5.2 Einrichten eines Kundenkontos

Kundenkonten dienen dazu, dem Nutzer Zugriff auf Dienste des Herstellers zu gewähren. Welche dies genau sind, ist dabei herstellerabhängig. In der Regel werden Dienste wie E-Mail-Konten oder Cloud-Synchronisierung angeboten. Auch für den Zugriff auf Management-Dienste wie etwa Remote Wipe wird ein Kundenkonto benötigt. Nicht zuletzt dient das Kundenkonto dazu, in den App-Markets einkaufen zu können wie in einem normalen Webshop.

Für die Nutzung vieler Dienste ist die Einrichtung eines Kundenkontos Voraussetzung. Sonst bleibt der Weg zu neuen Apps im Allgemeinen verschlossen. Der Nutzer hat bei allen Betriebssystemen die Wahl, ob er ein Kundenkonto eröffnen möchte oder nicht.

Android

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Gerätetyp, Netzbetreiber, Geräte-IDs, installierte Apps, E-Mail, Fotos, Foto-Metadaten, Termine, Aufgaben, Kontakte, allgemeine Informationen über den Smartphone-Benutzer, Browserverlauf

Für die Einrichtung eines Endgerätes, das mit Android betrieben wird, muss kein neues Google- Konto erstellt bzw. ein existierendes mit dem Gerät verknüpft werden. Ohne Konto können Nutzer nicht auf den Google Play Store zugreifen, um weitere Apps zu installieren. Die Nutzung eines Google-Kontos erfordert die Zustimmung zu

  • den generellen Datenschutz- sowie Nutzungsbestimmungen von Google,
  • den Datenschutz- sowie Nutzungsbestimmungen von Google Chrome sowie
  • den Nutzungsbedingungen von Google Play.

Die Verknüpfung eines Gerätes mit einem Google-Konto führt zu einer Übertragung gerätespezifischer Daten zu Google. Diese Daten umfassen: Gerätetyp (z.B. LG E960 Nexus 4), Netzbetreiber (z.B. Vodafone), IMEI, letzte Aktivität sowie Registrierungsdatum. Diese Informationen können nach Anmeldung beim Google-Konto unter Google AccountData ToolsView Account Data nachvollzogen werden.

Infolge einer Verknüpfung wird der Nutzer zudem gefragt, welche Daten mit dem Konto synchronisiert werden sollen. Hierzu zählen unter anderem die Personendetails, also allgemeine Informationen über den Nutzer des Endgerätes.

BlackBerry OS

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Geräte-IDs, Region und Spracheinstellungen, Betriebssystemversion, Gerätetyp, Netzbetreiber, allgemeine Informationen über den Benutzer, Standortdaten

Die Einrichtung einer BlackBerry-ID für die Nutzung eines BlackBerry-Geräts ist optional und erfordert die Zustimmung zu der BlackBerry-Datenschutzrichtlinie. Mit der Zustimmung räumt der Nutzer BlackBerry das Recht ein, auf persönliche Daten zuzugreifen. Diese Daten können Namen, Wohnanschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, BlackBerry-ID, Kontodaten und Einstellungen, Geräteidentifikationsmerkmale, die BlackBerry-PIN und Standortinformationen sein [8, Abschnitt 4].

Um eine BlackBerry-ID zu registrieren, muss der Anwender einen Nutzernamen wählen, seinen Vor- und Nachnamen angeben sowie eine Sicherheitsfrage inklusive dazugehöriger Antwort eingeben. Diese wird benutzt, um ein vergessenes Passwort neu zu setzen.

Für die Installation weiterer Apps aus der BlackBerry App-World wird ebenfalls die BlackBerry-ID benötigt. Um kostenpflichtige Apps herunterladen zu können, muss der Anwender Zahlungsinformationen in seinem BlackBerry-ID-Konto hinterlegen. Kostenlose Apps lassen sich ohne Eingabe von Zahlungsinformationen herunterladen und installieren.

