3. Hilfe zur Selbsthilfe

Das Internet wird heute rege für die Suche nach Gesundheitsinformationen oder Behandlungsoptionen verwendet. Doch über die Informationssuche hinaus nutzen viele auch die sich dadurch bietenden Möglichkeiten, sich zu gesundheitlichen Fragen mitzuteilen und auszutauschen. Unter Ärzten einen durchaus streitbaren Ruf haben dabei Gesundheitsforen, in denen Laien sich gegenseitig Behandlungstipps geben. Studien zeigen andererseits, dass das Erzählen einer Krankheitsgeschichte im Internet und der Austausch von Empfehlungen Individuen dabei helfen können, ihre Erkrankungen besser zu akzeptieren und schneller zu verarbeiten.1

Abbildung 11: Nutzung von Gesundheitsforen

Unter den Internetnutzern in Deutschland ist das Aussprechen von Tipps weiter verbreitet als das Teilen von eigenen Krankheitserfahrungen in Foren oder Gruppen. 18 Prozent haben schon mal anderen Gesundheitstipps gegeben, 13 Prozent im Internet ihre eigene Krankheitserfahrung geteilt.

Männer neigen etwas stärker dazu, sich im Internet über ihre Krankheitserfahrungen auszutauschen, als Frauen – dies, obwohl über alle erhobenen Aktivitäten hinweg die Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen eher ein weibliches Phänomen ist. 18 Prozent der Männer wie auch der Frauen haben schon im Netz Gesundheitstipps geteilt. Hingegen haben 15 Prozent der Männer, aber nur 12 Prozent der Frauen schon Krankheitserfahrungen online berichtet. Es zeigen sich dabei Unterschiede im Detail: Betrachtet man nur jene Internetnutzer, die mindestens einmal die Woche in Gesundheitsforen aktiv sind, liegen Frauen gleichauf oder sind sogar etwas aktiver als Männer; beim Teilen persönlicher Erfahrung sind es bei beiden Geschlechtern 1 Prozent, beim Aussprechen von Tipps liegen Frauen mit 3 Prozent leicht vor den Männern (2 Prozent).

Abbildung 12: Nutzung von Gesundheitsforen nach Geschlecht

Bezüglich der Aktivität von Internetnutzern in Gesundheitsforen zeigen sich auch Unterschiede entlang der Altersstruktur. Das Teilen eigener Erfahrungen nimmt zu bis zur Alterskohorte zwischen 30 und 39 Jahren (28 Prozent) und nimmt dann beständig ab. Etwas anders ist dies beim Aussprechen von Gesundheitstipps – hier haben zwar ebenfalls die 30- bis 39-Jährigen die Nase vorn (33 Prozent), allerdings sind hier auch die unter 20-Jährigen sehr aktiv (29 Prozent), und auch die über 80-Jährigen (14 Prozent) sind relativ häufig bereit, anderen online Gesundheitstipps zu geben.

Abbildung 13: Nutzung von Gesundheitsforen nach Alter

Bei Betrachtung des Engagements in Gesundheitsforen zeigt sich ein sozioökonomischer Unterschied. Berufstätige Internetnutzer sind häufiger in solchen Foren oder Gruppen engagiert als Nicht-Erwerbstätige. Unter Erwerbstätigen geben 23 Prozent online Gesundheitstipps, aber nur 11 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen. 18 Prozent der Erwerbstätigen teilen ihre Krankheitserfahrungen online, aber nur 9 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen. Diese Verteilung spiegelt sich auch in der Alters-, Einkommens- und Bildungsstruktur der in Foren Aktiven.

Abbildung 14: Nutzung von Gesundheitsforen nach Erwerbstätigkeit

  1. Siehe DIVSI (2014). DIVSI Studie zu Bereichen und Formen der Beteiligung im Internet. Hamburg: DIVSI []