4.4 Welche Informationen und Dokumente gelten als vertraulich?

Es ist anzunehmen, dass die Anforderungen der Befragten an Kommunikationskanäle umso höher ausfallen, je sensibler die zu übermittelnden Informationen und Dokumente bewertet werden. Daher lohnt eine nähere Betrachtung, welche Kommunikationsinhalte von den Menschen als besonders schützenswert angesehen werden. Daraus lassen sich auch Rückschlüsse ziehen, an welche Kanäle besondere Anforderungen hinsichtlich der Vertraulichkeit und Verlässlichkeit gestellt werden.

Die qualitative Vorstudie zeigte bereits, dass die Menschen in Deutschland persönliche Informationen und Dokumente sowie personenbezogene Daten prinzipiell für besonders schützenswert halten und dass sie dieses Thema beschäftigt.

Alle Daten, die mich und meine Firma betreffen, haben höchste vertrauliche Priorität. (57 Jahre, männlich, Gruppe 1)

ALLE persönlichen Daten (Rechnungen/Kontoverbindung/Anschrift/gesundheitliche Daten/Vertragskonditionen), aber auch persönliche Meinungen/Kommentare in Mails. (48 Jahre, weiblich, Gruppe 1)

Ich betrachte alle Daten als gleich vertraulich. Privatsphäre ist für mich etwas Allgemeingültiges und fängt nicht erst irgendwo bei empfindlichen persönlichen Informationen an. Schon die Speicherung von Metadaten ist eine Verletzung der Privatsphäre. (23 Jahre, männlich, Gruppe 3)

Gleichwohl stufen die Befragten die verschiedenen Arten von Dokumenten und Informationen unterschiedlich ein. Ihnen gelten persönliche Dokumente insgesamt als vertraulicher – und somit schützenswerter – als persönliche Informationen.

Persönliche Finanzdaten sind den Menschen in Deutschland heilig

Persönliche Informationen und Dokumente, die sich auf Finanzdaten beziehen, werden unter allen abgefragten Aspekten am häufigsten als „sehr vertraulich“ und damit schützenswert eingestuft. Dokumente wie Kontoauszüge, Kreditanträge etc. bewerten 96 Prozent als sehr oder eher vertraulich. 90 Prozent der Befragten stufen die IBAN als sehr oder eher vertraulich ein. Von 89 Prozent wird auch das Einkommen als sehr oder eher vertrauliche Information gesehen.

Die qualitative Vorstudie zeigt dies ebenso deutlich, wie folgende Zitate belegen:

Bei Bankdaten und Steuerdaten, bei Krankendaten. Hier will ich niemals etwas preisgeben bzw. selbst genau entscheiden, wann und wo. Meine Kontakt- und Adressdaten sind mir weniger wichtig. Dennoch versuche ich, diese nur bei Vertrauen weiterzugeben. (28 Jahre, männlich, Gruppe 3)

Kontodaten sind mir eigentlich am wichtigsten, weil mir diese meiner Meinung nach den größten Verlust zufügen könnten. (29 Jahre, weiblich, Gruppe 3)

Wenn ich Online-Banking mache, ist es eine vertrauliche Angelegenheit. Wenn ich WhatsApp-Nachrichten schreibe und sende, weniger. (40 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

Bank-Infos und Online-Banking müssen besonders sicher gemacht werden, um finanziellen Schaden abzuwenden. E-Mails vom Arbeitgeber oder Rechtsanwalt sind für mich ebenso vertraulich. Angebote von Dienstleistungen sind mir nicht so wichtig im Bereich vertraulich, erst wenn ich mich entscheide, etwas zu kaufen. (54 Jahre, männlich, Gruppe 3)

Rechnungen betrachte ich schon als vertraulich. Kreditkartendaten und PayPal ebenso. Sein Geld möchte man ja behütet wissen. Aber sonst wüsste ich nichts, was von mir als besonders vertraulich betrachtet wird. (27 Jahre, männlich, Gruppe 3)

Ich mache z.B. kein Online-Banking, da ich mir zu unsicher bin und die Geschäftsstelle meiner Bank nur etwa 500 m von meinem Wohnort entfernt liegt. Gesundheitliche Informationen google ich schon das eine oder andere Mal. (65 Jahre, weiblich, Gruppe 1)

Schützenswerte Dokumente

Schützenswerte Informationen

Knapp drei Viertel der Befragten bewerten alle abgefragten Dokumente als sehr oder eher schützenswert, mindestens 50 Prozent sehen dies für alle abgefragten Informationen so.

Als weniger schützenswert gelten den Befragten in Deutschland Dokumente mit Verbrauchsinformationen (z.B. Strom-, Wasserversorgerinformationen), 26 Prozent halten sie für weniger oder überhaupt nicht vertraulich. Bei den Informationen ist es vor allem die Religionszugehörigkeit, die von 47 Prozent als weniger vertraulich oder überhaupt nicht vertraulich eingestuft wird. Sowohl Verbrauchsinformationen als auch Religionszugehörigkeit werden im Vergleich als deutlich weniger sensibel betrachtet, da hier kaum negative Konsequenzen erwartet werden, falls diese Daten in die Hände Dritter gelangen würden, anders als bei Weitergabe von Finanz- oder Gesundheitsinformationen.