Medienkompetenz – DIVSI https://www.divsi.de Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet Fri, 24 May 2019 13:57:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 „Ich will handeln – und ich will etwas ändern.“ https://www.divsi.de/ich-will-handeln-und-ich-will-etwas-aendern/ https://www.divsi.de/ich-will-handeln-und-ich-will-etwas-aendern/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:09 +0000 https://www.divsi.de/?p=19433 Familienministerin Franziska Giffey bei der Vorstellung der DIVSI U25-Studie. Ein Jugendmedienschutz dringend notwendig. Anbieter stärker in die Verantwortung nehmen. Von Jürgen Selonke Gemeinsam mit Familienministerin Franziska Giffey haben Joanna Schmölz (DIVSI) und Dr. Silke Borgstedt (SINUS) die neue U25-Studie im Deutschen Technikmuseum in Berlin vorgestellt. Die Untersuchung macht deutlich, dass sich die 14- bis 24-Jährigen, […]

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„Ich will handeln – und ich will etwas ändern.“

Foto: Stefan Zeitz

Familienministerin Franziska Giffey bei der Vorstellung der DIVSI U25-Studie. Ein Jugendmedienschutz dringend notwendig. Anbieter stärker in die Verantwortung nehmen.

Von Jürgen Selonke

Gemeinsam mit Familienministerin Franziska Giffey haben Joanna Schmölz (DIVSI) und Dr. Silke Borgstedt (SINUS) die neue U25-Studie im Deutschen Technikmuseum in Berlin vorgestellt. Die Untersuchung macht deutlich, dass sich die 14- bis 24-Jährigen, die „Generation Internet“, zwischen Glück und Abhängigkeit bewegen. Es lässt sich bei ihnen ein grundlegender Wandel in der Nutzung und Wahrnehmung Sozialer Medien erkennen. Der Hype ist vorbei, die Skepsis steigt. Details zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

Joanna Schmölz, stellv. Direktorin des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet, betonte in ihrer Begrüßung: „Wir reden hier von der ersten Generation, in der es keine Offliner mehr gibt. Die meisten jungen Menschen können sich ein Leben ohne Internet kaum vorstellen – nicht auszudenken die Konsequenzen eines Rückzugs, sofern überhaupt realistisch.“ Vielmehr sei das Internet die Basis-Infrastruktur des vernetzten Alltags der 14- bis 24-Jährigen. Schmölz: „Es hilft, inspiriert und assistiert und ist vor allem eins: praktisch. Manche macht es regelrecht glücklich.“

Unbehagen

Insgesamt würden die Befragten in der Internetnutzung überwiegend Chancen sehen, für sich selbst und für die Zukunft der Gesellschaft. Gleichzeitig warnte Joanna Schmölz: „Die jungen Menschen sehen aber auch die Schattenseiten, viele Risiken und Restriktionen. Die Omnipräsenz der digitalen Welt, der empfundene Gruppendruck und Überforderung im Umgang mit den vielen technischen wie rechtlichen Fragen erzeugen Unbehagen und ein latentes Unsicherheitsgefühl. Die meisten sind zwar ganz selbstverständlich online, aber anders als noch vor vier Jahren bei der ersten U25-Studie immer häufiger zurückhaltend, misstrauisch und besorgt.“

Familienministerin Giffey unterstrich nachdrücklich wesentliche Aussagen der Studie. Sie betonte, dass junge Menschen die Gefahr des Angriffs auf ihre persönliche Unversehrtheit durch Beleidigung, Mobbing oder das Veröffentlichen intimer Informationen sehen: „Sie haben Angst vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten und fürchten um ihre Reputation und damit um ihre künftigen beruflichen und sozialen Chancen.“

Ein souveräner und kompetenter Umgang mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung sei Kindern nicht in die Wiege gelegt. Er erfordert Unterstützung und Begleitung: „Deshalb überrascht es mich nicht, dass auch unter den Befragten der Wunsch nach besserer Vorbereitung auf die digitale Zukunft besteht.“

In diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund von Erkenntnissen der Studie plädierte sie nachdrücklich für einen modernen Jugendmedienschutz. Die Familienministerin: „Wenn junge Menschen sich von Schule und ihren Eltern nicht ausreichend auf die digitale Zukunft vorbereitet sehen, zwingt uns das zum Handeln. Wenn junge Menschen sich mehr und mehr aus dem Online-Rampenlicht zurückziehen und sie ihr Recht auf Teilhabe nicht wirklich wahrnehmen, zwingt uns das zum Handeln. Wenn junge Menschen sich wegen der Intransparenz von Online-Angeboten Gefahren für ihre Identität oder ihren Geldbeutel ausgeliefert sehen und sich mehr Verantwortung und unabhängige Kontrolle wünschen, zwingt uns das zum Handeln. Wenn junge Menschen in dem für sie zentralen Medium des Meinungsaustausches sich nicht mehr trauen, ihre Meinung zu äußern, stellt das eine zentrale Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft infrage und zwingt uns zum Handeln. Wenn 89 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass wir den Risiken bei der Nutzung von Sozialen Medien stärker begegnen müssen, zwingt uns das zum Handeln.“

Dabei sei die Gesellschaft aufgerufen, nicht nur auf die jungen Menschen zu hören. Vielmehr müsse man den Kinder- und Jugendmedienschutz von ihnen aus denken. Giffey: „Das klingt banal, ist aber der größte Missstand: Bislang wird der Kinder- und Jugendschutz von den Medien aus gedacht. Deren Interessen werden oft wichtiger genommen als der Schutz und die Interessen von Kindern und Jugendlichen.“

Die Familienministerin machte unmissverständlich deutlich: „Ich will handeln – und ich will etwas ändern.“ Man dürfe Kinder, Eltern und Fachkräfte nicht alleine lassen mit dem digitalen Wandel, sondern müsse sie unterstützen und befähigen. Es sei erforderlich, Transparenz bei den Angeboten zu schaffen und Eltern Orientierung in Hinblick auf mögliche Gefahren für Körper und Seele, Gesundheit, Geldbeutel und Zukunft ihrer Kinder zu geben.

Dabei machte Franziska Giffey auch auf ein spezielles Problem aufmerksam: „Vom Kind und von den Eltern aus denken heißt, gleiche Inhalte gleich zu behandeln, zum Beispiel bei der Alterskennzeichnung. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Derzeit greifen verschiedene, teilweise widersprüchliche Gesetze von Bund und Ländern mit unterschiedlichen Zuständigkeiten je nach Medium und Verbreitungsweg, sodass selbst Experten die Orientierung verlieren.“

Präsentation der U25-Studie

Studien-Präsentation: Franziska Giffey, eingerahmt von Silke Borgstedt (SINUS, l.) und Joanna Schmölz (DIVSI) (Foto: Stefan Zeitz)

Wirksam schützen

Wichtige Aufgabe sei es auch, Kinder und Jugendliche wirksam vor Hass und Mobbing, vor Radikalisierung und Selbstentblößung, vor Abzocke und Missbrauch zu schützen. Man müsse die Angebote in den Blick nehmen, die Kinder und Jugendliche tatsächlich nutzen – Social-Media-Plattformen, Streaming-Kanäle, Online-Games und Messenger. Die Ministerin: „Wir müssen die Anbieter in die Verantwortung nehmen, Kinder- und Jugendmedienschutz konsequent und von Anfang an schon bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen. Unsere Kinder dürfen nicht rein wirtschaftlichen Interessen und Werten überlassen bleiben!“

Staat und Gesellschaft hätten darauf zu achten, Vorschriften auch durchzusetzen. Dabei seien Sanktionen nicht auszuschließen. Die Familienministerin: „Egal, ob der Anbieter in Berlin oder in Kalifornien sitzt: Entscheidend ist der Ort, wo das Kind sitzt, das das Angebot in Anspruch nimmt und das es zu schützen gilt.“

Zielsetzung

Dieses weite Themenspektrum würde bei der anstehenden Modernisierung des Jugendschutzgesetzes in Angriff genommen werden. Ministerin Giffey: „Übrigens trägt uns das nicht nur die DIVSI-Studie auf, sondern das ist auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Und das packen wir jetzt an.“

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DIVSI U25-Studie 2018: Skepsis wächst, der Hype ist vorbei https://www.divsi.de/divsi-u25-studie-2018-skepsis-waechst-der-hype-ist-vorbei/ https://www.divsi.de/divsi-u25-studie-2018-skepsis-waechst-der-hype-ist-vorbei/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:08 +0000 https://www.divsi.de/?p=19434 Jugendliche und junge Erwachsene im Online-Dilemma zwischen Glück und Abhängigkeit. Von Silke Borgstedt Das SINUS-Institut hat die erste U25-Studie 2014 im Auftrag von und in enger Absprache mit dem DIVSI realisiert. Sie lieferte erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Die jetzt quasi fortgeschriebene Untersuchung von damals erlaubt wiederum vertiefte Einblicke […]

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DIVSI U25-Studie 2018: Skepsis wächst, der Hype ist vorbei

Fotos: Rawpixel.com/Look Studio – Shutterstock

Jugendliche und junge Erwachsene im Online-Dilemma zwischen Glück und Abhängigkeit.

Von Silke Borgstedt

Das SINUS-Institut hat die erste U25-Studie 2014 im Auftrag von und in enger Absprache mit dem DIVSI realisiert. Sie lieferte erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Die jetzt quasi fortgeschriebene Untersuchung von damals erlaubt wiederum vertiefte Einblicke in den Alltag der „Generation Internet“. Sie zeigt vor allem, wie schnell Digitalisierung deren Lebenswirklichkeit verändert.

Und sie macht deutlich, dass die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten Vergangenheit sind. Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

Keine Offliner

Zu den zentralen Befunden gehört, dass alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland online sind. Smartphones und mobiles Internet sind selbstverständlich. In der Gruppe der jungen Menschen zwischen 14 und 24 gibt es heute keine Offliner mehr. 99 Prozent nutzen das Internet täglich. Das ist ein Zuwachs von 28 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2014.

Das Internet ist in dieser Altersgruppe immer da. Mehr noch, es ist in vielen Lebensbereichen alternativlos. Diese Feststellung der 9,37 Mio. 14- bis 24-Jährigen in Deutschland ist weniger eine banale Erkenntnis als vielmehr eine Sichtweise, welche die Einstellungen und Verhaltensweisen junger Menschen entscheidend prägt. Das Internet wird vor allem als praktisch angesehen, weil es den Zugang zu Informationen erheblich erleichtert.

