Wie verbreitet ist Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen?

Auf den Stufen der „Beteiligungsleiter“ ist die Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen sehr unterschiedlich verbreitet. Die Information zu gesundheitlichen Themen im Netz gehört zu den weit verbreiteten Nutzungsformen – mehr als die Hälfte der Internetnutzer finden sich auf dieser Stufe wieder (Schubart et al., 2011; Eichenberg, 2011). Gelegentlich werden Angebote oder Erfahrungen im Internet auch beurteilt, manche Nutzer geben Empfehlungen ab – dennoch ist die Stufe der Konsultation bereits deutlich weniger dicht besiedelt. Eine tatsächlich aktive Beteiligung, etwa in Selbsthilfegruppen stellt schließlich ein Ausnahmephänomen dar (van Uden-Kraan et al., 2011). Dies ist jedoch möglicherweise dem erfreulichen Umstand geschuldet, dass gewisse Krankheitsbilder, welche zu einem aktiven Austausch anregen, nur begrenzte Verbreitung in der Bevölkerung finden.

Ähnlich gestaltet sich die Verbreitung von Beteiligungsmotiven: Das Motiv der Informationssuche ist besonders weit verbreitet, Motive der Interessensvertretung, gegenseitigen Unterstützung und des Erfahrungsaustausches jedoch bereits deutlich weniger (Ginossar, 2008; van Uden-Kraan et al., 2009). Vor allem solche Nutzer ergreifen ein Engagement in Online-Selbsthilfegruppen, die unter ihrem Krankheitsbild oder einer subjektiven Isolation leiden (Rodgers & Chen, 2005). Auch subjektive Unsicherheit, ein mangelndes Kompetenzempfinden sowie ein empfundener Informationsmangel motivieren Nutzer zu einer aktiven Beteiligung im Netz (Han et al., 2012).