltung hervor: „Die Studie ist ein Indikator, um zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Es ist ein deutliches Zeichen, dass die Informationssicherheit als Voraussetzung der Digitalisierung verstanden wird. Das wird in der Studie sehr deutlich und zeigt die Bedeutung der Informationssicherheit. Es ist sehr wichtig, dass es hier eine zentrale Stelle wie das BSI aufseiten des Staates gibt, das als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde die Informationssicherheit in der Digitalisierung für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gestalten muss. Es ist eine gemeinsame Aufgabe.“

Das BSI unterstütze IT-Anwender durch konkrete, praxisorientierte Angebote, etwa in Form von Informationen und Handlungsempfehlungen, die man unter der Adresse www.bsi-fuer-buerger.de zur Verfügung stelle.

Verantwortung

Arne Schönbohm betonte weiter, dass die von einem hohen Prozentsatz der Befragten gewünschte Bündelungsstelle für sicherheitsrelevante Fragen schon heute vorhanden ist. „Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde übernehmen wir gerne diese Verantwortung“, sagte der Präsident des BSI.

Insgesamt, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, stehen die Deutschen der Digitalisierung unverändert positiv gegenüber. Aktuell sind 70 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Digitalisierung viele Vorteile für sie biete. Und auch von denjenigen, die das Internet nicht nutzen, ist sich mehr als ein Drittel dennoch bewusst, dass diese Entwicklung auch auf sie Auswirkungen hat.

Online-Postfächer auf Kundenportalen hält eine Mehrheit zwar für praktisch, gleichzeitig jedoch für unsicher. 70 Prozent der Internetnutzer haben ein Online-Postfach auf einem Kundenportal, jeder Dritte sogar bei drei und mehr verschiedenen Anbietern. Reinhard Schlinkert, geschäftsführender Gesellschafter dimap, zur Struktur der Nutzer: „Es sind vor allem Jüngere und Personen mit einem hohen formalen Bildungsniveau, die Online-Postfächer nutzen. Von den Befragten, die älter als 65 Jahre alt sind, und den Befragten, die einen Hauptschulabschluss haben, nutzt jeweils nur jeder Vierte mindestens ein Online-Postfach auf einem Kundenportal im Internet.“

Zustellung

Gleichzeitig betrachten die Internetnutzer diese Form der elektronischen Zustellung von Dokumenten mit Sorge. 72 Prozent geben an, sich vor einem unbefugten Zugriff zu fürchten. Zwei Drittel derjenigen, die selbst Online-Postfächer nutzen, sind sich manchmal nicht sicher, ob sie dem Anbieter vertrauen können. Ein Drittel fürchtet, irgendwann den Überblick über seine Online-Postfächer zu verlieren. Und jeder zweite Nutzer von Online-Postfächern hat schon einmal sein Passwort vergessen und konnte sich daher nicht anmelden.

Eine sehr große Mehrheit von über 90 Prozent möchte selbst entscheiden können, auf welchem Weg Dokumente zugestellt werden. Acht von zehn Nutzern finden es besser, wichtige Dokumente per Post zu erhalten und sich nicht von einem Online-Postfach herunterladen zu müssen. DIVSI-Direktor Kammer: „Die Nutzer wollen wählen können, auf welchem Weg sie Rechnungen, Kontoauszüge oder andere wichtige Dokumente erhalten. Im Gegensatz dazu steht, dass Unternehmen und Behörden Dokumente verstärkt online versenden und dabei gleichzeitig die bisherige Bringschuld in eine Holschuld umkehren. Dieser Trend muss beendet werden.”

Die aktuelle Umfrage erfolgte nach einer repräsentativen Zufallsauswahl mit computergestützten Telefoninterviews in der zweiten Julihälfte. Befragt wurden 1.266 in Deutschland lebende Personen über 18 Jahre; darunter 1.001 Internetnutzer.

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Gedanken des neuen DIVSI-Schirmherrn Joachim Gauck: „Ich denke, es gilt eine Balance zu finden!“ https://www.divsi.de/gedanken-des-neuen-divsi-schirmherrn-joachim-gauck-ich-denke-es-gilt-eine-balance-zu-finden/ https://www.divsi.de/gedanken-des-neuen-divsi-schirmherrn-joachim-gauck-ich-denke-es-gilt-eine-balance-zu-finden/#respond Mon, 06 Nov 2017 17:38:36 +0000 http://46.30.3.106/?p=16459 Kritische, optimistische und mahnende Gedanken in seiner ersten Rede. Joachim Gauck ist (wieder) Schirmherr des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er hatte dieses Amt bereits unmittelbar nach Gründung des Instituts 2011 inne und legte es nach seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nieder. Er folgt jetzt auf den im […]

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„Ich denke, es gilt eine Balance zu finden!“

Foto: Marius Schwarz | DIVSI

Kritische, optimistische und mahnende Gedanken in seiner ersten Rede.

Joachim Gauck ist (wieder) Schirmherr des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Er hatte dieses Amt bereits unmittelbar nach Gründung des Instituts 2011 inne und legte es nach seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nieder. Er folgt jetzt auf den im Januar verstorbenen Altbundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog. Zu einer Festveranstaltung im Rahmen der Übernahme der Schirmherrschaft hatte DIVSI in die französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin eingeladen.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer wertete bei seiner Begrüßung dies als einen „wunderbaren Tag, einen Tag der Freude“, und sagte: „Wir sind stolz darauf, dass wir ab heute mit dem neuen Schirmherrn zusammenarbeiten dürfen. Wir freuen uns auf die Mitwirkung von Joachim Gauck. Gerade auch seine internationale Erfahrung ist wichtig für uns.“

In seiner ersten Rede als neuer Schirmherr spannte Joachim Gauck einen weiten Bogen (hier Auszüge). Er sprach u.a. über:

Veränderungen.

… Schon vor mehreren Jahren habe ich öffentlich darüber gesprochen, dass die digitale Revolution unsere gesamte Lebens- und Arbeitswelt unwiderruflich verändern wird, auch das Verhältnis der Bürger zum Staat und selbst unser Bild vom Menschen – und dass uns eine menschenwürdige Gestaltung gelingen muss und wird. Aber wenn ich die Vor- und Nachteile der Entwicklung ganz tief in meinem Innern abwog, konnte ich ein gewissen Unbehagen nie ganz abschütteln: Wohin wird uns die Entwicklung führen?…

Anschub.

… Gastgeber Estland setzte die Digitalisierung Ende September 2017 sogar auf die Tagesordnung des Treffens der EU-Staatschefs. Denn der estnische Premierminister Juri Ratas ist gemeinsam mit seinen Landsleuten überzeugt:
„Von der digitalen Lebensweise ist sehr viel zu erwarten, wenn wir sie auf die richtige Weise anschieben.“ …

Haltungen.

… Das habe ich am Beispiel Estland gelernt: Wir dürfen uns von den Entwicklungen nicht überrollen lassen. Sie sind Menschenwerk und müssen von Menschen gestaltet werden. Ich möchte also über Haltungen sprechen. Über Haltungen im Umgang mit einer Entwicklung, die große Chancen verspricht, aber auch mit großen Risiken behaftet ist.

Die Esten wissen, und – mehr noch – sie akzeptieren: Die Zukunft wird digital. Sie schafft im Leben eines jeden Einzelnen viele Erleichterungen und Verbesserungen, ist aber auch nicht unbedenklich und ungefährlich. Aber nur wer imstande ist, die neue Technik zu beherrschen und zu entwickeln, wird ihre Unzulänglichkeiten – weitgehend – beseitigen, Gefahren – weitgehend – erkennen und Risiken mindern können. Derjenige hingegen, der aus Ängstlichkeit vor ihren Schwachstellen die Finger von ihr lässt, wird zwangsläufg zum Getriebenen, zum Abgehängten und zum Opfer ihrer dunklen Seiten …

Bedenken.

… wie die neueste Studie von DIVSI zeigt, wissen inzwischen erstaunlich viele Menschen die Erleichterungen und Vorteile für sich persönlich und für unser Land zu schätzen … Gleichzeitig … stehen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken einer breiteren Akzeptanz der digitalen Technologie oft noch im Wege…

Heuchelei.

…Einerseits verstehe ich die Angst vor Verletzung der Privatheit gerade in einer Nation, in der Überwachung zwei Mal als Werkzeug illegitimer Herrschaft über das Volk genutzt wurde … Aber der Verweis auf Stasi und Gestapo bzw. die Assoziation mit dem Roman „1984“ ist in der Regel falsch. Ja, es gibt Fälle, in denen der Staat jemanden überwacht und ausspäht. Die Internetkonzerne hingegen hacken sich nicht ein und hören uns nicht gezielt ab. Sie sammeln einfach ein, was ihnen freiwillig angeboten wird.

Deshalb erscheint mir der Umgang mit Datenschutz und Internetsicherheit in Deutschland nicht frei von Heuchelei. Teile von Medien und Politik protestieren zwar regelmäßig, wenn die Privatheit verletzt wird oder verletzt zu werden droht. Doch wie authentisch ist diese Empörung, wenn sich bei DIVSI-Studien herausstellt, dass sehr vielen Nutzern eine leichte Bedienung der Netzanwendungen im Zweifel wichtiger ist als die Garantie geschützter Daten? …

Balance.

… Die Wahrheit über unseren Umgang mit dem Internet dürfte in der Regel ganz banal lauten: Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit sind einer Mehrheit wichtiger als Sicherheit…Ich denke, es gilt eine Balance zu finden. Ich misstraue sowohl denen, die Sicherheitsbedenken davon abhalten, sich der digitalen Entwicklung wirklich zu öffnen. Ich misstraue aber auch jenen, die allein die Technologie im Auge haben, sich um ihre gesellschaftlichen Auswirkungen aber nichtkümmern…

Sicherheit.

…Aber wir sind nicht hilflos. Sicherheit in der digitalen Welt kostet Geld und Zeit, aber sie lohnt sich … Ich denke, dies zu vermitteln ist eine wichtige Aufgabe der nächsten Zeit. Alle, die im Internet agieren, haben zur Sicherheit des Netzes beizutragen …

Unsicherheit.

…Was den Umgang mit der digitalen Technologie meines Erachtens generell schwierig macht, ist ihre Ambivalenz … Denn Umgang mit Ambivalenzen fällt dem Menschen schwer. 31 Prozent der Internetnutzer und sogar 46 Prozent der Nicht-Internetnutzer haben bei DIVSI-Umfragen vom Sommer diesen Jahres angegeben, sich durch die Digitalisierung verunsichert zu fühlen. Und Unsicherheit oder sogar Angst lähmen, sie fördern Fluchttendenzen und hindern oder verzögern Aktivitäten zur Problemlösung.

Das betrifft insbesondere das Nachdenken über die mittel- und längerfristigen Folgen der rasanten Entwicklung. Haben wir uns beispielsweise schon ausreichend damit auseinandergesetzt, wie der Einzelne es lernen kann, in den zahlenmäßig unübersehbaren Möglichkeiten der digitalen Sphäre nicht zu ertrinken? …

Veränderung.

…Sollten wir nicht auch viel stärker darüber nachdenken, wie das Leben aussehen wird, wenn Roboter und künstliche Intelligenz feste Bestandteile unserer Welt geworden sein werden? Fürchten wir nicht alle, dass sich die Rolle des Menschen dann grundlegend verändern könnte?

An all diese Fragen denke ich, wenn ich davon spreche, dass das, was in der digitalen Welt geschieht, wesentlich von unserer Haltung abhängt …

Kodex.

… mir liegt daran, die Anliegen von DIVSI zu unterstützen: Zu ermitteln, wie weit die digitale Technologie bereits Einzug gehalten hat in unsere Welt und wie sie aufgenommen wird; einen interdisziplinären Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern; über Chancen und Risiken des Internets zu forschen und einen offenen und transparenten Dialog über Vertrauen und Sicherheit im Netz zu organisieren und mit neuen Aspekten zu beleben.

Wichtig erscheint mir auch das Nachdenken über einen digitalen Kodex, über Leitplanken im Internet, wie es der ehemalige Bundespräsident und ehemalige DIVSI-Schirmherr Roman Herzog formulierte: Reichen unsere Werte aus der analogen Welt, oder wo ist Nachholbedarf? …

Handlungsbedarf.

