3.1 Struktur der Entscheider-Landschaft im Vergleich zur Bevölkerung

Die Entscheider weisen spezifische Schwerpunkte hinsichtlich ihrer soziodemografischen Struktur auf: Sie sind überwiegend männlich, 40 bis 59 Jahre alt, verfügen über ein sehr hohes Bildungsniveau und sind Top-Verdiener in einer hervorragenden beruflichen Position.

Die Entscheider in Deutschland sind überwiegend männlich

79 Prozent der Entscheider sind Männer, 21 Prozent Frauen.1 In der Stichprobe ist der Anteil an Männern mit 86 Prozent im Öffentlichen Dienst am höchsten. Unter den Vertretern der Zivilgesellschaft finden sich vergleichsweise viele Frauen (43 Prozent). Auch in der Politik finden sich mit 27 Prozent signifikant mehr Frauen als in der Entscheider-Stichprobe insgesamt.

Entscheider sind mehrheitlich zwischen 40 und 59 Jahre alt

Zwei Drittel der Entscheider sind zwischen 40 und 59 Jahre alt. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil dieser Altersstufe mit 36 Prozent deutlich niedriger. Nur vier Prozent der Entscheider sind unter 29 Jahren, während im Bevölkerungsdurchschnitt 20 Prozent in diese Altersstufe fallen. 30- bis 39-Jährige sind mit 14 Prozent unter den Entscheidern und in der deutschen Bevölkerung gleich stark vertreten.

Entscheider aus Wissenschaft und Forschung sowie den Medien sind jünger als die Entscheider insgesamt. Im Bereich Wissenschaft und Forschung sind 16 Prozent zwischen 30 und 39 Jahre alt, im Bereich Medien sogar jeder Fünfte. Im Öffentlichen Dienst (44 Prozent) sowie in der Zivilgesellschaft (38 Prozent) finden sich verstärkt Personen im Alter von 50 bis 59 Jahren. Vertreter aus der Politik weisen das höchste Durchschnittsalter auf: 42 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, 25 Prozent sind 60 Jahre oder älter.

Entscheider sind formal sehr gut gebildet

Auffälligstes Charakteristikum der Entscheider ist ihre sehr hohe Formalbildung. 84 Prozent haben Abitur oder einen Hochschulabschluss, in der Gesamtbevölkerung hingegen nur jeder Vierte. Entsprechend liegt der Anteil von Personen mit Realschulabschluss oder einem vergleichbaren Bildungsniveau (zwölf Prozent) deutlich niedriger als in der Gesamtbevölkerung (24 Prozent). Nur drei Prozent der Entscheider verfügen über einen Hauptschulabschluss oder keinen Schulabschluss, während in der Gesamtbevölkerung jeder Zweite ein geringes formales Bildungsniveau aufweist.

Soziodemografischer Vergleich von Bevölkerung und Entscheidern

Die Vertreter aus Wissenschaft und Forschung sind ausnahmslos sehr gut gebildet, da das Abitur auch die Eingangsvoraussetzung für eine Karriere an einer Universität oder einem Forschungsinstitut darstellt. Auch im Öffentlichen Dienst (89 Prozent), der Politik (89 Prozent) und unter den Medien-Entscheidern (93 Prozent) liegt der Anteil der formal gut Gebildeten höher als unter den Entscheidern insgesamt. Vertreter aus der Wirtschaft weisen dagegen im direkten Vergleich mit diesen beiden Gruppen einen geringeren Bildungsgrad auf: 15 Prozent verfügen über einen mittleren, drei Prozent über einen niedrigen Schulabschluss.

Top-Entscheider sind Top-Verdiener

Das Einkommen der Entscheider liegt – wenig überraschend – im oberen Bereich. 14 Prozent verfügen über ein jährliches Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro, fünf Prozent davon sogar von über 150.000 Euro. Weitere zwölf Prozent verdienen jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Lediglich etwa jeder Zehnte verfügt über ein Bruttojahreseinkommen von unter 40.000 Euro.

Über ein vergleichsweise geringes Einkommen verfügen Beamte und Vertreter aus der Zivilgesellschaft. Beide Gruppen sind überwiegend in den „unteren Einkommensbereichen“ bis zu 80.000 Euro vertreten. Personen aus Wissenschaft und Forschung erzielen überwiegend ein Einkommen von 60.000 bis 80.000 Euro. Bei Politikern liegt der Jahresverdienst überwiegend zwischen 60.000 und 100.000 Euro. Einen Einkommensschwerpunkt bei den Spitzenverdienern ist bei den Entscheidern im Bereich Medien zu identifizieren: 15 Prozent verdienen hier 100.000 bis 150.000 Euro brutto im Jahr.

Soziodemografischer Vergleich der Handlungsfelder

  1. Diese Verteilung entspricht dem Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen in Deutschland und ist somit ein Indiz für die Qualität der Stichprobe. BÜRGEL Statistik (2013). []