4.3.3 Effizienzorientierte Performer (15 Prozent)

Effizienzorientierte Performer

„Ich brauche das Internet, und ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, ohne zu leben, einfach, weil ich in der Welt lebe, in der ich lebe.“ (männlich, 39 Jahre)

Die Effizienzorientierten Performer sind vom Internet begeistert, insbesondere von den mobilen Möglichkeiten, die den beruflichen wie privaten Alltag erleichtern. Die Verantwortung, für Sicherheit im Netz zu sorgen, sehen sie zwar – stärker als alle anderen Internet-Milieus – beim Staat, Sicherheitsrisiken begegnen sie aber dennoch proaktiv, souverän und pragmatisch.

Die Geschlechterverteilung dieses Internet-Milieus zeigt einen leicht höheren Frauenanteil, der Altersdurchschnitt liegt bei 38 Jahren, das formale Bildungsniveau befindet sich im Mittel der Gesamtbevölkerung.

Effizienzorientierte Performer sind leistungs- und erfolgsorientiert. Sie verfolgen – nicht nur technische – Entwicklungen aufmerksam und kontinuierlich und statten sich mit dem jeweils passenden Rüstzeug aus, um in der Gesellschaft idealerweise vorne mit dabei zu sein. Das Erreichen eines gehobenen Lebensstandards ist ein wichtiges Lebensziel.

„Also ich finde schon, es ist wichtig, dass man Ziele hat (…) die einem in einer gewissen Weise so eine Orientierung geben, wo man sagt, da will ich mal hin oder das hätte ich auch gern mal.“ (männlich, 39 Jahre)

„Eigentlich müsste ich sagen Gesundheit, weil das jeder sagt, aber ich bin auch ein bisschen materialistisch, wenn ich ehrlich bin.“ (weiblich, 33 Jahre)

Soziodemografisches Profil – Effizienzorientierte Performer

Die Rolle des Internets in der Lebenswelt der Effizienzorientierten Performer

Ein Leben ohne Internet ist für die meisten Vertreter dieses Internet-Milieus nicht vorstellbar. Sie möchten nicht auf die schnelle und „ständig und überall“ mögliche Informationsbeschaffung verzichten und von dem „was draußen los ist“ abgekoppelt sein. Von daher kann sich auch über die Hälfte ein Leben ohne die Mitgliedschaft in einer Online-Community nicht vorstellen (gesamt: 33 Prozent). 75 Prozent der Onliner halten sich über Beiträge in Blogs, Foren und sozialen Medien über den Status Quo ihrer Freunde und Bekannten auf dem Laufenden (gesamt Onliner: 57 Prozent). 39 Prozent von ihnen stellen eigene Beiträge und Inhalte ins Netz (gesamt Onliner: 34 Prozent). Effizienzorientierte Performer sind vielfältig aktiv im Internet. Beispielsweise wickelt keine andere Gruppe Bankgeschäfte häufiger online ab oder bucht so oft Reisen oder Urlaube über das Internet. Sie interessieren sich zudem insbesondere für Produktinformationen und das Thema Reisen und Urlaub. Themenbereiche, die sie überdurchschnittlich häufig verfolgen, sind Veranstaltungstipps und Ernährung.

Eine ständig und überall vorhandene Verbindung zum Internet ist den Effizienzorientierten Performern wichtig. 88 Prozent gehen regelmäßig mit dem Smartphone online (gesamt: 62 Prozent). Das Nutzungsspektrum fällt dabei breit aus: E-Mails checken auch abseits vom Arbeitsplatz, Informationen über Wikipedia beziehen oder sich inspirieren lassen hinsichtlich passender Kochrezepte während eines Markteinkaufs. Auch für die private Kommunikation ist das Smartphone unverzichtbar (v.a. Messenger-Dienste oder Soziale Netzwerke). Sie sind breit ausgestattet mit internetfähigen Geräten: Tablets, Laptops und Spielekonsolen sind in diesem Internet-Milieu überdurchschnittlich stark verbreitet.

„Durch das Smartphone ist ja momentan jeder an das Internet gekoppelt. Das nehme ich halt immer mit und gucke immer mal schnell rein. Und dann haben wir noch so ein Mini-Tablet von Apple. Darauf lese ich mir Sachen durch, wenn sie etwas länger sind.“ (weiblich, 31 Jahre)

Nutzungshäufigkeit, Gerätebesitz und subjektive Internetkompetenz

92 Prozent der Effizienzorientierten Performer sehen mehr Chancen als Risiken, wenn sie ans Internet denken (gesamt: 72 Prozent). 91 Prozent sehen im Internet eine der besten Erfindungen, die es je gab (gesamt: 70 Prozent). Diese begeisterte und chancenorientierte Perspektive speist sich nicht nur aus alltagserleichternden Aspekten, willkommene Vorteile sind auch kostenlose Kommunikationsmöglichkeiten beispielsweise über WhatsApp und Skype und Unterhaltungsangebote. Überdurchschnittlich oft sehen die Onliner das Internet auch als eine hilfreiche Gedächtnisstütze (63 Prozent vs. gesamt Onliner: 54 Prozent).

