7. Sicherheitsbedürfnis und Verantwortungszuschreibung

In Sicherheitsfragen bei der Online-Kommunikation ist die Bevölkerung gespalten

Knapp die Hälfte der Bevölkerung (45 Prozent) macht sich wenig Sorgen bei der Online-Kommunikation, weil sie nicht davon ausgeht, dass die eigenen Daten für andere interessant sein könnten. Dem stehen 48 Prozent gegenüber, die diese Einschätzung nicht teilen.

Die Mehrheit (58 Prozent) in der Bevölkerung sieht sich im Großen und Ganzen kompetent genug, um den Gefahren der Online-Kommunikation aus dem Weg gehen zu können. Allerdings sind nur elf Prozent wirklich fest davon überzeugt. Auch sind sich nur 16 Prozent absolut sicher, sich mit gesundem Menschenverstand und den aktuellen Sicherheitsmaßnahmen selbst gut schützen zu können. Weitere 53 Prozent stimmen dem eher zu. Dass die Anteile bei der relativen Zustimmung (trifft eher zu) deutlich höher liegen als bei der absoluten Zustimmung (trifft ganz genau zu), kann darin begründet sein, dass die Menschen die eigene Kompetenz eher defensiv einstufen. Diese zurückhaltende Selbsteinschätzung ist darauf zurückzuführen, dass es ob der rasanten Entwicklung und der oft komplexen und undurchsichtigen technischen Hintergründen schwierig ist, den Überblick zu bewahren und Schritt zu halten.

Sicherheitsbedürfnis und Verantwortungszuschreibung 1

Staat, Wirtschaft und Nutzer haben gleichermaßen Verantwortung

Staat, Wirtschaft und Bürger werden als gleichermaßen verantwortlich für eine sichere Online-Kommunikation gesehen. Die Befragten wurden gebeten, insgesamt zwölf Punkte unter den drei Akteuren, entsprechend der jeweiligen Verantwortlichkeit, zu verteilen. Am häufigsten werden zwischen drei und fünf von insgesamt zwölf Punkten pro Akteur vergeben. Nahezu niemand sieht nur einen Akteur als hauptverantwortlich an.

Verantwortungszuschreibung

Wirtschaft und Staat sollen mehr für Sicherheit tun. Allerdings: Dass sie das können, glaubt die Bevölkerung nicht

Die Menschen sind sich einig, dass sowohl Staat als auch Unternehmen mehr für eine sichere Online-Kommunikation tun sollten. Jeweils gut 80 Prozent der Befragten nehmen hier Staat und Wirtschaft in die Pflicht. Gleichzeitig glaubt der weitaus größte Teil der Bevölkerung allerdings nicht daran, dass Staat (76 Prozent) und Wirtschaft (68 Prozent) eine sichere Online-Kommunikation überhaupt gewährleisten können. Diese Befunde sind als deutliche Handlungsaufforderung, sowohl an den Staat wie auch die Wirtschaft, zu lesen, ihrer Verantwortung für mehr Sicherheit in diesem wichtigen Bereich zukünftig besser nachzukommen bzw. ihre Kompetenzen zur Ausübung dieser Verantwortung zu erweitern.

Die Frage danach, ob der Schutz von Kundendaten für Unternehmen eine wichtige Rolle spielt, spaltet die Bevölkerung: 47 Prozent gehen davon aus, dass Unternehmen dem keine große Bedeutung beimessen, 41 Prozent denken hingegen, dass dem durchaus so ist.

Sicherheitsbedürfnis und Verantwortungszuschreibung 2

 

70 Prozent wünschen sich ein staatliches Sicherheitssiegel

88 Prozent fordern, dass privat-geschäftliche Akteure, die internetbasierte Kommunikationsmöglichkeiten anbieten, auch dafür Sorge tragen sollten, Kundendaten zu schützen. Dass der Staat ein Sicherheitssiegel vergibt, wünschen sich 70 Prozent der Befragten. Auch wenn sich hier andeutet, dass dem Staat eine Kontrollfunktion zugeordnet wird, ist er aus Sicht der Befragten „nicht in erster Linie“ für die Sicherheit bei der Online-Kommunikation verantwortlich – dies wird wie gezeigt als gemeinsame Aufgabe von Bürgern, Staat und Wirtschaft gesehen. Der Staat kann demnach aus Sicht der Bevölkerung Sicherheit zwar nicht gewährleisten, sollte aber – wie bereits ausgeführt – mehr dafür tun, dass es klare Rahmenregelungen gibt und diese auch eingehalten werden.

Sicherheitsbedürfnis und Verantwortungszuschreibung 3