5.3 Sprachsteuerung aktivieren

Die Sprachsteuerung erlaubt die Bedienung des Smartphones über gesprochene Kommandos. Sie funktioniert ähnlich wie die Diktierfunktion. Während die Sprachsteuerung bereit ist, Befehle zu empfangen, wird über das Mikrofon des Smartphones alles aufgezeichnet, was der Nutzer sagt. Die Aufzeichnung wird dann an einen Server geschickt und dort mittels Spracherkennungsalgorithmen in Text umgewandelt. Spracherkennung ist rechenaufwendig und wird daher von den Herstellern auf externe Server ausgelagert. Der Text wird dann wieder zurück an das Smartphone geschickt, woraufhin es den Befehl ausführen kann.

Führt man sich vor Augen, dass bei jeder Nutzung der Sprachsteuerung die gesprochenen Befehle an externe Server geschickt werden, so wird klar, dass bei intensiver Nutzung dieser Funktionalität ein sehr genaues Nutzungsprofil des Smartphones erstellt werden kann.

Android

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Spracheingabe
Android bietet Nutzern die Funktion Sprachsuche, mit der Suchanfragen per Spracheingabe an
das Gerät übergeben werden können. Die Spracheingaben werden an die Google-Server gesendet, um dort die Spracheingabe in Text umzuwandeln.

Google speichert für jede Suchanfrage die Sprache, das Land, die gesprochene Eingabe sowie den erkannten Text. Die Sprachsuche kann nur genutzt werden, wenn das Endgerät mit dem Internet verbunden ist.

Android bietet weiterhin die Möglichkeit, Sprachpakete (z.B. Deutsch) herunterzuladen. Auf diese Weise können Spracheingaben auch direkt auf dem Gerät ausgewertet (offline) und etwa für Diktierfunktionen genutzt werden.

BlackBerry OS

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Spracheingabe, installierte Apps, allgemeine Informationen über den Smartphone-Benutzer, Kontakte, Standortdaten, Musik
Über die BlackBerry-Sprachsteuerung kann man Text diktieren oder Befehle erteilen. Die Sprachanweisungen werden an BlackBerry-Server übertragen. Eine Interpretation der Ergebnisse findet unter anderem mithilfe der Kontakte, mit Namen von Anwendungen und Titeln in den Musikwiedergabelisten, Standortdaten und gerätebezogenen Informationen statt, sodass diese Daten (oder Ausschnitte von ihnen) ebenfalls an BlackBerry-Server übertragen werden.

Aktiviert man die Spracheingabe in den Einstellungen des Smartphones, hat man die Wahl, ob man eine vollständige Spracherkennung nutzen oder nur Unterstützung für sprachgesteuertes Wählen aktivieren möchte.

iOS

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Spracheingabe, Kontakte, Musik
Wird Siri oder die Diktierfunktion genutzt, wird alles Gesagte aufgezeichnet und an Apple gesendet, um die Worte in Text umzusetzen und die Anfrage zu verarbeiten.

Aktiviert der Nutzer Siri, stimmt er zu, dass zusätzlich weitere Informationen an Apple gesendet werden, z.B. der eigene Name und Kurzname sowie die Namen und Kurznamen der eigenen Kontakte sowie die Beziehungen zu den Kontakten oder die Titel in der Musiksammlung.

Windows Phone

POTENZIELL BETROFFENE DATEN: Spracheingabe
Windows Phone bietet Nutzern eine Sprachfunktion, mit der z.B. sprachgesteuerte Online-Suchen durchgeführt werden können oder Nachrichten per Sprachbefehl versendet werden können. Zur Realisierung dieser Funktionen setzt Windows Phone einen Spracherkennungsdienst ein, dessen Aktivierung ein Nutzer bei erstmaligem Zugriff auf Sprachfunktionen bestätigen muss.1

Hat ein Nutzer diesen Dienst aktiviert, werden sowohl die Spracheingaben als auch damit verbundene Informationen wie z.B. Korrekturen des Textergebnisses an Microsoft zu Verbesserungszwecken gesendet. Microsoft ordnet dem übersendenden Endgerät eine eindeutige, zufällig generierte ID zu. So wird laut Microsoft verhindert, dass die Spracheingaben zur Identifikation des Nutzers eingesetzt werden können.

Der Spracherkennungsdienst kann durch den Nutzer deaktiviert werden. Allerdings schränkt dies die Leistungsfähigkeit der Sprachfunktion deutlich ein.

  1. Diese Aussagen beziehen sich auf Windows Phone 8. Der Sprachassistent Cortana, der mit WP 8.1 ausgeliefert wird, wird hier nicht berücksichtigt. []