… Durch seine Studien hat DIVSI… dazu beigetraten, den Ist-Zustand auf verschiedenen digitalen Feldern zu ermitteln und dadurch den Handlungsbedarf für die Politik aufzuzeigen. Es hat mit seinen Studien auch die gängige These widerlegt, dass im Internet alle gleich seien und Bits und Bytes keinen Unterschied machten zwischen Arm und Reich, Akademikern und Bildungsfernen. Vielmehr stellte sich heraus, dass Bildungsgrad, Höhe des Einkommens, Wohnlage und andere soziale Faktoren Verhalten im und Umgang mit dem Netz determinieren …

Mammutaufgabe.

… Vor wenigen Wochen hat DIVSI einen großen Bruder erhalten: Mit dem
„Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft“, dem Deutschen Internet Institut (DII), existiert nun auch ein staatliches Institut, das sich ebenfalls mit den Wechselwirkungen von fortschreitender Technisierung und Gesellschaft beschäftigen wird…Wir blicken jetzt schon gespannt darauf und freuen uns auf erste Forschungs- und Studienergebnisse und die Impulse, die das Deutsche Internet Institut der Gesellschaft, aber auch dem DIVSI geben kann. Ich werde mich bemühen, dass gelegentlich auch umgekehrt das DIVSI die Arbeit des DII befruchten kann.

Anders geht es gar nicht angesichts der Mammutaufgabe – gerade in Zeiten wie diesen, die geprägt sind von Unsicherheiten und Vertrauensverlusten im politischen wie ökonomischen Bereich. Wir brauchen ein Zusammenwirken aller Kräfte …

Vereinfachung.

… Insbesondere in der Pflicht sehe ich allerdings zwei Gruppen: die Politiker und die Spezialisten. Bei den Spezialisten wünsche ich mir, dass sie sich nicht nur als Techniker begreifen, sondern die Folgen ihrer Arbeit für das Zusammenleben bedenken. Und bei den Politikern wünsche ich mir, dass sie sich der neuen Technik offensiver stellen und mit Diskussionen und Gesetzen der aktuellen Entwicklung ausreichend Rechnung tragen.

Ich wünsche mir, dass sie generell, aber gerade auf diesem Gebiet eine Kommunikation erhellender Vereinfachung mit den Bürgern entwickeln und so das Unwissen mindern und Ängsten konstruktiv begegnen. Nur so kann der Unkultur von Ängstlichkeit und von Gleichgültigkeit und Fatalismus gewehrt werden. Nur so wird Deutschland im digitalen Bereich einen Platz einnehmen, der seinem politischen und wirtschaftlichen Rang entspricht.

Jürgen Gerdes: Grußwort

Foto: Marius Schwarz

Grußworte von Jürgen Gerdes,
Vorstand Deutsche Post DHL Group

Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass Joachim Gauck nach seiner höchst erfolgreichen Zeit als Bundespräsident wieder die Schirmherrschaft über das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet übernommen hat. Wohl kaum eine andere Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in Deutschland und darüber hinaus genießt in der Bevölkerung ebenso wie unter den Entscheidern in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur ein so hohes Ansehen wie Joachim Gauck. Über Jahrzehnte hinweg hat der evangelische Theologe und spätere Bundesbeauftragte für die Sicherung der Stasi-Unterlagen die Menschen in diesem Land immer wieder ermutigt, ihre Bürgerrechte selbstbewusst wahrzunehmen. Das DIVSI hätte kaum einen besseren Botschafter finden können, um der Forschungsarbeit des Instituts die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Joachim Gauck wird als Schirmherr nicht nur seinen guten Ruf und seine hohe Reputation in dieses Projekt einbringen. Er hat auch sehr klare Vorstellungen davon, welche Ziele das gemeinnützig arbeitende Institut erreichen sollte. Und die vertritt er mit leidenschaftlichem Engagement. Gemeinsam mit ihm will das DIVSI auch in den nächsten Jahren untersuchen, wie Menschen im Internet unterwegs sind, welche Verhaltensweisen sie dabei an den Tag legen, welche Erfahrungen sie dabei machen und wie sie diese Erfahrungen beurteilen. In gewisser Weise handeln wir wie einst Alexander von Humboldt auf seinen Entdeckungsreisen: Beobachten und Beschreiben dort, wo bisher noch niemand hingeschaut hat, das ist unsere Kernaufgabe. So haben wir in den vergangenen Jahren der interessierten Öffentlichkeit zahlreiche wirklich neue Erkenntnisse über den Entwicklungsstand des Internets präsentieren dürfen. Die ausführliche Berichterstattung in den Medien hat uns gezeigt, welche Bedeutung dem DIVSI und seinen exklusiven Forschungsberichten beigemessen wird. Neue Studien sind in Vorbereitung und stehen kurz vor dem Abschluss. Wir dürfen gespannt sein.

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Das Internet ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen https://www.divsi.de/das-internet-ist-in-der-mitte-unserer-gesellschaft-angekommen/ https://www.divsi.de/das-internet-ist-in-der-mitte-unserer-gesellschaft-angekommen/#respond Mon, 10 Oct 2016 08:41:56 +0000 http://46.30.3.106/?p=15377 Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für die digitalen Lebenswelten? Neue Studie vorgelegt Von Maximilian von Schwartz Vier Jahre nach Veröffentlichung der ersten DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet stellte das DIVSI gemeinsam mit dem SINUS-Institut am 28. Juni in Berlin die aktualisierten DIVSI Internet-Milieus 2016 vor. Die Studie zeigt auf, dass die Digitalisierung […]

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DIVSI Internet Milieus 2016

Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für die digitalen Lebenswelten? Neue Studie vorgelegt

Von Maximilian von Schwartz

Vier Jahre nach Veröffentlichung der ersten DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet stellte das DIVSI gemeinsam mit dem SINUS-Institut am 28. Juni in Berlin die aktualisierten DIVSI Internet-Milieus 2016 vor. Die Studie zeigt auf, dass die Digitalisierung der Gesellschaft und die Verbreitung des Internets zwar längst keine neuen Erscheinungen mehr sind, mit Blick auf die Innovationsdynamik der Digitalisierung aber noch immer von einer rasanten Entwicklung gesprochen werden kann. Deutlich wird, dass sich die resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen nicht auf das Online-Verhalten der Menschen beschränken, sondern auch ihre Einstellungen und Überzeugungen im Kontext Internet und digitale Medien betreffen.

