3. Bewertung von Online-Angeboten

Die deutschen Nutzer gehen mehrheitlich davon aus, dass man für kostenlose Online-Angebote meistens mit seinen persönlichen Daten zahlt. Diese Meinung vertreten drei Viertel von ihnen. Im Umkehrschluss bedeutet dies für die Befragten jedoch keinesfalls, dass kostenlose Online-Angebote nicht seriös sind. Der Aussage, nur Online-Angebote, die Geld kosten, sind seriös, stimmen 13 Prozent zu. Fast 80 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu.

„Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu Online-Angeboten voll zu, stimmen Sie eher zu, stimmen Sie eher nicht zu oder stimmen Sie gar nicht zu?“

Bewertung von Online-Angeboten 1

Deutsche Internetnutzer gehen grundsätzlich davon aus, dass die meisten Anbieter von Online-Angeboten mit den persönlichen Daten ihrer Nutzer auch Geschäfte machen. Ob die Angebote nun kostenlos sind oder nicht, spielt keine Rolle.

Der Meinung, dass mit ihren Daten oft auch Geschäfte gemacht werden, sind alle Nutzer, unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund. Allerdings vertreten jüngere Nutzer (14- bis 24-Jährige) diese Meinung weniger vehement. Von ihnen stimmen nur 34 Prozent der Aussa- ge voll zu, während von allen Nutzern zusammengenommen jeder Zweite dieser Meinung voll zustimmt.

Bewertung von Online-Angeboten 2

In der Bewertung des Vorgehens, Nutzerdaten zu Geld zu machen, sind sich die deutschen Internetnutzer einig. 80 Prozent der Befragten äußern sich ablehnend. Nur 16 Prozent zeigen ein gewisses Verständnis.

„Wie finden Sie das Vorgehen von Anbietern, etwas quasi kostenlos anzubieten, aber mit den Daten der Nutzer Geld zu machen?“

Bewertung von Online-Angeboten 3

Die wichtigsten Gründe für die Ablehnung dieses Geschäftsmodells sind Angst vor Datenmissbrauch und Unwissen darüber, was mit den eigenen Daten geschieht. Jeder dritte Befragte mit einer ablehnenden Haltung sagt, die eigenen Daten gehören nur einem selbst.

„Warum finden Sie das Vorgehen nicht okay?“

bis zu zwei Antworten möglich

Bewertung von Online-Angeboten 4

Diejenigen, die für dieses Geschäftsmodell Verständnis zeigen, begründen dies vor allem damit, dass die Anbieter von Online-Angeboten schließlich auch Geld verdienen müssten. Knapp jeder Dritte von ihnen zeigt sich resigniert und gibt an, es lasse sich so oder so nicht ändern.

„Warum finden Sie das Vorgehen okay?“

bis zu zwei Antworten möglich

Bewertung von Online-Angeboten 5

Für den Schutz der eigenen Daten Geld zu bezahlen, wäre gut jeder Dritte deutsche Internetnutzer bereit. 61 Prozent lehnen es hingegen ab, Geld zu bezahlen, um dadurch die Nutzung persönlicher Daten ohne vorherige Zustimmung zu unterbinden.

Die zuvor gemessene Zustimmung bzw. Ablehnung der Weiterverwendung persönlicher Daten hat keinerlei Einfluss auf die Beantwortung dieser Frage. Es bleibt dabei, dass gut ein Drittel der Nutzer bereit wäre, Geld zu bezahlen – unabhängig davon, ob sie das Vorgehen, Nutzerdaten zu Geld zu machen, nun ablehnen oder Verständnis dafür haben.

„Wären Sie bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass Ihre Daten garantiert nur so verwendet werden, wie Sie das möchten und nicht ohne Ihre Zustimmung anderweitig zu Geld gemacht werden?“

Wären Sie bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass Ihre Daten garantiert nur so verwendet werden, wie Sie das möchten und nicht ohne Ihre Zustimmung anderweitig zu Geld gemacht werden?

Allerdings wären diejenigen, die täglich online sind, deutlich häufiger bereit, Geld für die Sicherheit ihrer Daten zu bezahlen, als z.B. Personen, die das Internet einmal in der Woche oder seltener nutzen. Zudem wären Personen mit einem Hochschulabschluss eher dazu bereit (41 Prozent) als Personen mit einem Hauptschulabschluss (27 Prozent).

„Wären Sie bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass Ihre Daten garantiert nur so verwendet werden, wie Sie das möchten und nicht ohne Ihre Zustimmung anderweitig zu Geld gemacht werden?“

Ja, ich wäre bereit, Geld dafür zu bezahlen.

Ja, ich wäre bereit, Geld dafür zu bezahlen.

Im Schnitt wären die Zahlungswilligen bereit, 41 Euro pro Jahr zu bezahlen. Wie viel jemand bereit ist, für die Sicherheit seiner Daten zu bezahlen, hängt in erster Linie von seinem Einkommen ab: Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 1.000 Euro würden im Schnitt 27 Euro bezahlen. Personen mit einem Haushaltseinkommen von über 3.500 Euro würden im Schnitt 52 Euro pro Jahr bezahlen.

Die Ablehnung jährlicher Zahlungen wird am häufigsten mit Misstrauen begründet: 59 Prozent haben Zweifel, dass die Zahlung tatsächlich zu höherer Datensicherheit führt. 40 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass alles im Internet kostenlos sein sollte, auch die Sicherheit der Nutzerdaten.

„Und warum wären Sie nicht bereit, Geld zu bezahlen?“

maximal zwei Antworten möglich

 

Und warum wären Sie nicht bereit, Geld zu bezahlen?

Nur eine Minderheit von 17 Prozent aller Internetnutzer glaubt, dass es umsetzbar wäre, die persönlichen Daten durch das Bezahlen eines jährlichen Geldbetrages zu schützen.

Bei der Frage, ob die Nutzer an den Umsätzen, die mit ihren Daten erzielt werden, beteiligt werden sollten, sind die Befragten geteilter Meinung: 48 Prozent sind dafür und 46 Prozent sind dagegen.

Nur 19 Prozent glauben, dass eine Umsatzbeteiligung überhaupt umsetzbar wäre. 77 Prozent glauben das nicht.

„Und denken Sie, es wäre umsetzbar, dass die Nutzer an den Umsätzen, die mit ihren Daten erzielt werden, beteiligt werden, oder denken Sie, es ist nicht umsetzbar?“

Und denken Sie, es wäre umsetzbar, dass die Nutzer an den Umsätzen, die mit ihren Daten erzielt werden, beteiligt werden, oder denken Sie, es ist nicht umsetzbar?

Unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder Nutzungshäufigkeit sehen die Deutschen ihren Einfluss auf die Sicherheit ihrer Daten im Netz sehr nüchtern. Nur 8 Prozent sagen, jeder Nutzer hat viel Einfluss darauf, was mit seinen Daten im Internet passiert. 13 Prozent sagen, jeder Nutzer hat etwas Einfluss. Eine deutliche Mehrheit von knapp 80 Prozent geht jedoch davon aus, dass der Einzelne wenig (38 Prozent) oder sogar gar keinen Einfluss (40 Prozent) hat.

„Was glauben Sie, wieviel Einfluss hat jeder Internetznutzer darauf, was mit seinen Daten im Internet passiert? Hat jeder Nutzer…“

Was glauben Sie, wieviel Einfluss hat jeder Internetznutzer darauf, was mit seinen Daten im Internet passiert? Hat jeder Nutzer...