Unverzichtbar

Für die überwiegende Mehrheit der Befragten sind digitale Infrastrukturen und Angebote unverzichtbar. 68 Prozent stimmen zu, dass ein Leben ohne Internet für sie nicht vorstellbar wäre. 69 Prozent gehen so weit zu sagen, dass das Internet sie glücklich macht.

Online-Aktivitäten strukturieren den Tagesablauf, erzeugen lieb gewonnene Rituale, erfordern aber auch einiges (reagieren müssen, dabei sein müssen).

Diese stärkere Verankerung des Internets im Alltag führt aktuell nicht zu einem weiteren Positivschub, sondern – im Mittel betrachtet – zu einer entspannten Normalisierung bis hin zu Ernüchterung, die sich lebensweltlich allerdings ganz unterschiedlich ausprägt.

Allerdings wird die Omnipräsenz der digitalen Welt nicht nur positiv erlebt: 64 Prozent haben das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden; 19 Prozent meinen gar, dass das Internet „nervt“.

Studie U25 2018: Wahrnehmung negativer Aspekte

Dabei nehmen die Befragten wahr, dass es in vielen Lebensbereichen keine Alternative zum Internet gibt. Diese befürchtete bzw. erlebte Abhängigkeit erzeugt Unbehagen. Die Vorstellung, dass in Zukunft vieles nur noch über das Internet erledigt werden kann, machte 2014 gut einem Fünftel von ihnen Angst. 2018 hat sich dieser Wert mit 41 Prozent nahezu verdoppelt.

Studie U25 2018: Einstellung zum Internet 2018 und 2014

Problematisch

Die Sorge vor Internetsucht ist weit verbreitet, ebenso wie die Befürchtung, ein vernünftiges Maß im Umgang insbesondere mit dem mobilen Internet überschritten zu haben. Bereits fast jeder Dritte fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein, nimmt die eigene Internetnutzung also als problematisch wahr.

Knapp ein Viertel der Befragten ist jedoch weiterhin von Euphorie getrieben. Für diese Enthusiasten (23 Prozent) ist ein Leben ohne Internet nicht nur unvorstellbar, es macht ihnen regelrecht Angst, da sie nicht wissen, wie der Alltag „ohne“ organisiert werden könnte. Sie zeigen sich dezidiert unberührt von Sicherheitsfragen.

Insgesamt betrachtet sehen sich die 14- bis 24-Jährigen eher als Getriebene denn als Gestalter einer digitalen Transformation. Sie betonen, dass Internetnutzung häufig keine freie Entscheidung sei, sondern Grundvoraussetzung, um teilhaben zu können (im Freundeskreis, in der Schule, im Studium, im Beruf).

Dies wird nicht als Problem empfunden, solange sich Risiken im Rahmen halten oder man damit umgehen kann. Hier sehen sie aber großen Aufholbedarf: 89 Prozent von ihnen wünschen sich z.B., dass die AGB/Nutzungsbedingungen von Sozialen Medien auf leicht verständliche Art und Weise darstellen, welchen möglichen Gefahren sich Nutzer aussetzen. Dies kann als konkrete Aufforderung an Politik und Betreiber von Online-Angeboten verstanden werden. Zudem stellen sie die Frage nach der Verantwortung und wünschen sich eine idealerweise unparteiische Instanz. Die könnte etwa entscheiden, was gesperrt werden sollte, da das Internet ansonsten droht, alleinig interessengeleitet zu sein, und sich im Netz nur die Mächtigen durchsetzen.

Die Untersuchung hat auch einen Wandel in Nutzung und Wahrnehmung Sozialer Medien erkennen lassen. Die Beliebtheit von Facebook sinkt. Gleichzeitig ist für 99 Prozent der Befragten WhatsApp nicht mehr wegzudenken. Mit einem Nutzeranteil von 73 Prozent hat auch Instagram in dieser Altersgruppe Facebook (67 Prozent) überholt.

Im konkreten Online-Verhalten gerade in Bezug zu den Sozialen Medien zeigt sich bei jungen Menschen 2018 eine erhöhte Sensibilität bei öffentlicher Meinungsäußerung im Internet. So ist ein teilweiser Rückzug aus dem Online-Rampenlicht zu bemerken. Entsprechend sind Plattformen wie Facebook weniger interessant geworden und Messaging-Dienste immer erfolgreicher. Bevorzugt wird das Kommunizieren in leichter kontrollierbaren Communitys (one-to-one/one-tofew statt one-to-public). Die große Bühne überlässt man (semi)professionellen Bloggern und Influencern.

Handlungsbedarf

Auch die wahrgenommene Beleidigungskultur im Internet ist ein wesentlicher Grund, sich mit der eigenen Meinung lieber zurückzuhalten. Das Internet – und insbesondere Soziale Medien – werden nicht einfach nur positiv als Ort der freien Meinungsäußerung empfunden. Jugendliche und junge Erwachsene machen die Erfahrung, dass der gegenseitige Respekt, der die Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses in demokratischen Gesellschaften bildet, im für sie zentralen Medium des Meinungsaustauschs nicht ausreichend gegeben ist. Dass sie in der Konsequenz bei relevanten Themen eher still bleiben, ist nachvollziehbar, sollte aber ein Hinweis auf Handlungsbedarf sein.

Studie U25 2018: Gründe für Verzicht auf öffentliche Beteiligung im Internet

Risiken werden 2018 stärker wahrgenommen. Allerdings hat dies nicht dazu geführt, dass erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Die Anwendung entsprechender Schutzmaßnahmen ist sogar rückläufig. Besonders deutlich fallen die Unterschiede bei der selektiven Kontrolle aus. 2014 gaben noch 67 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, nur Seiten zu nutzen, bei denen sie wissen, dass sie sicher sind. Heute liegt die entsprechende Zahl bei 46 Prozent.

Verdrängung

Datenschutz ist für alle relevant, gilt aber als ein zu komplexes Thema, dessen tatsächliche Auswirkungen (positiv wie negativ) unklar sind. Daher steigen viele aus, wenn es um eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema geht, indem sie aktuelle Gegebenheiten schlicht akzeptieren oder das Problem verdrängen. Diese Überforderung ist als ein deutlicher Appell für eine stärkere Unterstützung bei diesem Thema zu verstehen.

Falschinformationen und technische Unklarheiten sorgen für eine erhöhte Risikosensibilität.14- bis 24-Jährige sehen primär Verbesserungen und Chancen durch digitale Innovationen, doch sie nehmen zunehmend auch Risiken und große Herausforderungen wahr. Diese drehen sich insbesondere um drei Gefahrenkomplexe:

  • Identitätsgefährdung, d.h. der Angriff auf die persönliche Unversehrtheit durch Beleidigung, Mobbing oder das Veröffentlichen intimer Informationen: Es geht dabei insbesondere um die Verknüpfung persönlicher und personenbezogener Daten mit konkreten Einstellungen und Aktivitäten. Sie haben Angst um ihre Reputation und damit um ihre künftigen beruflichen und sozialen Chancen.
  • Unterscheidung von Wahr und Falsch im Internet: Das Thema „Fake“ ist ins Bewusstsein gerückt und bringt das grundsätzliche Vertrauen in das Medium stark ins Wanken, auch wenn man im Alltag meint oder hofft, die richtige Information ausgewählt zu haben.
  • Unsicherheit, ob und wovon man eigentlich betroffen ist: Auch wenn einige im Hintergrund laufende Prozesse durchaus bekannt sind (Tracking, Cookies) oder man zumindest theoretisch schon mal davon gehört hat, dass Online-Aktivitäten nachverfolgbar sind, schafft dieser Zustand ein diffuses Unbehagen. Das Internet wird als Blackbox erlebt, denn man tappt zumeist im Dunkeln, weiß nicht genau, was im Hintergrund geschieht, worauf man sich verlassen kann und welche Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll sind.

Das systematische Sammeln von Daten, z.B. zu Marketingzwecken, ist eher ein Nebenschauplatz. Dazu passt die Erkenntnis, dass es 20 Prozent der Befragten egal ist, was mit den eigenen Daten passiert. 2014 waren dies nur 8 Prozent.

Ein Umdenken in der Gesellschaft sollte beim Umgang mit dem Begriff „Digital Native“ erfolgen. Die Vorstellung, junge Menschen seien qua Geburtsjahr digital kompetent, lehnen 14- bis 24-Jährige entschieden ab. Vielmehr betonen sie, dass sich auch diejenigen, die mit dem Internet groß geworden sind, das notwendige Digitalwissen erst erarbeiten müssen. Auffällig auch, dass 47 Prozent der Befragten die Bezeichnung „Digital Native“ überhaupt nicht kennen.

DIVSI U25-Studie 2018: Bezug von Internetwissen

Die Untersuchung hat weiter gezeigt, dass sich junge Menschen auf eine digitale Zukunft unzureichend vorbereitet sehen. Kompetenzen eignen sie sich zumeist durch eigene Erfahrungen und den Freundeskreis an. Weniger relevant als Vermittler von Wissen über das Internet sind Eltern oder Verwandte (33 Prozent bzw. 19 Prozent).

69 Prozent der 14- bis 24-Jährigen fühlen sich auch von der Schule nicht ausreichend auf die digitale Zukunft vorbereitet. Themen wie Sicherheit und Schutz der Privatsphäre kommen aus ihrer Sicht nur unzureichend vor.

Analog-Sehnsucht

Als „Botschaft“ an die Gesellschaft ergibt diese neue U25-Studie generell, dass 14- bis 24-Jährige insgesamt mehr Chancen als Risiken in der digitalen Entwicklung sehen – trotz einer von ihnen selbst erkannten teilweisen Überforderung und einer diffusen „Analog-Sehnsucht“. Junge Menschen wissen und wollen, dass Digitalisierung weiter vorangetrieben wird, und fordern deshalb eine verlässliche Vorbereitung auf die digitale Zukunft ein. Sie formulieren klare Erwartungen und machen deutlich, dass sie das Internet nicht nur nutzen, sondern die digitale Welt, in der sie aufwachsen und leben, auch verstehen wollen.