Einstellungen zum Internet

Vertrauen, Sicherheit und Verantwortung

Sicherheitsrisiken begegnen sie souverän und pragmatisch. Mehr als drei Viertel fühlt sich in der Lage, mögliche Gefahren im Netz richtig einordnen und entsprechend auf sie reagieren zu können (gesamt: 57 Prozent) und vertraut auf die sich selbst zugeschriebene Internetkompetenz. Sie ergreifen ein ganzes Bündel an Sicherheitsvorkehrungen, dazu gehören „selbstverständlich“ Virenschutzprogramme, regelmäßige Passwort-Aktualisierungen und aufmerksames Lesen von Datenschutzhinweisen. Hier zählen sie zu den am stärksten sicherheitsbedachten Internet-Milieus. Drei Viertel der Onliner dieses Internet-Milieus bewegen sich bewusst vorsichtig im Internet und stellen keine privaten Daten und Fotos online (gesamt Onliner: 67 Prozent).

Unabhängig davon, dass Effizienzorientierte Performer für sich persönlich „keine Bedrohung“ im Internet sehen und sich grundsätzlich sicher fühlen, haben sie ein differenziertes Verantwortungskonzept, wenn es darum geht, wer für Sicherheitsfragen verantwortlich sein sollte. 76 Prozent halten den Nutzer selbst für den Schutz der eigenen Daten verantwortlich (gesamt: 68 Prozent); 94 Prozent schreiben auch den Unternehmen die Pflicht zu, für einen besseren Datenschutz zu sorgen (gesamt: 88 Prozent). Am häufigsten im Milieu-Vergleich haben sie aber auch den Staat im Blick: 91 Prozent erwarten von ihm, sich aktiv um Sicherheit im Internet zu kümmern (gesamt: 70 Prozent). Hinsichtlich eines eventuell zu starken Eingreifens des Staates in die Welt und die Organisation des Internets haben sie nur wenig Bedenken, im Gegenteil wünschen sich drei Viertel der Effizienzorientierten Performer ein staatliches Sicherheitssiegel für Angebote im Internet (gesamt: 59 Prozent).

„Ich finde, es sollte gewisse gesetzliche Standards geben, die vom Staat kontrolliert werden und von den Unternehmen eingehalten werden müssen.“ (männlich, 39 Jahre)

Einstellungen zum Internet

Der Blick in die digitalisierte Zukunft

Als Fans des technologischen Fortschritts wünschen sich Effizienzorientierte Performer eine weitere Digitalisierung ihres Alltags. Sie stehen Entwicklungen, die sich heute schon abzeichnen, sehr offen und positiv gegenüber und sind gespannt darauf, „was noch alles kommen wird“.

„Ja, ich lasse heute schon mein Fahrverhalten ‚tracken’. Von O2 gibt es so ein Modul, das man einsteckt, und das sagt mir: ‚Dort hast Du scharf gebremst und dort hast Du stark beschleunigt. Das sagt es mir jetzt schon.‘“ (männlich, 47 Jahre)

„Oder, ich weiß nicht, ich hab meinen Schlüssel vergessen und rufe meinen Mann an und sage: ‚Hey, ich komme nicht rein‘, und er macht über sein Handy dann meine Tür auf. Cool ist das schon.“ (weiblich, 30 Jahre)

Ohne konkrete Sicherheitsdefizite bei sich persönlich festzustellen, können sie sich im Milieu-Vergleich am häufigsten vorstellen, für die Sicherheit der eigenen Daten etwas zu bezahlen. Einer Ökonomisierung und Vermarktung der eigenen persönlichen Daten stehen sie kritischer gegenüber. 17 Prozent wären bereit, persönliche Daten von sich im Internet preiszugeben, wenn der Preis dafür stimmt (gesamt: 19 Prozent). Eher noch könnten sie sich umgekehrt vorstellen, Anbietern und Dienstleistern etwas dafür zu bezahlen, dass diese eben keine Daten von ihnen sammeln und vermarkten.

„Also ich finde, es ist ja legitim, dass Google Services anbietet und dafür etwas zurückbekommen will. Ich finde, was fehlt, ist, dass es Möglichkeiten gibt, dem zu entgehen, indem man zum Beispiel dafür bezahlt. Also ich hätte kein Problem damit zu sagen, ‚Google, ich zahle dir 5 € im Monat und ich benutze deine Suchmaschine, aber ich will nicht, dass du irgendwas von mir mitschneidest.‘“ (männlich, 39 Jahre)

Effizienzorientierte Performer – Wohnbilder