Die technischen Entwicklungen der vergangenen vier Jahre und ihre steigende Bedeutung als selbstverständliche Infrastruktur haben deutliche Spuren im Alltag der Menschen hinterlassen. Zusammengefasst ergeben die Studienergebnisse im Kern Folgendes:

  1. Das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Ein pragmatischer, unaufgeregter Zugang zum Netz ist für weite Teile der Gesellschaft normal geworden; Verunsicherung und Skepsis nehmen bei den möglichen digitalen Grundhaltungen weniger Raum ein als noch 2012. Auch bei den Offlinern ist die Wertschätzung des Internets gestiegen, allerdings wuchsen auch ihre Sicherheitsbedenken.
  2. Die digitale Gesellschaft driftet auseinander: Fanden sich bei den zurückhaltenden, internetfernen Personen 2012 noch deutlich mehr Menschen nicht nur in einfacher, sondern auch in gehobener sozialer Lage, sind die Internetfernen nunmehr nahezu ausschließlich Menschen mit geringem Einkommen und geringer Formalbildung.
  3. Intensiv-Onliner sind nicht automatisch Internet-Fans: Nach wie vor kann ein Internet-Milieu identifiziert werden, das euphorisch alle neuen Entwicklungen im Bereich des Internets mit großem Interesse aufnimmt und bejaht (Netz-Enthusiasten). Gleichzeitig wird eine gewisse Ernüchterung im stark digitalisierten Bereich der Gesellschaft sichtbar, die eine sehr intensive Nutzung mit einer selektiv-kritischen Sicht auf bestimmte Entwicklungen und Möglichkeiten des Netzes vereint und sich vom „internettrunkenen Mainstream“ absetzt (siehe insbesondere Souveräne Realisten).

Die DIVSI Internet-Milieus 2016 im Profil

Neben der Identifikation übergeordneter Trends war es – wie in der Vorgängerstudie – wesentliches Ziel der Untersuchung, die unterschiedlichen digitalen Lebenswelten genauer zu verstehen. Die folgende Darstellung zeigt, wie sich die DIVSI Internet-Milieus 2016 entlang zweier Achsen verteilen: der sozialen Lage auf der vertikalen und der Einstellung zum Internet sowie der grundlegenden Werthaltung auf der horizontalen Achse. Je höher eine Gruppe in dieser Grafik angesiedelt ist, desto gehobener sind Bildung und Einkommen. Je weiter rechts ein Internet-Milieu angesiedelt ist, desto wichtiger und selbstverständlicher ist das Online-Sein und desto mehr Aktivitäten finden online statt – zumeist verbunden mit der Tatsache, dass diese Personen auch mehr Zeit online verbringen als diejenigen, die in der Grafik weiter links zu finden sind.

Insgesamt betrachtet können im Vergleich zu 2012 eine Zunahme und eine Ausdifferenzierung derjenigen Gruppen festgestellt werden, die dem Internet offen gegenüberstehen. Gleichzeitig wird der Anteil der weniger internetaffinen Menschen in Deutschland geringer.

Netz-Enthusiasten (15 %)

Netz-EnthusiastenDie Netz-Enthusiasten lieben das Internet. Sie können und möchten sich ein Leben „ohne“ nicht vorstellen. Sie sind besonders aktive und souveräne Nutzer, die ihren Alltag weitestgehend online leben und organisieren und eine ausgesprochene Begeisterung für Soziale Netzwerke teilen. 13 Prozent von ihnen sind fast den gesamten Tag online (7 Prozent im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung).

„Also, ohne das Internet ist es schon echt extrem schwer heutzutage. Natürlich, ich kann leben, aber mein Leben, so wie es jetzt ist, wäre komplett anders. Also auf den Kopf gestellt.“ (weiblich, 24 Jahre)

Souveräne Realisten (12 %)

Souveräne Realisten

Souveräne Realisten sind unaufgeregte Intensivnutzer. Sie sind zwar von den bisherigen und in Zukunft zu erwartenden Errungenschaften und Möglichkeiten des Internets überzeugt, beobachten die digitale Entwicklung aber durchaus kritisch – insbesondere, wenn es um Soziale Netzwerke geht. In diesem Internet-Milieu sind 83 Prozent täglich online (gesamt: 59 Prozent).

„Meine gesamte Arbeit wäre ohne das Internet nicht möglich. Also das ist quasi die Basis meiner Existenz.“ (männlich, 32 Jahre)

Effizienzorientierte Performer (15 %)

Effizienzorientierte PerformerDie Effizienzorientierten Performer sind vom Internet begeistert, allen voran von den mobilen Möglichkeiten, die den beruflichen wie privaten Alltag erleichtern. Die Verantwortung, für Sicherheit im Netz zu sorgen, sehen sie zwar – stärker als alle anderen Internet-Milieus – beim Staat, Sicherheitsrisiken begegnen sie aber dennoch proaktiv, souverän und pragmatisch.

„Ich brauche das Internet, und ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, ohne zu leben, einfach, weil ich in der Welt lebe, in der ich lebe.“ (männlich, 39 Jahre)

Unbekümmerte Hedonisten (11 %)

Unbekümmerte Hedonisten

Unbekümmerte Hedonisten partizipieren ausgiebig an den Möglichkeiten des Internets und sind dabei besonders begeistert von Sozialen Netzwerken. Dennoch sind sie nicht souverän im Umgang mit dem Netz und gestehen sich das auch selbst ein. Vor allem der Umgang mit persönlichen Daten ist unbedarft und ihre Gefahren- und Risikowahrnehmung widersprüchlich. Sicherheitsmaßnahmen ergreifen sie vergleichsweise selten – teils aus Unwissenheit, teils aus Arglosigkeit.