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Studien & Themen, die Zeichen setzten https://www.divsi.de/studien-themen-die-zeichen-setzten/ https://www.divsi.de/studien-themen-die-zeichen-setzten/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:58:06 +0000 https://www.divsi.de/?p=19405 Von 2012 bis in die Gegenwart: Fakten und Hintergründe präzise erforscht, neue Einblicke gegeben, viele Anregungen geliefert, Diskussionen angestoßen. Der Anspruch war klar formuliert, die zu leistende Aufgabe stand vom ersten Tag an fest. Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet war ein hohes Ziel anvisiert. Das Credo: „DIVSI will […]

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DIVSI Collage

Von 2012 bis in die Gegenwart: Fakten und Hintergründe präzise erforscht, neue Einblicke gegeben, viele Anregungen geliefert, Diskussionen angestoßen.

Der Anspruch war klar formuliert, die zu leistende Aufgabe stand vom ersten Tag an fest. Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet war ein hohes Ziel anvisiert. Das Credo:

„DIVSI will einen offenen und transparenten Dialog über Vertrauen und Sicherheit im Netz organisieren und mit neuen Aspekten beleben. Zudem wird das DIVSI die selbst gesetzten Ziele durch Unterstützung von Wissenschaft und Forschung erreichen. Es geht darum, potenzielle Risiken im Umgang mit dem Internet zu untersuchen und zu analysieren. Aufklärungsarbeit soll für eine Sensibilisierung und für eine Steigerung von Vertrauen und Sicherheit im Internet sorgen.“

Und auch die Methodik wurde sofort benannt: „Das Institut fördert den interdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Somit ist es das geeignete Forum für den Austausch ökonomischer, regulatorischer, rechtlicher, sozialer, kultureller und medienpolitischer Perspektiven. Arbeitsgrundlage sind zukunftsweisende strategische Projekte, für die man Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vernetzen will.“

Als Indiz dafür, dass die Aufgabe gemeistert wurde, kann allein schon die folgende Auflistung eigener DIVSI-Studien dienen. Sie sind zwischen sechs Jahren und knapp zwei Monaten alt. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung festgehaltenen Fakten sind sicher in der schnelllebigen Internet-Zeit nicht mehr sämtlich brandaktuell. Doch unverändert können auch sie als wichtiges Basismaterial dienen.

DIVSI BeteiligungslandkarteBeteiligungslandkarte Deutschland – Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen (2017)

Wie vielfältig und geläufig sind partizipative Formen der Internetnutzung im Lebensalltag der Menschen zur Unterstützung der eigenen Gesundheit oder zur Überwindung von Krankheiten? Welche soziodemografischen Unterschiede sind zu erkennen?

Brief Oder MailBrief oder E-Mail? DIVSI Studie über die Kommunikation im privat-geschäftlichen Bereich (2017)

Erstmals fundierte Erkenntnisse darüber, auf welchen Wegen privat-geschäftliche Kommunikation abläuft und welche Bedürfnisse sie bestimmen. Auch geht die Studie der Frage nach, inwieweit Menschen auf bewährte analoge Kanäle setzen und inwieweit sie inzwischen digitalen Möglichkeiten vertrauen.

Vertrauen in Kommunikation im digitalen ZeitalterVertrauen in Kommunikation im digitalen Zeitalter (2017)

Digitale Kommunikation gehört längst zum Alltag. Persönliche Informationen und sensible Daten werden ausgetauscht. Aber müssen dabei Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit in einem Spannungsverhältnis stehen? Welche rechtlichen, technischen und organisatorischen Antworten sollten für eine künftige sichere digitale Kommunikation gefunden werden, auf die die Menschen vertrauen können?

Digitalisierung – Deutsche fordern mehr SicherheitDigitalisierung – Deutsche fordern mehr Sicherheit (2017)

Die Deutschen stehen der Digitalisierung positiv gegenüber und sehen darin viele Vorteile für sich. Beim Thema Sicherheit im Internet erwarten sie allerdings mehr Engagement – vom Staat und von Unternehmen. Was bedeutet das für Vertrauen und für Kommunikation? Und wie sieht es mit der Eigenverantwortung der Nutzer aus? Die Untersuchung ergab auch auffallende Paradoxien zwischen Verantwortung und Vertrauen.

DIVSI Ü60-Studie: Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in DeutschlandDIVSI Ü60-Studie: Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland (2016)

Silver Surfer, Best Ager, 60+ – die Altersgruppe der über 60-Jährigen wird zunehmend wichtiger für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, denn sie macht jetzt schon etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung aus – Tendenz steigend. Die Studie liefert differenzierte, anschauliche und umsetzungsorientierte Erkenntnisse über die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen und räumt dabei auch mit einigen Vorurteilen auf.

DIVSI Studie „Digitale urbane Mobilität“DIVSI Studie „Digitale urbane Mobilität“ (2016)

Die Digitalisierung hat die Mobilitätsdebatte vollends erfasst. Aber wie weit entwickelt sind datengelenkte Verkehrssysteme sowie eine sichere und ressourcenschonende Mobilitätskultur wirklich? Wie sind Schutz der Privatsphäre und Nutzung eines digitalen Assistenzsystems im Auto zu vereinbaren? Insbesondere vor dem Hintergrund der Machbarkeit analysiert und hinterfragt diese Studie eine Vielzahl von Diskussionen und Aktivitäten aus Europa und den USA.

DIVSI Internetmilieus 2016DIVSI Internet-Milieus 2016 – Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung (2016)

Wie beeinflusst der digitale Wandel das Leben der Menschen in Deutschland? Wie hat sich ihr Online-Verhalten in den letzten Jahren verändert? Welchen Stellenwert haben Internet und Smartphone im Lebensalltag? Wie denken die Menschen in der Nach-Snowden-Ära über Datensicherheit? Die repräsentative Studie bietet einen vertieften Blick in die aktuellen Lebenswelten unserer digitalen Gesellschaft.

Big DataBig Data (2016)

Zugespitzt auf die Themen „Smart Health“ und „Smart Mobility“ fasst der Bericht Erkenntnisse aus vielen Expertenrunden des DIVSI-Forschungsprojekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ zusammen. Er liefert Argumente für eine gesellschaftliche Debatte und wägt dabei Chancen und Risiken ab.

Recht Auf VergessenwerdenDas Recht auf Vergessenwerden (2015)

Die Entscheidung des EuGH zum „Recht auf Vergessenwerden“ lässt Fragen unbeantwortet, die im Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsrechten, Datenschutz und dem Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit liegen. Dieser komplexen Problematik widmet sich diese Publikation und formuliert schließlich konkrete Empfehlungen für einen „Lösch-Kodex“.

DIVSI Studie Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie?DIVSI Studie Beteiligung im Internet – Wer beteiligt sich wie? (2015)

Was ist Beteiligung im Internet eigentlich genau? Wie und weshalb bringen Internetnutzer sich ein? Die zweite Studie im Rahmen des DIVSI-Forschungsprogramms „Beteiligung im Netz“ untersucht Formen, Vorteile und Hürden der Beteiligung im Internet aus Sicht der DIVSI Internet- Milieus. In der qualitativen Untersuchung kommen dabei die Internetnutzer selbst zu Wort.

DIVSI U9-Studie – Kinder in der digitalen WeltDIVSI U9-Studie – Kinder in der digitalen Welt (2015)

Wann und wie kommen Kinder mit digitalen Medien und dem Internet in Berührung? Welche Bedeutung messen Eltern, Erzieher und Lehrer dem Internet für die Zukunft der Kinder bei? Welche Chancen und Risiken werden wahrgenommen, wer trägt die Verantwortung? Die Studie hat Kinder zwischen 3 und 8 Jahren im Blick und lässt sie auch selbst zu Wort kommen.

Daten Ware und WährungDIVSI Studie – Daten: Ware und Währung (2014)

In einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung untersucht DIVSI das Online-Nutzungs- und -Konsumverhalten in Deutschland. Im Fokus stehen Einstellungen der Internetnutzer zu Themen der Datensicherheit sowie Weiterverwendung von persönlichen Daten.

DIVSI Studie – Wissenswertes über den Umgang mit SmartphonesDIVSI Studie – Wissenswertes über den Umgang mit Smartphones (2014)

Durch Smartphones sind Menschen heute nahezu ununterbrochen über das Internet miteinander verbunden. Mit steigendem Nutzungsumfang fällt dabei eine Vielzahl von Daten an. Unter der Leitfrage „Was geschieht mit meinen Daten?“ war es Ziel der Studie, das Bewusstsein der Nutzer dafür zu schärfen, welche Daten auf dem Smartphone sein können, welche Möglichkeiten der Einsichtnahme und Einflussnahme sie bei unterschiedlichen mobilen Betriebssystemen haben.

Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex? (2014)

Mit dem Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ lotet DIVSI aus, ob ein Digitaler Kodex ein geeignetes Mittel ist, verbindliche Regeln im Internet auszuhandeln und durchzusetzen. Der Projektbericht steuert nicht nur zu diesem Gedanken Anregungen bei. Er bietet darüber hinaus generelle Anstöße, über die nachzudenken lohnt.

DIVSI Studie Beteiligung InternetDIVSI Studie zu Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet (2014)

Das DIVSI-Forschungsprogramm „Beteiligung im Netz“ leistet auf einer breiten theoretischen und empirischen Basis einen Beitrag zum öffentlichen Verständnis der Beteiligungschancen des Internets – und ihrer Voraussetzungen. Die Studie präsentiert einen ersten Schritt in diesem Vorhaben und verschafft einen Überblick über den heutigen Stand der Forschung.

DIVSI U25-StudieDIVSI U25-Studie (2014/2018)

Die DIVSI U25-Studie liefert erstmals fundierte Antworten auf Fragen, die das Verhalten der nachwachsenden Generation im Hinblick auf das Netz betreffen. Über die Nutzungsformen hinaus werden auch die Denk- und Handlungslogiken sowie der lebensweltliche Hintergrund untersucht. Die Nachfolge-Studie wurde gerade vorgestellt.

DIVSI Studie zu Freiheit versus Regulierung im InternetDIVSI Studie zu Freiheit versus Regulierung im Internet (2013)

Wie sicher fühlen sich die Deutschen im Internet? Wie viel Freiheit und Selbstbestimmung wollen sie? Nach wie viel Regulierung wird verlangt? Die Studie zeigt ein detailliertes Bild des Nutzungsverhaltens der Deutschen im Internet und ihrer Wahrnehmung von Chancen und Risiken.

Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im InternetEntscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet (2013)

Wie denken Entscheider über das Internet? Welchen Akteuren schreiben sie welche Verantwortung und welche Einflussmöglichkeiten zu? Was sagen sie zu Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen? Die Studie verdeutlicht erstmals, wie diejenigen über das Internet denken, die wesentlich die Spielregeln gestalten und Meinungsbilder prägen.

Meinungsführer-Studie „Wer gestaltet das Internet?“Meinungsführer-Studie „Wer gestaltet das Internet?“ (2012)

Wie gut kennen sich Meinungsführer im Netz aus? Wie schätzen sie ihre Einflussmöglichkeiten ein? Welche Chancen, Konfliktfelder und Risiken erwachsen daraus? In persönlichen Gesprächen wurden führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden interviewt.

Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet + AktualisierungMilieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet (2012) + Aktualisierung (2013)

Die Milieu-Studie differenziert erstmals unterschiedliche Zugangsweisen zum Thema Sicherheit und Datenschutz im Internet in Deutschland, basierend auf einer bevölkerungsrepräsentativen Typologie.

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DIVSI Magazin – Ausgabe 4/2018 https://www.divsi.de/publikationen/magazine/divsi-magazin-ausgabe-42018/ Fri, 21 Dec 2018 08:57:09 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=magazine&p=19477 Das letzte DIVSI-Magazin. Zum Inhalt: In Hamburg sagt man Tschüss  Und weitere Themen…

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Das letzte DIVSI-Magazin.

Zum Inhalt: In Hamburg sagt man Tschüss
 Und weitere Themen…

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DIVSI U25-Studie: Euphorie war gestern https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-u25-studie-euphorie-war-gestern/ Mon, 19 Nov 2018 08:57:22 +0000 https://www.divsi.de/?post_type=studien&p=19295 Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

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Vorwort von Matthias Kammer

Mein Vorwort für die erste U25-Studie wurde vor gut viereinhalb Jahren verfasst. Mit der damals viel beachteten Untersuchung lieferten wir erstmals einen fundierten Einblick in die digitalen Lebenswelten der nachwachsenden Generation. Weit über reine Nutzungsstatistik hinaus lernten wir viel über die Denk- und Handlungslogiken junger Menschen, über ihre Einstellungen zum Internet sowie über die Motive und Barrieren, die ihr Verhalten in der digitalen Welt steuerten.

Die Zeitspanne von 2014 bis in die Gegenwart ist relativ kurz, gemessen an der Schnelllebigkeit des Internets und der rasanten technologischen Entwicklung allerdings gigantisch. Höchste Zeit also, wieder genau hinzuschauen und hinzuhören. In bewährter Zusammenarbeit mit dem renommierten Heidelberger SINUS-Institut entstand die Ihnen nun vorliegende Studie. Auch sie erlaubt vertiefte Einblicke in den Alltag der „Generation Internet“ und zeigt vor allem auf, wie schnell Digitalisierung ihre Lebenswirklichkeit verändert.

Einen wesentlichen Unterschied im Umgang mit der digitalen Welt bei den heute 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Gleichaltrigen vor vier Jahren signalisiert bereits der Titel: Die Zeiten einer unbesorgten Nutzung der sich bietenden technischen Möglichkeiten sind Vergangenheit. Die Ergebnisse zeigen vielmehr: Der Hype ist vorbei, reine Euphorie war gestern.

Offliner sind inzwischen gänzlich von der U25-Landkarte verschwunden; gleichzeitig besitzen nahezu 100 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Smartphones und sind ganz selbstverständlich täglich online.

2014 bedeutete ein Mehr an Internetnutzung auch eine positivere Einstellung zum Internet. Heute reichen die Haltungen der sogenannten „Generation Internet“ von Glück über Ernüchterung bis hin zu Misstrauen und Angst vor Abhängigkeit.

Bei aller grundsätzlich chancenorientierten Einstellung zur digitalen Welt sehen 14- bis 24-Jährige vermehrt Online-Risiken und verspüren im Umgang mit dem Internet eine latente Unsicherheit. Knapp ein Drittel fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein, und sogar doppelt so viele nehmen eine Beleidigungskultur wahr, die sie zum Teil davon abhält, die eigene Meinung zu äußern. Das vielfach vorgefasste Bild von sich kopflos in jedes digitale Abenteuer stürzenden Jugendlichen widerlegt die Studie eindrücklich. Ebenso entschieden lehnen sie selbst es ab, als „Digital Natives“ bezeichnet zu werden – auch, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, welcher Anstrengungen es bedarf, souverän durchs digitale Dickicht zu navigieren.

Einen solchen – mehr oder weniger souveränen – Umgang mit dem Internet erlernen sie derzeit hauptsächlich durch eigene Erfahrungen und indem sie vieles „einfach mal ausprobieren“. Im Ranking der vertrauenswürdigen Ratgeber in Sachen Internet steht das eigene Bauchgefühl weit vor Expertenmeinungen, Eltern oder Schule.

Auch wenn und obwohl es sich um die erste Generation handelt, in der es keine Offliner gibt, fühlen sich bei Weitem nicht alle jungen Menschen ausreichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet. Gut 40 Prozent – und damit doppelt so viele wie noch in 2014 – haben sogar regelrecht Angst vor einer Zukunft, in der vieles nur noch digital geht.

Die Studie gibt, wie die hier knapp angerissenen Ergebnisse zeigen, einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit der jungen Generation in Deutschland im digitalen Zeitalter. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf in vielerlei Hinsicht. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre der DIVSI U25-Studie und freue mich auf Ihre Anmerkungen.

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Kampf gegen die Übermacht des Silicon Valley https://www.divsi.de/kampf-gegen-die-uebermacht-des-silicon-valley/ https://www.divsi.de/kampf-gegen-die-uebermacht-des-silicon-valley/#respond Tue, 24 Apr 2018 07:25:04 +0000 https://www.divsi.de/?p=17562 Von der Idee zum Produkt. Wie ein Berliner Start-up das maßgeschneiderte Tablet für die ältere Generation entwickelte und marktreif machte. Von Marc-Oliver Drescher Paul Lunow ist leidenschaftlicher Programmierer. Luise Lunow, 85, ist leidenschaftliche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Pauls Großtante. Luise Lunow wollte schon immer ihr Arbeitsleben über den Computer organisieren. Doch das ist für sie ein […]

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Nepros Tablet

Foto: Nepos

Von der Idee zum Produkt. Wie ein Berliner Start-up das maßgeschneiderte Tablet für die ältere Generation entwickelte und marktreif machte.

Von Marc-Oliver Drescher

Paul Lunow ist leidenschaftlicher Programmierer. Luise Lunow, 85, ist leidenschaftliche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Pauls Großtante. Luise Lunow wollte schon immer ihr Arbeitsleben über den Computer organisieren. Doch das ist für sie ein Buch mit sieben Siegeln. Zum Glück gibt es Paul in ihrem Leben. Er half ihr immer gerne mit dem Computer. Dann löschte sie aus Versehen alle ihre Daten. Paul platzte der Kragen, und so bekam die Welt den einfachsten Computer. Aber der Reihe nach.

Die Welt um Luise hat sich auf dramatische Weise verändert. Früher organisierte sie ihre Termine für die Schauspielerei über das Telefon und trug sie mit Bleistift in den Kalender ein. Fertig. Irgendwann wurde sie von der digitalen Welt überrollt. Wie so viele aus ihrer Generation. Doch sie hatte ein Ass im Ärmel. Das Ass hieß Paul und war ihr Großneffe. Paul, leidenschaftlicher Programmierer, half seiner Großtante mit dem Computer, wo immer er konnte. Mit einer Engelsgeduld erklärte er ihr immer wieder das Gerät, schrieb Memos und liebevolle Gebrauchsanweisungen. Er kaufte ihr sogar ein iPad von Apple. Aber auch das half nicht.

Herausforderung

Luise scheiterte immer wieder an der Technik. Warum, so fragte sie sich, musste sie im hohen Alter in regelmäßigen Abständen die Bedienoberfläche immer wieder neu erlernen? Für sie machte das keinen Sinn. Eines Tages passierte ihr dieser folgenschwere Fehler: Sie löschte aus Versehen alle Daten. Paul war machtlos und beschloss, endlich die perfekte Lösung für seine Großtante zu finden.

Der June Fund Investor Florian Schindler hatte stand vor ähnlichen Herausforderungen. Er versuchte, seine Schwiegereltern für die digitale Welt und das Internet zu erwärmen. Doch auch er scheiterte aus den gleichen Gründen.

Eines Tages liefen sich die beiden über den Weg. Sie kamen auf das Thema Senioren-Computer zu sprechen. Beide faszinierte die Idee, den perfekt optimierten Computer für diese Zielgruppe zu entwickeln. Man beschloss, dieses Projekt gemeinsam anzugehen.

Am Anfang stand die Frage: „Irgendwo auf der Welt muss es so einen Computer doch geben?“ Nach fast einem Jahr intensiver Recherche stand fest: Den perfekten Computer für diese Zielgruppe gab es nicht. Es gab zwar diverse Apps für Senioren. Diese waren aber technisch und optisch so gestaltet, dass alte Menschen sich auch gerne alt fühlen durften. Für beide war dies eine gute Nachricht.

Die nächste „gute“ Nachricht war eine Zahl: Über 19 Millionen Menschen allein in Deutschland, also fast ein Viertel der Bevölkerung, ist bis heute von der digitalen Welt weitestgehend ausgeschlossen. Das ist insofern tragisch, da es sich hier um Menschen handelt, die in der Mehrheit finanziell unabhängig und physisch sehr fit sind.

Und es gab noch eine gute Nachricht: Die Lebenserwartung ganz allgemein ist deutlich gestiegen. 60+ ist heute kein Alter mehr. Geschäftlich gesehen lag vor den beiden also ein riesiger, unentdeckter Schatz, ein enorm nachhaltiges Potenzial. Dieses Potenzial gewann weiter an Wert, wenn man bedachte, dass viele Institutionen wie Banken ihre Filialen in Zukunft schließen werden und online gehen – der Supergau für die betagte Generation.

