1. Online Medikamente bestellen

Das Bestellen von Medikamenten im Internet wird immer wieder in öffentlichen Debatten problematisiert, für die Internetnutzer in Deutschland gehört es aber fast schon zum Alltag. 61 Prozent haben bereits online Medikamente bestellt, 26 Prozent geben an, mindestens einmal im Jahr im Internet Medikamente zu kaufen, 18 Prozent mindestens einmal im Monat, und 3 Prozent bestellen sogar mindestens einmal pro Woche Medikamente im Netz.

Abbildung 2: Häufigkeit der Bestellung

Beim Blick auf die Häufigkeit der Online-Bestellungen von Medikamenten nach Geschlechterunterschieden fällt auf, dass weibliche Internetnutzer hier etwas aktiver sind als Männer. Während etwa 63 Prozent der Frauen schon Medikamente im Internet bestellt haben, sind es bei Männern 59 Prozent. Zudem bestellen 22 Prozent der Frauen mindestens einmal im Monat Medikamente im Internet, dagegen 19 Prozent der Männer.

Abbildung 3: Häufigkeit der Bestellung nach Geschlecht

Wie oft Menschen Medikamente im Internet bestellen, wird auch von ihrer finanziellen Situation beeinflusst: Je höher das monatliche Haushaltsnettoeinkommen ist, desto häufiger werden Medikamente online bestellt. Am häufigsten ist dies mit 68 Prozent in den Einkommensgruppen zwischen 3.000 und 4.000 Euro und über 4.000 Euro der Fall. In der Einkommensgruppe unter 1.000 Euro haben demgegenüber nicht nur insgesamt weniger Menschen überhaupt einmal Medikamente online bestellt (53 Prozent); sie machen es im Vergleich auch seltener.

Abbildung 4: Häufigkeit der Bestellung nach monatlichem Haushaltsnettoeinkommen

Wenngleich Jüngere im Allgemeinen das Internet intensiver nutzen als Ältere1 , zeigt das Alter keinen eindeutigen Effekt auf das Bestellen von Medikamenten im Netz. Auch unter den Internetnutzern über 80 Jahre hat mit 54 Prozent über die Hälfte schon mindestens einmal Medikamente online bestellt, 24 Prozent sogar mindestens einmal im Monat. Besonders aktiv sind 30- bis 39-Jährige (72 Prozent) sowie 60- bis 69-Jährige (67 Prozent).

Abbildung 5: Häufigkeit der Bestellung nach Alter

Gerade das häufige Bestellen von Medikamenten im Internet nimmt mit steigendem Alter zu. Nur 9 Prozent der unter 19-Jährigen gegenüber 28 Prozent der 70- bis 79-Jährigen beziehen mindestens monatlich Medikamente online.

Es zeigt sich kein nennenswerter Stadt- Land-Unterschied: Am weitesten verbreitet ist das Online-Bestellen von Medikamenten in Kleinstädten (64 Prozent), etwas seltener kommt es unter Dorfbewohnern vor (60 Prozent), etwa so häufig wie in Großstädten (61 Prozent).

Abbildung 6: Häufigkeit der Bestellung nach Urbanität

  1. „Die potenziellen Vorteile des Internets werden mehr von den jüngeren als den älteren Befragten für persönlich relevant eingeschätzt. Dies zeigt nochmals, dass das Internet gerade für die nachwachsenden Generationen nicht mehr wegzudenken ist. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Jüngeren und Älteren bei der Bedeutung von Kommunikation und Interaktion im Netz – auch wenn die älteren Generationen hier […] aktiver geworden sind.“ DIVSI Internet-Milieus 2016: Die digitalisierte Gesellschaft in Bewegung, Hamburg: DIVSI, S. 22. []