Ebenso wird eine BlackBerry-ID für die Nutzung von BlackBerry Protect benötigt, das es Anwendern erlaubt, verlorene oder gestohlene Geräte aus der Entfernung zu orten oder zu löschen.

iOS

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Gerätetyp, Netzbetreiber, Geräte IDs, installierte Apps, E-Mail, Fotos, Foto-Metadaten, Termine, Aufgaben, Kontakte, allgemeine Informationen über den Benutzer

Für die Einrichtung eines Smartphones unter iOS ist es nicht zwingend notwendig, ein Konto bei Apple – eine sogenannte Apple-ID – einzurichten. Ohne können allerdings keine weiteren Apps installiert werden, und es ist nicht möglich, die Cloud-Dienste iCloud zu verwenden. Dies schließt auch Management-Dienste wie „Finde mein iPhone” ein, welche dem Nutzer bei Verlust des Smartphones helfen können, es wiederzufinden.

Zusätzlich zur Zustimmung zum iOS-Lizenzvertrag muss ein Nutzer bei der Einrichtung einer Apple-ID folgende Bestimmungen von Apple anerkennen:

  • Nutzungsbedingungen für iCloud
  • Datenschutzrichtlinie von Apple
  • Nutzungsbedingungen für Game Center

Wird auf dem Smartphone die Apple-ID eingerichtet, kann die Synchronisation mit iCloud genutzt werden. Diese muss allerdings separat aktiviert werden, d.h., nach der allgemeinen Einrichtung der Apple-ID findet ohne weitere Nutzerinteraktion keine Übertragung von personenbezogenen Daten an Apple statt. Welche Daten an Apple übertragen werden, hängt davon ab, welche Synchronisationsoptionen der Nutzer bei der Aktivierung der iCloud einschaltet.

Windows Phone

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: allgemeine Informationen über den Smartphone-Benutzer, Kontakte, Termine, SMS, installierte Apps, Benutzerkonten, Fotos, E-Mail

Bei der Einrichtung eines Windows-Phone-Gerätes ist es nicht notwendig, einen neuen Microsoft- Account zu erstellen oder einen existierenden mit dem Gerät zu verknüpfen. Will ein Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt Apps aus dem Windows Phone Store über die Windows Phone Market App installieren, muss er zuvor das Telefon mit einem Microsoft-Account verbinden. Auch stehen Funktionen wie Xbox LIVE, Xbox Music und Backup sowie Online-Konto-Dienste wie Mein Handy finden nicht ohne Microsoft-Konto zur Verfügung. Zur Erstellung eines Microsoft-Kontos sind folgende Angaben notwendig: Geschlecht, Land/Region, Geburtsdaten und Postleitzahl.

Hat ein Nutzer ein Microsoft-Konto mit dem mobilen Endgerät verknüpft, werden alle diesem Konto bereits zugeordneten Kontakte auf das Gerät kopiert. Ähnlich verhält es sich mit Kontakten und Kalendereinträgen, die auf dem Endgerät gespeichert sind: Von diesen wird laut Microsoft automatisch eine Sicherung erstellt. D.h., Kontakte und Kalendereinträge werden auf einen Server von Microsoft hochgeladen und dort gespeichert.

Weiterhin wird der Nutzer während der Verknüpfung seines Gerätes mit einem Microsoft-Konto aufgefordert, vorhandene SMS-Nachrichten zu sichern, d.h. auf einen Microsoft-Server zu speichern, Fotos auf OneDrive (vormals SkyDrive) hochzuladen und zu speichern sowie die Handyeinstellungen zu sichern, d.h. Konfigurationsprofile des Gerätes (u.a. auf dem Gerät installierte Anwendungen, eingerichtete Konten, Favoriten im Browser, Anrufliste, weitere Einstellungen zu Anwendungen wie z.B. Fotos, SMS/MMS, Konto, Ortung, Internet Explorer, Sperrbildschirm, Spracherkennung usw.).