„Ohne Internet würde mir diese Gewohnheit fehlen, auch so etwas wie eine körperliche Gewohnheit, also aufzustehen und erst mal aufs Handy zu patschen.“ (weiblich, 26 Jahre)

Verantwortungsbedachte Etablierte (16 %)

Verantwortungsbedachte Etablierte

Verantwortungsbedachte Etablierte sehen die Digitalisierung als positive und wichtige Entwicklung, an der sie in jedem Fall teilhaben möchten. Ihre Einstellung zum Netz ist aber nicht euphorisch, sondern eher abwägend und besonnen. Sie sind zwar regelmäßig, aber selektiv im Netz unterwegs. Soziale Netzwerke und Unterhaltungsansprüche spielen nur eine unterdurchschnittliche Rolle. In puncto Sicherheit sehen sie zuallererst den Nutzer selbst in der Verantwortung, erwarten aber auch vom Staat ein eindeutiges Engagement.

„Also, ich würde mich auch ohne Internet nicht langweilen. Dann könnte ich mich endlich meinen ganzen Büchern, meinen CDs und Sprach-CDs widmen, und dann habe ich auch noch das Fernsehen.“ (weiblich, 52 Jahre)

Vorsichtige Skeptiker (12 %)

Vorsichtige Skeptiker

Vorsichtige Skeptiker sind zurückhaltende Nutzer. Sie sind häufig überfordert und wenig souverän im Umgang mit dem Internet. Gefahren im Kontext Datensicherheit erscheinen ihnen groß und unüberschaubar. Besonders kritisch sehen sie den Umgang von Unternehmen mit persönlichen Daten. Im Milieu-Vergleich haben sie mit die stärksten Bedenken im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung.

„Ohne Internet zu sein, ist ja wie Fasten. Das tut auch gut, mal auf etwas zu verzichten. Und dann sieht man erst, wie abhängig man vielleicht ist. Das wird einem dann erst bewusst, wie oft man online ist.“ (weiblich, 34 Jahre)

Internetferne Verunsicherte (19 %)

Internetferne Verunsicherte

Internetferne Verunsicherte sind im Umgang mit dem Internet stark überfordert und nehmen deutlich mehr Risiken als Chancen wahr. Das führt zu einer extrem zurückhaltenden Nutzung oder zu einer rigorosen Meidung des Netzes (knapp drei Viertel sind Offiiner). Weil sie sich mit dem Internet kaum auskennen, delegieren sie die Verantwortung für die Sicherheit vor allem an den Staat und die Unternehmen und nehmen sich selbst vergleichsweise wenig in die Verantwortung.

Ich gehe sehr vorsichtig mit dem Internet um, eher distanziert. Also, ich bin ein Mensch, der lebt noch von Printmedien, das ist so, und da wird sich auch nicht mehr groß was ändern.“ (männlich, 61 Jahre)

Teilhabe

Die DIVSI Internet-Milieus beschreiben nicht nur die verschiedenen Einstellungen zum Internet, sondern zeigen auch milieuspezifische Grade der Teilhabe bzw. Teilhabechancen am digitalen Leben auf.

Joanna Schmölz, Vize-Direktorin des DIVSI und verantwortlich für die Studien: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen eindrücklich, dass die Teilhabechancen an der digitalisierten Zukunft über die DIVSI Internet-Milieus ungleich verteilt sind. Und das ist längst mehr als eine Frage danach, ob jemand technischen Zugang zum Internet hat oder nicht. Zur Sicherstellung der digitalen und damit auch immer mehr der sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe reicht weder die Bereitstellung technischer Zugänge noch die Motivation zu mehr Internet-Nutzung aus. Entscheidend ist vielmehr, die Menschen auch entsprechend zu befähigen, sich souverän in der digitalen Welt bewegen und Risiken richtig einschätzen zu können.“

Für die Frage, wie die jeweiligen Personengruppen erreicht und angesprochen werden können, liefert die vorliegende Studie detaillierte Beschreibungen der digitalen Lebenswelten in Deutschland. Zudem identifiziert sie diejenigen Internet-Milieus, die Gefahr laufen, von zukünftigen Entwicklungen ausgeschlossen zu sein, obwohl sie Onliner sind. Dabei wird deutlich, dass die Grenzen künftig immer weniger zwischen Onlinern und Offiinern verlaufen werden, sondern zwischen denjenigen, die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten, und denen, die daran teilhaben wollen, aber nicht können.

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Aktuelles zum Tag https://www.divsi.de/aktuelles-zum-tag/ https://www.divsi.de/aktuelles-zum-tag/#respond Wed, 23 Mar 2016 12:44:47 +0000 http://46.30.3.106/?p=14549 Frage des Tages Peter Schaar zur Vorratsdatenspeicherung und den Anschlägen in Brüssel 23. März 2016 – DIVSI: „Angesichts der jüngsten Terroranschläge in Brüssel fragen sich viele Menschen, ob die Einschränkung oder gar der vorübergehende Verzicht auf Regeln des Datenschutzes Leben retten könnte, weil wir dann möglicherweise Attentate verhindern können, weil Ermittler Dank solcher Erkenntnisse frühzeitig eingreifen?“ […]

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Frage des Tages

Peter Schaar zur Vorratsdatenspeicherung und den Anschlägen in Brüssel

23. März 2016 – DIVSI: „Angesichts der jüngsten Terroranschläge in Brüssel fragen sich viele Menschen, ob die Einschränkung oder gar der vorübergehende Verzicht auf Regeln des Datenschutzes Leben retten könnte, weil wir dann möglicherweise Attentate verhindern können, weil Ermittler Dank solcher Erkenntnisse frühzeitig eingreifen?“

Peter Schaar: „Sowohl in Frankreich als auch in Belgien haben die Polizei und die Geheimdienste weitergehende Befugnisse als in Deutschland. Auch die dortige Vorratsdatenspeicherung hat die Anschläge nicht verhindern können.“

 Frage des Tages: Peter Schaar zu Vorratsdatenspeicherung und Sicherheit

Zahl des Tages

22. März 2016: 60 Prozent der deutschen Verbraucher trauen den AGB und Datenschutzerklärungen von Internetfirmen nicht!

Weitere Infos und zur Studie: http://46.30.3.106/publikationen/studien/divsi-umfrage-gehen-internet-nutzer-deutschland-mit-agb-und-datenschutzbedingungen-um

