4.5 Sicherheitsbewertung verschiedener Kommunikationskanäle

Im Folgenden wird näher beleuchtet, welche Kommunikationsmittel die Befragten für sicher vor dem Zugriff Unbefugter auf die persönlichen und personenbezogenen Daten halten.

Das persönliche Treffen wird mit Abstand als die sicherste Kommunikationsform gesehen

92 Prozent halten einen Austausch von Informationen und Dokumenten im persönlichen Treffen für besonders sicher. Während 18 Prozent zumindest eher dieser Ansicht sind, finden ganze 74 Prozent diesen Weg sogar sehr sicher – das ist der mit Abstand höchste Wert im Vergleich.

Der Brief wird an zweiter Stelle genannt. Insgesamt 77 Prozent halten ihn für eher (55 Prozent) oder gar für sehr sicher (22 Prozent). Ein ähnliches Bild ergibt die Sicherheitseinschätzung des Telefonats, das 15 Prozent der Befragten als sehr sicher einstufen und weitere 56 Prozent als eher sicher.

Sicherheitseinschätzung unterschiedlicher Kommunikationsmittel

E-Mail und Kundenportal werden als sicherste Wege der Online-Kommunikation gesehen

Insgesamt bewerten die Menschen in Deutschland internetbasierte Kommunikationskanäle im Vergleich zu den analogen als deutlich unsicherer. Innerhalb der Palette der Online-Angebote werden die E-Mail (68 Prozent) und das Kundenportal (65 Prozent) als sicherste Möglichkeiten gesehen.

Die Kunden-App wird prinzipiell als eher sicheres Medium eingestuft. 52 Prozent halten sie für sehr oder eher sicher im Vergleich zu 35 Prozent, die sie für sehr oder eher unsicher halten. Videotelefonie wird demgegenüber als eher unsicherer Kanal eingestuft. 37 Prozent halten sie für sehr oder eher sicher, 50 Prozent für eher oder sehr unsicher.

Unsicherheit nehmen zumindest Teile der Bevölkerung bei beiden Kanälen wahr – bei der Kunden- App strahlen aber womöglich die Vertrautheit mit dem Anbieter und dessen (antizipierte) Fachkenntnis ab. Das heißt, die Unterschiede können damit zusammenhängen, dass eine Kunden-App in der Regel von einem Unternehmen, einer Bank, Versicherung etc. bereitgestellt wird und dieser Absender bereits einen Vertrauensvorschuss genießt, der auf das neue Kommunikationsangebot einzahlt.

Bei Videotelefonie und Kunden-App sind die Menschen mit ihrer Sicherheitseinschätzung am unsichersten. Jeweils 13 Prozent können die Sicherheit dieser relativ neuen und somit noch unvertrauten Technologien nicht beurteilen.

Briefe können natürlich auch geöffnet werden, und leider sind auch schon Briefe nicht angekommen, aber ich halte das Risiko für am geringsten. (43 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

Telefon ist natürlich auch nicht sicher. Vergleichsweise sicher sind Briefe, wenn sie denn über die Post geliefert werden. Die sicherste Kommunikation ist die persönliche. (65, weiblich, Gruppe 1)

Telefonate können abgehört werden und Briefe abgefangen werden. Trotzdem sind beide Kanäle als vergleichsweise sicher einzuschätzen, da diese Maßnahmen in der Regel von staatlicher Seite bei dem begründeten Verdacht einer Straftat und nach richterlicher Anordnung erfolgen (Ausnahme NSA-Abhörskandal). Persönliche Kommunikation ist am sichersten. (25 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

E-Mails kommen mir persönlich zwar immer noch etwas sicherer vor als WhatsApp, auch hier denke ich jedoch, dass nicht jede Kommunikation unbedingt nur von den betroffenen Parteien gelesen/ gespeichert wird. Zum Beispiel würde ich nie im Rahmen meiner Doktorarbeit sensible Patientendaten über meine persönliche E-Mail-Adresse senden, und meines Wissens ist das auch nicht grundlos verboten. (25 Jahre, weiblich, Gruppe 3)

E-Mails finde ich noch mit am sichersten, da es mit einem Kennwort gesichert ist. (22 Jahre, weiblich, Gruppe 3)

Ich benutze Portale nur von Firmen, denen ich vertraue. (34 Jahre, weiblich, Gruppe 1)

Aufgrund der firmeneigenen Sicherheitsmaßnahmen sollte diese Variante (Kundenportal) am sichersten sein. (27 Jahre, männlich, Gruppe 3)

Wenn ich von einem hochseriösen Kundenportal ausgehe, ist es ziemlich sicher, da es von großer Wichtigkeit für den Anbieter ist, das Kundenportal so sicher wie möglich zu halten, und somit auch in Sicherheit investiert wird. Es kommt trotzdem vor, dass Kundenportale gehackt werden. (41 Jahre, weiblich, Gruppe 3)

Apps gehören zu Facebook, dieser Datensammler ist mir suspekt. (53 Jahre, männlich, Gruppe 1)

Da kommt es natürlich ganz darauf an, was das für eine App ist. Meistens sind Apps wahrscheinlich schlecht bis gar nicht gesichert. (34 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

Ich halte Skype, also Videotelefonie, für sehr sicher. Es ist sicherlich immer ein Restrisiko da, von außen gehackt zu werden, aber das ist gleichzusetzen mit dem Risiko, welches man trägt, wenn man jeden Tag aus dem Haus geht. (41 Jahre, weiblich, Gruppe 3)

(Videotelefonie) Wird von vielen Millionen Leuten genutzt, bislang gab es noch keine negativen Meldungen. (31 Jahre, weiblich, Gruppe 1)

Wahrscheinlich ist Skype am unsichersten, denn soweit ich weiß, ist die Kommunikation nicht verschlüsselt. Und evtl. könnte jemand Zugriff auf die Webcam meines Computers bekommen, ich klebe die Webcam deshalb ab, wenn sie nicht in Gebrauch ist. (34 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

WhatsApp traue ich gar nicht, alles, was dort preisgegeben wird, ist wahrscheinlich öffentlich. (32 Jahre, männlich, Gruppe 1)

WhatsApp ist relativ sicher, ich chatte nur mit Freunden, und bei einer neuen Nummer fühle ich mich nicht angesprochen und reagiere nicht drauf. Blockiere den Kontakt. (40 Jahre, weiblich, Gruppe 2)

Einige Messenger-Apps wie Telegram oder WhatsApp verfügen mittlerweile über eine Ende-zu-Ende- Verschlüsselung, insofern ist hier zumindest ein gewisser Grad an Sicherheit gegeben. (52 Jahre, männlich, Gruppe 2)