4. Digitale Selbstvermessung

Diverse Apps und tragbare Endgeräte („Wearables“) ermöglichen es, laufend eigene Gesundheitsdaten zu erfassen – und diese dann online auch mit anderen zu teilen. Dazu können Körpermesswerte wie z.B. Puls und Gewicht gehören, aber auch Ernährungsdaten, Schlafrhythmen etc. Die Umfrageteilnehmer wurden vor diesem Hintergrund gefragt, wie häufig sie (1) online Gesundheitsdaten sammeln (z.B. durch ein Fitnessarmband, eine Smartwatch, digitale Waage etc.) und (2) online Gesundheitsdaten mit anderen teilen oder diskutieren (z.B. über Facebook).

Tatsächlich hat das Sammeln von Gesundheitsdaten über intelligente Endgeräte in Deutschland eine gewisse Verbreitung gefunden. 17 Prozent sind bereits in der Selbstvermessung aktiv. Zurückhaltender sind die deutschen Internetnutzer beim Teilen von Gesundheitsdaten zum Beispiel in Sozialen Netzwerken – mit 8 Prozent haben dies aber schon rund die Hälfte derjenigen getan, die Gesundheitsdaten sammeln.

Abbildung 15: Digitale Selbstvermessung

Die Umfrageergebnisse zeigen ein Geschlechtermuster, das relativ typisch ist für die Nutzung neuer technischer Geräte: Männer zeigen sich hier etwas experimentierfreudiger als Frauen. 19 Prozent der Männer, hingegen 16 Prozent der Frauen sammeln ihre Gesundheitsdaten. Vor allem Männer sind aber im Netz mitteilungsfreudiger: 12 Prozent teilen die gesammelten Daten tatsächlich, bei den Frauen sind dies 9 Prozent.

Auch hier lohnt eine nähere Betrachtung: Männer probieren gerne die digitalen Möglichkeiten aus, Frauen nutzen sie aber ebenso konsequent. Unter den regelmäßigen Datensammlern (mehrmals wöchentlich) sind die Frauen mit 5 Prozent sogar ein wenig stärker vertreten als die Männer (3 Prozent).

Abbildung 16: Digitale Selbstvermessung nach Geschlecht

Die digitale Selbstvermessung ist klar ein Phänomen eher jüngerer Generationen. Sie nimmt bis zur Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen zu, danach sukzessive ab. Ein Drittel (34 Prozent) der Internetnutzer zwischen 30 und 39 Jahren hat schon eigene Gesundheitsdaten gesammelt, bei unter 20-Jährigen ebenfalls bereits 24 Prozent. Diese Gesundheitsdaten online zu teilen, findet auch bei Jüngeren seltener statt. Doch immerhin ein Fünftel der Internetnutzer zwischen 20 und 39 Jahren hat damit schon Erfahrungen gemacht.

Abbildung 17: Digitale Selbstvermessung nach Alter

Die Häufigkeit sowohl des Sammelns als auch Teilens von Gesundheitsdaten im Netz steigt mit zunehmender Bildung. Akademiker sind hier besonders aktiv. Personen ohne Bildungsabschluss aber sind die engagiertesten Selbstvermesser, darunter auch Schüler. Unter jenen mit einer abgeschlossenen Promotion haben 25 Prozent schon Gesundheitsdaten gesammelt, immerhin 13 Prozent diese Daten auch online geteilt. Bei jenen (noch) ohne Bildungsabschluss belaufen sich diese Zahlen sogar auf 32 Prozent sowie 18 Prozent.

Abbildung 18: Digitale Selbstvermessung nach Bildung

Die Befragung zeigt auch, dass digitale Selbstvermessung besonders in Großstädten ausgeprägt ist: Hier haben schon 20 Prozent der Internetnutzer Daten gesammelt (17 Prozent im Bundesdurchschnitt). Das Sammeln von Gesundheitsdaten nimmt auch mit steigendem Einkommen zu. 24 Prozent jener mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 4.000 Euro haben schon Gesundheitsdaten gesammelt, aber nur 15 Prozent jener mit einem Einkommen unter 1.000 Euro. 23 Prozent der Erwerbstätigen haben schon Selbstvermessung betrieben, aber nur 9 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen.