Gemeinsamkeit macht stark

Durch die Mitgliedschaft in einer Community werden nicht zuletzt das Selbst- und das Weltbild der Nutzer geprägt. Mit einer Mitgliedschaft entscheidet der Einzelne immer ein Stück weit, wer er selbst ist oder sein möchte. In der Gemeinschaft werden diese Identitäten wechselseitig bestärkt. Im Extremfall kann dies zu Entkoppelungen gegenüber der „Außenwelt“ führen. Positiv interpretiert entsteht aus der sozialen Dynamik der Communities konstruktive Energie.

In der Gemeinschaft werden aus Interessen Forderungen. Es entsteht Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, Interessen auch nach außen zu formulieren. Die Stärke der Gemeinschaften muss aber nicht immer nach außen gerichtet sein. Selbsthilfe ist ein weithin untersuchter Aspekt der Beteiligung im Netz. Und aus dieser Selbsthilfe erwächst „Empowerment“, eine bessere Fähigkeit, mit den eigenen Bedürfnissen und Herausforderungen souverän umzugehen – sei es als Student, als Maler, als Krebspatient.

„Empowerment“ ist ein roter Faden, der sich durch die Beteiligungsforschung zieht. Dieser ist jedoch so komplex und vielschichtig, wie der Beteiligungsbegriff selbst. Wie wird „Empowerment“ definiert und gemessen? Was bewirkt es? Führt „Empowerment“ zu sozialen Veränderungen – müssen etablierte Institutionen sie fürchten? Viele Fragen bleiben bis heute offen. Deutlich wird jedoch: Der Beteiligung im Internet liegt eine soziale Dynamik zugrunde, die das Individuum mitnimmt, die also auch psychologische Wurzeln hat.