Nun fiel die Entscheidung leicht, ein Start-up zu gründen, das einen Computer entwickelt, der einen einfachen und sicheren Zugang für ältere Menschen verspricht. Ein Computer, der dafür sorgt, dass alle in der digitalen Welt mitmachen können.

Nepros Tablet Sessel

Foto: Nepros

In den Anfängen der Entwicklung war „Computer“ ein ziemlich großes Wort. Das Team um Paul wollte zuerst eine App entwickeln, die man auf jedem Gerät nutzen konnte. Die erste Funktion dieser App war ein Browser, damit jeder Inhalt im Netz erreichbar wurde. Finanziell und technisch gesehen – so dachte man – die beste Lösung.

Selbsterklärung

Die Grundidee der App war, aus ihr die simpelste Bedienoberfläche der Welt zu kreieren. Diese sollte so klar gestaltet sein, dass jede Funktion über einen selbsterklärenden Weg bedienbar wurde. Einmal verstanden, ließe sich die Menü-Logik immer wieder anwenden – egal, ob man im Internet unterwegs ist, E-Mails schreibt, Online-Einkäufe nach Hause bestellt oder mit der Familie videotelefoniert. Bei allen Funktionen sollten sich die Nutzer keine Sorgen über Sicherheitslücken machen müssen.

Doch schnell wurde klar, dass dieses Konzept nicht so einfach aufging. Die Idee der einfachsten Bedienoberfläche mit all seinen Features war nicht ohne Weiteres mit den klassischen Hardware-Anbietern kompatibel. Sprich: Das Spiel geht erst auf, wenn man Hard- und Software unter Kontrolle hat. Bei einem iPad beispielsweise gibt es keine Kontrolle bei der Aktualisierung. Was tun?

Ein Start-up, das Hard- und Software aus einer Hand anbietet, hat einen entscheidenden Nachteil. Investoren sind schwer dafür zu begeistern. Fehler müssen extrem teuer bezahlt werden. Paul Lunow und Florian Schindler fällten die mutige Entscheidung, gemeinsam mit Top-Spezialisten Hard- und Software aus einer Hand zu entwickeln. Diese Entscheidung ermöglichte es auch, ein eigenes Gehäuse zu realisieren.

Hardwareingenieure, Programmierer und Frontend-Entwickler kamen ins Team. Viele von ihnen hätten in bekannten Technologieunternehmen sicher mehr verdienen können, wollten aber Teil dieses Projektes werden. Zum einen, weil sie für ihre Eltern oder Großeltern diesen Computer realisieren wollten. Zum anderen, um der Übermacht des Silicon Valley etwas entgegenzusetzen. Auch aus anderen Disziplinen fanden sich Profis ein, um das Vorhaben zu unterstützen. Beispielsweise Werner Aisslinger, Deutschlands bekanntester Industriedesigner. Er hatte die gleiche Herausforderung mit seinem Vater, dem das iPad von Apple nie ans Herz wachsen wollte. Aisslinger machte sich an das Design des Gehäuses. Aus dem Computer wurde jetzt ein Tablet.

Nepros Tablet

Foto: Nepros

Weitere Spezialisten, wie Dr. Sebastian Glende von der YOUSE Marktforschung, kamen hinzu. Er gilt als einer der profiliertesten Kenner für Märkte, in denen Senioren die Hauptzielgruppe sind. Glende eröffnete dem Team neue Sichtweisen für Entwicklung und Optimierung des Geräts.

Marktchance

Innerhalb von drei Jahren stieg die Zahl der Spezialisten auf 25. Das zog letztendlich auch Investoren an, die trotz der ungewöhnlichen Aufstellung des Start-ups – oder gerade deshalb – die Chancen am Markt erkannten. Die Investoren erkannten aber noch etwas ganz anderes Wertvolles in dem Start-up. Doch dazu später mehr.

Der größte Coup des jungen Berliner Start-ups, das man inzwischen auf den Namen Nepos getauft hatte, war allerdings die Kooperation mit den Seniorenwohnheimen der Rosenhöfe. Gemeinsam mit den Bewohnern gründete man die Rosenhof Akademie. Über 100 Menschen zwischen 60 und 85 Jahren aus ganz Berlin wurden Teil des Entwicklungsprogramms und testeten das Gerät über 1.000 Stunden lang. Eines der schönsten Geschenke während und nach den Tests zeigte sich in der Begeisterung und dem Vertrauen, das die Generation 60+ diesem neuen Tablet Computer in kürzester Zeit entgegenbrachte.

Nach jedem Langzeittest wollten die wenigsten Tester das Gerät zurückgeben, weil zum ersten Mal die Einfachheit und die Eleganz eines optimierten Tablets überzeugte. Vor allem aber, weil sich die Tester der Gesellschaft und ihren Familien gegenüber nicht mehr unsichtbar und abgehängt fühlten. Am Ende aller Testreihen wollte jeder Tester ein marktreifes Tablet besitzen. 80 Prozent von ihnen bestellten ein Tablet vor.

Höhen und Tiefen

Die smarte Kombination aus der neuesten Open-Source- Software gab dem Nepos-Team die Möglichkeit, ein komplettes Betriebssystem zu entwerfen und eine eigene Oberfläche zu kreieren. Sämtliche Datenübertragungswege sind per Default verschlüsselt. Zusätzlich wurde modernste Sicherheitstechnologie integriert, die aktuell verfügbar war.

Aufgrund der Entscheidung, ein Tablet in kompletter Eigenregie zu entwickeln, hat Nepos die Hardware und auch sämtliche auf dem Gerät laufende Software unter Kontrolle. Auch wurden lautlose Updates integriert, sodass sich die Nutzer keine Sorgen über Sicherheitslücken machen müssen. Zusätzlich werden alle Daten auf einer Cloud abgelegt und automatisch gesichert. Sollte ein Gerät kaputtgehen, lässt es sich ohne Datenverlust austauschen. Da das Betriebssystem auf Linux basiert und keinen Zugriff auf das Datensystem erlaubt, können sich keine Viren und Trojaner unbemerkt einnisten.

Wenn Paul Lunow und Florian Schindler die letzten drei Jahre Revue passieren lassen, so haben sie alle Höhen und Tiefen erlebt, die die Faszination eines Start-ups ausmachen. Mit ihrem Team haben sie nicht nur ein Tablet mit der einfachsten Bedienoberfläche der Welt geschaffen. Nepos wurde auch die erste Marke weltweit, die für alle kommenden 60+-Generationen jedes digitale Produkt verständlich transformieren, weiterentwickeln, optimieren und kuratieren kann – egal, ob es sich um neue Generationen von Smartphones, Smart-Home-Lösungen, VR-Brillen oder Sprachassistenten handelt. Und das ist es, was Nepos am Markt so begehrenswert macht.

Doch für dieses Jahr liegt der Fokus erst mal auf dem Nepos-Tablet. Damit endlich alle in der digitalen Welt mitmachen können.

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Deutschland, digital wie nie zuvor – aber nicht alle haben teil https://www.divsi.de/deutschland-digital-wie-nie-zuvor-nicht-alle-haben-teil/ https://www.divsi.de/deutschland-digital-wie-nie-zuvor-nicht-alle-haben-teil/#respond Tue, 10 Apr 2018 09:03:42 +0000 https://www.divsi.de/?p=17537 D21-Digital-Index erschienen. Er zeigt auch: Jeder Dritte fühlt sich von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert. Von Roland Dathe Unsere Gesellschaft wird immer digitaler: Mittlerweile sind vier von fünf Deutschen online – die 14- bis 29-Jährigen sogar nahezu vollständig. Und das Digitale wird immer stärker zu einem wichtigen Bestandteil des alltäglichen Lebens – das […]

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Deutschland, digital wie nie zuvor – aber nicht alle haben teil

Fotos: ElenVD – Shutterstock

D21-Digital-Index erschienen. Er zeigt auch: Jeder Dritte fühlt sich von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert.

Von Roland Dathe

Unsere Gesellschaft wird immer digitaler: Mittlerweile sind vier von fünf Deutschen online – die 14- bis 29-Jährigen sogar nahezu vollständig. Und das Digitale wird immer stärker zu einem wichtigen Bestandteil des alltäglichen Lebens – das ergab die gerade erschienene Studie D21-Digital-Index 2017/2018. Im Vergleich zu den vorigen Jahren ist vor allem ein Kompetenzzuwachs festzustellen sowie eine erhöhte Offenheit zur Nutzung des Internets und digitaler Geräte.

Die Menschen kennen mehr Begrifflichkeiten, fühlen sich sicherer im Umgang mit verschiedenen Anwendungen und Geräten, sie bewegen sich sicherer im Internet. „Digitale Medien müssen heutzutage grundlegender Bestandteil aller Schulfächer sein“, sagen beispielsweise zwei von drei Befragten, und fast ebenso viele finden, dass Programmierkenntnisse ein grundlegender Teil der Schulbildung sein sollten. Diese Veränderungen in den Einstellungen zeigen den wachsenden Stellenwert der Digitalisierung für die meisten Menschen. Insgesamt bewegt sich die deutsche Bevölkerung trotz der Zuwächse aber nur auf einem mittleren Digitalisierungsniveau, wie ein aus Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit errechneter Indexwert von 53 bei 100 maximalen Punkten wiedergibt.

Überforderung

Geschwindigkeit und Komplexität der Digitalisierung überfordern jeden Dritten. Ohne Zweifel haben die technischen Entwicklungen in den letzten Jahren noch einmal rasant an Geschwindigkeit zugenommen. Neue Geräte und Technologien erscheinen in immer kürzeren Abständen und bieten dem Einzelnen wenig Zeit, sich intensiv auf etwas einzustellen. Aktuell machen beispielsweise die Künstliche Intelligenz und smarte Geräte große Fortschritte, die nachhaltige Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens haben können. Geräte wie Amazons Alexa oder Google Home ziehen in immer mehr Privathaushalte ein, hören mit und bestellen auf Kommando Pizza, dimmen das Licht oder spielen Musik nach Wunsch ab.

