5. Digitale Rundumversorger

Unter allen Möglichkeiten, gesundheitliche Interessen im Internet zu verfolgen ist – wie eingangs beschrieben – die Suche nach Informationen besonders weit verbreitet. Tatsächlich können aber zahlreiche weitere Transaktionen rund um die Gesundheitspflege online abgewickelt werden. Zuletzt soll daher der Frage nachgegangen werden, ob es einen Teil der Internetnutzer gibt, der tatsächlich besonders umfassend und aktiv auf eine digitale Gesundheitsversorgung setzt.

Zu diesem Zweck wurden fünf Aktivitäten betrachtet:

  • Einen Online-Selbsttest machen (z.B. zu Burn-out, Depressionen)
  • Online einen Arzt konsultieren (z.B. Online-Sprechstunde)
  • An einer Online-Therapie teilnehmen
  • Online Medikamente bestellen (z.B. über Online-Apotheken)
  • Korrespondenz mit der Krankenkasse online abwickeln.

Dabei stellte sich die Frage, ob es eine Gruppe von Nutzern gibt, die tatsächlich all diese Aktivitäten verfolgt und somit eine Art digitale Rundumversorgung betreibt. Tatsächlich lässt sich feststellen, dass ein kleiner Anteil von rund 5 Prozent zu dieser Gruppe der intensiven Nutzer gezählt werden kann. Welche Charakteristika weisen diese „digitalen Rundumversorger“ auf?

Abbildung 19: Digitale Rundumversorger nach Geschlecht

Der Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt, dass unter den Rundumversorgern mit 69 Prozent die Männer überwiegen (Frauen: 31 Prozent). Sie sind auch etwas jünger als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Abbildung 20: Digitale Rundumversorger nach Alter

Digitale Rundumversorger verdienen tendenziell überdurchschnittlich gut, wie ein Vergleich der Haushaltsnettoeinkommen zeigt, und sind relativ hoch gebildet. Vor allem Akademiker sind in dieser Nutzergruppe stark überrepräsentiert. Schließlich lässt sich feststellen, dass die digitalen Rundumversorger eher in Großstädten leben als in Kleinstädten oder Dörfern.

Abbildung 21: Digitale Rundumversorger nach Einkommen

Damit zeichnet sich ein typisches Profil derjenigen Internetnutzer in Deutschland ab, die möglichst umfassend ihre Gesundheitsversorgung über das Internet abwickeln: urbane, relativ gut verdienende männliche Akademiker um die 30 Jahre. Sie weisen damit auch ein ähnliches Profil auf, wie jener Bevölkerungsanteil, der sich besonders in digitaler Selbstvermessung engagiert.

Abbildung 22: Digitale Rundumversorger nach Bildung

Abbildung 23: Digitale Rundumversorger nach Urbanität

Vertiefende Analysen wären notwendig, um die zentralen Motive für die digitale Rundumversorgung der eigenen Gesundheit zu eruieren: Handelt es sich um eine Frage der Bequemlichkeit? Um einen Lebensstil? Handelt es sich um eine hohe Technologiebegeisterung?

Im folgenden Schritt des DIVSI Forschungsprogramms „Beteiligung im Internet“ wird auch diesen Fragen nachgegangen.