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DIVSI-Bucerius-Forum 2016: Is Code the New Law? – Ethik und Verantwortung in der digitalen Welt https://www.divsi.de/divsi-bucerius-forum-2016-is-code-the-new-law-ethik-und-verantwortung-in-der-digitalen-welt/ https://www.divsi.de/divsi-bucerius-forum-2016-is-code-the-new-law-ethik-und-verantwortung-in-der-digitalen-welt/#respond Wed, 24 Feb 2016 15:13:17 +0000 http://46.30.3.106/?p=14490 Forum des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und der Bucerius Law School am 12. und 13. Mai 2016 in Hamburg Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und die Bucerius Law School setzen auch in diesem Jahr ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort, und so wird das diesjährige DIVSI-Bucerius-Forum am 12. […]

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Bucerius Law School

Forum des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und der Bucerius Law School am 12. und 13. Mai 2016 in Hamburg

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und die Bucerius Law School setzen auch in diesem Jahr ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort, und so wird das diesjährige DIVSI-Bucerius-Forum am 12. und 13. Mai 2016 ebenfalls in den Räumen der Bucerius Law School stattfinden.

Ohne Informationstechnologie und eine Vernetzung über das Internet geht inzwischen fast nichts mehr. Die IT leitet uns in unseren beruflichen und privaten Lebenswelten. Sie trifft dort oftmals selbst Entscheidungen oder gibt uns zumindest Richtungen oder Rahmen für unsere Entscheidungen vor. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn wir uns zunehmend auf Entscheidungsstrukturen verlassen, die nicht mehr menschlich sind? Welche Menschen bleiben dann noch verantwortlich und welche ethischen Grundsätze sollen dabei eigentlich gelten? Hierüber möchten wir mit Ihnen auf dem DIVSI-Bucerius-Forum 2016 ins Gespräch kommen und haben daher den Titel „Is Code The New Law? – Ethik und Verantwortung in der digitalen Welt“ als Leitfrage für unsere Veranstaltung gewählt.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung wird die Chefredakteurin der WirtschaftsWoche Prof. Dr. Miriam Meckel ethische Fragen am Mensch-Maschine-Merger aufwerfen. Auf dem anschließenden Podium werden die Diskutanten sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und darüber diskutieren, ob wir im digitalen Zeitalter eine neue Ethik brauchen. Für das Podium haben zugesagt: Stephan Noller, Geschäftsführer ubirch GmbH, Prof. Dr. Björn Bloching, Roland Berger, Prof. Dr. Dagmar Borchers, Universität Bremen und Silke Lautenschläger, Mitglied des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe AG, Maria Reimer, Gründerin Jugend hackt. Der zweite Tag wird aus akademischer Perspektive die Aspekte von Ethik und Verantwortung in Zeiten der Digitalisierung beleuchten. Vortragende werden sein: Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem, Bucerius Law School, Prof. Dr. Ingrid Schneider, Universität Hamburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann und Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann, Technische Universität Darmstadt.

Das vorläufige Programm können Sie hier und unter ipcenter.law-school.de einsehen.

Programm

„Is Code The New Law?“
Ethik und Verantwortung in der digitalen Welt

DIVSI-Bucerius Forum
am 12./13. Mai 2016

Donnerstag, 12. Mai 2016
14.00 Registrierung und Begrüßungskaffee
14.30

Begrüßung

Prof. Dr. Karsten Thorn, LL.M., Bucerius Law School, Hamburg
Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

14.45

Grußwort

Staatssekretär Gerd Billen, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Berlin

15.00

Die Lücke, die der Teufel lässt – Ethische Fragen an den Mensch-Maschine-Merger

Prof. Dr. Miriam Meckel, WirtschaftsWoche, Düsseldorf

16:00

kurze Pause
16:15

Podiumsdiskussion: „Das Internet – ethikfreie Zone?“ Wie ändern sich in Zeiten der Digitalisierung Normen und Werte? Brauchen wir neue ethische Standards? Mit diesen Fragen wird sich die Diskussionsrunde befassen.

Prof. Dr. Björn Bloching, Roland Berger, Hamburg
Prof. Dr. Dagmar Borchers, Universität Bremen
Silke Lautenschläger, Mitglied des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe  AG, Düsseldorf
Stephan Noller, Geschäftsführer ubirch GmbH, Berlin
Maria Reimer, Jugend hackt, Berlin

Moderation: Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

Im Anschluss


Ausklang mit Buffet

 

Freitag, 13. Mai 2016

8.30 Registrierung und Begrüßungskaffee
9.00

Begrüßung

Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg

Vorträge mit Diskussion
9.15

Rechtliche und außerrechtliche Regeln in der „Welt“ des Internets – Steuerungs- und Selektionswirkungen

Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem, Bucerius Law School, Hamburg

10.15

Potentiale und Grenzen der professionsethischen Selbstregulierung in der Informatik

Prof. Dr. Ingrid Schneider, Universität Hamburg

11.15 Kaffeepause
11.45

Die digitale Agenda im Gesundheitssystem. Chancen und Risiken – Ethische Fragen

Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Universität Siegen

12.45

Big Hype, Big Brother – die ethische Dimension von Big Data

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann, Technische Universität Darmstadt

13.45

Schlusswort

Matthias Kammer, DIVSI, Hamburg 

Im Anschluss Imbiss und Ausklang der Veranstaltung

Zur Anmeldung

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Weniger Bürokratie, mehr Leben: DIVSI fördert NEGZ Top 100-Studie für Bürger https://www.divsi.de/weniger-buerokratie-mehr-leben-divsi-foerdert-negz-top-100-studie-fuer-buerger/ https://www.divsi.de/weniger-buerokratie-mehr-leben-divsi-foerdert-negz-top-100-studie-fuer-buerger/#respond Wed, 16 Dec 2015 14:36:04 +0000 http://46.30.3.106/?p=14397 Staatsmodernisierung statt Behördenjogging: Was sind die 100 wichtigsten und häufigsten Verwaltungsleistungen, die deutschlandweit einheitlich online angeboten werden sollten? Die Experten des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ) haben ein Ziel der Koalitionsvereinbarung unserer Bundesregierung untersucht und hierzu eine erste Kurzstudie veröffentlicht: NEGZ-Studie „Top 100 – Die wichtigsten und am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen für Bürger“ (11/2015, PDF). Unter […]

