3.1 Immer mehr Zeit im Online-Modus

Während die Mehrheit der Menschen täglich online ist, bleibt ein Sechstel offline

Der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung, der das Internet täglich nutzt, ist in den letzten vier Jahren um 21 Prozentpunkte gestiegen: Mehr als die Hälfte ist mittlerweile täglich im Netz. Der Anteil der Gelegenheitsnutzer hat sich stark reduziert (von 31 auf 20 Prozent), die Offliner hingegen machen 2016 noch 16 Prozent aus (2012: 20 Prozent). Die Veränderungen im Digitalisierungslevel in den letzten vier Jahren haben somit weniger zwischen Onlinern und Offlinern stattgefunden, sondern vielmehr innerhalb der Onliner.

Häufigkeit der Internetnutzung im Zeitvergleich

Die Menschen sind nicht nur häufiger, sondern auch deutlich länger im Internet

2016 geben 14 Prozent der Onliner an, täglich vier Stunden oder länger zu privaten Zwecken online zu sein. 2012 waren es lediglich 5 Prozent. Auch mit Blick auf berufliche Tätigkeiten oder im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Universität haben sich die Online-Zeiten in den vergangen vier Jahren ausgedehnt: 2012 waren es nur 3 Prozent der Onliner, die das Internet vier Stunden und länger für diese Zwecke nutzten; heute sind es bereits 23 Prozent. In der gestiegenen Nutzungsdauer zeigt sich auch eine gestiegene Relevanz des Internets für das Berufsleben.1

Private und berufliche Internetnutzung

Die Zahl der Smartphone-Besitzer hat sich in den vergangenen vier Jahren vervierfacht

Im Vergleich zu 2012 verfügen die Menschen heute über weitaus mehr internetfähige Geräte. Besonders deutlich fallen die Veränderungen bei Tablet und Smartphone aus. Sie haben ihren „Exotenstatus“ verloren: Besaßen 2012 lediglich 2 Prozent der Befragten ein Tablet, ist es heute bereits gut ein Viertel. Auch der Zuwachs bei den Smartphones ist beachtlich: Der Anteil der Smartphone-Besitzer hat sich seit 2012 mehr als vervierfacht. Mit 68 Prozent ist es inzwischen das am weitesten verbreitete (mobile) internetfähige Gerät. Dementsprechend ist auch die mobile Internetnutzung deutlich gestiegen. Von denjenigen, die ein Smartphone besitzen, nutzen damit 92 Prozent Online-Funktionen; beim Tablet sind es 94 Prozent. Darüber hinaus sind weiterhin PC und Laptop/Notebook wichtige Geräte, wenn es um den Zugang zum Internet geht. Ebenfalls über 90 Prozent der Personen, die solche Geräte ihr Eigen nennen, gehen damit auch online.

Verwendete Geräte für die Internetnutzung

Zur Illustration der quantitativen Ergebnisse werden hier und in den folgenden Kapiteln zu den jeweiligen Themen und Fragestellungen Zitate aus den qualitativen Gesprächen angeführt:

„Wenn ich aber nur schnell was gucken will, nehme ich, seit ich das iPhone habe, das ist jetzt seit anderthalb Jahren, das iPhone, weil es einfach schneller geht. Bis dieser Laptop hochgefahren ist usw. dauert es einfach viel zu lange.“ (weiblich, 58 Jahre)

„Ich gehe mit dem Handy online. Das ist mein treuer Begleiter. Das ist auch das, wo man am schnellsten etwas machen kann.“ (männlich, 19 Jahre)

„Je nach dem. Wenn ich gemütlich bin, nehm‘ ich mir das iPad zum Onlinegehen und sitze auf dem Sofa.“ (weiblich, 33 Jahre)

  1. In der 2015 veröffentlichten DIVSI U9-Studie „Kinder in der digitalen Welt“ wird die in der Wahrnehmung von Eltern gestiegene Bedeutung des Internets für das spätere (berufliche) Leben von Kindern deutlich. So sind 65 Prozent der Eltern in Deutschland der Auffassung, dass Kinder den Umgang mit digitalen Medien von klein auf lernen müssen, um nicht von der Gesellschaft abgehängt zu werden. Siehe DIVSI (2015): DIVSI U9-Studie – Kinder in der digitalen Welt. Hamburg, S. 91. []