4. Fünf Grundsätze für sichere digitale Kommunikation

Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Nutzer digitalen Kommunikationsmitteln vertrauen können, mithilfe derer sie (u. a.) mit Unternehmen oder Behörden in Kontakt treten, um bedeutsame oder sensible Inhalte auszutauschen. Aufgrund der Komplexität kann Vertrauen in digitale Kommunikation praktisch nur als Systemvertrauen aufgebaut und aufrechterhalten werden. Es ist deshalb zu erörtern, wie es hergestellt, bestärkt und gewährleistet werden kann. Dazu erfordern solche Kommunikationsverhältnisse bestimmte Rahmenbedingungen, die durch die im Folgenden formulierten Grundsätze unterstützt werden.

Die folgenden Kapitel führen diese Sätze der Reihe nach auf und erläutern und erörtern sie jeweils im Detail. Dabei sind die Leitsätze nicht isoliert voneinander zu betrachten. Vielmehr verweisen sie aufeinander und begrenzen sich dabei zum Teil gegenseitig – jedes der Ziele ist mit widerstreitenden Aspekten abzuwägen. Dies gilt insbesondere auch für die beiden ersten Leitsätze, die bereits in einem Spannungsverhältnis stehen. Und so offensichtlich die darin formulierten Forderungen nach Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit sind: Schon diese beiden scheinbar einfachen Bedingungen besitzen, wie im Folgenden gezeigt wird, für sich genommen im Detail eine durchaus hohe Komplexität.

 

Grundsätze für sichere digitale Kommunikation

  1. Digitale Kommunikation mit sensiblen Inhalten sollte sicher und verlässlich sein.
  2. Die eingesetzte Technologie sollte nutzerfreundlich sein.
  3. Dem Nutzer gegenüber sollte der gewährleistete Sicherheitsstandard kommuniziert werden.
  4. Dem Nutzer sollte Alternative – auch analoge – Kommunikationsmittel angeboten werden.
  5. Die Wahl des Kommunikationsmittels sollte für den Nutzer nicht mit unmittelbaren Mehrkosten verbunden sein bzw. in dieser Hinsicht nicht zwischen analoger und digitaler Kommunikation unterscheiden.