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Weniger Bürokratie, mehr Leben: DIVSI fördert NEGZ Top 100-Studie für Bürger

Bild: Jacob Lund – Shutterstock

Staatsmodernisierung statt Behördenjogging: Was sind die 100 wichtigsten und häufigsten Verwaltungsleistungen, die deutschlandweit einheitlich online angeboten werden sollten? Die Experten des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ) haben ein Ziel der Koalitionsvereinbarung unserer Bundesregierung untersucht und hierzu eine erste Kurzstudie veröffentlicht: NEGZ-Studie „Top 100 – Die wichtigsten und am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen für Bürger“ (11/2015, PDF). Unter dem Vorsitz von DIVSI Direktor Matthias Kammer wurde das Projekt durch einen hochrangigen Expertenbeirat unterstützt. Die Studie wurde mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durchgeführt.

Management Summary

Zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode haben sich die Koalitionspartner im Jahr 2013 darauf verständigt, die 100 wichtigsten und am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen bundesweit einheitlich online anzubieten. Mit der vorliegenden Studie wird ein Vorschlag unterbreitet, welche Leistungen das sind bzw. sein können. Dafür wurde ein Vorgehensmodell entwickelt, das drei relevante Dimensionen enthält: Effektivität, Effizienz und Umsetzbarkeit. Diese wurden mit Kriterien unterlegt und das Vorgehensmodell anschließend auf die deutschen Verwaltungsleistungen angewendet. Für die Auswahl der Verwaltungsleistungen wird von Lebenslagen, die Bürger typischerweise haben, ausgegangen. Hierfür wurden in einem ersten Schritt umfassend Lebenslagen identifiziert. Anschließend wurden die wichtigsten und häufigsten Lebenslagen ausgewählt. Dafür wurden bundesweit verfügbare Datenbanken verwendet. Dabei zeigte sich, dass die Lebenslagen Geburt, Kinderbetreuung, Berufsausbildung, Studium und Zuwanderung die wichtigsten und häufigsten Lebenslagen sind. Die Lebenslage Zuwanderung wurde damit schon vor der großen Zuwanderungswelle 2015 als relevant identifiziert. Alle Lebenslagen wurden anschließend vertieft analysiert und Kernleistungen der jeweiligen Lebenslagen identifiziert. Darüber hinausgehend wurden lebenslagenübergreifende Querschnittsleistungen und häufigvorkommende Einzelleistungen identifiziert, so dass eine ausgewogene Zusammenstellung von wichtigen und häufigen Leistungen vorgenommen werden konnte. Abschließend werden Wege aufgezeigt, in welchem Ausmaß und wie „bundesweit einheitlich“ Leistungen „online“ umgesetzt werden können. Die konkreten Umsetzungsvarianten und -anforderungen sind in einer getrennten Machbarkeitsstudie aufzuarbeiten.

Die Studie steht als PDF in der „Kurzfassung für Bürger“ auf NEGZ-Studie „Top 100 – Die wichtigsten und am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen für Bürger“ zur Verfügung.

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Beteiligung im Internet: Im Prinzip sind alle dabei! https://www.divsi.de/beteiligung-im-internet-im-prinzip-sind-alle-dabei/ https://www.divsi.de/beteiligung-im-internet-im-prinzip-sind-alle-dabei/#respond Fri, 16 Oct 2015 10:12:48 +0000 http://46.30.3.106/?p=14005 Neue DIVSI Studie zeigt ganz unterschiedliche Sichtweisen in den verschiedenen Milieus. Von Meike Otternberg Deutsche Internet-Nutzer sind auf einer Reihe von Feldern aktiv im Netz dabei. Sie nutzen es für Teilhabe an Kultur, Bildung, Gesundheit und Wirtschaft. Häufig findet Beteiligung im wirtschaftlichen Kontext statt, aber auch in Verbindung mit Hobbys oder für zivilgesellschaftliche Anliegen. So […]

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Beteiligung im Internet: Im Prinzip sind alle dabei!

Bild: venimo – Shutterstock

Neue DIVSI Studie zeigt ganz unterschiedliche Sichtweisen in den verschiedenen Milieus.

Von Meike Otternberg

Deutsche Internet-Nutzer sind auf einer Reihe von Feldern aktiv im Netz dabei. Sie nutzen es für Teilhabe an Kultur, Bildung, Gesundheit und Wirtschaft. Häufig findet Beteiligung im wirtschaftlichen Kontext statt, aber auch in Verbindung mit Hobbys oder für zivilgesellschaftliche Anliegen. So lautet ein Kernergebnis einer neuen qualitativen DIVSI-Untersuchung, realisiert mit den Experten des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen im Rahmen des DIVSI-Forschungsprogramms „Beteiligung im Internet“.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass Beteiligung im politischen Bereich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Nur wenige setzen sich im Internet für politische Anliegen ein, indem sie Kommentare schreiben, Parteien folgen, in politischen Foren diskutieren oder E-Petitionen unterzeichnen. Es sind wenige, die sich digital an Politik beteiligen und sie auf diesem Weg beeinflussen oder verändern wollen.

Wer, wie, wann, warum?