Amazon Echo

Zuwachs: Moderne Kommando-Empfänger wie Alexa gehören oft zum Familienalltag. Doch nicht jeder ist bereit für die neue Zeit. (Foto: Amazon)

Manche Dinge, die noch vor wenigen Jahren wie Zukunftsszenarien klangen, sind mittlerweile Realität. Die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben die Welt ohne Frage schnelllebiger und komplexer gemacht. Das verlangt den Menschen einiges ab, und so verwundert es nicht, dass es nicht alle schaffen, Schritt zu halten. Rund jeder Dritte fühlt sich von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert, so die Studie.

Spaltung

Vielleicht kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor: Sie sitzen bei einer Familienfeier zusammen, die Erwachsenen reden miteinander, der eine oder andere hat vielleicht sein Handy vor sich liegen und guckt gelegentlich darauf, während die Heranwachsenden unablässig mit ihren Smartphones in der Hand hantieren, damit schreiben, spielen oder sich gegenseitig Videos zeigen. Die Großeltern wiederum sitzen daneben und können gar nicht nachvollziehen, was die Jüngeren dort treiben. Irgendwo dazwischen sind die Eltern, die zwar mit Smartphone und Co. umgehen können, aber so richtig auch nicht immer durchblicken, was ihre Kinder dort tun.

Dies beschreibt symbolisch eine der zentralen Merkmale der digitalen Spaltung, die durch das Land geht. Die Bevölkerung teilt sich in 34 Prozent Digitale Vorreiter, 41 Prozent digital Mithaltende und 25 Prozent digital Abseitsstehende. Während also rund ein Drittel der Bevölkerung wie selbstverständlich mit moderner Technik hantiert, hält der größte Teil halbwegs Schritt, und ein Viertel ist ganz abgehängt. Dieser Riss geht vor allem entlang des Alters; die unter 30-Jährigen sind in der Regel sehr digitalkompetent, ab 50 Jahren nimmt die Kompetenz deutlich ab, und die über 65-Jährigen partizipieren in der Regel kaum noch an der digitalen Welt. Fast ebenso stark für den Digitalisierungsgrad verantwortlich ist der Faktor Bildung: Personen mit hohem formalem Bildungsgrad sind im Schnitt mehr als doppelt so digitalkompetent wie solche mit niedriger Bildung. Ebenso sind Berufstätige laut den Erhebungen der Studie deutlich digitaler als Nichtberufstätige und Männer mehr als Frauen.

Digitalkompetenz

Doch wieso sollen überhaupt alle bei der Digitalisierung mitmachen? Die Antwort darauf lautet „Teilhabe“. Die Digitalisierung verändert Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft grundlegend. Das beginnt schon bei der Kommunikation, die einem starken Wandel unterliegt. Zwar telefonieren die Deutschen nach wie vor am liebsten, gerade die Jüngeren aber nutzen vor allem Messenger- Dienste zum Texten, für Sprachnachrichten oder zum Teilen von Bildern oder Videos. Das ist auch für ältere Menschen eine gute Möglichkeit, beispielsweise mit der Familie in Kontakt zu bleiben – und sei es nur, dass sie regelmäßig Fotos der Enkelkinder im Familien-Chat geschickt bekommen. Die digitalen Kommunikationswege bieten in vielerlei Hinsicht Vorteile und neue Möglichkeiten der Teilhabe.

Überprüfung

Ein weiteres Beispiel: Die schnellen, digitalen Informationswege und Plattformen erlauben es beispielsweise Personen in ländlichen Regionen, sich unkompliziert und ortsunabhängig mit Gleichgesinnten auszutauschen oder sich zu engagieren. Sie ermöglichen zudem eine unabhängige Beschaffung von Informationen und fordern im gleichen Schritt viel von den Benutzerinnen und Benutzern. Denn in Zeiten, in denen jeder potenziell über Blogs oder Social Media zum Absender wird und die klassischen Medien ihre Informationshoheit nicht mehr innehaben, muss jeder auch bewusster mit Informationen umgehen und im Zweifelsfall selbst prüfen können, wie seriös eine Quelle ist. Wem kann ich vertrauen, wem nicht? Wie kann ich selbst Informationen überprüfen? Kann ich Werbung bzw. gesponserte Beiträge von inhaltlichen unterscheiden? Ein selbstbestimmter Umgang mit Medien und Informationen erfordert ein gewisses Maß an digitaler Kompetenz und kann dann einen großen Mehrwert bieten.

Ein weiterer Aspekt der Teilhabe ist die Arbeitswelt. Viele Berufe haben sich mit den neuen digitalen Möglichkeiten bereits gewandelt oder tun es aktuell. Der KFZ-Mechaniker ist schon lange zum Mechatroniker geworden, in Büros wird überwiegend digital gearbeitet. Die Anforderungen und Erwartungen an die Arbeitnehmerinnen und -nehmer verändern sich. Wer sich den Entwicklungen verschließt, wird es zukünftig immer schwerer auf dem Arbeitsmarkt haben. Auch hier ist es unerlässlich, dass man Digitalkompetenzen aufbaut und erweitert. Fähigkeiten in der Digitalisierung sind eine Investition in die Zukunft.

Herausforderung

Wie aber baut man die benötigten Digitalkompetenzen auf? Immerhin ein Drittel der Bevölkerung bewegt sich völlig routiniert und kompetent durch die digitale Landschaft. Die verbreitetste Methode ist das klassische „Learning by doing“, über die Hälfte bringt sich selbst etwas bei durch Ausprobieren, wie die Erhebungen des D21-Digital-Index ergaben. Es folgen Hilfe und Tipps von Freunden und Bekannten, dann die Familie, Internetvideos und Kolleginnen und Kollegen.

Das zeigt, dass es den Menschen vor allem selbst überlassen bleibt, die digitalen Kompetenzen zu entwickeln. Nur rund 15 Prozent der Befragten gaben an, dass bezahlte Schulungen und Weiterbildungsangebote ihre digitalen Fähigkeiten erweitern. Rund jeder Fünfte (und von den über 50-Jährigen jeder Dritte) gab an, sich gar nicht fortzubilden. Gerade diejenigen, die im digitalen Abseits stehen und gar nicht oder kaum an der digitalen Welt partizipieren, könnte ein niedrigschwelliges und unkompliziertes Weiterbildungsprogramm erreichen.

Damit bei der heranwachsenden Generation von vornherein der Umgang mit der digitalen Umwelt verankert wird, sollte die Vermittlung von entsprechendem Wissen bereits in der Schule beginnen. So können wir sicherstellen, dass die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der modernen Welt vorbereitet sind.

Da die Digitalisierung unsere Zukunft bestimmt, sollte es uns als Gesellschaft ein großes Anliegen sein, nach Möglichkeit niemanden zurückzulassen. Nur wer die notwendigen Digitalkompetenzen mitbringt, kann den Anforderungen der Zukunft wirklich selbstbestimmt begegnen.

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Volles Haus bei BR backstage 2017 https://www.divsi.de/volles-haus-bei-br-backstage-2017/ https://www.divsi.de/volles-haus-bei-br-backstage-2017/#respond Tue, 05 Dec 2017 18:10:54 +0000 http://46.30.3.106/?p=16486 Mehr als 1.000 Jugendliche waren beim Jugendmedientag mit dabei Von Dr. Angelika Mayer 7. Juli 2017 BR Im Sommer 2015 hat der Bayerische Rundfunk zum ersten Mal und mit großer Resonanz einen unternehmensweiten Jugendmedientag für Schülerinnen und Schüler aller Schularten veranstaltet. Einen ganzen Tag lang konnten die Jugendlichen in rund 300 Workshops nicht nur zuhören und […]

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Mehr als 1.000 Jugendliche waren beim Jugendmedientag mit dabei

Von Dr. Angelika Mayer

7. Juli 2017 BR

BR-Backstage

Eintauchen in fremde Welten: Dank Greenscreen (Foto: BR Julian Schulz)

Im Sommer 2015 hat der Bayerische Rundfunk zum ersten Mal und mit großer Resonanz einen unternehmensweiten Jugendmedientag für Schülerinnen und Schüler aller Schularten veranstaltet. Einen ganzen Tag lang konnten die Jugendlichen in rund 300 Workshops nicht nur zuhören und zuschauen, sondern Inhalte auch selbst erarbeiten. Nun folgte die Fortsetzung, diesmal in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). 45 Klassen waren mit dabei.

Der Bayerische Rundfunk hat in München zwei große Standorte: Das Funkhaus in der Nähe des Hauptbahnhofes sowie das Fernsehgelände in Freimann und in Unterföhring. Die Serie „Dahoam is Dahoam“ wird im Filmdorf „Lansing“ in der Nähe von Dachau produziert. Und in Nürnberg befindet sich das Studio Franken. Bei BR backstage lernen Jugendliche abseits des Lehrplans was es braucht, um Medien professionell selber zu machen. Zu diesem Zweck ermöglicht der Jugendmedientag einen umfassenden Blick hinter die Kulissen, damit Gestaltungsmechanismen in den Medien hinterfragt werden können.

Ein crossmediales Bildungsprojekt, das alle Schularten anspricht

Wie Radio, Fernsehen und der BR im Netz funktionieren, das erlebten am 27. Juni 2017 rund 1.000 Jugendliche aus ganz Bayern hautnah. Das Angebot richtete sich an Schülerinnen und Schüler ab der achten Jahrgangsstufe. Fachleute erklärten hier, worauf es bei der Auswahl von Medienangeboten ankommt. Und wer anschließend selbst in die Rolle des Moderators, des Social Media-Redakteurs und des Sportreporters schlüpft, der erfährt, was alles stimmen muss, damit am Ende ein gutes Produkt herauskommt. Die Schülerinnen und Schüler konnten beispielsweise im „Rundschau“-Studio die Nachrichten sprechen. Sie erlebten, wie Filmmusik entsteht und drehten 360 Grad-Videos.

BACKSTAGE Rundschau

Hinter den Kulissen der Nachrichten (Foto: BR Julian Schulz)

Einige haben selbst ausprobiert, wie man sich vor dem Greenscreen bewegen muss, um in virtuellen Umgebungen eine gute Figur zu machen. Und wer die wichtigen Knöpfe im Regie- und Schneideraum tatsächlich selbst drückt, der schaut zukünftig anders auf Medien. Dessen Blick wird geschärft. Gezwungen zu sein, adhoc auf eine Frage vor laufender Kamera zu antworten, änderte beispielsweise für Luisa (15) die Perspektive auf den Beruf der Journalistin.

Wie sah er aus, der Jugendmedientag im BR?

