3.2 Wachsende Bedeutung von sozialem Netzwerken und Instant Messaging

Kommunikative Aktivitäten rücken in den Vordergrund

Wer wie viel Zeit online verbringt ist eine wichtige Frage. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage, was die Menschen im Internet eigentlich machen. Im Ranking der Online-Aktivitäten hat sich auf den ersten beiden Plätzen seit 2012 nichts verändert: Weiterhin dient das Internet 90 Prozent der Onliner zumindest gelegentlich der Informationssuche und dem E-Mail-Verkehr. Die Zuwächse gegenüber 2012 liegen dabei unter 5 Prozent.

Sehr große Zuwächse zeigen sich hingegen bei Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Sozialen Netzwerken beziehungsweise zwischenmenschlicher „informeller“ Kommunikation stehen. So erfreuen sich beispielsweise Messenger-Dienste immer größerer Beliebtheit. Diese Entwicklung lässt sich auch global beobachten. So konnte die App WhatsApp ihre weltweite Nutzerzahl in den vergangenen zwei Jahren vervierfachen. Zu Beginn des Jahres 2016 wurden erstmals über eine Milliarde Nutzer registriert.1 ) Im Zuge der steigenden Bedeutung von Social Media verändert sich auch die generelle Nutzungsweise des Internets: Immer mehr Menschen sind nicht mehr nur Rezipienten von Online-Inhalten, sondern werden selbst zu Produzenten, indem sie zu einem größeren Anteil eigene Beiträge in Foren, Blogs oder Sozialen Netzwerken einstellen und deutlich mehr Kommentare, Rezensionen und Bewertungen abgeben als noch vor vier Jahren.

Relevanz von Online-Aktivitäten im Zeitvergleich

„Es gibt so eine Forums-Hilfsseite für Programmierung in jeglichem Sinne, da bin ich ziemlich aktiv. Also einerseits stelle ich Fragen, wenn ich jetzt irgendein Problem habe und nicht weiterkomme und andererseits beantworte ich Fragen anderer und löse denen ihre Probleme.“ (männlich, 32 Jahre)

„Jetzt WhatsApp, früher habe ich viel Google-Talk, ICQ und MSN-Messenger benutzt, das ist jetzt schon lange her.“ (weiblich, 24 Jahre)

„Also es gibt manche Dinge, die ich noch in XING mache, indem ich da weiß, da sind bestimmte Fachleute und da kann ich noch einmal was ablassen.“ (männlich, 70 Jahre)

Soziale Netzwerke sind nicht mehr nur für junge Onliner interessant

Wurden Soziale Netzwerke und Instant Messaging 2012 vor allem von Jüngeren genutzt, haben insbesondere die 30- bis 64-Jährigen hier stark zugelegt. Bei ihnen hat sich die Bedeutung von Messenger-Diensten deutlich erhöht. Ähnlich verhält es sich bei den Sozialen Netzwerken. Hier hat sich selbst der Anteil der über 64-Jährigen in den letzten Jahren verdoppelt.

Kommunikative Aktivitäten im Zeitvergleich – Altersunterschiede

Wearables und „Internet der Dinge“ sind noch nicht etabliert

Wie gezeigt gehen die Menschen in Deutschland immer mehr über Mobilgeräte online. Es ist heu- te für viele normal, mit dem Smartphone eine Fahrkarte zu kaufen oder Produktinformationen zu recherchieren. Dass aber auch ganz andere Geräte mittlerweile Online-Anwendungsmöglichkeiten haben, ist nur wenigen präsent. Derzeit verwenden beispielsweise nur 6 Prozent Online-Funktionen an Haushaltsgeräten/-technik (z.B. Kühlschrank, Heizung), das heißt, Systeme, die unter den Begriff „Smart Home“ gefasst werden. Die qualitativen Befunde der vorliegenden Studie zeigen, dass noch am ehesten moderne Heizungsgeräte online gesteuert werden. Motivation ist hierbei, das eigene Heizverhalten so effizient wie möglich zu gestalten, um Umwelt und Geldbeutel zu schonen. Auch Online-Funktionen von Smartwatches oder Fitnessarmbändern nutzt derzeit nur ein Bruchteil der Bevölkerung (2 Prozent bzw. 1 Prozent). Das Internet der Dinge ist somit im Alltag der Menschen noch nicht angekommen.

  1. http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/fakten-hintergruende-und-zukunftsplaene-von-whatsapp-14004248.html (Zugriff: 23.03.2016 []