Doch was verstehen die Internet-Nutzer eigentlich unter Beteiligung im Internet? Wer ist wie und mit welcher Absicht dabei? Die aktuelle Studie zeigt hier eine enorme Bandbreite. Sie beginnt bei der Vorstellung, dass bereits reines Online-Sein Beteiligung ist. Zitat: „Ich finde, man ist immer dann beteiligt, wenn man, wie z.B. bei einem Computer, auf das Internet-Symbol klickt. Weswegen ich die letzten Tage am Internet beteiligt war.“

Auf der anderen Seite gibt es jene, die unbedingt auf den kreativen, produktiven Aspekt Wert legen. Demnach beteiligt sich nur, wer etwas schafft, ergänzt oder verändert: „Damit sich jemand beteiligt, müsste man bloggen, in Foren Hilfestellung geben und versuchen, in irgendeiner Art und Weise Spenden zu sammeln, also in irgendeiner Weise im Netz aktiv sein.“

Eindeutig zeigt die Studie, dass die Nutzer zwischen „aktiver“ und „passiver“ Beteiligung differenzieren. Das Aufnehmen von Informationen oder die Nutzung von Diensten, ein bloßes Herumsurfen sind Formen „passiver Beteiligung“. Man ist irgendwie Teil unserer digitalen Lebenswelt, ohne aber selbst etwas zu leisten. Dennoch scheint auch eine passive Beteiligung nicht unwichtig. Allein durch die Nutzung des Mediums und seiner Angebote tragen die „passiv Beteiligten“ dazu bei, dass diese bestehen können.

Im Unterschied dazu verlangt aktive Beteiligung einen höheren Aufwand und ist durch ein Mehr an Eigenverantwortung geprägt. Die Gruppe der „aktiv Beteiligten“ trägt nachhaltig zur Ergänzung des Internets bei, etwa durch Kommentare in einem Forum. Solche Äußerungen können eine Diskussion beflügeln, wertvoller machen – und auf diese Weise auch das Internet insgesamt.

Auch negative Beteiligung ist ein Thema. Denn im globalen Netz lassen sich auch für zwielichtige Projekte und Ideen Anhänger finden. Es bestehen bei Internet-Nutzern außerdem Ängste, durch Unachtsamkeit im Internet ggf. mit den falschen Anliegen in Verbindung gebracht zu werden.

Datenspuren

Beteiligung im Internet bedeutet immer auch, dass man genau dadurch Datenspuren hinterlässt. Diese werden umso sichtbarer, je stärker das Engagement des Einzelnen ist. Die Untersuchung hat gezeigt, dass sich die Nutzer darüber im Klaren zu sein scheinen. Zitat: „Umso öffentlicher ich mitmache, desto angreifbarer mache ich mich.“

Bei einer Beteiligung muss man sich also zwangsläufig exponieren und wird so angreifbar für Kritik, Beleidigungen, Mobbing, Verfolgung oder Überwachung. Um sich von solchen negativen Auswirkungen nicht beeinflussen zu lassen, brauchen die Nutzer Vertrauen in die persönliche und auch technische Sicherheit, in die eigenen Kompetenzen, in den Anstand anderer Nutzer und in die Durchsetzbarkeit rechtlicher Spielregeln.

Viele Nutzer scheinen dieses Vertrauen zumindest bislang nicht aufzubringen. Deshalb können und wollen sie nur bedingt von den möglichen Vorzügen einer Beteiligung im Internet profitieren.

Um ein fundiertes Verständnis von Beteiligung in den (digitalen) Lebenswelten deutscher Internet-Nutzer zu gewinnen, wurden diese auf Basis der sieben DIVSI Internet-Milieus befragt. Die Milieus sind Ausprägungen einer Typologie, die Menschen nach sozioökonomischen Merkmalen, aber auch nach ihren Einstellungen gegenüber dem Internet und ihren Nutzungsgewohnheiten unterscheidet. Im Prinzip differenzieren die Milieus die Bevölkerung in drei Cluster: Digital Natives, Digital Immigrants und Digital Outsiders. Innerhalb dieser Gruppierungen gibt es weitere Spezifizierungen.

Angekommen

Grundsätzlich ist – so zeigt die Untersuchung – Beteiligung im Internet nicht nur bei den Digital Natives und den Digital Immigrants angekommen. Auch die Digital Outsiders werten ihre meist sehr selektive Nutzung als „Beteiligung“. Diese Erkenntnis ist unabhängig davon, dass die milieuspezifische Auslegung des Begriffs ganz unterschiedlich ausfällt.

Abbildung 4: Die DIVSI-Internet-Milieus (2013)

Studienansatz: Die Untersuchung baut auf den DIVSI Internet-Milieus auf.

Spaltungsgefahr

Die „Internetfernen Verunsicherten“ bleiben praktisch außen vor! Viele haben Mühe, die Vorteile einer Beteiligung im Internet zu erkennen. Dazu passt in der Logik diese Begründung: „Man sagt doch, ich bin Online-Nutzer und nicht Online-Beteiligter.“

Hier droht eine neue Qualität der digitalen Spaltung, ein „Participation Divide“. Auf der einen Seite finden wir dann jene Nutzer, die von den Vorteilen einer Beteiligung im Internet profitieren. Jene, die Kontakte knüpfen, ihre Interessen vertreten, etwas dazulernen, Geld verdienen oder mit den Möglichkeiten des Internets einfach nur Spaß haben wollen.

Auf der anderen Seite stehen alle, die den Zugang nicht finden, die das Internet selten und – falls doch einmal – mit großen Vorbehalten nutzen. Eine aktive Beteiligung im Internet findet bei ihnen kaum statt.

Stöbern schon Beteiligung?

Reiseportal: Ist Stöbern nach Urlaub schon Beteiligung? (Bild: venimo – Shutterstock)

Dabei kann aktives Engagement nicht nur für jeden einzelnen Nutzer persönliche Vorteile bieten. Aus individuell gesammelten Pluspunkten erwachsen weitere Chancen für die Gemeinschaft. Denn durch Beteiligung entsteht Sozialkapital – eine Substanz von immenser Wichtigkeit für jede Gesellschaft. Schon das Gefühl der Gemeinsamkeit kann als ein Vorteil der Beteiligung im Internet betrachtet werden.

Folgestudie

Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Information und Aufklärung sind. Neben sachlicher Überforderung spielt außerdem oft fehlendes Vertrauen und Unsicherheit eine Rolle. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind gefragt, Hürden für eine aktive Beteiligung im Internet zu senken. Und schon jeder einzelne Nutzer kann durch sein Verhalten zum guten Umgang miteinander beitragen.

Die Arbeiten am Gesamtprojekt „Beteiligung im Internet“ sind mit der jetzt vorgestellten zweiten Studie nicht abgeschlossen. 2016 wird sich als dritter Teil eine repräsentative Untersuchung zu den Fragenkomplexen anschließen.

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