Was sind Voraussetzungen der Online-Beteiligung in der Bildung?

Ein Blick auf die soziodemographischen Voraussetzungen der Bildungsbeteiligung im Netz offenbart bekannte Strukturen: Junge Schüler oder Studenten beteiligen sich aktiver als ältere. Dies gilt vor allem für kreative oder produktive Formen der Internetnutzung (Correa, 2010). Hinsichtlich der Geschlechterunterschiede zeigt sich, dass männliche Lernende das Internet privat intensiver nutzen. Sie schätzen auch ihre eigenen Nutzungskompetenzen höher ein als ihre weiblichen Kollegen. Das heißt jedoch nicht, dass die Bildungsbeteiligung im Netz eine Männerdomäne ist. Im Gegenteil: Frauen nutzen häufiger Online-Kurse als Männer, möglicherweise weil diese sich einfacher in ihre Berufs- und Lebensplanung einfügen (Caspi et al., 2008). Weibliche Lernende bringen sich auch aktiver in Online-Lernumgebungen ein (Arbaugh, 2000), sie kommunizieren aktiver und nutzen stärker kollaborative Funktionalitäten (Erstad, 2006; Robinson & Hullinger, 2008).

Eine besondere Herausforderung ist die Entwicklung notwendiger Kompetenzen für eine Beteiligung an Bildungschancen im Internet. Hohe Kompetenzeinschätzungen und eine spielerische Einstellung dem Internet gegenüber fördern die Beteiligung an Online-Angeboten (Spence & Usher, 2007). Doch welche Kompetenzen sind für diese Beteiligung notwendig? Neben der so genannten E-Literacy, also der Fähigkeit zur Nutzung des Internets, sind vor allem solche Kompetenzen gefragt, die eine Nutzung mehrerer Plattformen und einer multimedialen Umgebung fördern. Kreativität und Urteilsfähigkeit – hinsichtlich der Qualität und Glaubwürdigkeit von Bildungsangeboten – gehören auch zu den Kernkompetenzen der Online-Bildung (Kimber & Wyatt-Smith, 2010; Grell & Rau, 2011). Da die Online-Beteiligung in der Bildung nicht zuletzt auf Autonomie und Selbstständigkeit beruht, wird auch eine „literacy of empowerment“ gefordert, die Fähigkeit zur Kreation, Kollaboration und kritischen Partizipation (Asselin & Moayeri, 2011). Ob traditionelle Bildungsangebote diese Kompetenzen zu stärken vermögen, bleibt derzeit noch offen.

Online-Forum bieten Studenten die Möglichkeit, sich auszutauschen und Hilfestellungen zu Vorlesungen und Kursen zu geben.

Beispiel 25: „Uniboard.ch“ ist ein Beispiel für ein Online-Forum, in dem sich Studierende austauschen und einander Rat und Hilfestellungen zu Vorlesungen und Kursen bieten.