Offene Fragen

Die vorliegende Studie ist Teil eines umfassenden Forschungsprogramms zur „Beteiligung im Netz“. Die Literaturanalyse bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. Sie ermöglicht die Identifikation von Forschungsbereichen, die zugleich Bereiche der Online-Beteiligung sind. Außerdem verschafft sie einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Forschungsbereiche, mehr oder weniger etablierte Erkenntnisse zur Netz-Beteiligung. Dadurch wird auch sichtbar, welche Erkenntnisse heute noch nicht vorliegen und welche offenen Fragen künftige, empirische Studien adressieren sollten.

Hierzu zählen:

  • Wie weit verbreitet ist die Beteiligung in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Bürger engagieren sich bevorzugt in welchen Bereichen?
  • Welche Motive und Einstellungen fördern oder behindern die Beteiligung im Netz? Wie wichtig sind Vertrauen und Sicherheit? Welche Rahmenbedingungen beeinflussen deren Einschätzung durch die Bürger?
  • Was sind sozio-demographische Voraussetzungen der Beteiligung in den verschiedenen Bereichen? Wie unterscheiden sie sich? Wie sieht die „Beteiligungsspaltung“ im Netz aus?
  • Wenn „Empowerment“ ein wichtiges Element der Beteiligung im Netz ist, wie lässt es sich definieren? Wodurch wird es beeinflusst, was sind seine Voraussetzungen? Entsteht ein „partizipativer Habitus“?
  • Wie lassen sich Formen oder Stufen der Beteiligung unterscheiden? Ab welcher Schwelle des objektiven oder subjektiven Einsatzes kann tatsächlich von Beteiligung gesprochen werden? Muss zwischen horizontaler und vertikaler Beteiligung unterschieden werden?
  • Welchen Formen der Beteiligung und in welchen Bereichen gelingt der Sprung aus der Online- in die Offline-Welt? Was sind Voraussetzungen dafür, dass die Beteiligung im Netz etablierte gesellschaftliche Institutionen verändert?

Durch weitere Studien wird DIVSI auch in Zukunft die Debatte um die Form, Bedeutung, Potenziale und Herausforderungen der Beteiligung im Netz durch wissenschaftliche Erkenntnisse bereichern, und so den gesellschaftlichen Akteuren eine Grundlage für die Gestaltung notwendiger Rahmenbedingungen anbieten.