BR backstage ist kein Kongress, sondern ein Angebot, um sich auszuprobieren und beispielsweise auch erste Film- und Formatideen oder Moderationen mit Leben zu füllen. Die Veranstaltung soll auf diese Weise zum selbstbewussten Umgang mit den Medien anregen und die Aufmerksamkeit für den vielzitierten Umgang mit „der Wahrheit“ und Desinformationsversuchen schulen. Die Medienmacher von morgen konnten nicht nur den Profis über die Schulter schauen, sondern selbst filmen, interviewen, posten und aufzeichnen. Im Schüler-Live-Blog berichteten die Jugendlichen direkt vom Großevent.

Der Bayerische Rundfunk öffnete seine Pforten an diesem Tag ab 08.30 Uhr für die Schülerinnen und Schüler. Das letzte Angebot endete um 16.00 Uhr. Die Organisatoren haben, auch mit Unterstützung des DIVSI auf dem Gebiet der Internetsicherheit, spannende Programme zusammengestellt. Die Lehrkräfte konnten aus verschiedenen Angeboten ein Tagespaket wählen, das dann im Klassenverbund durchlaufen wurde.

BR-Backstage Funkhaus

Kurze Verschnaufpause am zentralen Anlaufpunkt im Funkhaus( Foto: BR Steffi Rettinger)

Auch im Bayerischen Rundfunk bleibt derzeit kaum ein Stein auf dem anderen. Im wahrsten Sinne des Wortes, so befindet sich der Standort München-Freimann in einer großen Umbauphase. Die Umwälzungen, die die Medien allgemein erleben, betreffen genauso auch die Landesrundfunkanstalten der ARD. Damit wandelt sich auch die Arbeitsumgebung, der BR steckt mittendrin in einem großen Veränderungsprozess. Einheiten, die bisher getrennt nach Ausspielwegen (Hörfunk, Fernsehen, Online) organisiert waren, planen und produzieren nun medienübergreifend nach Inhalten.

Wie bestmögliche Wirkung erzielen?

Wie zeigt sich der Anspruch an freie und unabhängige Medien im Produktionsprozess? Was haben diejenigen im Blick, die Informationen anbieten? Und was ist mit der Unterhaltung, der Musik und dem Sport? Ein Ganztagesevent mit bunten Programmsträngen wie „Die Medienmacher“ oder „Großes Kino“ (inklusive Filmvorführung und Werkstattgespräch mit dem Regisseur) und entsprechend vielfältigen interaktiven Angeboten hilft, mitreden zu können. Und macht Spaß. Richtig „coole“ Angebote für die Digital Natives hatte der Kooperationspartner DIVSI bereitgestellt: Ein Live-Hacking in Freimann, „Sketch your Social Media Network“ im Münchner Funkhaus und die Auseinandersetzung mit Wahrheit und Lüge im Netz im Studio Franken. Der Workshop „In WWW Veritas“ unserer Partner vom DIVSI kam dort besonders gut an, denn die Referenten haben auf einer Wellenlänge mit den Mädchen und Jungs sehr praktisch und witzig am und im Netz gearbeitet.

BR-Backstage: Sketch your networks

Auf Augenhöhe und ganz analog: Sketch your Social Media Network (Foto: BR Philipp Kimmelzwinger)

Ein paar Klassen standen dann doch im Stau, weswegen Tobias Schrödel seine „Hacking-Show“ etwas später als geplant starten musste, dafür aber mit voller Power. Was alles möglich ist, wenn Unbefugte mit dem Smartphone Schindluder treiben, das demonstrierte er sehr eindrucksvoll. Dass das nicht nur Profis können, sondern auch technisch versierte vermeintliche Freunde, das wurde den Anwesenden schnell klar. Und auch diese Botschaft kam an: Viele der gezeigten Programmierungen sind strafbar. Obwohl es wie eine rechtliche Grauzone wirkt, ist diese Art von „technischer Spielerei“ eben kein Kavaliersdelikt. Staunen, lachen, nachdenken. Ein unschlagbarer Dreiklang, den dieser DIVSI-Workshop den Schülerinnen und Lehrkräften geboten hat.

BR-Backstage Live-Hacking

Live Daten manipulieren – das kann Tobias Schrödel (Foto: BR Julian Schulz)

Die DIVSI-Workshops punkteten aber nicht nur aufgrund der inhaltlichen Nähe zur Zielgruppe. Die empathische und humorvolle Art der Referenten, gepaart mit Mut zum Unkonventionellen und jeder Menge Sachverstand, das hat allen Teilnehmern sehr gut gefallen.

„Superspannend, mehr davon!“, wünschte sich eine 15-jährige Realschülerin gleich im Anschluss.

Viel (auf dem) Programm

Nahe Dachau schnupperten die Jugendlichen am Set von „Dahoam is Dahoam“ Serienluft und hatten die Gelegenheit, die wichtigsten Handgriffe bei Dreh, Regie oder Postproduktion auszuprobieren. „Die Schüler waren begeistert, weil sie selbst so aktiv werden durften“, berichtete eine Lehrkraft. In München-Freimann fanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmern insbesondere das aufgebaute Kamerazelt sehr gut. Schließlich gab es dort alles rund um Equipment, filmende Drohnen oder Kamerafahrten zu lernen und zu entdecken.

BR Backstage

Die Atmosphäre am Set ist ansteckend… (Foto: BR Sarah Göltner)

Im Studio Franken haben mehr als 80 Jugendliche aus nord- und ostbayerischen Schulen der Region vorbeigeschaut. Dort meldete sich unter anderem Sportreporterin Julia Büchler per Skype-Schalte aus dem russischen Sotchi, vom Training der Deutschen Elf. Auch Korrespondent Torsten Teichmann ließ sich ins BR-Funkhaus zuschalten und berichtete live aus dem ARD-Studio Tel Aviv über seine Arbeit in einem Krisengebiet. „Den Schülerinnen und Schülern hat es sehr gefallen. Man hat immer gemerkt, wie viel Energie, wie viele Gedanken und wie viel Arbeit dahinter steckt“, sagte eine Lehrkraft.

Medien (be)greifbar machen

Bereits 2015 hat das Team der BR Medienkompetenzprojekte, das den Tag mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen aus allen Fachabteilungen organisiert, die Programme und die Durchführung von BR backstage durch das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München evaluieren lassen.

Als Folge der Ergebnisse wurde daher Wert darauf gelegt, dass die Vermittlung auf Augenhöhe stattfindet: Die Schülerinnen und Schüler wollen auf Menschen treffen, die eben nicht „Schule“ mit ihnen machen und die ihnen mit Freude an ihrem Beruf begegnen. Sich von diesen Profis inspirieren zu lassen, Medien kreativ mitzugestalten, diesen Anspruch erhebt BR backstage. Die angebotenen Tagesprogramme sollten entsprechend auch die Pädagoginnen und Pädagogen, die ihre Klasse durch diesen Tag begleiteten, darin unterstützen, die Vermittlung von Medienkompetenz praxisnah zu ergänzen.

Welche Arbeitsbedingungen in einem Medienunternehmen vorherrschen, davon haben die meisten Schülerinnen und Schüler noch kein allzu klares Bild. BR backstage hat daher auch Berufsbilder in den Medien veranschaulicht: Über welche Ausbildung sollten die Medienmacher von morgen verfügen und welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es, das war immer wieder Thema beim Jugendmedientag.

Jugendliche lassen sich für Medienwissen und Medienhandeln begeistern, wenn Inhalte, Form und Aufbereitung eine Art von Überraschung in sich tragen. Diese Neuartigkeit kann dann im wahrsten Sinne „Augen öffnen“ und Zugang schaffen zu Dingen, die man bislang nicht wusste oder bei denen man aus eigener Erfahrung lernen kann. Neben den jungen Programmen des Bayerischen Rundfunks, wie PULS und Bayern3, stehen auch „gestandene“ Programmmacher Rede und Antwort und lassen sich kritische Nachfragen gefallen. Und der BR „kann cool“, die Coaches in den Workshops nehmen Bezug auf die Lebenswelt der Jüngeren, denn nur so wird das Wissen auch handlungsrelevant. Vielen Journalisten liegt besonders am Herzen, die Schülerinnen und Schüler noch besser in die Lage zu versetzen, Medien und ihre Inhalte kritisch zu hinterfragen und einzuordnen und damit letztlich auch ihre Qualität zu beurteilen. Was journalistische Qualität angeht, sieht das Wissen bei den Jugendlichen durchaus nicht schlecht aus. Sie erkennen Ausgewogenheit, Relevanz und Aktualität als Qualitätskriterien für guten Journalismus und sehen Meinungsäußerungen und fehlende Seriosität eher kritisch (vgl. Pfaff-Rüdiger 2015: 2ff.)

BR-Backstage Hörfunk

Hörfunk machen im Studio Franken (IFoto: BR Henry Lai)

Der Workshop „Alle Nachrichten vom Staat gesteuert?“ beschäftigte sich beispielsweise damit, wie Nachrichten entstehen und sollte mit Vorurteilen aufräumen. Timo Schwandner (15) von der Realschule Neumarkt erzählte, dass er tatsächlich gedacht hatte, der Staat würde aktiv in die Berichterstattung eingreifen – und dass er nun seine Meinung geändert hätte. „Der Kurs hat mir also schon etwas gebracht“, sagte er. 

Warum gibt es ein solches Angebot im Bayerischen Rundfunk?

Der BR will den Schülerinnen und Schülern in erster Linie die Chancen der Medien aufzeigen. Es geht darum, Teilhabe zu ermöglichen – in einer vielförmigen Gesellschaft, in der es wichtig ist, sich zu informieren und sich ausdrücken zu können.
Der Bayerische Rundfunk hat als öffentlich-rechtliche Unternehmung eine besondere Verantwortung für das Gemeinwohl. Medienbildung zielt entsprechend nicht allein auf den gern zitierten Bildungsauftrag ab. Aus diesem Grund stehen neben den Besuchen in Fernseh- und Radiostudios und den Redaktionen eine Vielzahl von Gesprächen mit Medienmachern auf dem Programm. Im Vordergrund dabei: die Öffnung des Hauses für ein zukünftiges Publikum sowie die Auseinandersetzung mit dem eigenen Berufsethos und normativen Qualitätsansprüchen. Im Idealfall gilt es bei einer solchen Veranstaltung die Rollen zu tauschen: Wer lernt hier von wem? Und was ist für die jungen Menschen (in den Medien) von Belang? Mit den Jugendlichen also in den Dialog zu treten und eine Beziehung aufzubauen, ganz im Sinne des Public Value gemeinwohlorientierter Unternehmungen.
Die Schülerinnen und Schüler haben den Jugendmedientag als vielseitig und abwechslungsreich erlebt. Rund 800 Fragebögen von Teilnehmenden sowie eine Vorher-Nachher-Befragung der Lehrkräfte wird ausgewertet, um Handlungsfelder und Impulse für die Medienkompetenzarbeit abzuleiten und den nächsten Jugendmedientag, der 2018 am 17. Mai stattfindet, optimal vorzubereiten. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.br.de/backstage.

Quellen:
Pfaff-Rüdiger, Senta (2015): Evaluation von BR backstage. München, S. 1-11.

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„Digital Leadership“ revisited https://www.divsi.de/digital-leadership-revisited/ https://www.divsi.de/digital-leadership-revisited/#respond Tue, 14 Nov 2017 17:58:30 +0000 http://46.30.3.106/?p=16469 Digitalisierung in Unternehmen ist zur Chefsache geworden. Von Markus Klimmer Im November 2016 wurde das Buch „Digital Leadership – Wie Deutschlands Top-Manager den Wandel gestalten“ veröffentlicht. Grundlage waren Interviews mit 31 Vorstandsvorsitzenden aus Wirtschaft, öffentlichen Organisationen und Gewerkschaften. Seitdem hat sich in der Einstellung der CEOs und der Situation einiges geändert, wie aktuelle Interviews zeigen. […]

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„Digital Leadership“ revisited

3. Hamburger Wirtschaftsdialog des NIT (v. l.): Markus Klimmer, Svenja Teichmann (crowdmedia), Matthias Kammer (DIVSI), Doreen Nowotne (Aufsichtsrätin Jenoptik, Brenntag), Dr. Johann Bizer (CEO Dataport) (Foto: Jan Brandes)

Digitalisierung in Unternehmen ist zur Chefsache geworden.

Von Markus Klimmer

Im November 2016 wurde das Buch „Digital Leadership – Wie Deutschlands Top-Manager den Wandel gestalten“ veröffentlicht. Grundlage waren Interviews mit 31 Vorstandsvorsitzenden aus Wirtschaft, öffentlichen Organisationen und Gewerkschaften. Seitdem hat sich in der Einstellung der CEOs und der Situation einiges geändert, wie aktuelle Interviews zeigen. Was genau – daraus lassen sich zehn Kernaussagen ableiten:

1. Nicht zuständig ist nicht mehr denkbar

Vor zwei Jahren antworteten über 20 Prozent der CEOs mit dem Hinweis auf ihre Nichtzuständigkeit. Man solle dieses Thema mit dem CIO besprechen. Inzwischen wird die Digitale Transformation als Chefsache des CEO gesehen.

2. Führungstypologien 2017

Vor einem Jahr konnten wir erste Muster bei den Führungstypologien von CEOs beim Thema Digital erkennen: „Frühe Natives“, „Analytiker und Verstehenwoller“, „Schnelle Pragmatiker“, „Moderatoren des Prozesses“, die einen Ansatz „Leading from behind“ wählen, visionäre Führungskräfte, die ein „Leading from the front“ verfolgen, und die seltene Spezies der IT- und Technologiefachleute.

Heute werden Führungsfähigkeiten umschrieben mit hierarchiefrei, Mobilisierer und Integratoren, technologisch neugierig. Es gilt, das gesamte Wissen der Organisation zu mobilisieren.

3. Digitalkompetenz ist nicht Technologiekompetenz

Die Digitalkompetenz von Führungskräften genauso wie Organisationen leitet sich nicht aus ihrer Technologiekompetenz ab, sondern daraus, einen technologiegetriebenen Wandel zu gestalten.

4. In Umbruchsituationen haben „General Manager“ bessere Karten

Wir neigen dazu, die digitale Revolution als etwas nie da Gewesenes, Unvergleichbares zu sehen. Aber große Umbruchsituationen gab es schon zuhauf. Früher und jetzt scheint zu gelten: Im Umbruch brauchen wir Führungskräfte, die sich rasch auf Neues einstellen können, Menschen dabei mitnehmen, kommunikativ sind und Fehler eingestehen können.

5. HR und IT-Manager werden nicht als Top-Führungskräftepool gesehen

In deutschen Unternehmen agiert die HR-Funktion oft weit vom eigentlichen Geschäft. Kann dies ein entscheidenderer Engpass der Digitalisierung sein als fehlende IT-Manager? Letztere haben mit der HR-Funktion übrigens gemein, dass sie als Top-Führungskräftereservoir fast völlig ignoriert werden. Und das ist nicht gut so.

6. Aufsichtsräte mehrheitlich hilflos

Derzeit wird nicht mehr das Desinteresse der Aufsichtsräte beklagt, sondern ihre Hilflosigkeit. Wer nicht weiß, was Digitalisierung ist, der fällt bei der Auswahl von Führungskräften leicht auf den coolen digitalen Phänotyp rein, meist ohne Führungserfahrung. Keine gute Basis für den Digitalumbau von Unternehmen.

7. Von „E-Commerce“ zu „Digital at the Core“

„Digital“, das hieß vor Kurzem für viele Führungskräfte noch ein „aufgeklebtes“ digitales „Front-end“. Nun ist klar: Digitalisierung heute ist „The Core“, der Kern der Produktions- und Lieferketten.

8. Die schleichende Entzauberung des Digitalstandortes Berlin

Damit hängt die Relativierung des Standortes Berlin zusammen. Die zwei aus Sicht der CEOs wichtigsten Mitarbeiterdimensionen bekommt man dort nicht: (1) Ein tiefes Verständnis von Produktion und (2) die Integrationsfähigkeit und -willigkeit in ein Unternehmen. Digitalisierung heißt eben auch Digitalisierung von innen.

9. Die Digitalisierung des Unternehmens geht nur Hand in Hand mit der Digitalisierung des Ökosystems

Wir brauchen Führungspersönlichkeiten, die verstehen, dass sie sich auch jenseits der Unternehmensgrenzen kümmern müssen: um Zulieferer, Vertriebspartner, Lehrstühle und Forschungsschwerpunkte in der Region, um Berufsschulen … Der Erfolg und die Schwungmasse ergeben sich aus der Digitalisierung des gesamten Ökosystems eines Unternehmens.

10. Dortmund, Stuttgart, München – aus Old Economy wird New Economy

Die gute Nachricht für die „Old Economy“: Die „New Economy“ wird genau dort entstehen MÜSSEN. Digitalisierung „at the core“ kann nicht verlagert werden an coole Standorte.

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Jugend hackt Berlin https://www.divsi.de/jugend-hackt-berlin/ https://www.divsi.de/jugend-hackt-berlin/#respond Tue, 10 Oct 2017 16:33:46 +0000 http://46.30.3.106/?p=16453 Vom 24. bis 26. November 2017 lädt Jugend hackt wieder 120 begeisterte Coderinnen und Bastler nach Berlin ein. DIVSI sponsert Jugend hackt bereits im dritten Jahr. Nachdem in den Jahren 2015 und 2016 jeweils die Events in Hamburg gefördert wurden, greift DIVSI in diesem Jahr Jugend hackt Berlin unter die Arme. Die diesjährige Veranstaltung steht […]

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Jugend hackt Berlin

Foto: CC-BY 4.0 Jugend hackt

Vom 24. bis 26. November 2017 lädt Jugend hackt wieder 120 begeisterte Coderinnen und Bastler nach Berlin ein. DIVSI sponsert Jugend hackt bereits im dritten Jahr. Nachdem in den Jahren 2015 und 2016 jeweils die Events in Hamburg gefördert wurden, greift DIVSI in diesem Jahr Jugend hackt Berlin unter die Arme.

Die diesjährige Veranstaltung steht unter demselben Jahresmotto, das für alle Jugend hackt-Events 2017 gilt: “Echt oder Falsch”. Was hat es damit auf sich? Es wird zunehmend schwieriger, Darstellungen im Netz zu beurteilen. Gemeinsam mit den Jugendlichen will Jugend hackt hinterfragen, wie wir unseren medialen Alltag gestalten können, damit wir wieder besser selbst bestimmen können, was wir glauben und wie wir handeln.

Schwerpunktmäßig soll den jungen Menschen bei Jugend hackt in Berlin die Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem Thema “Zwischen den Zeilen” zu beschäftigen. Denn die wahre Herausforderung des Codens und Hackens liegt für Jugend hackt in der Abschätzung der Folgen und den zugrundelie-genden Werten, die noch vor der ersten Programmzeile geklärt werden sollte. Unter dem Stichwort „Algorithmen-Ethik“ wird derzeit viel diskutiert – und dabei nur allzu leicht der Fokus auf die Verantwortung der Maschine statt auf die des Menschen verschoben. Da ist von “rassistischen künstlichen Intelligenzen” oder dem Verantwortungsgefühl von selbstfahrenden Autos die Rede. Dabei können KIs (Künstliche Intelligenzen) nur so gut sein, wie sie konzipiert und trainiert wurden. Denn die Zukunft von diskriminierungsfreien Algorithmen und KIs, die unsere pluralistische Gesellschaft abbilden, liegt ganz klar “zwischen den Zeilen”.

Natürlich können die Jugendlichen, wie immer bei Jugend hackt, auch an allen anderen gesellschaftlichen Themen arbeiten, die ihnen unter den Nägeln brennen!

An drei spannenden und ereignisreichen Tagen haben sie bei Jugend hackt Berlin die Zeit, gemeinsam mit einem kleinen Team eine eigene digitale Anwendung zu entwickeln (die definitiv nicht fertig werden muss!) oder an einem Hardwareprojekt zu werkeln. Sie haben die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Interessierten etwas Neues auszuprobieren und dazu zu lernen. Außerdem steht ihnen das ganze Wochenende lang ein tolles Team von Mentorinnen und Mentoren für jegliche Fragen zur Seite.

Noch bis zum 22. Oktober 2017 können sich junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren anmelden unter https://jugendhackt.org/events/berlin/.

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